'._('einklappen').'
 

Altenberg

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Sachsen / Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis / Altenberg

An­fahrts­be­sch­rei­bung

von Dresden kommend die B170 nutzen, Grube liegt am Ortsausgang von Altenberg in Richtung Zinnwald

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

aufgelassenes Bergwerk und Pingenbruch

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

Pneumatolytisch mit Kassiterit, Arsenopyrit, Wolframit, Wismut und Molybdänit vererzter Granitstock.

In die Caldera von Teplitz-Dippoldiswalde intrudierte ein Menzogranit, der metasomatisch überprägt wurde. Es bildeten sich die zwei Greisentypen Topas-Glimmer-Greisen und Quarz-Topas-Greisen. Der Greisenkörper ist zwischen 40 m und 240 m Tiefe vererzt. Der jüngere Albitgranit ist erzfrei.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

kein Zugang möglich, Grube ist verwahrt, Pinge ist abgesperrt, die Besucherplattform am Nordrand der Pinge kann nur im Rahmen einer Führung des Bergbaumuseums betreten werden

GPS-Ko­or­di­na­ten



Altenberger Pinge

WGS 84: 
Lat.: 50,76555556° N, 
Long: 13,76388889° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 56" N,
   Long: 13° 45' 50" E
Gauß-Krüger: 
R: 5412928,
 H: 5626287
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Arno-Lippmann-Schacht

WGS 84: 
Lat.: 50,759325° N, 
Long: 13,76561944° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 33,57" N,
   Long: 13° 45' 56,23" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413039,
 H: 5625592
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Schacht III Maschinenhaus

WGS 84: 
Lat.: 50,76150556° N, 
Long: 13,766725° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 41,42" N,
   Long: 13° 46' 0,21" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413121,
 H: 5625833
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Römerschacht

WGS 84: 
Lat.: 50,763575° N, 
Long: 13,76382222° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 48,87" N,
   Long: 13° 45' 49,76" E
Gauß-Krüger: 
R: 5412920,
 H: 5626067
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Überhauen 20 und Pulverturm

WGS 84: 
Lat.: 50,76502222° N, 
Long: 13,76923056° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 54,08" N,
   Long: 13° 46' 9,23" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413304,
 H: 5626222
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Überhauen 32

WGS 84: 
Lat.: 50,76576389° N, 
Long: 13,76878611° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 56,75" N,
   Long: 13° 46' 7,63" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413274,
 H: 5626305
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Rothe Zeche und Markscheidestein

WGS 84: 
Lat.: 50,76644444° N, 
Long: 13,77096389° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 59,2" N,
   Long: 13° 46' 15,47" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413429,
 H: 5626378
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Wäsche IV (Bergbaumuseum)

WGS 84: 
Lat.: 50,76298333° N, 
Long: 13,76874167° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 46,74" N,
   Long: 13° 46' 7,47" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413266,
 H: 5625995
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Mundloch Trübestollen

WGS 84: 
Lat.: 50,76322222° N, 
Long: 13,76762222° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 47,6" N,
   Long: 13° 46' 3,44" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413187,
 H: 5626023
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Mundloch Zwitterstocks Tiefer Erbstolln

WGS 84: 
Lat.: 50,76525° N, 
Long: 13,78682222° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 54,9" N,
   Long: 13° 47' 12,56" E
Gauß-Krüger: 
R: 5414546,
 H: 5626226
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Tiefenbachtalhalde

WGS 84: 
Lat.: 50,75887222° N, 
Long: 13,77498056° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 31,94" N,
   Long: 13° 46' 29,93" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413699,
 H: 5625531
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Bielatalhalde

WGS 84: 
Lat.: 50,78796944° N, 
Long: 13,76956111° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 47' 16,69" N,
   Long: 13° 46' 10,42" E
Gauß-Krüger: 
R: 5413370,
 H: 5628774
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Galgenteiche

WGS 84: 
Lat.: 50,76361111° N, 
Long: 13,73833333° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 45' 49" N,
   Long: 13° 44' 18" E
Gauß-Krüger: 
R: 5411122,
 H: 5626101
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK10 Blatt 5248, TK25 Blatt 5248, TK50 Blatt L 5348, Geologische Karte GK25 Blatt 5248

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=519
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Altenberg, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sachsen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (6 Bilder gesamt)

Römerschacht, Altenberg im Osterzgebirge/Sachsen
Aufrufe (Bild: 1532188928): 1225
Römerschacht, Altenberg im Osterzgebirge/Sachsen

Historische handelsübliche Postkarte vom Römerschacht in Altenberg/Sachsen um 1930; Foto © Paul Wolff(Dresden-Zschachwitz)

Sammlung: Haubi
Copyright: Archiv: Haubenreißer
Beitrag: Haubi 2018-07-21
Altenberg im Erzgebirge
Aufrufe (Bild: 1532188792): 1239
Altenberg im Erzgebirge

Blick auf Altenberg mit Römerschacht in der Bildmitte; historische handelsübliche Postkarte vom Verlagshaus Fr.Knauthe(Schirgiswalde i.Sachsen) 1927

Sammlung: Haubi
Copyright: Archiv: Haubenreißer
Beitrag: Haubi 2018-07-21
Südwestwand der Altenberger Pinge
Aufrufe (Bild: 1339966380): 6847
Südwestwand der Altenberger Pinge

Südwestwand der Altenberger Pinge, mit Blick zur Stadt; nach einer 1909 gelaufenen Postkarte.

Sammlung: nwsachse
Copyright: nwsachse
Beitrag: nwsachse 2012-06-17

Ausführliche Beschreibung

Altenberger Pinge
Altenberger Pinge

Ansicht der Altenberger Pinge am 29.04.2007

hoe
Altenberg AL Schacht
Altenberg AL Schacht

Schachtgebäude und Förderturm des Arno-Lippmann-Schachtes der ehemaligen Zinnerz Altenberg GmbH am 29.04.2007

hoe


Geologie und Lagerstätte

Geologische Karte Altenberg
Geologische Karte Altenberg

Geologische Karte von Altenberg im Erzgebirge mit Umgebung

hoe
Altenberg Geologie
Altenberg Geologie

Geologie Zwitterstock Altenberg nach SCHILKA (vereinfacht)mit Sohlniveaus

hoe
Altenberger Granitporphyr
Altenberger Granitporphyr

Altenberger Granitporphyr (Bohrkernscan) Bildbreite 13cm

hoe

Im Osterzgebirge ist ein ausgedehntes, NNW-SSE streichendes Bruchspaltensystem entwickelt, durch das verschiedene Porphyre und Granite aufgestiegen sind. Die im Oberkarbon nacheinander vulkanisch und subvulkanisch aufgedrungenen Quarzporphyre (Teplitzer Rhyolith) und Granitporphyre (Altenberger Granitporphyr) bilden jetzt den unmittelbaren Rahmen der Lagerstätte. Den oberkarbonischen Eruptionen folgte ein dreiphasiger, intrusiver Zyklus mit der Bildung zahlreicher meist kleiner Granitstöcke u.a. bei Zinnwald, Schellerhau, Sadisdorf und Altenberg. Die drei Phasen werden in Altenberg mit G1 bis G3 bezeichnet. Der ältesten Phase werden Syenogranit-Schollen (G1) zugeordnet, die vereinzelt im Monzogranit (G2) der zweiten Phase schwimmen. Dieser Monzogranit (G2) bildet den eigentlichen Granitstock von Altenberg, einen Pluton mit einem elliptischen Durchmesser von 350 bis 400 m an der Tagesoberfläche und steil einfallenden Flanken. Der Monzogranit (G2) wird auch als "Außengranit" bezeichnet. Der Sinn dieser Bezeichnung erschließt sich bei der Betrachtung des Albitgranites (G3), dem "Innengranit", der als letztes in den Monzogranit (G2) intrudierte und dort stecken blieb.

Die überlagernden Granitporphyre und Quarzporphyre sind nahezu gleichaltrig wie der Außengranit (G2) und waren bei dessen Intrusion wohl noch relativ heiß und plastisch verformbar. Dadurch bildeten sich kaum Brüche, durch die die aufsteigenden Restlösungen hätten entweichen können, statt dessen stauten sie sich unter dem Deckgebirge. Die eigentliche, den Bergbau begründende Vererzung erfolgte durch dem Monzogranit folgende, pneumatolytischen und hydrothermalen Nachphasen. Entscheidend für die Bildung der Lagerstätte war dabei das Vorhandensein einer tiefgreifenden, geologischen Störung (der Roten Kluft, ein NW-SO streichender Quarz-Eisensteingang) und eines diagonalen Kluftsystems im Außengranit. Über die Rote Kluft erfolgte die Zufuhr der postmagmatischen Lösungen und über das Kluftsystem wurden sie weiträumig im Gebirge verteilt. Die heißen Lösungen kühlten beim Eindringen in die Klüfte ab, so daß sich dort ihre mitgeführte Mineralfracht absetzen konnte. Der durch die Porphyre im Hangenden abgedeckte Außengranit (G2) wurde durch die ihm nachfolgenden flüssigen und gasförmigen Phasen über das engmaschige Kluftsystem regelrecht imprägniert, wobei die Vergreisung auch Teile der angrenzenden Porphyre erfaßte.

Das wichtigste dabei abgelagerte Mineral ist Kassiterit (Zinnstein), das mit Korndurchmessern von lediglich 0,01 - 0,1 mm im gesamten oberen Teil des Außengranites verteilt wurde. Die Vererzung erfolgte dabei aber nicht gleichmäßig, sondern es bildeten sich wolkenförmige Reicherzpartien mit örtlichen Zinngehalten von bis zu 10%. Der durchschnittliche Zinngehalt der Lagerstätte lag aber bei lediglich 0,3 % und wurde für den modernen Bergbau erst durch die große und kompakte Ausbildung des Erzkörpers interessant. Zinn war der erste und wichtigste Rohstoff, dem der Altenberger Bergbau galt. Später kam die Nutzung von Wolfram, Molybdän und Wismut dazu. Das wie in fast allen erzgebirgischen Lagerstätten reichlich vorhandene Arsen fiel bei der Aufbereitung ebenfalls mit an, allerdings in weit größeren Mengen als eigentlich benötigt wurden.

Aufgrund der Zwischenstellung des durch die pneumatolytische Überprägung veränderten Granites zwischen einem Gestein und einem Erz, wurde es von den Bergleuten "Zwitter" genannt. Die ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung "Greisen" meint im Prinzip das gleiche, bezieht sich aber mehr auf die Gesteinseigenschaften. Durch die Einwirkung der heißen und aggressiven Restlösungen, die u.a. reichlich Fluor-Ionen enthielten, wurde der ursprünglich grobkörnige Granit unter Zerstörung der Feldspäte und Einlagerung von Topas zu einem feinkörnigen, kompakten und äußerst scharfkantig splitterndem Gestein umgewandelt, eben jenem Greisen (die alte bergmännische Bezeichnung rührt von seiner häufig grauen Farbe her). In Altenberg unterscheidet man noch nach der Helligkeit die zwei Varianten Quarz-Topas-Greisen (QTZ, hell) und Topas-Glimmer-Greisen (TGZ, dunkel). Während der Greisen bei einer kompakten Vererzung fast schwarz erscheint, kann man in Regionen mit lediglich geringer Imprägnierung den typischen Altenberger Schnittmustergranit beobachten, einen nur geringfügig veränderten Granit, bei dem lediglich die zahlreichen kleinen Klüfte durch Zinnstein schwarz gefärbt wurden und so ein einem Schnittmusterbogen sehr ähnliches Bild bieten. Diese Gesteine wurde vor allem in den Randzonen der Vererzung, z.B. bei Streckenauffahrungen auf der 7.Sohle, angetroffen. Die Vererzung des Zwitterstocks ist lediglich bis zu einer Teufe von ca. 200 bis 220 m bauwürdig. Die 7.Sohle liegt unterhalb der bauwürdigen Konzentrationen, so daß das Antreffen von Schnittmustergranit auf diesem Niveau plausibel wird. Schöne Belegstücke stammen beispielsweise aus der Auffahrung des neuen Lokschuppens, der nahe am "Stiel" des Innengranites gelegen hat.


