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Die Pinge in Geyer

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Sachsen / Erzgebirgskreis / Geyer / Geyer-Pinge

GPS-Ko­or­di­na­ten

Geyer-Pinge



Geyer-Pinge

WGS 84: 
Lat.: 50,62099° N, 
Long: 12,928355° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 37' 15,564" N,
   Long: 12° 55' 42,078" E
Gauß-Krüger: 
R: 4565802,
 H: 5609893
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Einsturztrichter des Altbergbaus

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Gänge der Zinnerzformation (Zinnerz-Greisenlagerstätte). Die Lagerstätte ist an den Endo-Kontaktbereich des Granitstocks vom Geyersberg gebunden und besteht aus stockwerksartigem Greisen. Die Greisentrümer setzen sich aus Topas-Glimmer-Greisen zusammen.

Nebengestein: Glimmerschiefer, Granit in 3 Varianten.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=551
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (14 Bilder gesamt)

Binge Geyer
Aufrufe (Bild: 1522433353): 231
Binge Geyer

Sprengkammer für den Steinbruchbetrieb innerhalb der Binge Geyer im Erzgebirge.

Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2018-03-30
Binge Geyer
Aufrufe (Bild: 1522433158): 257
Binge Geyer

An einigen Stellen dienten die Bruchmassen und anstehenden Felsen auch als Steinbruch.

Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2018-03-30
Binge Geyer
Aufrufe (Bild: 1522433090): 261
Binge Geyer

Durch Feuersetzen entstandener, schlitzförmiger Abbau in der Binge Geyer im Erzgebirge.

Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2018-03-30

Ausführliche Beschreibung

Die Pinge in Geyer ist ein ehemaliges Bergwerk in einem Greisenkörper am Geyersberg. Hier wurde hauptsächlich Zinn gefördert, aber auch Silber, Kupfer und anderes. Da das Gestein sehr hart war (Granit), wurde vor allem durch Feuersetzen abgebaut.Für ein Zentner Zinn mußten etwa 10 Kubikmeter Gestein abgebaut werden.In 400 Jahren Bergbau entstanden dadurch Hohlräume von bis zu 40 Meter Durchmesser und 35 Meter Höhe.

Diese kann man an manchen Stellen heute noch gut erkennen. Jedoch wurden viele und zu dicht beieinanderliegende Hohlräume und Gänge dem Bergwerk schließlich auch zum Verhängnis. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1395-1400, 1699 Übergang zum Tiefbau unter dem Hirtenstollen. Im Zeitraum 1739 - 1773 wurden jährlich 4 - 10 t Zinn produziert.Eine besondere Leistung erbrachte in den Jahren 1767 und 1768 die Grube "Weiße Zeche"mit 884 Zentnern Zinn. 1740/41 bestanden 17 Zechen, 25 Pochwerke und Wäschen sowie 4 Zinnhütten. Der Abbau erfolgte bis in eine Tiefe von 106 m.

Bereits 1704 kam es zu einem ersten Einsturz untertage,wodurch der Bergbau stark intensiviert wurde,da die Bruchmassen leichter zu gewinnen waren.In dieser Zeit einigten sich die 12 Eigenehner mit 100 Mann Belegschaft auf eine gemeinsame Wasserhaltung.1773 übernahm der Staat die Kleinbetriebe,schloß sie zusammen und teilte die Anteile neu auf. Neuverschuldungen machten 1780 einen Staatszuschuß von 7000 Talern vonnöten.1791 erfolgte ein weiterer Untertagebruch und 1795 erfolgte ein erster Pingenbruch,welcher die Überflutung der unteren Abbaue zur Folge hatte.Dadurch mußten mehrere Betriebe schließen.Am 11.Mai 1803 kam es zur Katastrophe,als der gesamte Berg in sich zusammenbrach.Bis zum November des Jahres kam das Gestein nicht zur Ruhe.

Ab 1809 Bergbau nur noch in geringem Umfang, 1851 kam er zum Erliegen. Zwischenzeitlich (seit 1851, besonders intensiv 1895 - 1914 und 1919 - 1929) Nutzung als Steinbruch.

