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Grube Neue Hoffnung Gottes

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Sachsen / Mittelsachsen, Landkreis / Freiberg, Revier / Oberschöna / Bräunsdorf / Grube Neue Hoffnung Gottes

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Halden, z.T. vom Fluss Striegis angeschnitten.

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

hauptsächlich Gänge der kb- und der eb-Formation, aber auch teilweise eba und edle Geschicke (BiCoNiAg)

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

prinzipiell keine, das Graben im Flussbett und auf der Hauptschacht-Halde ist untersagt und ohnedies nicht nutzbringend!

Letz­ter Be­such

September 2008

15/06/2019

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Neue Hoffnung Gottes



Grube Neue Hoffnung Gottes

WGS 84: 
Lat.: 50,93663942° N, 
Long: 13,20846552° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 56' 11,902" N,
   Long: 13° 12' 30,476" E
Gauß-Krüger: 
R: 4585050,
 H: 5645291
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=543
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf, Oberschöna, Freiberg, Mittelsachsen, Sachsen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (13 Bilder gesamt)

Schild: Kunstgraben
Aufrufe (Bild: 1464803985): 1869
Schild: Kunstgraben

Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf, Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. 5.2016.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2016-06-01
Wasserrösche Neue Hoffnung Gottes
Aufrufe (Bild: 1464803899): 1862
Wasserrösche Neue Hoffnung Gottes

Bräunsdorf, Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. 5.2016.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2016-06-01
Bräunsdorf, Sanierung hinter dem Huthaus "Neue Hoffnung Gottes"
Aufrufe (Bild: 1451032376): 2143
Bräunsdorf, Sanierung hinter dem Huthaus "Neue Hoffnung Gottes"

Bräunsdorf, Sanierungsarbeiten an der Striegis hinter dem Huthaus "Neue Hoffnung Gottes", 2005

Sammlung: Uwe E.
Copyright: Uwe E.
Beitrag: Uwe E 2015-12-25

Ausführliche Beschreibung

Geschichte und Allgemeines

Die Grube Neue Hoffnung Gottes ist die größte Grube des Gangbezirkes Bräunsdorf. Dieser Gangbezirk wurde schon vor dem Dreißigjährigen Krieg bearbeitet. 1673 wurde der Betrieb vom Gutsbesitzer Romanus Teller wieder aufgenommen und lief bis 1862. Zum Gangbezirk rechnen zudem die Gruben Siegfried, Kühschacht, Verträgliche Gesellschaft (die drei konsolidierten später mit der NHG), sowie Goldene Rose, Neue Gabe Gottes und Gnade Gottes. Im sich im Nordwesten anschließenden Bezirk Mobendorf-Cunnersdorf (zählt zum gleichen Komplex) waren weitere Gruben aktiv (Hoff auf Segen Gottes u.a.).

Die Gänge, welche sich im Gangbezirk Bräunsdorf befinden, spiegeln die ganze Bandbreite der phantasievollen Bezeichnungen der alten Bergleute wider:

  • Neuer Segen (Hoffnung) Gottes Stehender
  • Verlorene Hoffnung Stehender
  • Aaron Morgengang
  • Felix Morgengang
  • Kühschacht Morgengang
  • Wunderbarlich Morgengang
  • Zweifler Stehender
  • Gotthelf Stehender
  • Verträgliche Gesellschaft Stehender
  • Siegfried Stehender
  • Mit Gott hauen wir Erz Morgengang
  • Rautenkranz Stehender
  • Ungefähr Morgengang
  • Jupiter Morgengang
  • Unbenannt Morgengang
  • Neuglück Morgengang
  • Unbenannt Stehender
  • Alexander Morgengang
  • Georg Stehender
  • Samuel Stehender
  • August Stehender
  • Goldene Rose Stehender
  • Schlammige Frau Spatgang
  • Augustus Spatgang
  • Unbenannt Spatgang
  • Bär Spatgang
  • Unbenannt Spatgang II

Fast alle von ihnen sind durchgehend zur kb- und eb-Formation zu rechnen (und zwar zu einem speziellen „eq-Typ„, den Freiesleben auch als „Bräunsdorfer Formation“ bezeichnete). Auf dem August Stehenden tritt die eba-Formation auf, sowie auf dem Zweifler und dem Neuen Hoffnung Gottes Stehenden auch untergeordnet die BiCoNi-Formation, auf dem Aaron Morgengang die fba-Formation. Letzterer zeichnet sich wie der Verlorene Hoffnung Stehende und der Neue Hoffnung Gottes Stehende durch ein häufigeres Auftreten an Kupfererzen und Antimonspießglanzen aus.