Altenberg Granit
Altenberg Granit

Schnittmustergranit 7.Sohle, Auffahrung neue Lokstation, Größe10*10cm

hoe
Altenberg Pyknit
Altenberg Pyknit

Altenberger Pyknit, Größe 10*15cm

hoe
Altenberg Wolframittrum
Altenberg Wolframittrum

Gangstück Quarz-Molybdänit-Woframit-Trum, Größe 8*10cm

hoe

Mineralogisch interessant war noch die Bildung eines Stockscheider-Pegmatits, einer bis zu 12 m mächtigen Kappe über dem 100 bis 200 m in den Diagonalen messenden Innengranites. Dieser Stockscheider bestand aus einem maximal 1 m mächtigen Feldspatpegmatit im Hangenden und der darunter liegenden Pyknitzone mit den weltbekannten, stengeligen Topasen und dezimetergroßen Kappenquarzen. Die Pyknitzone war durch Strecken der Teilsohle 3 aufgeschlossen, ist aber 1988 dem fortschreitenden Abbau zum Opfer gefallen. Rechtzeitig vor dem Heranrücken der Verbruchfront wurden aber noch große Mengen Pyknit geborgen und später verkauft, so daß sehr viele schöne Stücke dieses einzigartigen Vorkommens den Weg in die Sammlungen fanden.

Erwähnt werden müssen ebenfalls noch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zwitterstock befindliche hydrothermale Gänge, auf die ebenfalls Bergbau betrieben wurde: die Zinnkluft im Nordwesten, die Gänge der Rothen Zeche am Neufang, die von den Erbstöllnern bebauten Gänge am Geisingberg und bereits etwas weiter entfernt die Paradiesfundgrube am Kahleberg. Deren Bildung steht zwar mit der Entstehung des Zwitterstockes im Zusammenhang, sie stellen aber eigenständige Lagerstätten sowohl im geologischen als auch bergwirtschaftlichen Sinne dar. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Verweis auf den Markscheidestein, der im Jahre 1811 als Zeichen der Schlichtung von Baufeldstreitigkeiten zwischen der Rothen Zeche und den Erbstöllnern errichtet wurde.

Doch zurück zu unserem Granitstock und seinen Erzen. Da dessen Entstehung bereits im Erdaltertum vor ca. 300 Mio. Jahren seinen Abschluß fand, folgte eine lange Phase des Abtrags durch Erosion. Die hangenden Granitporphyre und Quarzporphyre wurden, ebenso wie der oberste Teil der Granitkuppe, durch die Verwitterung abgetragen, so daß man sich die unverritzte Lagerstätte vor Beginn des Bergbaus als einen elliptischen Ausbiß an der Tagesoberfläche vorstellen muß. Die Oberfläche des Anschnittes folgte im Einfallen der durch Erosion entstandenen Hangneigung nach Süden. Über das Tiefenbachtal wurde der Verwitterungsschutt talabwärts Richtung Geising und von da weiter ins Müglitztal abtransportiert. Zusammen mit dem Verwitterungsschutt wurden aber auch die durch Erosion freigelegten Erzkörnchen abtransportiert, lagerten sich aber bereits nach kurzer Distanz bei abnehmender Fließgeschwindigkeit wieder ab und bildeten Ansammlungen von schwarzem, aus Schwermineralen bestehenden Sand, den sogenannte Seifen. Derartige Seifen waren der Gegenstand des frühesten Bergbaus im Osterzgebirge. Bereits seit 1230 wurde auf der böhmischen Seite des Erzgebirgskamms im heutigen Graupen (daher auch der Name) Zinnstein aus Seifen gewonnen. Im Laufe der Zeit folgten die Bergleute den Seifen auch auf der sächsischen Seite immer weiter stromaufwärts und hatten mit dem oberen Ende der Seifenvorkommen das Primärerz erreicht.


Bergbau

1. Hauptperiode 1440-1468

Feuersetzen Roessler
Feuersetzen Roessler

Feuersetzen, Kupferstich von Balthasar Rössler (1700) in "Speculum Metallurgiae Politissimum" oder "Hellpolierter Bergbauspiegel"

Balthasar Rößler

Etwa um 1440 hatte man im Tiefenbachtal unterhalb des heutigen Ortes Altenberg das obere Ende der sekundär gebildeten Zinnseifen erreicht und durch Schürfen den Zinngreisen als Primärerz entdeckt. Man begann zunächst mit der Gewinnung der oberflächennahen Reicherzpartien in Tagebauen und ging von diesen sehr bald zum Tiefbau über. Als Gewinnungsverfahren wurde das Feuersetzen verwendet. Dabei wurde am Stoß Brennholz aufgeschichtet und abgebrannt. Durch die Temperatureinwirkung entstanden Spannungsrisse im Gebirge, die die anschließende Gewinnung mit Schlegel und Eisen erleichterten. Mit dieser Methode konnte das Gebirge auf einer Tiefe von 7 bis 12 cm aufgelockert werden, wobei die für Feuersetzorte typischen gerundeten Hohlraumformen entstanden. Das Feuersetzen erfolgte meist über das Wochenende, um nach dem Abbrennen des Holzes die Rauchschwaden abziehen und das Gebirge abkühlen zu lassen. Obwohl in der Literatur gelegentlich erwähnt, wurde das Abschrecken der erhitzten Ortsbrust mittels kaltem Wasser kaum ausgeführt. Das gewonnene Erz wurde mit Karren zu Haspelschächten transportiert und nach übertage gefördert. Die Probleme dieser Abbaumethode lagen insbesondere in der Bewetterung (in unregelmäßigen Weitungsbauen läßt sich nur schwer ein kontrollierter Wetterstrom zur Abführung der Schwaden einrichten) und in dem enormen Holzverbrauch (um 6 m3 Gebirge aufzulockern wurden in Altenberg 3,5 m3 Holz benötigt). Dies führte zusammen mit dem hohen Bedarf an Grubenholz für Ausbau und Sicherung zu einem regelrechten Kahlschlag auf dem Erzgebirgskamm rund um Altenberg.<brclear>

Zur weiteren Förderung des aufblühenden Bergbaus, erhielt die planlos entstandene Ansiedlung der Zinnbergleute bereits 1451 das Stadtrecht. 1472 wurden die neu angelegten Gruben südlich des Geisingberges am sogenannten Neufang fündig. Im Sprachgebrauch standen fortan die älteren Gruben des Zwitterstocks auf dem "alten Berge", woraus sich schließlich der Name Altenberg entwickelte.<brclear>

Die Gewinnung erfolgte nur in Bereichen mit guten Zinngehalten (der Gehalt wurde direkt vor Ort mit der sogenannten Sichermethode geprüft), so daß als Grubenbaue unregelmäßige, häufig ineinander übergehende Weitungen entstanden. Die Zechen der ersten Betriebsperiode standen dabei alle direkt auf dem Zwitterstock und sind durch die Pingenbrüche der Folgezeit vollständig zerstört worden. Als technisches Denkmal ist aber noch der bereits 1452 bis 1458 errichtete Aschergraben erhalten, ein Kunstgraben zum Heranführen von Brauchwasser für die Altenberger Erzmühlen. Dadurch daß Altenberg direkt auf dem Erzgebirgskamm liegt, war Wassermangel ein permanentes Problem. Um genügend Aufschlagwasser als Antriebsenergie und Brauchwasser für die Aufbereitung zur Verfügung zu haben, wurde das System aus Kunstgräben und Sammelteichen während seiner gesamten 550-jährigen Betriebszeit kontinuierlich ausgebaut.


2. Hauptperiode 1469-1775

Die zweite Hauptperiode begann mit der verstärkten kurfürstlichen Einflußnahme auf die Geschicke des Altenberger Bergbaus. Nachdem in kurzer Zeit zahlreiche eng beieinander liegende Zechen am Zwitterstock entstanden waren, die alle in Eigenregie betrieben wurden und häufig miteinander im Streit lagen, wurde durch die Landesfürsten das bereits aus dem Silberbergbau bekannte Direktionsprinzip auch in Altenberg mehr und mehr eingeführt. Dies ermöglichte u.a. die Durchsetzung von vorrangig wasserwirtschaftlichen Infrastrukturmaßnahmen, die den Bergbau insgesamt langfristig absicherten. Beispiele dafür sind ein Schöpfwerk am Radeschacht und als technische herausragende Leistung die Auffahrung des Zwitterstocks Tiefen Erbstollns.<brclear>

Der Tiefe Erbstollen wurde von Geising aus durch eine eigens gegründete Gewerkschaft aufgefahren. Der Vortrieb begann 1491 und erfolgte teilweise mittels Feuersetzen. Die Versorgung mit Frischwettern erfolgte über einen 1 m höher liegenden, zeitgleich aufgefahrenen Wetterstollen. Dieser hatte kein Mundloch sondern war nur an ein Lichtloch angeschlossen und über Gesenke mit dem darunter liegenden Hauptstollen verbunden. So konnten die Wetter über das Lichtloch ein- und über das Mundloch ausströmen, bzw. im Winter über das Mundloch ein- und das Lichtloch ausströmen (da die Temperatur untertage etwa konstant bleibt, die Umgebungsluft aber während der verschiedenen Jahreszeiten kälter oder wärmer, respektive schwerer oder leichter ist, schlägt die Richtung des natürlichen Wetterstroms mit den Jahrszeiten um). Mit voranschreitendem Vortrieb wurden in regelmäßigen Abständen neue Gesenke zwischen beiden Stollen angelegt und die alten verschlossen, so gelangten stets Frischwetter bis zur Ortsbrust. Im Jahre 1543 wurde der Stollen mit den ersten Gruben im Zwitterstock durchschlägig, 1545 (also nach einer 54 jährigen Bauzeit!) waren schließlich fast alle Gruben an den Erbstolln angeschlossen, der den Zwitterstock von nun an bis zu einer Teufe von ca. 160 m unter der damaligen Geländeoberkante wasserfrei hielt. Dafür stand der Erbstollngewerkschaft ein Anteil vom Gesamtertrag der entwässerten Gruben zu, das sogenannte "Stollenneuntel". Nach Abzug des Zehntels für den Kurfürsten, war dies ein weiteres Zehntel vom Bruttobetrag, oder anders herum eben ein Neuntel des Nettobetrages. Außerdem erzielte die Stollengewerkschaft Gewinne aus den während des Vortriebs aufgeschlossenen Gruben am Neufang, von deren Baufeldstreitigkeiten mit der Rothen Zeche der Markscheidestein kündet.<brclear>

Vortrieb Erbstolln
Vortrieb Erbstolln

Blockbild von O. Wagenbreth, Prinzip des Vortriebs des Zwittersocks Tiefen Erbstolln Altenberg/Geising

Otfried Wagenbreth


Zwitterstocks Tiefer Erbstolln
Blockbild (oben)

  • (1) Mundloch
  • (2) Lichtloch
  • (3-3) Stollen um 1545, d.h. mit den ersten Gruben durchschlägig, Entfernung Mundloch bis Zwitterstock ca. 1,8 km, Tiefe des Stollens unter Geländeoberfläche etwa 160 m
  • (6) Pferdegöpel und Haspelschächte
  • (7) erste Pinge


Profil der Vortriebstechnik (unten)

