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Das Lagerstättenrevier Schlema-Alberoda-Hartenstein

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Sachsen / Erzgebirgskreis / Schlema-Alberoda-Hartenstein

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerke.

Geo­lo­gie

Uranerz-Ganglagerstätte. Kontaktmetamorphite sind hydrothermal vererzt worden. Es sind etwa 2000 Erzgänge mit polymetallischer Vererzung bekannt.

Nebengestein: Quarzite, Phyllite; Schiefer, graphitführend; Diabase, Granit in der Tiefe.

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=558
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Verkürzte Pfadangabe

Schlema-Alberoda-Hartenstein, Erzgebirgskreis, Sachsen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (7 Bilder gesamt)

Wandfresko Kulturhaus Aktivist
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Wandfresko Kulturhaus Aktivist

Heute Museum des Uranerzbergbaus. Oberschlema, Erzgebirge, Sachsen. 2002.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-02-24
Schlußstein von Schacht 27
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Schlußstein von Schacht 27

Schlema, Erzgebirge, Sachsen. 5.11.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2011-06-01
Einstieg Bleizeche
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Einstieg Bleizeche

An der Grenze zum Schneeberger Revier. Schlema, Erzgebirge, Sachsen. 9.2008.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2011-06-01

Ausführliche Beschreibung

Informationen zum Revier

Geologische Beschreibung

BILD:1204100158
Geologische Übersichtskarte des Lagerstättenfeldes Schneeberg-Schlema-Alberoda


BILD:1210704440
Karte der Schächte, Stollen und Halden in den Lagerstätten Oberschlema und Niederschlema-Alberoda-Hartenstein

Das Lagerstättenrevier Schlema-Alberoda-Hartenstein schließt im Bereich der namensgebenden Ortschaften Schlema, Alberoda (Ortsteil von Aue) und Randbereichen von Hartenstein unmittelbar nordöstlich an das klassische Schneeberger Lagerstättenrevier an. Von diesem wird es durch die von NW nach SO verlaufende Störung "Roter Kamm" abgetrennt.

Zusammen bilden die Lagerstättenreviere Schneeberg und Schlema-Alberoda-Hartenstein das Lagerstättenfeld Schneeberg-Schlema-Alberoda, welches an die von NW nach SO verlaufende Tiefenstörungszone "Gera-Jàchymov" und die von NE nach SW kreuzende Randstörung des "Zentralsächsischen Lineaments" (letztere im Bereich des Lagerstättenfeldes intensiv als "Lößnitz-Zwönitzer Synklinalzone" ausgeprägt) gebunden ist. Trotz der engen Nachbarschaft gibt es teils deutliche Unterschiede in der Gangmineralisationen der Lagerstättenreviere Schneeberg und Schlema-Alberoda-Hartenstein.

Seinerseits untergliedert sich das Lagerstättenrevier Schlema-Alberoda-Hartenstein nochmals in die Lagerstätten Oberschlema und Niederschlema-Alberoda-Hartenstein. Oberschlema und Niederschlema waren bis 1952 eigenständige Ortschaften. Beide Lagerstätten werden durch die von NW nach SO verlaufende mineralisierte Störung "Schwerin" getrennt. Die Zahl der uranführenden Gänge wird für die Lagerstätte Oberschlema insgesamt mit ca. 800 und für die Lagerstätte Niederschlema-Alberoda-Hartenstein mit über 1000 angegeben. Es wurden über 150 Mineralien für das Revier Schlema-Alberoda-Hartenstein nachgewiesen, davon 140 allein für die Lagerstätte Niederschlema-Alberoda-Hartenstein.

Die bekannte Zinnoberfundstelle im Tieftal bei Hartenstein zählt nicht mehr unmittelbar zum Lagerstättenrevier Schlema-Alberoda-Hartenstein.