Im Freiberger Revier ist Bräunsdorf in den Hauptgangzug Reinsberg/Kleinvoigtsberg/Bräunsdorf/Oederan einzuordnen, welcher von Nordosten nach Südwesten streicht. Gleichsam fiedern die größten Gänge des Gangbezirks nach Nordosten und Südwesten auf. Die tektonisch bedingte Fiederstruktur der Gänge ist charakteristisch für das Vorkommen. Dieser Umstand führte dazu, dass Bräunsdorf der bedeutendste Gangbezirk im gesamten Randrevier wurde. Eine Fülle von Gangkreuzen und sich darin vereinigenden Gängen führte zu einem hohen Erzausbringen (insgesamt 112 t Silber in der "neuen" Abbauperiode von 1673 an).

Mineralien

Bräunsdorf ist Typlokalität für vier Minerale: Miargyrit, Diaphorit und das seltene Wismutsilikat Chapmanit. Bekannt wurde die Grube für das erstmalige Beschreiben der deutschlandweit besten Vorkommen von Kermesit. Das seltene Sulfid tritt in strahligen, rotviolett schimmernden Einlagerungen, seltener noch in frei aufgewachsenen Garben auf, die mehrere Zentimeter Höhe erreichen können. Weiteres bedeutendes Antimonmineral ist der Antimonit, welcher gebogene, dicke Stengel bildet, die früher in herrlichen Stufen, oft begleitet von guten Valentinit-Kristallen, gefunden wurden. Neufunde betreffen weitere seltene Antimonminerale wie Andorit, Fülöppit, Plagionit, Semseyit oder Zinckenit.

Von den Silbermineralen ist neben dem Miargyrit vor allem Freieslebenit bemerkenswert. Das Mineral bildet in Bräunsdorf bei den Neufunden eingewachsene Nadeln, selten prismatische Kristalle, die aus historischen Funden Längen von bis zu 15 mm erreichen. Selten sind rundliche, gedrungene Freieslebenite. Gediegenes Silber war sehr selten in kleinen Löckchen zu finden.

Sekundärbildungen sind sehr selten im Revier, einige Eisensulfate kommen vor, schöner Vivianit, sonst lediglich Sekundärbildungen des Antimons wie Valentinit, Cervantit oder Metastibnit. Aus dem Nebengestein, welches nicht direkt zur Hauptmineralisation zählt, sind Orthoklas, selten Almandin und historisch rosafarbener Andalusit bekannt.

Nach T.Witzke Typ-Publikation für Chapmanit. A.Frenzel (1874) 'Mineralogisches Lexicon für das Königreich Sachsen' nennt 'Antimon-Hypochlorit'. T.L.Walker nennt (1924) 'Chapmanit' für Keeley Mine, Timiskaming Distr., Ontario, Canada

Fundmöglichkeiten und erhaltene Bergbauspuren

Heute zeugen von der „Neuen Hoffnung Gottes“ noch das Huthaus an der Striegis, welches nach der jüngsten Flut restauriert werden musste und nunmehr in frischem Glanz erstrahlt und einige Teilstücke von Kunstgräben und Röschenmundlöchern. Gegenüber dem Huthaus NHG liegt ein Hang - die Halde des Hauptschachtes. Fundmöglichkeiten bietet sie keine mehr, auch ist sie als Technisches Denkmal ausgewiesen. Auch die Siedlungsbezeichnungen "Zechendorf" und "Siegfried" weisen auf den Ort als Bergbaudorf hin.

Als die Flut das kleine vorbeiplätschernde Flüsschen Striegis in einen reißenden Strom verwandelte, verbreitete dieser zwar Zerstörung im Ort, lieferte den Mineraliensammlern aber auf einen Schlag fast alles, was Bräunsdorf berühmt gemacht hatte. Über mehr als ein Jahr wurden die vom Sturzbach angeschnittenen, teilweise uralten und vergessenen Haldenbereiche besammelt. Die Drainagearbeiten auf einem Plateau im Bereich der Oberen Wäsche der Grube (die Mehrheit des ausgebrachten Silbers waren Wascherze!) lieferte danach noch Material, wie auch der Umbau des Sportplatzes für den örtlichen Fußballverein.