  • (1) Mundloch
  • (2) erstes Lichtloch, verschließbar in der Firste des unteren Stollens
  • (3-3) Stollen, Vortriebsrichtung nach links mit darüber gleichzeitig vorgetriebenem Wetterstollen
  • (4) wieder verfülltes Gesenk zwischen beiden Stollen
  • (5) das letzte Gesenk vor Ort ist noch offen und ermöglicht den Wetterzug (punktierte Pfeile), hier im Winter über das Lichtloch ausziehend, im Sommer kehrt sich der Wetterstrom um und zieht über das Mundloch aus

Mit der Fertigstellung des Erbstollns brauchte das zudringende Wasser aus den tiefen Grubenbauen nur noch bis auf Erbtollnniveau gehoben werden, was die weitere Entwicklung nach der Tiefe begünstigte. War das Wasser bisher händisch durch Wasserknechte über Haspeln gehoben worden, wurden 1554/56 erstmals zwei Kunstgezeuge installiert. Für deren Antrieb und für die inzwischen entstandenen zahlreichen Pochwäschen wurde mehr Aufschlagwasser als Antriebsenergie benötigt. Dafür wurden 1545/53 der Kleine und Große Galgenteich und 1550/59 der Neugraben und Quergraben gebaut. Diese beiden Gräben umfassen den Kahleberg östlich und westlich und leiten das Niederschlags- und Schmelzwasser aus einem ca. 100 km2 großen Einzugsgebiet in die Galgenteiche. Die Galgenteiche wurden von Bergleuten aus Freiberg, Schneeberg, Geyer und Ehrenfriedersdorf gebaut und sind damit ebenfalls ein Beispiel für die durch das Direktionsprinzip möglich Lenkung der vorhandenen Kapazitäten. <brclear>

Diese im 16. Jahrhundert errichteten wasserwirtschaftlichen Anlagen ermöglichten zusammen mit dem bereits im 15. Jahrhundert angelegten Aschergraben die Wasserversorgung der Grube mit Brauchwasser bis zur Stillegung 1991. Der Tiefe Erbstollen führte bis 1982 Wasser aus der Grube ab, danach wurde auch das von ihm gesammelte Wasser als Brauchwasser genutzt.<brclear>

Die Gewinnung erfolgte auch zu Beginn der zweiten Hauptperiode noch immer ausschließlich mittels Feuersetzen. Von den zahlreichen kleinen, dicht beieinander liegenden Zechen wurden Schächte abgeteuft und das Erz seitlich und nach der Teufe in Weitungen gewonnen. Bei der Schachtförderung kamen neben dem Handhaspel zunehmend Pferdegöpel zum Einsatz. Der Abbau erfolgte planlos, indem man nur den Reicherzpartien folgte. Als Folge durchzogen den Zwitterstock zahlreiche, unregelmäßige und häufig ineinander übergehende Weitungsbaue, deren verbliebene Stützpfeiler immer weiter geschwächt wurden, bis es im Jahre 1545 schließlich zum ersten Zusammenbruch von Weitungen und einem Tagesbruch von ca. 44 m mittlerem Durchmesser (Fläche ca. 1.500 m2) kam - die Altenberger Pinge war entstanden. Insgesamt 10 Gruben waren durch diesen ersten Verbruch betroffen. Der Bruch verursachte also erhebliche Schäden an der bergmännischen Infrastruktur, ermöglichte aber auch eine wesentliche technologische Neuerung. Die entstandenen Bruchmassen enthielten noch genug Zinn, daß sich deren Abbau lohnte. Der Vorteil war, daß dieses Material schon gebrochen war, das mühselige Lösen aus dem Gebirgsverband entfiel. So wurden aus der Pinge erstmals Bruchmassen im Tagebau gewonnen und abgefördert. Unabhängig davon ging die Gewinnung von Festerz im Weitungsbau unverändert weiter und als Folge der fortschreitenden Schwächung des Gebirges fielen auch weitere Pingenbrüche: 1578, 1583, 1587 und 1619. Aufgrund der wesentlich leichteren Gewinnbarkeit von Bruchmassen gegenüber Festerz besteht die Vermutung, daß einige dieser Brüche möglicherweise absichtlich herbeigeführt wurden.<brclear>

Am 24. Januar 1620 zwischen 04.00 Uhr und 05.00 Uhr folgte schließlich der Hauptbruch, bei dem der gesamte durchbaute, obere Teil des Zwitterstocks zu Bruch ging und die bereits vorhandene Pinge auf einen mittleren Durchmesser von ca. 145 m (Fläche ca. 16.500 m2) vergrößert wurde. Die zentral gelegenen Gruben Graupner Zeche, Herrenzeche, Rietzschels Zeche und Schellenzeche verschwanden mitsamt ihren Göpeln im Bruch, ebenso wie ein Wohnhaus und eine Bergschmiede. Die Bruchmassen reichten bis in über 200 m Tiefe (Niveau der späteren 6. Sohle). Das heißt, die Bergleute waren damals schon bis in diese Tiefe vorgedrungen (an einer Stelle wurde Altbergbau sogar noch auf der 7.Sohle angetroffen), was eine beachtliche technische Leistung darstellt.<brclear>

Die Pingenbrüche hatten gravierende Auswirkungen auf die Organisationsform des Altenberger Bergbaus. Neben dem materiellen Schaden, den die betroffenen Gruben erlitten hatten, waren auch die markscheiderischen Grenzen der ursprünglich verliehenen Baufelder gegenstandslos geworden. Wollte man die Gewinnung von Festerzen und Bruchmassen fortführen, mußten sich die vielen kleinen Zechen zusammenzuschließen. Schon im Jahre 1564 (zwischen erstem und zweitem Pingenbruch) kam es zur Vereinigung von 90 Zechen im Zwitterstock. Nach dem Hauptbruch von 1620 schlossen sich die 36 betroffenen, zentral gelegenen Gruben zusammen, so daß eigentlich alle technischen und organisatorischen Bedingungen erfüllt schienen, dem Bergbau auf dem "alten Berge" nach den erfolgten Rückschlägen zu neuer Blüte zu verhelfen. Aber jeder Bergbau lebt und stirbt mit den äußeren politischen Bedingungen - daran hat sich seit dem frühen Mittelalter nichts geändert. In diesem Fall brachten die Wirren des Dreißigjährigen Krieges den Altenberger Bergbau, und nicht nur den, vollkommen zum Erliegen. Die zaghaften Versuche den Bergbau wieder in Gang zu bringen, werden am 13.07.1648 durch einen Verbruch im Erbstolln wieder zunichte gemacht. Das Wasser steigt im Zwitterstock bis 80 m über Erbstollnniveau an, der Bergbau ruht erneut. Erst 1663 erlebt der Altenberger Bergbau unter Leitung des damaligen Bergmeisters Balthasar Rößler (1605-1673) einen neuen Aufschwung. Die Gewerkschaft von 1620 wird unter Einbeziehung der Pochmühlen, Hütten, Wälder und wasserwirtschaftlichen Anlagen zur großen Gewerkschaft des Zwitterstocks zu Altenberg.<brclear>

1686 wurde das neue Kunstgezeuge in Betrieb genommen - eine technische Meisterleistung, daß den Zwitterstock bis 1862 (Inbetriebnahme des zweiten Wassersäulenmaschine im Römerschacht) unterhalb Erbstollnniveau entwässern sollte. Der Kunstschacht war untertage und außerhalb des durch Pingenbrüche gefährdeten Bereiches in der Nähe des Saustaller Schachtes auf Erbstollnniveau angesetzt worden (Teufbeginn war bereits 1606). Die riesige Radstube am Schachtkopf erhielt ein oberschlägiges Kunstrad von 13,6 m Durchmesser, daß auf hohen, gemauerten Fundamenten ruhte. Das Aufschlagwasser wurde von der Heinrichsohle herangeführt und nach dem Versturz über das Kunstrad durch den Erbstolln abgeführt. Das Kunstrad trieb über zwei gegenläufige Pumgengestänge das Kunstgezeuge im Blindschacht an, mit dem die Grubenwässer auf Erbstollnniveau gehoben wurden und im freien Gefälle über den Erbstolln abfließen konnten. Die Radstube mit den gemauerten Fundamenten war noch bis Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben, ist aber dann dem fortschreitenden Verbruch der sich ständig vergrößernden Pinge zum Opfer gefallen.<brclear>

Wasser als Antriebsenergie gewann auch in der Schachtfördertechnik zunehmend an Bedeutung und löste an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert immer mehr die Muskelkraft ab. Die Pferdegöpel des Saustaller Schachtes und des Creutzer Schachtes wurden 1696/99 durch Wassergöpel ersetzt, die ihr Aufschlagwasser aus den Galgenteichen erhielten. Im Gegensatz zu dem Kunstrad auf der Erbstollnsohle, das mit konstanter Drehrichtung die Pumpengestänge im Kunstschacht antrieb, waren für die Schachtförderung Wasserräder mit umkehrbarer Drehrichtung notwendig, um das Förderseil auf die Seiltrommel auf- bzw. abspulen zu können. Dafür waren diese sogenannten Kehrräder mit zwei gegenläufigen Schaufelkränzen ausgestattet. Der Maschinist regelte durch Öffnen und Schließen von Schützen den Wasseraufschlag entweder auf den linksdrehenden oder rechtsdrehenden Kranz und konnte so den Förderkorb im Schacht heben oder hängen (absenken).<brclear>

Auch die Gewinnungsmethoden wurden technisch weiter entwickelt. Zwar wurde auch weiterhin noch Festerz mittels Feuersetzen abgebaut und bis 1663 erfolgte auch noch die tagebaumäßige Abförderung von Bruchmassen nach oben, aber eine neue Form der Bruchmassengewinnung gewann zunehmend an Bedeutung, die Abförderung über Bruch-, Roll- und später Schubörter. Für den Bruchortabbau wurden Strecken in Holzausbau direkt in die Bruchmassen vorgetrieben, während für die etwas modernere Variante des Rollortabbaus aus dem Festgestein Strecken bis an die Bruchmassengrenze getrieben wurden. Dies wurde später modifiziert zum Schubortabbau. Dabei erfolgte der Durchhieb zu den Bruchmassen mit einem Schrägaufbruch nach oben, so daß die Bruchmassen durch ihr Eigengewicht in die Strecke hinein geschoben wurden. Jeder von diesen technologischen Entwicklungsschritten machte die äußerst gefahrvolle Arbeit des Hereingewinnens der Bruchmassen für die Hauer etwas sicherer, es blieb jedoch stets eine sehr riskante Tätigkeit, da große Blöcke zum Verkeilen neigten und dann von Hand gelöst werden mußten.<brclear>

Insgesamt wurden auch für damalige Verhältnisse sehr hohe Risiken bei der Zinngewinnung am Zwitterstock eingegangen. So wurden Schächte mit einem heute unvorstellbarem Risiko weiter genutzt, wenn sie bereits teilweise verbrochen waren. Beispielsweise stand der Creutzerschacht nur noch in den oberen 80 m im festen Gebirge, darunter lag die mit 90 m Höhe größte Weitung des Zwitterstocks - es war also nur eine Frage der Zeit, wann auch hier das Deckgebirge einbrechen würde. Viele Alternativen hatte man aber zugegebenermaßen auch nicht, der Creutzerschacht und der Saustaller Schacht waren nach den andauernden Pingenbrüchen die letzten beiden verbliebenen Förderschächte. Eine Neuordnung war überfällig und sollte in der kommenden 3. Hauptperiode erfolgen.


