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Heidelsberg

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Sachsen / Erzgebirgskreis / Aue / Heidelsberg

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Heute teilweise bebauter NO Stadtteil von Aue. Ecke Pestalozzistr./Jägerstr.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Stollen, Pingen, Schürfe, Schächte.

Geo­lo­gie

Zwitter, Granit, Schiefer, Quarz, Hornstein, Lamprophyr.

Letz­ter Be­such

9/08

GPS-Ko­or­di­na­ten

Heidelsberg



Heidelsberg

WGS 84: 
Lat.: 50,58737834° N, 
Long: 12,70534515° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 35' 14,562" N,
   Long: 12° 42' 19,243" E
Gauß-Krüger: 
R: 4550056,
 H: 5605980
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=8793
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (2 Bilder gesamt)

Huthaus Oberer Vestenburger Stolln
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Huthaus Oberer Vestenburger Stolln

Heidelsberg, Aue, Erzgebirge, Sachsen. 9/2008

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2008-09-29
Auer Stadtmuseum
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Auer Stadtmuseum

Heidelsberg, Aue, Erzgebirge, Sachsen. Rachalscher Bierkeller. Beginn des Bergbaus auf Zinn 1661 am Heidelsberg. Tiefer Jägerstollen. Darauf entstand ein Kellerhaus, woraus später ein Huthaus wurde.

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2008-06-04

Ausführliche Beschreibung

Am 25. April 1661 wurde beim Bergamt Schneeberg eine Fundgrube auf Zwitter am Fuße des Heidelsberges von Oberförster Rachals aus Lauter gemutet. Dieser wollte hier einen Bierkeller anlegen und beutete auf Grund der positiven Ergebnisse diesen Gang erst einmal aus. Dieses Zinngeschrei lockte so viele Interessenten an, daß schon 1662 mehr als 25 Fundgruben im Verleihbuch des Bergamtes Schneeberg nachgewiesen wurden. Die Erzgänge wiesen einen Zinngehalt von bis zu 20% Zinn auf. Von 1662 bis 1664 wurden ca. 500 Bergzentner Zinn erschmolzen. Bis zur Beendigung des Zinnbergbaus 1840 wurde in 200 Gruben gearbeitet!

In den ersten Jahren mußten die Zinnerze bis in die 15 km entfernte Zinnhütte von Eibenstock gebracht werden. Außer den erhöhten Transportkosten kam noch erschwerend hinzu, daß diese Hütte durch veralterte Anlagen geringere Ausbeute ergab. So begann man 1663 mit dem Bau einer eigenen Zinnhütte. Es entstand ein Hüttenhaus mit 3 Schmelzöfen, ein Huthaus, Zinngewölbe, 3 Meilerstätten, Erz- und Schlackenpochwerk sowie 3 Wohnhäuser. Den Antrieb des Gebläses und Pochwerkes besorgte das Wasser des Floßgrabens. Am 22.6.1664 erfolgte die Einweihung und Aue erhielt sein eigenes Zinnsiegel.

In den Anfangsjahren erbrachten mehrere große Gruben wie "Himmelfahrt Christi" mit 13 Beschäftigten, "Trost Israel" und "Segen Gottes" beachtliche Ausbeute. Doch nach euphorischem Beginn erfüllten sich die Erwartungen nicht. Schon 1683 weisen die Statistiken für viele Bergwerke beträchtliche Schulden aus. Insgesamt wurden aus dieser Lagerstätte über 300 t Zinn gewonnen. Es handelte sich also um eine kleine Lagerstätte.

Schwieriger Verlauf der Gänge mit Verwerfungen ergaben unklare Grenzverhältnisse und damit erhebliche Streitigkeiten, so daß der bekannte sächsische Markscheider Baltasar Rösler (1605-1673) Vermessungen und einen akribischen Abriss der Berggebäude erhob, was die Streitigkeiten beendete.

1994 gründete man den "historischen Bergbauverein Aue e.V.", der die Bergbaugeschichte von Aue erforscht und den "Oberen Vestenburger Stolln" aufwältigte. Dieser ist bei besonderen Anlässen zu besichtigen. Der Vestenburger oder Irrgänger Stolln ist ein Denkmal jener bewegten Zeit. Er vermittelt uns heute einen interessanten Einblick in die Auer Bergbaugeschichte, sowie in die Geologie des Heidelsberges und dessen Zinnlagerstätten. Sein Name gründet sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf den bekannten Choral von Martin Luther: Eine feste Burg ist unser Gott. Die Zweitbezeichnung Irrgänger Stolln resultiert sicherlich aus dem geologischen Erkenntnisstand der damaligen Zeit, wo bei der Deutung der Zwittergänge und der davon abgeleiteten Gangidentifikationen Irrungen nicht ausblieben.

Es sind von 32 Fundgruben die Namen bekannt, allerdings fehlen von den meisten die urkundlichen Belege, Fundorte und Daten.

Folgende sind bekannt und vereinten sich im NW Grubenfeld:

  • Segen Gottes Fundgrube 1661
  • Himmelfahrt Fundgrube 1661
  • Hoffnung Gottes Stolln 1661
  • Trost Israel Stolln 1663
  • St.Andreas Zinnzeche 1663
  • Irrgänger Fundgrube 1664
  • Tiefer Vestenburger Stolln 1668
  • Oberer Vestenburger Stolln 1680
  • Christianus Erbstolln 1707

Mineralien (Anzahl: 10)

Gesteine (Anzahl: 4)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Woidtke, Siegfried (2006): Der Berg ist frei. Bergbau im Erzgebirge, Bd.4, S.67-110. Eigenverlag, Brünlasberg 93, 08280 Aue.
  • Woidtke, Siegfried (2012). Bergbau im Erzgebirge. "Der Berg ist frei". Bd.VI. S.93-98. Eigenverlag, Brünlasberg 93, 08280 Aue.

Weblinks:

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