Entwicklung des Bergbaus

Die Anfänge des Bergbaus im Schlematal gehen vermutlich bis in das 14. Jh. zurück. Hier wurde bereits vor Beginn des Schneeberger Silberbergbaus auf Eisen, Kupfer und auch Silber Bergbau betrieben. Daneben siedelten sich auch Hammerwerke und Schmelzhütten an. Später wurden im Zuge des Schneeberger Kobaltbergbaus auch Blaufarbenmühlen und -werke errichtet. Im Jahre 1503 begann man zur Wasserlösung des Schneeberger und Oberschlemaer Bergbbaus den Markus-Semmler-Stollen vom Tal der Zwickauer Mulde aus in Richtung Schneeberg zu treiben. Bis in das 19. Jahrhundert hatte der Markus-Semmler-Stollen eine Länge von 44 km inkl. seiner Flügel und Nebenörter erreicht. Im Zuge von intensiven Untersuchungen im Markus-Semmler-Stollen in den Jahren 1908 bis 1911 wurden starke radioaktive Quellen entdeckt, die im Jahre 1918 zur Begründung des Radiumbades Oberschlema führten, welches innerhalb kurzer Zeit Weltruf erlangte.

Nach dem zweiten Weltkrieg war wiederum der Markus-Semmler-Stollen 1945 Ausgangspunkt für die Uranerzerkundung der sowjetischen Militärs. Nachdem man in der Folgezeit auf oberflächennahe abbauwürdige Uranvererzungen gestoßen war, begann man vom Markus-Semmler-Stollen und dem Gallus-Stollen aus die Lagerstätte Oberschlema zu erschließen. Hierzu bildete man im Oktober 1946 das Objekt 02 (Oberschlema). Alsbald wurden auch die ersten Schächte abgeteuft, die 1947 allesamt das Niveau der Markus-Semmler-Sohle oder teilweise bereits die -60m Sohle erreichten. Alle Sohlenangaben in den Lagerstätten Oberschlema und Niederschlema-Alberoda-Hartenstein wurden und werden bis heute auf die Markus-Semmler-Sohle (+330m NN.) als markscheiderische 0-Sohle bezogen. Allein auf dem Niveau der Markus-Semmler-Sohle wurden Grubenbauten mit einer Gesamtlänge von rund 170 km aufgefahren. Der Umfang des Bergbaus nahm in der Folgezeit rasant zu und wurde ohne Rücksicht auf die Belange des Ende 1946 eingestellte Kurbetriebes oder der Einwohner betrieben. Das Ortsbild des Radiumbades Oberschlema wurde bald vollständig durch Schürfe, Schächte und Halden geprägt. Durch intensiven oberflächennahen Abbau der teilweise zu Tage ausstreichenden Uranerzgänge kam es zu zahlreichen Tagesbrüchen und auch umfangreichen Senkungen im Bereich des sog. Deformationsgebietes. Am 1.1.1950 waren im Objekt 02 ca. 25.000 Arbeitskräfte beschäftigt. Insgesamt wurden in der Lagerstätte Oberschlema bis 1958 über 35 Tagschächte und Stollen auf 22 Sohlen ca. 1.820 km Vorrichtungsgrubenbaue und 192 km horizontale Ausrichtungsgrubenbaue aufgefahren. Zum 01.04.1958 wurde das Objekt 02 aufgelöst und die Restvorräte dem Objekt 09 (Niederschlema-Alberoda) zugeordnet