3. Hauptperiode 1776-1930

An den Abbau- und Fördertechnologien änderte sich mit Beginn der 3. Hauptperiode zunächst nur wenig, jedoch verschob sich deren Gewichtung. Während der Bruch- und Schubortabbau immer mehr an Bedeutung gewann, ging die Gewinnung von Festerzen mittels Feuersetzen immer weiter zurück. 1845 wurde das Feuersetzen schließlich letztmalig in Altenberg angewendet, danach folgte eine 125 Jahre andauernde Phase, in der ausschließlich die Bruchmassen der Pinge gewonnen wurde. Von der zunehmenden Verwendung von Schwarzpulver zeugt die Errichtung des Pulverhauses im Jahre 1793, das weit außerhalb der Stadt gelegen das gesamte Revier bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Sprengstoff versorgte.<brclear>

Durch das verstärkte Abziehen von Bruchmassen wurde die Pinge tiefer und die Abbruchvorgänge am Pingenrand verstärkten sich. Auch die letzten beiden verbliebenen Förderschächte Saustaller Schacht und Creutzer Schacht gerieten nun endgültig in den abbruchgefährdeten Bereich und mußten ersetzt werden. 1837 begann die Teufe des Römer-Schachtes (benannt nach dem Zwitterstocksinspektor Jobst Cristoph von Römer). Der Römer-Schacht wurde südlich der Pinge, außerhalb des bruchgefährdeten Bereiches angesetzt, in Bohr- und Sprengarbeit bis 1850 zunächst auf 167 m Teufe niedergebracht und zur Schachtförderung mit einem Kehrrad ausgerüstet. Später wurde er nochmals weiter geteuft bis zu seiner endgültigen Tiefe von 236 m. Zeitgleich mit der Aufnahme der Förderung über den neuen Römer-Schacht im Jahre 1850 wurde untertage die gleisgebundene Förderung eingeführt, damit war neben der Gewinnung auch die Förderung erfolgreich modernisiert worden.<brclear>

Schachttypen Zwitterstock
Schachttypen Zwitterstock

Die wichtigsten Schächte und Schachttypen des Altenberger Zwitterstocks in einem schematischen, verschiedene Zeiten zusammenfassenden Blockbild

Otfried Wagenbreth


Legende Schächte (1-9)

  • (1) Pferdegöpel-Schacht 15.-18. Jahrhundert
  • (2) Schächte in den Bruchmassen z.B. die Reiche Zeche und St. Anna
  • (3) Creutzer Schacht, im 18./19. Jahrhundert der „obere Wassergöpel“, ging etwa 90 m tief durch eine Weitung
  • (4) Saustaller Schacht, im 18./19. Jahrhundert der „untere Wassergöpel“
  • (5) Kunstschacht mit dem großem Kunstrad auf der Stollensohle
  • (6) Pulverhaus
  • (7) Römerschacht mit Kehrrad (zwischen a und b) und Wassersäulenmaschine (bei d)
  • (8) Pochwäschen unterhalb vom Römerschacht
  • (9) Arno-Lippmann-Schacht und Schacht III


Legende Sohlniveaus mit Teufen am Römerschacht (a-i)

  • (a) Rösche 10 m
  • (b) Kugelstolln 58 m
  • (c) Heinrichsohle 85 m
  • (d) Zwitterstocks Tiefer Erbstolln 133 m
  • (e) 1/2 1. Gezeugstrecke 152 m
  • (f) 1. Gezeugstrecke 172 m Abbausohle 1955
  • (g) 1/2 2. Gezeugstrecke = 5.Sohle 191 m Ringstrecke um die Pinge
  • (h) 2.Gezeugstrecke = 6.Sohle 212 m
  • (i) 1/2 3. Gezeugstrecke = 7.Sohle 233m

Die industrielle Revolution führte in den Folgejahren zu einer ganzen Anzahl von technologischen Neuerungen, die auch im Altenberger Bergbau Einzug hielten. 1857/58 wurde eine Dampfmaschine zum Antrieb der Pochstempel in der Aufbereitung in wasserarmen Zeiten installiert. 1862 löste eine Wassersäulenmaschine im Römer-Schacht (Fallhöhe 121,2 m) das seit 1686 in Betrieb befindliche Kunstrad für die Wasserhaltung im Zwitterstock ab. Die Kehrradförderung im Römer-Schacht wurde schließlich 1907 von einer Dampfförderanlage abgelöst, damit waren die hölzernen Kunsträder als Zeugen des alten Bergbaus endgültig aus dem Revier verschwunden. Die Wassersäulenmaschine von 1862 wurde im Jahre 1909 durch einen 100 kW-Generator ersetzt, der die Fallhöhe im Römer-Schacht zur Erzeugung von Elektroenergie nutzte, die fortan zum Betreiben von Pumpen und Pochwäschen diente.<brclear>

Trotz dieser zahlreichen technischen Innovationen und den damit verbundenen Steigerungen in der Produktivität, war der Zinnbergbau in Sachsen und damit im wesentlichen in Altenberg rückläufig. Englisches und indonesisches Zinn überschwemmte den Weltmarkt und ließ die Zinnpreise fallen, das Altenberger Zinn konnte damit nicht konkurrieren. Auch der Zusammenschluß der Gewerkschaften von Zwitterstock und Erbstolln im Jahre 1889 als Folge eines Großbrandes ändert daran nichts - der Zwitterstockgewerkschaft drohte im Jahre 1893 der Konkurs. Staatliche Unterstützung rettete den Altenberger Bergbau über die Depression hinweg, bis 1898 steigende Zinnpreise und vor allem der Metallbedarf des ersten Weltkrieges 1914/18 dessen weitere Existenz vorerst sicherte. Mit der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1930 und einem damit verbundenen Preisverfall für Zinn um 40% geriet der Zinnbergbau jedoch erneut unter Druck. Eine zeitgleich laufende Klage der Papierfabriken im Müglitztal wegen Wasserverschmutzung führt schließlich zur behördlich angeordneten Stillegung des Altenberger Bergbaus, lediglich das Besucherbergwerk auf der Heinrichsohle blieb noch in Betrieb.


4. Hauptperiode 1934-1991

Altenberger Pinge 1990
Altenberger Pinge 1990

Gesamtansicht der Pinge und der Übertageanlagen von Arno-Lippmann-Schacht, Schacht III, neuer Aufbereitung und Römer-Aufbereitung 1990

hoe

Im Zuge der beginnenden Aufrüstung des Dritten Reiches wurde auch der Altenberger Bergbau zur Gewinnung kriegswichtiger Metalle wiederbelebt und ausgebaut. Die wichtigsten Neuerungen waren die Errichtung der Schwarzwasser-Aufbereitung, die Verlagerung der Zinnverhüttung nach Freiberg und die Modernisierung des Römer-Schachtes durch Installation einer elektrischen Fördermaschine. Die Schwarzwasser-Aufbereitung diente der Aufbereitung sowohl Altenberger als auch Zinnwalder Erze und erhielt als erste Aufbereitung im Erzgebirge eine Flotationsanlage. Die Beschickung erfolgte mit Bahn und Schrägaufzug.

In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 wurde die Stadt Altenberg durch Luftangriffe zerstört, dabei verbrannte u.a. auch das Bergarchiv des Zwitterstocks. Als Reparationsleistungen wurden nach Kriegsende die noch verwendbaren Anlagen der Schwarzwasser-Aufbereitung und des Römer-Schachtes durch russisches Militär demontiert. Ein weiteres Mal mußte der darniederliegende Bergbau mit großem Aufwand wieder in Gang gebracht werden.

Ab 1946 wurde die Produktion zunächst im kleinen Maßstab mit den noch vorhandenen Pochstempeln und Langstoßherden der Wäsche IV wieder aufgenommen. Von 1947 bis 1949 erfolgte der Wiederaufbau der Schwarzwasser-Aufbereitung und von 1951 bis 1953 die Errichtung der neuen Römer-Aufbereitung. Nach deren Inbetriebnahme wurde die Wäsche IV stillgelegt und zu einem Museum umgebaut. 1955 erhält auch die Römer-Aufbereitung eine Flotation, die Flotation der Schwarzwasser-Aufbereitung wird 1956 erneuert. Zur effektiveren Beschickung der beiden Aufbereitungen werden ab 1961 Erzseilbahnen errichtet und 1963 zusammen mit dem Arno-Lippmann-Schacht und der Mittelzerkleinerung in Betrieb genommen.

Auch die bergmännische Infrastruktur wurde wieder hergerichtet und durch diverse Umbauarbeiten leistungsfähiger gemacht. 1952/53 erhielt der Römer-Schacht anstelle des kleinen Glockentürmchens einen hohen, hölzernen Seilscheibenstuhl, ein neues Fördermaschinenhaus und eine moderne Trommelfördermaschine. Da aber der Römer-Schacht langfristig beim vorgesehenen Totalabbau der Lagerstätte ebenfalls in den Bruch geraten wäre, wurde bereits 1952 mit der Teufe eines neuen Schachtes weit außerhalb des eigentlichen Zwitterstockes begonnen - dem zukünftigen Hauptförderschacht "Arno-Lippmann", der 1963 in Betrieb ging.

In der Gewinnung wurde die altbekannte Technik des Schubortabbaus zum Rollenschubort weiterentwickelt, dabei wurden die Bruchmassen nicht im Gewinnungsort auf Förderwagen verladen, sondern über Rollen verstürzt und konnten dann wesentlich einfacher auf der nächsttieferliegenden Sohle aus den Rollen abgezogen werden. Damit keine zu großen Brocken in die Rollen gerieten, waren diese mit Rosten abgedeckt. Zu große Brocken mußten händisch oder mit Aufliegersprengungen zerkleinert werden, bis sie durch die Roste passten. Die Aus- und Vorrichtung erfolgte jetzt systematischer, die Pinge wurde auf der 4. und 5. Sohle ringförmig umfahren. Von diesen Ringstrecken wurden mit radialen Stichstrecken zur Pinge die Schuborte aufgefahren. Die 4. Sohle war die Gewinnungssohle, die 5. Sohle die Fördersohle. Der Schubortabbau erhielt 1973 letztmalig eine Modifizierung durch Einführung von beweglichen Rosten, was die Gewinnung nochmals vereinfachte und wurde schließlich im Jahre 1982 endgültig eingestellt.

Die weitere Steigerung der Produktion stieß mit der Gewinnung lediglich von Bruchmassen an ihre Grenzen, für den geplanten Totalabbau der Lagerstätte war die Einbeziehung der verbliebenen Festerzpartien unumgänglich. Außerdem galt es dem Problem der Verdünnung entgegen zu wirken. Durch die ständige Vergrößerung der Pinge gerieten auch immer mehr taube Nachbargesteine mit in den Verbruch, die sich mit den Erzen des Zwitterstocks in den Bruchmassen mischten und die Zinngehalte noch weiter reduzierten. Im Ergebnis umfangreicher Untersuchungen und Planungen wurde deshalb ab 1971 der sog. "modifizierte Teilsohlenblockbruchbau" eingeführt. Dazu wurde die gesamte Gewinnung und Förderung um jeweils zwei Sohlen tiefer gelegt. Die 6. Sohle war von nun an die Gewinnungssohle, gefördert wurde über die 7. Sohle. Unterhalb der Bauwürdigkeistgrenze angelegt, wurde auf der 6. Sohle ein vollflächiges Raster an Ladestrecken und Ladeorten mit nach oben in die Bruchmassen durchgeschossenen Trichtern aufgefahren, über die von nun an das Roherz abgezogen wurde. Um die noch vorhandenen Festerze zusammen mit den Bruchmassen gewinnen zu können, wurden auf den oberhalb der 6. Sohle liegenden Teilsohlen 1 bis 3 radiale Stichstrecken bis an die Bruchmassen aufgefahren. Von diesen Strecken wurde im Rückbau von der Bruchmassenkante bis zur Vererzungsgrenze durch Fächersprengungen das Gebirge künstlich zu Bruch geworfen. Die abgebohrten Fächer waren so ausgelegt, daß auch die Pfeiler zwischen den benachbarten Stichstrecken mit zu Bruch gingen und so die oberhalb der Teilsohle 3 anstehenden Festerzblöcke von 120 bis 150 m Höhe vollflächig unterschrämt wurden und mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen Monaten ebenfalls zu Bruch gingen.