Das Pingenvolumen ist also nicht nur durch den Einsturz der untertägigen Hohlräume, sondern auch durch die Nutzung als Steinbruch entstanden,welcher jährlich etwa 12000 Kubikmeter Bruchmassen aufarbeitete.Da im Steinbruch immer wieder Zinnstein, Arsenkies und Wismut gefunden wurden erfolgte 1907 die Wiederaufnahme des Bergbaues und Abteufung des Franz-Schachtes. 1913 erfolgte der Konkurs des Unternehmens. Ab 1957 versuchte man mit neuerer Technik die Aufwältigung und Vertiefung des Franz-Schachtes und konnte 1958 einige Restvorkommen erschließen. Dabei wurden noch etwa 200000 Kubikmeter offene Hohlräume festgestellt,welche dem großen Pingenbruch standgehalten hatten.Ein Zeugnis für die gewaltige Arbeitsleistung der Bergleute in früheren Zeiten,welche lediglich Handwerkzeuge zur Verfügung hatten.

Es folgten Erkundungsarbeiten bis 1960, mit negativem Verlauf. Im Jahre 1969 gab es erneute Einbrüche in Teilbereichen der Pinge. Zur Zeit (Ende 2011, bis voraussichtlich Juni 2012) Sanierungsarbeiten auf dem neuen Hirtenstollen, um den kontrollierten Wasserabfluss aus der Pinge zu sichern.

Heute kann der ca. 60 Meter tiefe Einsturzkessel auf befestigten Pfaden, auch auf eigene Faust bei eigenem Risiko, besichtigt werden. Auch ein Rundweg am oberen Bingenrand kann umwandert werden. Tafeln außerhalb und innerhalb der Pinge erzählen von seiner Geschichte. Mineralogisch interessant ist der sogenannte Stockscheider-Pegmatit am Kontakt zwischen Granit und Glimmerschiefer/Gneis.

Im Greisenkörper selbst findet man immer noch fein dispers verteilt Zinnstein teils auch in Graupen bis ca. 5 mm. Insgesamt können die Fundmöglichkeiten für Belege und Stufen im MM-Bereich als gut eingeschätzt werden.

Mineralien (Anzahl: 11)

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Aktualität: 08. Nov 2018 - 21:44:10

Mineralbilder (3 Bilder gesamt)

Eisen-Jaspis / HORNSTEIN
Aufrufe (Bild: 1512933376): 322
Eisen-Jaspis / HORNSTEIN (SNr: 02329)

Eisen-Jaspis / HORNSTEIN aus dem Bereich des Rotenfall in der Binge Geyer; BB.: ca. 52mm

Sammlung: Daniel Neumann
Copyright: D.Neumann
Beitrag: Neumann 2017-12-10
Löllingit
Aufrufe (Bild: 1520776366): 255
Löllingit

Zwei Erzgänge aus Löllingit (Geyerit) mit braunem Kassiterit in Gangquarz von der Binge bei Geyer im Erzgebirge. Stufenhöhe etwa 7,5 cm

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2018-03-11
Kassiterit
Aufrufe (Bild: 1522497204): 147
Kassiterit

Kassiterit xx von der Binge zu Geyer im Erzgebirge. 3,8 cm breite Stufe.

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2018-03-31

Gesteine (Anzahl: 10)

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Aktualität: 08. Nov 2018 - 21:44:10

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Beck. R. (1909): Lehre von den Erzlagerstätten, 1.Bd., Verlag Gebr. Borntraeger, Berlin 1909, S.285-87.
  • Bergbau in Sachsen, Bd.4: Das Lagerstättengebiet Geyer, 112 S. PDF
  • Neubewertung von Spat- und Erzvorkommen in Sachsen, Steckbriefkatalog, Freiberg 2008 -Blatt 39: Geyer Pinge PDF
  • Wolf,P. & Hoth,K. (1991). Die Geyersche Pinge- Geologische Besichtigung eines bergbaulichen Denkmals. Fundgrube, Jg.1991, Bd.3, S.98.

Weblinks:


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