Gegen Ende der 1950er Jahre verlagerte sich der Bergbau zunehmend in die Lagerstätte Niederschlema-Alberoda, die seit Ende der 1940er Jahre erkundet und zunehmend durch Schächte erschlossen wurde und sich als größte Urangangerzlagerstätte Europas entpuppen sollte. Ende 1948/Anfang 1949 wurde das Objekt 09 (Niederschlema-Alberoda) gebildet. Bereits 1949 übernahm das Objekt 09 von Objekt 02 erste Schachtanlagen im Bereich Niederschlema. Das Grubengebäude wurde über 28 Tagesschächte und Stollen in 6 Kaskaden mit insgesamt 47 Gewinnungs- und 12 Wettersohlen bis auf die -1800 m Sohle aufgefahren. Damit hatte man hier über den von 1984 bis 1986 abgeteuften Blindschacht 383IIIb, der die -1800 m Sohle erschloss, den tiefsten Schacht Europas. Dort herrschten Gesteinstemperaturen bis 70 °C. Schon Ende der 1980er Jahre war aber das Abnehmen der Vererzung mit zunehmender Teufe und gleichzeitig der zunehmende Aufwand für die Bewetterung und Wetterkühlung absehbar, so daß bereits Pläne für eine Einstellung der Uranerzförderung erarbeitet wurden. Die Wiedervereinigung und damit einhergehend die geänderten politischen Grundvoraussetzungen sowie die Weltmarktpreise für Uran beschleunigten dann jedoch die Einstellung des Uranerzbergbaus aus wirtschaftlichen Gründen.

Mit Einstellung der Uranerzförderung 1991 begann die Verwahrung und teilweise Beseitigung der zahlreichen Hinterlassenschaften des Bergbaus im Revier. Das Grubengebäude mit insgesamt ca. 4200 km aufgefahrenen horizontalen Grubenbauten und einem Hohlraum von rund 41 Millionen m3 wird bis zur Markus-Semmler-Sohle als natürlichen Überlauf geflutet und die Halden werden saniert und rekultiviert. Zahlreiche Fördertürme und Schachtgebäude wurden abgerissen. Durch das Abziehen der Wetter auf dem Niveau der Markus-Semmler-Sohle über den Wetterschacht 382 soll künftig die Radonbelastung für den Ort Bad Schlema gering gehalten werden.

Insgesamt wurden aus der Lagerstätte Schneeberg ca. 209,7 t, aus der Lagerstätte Oberschlema 7.098,9t und aus der Lagerstätte Niederschlema-Alberoda-Hartenstein 73.105,5 t Uranmetall gewonnen.


Tagschächte und Stollen der Lagerstätten Oberschlema und Niederschlema-Alberoda-Hartenstein




Museum Uranbergbau im Kulturhaus Aktivist:

Traditionsstätte des sächsisch-thüringischen Uranbergbaus.

Bergstraße 22, 08301 Bad Schlema. T. 03771/290223, Fax: 03771/291110216.

Zentrales Thema des Museums sind die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Uranerzbergbauregion. Die Geschichte des Urans, Gründungsbedingungen des ehemals drittgrößten Uranproduzenten der Welt, die Entwicklung des Uranbergbaus von 1946 bis zur Einstellung 1990, die Sanierung der Bergbaufolgelandschaft und viele andere Themen bilden Arbeitsschwerpunkte des Museums.

Öffnungszeiten:

Di - Fr: 9.00 - 17.00 Uhr; Sa - So: 10.00 - 16.00 Uhr.

Eintrittpreise:

Erwachsene: 3,00; Kinder: 1,50; Rabatt: 2,00 EUR.

Mineralien (Anzahl: 221)

Mineralbilder (208 Bilder gesamt)

Proustit
Aufrufe (Bild: 1278591436): 4486
Proustit

Bildbreite: 6 mm; Fundort: Schlema, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Hg 2010-07-08
Mehr   MF 
Siderit auf Dolomit
Aufrufe (Bild: 1380566522): 8053
Siderit auf Dolomit (SNr: Slg_2888)

Schlema, Sachsen, 11x9 cm

Sammlung: miner_min
Copyright: miner_min
Beitrag: miner_min 2013-09-30
Mehr   MF 
Farnartige Silberaggregate mit Arsen
Aufrufe (Bild: 1523369843): 1337
Farnartige Silberaggregate mit Arsen (SNr: B006337)

von Schlema-Alberoda, Erzgebirge, Sachsen, BB = 6,9 mm

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: husi
Beitrag: Münchener Micromounter 2018-04-10
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 15)

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Aktualität: 06. Aug 2020 - 14:14:46

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

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Weblinks zum Revier:


Quellenangaben

Einordnung