Altenberg - Ladeort 06
Altenberg - Ladeort 06

6.Sohle (Gewinnungssohle), Blick in das Ladeort 06 in der Ladestrecke 623, im Trichter steckt ein großer Brocken, der vor dem Abfördern gesprengt werden muß

hoe

Im Ergebnis lagen sowohl die alten Bruchmassen der Pinge als auch das künstlich zu Bruch geworfenen Festerze magaziniert auf dem Niveau der Teilsohle 1 vor und konnten kontolliert über das Trichtersystem der 6. Sohle abgezogen werden. Kontrolliert meint dabei zum einen die möglichst gleichmäßige Absenkung des Bruchmassenspiegels in der Pinge, zum anderen die Gewinnung von Roherz mit möglichst konstanten Zinngehalten. Der erste Punkt war wichtig, da große Blöcke häufig zum Verkeilen neigten und sich so Durchzugsschlote bis zur Bruchmassenoberfläche bildeten, die dann taubes Gestein nach untern förderten. Der zweite Punkt war wichtig, da die nachfolgende Aufbereitung für ein optimales Ausbringen auf einen bestimmten mittleren Erzgehalt und eine gleichmäßige mineralogische Zusammensetzung eingestellt worden war. In der Praxis sah das so aus, daß durch die Betriebsgeologie ständig alle Ladeorte beprobt wurden, so daß die aktuellen Zinngehalte für jedes Ladeort bekannt waren. Diese Daten wurden in einen Computer, der in einem speziell hergerichteten, trockenem und sauberem Raum auf der 7. Sohle stand, eingebenen. In der Auswertung erhielt man genaue Anweisungen wieviele Ladungen welcher Hauer aus welchem Ladeort während seiner Schicht abzuziehen hatte. Diese Infomationen wurden über Anzeigeeinrichtungen unmittelbar neben den Erzrollen der 6. Sohle an die Hauer weitergegeben und man erhielt so im Verschnitt ein gefördertes Roherz mit recht konstantem Zinngehalt.

Die Gewinnung auf der 6. Sohle erfolgte mit druckluftbetriebenen Bunkerfahrladern. Da deren Schalldämpfer zum Vereisen neigten, waren sie häufig abgebaut, so daß das Ganze eine recht laute Angelegenheit war. Das aus den Ladeorten abgezogene Erz wurde über Erzrollen, die auf jeder Ladestrecke vorhanden waren, auf die 7.Sohle verstürzt und von da mittels Bandanlage bzw. Gleisförderung zum Brecher und dann zum Skipbunker gefördert. Über die vollautomatische Skipförderung des Arno-Lippmann-Schachtes gelangte das vorgebrochene Erz über eine Bandanlage unter dem Dach des Schachtgebäudes in die Mittelzerkleinerung und von dort über weitere Bandanlagen in die Bunker der neuen Aufbereitung. Nach naßmechnischer Aufbereitung (Kugel-, Stabmühlen, Siebe, Klassierer, Herde) und Flotation blieb als Haufwerk lediglich eine Trübe übrig, die auf den Absetzanlagen im Tiefenbachtal und ab 1967 im Bielatal (Versuchsbetrieb Bielatal ab 1966) verspült wurde.

Als Ersatz für den Römer-Schacht wurde von 1973 bis 1978 der Schacht III als Material- und Zwischenseilfahrtsschacht geteuft. Nach dessen Inbetriebnahme diente der Römer-Schacht nur noch als Wetter- und Bergeschacht, während die Roherzförderung ausschließlich über den Arno-Lippmann-Schacht lief. Auch in die Vergrößerung der Aufbereitungskapazitäten wurde erheblich investiert. Neben Schwarzwasser- und Römer-Aufbereitung ging 1978 die neue Aufbereitung teilweise und schließlich 1986 komlett in Betrieb. Die neue Aufbereitung bestand aus zwei getrennten Gebäuden für die naßmechanische Aufbereitung und für die Flotation und war architektonisch an die im Osterzgebirge üblichen Bauweisen angelehnt. Produziert wurde ein Reichkonzentrat (Sn 42 - 45 %, As 0,5 - 1 %, WO3 1 - 3 %, Bi 0,5 %), ein Armkonzentrat (Sn 12 %, As 0,2 - 1 %, WO3 0,1 - 0,3 %, Bi 0,1 %) und ein Arsen-Sulfid-Mischkonzentrat (As 17 - 21 %, Bi 2 - 4 %). Wobei 25 % des gewonnenen Zinns über das Reichkonzentrat und 75 % über das Armkonzentrat gewonnen wurden. Pönale mußte gezahlt werden, wenn die Grenzwerte für Arsen, Fluor und das Eisen-Kieselsäure-Verhältnis (Fe3O4 zu SiO2) überschritten wurden. Das Ausbringen (Verhältnis Metallinhalt im Konzentrat zum Metallinhalt in der Aufgabe) lag zuletzt bei 65 bis 66 %, d.h. 34 bis 35 % des im Greisen enthaltenen Zinns waren technisch nicht gewinnbar und sind über die Trübe mit auf die Spülhalden gelangt. Die Verhüttung der Konzentrate erfolgte ab 1935 bis 1975 in der alten Zinnhütte Freiberg in der Frauensteiner Straße (nur Reichkonzentrat) und ab 1975 in der neuen Zinnhütte Freiberg ebenfalls in der Frauensteiner Straße. In der neuen Hütte wurde neben Zinn auch noch Zink (allerdings nicht aus Altenberger Erzen) erzeugt.

Die Umstellung auf den modifizierten Teilsohlenbruchbau und die Schaffung größerer Aufbereitungskapazitäten ermöglichte ab 1986 die Förderung von über 1 Million Tonnen Roherz pro Jahr, dies entspricht einer Tagesförderleistung von 3800 Tonnen Roherz und einer Jahresproduktion von ca. 2200 Tonnen Zinn im Konzentrat, die mit einer Belegschaft von 840 Mitarbeitern (Stand 1990) erreicht wurde. Das heißt, der Altenberger Bergbau hatte aufgrund seines hohen Mechanisierungs- und Automatisierunsgrades eine Leistungsfähigkeit erreicht, die internationalen Standards durchaus gerecht wurde. Was einem internationalen Vergleich nicht standhalten konnte, war der für eine Gewinnung im Tiefbau zu geringe Erzgehalt von durchschnittlich lediglich 0,3%.

Es war der politische Wille der Regierung der damaligen, unter chronischem Devisenmangel leidenden DDR, den Bedarf der Wirtschaft an Zinn aus Eigenvorkommen in Altenberg und Ehrenfriedersdorf abzudecken und sich damit vom Geschehen am Weltmarkt abzukoppeln. Dies führte zu den oben beschriebenen Kapazitätserweiterungen, die zwischen 1970 und 1990 immerhin Investitionen von ca. 500 Millionen Mark der DDR erforderten. Mit der Überschreitung der Jahresfördermenge von 1 Mio Tonnen Roherz hatte man dieses Ziel fast erreicht, der Eigenbedarf wurde zu 90% abgedeckt. Das politische System machte es möglich, daß die Herstellungskosten einfach wieder von den Zinnverbrauchern in der Wirtschaft abgefordert wurden, unabhängig davon wie die aktuellen Zinnpreise auf dem Weltmarkt gerade aussahen. Die Altenberger Grube erlöste für eine Tonne Zinn im Armkonzentrat 60.000,- Mark der DDR und 110.000,- Mark der DDR für eine Tonne Zinn im Reichonzentrat. Im Vergleich dazu erhielt die Ehrenfriedersdorfer Grube, die mit etwa gleicher Belegschaftsstärke und ca. 900 Tonnen Zinn pro Jahr nur knapp die Hälfte der Altenberger Zinnproduktion erreichte, 200.000,- Mark der DDR für eine Tonne Zinn im Reichkonzentrat.

Die Gewinnung untertage erfolgte durchgängig von Montag 06:00 Uhr bis Samstag 14:00 Uhr im 24h-Dreischichtbetrieb. Die Römer-, Schwarzwasser- und Neue Aufbereitung liefen durchgängig von Montag 06:00 Uhr bis Sonntag 05:00 Uhr, notwendige Reparaturschichten wurden Montags zwischen 06:00 Uhr und 14:00 Uhr durchgeführt. Die Schachtförderung und die Mittelzerkleinerung liefen von Montag 14:00 Uhr bis Samstag 21:00 Uhr nur während der Spät- und Nachtschicht, dies war ausreichend, um die Bunker für die Frühschicht mit aufzufüllen. Ab 1984 wurde bei Erfordernis zusätzlich auch noch in der Frühschicht zwischen 10:00 Uhr und 13:00 Uhr gefördert. Die Erzseilbahnen waren von Montag 06:00 Uhr bis Samstag 21:00 Uhr in Abhängigkeit von den Bunkervorräten in Betrieb.

Mit der politischen Wende von 1990 veränderten sich natürlich auch schlagartig die Rahmenbedingungen für den Bergbau und der Preis an der Londoner Metallbörse (LME) war fortan wieder das Maß aller Dinge. Unglücklicherweise fiel der politische Kollaps der DDR fast zeitgleich zusammen mit dem Einbruch der bis dahin von Spekulationen getragenen Zinnpreise an der LME, so daß der Zinnpreis zeitweise auf 10.000 bis 12.000 DM/Tonne einbrach. Die Herstellungskosten in Altenberg lagen bei 16.000 DM für eine Tonne Zinn im Konzentrat, damit war das Ende des Altenberger Bergbaus (einmal mehr) besiegelt. Die Zinnhütte Freiberg wurde durch die Treuhand am 31.12.1990 geschlossen, damit war keine Verhüttung von Armkonzentrat und auch keine Lieferung von SPS (Styorolphosphonsäure) für die Flotation mehr möglich. Die letzte Lieferung von Konzentrat an die Hütte Freiberg erfolgte am 30.11.1990. Für ein halbwegs geordnetes Abfahren der Grube wurde die Förderung noch bis zum 28.03.1991 fortgeführt, wofür monatlich 2 Millionen D-Mark Subventionen notwendig waren. Dann wurde die Grube stillgelegt, die Schächte verwahrt und die Übertageanlagen größtenteils demontiert. Das bis zur Stillegung noch angefallene Reichkonzentrat wurde über die Metallgesellschaft Frankfurt verkauft und über den Hamburger Hafen nach Malaysia zur Verhüttung verschifft. Der Zinnbergbau schien diesmal, genauso wie der Metallerzbergbau im Erzgebirge insgesamt, endgültig zum Erliegen gekommen zu sein. Lediglich die Pinge, die zum Zeitpunkt der Stillegung auf einen Durchmesser von 430 m * 370 m und eine Fläche ca. 125.000 m2 (12,5 ha) angewachsen war, sowie einige restaurierte Tagesanlagen sollten als technisches Denkmal von dem die Region 550 Jahre lang prägenden Bergbau übrig bleiben.