Aktuell dagegen sind die Fundmöglichkeiten erloschen. Im Bett der Striegis liegen zwar noch Stücke mit reichlich Pyrit und auch hin und wieder blassrosa Rhodochrosit-Brocken, sammelnswert ist dieses Material jedoch nicht. Einzig mag man beim Suchen im Flussbett auf interessante Nebengesteinseinschlüsse stoßen.

Mineralien (Anzahl: 89)

Mineralbilder (153 Bilder gesamt)

Miargyrit xx
Aufrufe (Bild: 1588877386): 1244
Miargyrit xx

Grube Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf bei Freiberg/Sachsen; historischer Fund; Bildbreite 8,5 mm

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2020-05-07
Mehr   MF 
Miargyrit
Aufrufe (Bild: 1221474602): 6172, Wertung: 9.43
Miargyrit

Grube Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf, Freiberger Revier, Sachsen. BB 4 mm

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Collector 2008-09-15
Mehr   MF 
Senandorit
Aufrufe (Bild: 1394104658): 2179, Wertung: 9.25
Senandorit

Bildbreite: 1,5 mm; Fundort: Grube Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf, Freiberger Revier, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Hg 2014-03-06
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 1)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Hebenstreit, J.E. (1737). De Antimonio rubro. (Kermesit) Acta physico-medica Academiae Caesarea Leopoldino- Carolinae Naturae...Vol.4, 557-561. Norimbergae apud Haeredes W.M. Endteri et J.A. Engelbrechti Vuduam.
  • Mohs, F. (1824). Grundriss der Mineralogie, Bd II. (S.606-07). Buch. (Typ-Publ. Miargyrit).
  • Beudant (1832). Kermesit. Traite elementaire de Mineralogie. Paris, Verdiere, 2.Ed. Tome II, 797 S., 617. (Typ-Publ.)
  • Kersten, C.M. (1844). Über die chemische Zusammensetzung einiger sächsischer Mineralien und Gebirgsarten. 1) Hypochloritähnliches Mineral von Bräunsdorf. Kalender für den Berg- und Hüttenmann, S.59-61. (Typ-Publ. Chapmanit)
  • Zepharovich, M.V. Ritter v. (1871). Über Diaphorit und Freieslebenit. Sitzungsber. Math.-Naturw. Akad. Wissensch. Wien, 63, S.130-56. (Typ-Publ. Diaphorit)
  • Gruner, H. (1970). Über berühmte Mineralfundpunkte im Freiberger Bergrevier. Aufschluss, Jg.21, Nr.3, S.116-19.
  • Wagenbreth, O. & Wächtler, E. (Hrsg.) (1986). Der Freiberger Bergbau. Technische Denkmale und Geschichte. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig. S.156-60.
  • Schmidt, P. (1992). Alexander von Humboldts Befahrung von Neue Hoffnung Gottes Fundgrube und Kühschacht Fundgrube bei Bräunsdorf (Sachsen). Fundgrube, Bd.2, S.72.
  • Gröbner,J . (2003). Neufunde aus dem Erzgebirge. Min.-Welt, Jg.14, Nr.1, S.35-37.
  • Hansper, U. (2004). Pyrostilpnit aus Bräunsdorf, Sachsen. Lapis, Jg.29, Nr.4, S.8
  • Gröbner, J. & Zienau, H. (2004). Neue Mineralienfunde von der Silbergrube Neue Hoffnung Gottes bei Bräunsdorf im Freiberger Revier, Sachsen. Min.-Welt, Jg.15, Nr.3, S.52-57.
  • Gröbner, J. & Kolitsch, U. (2006). Neufunde aus dem Erzgebirge (II). Min.-Welt, Jg.17, Nr.3, S.22-27.
  • Gröbner, J. & Kolitsch ,U. (2007). Aktuelle Neufunde aus dem Erzgebirge III. Min.-Welt, Jg.18, Nr.5, S.16-19.
  • Lapis 9/1997. Bräunsdorf bei Freiberg. S.24-31.
  • Hasper, U. (2018). Chapmanit aus Sachsen. Lapis, Jg.43, H.6, S.45.

Quellenangaben

Einordnung