5. Hauptperiode (?)

Ein Blick in die geschichtliche Zeittafel zeigt das von den äußeren Bedingungen diktierte Auf und Ab des Altenberger Bergbau, was mehrere Phasen der vollständigen Betriebseinstellung ebenso wie die jeweils darauf folgende Wiedeaufnahme des Grubenbetriebes einschließt. Seit der letzten Stillegung der Grube im Jahre 1991 sind inzwischen einige Jahre vergangen und auch diesmal haben sich die äußeren Bedingungen unerwartet schnell geändert. Große Länder mit rasantem Wirtschaftswachstum wie China, Indien und Brasilien, die 1991 noch hauptsächlich Rohstoffe exportierten, kaufen jetzt die internationalen Rohstoffmärkte leer und verhelfen den Rohstoffpreisen so zu immer neuen Rekordmarken. Die großen, leicht gewinnbaren Buntmetallagerstätten unseres Planeten sind bekannt und stehen im Abbau, sensationelle Neuendeckungen sind nicht mehr zu erwarten. Steigende Preise rücken zwangsläufig auch bisher weniger lukrative Lagerstätten in das Blickfeld der international tätigen Bergbaukonzerne. So ist momentan eine generelle Neubewertung aller, auch der erzgebirgischen Lagerstätten im Gange, so daß man durchaus gespannt sein darf, welche Entwicklungen es in Zukunft noch geben wird.<brclear>

Nach einer Schätzung von SCHILKA sind aus dem Altenberger Zwitterstock zwischen 1440 und 1991 insgesamt 37 Millionen Tonnen Erz gefördert worden. Die bei der Stillegung im Jahre 1991 noch verbliebenen 25 Millionen Tonnen Erz hätten noch für weitere 20 Jahre bis zum geplanten Totalabbau im Jahre 2010 gereicht. Die Pinge hätte ihren Durchmesser bis dahin auf 600 * 800 m nahezu verdoppelt.<brclear>

Bei einem angenommenen mittleren Erzgehalt von 0,3% ergibt sich ein verbleibender Metallgehalt von 75.000 Tonnen Zinn. Ein Ausbringen von 66% vorausgesetzt ergeben sich ca. 49.500 Tonnen gewinnbares Zinn. Nimmt man den derzeitigen Weltmarktpreis (Stand 08/2007) von ca. 14.000 Dollar pro Tonne Zinn, hätte die Lagerstätte noch einen Wert von ca. 690 Mio Dollar (ca. 510 Mio Euro). Die ebenfalls gewinnbaren Metalle Wolfram, Molybdän, Arsen und Wismut sind dabei nicht mit berücksichtigt. Die in Spuren vorkommenden Elemente Niob und Tantal waren bisher nicht wirtschaftlich gewinnbar, aber wer weiß, vielleicht wird auch das eines Tages neu bewertet.<brclear>

Diese Zahlen lassen schon vermuten, daß es eigentlich nur eine Frage der Zeit (und des Zinnpreises am Weltmarkt) ist, wann die Lagerstätte wieder in Angriff genommen wird. Auf der anderen Seite ist für den Bergbau, die Aufbereitung und Verhüttung keinerlei Infrastruktur mehr vorhanden, hier wären zur Wiederbelebung erst einmal erhebliche Investitionen nötig. Dazu kämen die laufenden Betriebskosten, die Abführung des Zehnten an das Land Sachsen, Rücklagen für Rekultivierung, Auflagen aus dem Umweltschutz und so weiter und so fort. Die Entscheidung möglicher Interessenten wird also eine sorgfältige Kalkulation als Grundlage haben müssen. Bei weiterem Ansteigen der Rohstoffpreise könnte aber auch Altenberg durchaus noch einmal interessant werden. Und daß diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen ganz aktuelle Entwicklungen. Im Juli 2007 wurde durch die Deutsche Rohstoff AG aus Frankfurt/Main und die Tinco Exploration Inc. aus Vancouver/Kanada beim Sächsischen Oberbergamt der Antrag auf Genehmigung für die Erkundung der Zinnvorkommen im Raum Altenberg, Schmiedeberg und Bärenstein eingereicht. Dabei geht es zwar erst einmal nur um die Auswertung vorhandener Unterlagen, Sichtung von Bohrkernen und Befahrung noch zugänglicher Grubenbaue, das Interesse an den im Osterzgebirge insgesamt noch lagernden, schätzungsweise 135.000 Tonnen Zinn wie auch an anderen Buntmetallagerstätten (Pöhla, Spremberg etc.) zeigt aber, daß der Bergbau in Deutschland gute Chancen hat, noch einmal aufzuleben.<brclear>


Was es heute noch zu sehen gibt

Hunt
Hunt

Der letzte Hunt von Altenberg

hoe
Tafel Erbstollen
Tafel Erbstollen

Zwitterstocks Tiefer Erbstolln - Tafel am Stollenmundloch in Geising 04/2007

hoe

Das wichtigste Zeugnis des Altenberger Bergbaus ist und bleibt natürlich die Altenberger Pinge, der große Einbruchtrichter von 1620, der durch das weitere, untertägige Abziehen der Bruchmassen bis zur Betriebseinstellung 1991 auf einen Durchmesser von ca. 430 m angewachsen ist und eine Tiefe von ca. 140 m aufweist. Obwohl gegenwärtig keine Gewinnung mehr erfolgt, gehen die Bruchvorgänge an den Pingenränder noch so lange weiter, bis sich ein natürliches Gleichgewicht zwischen den Felsböschungen und den davor liegenden Schüttkegeln eingestellt hat. Die langsam zur Ruhe kommenden Bruchmassen werden sich begrünen, jedoch werden die standfesteren Bereiche vor allem im Süden der Pinge auch in Zukunft mit eindrucksvollen, nahezu senkrecht stehenden Felswänden von der Dimension des hier stattgefundenen Bergbaus künden. Die Pinge ist einschließlich der abbruchgefährdeten Pingenrandbereiche abgesperrt und kann nur über eine Aussichtsplattform im Nordwesten besichtigt werden.
Unmittelbar am südlichen Rand der Pinge und innerhalb der Pingeneinzäunung ist das Schachtgebäude des Römerschachtes als Ruine erhalten. Es handelt sich dabei um den Kern des originalen Schachtgebäudes von 1850, alle später hinzugefügten Anbauten wurden wieder abgebrochen.

Auf der gegenüberliegenden Hangseite, unmittelbar an der Straße nach Zinnwald, liegt das ehemalige Werksgelände von ZINNERZ Altenberg, das heute als Gewerbegebiet genutzt wird. Das Schachtgebäude und der Förderturm des Arno-Lippmann-Schachtes wurden saniert und werden als technisches Denkmal erhalten. Im Inneren ist noch die Hängebank der Rasensohle mit Signalanlage am nunmehr mit einer Betonplombe verschlossenen Schachtkopf erhalten. Auch die Hakenkaue, in der sich die Bergleute vor und nach der Schicht umgezogen haben, ist noch vorhanden. Auf dem Innenhof kann man sich noch die Fördermaschine des AL-Schachtes ansehen, die allerdings nicht mehr im originalen Maschinenhaus, sondern in einem neu errichteten Schutzhaus untergebracht ist. Ebenfalls im Innenhof ist eines der Skipgefäße zur Erzförderung aus dem AL-Schacht ausgestellt, daß direkt nebem dem ebenfalls sanierten und nachgenutzten Gebäude der ehemaligen Zentralwerkstatt auf einer Wiese liegt.
Am Standort des Schachtes III steht momentan nur noch das Maschinenhaus, das eigentliche Schachtgebäude und der Förderturm wurden 1994 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Auch das Maschinenhaus steht ungenutzt und wird wohl über kurz oder lang dem Schachtgebäude folgen. Von den einstigen imposanten Gebäuden der neuen Aufbereitung ist nichts mehr erhalten, sie wurden vollständig demontiert.
Östlich der Pinge kann man mit einer kurzen Wanderung gleich mehrere Zeugen des älteren und neueren Bergbaus von Altenberg besichtigen. Unmittelbar nebeneinander stehen das 1793 errichtete Pulverhaus, das bis Mitte des 19. Jahrhunderts zur sicheren Aufbewahrung des Sprengstoffes genutzt wurde und die Schutzhäuser der Überhauen 20 und 32. Die beiden Überhauen waren Teil der Wetterversorgung der Grube im Zwitterstock. Am Gebäude des Überhauen 20 (es ist heute noch in Betrieb, um die Bewetterung und damit Befahrbarkeit des Bielatalstollens zu gewährleisten) kann man sich auf einer Schautafel das Prinzip der Wetterführung während des Förderbetriebs ansehen.

Etwas weiter östlich befindet sich das 1954 errichtete Schutzhaus des Rothzechner Treibeschachtes. Seit der Einstellung des Bergbaus in der Rothen Zeche 1866 diente dieser Schacht ebenfalls als Flucht- und Wetterweg des Zwitterstocks und ist auch heute noch Bestandteil des Bewetterungssystem der Nachbetriebsphase. Direkt daneben steht der 1811 aufgestellt Markscheidestein, der wie bereits beschrieben die Baufeldgrenze zwischen der Rothen Zeche und den Erbstöllnern markiert. Wer sich jetzt wundert, daß die Baufeldgrenze unmittelbar am ehemaligen Hauptförderschacht der Rothen Zeche liegt, der legt den Finger auf eine klitzekleine historische Unkorrektheit. Im Jahre 1984 wurde der von der Verwitterung angegriffene originale Markscheidestein durch eine Kopie ersetzt (das Original befindet sich im Bergbaumuseum Altenberg) und bei der Gelegenheit gleich an einer touristisch günstiger gelegenen Stelle direkt an einem Wanderweg aufgestellt (der Originalstandpunkt befindet sich etwas hangabwärts versteckt in einem Gebüsch, so daß dort nie jemand vorbei gekommen wäre).

Auf dem Weg zurück in die Stadt kommen wir sowohl an der ehemaligen Wäsche IV vorbei, die jetzt das Bergbaumuseum der Stadt Altenberg beherbergt, als auch am Standort der ehemaligen Römeraufbereitung vorbei. Dort beginnt der Trübestollen, der auf einer Länge von 2,1 km schnurgerade durch den Berg führt und von 1966 bis 1991 zur Ableitung der Trübe aus der Aufbereitung auf die Bielatalspülhalde gedient hat. Auf der Bielatalhalde lagern heute 10,5 Mio m3 Aufbereitungsrückstände, sie zählt damit zu den Großen ihrer Art. Die bis 1966 genutzte Spülhalde im Tiefenbachtal (1,5 Mio m3) ist jetzt Teil des Gewerbegebietes. An ihrem Steinschüttdamm kommt man vorbei, wenn man die Straße von Geising nach Altenberg hinauf fährt.
Und wenn man schon mal in Geising ist, sollte man sich auch noch das Mundloch des Zwitterstocks Tiefen Erbstollen ansehen, eines der wichtigsten und von der technischen Leistung her eindrucksvollsten bergmännischen Bauwerkes, das im Zusammenhang mit dem Bergbau im Zwitterstock aufgefahren wurde. Der Stollen ist noch immer in einem befahrbaren Zustand, endet jedoch heute stumpf an den Bruchmassen der Pinge, es sind keine Grubenbaue mehr an ihn angeschlossen.<brclear>

Die wichtigsten Erze und mineralogische Besonderheiten

SCHILKA unterscheidet neben der Hauptvererzung noch vier nachfolgende Trümervererzungen. Die Hauptvererzung lieferte neben den Greisenmineralen (Quarz, Topas und Lithium-Biotit) die den Bergbau begründenden Minerale Kassiterit, Wolframit, Molybdänit und Arsenopyrit. Die nachfolgende, erste Trümervererzung brachte neben Quarz und weiterem Kassiterit, Wolframit und Molybdänit auch noch Columbit, gediegen Wismut und Bismuthinit. Die zweite und jüngste pneumatolytische Trümervererzung mit hydrothermaler Nachphase führte Quarz, Hämatit (Var. Specularit), Pyrit, Wolframit, Löllingit und Chalkopyrit und ist somit zinnfrei. Die dritte (hydrothermale) Trümervererzung führte zur Bildung von Quarz, Kassiterit (Nadelzinn), Molybdänit, gediegen Wismut, Bismuthinit, Emplektit, Jordisit, Arsenopyrit, Löllingit, Pyrit, Sphalerit, Hämatit, Galenit, Chalkopyrit, Stannin und Pyrrhotin. Damit waren die eigentlichen postmagmatischen Mineralisationsvorgänge am Zwitterstock abgeschlossen. In einer wesentlich späteren, der saxonischen Tektonik im Zeitraum Jura bis Tertiär zuzuordnenden vierten Trümervererzung, kam es neben erneuter Bildung von Quarz auch zur Ablagerung von Fluorit, Galenit, Baryt, Hämatit und Uranglimmern. Blei-, Zink- und Kupfererze waren im Gegensatz zu den meisten anderen erzgebirgischen Lagerstätten nur völlig untergeordnet anzutreffen und spielten für die bergmännische Gewinnung keine Rolle. Lediglich im 18. Jahrhundert dienten kupferhaltige Grubenwässer als sogenannte "Cementquelle". Dabei wurde Kupfer durch Ausfällung mittels in die Wässer gelegter Eisenstücke gewonnen. Die Geometrie der Lagerstätte und die eben beschriebene Abfolge der Mineralisation brachte es mit sich, daß sich Minerale in einer sammelfähigen Größe auf einige wenige Lagerstättenbereiche konzentrierten: den Kontaktbereich von Quarz-Topas-Greisen (Hellgreisen, QTZ) und Topas-Glimmer-Greisen (Dunkelgreisen, TGZ) im Niveau Teilsohle 14 bis 17, den Liegendkontakt des Dunkelgreisen (TGZ) Niveau 7.Sohle und die Reicherzzone im Hangenden des Innengranites auf der Teilsohle 3.

Zinnstein (Kassiterit) war der Hauptgegenstand des Bergbaus, er kam im wesentlichen in eingewachsenen Körnchen von 0,01 bis 0,1 mm Durchmesser, vereinzelt auch in derben, bis faustgroßen Nestern vor. Kassiteritkristalle waren selten, sie waren meist an die Quarztrümer der Reicherzzonen der Teilsohlen 1 bis 3 gebunden und erreichten in Ausnahmefällen eine maximale Größe von 2 cm, wobei Kristalle mit einer Größe von 5 mm bereits eine Rarität darstellten. Zwillinge in der typischen Visiergraupenform und Einzelkristalle traten in annähernd gleicher Häufigkeit auf.

Als Lieferant des Stahlveredlers Wolfram war Wolframit ein wichtiges Erz, das in mineralogisch interessanter Form vor allem in den Quarz-Molybdänit-Wolframit-Trümern bzw. Quarz-Specularit-Wolframit-Sulfid-Trümern vorkam. In Quarz eingewachsene Kristalle von 1 bis 2 cm Länge waren keine Seltenheit, freistehende Kristalle mit Kantenlängen von 4 bis 5 mm wurden in Quarzdrusen gefunden.

Molybdänit war ein weiteres wichtiges und im Zwitterstock häufig vorkommendes Erz. Es kam sowohl in feinverteilter Form im Greisen vor als auch in rosettenförmigen Kristallaggregaten bis 5 cm Durchmesser vor. Diese Bildungen waren an die pneumatolytischen Quarz-Molybdänit-Wolframit-Trümer gebunden, wobei die Mehrzahl der gefundenen Stücke in der Größenordnung von 1 bis 2 cm lagen.

Ein mengenmäßig ebenfalls reichlich vorhandenes Mineral war Arsenopyrit, das feinverteilt im Greisen, teilweise auch in großen Nestern, aber stets in derber Form auftrat. Freistehende Kristalle wurden in der letzten Betriebsperiode nicht beobachtet.

Neben Zinn, Wolfram, Molybdän und Arsen wurde aus dem Altenberger Zwitterstock als letztes auch noch Wismut gewonnen. Dies kam sowohl in gediegener Form als auch gebunden in Bismuthinit vor. Gediegen Wismut kam auf hydrothermalen Trümern mit Sulfidvererzung vor. Blättchenförmige Kristalle bis 4 mm Größe, eingewachsen in Quarz oder freistehend in kleinen Drusen, wurden relativ häufig gefunden. Die selben Trümer lieferten auch Bismuthinit in feinen Nadeln bis 2 cm Länge, die aber häufig durch Sprengeinwirkung, Transport oder Reinigung vom Rotschlamm beschädigt wurden.

Topas trat im Zwitterstock als Teil des Greisens gesteinsbildend, vereinzelt aber auch in klaren, freistehenden Kristallen auf. Berühmt geworden ist Altenberg jedoch für seinen Pyknit, stengelige Topaskristalle bis 30 cm Länge, die sich im Stockscheiderpegmatit über dem Innengranit gebildet hatten. Wobei Pyknit genau genommen eigentlich die Bezeichnung des Gesteins aus Topas, Glimmer und Quarz ist. Die stengeligen Topaskristalle sind meist von schöner, weingelber Farbe und in regelmäßigen Abständen von ca. 3 cm durch Einlagerungen von Quarz und Glimmer quergeteilt.

Für Prosopit, ein recht seltenes Calzium-Alumofluorid, ist Altenberg die Typlokalität. Das Mineral wurde 1853 erstmalig von SCHEERER beschrieben. Es bildet farblose bis weiße, durchsichtige bis durchscheinende, monokline Kristalle, die infolge hydrothermaler Zersetzung unter Beibehaltung der äußeren Form häufig bereits in ein Gemenge aus Kaolinit und Fluorit umgewandelt sind. Das Mineral war äußerst selten, im 20. Jahrhundert wurde lediglich ein Fund bekannt, der zwei kleine Stufen lieferte.

Für den Gewinnungsbergbau uninteressant, für Altenberg aber trotzdem prägend war das reichliche Vorhandensein von Hämatit, das in drei Variationen auftrat. Die dominanteste Form war Roteisenstein, der feinverteilt im gesamtes Zwitterstock, teilweise aber auch in massiger Form (Rote Kluft) auftrat und für die intensive Rotfärbung des allgegenwärtigen Schlammes in der Grube verantwortlich zeichnete. Mengenmäßig bereits deutlich seltener, aber immer noch recht häufig, traten blättrig kristallisierte Aggregate auf, der sogenannte Specularit. Die dritte, seltenste und mineralogisch interessanteste Form war der Eisenglanz, Hämatit der in einfachen würfelähnlichen, rhomboedrischen Kristallen aber auch mannigfaltigen Kristallkombinationen auftrat. Die Kristallformen des Hämatit sind abhängig von der Bildungstemperatur. Tiefthermale Bildungen führen zu plattig-tafeligen Kristallen, höhere Temperaturen führen zu linsenförmigen bis rundlich gedrungenen Kristallen, während die hochthermalen und pneumatolytischen Bedingungen schließlich würfelähnliche Kristalle erzeugen. Aufgrund der besonders schönen Ausbildung des letzteren Typs vom Altenberger Zwitterstock war dieser namensgebend, er heißt jetzt schlicht Altenberger Typ.


Fundsituation über- und untertage

Trotz einer, den anderen klassischen Bergrevieren des Erzgebirges in Dauer und Umfang durchaus ebenbürtigen Bergbauhistorie, erreichten die Minerale aus dem Altenberger Zwitterstock (mit Ausnahme des Pyknits) nie eine vergleichbare Verbreitung. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe und zwar sowohl geologische als auch technische.

Die Lagerstätte entstand im wesentlichen durch pneumatolytische Vererzung (mit lediglich untergeordneten hydrothermalen Nachphasen) und war deshalb kompakt, drusenarm und gekennzeichnet von Mineralaggregaten im Millimeterbereich. Vorkommen von Mineralien in einer sammelfähigen Größe waren auf einige wenige Lagerstättenbereiche beschränkt (Kontakt zwischen Hell- und Dunkelgreisen im Niveau Teilsohle 14 bis 17, Liegendkontakt des Dunkelgreisen auf der 7.Sohle und Kontakt Außen- und Innengranit auf Teilsohle 3). Die geborgenen Minerale blieben Raritäten und kamen in Größe und Qualität nicht an die Stufen aus dem Freiberger oder Ehrenfriedersdorfer Revier heran.

Die Gewinnung erfolgte ausschließlich durch Abzug der Bruchmassen aus der Pinge, zuerst über Roll- und Schubörter, später über Ladeörter. Die halb mit Bruchmassen gefüllte und nach oben offene Pinge lieferte parallel aber auch enorme Mengen an Grund- und Regenwasser nach untertage (der normale Wasserzufluß in die Grube als Summe von Gebirgs-, Niederschlags- und Brauchwasser lag bei 30 m3/h). Dieser Wasserandrang ergab in Kombination mit Tonmineralen und Hämatit den allgegenwärtigen Altenberger Rotschlamm, der alles, aber auch wirklich alles bedeckte. Das heißt, man gewann in den Ladeorten abgerollte Bruchmassen, deren eventuell vorhandene interessante Mineralisationen meist vollständig durch den Rotschlamm verdeckt waren und so häufig unerkannt blieben. Außerdem waren Funde aus den Bruchmassen für die Betriebsgeologie uninteressant, da ihre ursprüngliche Lage im Gebirge nicht mehr zuzuordnen war und sie so keine weiteren Erkenntnisse zur Lagerstätte liefern konnten.

Frisches Haufwerk gab es lediglich bei Streckenauffahrungen, die aber aufgrund der gewählten Aus- und Vorrichtungsvariante hauptsächlich im nicht vererzten Nebengestein erfolgten, bzw. beim Sprengen von zu großen Einzelbrocken in den Ladeorten. Neuauffahrungen und Sprengungen von Einzelblöcken waren die Hauptquellen für Altenberger Minerale. So hatte ich einmal die Gelegenheit ein Ladeort (Strecke 613 Ladeort 4) zu betreten, in dem in der Schicht zuvor ein großer Brocken gesprengt worden war, der zahlreiche kleine Drusen mit hochglänzenden Hämatitkristallen des Altenberger Typs enthielt. Ein Teil des Hämatits war durch die Sprengung pulverisiert worden und bedeckte das ganze Ladeort, so daß dieses regelrecht aufleuchtete wenn man die Lampe hinein hielt - das war schon beeindruckend. Zwei Abbildungen von einer bei dieser Gelegenheit geborgenen Stufe sind in der Rubrik "Bilder Minerale" zu finden.

Wie bereits erwähnt, bildet der Pyknit eine Ausnahme. Er war rechtzeitig vor dem Herannahen der Verbruchfront ganz gezielt abgebaut worden. Bis zu seinem schrittweisen Verkauf wurde er untertage in einem ehemaligen Sprengmittellager zwischengelagert, das man als gut gefüllt bezeichnen konnte.

Die im Kapitel "Bergbau" näher beschriebenen Abbauverfahren brachten es mit sich, daß fast ausschließlich vorgebrochenes Material gefördert wurde und außer der auf den Spülhalden abgesetzten Trübe aus der Aufbereitung kein Haufwerk übertägig aufgehaldet wurde. Nur gelegentlich wurde Bergematerial aus Streckenvortrieben über den Schacht III nach übertage gebracht und mit auf der Spülhalde im Tiefenbachtal verkippt. Haldenfunde waren also stets seltene Zufallstreffer und sind jetzt, nach Rekultivierung des Geländes, so gut wie ausgeschlossen. Lediglich der bereits 1866 eingestellte Bergbau am Neufang hat östlich der Pinge einige kleine Halden hinterlassen, die aber nicht zum Zwitterstock sondern zum dort angrenzenden Gangerzbergbau gehören.

Mineralien (Anzahl: 139)

?

Hinweis

- Klicke auf ein oder mehrere Elemente um Mineralien mit Deiner Auswahl anzuzeigen. Die ausgewählten Elemente werden durch einen grünen Hintergrund angezeigt.

- Klicke zweimal auf ein Element um dieses Element auszuschließen. Die Auswahl wird durch grünen Hintergrund mit rot, durchgestrichenem Text angezeigt.

ZurücksetzenAgAlAsBBaBeBiCCaCeClCoCuDyFFeHInKLaLiMgMnMoNaNbNdNiOPPbSSbSiSnSrTaTiUVWYZnZr
Achat (Var.: Chalcedon)i
ote Achatbänder von 0,5cm stärke in Quarzgängen
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
8 BM
Amethyst (Var.: Quarz)i
Kristalle bis 1cm in Gängen und auf Klüften.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlg.Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
5 BM
Arsenopyriti
Kristalle bis 1cm im Gestein eingewachsen.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlg.Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
7 BM
Autuniti
Blättrige Kristalle bis 1cm zusammen mit Nakrit/Dickit? auf Quarzkristallen aufgewachsen.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
2M
Azuritr
Slg. thdun5
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
3M
Chalcedon (Var.: Quarz, Mogánit)r
Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
3M
Chalkopyritr
Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
7 BM
Chloanthit (Var.: Nickelskutterudit)r
xx, oo - in Hexaedern und Hex.-Kombinationen, Parag. siehe unter -ged.Wismut. (Eigenfund zw.98-02) von -M-
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
1 BM
Djurleitr
Slg. thdun5 XRD analysiert
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
2M
Eisenkiesel (Var.: Quarz)i
Kristalle bis 1cm in Gängen.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlg. Steinfried visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
1M
Fluoriti
Vereinzelt Flouritkristalle 4mm in Verbindung mit Arsenkies und Tennantit. Auch auch Klüften als tiefviolette Kristallpakete rundlicher Würfel bis 1cm.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Steinfried. ,visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)

xx - v.a. Hexaeder, z.T. mit div. Inclusen ( Pyrit, Markasit, Cu-kies, Hämatit,...), insgesamt recht häufig in den div. Gängen des Bruchs.
(Eigenfunde zw. 97-02) von -M-
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
7 BM
Hämatiti
In strahlig-blättrigen Aggregaten bis 3cm im Gestein einewachsen teilweise bunt Angelaufen auch als Glaskopf. Blättrige bis dicktaflige Kristalle von 3mm auf Klüften.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlg.Steinfried
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
9 BM
Kassiteriti
Kristalle bis 3mm im Quarz. Derb bis 2cm eingewachsen.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlung.Steinfried
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
13 BM
Malachiti
xx - feinnadelige Büschel bis ca. 7mm, mit Limonit auf Baryt, bisher nur von der ehemals untersten Sohle (Eigenfund ´98/99) von -M-
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
r


(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)

Steinfried , visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
4 BM
Markasitr
xxM. - vor allem als "Speerkies" auf und in Fluorit xx (Eigenfund zw.98-02) von -M-
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
2M
Nakritr
Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
1M
Nickelinr
oo - Parag. siehe unter - ged.Wismut; (Eigenfund zwischen 98-02) von -M-
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
1 BM
Pyritr
xxM. - Hexaeder, Kubooktaeder, Oktaeder. auf- und in Fluorit- und Calcit xx
(Eigenfunde zw. 98-02) von -M-
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
4 BM
Quarzr
Samlg.Steinfied
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
8 BM
Rauchquarz (Var.: Quarz)i
Kristalle bis 1cm auf Klüften.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Steinfried visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
1 BM
Rhodochrositi
In kräftig blutroten bis rotbraunen, glasglänzenden, durchsch.-uds.,
mehr oder weniger stark verzerrten, parkettierten / bzw. polysynthet.,
rhomboedrischen xxM.(bis 3mm )
Aufgewachsen, zusammen mit klaren, weißen bis hellgelben, Fluorit xxM.
(Hexaeder), aus einem kleinen Calcit-gang auf der 2.Sohle, von 2002.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
r
Da nicht analysiert, mglw. auch Mischkristallbildung - Rhodochrosit+Siderit / o.ä.
xxM. - in -frisch:blutroten, glasglänzenden, stark polysynthetischen-, Rhomben-aggregaten
neben Fluorit xx und Calcit xx (Eigenfund zw. 98-02) von -M-

(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)
1M
Skoroditi
als grünliche Krusten auf verwittertem Arsenkies.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
3M
Specularit (Var.: Hämatit)r
Samlg Steinfried
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
1M
Tennantiti
Kristalle von 0,5mm in Krusten auf Fluorit mit Arsenkies.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlg.Steinfied, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
3M
Torberniti
Kristalle dünntaflig bis 3mm in Quarzdrusen.
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
r
Samlg.Steinfried, visuell bestimmt
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Steinbruch hinterm 3. Galgenteich)
3 BM
Wismutr
ooM. - eingesprengt, z.t. Spalt-rhomboeder, in kleiner Co-Ni-Vererzung ( Ni-Skutterudit, Nickelin ), neben Chalkopyrit, Pyrit und Markasit, in Baryt+Fluorit+Calzit-Gang.
(Eigenfund zwischen 98-02) von -M-

(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg/Lauenstein)

Slg. thdun5
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg)
4 BM
'Wolframit'r
Slg. thdun5
(Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Altenberg)
4 BM
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Regionslokalitäten an denen das Mineral gefunden werden kann
 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 05. Dec 2019 - 12:18:20

Mineralbilder (70 Bilder gesamt)

Hämatit
Aufrufe (Bild: 1414307262): 623
Hämatit

Hämatit mit Anlauffarben von Altenberg, ehemals Jakob Sokatsch, Bildbreite 2,8 mm

Sammlung: Kainosit
Copyright: Kainosit
Beitrag: Kainosit 2014-10-26
Mehr   MF 
Baryt
Aufrufe (Bild: 1239016622): 2617
Baryt

Bildbreite: 15 mm; Fundort: Altenberg, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Hg 2009-04-06
Mehr   MF 
Topas, Pyknit
Aufrufe (Bild: 1457718640): 1659
Topas, Pyknit

Altenberg, Osterzgebirge, Sachsen, Stufe 18 x 12 x 8 cm

Sammlung: geomueller
Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2016-03-11
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 16)

Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Gestein -> Name des Gesteins
Gestein (TL) -> Gestein Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Gestein in der Region
 G -> Link zur allg. Gesteinsseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 06. Dec 2019 - 17:38:08

Gesteinsbilder (2 Bilder gesamt)

Altenberg Granit
Aufrufe (Bild: 1183389194): 6548
Altenberg Granit

Schnittmustergranit 7.Sohle, Auffahrung neue Lokstation, Größe10*10cm

Sammlung: hoe
Copyright: hoe
Beitrag: hoe 2007-07-02
Mehr   GF 
Zwittergestein mit Greisendurchtrümerung
Aufrufe (Bild: 1401035397): 1068
Zwittergestein mit Greisendurchtrümerung

Altenberg, Osterzgebirge, Sachsen. D:26cm. 2002.

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2014-05-25
Mehr   GF 

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Scheerer, T. (1854). Prosopit. Ann.Phys.Chem., Poggendorff, 90, 315. (Typ-Publ.)
  • H. Credner, K. Dalmer. Geologische Specialkarte des Königreichs Sachsen, Section Altenberg-Zinnwald Bl. 119 (5248) m. Erläuterungsheft, Leipzig 1890.
  • Wolfgang Schilka (1986). Zur Typisierung der Paragenesen Osterzgebirgischer Zinnerzlagerstätten unter besonderer Berücksichtigung der Altenberger Lagerstätte. Freiberger Forschungsheft C413, Leipzig.
  • Otfried Wagenbreth, Eberhard Wächtler et al. (1990). Bergbau im Erzgebirge - Technische Denkmale und Geschichte, 1. Aufl., Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, ISBN 3-342-00509-2.
  • Baumann, L. & Schlegel, G. (1967): Zur Geologie und Mineralisation der Zinnlagerstätte Altenberg. Freib. Forsch.-H.C217. Berlin.
  • Hans Prescher et al. (1987). Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens, 1. Aufl., Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, ISBN 3-342-00115-1.
  • Sokatsch, J., A. Massanek, & S. Weiß (2001). Zinnbergbau in Altenberg/Sachsen. LAPIS Jg.16 Nr.2, S.13-25.
  • Schilka, W. (1999). Zinnerzlagerstätte Altenberg in Sachsen - Die Mineralienfunde in der letzten Betriebsperiode von 1978 bis 1991. Min.-Welt Jg.10 Nr.2, S.17-39.
  • Jahn, S. (2000). Geologie, Bergbaugeschichte und Mineralien von Altenberg in Sachsen. Min.-Welt Jg.11 Nr.2, S.22-27.
  • Wolfgang Schilka (1991). Rückblick auf den Zinnerzbergbau im sächsischen Altenberg. Glückauf 127, Nr. 23/24, S.1077-79.
  • Eckhard Ehrt (1992). Zinnerzbergwerk Altenberg in Sachsen: Entwicklungsstand vor der Schließung. Glückauf 128, Nr.9, S.694-701.
  • Christian Noltze 1993). Verwahrung der Zinnerzgrube Altenberg. Erzmetall 46, Nr.11, S.612-25.
  • Weinhold, G. (2002). Die Zinnlagerstätte Altenberg, Sächsisches Oberbergamt und Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Reihe Bergbau in Sachsen Bd. 9, 289 S. https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11942
  • Weiß, S. (2012). "Pyknit" aus Altenberg/Sachsen. Lapis Extra 43 (Pseudomorphosen), S.95.

Weitere Literatur zu Geologie und Bergbau von Altenberg

  • Das erzgebirgische Zinn in Natur, Geschichte und Technik, W. Barsch, W. Quellmalz, H. Wilsdorf, G. Schlegel, 3. überarbeitete Auflage 1988, Veröffentlichung der Bergbau-Schauanlage Altenberg
  • Einheimische Minerale, Heiner Vollstädt, 6. Aufl. 1981, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig
  • Geologische Streifzüge, Otfried Wagenbreth, Walter Steiner, 2. Auflage 1985, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig.
  • Abriß der Geologie von Sachsen, Kurt Pietzsch, 2. Aufl. 1956, Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin.
  • Das beste Ertz ... Eine bergbauhistorische Reise durch das sächsische Erzgebirge, Jens Kugler, Wolfgang Schreiber, Bode Verlag Haltern, 1992, ISBN 3-925094-47-4

Weblinks:


Quellenangaben

  • hoe (Für die Kapitel "Geologie und Lagerstätte" und "Minerale" habe ich im wesentlichen auf die verschiedenen Veröffentlichungen von Dr. Wolfgang Schilka (Betriebsgeologe und letzter Geschäftsführer von ZINNERZ Altenberg) zurückgegriffen. Bei der Darstellung der Bergbauhistorie habe ich mich an die Ausführungen von Prof. Dr. Otfried Wagenbreth und Prof. Dr. Eberhard Wächtler et al. in "Bergbau im Erzgebirge" gehalten. Bedanken möchte ich mich bei den ehemaligen ZINNERZ-Mitarbeitern Norbert Paul (Bergbau) und Ulrich Bormann (Aufbereitung), die viele Informationen zur vierten und bisher letzten Hauptperiode beigetragen haben.)

Einordnung



Notice: "A non well formed numeric value encountered" (...repeated 11 times)

Notice: "A non well formed numeric value encountered"