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Grube Ludwig Vereinigt Feld (Grube Patriot)

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Sachsen / Vogtlandkreis / Bösenbrunn / Schönbrunn / Grube Ludwig Vereinigt Feld (Grube Patriot)

An­fahrts­be­sch­rei­bung

4 km SW von Oelsnitz

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebau, Halden

Geo­lo­gie

Diabas, Grauwacke, Schiefer, Fluoritlinsen, Kupfervererzung (Oxidationszone)

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine, Komplett eingezäunt

Letz­ter Be­such

07/2009

GPS-Ko­or­di­na­ten

Schönbrunn, Grube Ludwig Vereinigt Feld



Schönbrunn, Grube Ludwig Vereinigt Feld

WGS 84: 
Lat.: 50,411437° N, 
Long: 12,116566° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 24' 41,173" N,
   Long: 12° 6' 59,638" E
Gauß-Krüger: 
R: 4508391,
 H: 5586177
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=10331
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ Ludwig Vereinigt Feld, Schönbrunn, Bösenbrunn, Vogtlandkreis, Sachsen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (10 Bilder gesamt)

Flussspatgrube Schönbrunn
Aufrufe (Bild: 1270374790): 3752
Flussspatgrube Schönbrunn

Förderstollenmundloch, 03.04.2010

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2010-04-04
Flussspatgrube Schönbrunn
Aufrufe (Bild: 1270374726): 3602
Flussspatgrube Schönbrunn

Halde wird beseitigt und Fläche saniert, 03.04.2010

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2010-04-04
Flussspatgrube Schönbrunn
Aufrufe (Bild: 1270374617): 3976, Wertung: 9.17
Flussspatgrube Schönbrunn

Förderturm kurz vor dem Abbruch, 03.04.2010

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2010-04-04

Ausführliche Beschreibung

Der Name Schönbrunn im Vogtland steht oft synonym für eine Reihe von Fluorit-Fundstellen im Vogtland. Die größte und bekannteste Grube im Revier ist die Fluoritgrube (Flußspatgrube). Das Grubenfeld der früher Grube Kunst und später noch Ludwig Vereinigt Feld genannten Grube liegt zwischen den Ortslagen von Schönbrunn und Planschwitz. Die bekannten violetten Fluoritoktaeder in Sternquarz/Paradoxit-Matrix stammen zumeist vom Tagebau I oder der Fluoritgrube "Ludwig Vereinigt Feld". In Wiedersberg bearbeitete der volkseigene Betrieb "Patriot" die Grube "Hertha" (bekannt für hübsche Goethit-Stalaktiten) und den eher unbedeutenden Schacht "Lothar". Kristallbildungen waren allerdings in diesem Revier selten. Weiter SO gelegen finden sich die Gruben Ludwig (nicht zu verwechseln mit dem Namen Ludwig Vereinigt Feld!) und die auf Zinn bauenden Werke St. Johannis und Burckhardt Zwitterzeche.

Die Grube Ludwig Vereinigt Feld (Fluoritgrube) förderte zu Beginn Eisen und Kupfer (historisch gute Azuritstufen aus den oberen Teufen!). Als nach 1926 der Eisenbergbau zur Neige ging, war der Fluorit einziges Abbaugut. In den 1960er Jahren war die Blütezeit der Grube mit Abbaumengen von 80.000-100.000 t Flußspaterz pro Jahr. Zu dieser Zeit erreichte der Hauptschacht schon die 173 m-Sohle, später erreichte man in einer Teufe von über 400 m noch eine weitere Flußspatlinse, die bis zum Betriebsende am 31.01.1991 abgebaut wurde. Es verblieben noch gute Mengen Flußspat unter Tage.

Dem Hauptfördergut der Grube geschuldet, ist der Fluorit das bekannteste Mineral der Fluoritgrube Schönbrunn. Trotzdem war es in kristallisierter Form gar nicht einmal häufig. Am geläufigsten sind dem Sammler sicherlich die sogenannten "Ochsenaugen", sich kreuzförmig durchdringende Zwillingskristalle mit charakteristischen Einkerbungen und gerundeten Seitenflächen. Diese "Ochsenaugen" waren meist violett, seltener weiß gefärbt. Wie diese traten auch die fast immer opaken violetten Oktaeder in einer rosaweißen Matrix aus Sternquarz und der Feldspatvarietät "Paradoxit" auf. Typisches Vorkommen war der Tagebau I der Fluoritgrube, selten waren hier blaue klare Würfel. Untertage war der Fluorit fast immer derb, kristallin trat er in Lösungshohlräumen oder - ungleich seltener und schöner, in Quarzdrusen auf. Hier wurden einige wenige herrliche kristallisierte Schaustufen gefunden. Das Farbspektrum reichte von wasserklar und farblos über rosa und violett bis hin zum Tiefblau. Hier dominierte der Würfel. Oktaeder oder Kombinationen beider sowie Rhombendodekaeder traten weniger gehäuft auf.

Nach dem Fluorit das nächstbedeutende Mineral war Pyrit. Die Kristallstufen dieses Minerals zählen unzweifelhaft zu den besten in Deutschland gefundenen. Dabei bestechen die Stufen durch einen frischen, blendenden Glanz und Kristallgrößen bis über 4 cm (meist aber nur 1-2 cm). Daneben traten skelettartige "Hopper" im Ankerit auf. Alle weiteren Minerale von Schönbrunn sind wesentlich seltener. Azurit kam in den Altbergbaugebieten vor, so etwa als bis 2 cm messende tiefblaue xx von der 55 m-Sohle der Fluoritgrube (begleitet von strahligem grünem Malachit xx). Ganz ähnliche xx kamen auch (auf hellblauem, derbem Fluorit im Tagebau I vor. Von der alten Ludwig Fundgrube kamen winzige frische Azurit xx mit Malachit und Cuprit im "Homichlin", einem zersetzten Chalkopyrit-Limonit-Gemisch. Bismuthinit kam in guten, frei gewachsenen schwarzgrauen Stengeln bis Zentimeterlänge vor, besonders im benachbarten Revier Bösenbrunn. Gut kristallisierten Baryt, an den Kanten gelblich gefärbt, sonst farblos, lieferte die 173 m-Sohle. Bekannt sind auch schöne Stufen, voll besetzt mit Calcit-Blätterspat. Sekundärminerale waren allgemein wenig verbreitet. Außer Azurit sind hier die aus dem seltenen Galenit hervorgegangenen Minerale Cerussit, Pyromorphit und Wulfenit zu nennen.

Die Fundmöglichkeiten im Revier sind als sehr schwankend zu bezeichnen, die besten Chancen hat der vor Ort ansässige Sammler. Im Jahre 1995 wurden noch einmal sehr gute Goethit-Glasköpfe in der Grube "Hertha" bei Wiedersberg gefunden. Zudem gelingen immer mal wieder Funde von Fluorit, so vor einigen Jahren im Tagebaugelände.

Mineralien (Anzahl: 81)

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Mineralbilder (147 Bilder gesamt)

Pyrit, Fluorit
Aufrufe (Bild: 1364163144): 2723
Pyrit, Fluorit

FO.: Grube Patriot, Schönbrunn, Vogtland, Sachsen, Deutschland / Stufengröße: 9 x 5 cm

Sammlung: Hrouda
Copyright: Hrouda
Beitrag: Hrouda 2013-03-24
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Fluorit-Oktaeder in Paradoxit
Aufrufe (Bild: 1198358899): 2728
Fluorit-Oktaeder in Paradoxit

Bildbreite ca. 8 cm; Fundort: Schönbrunn, Vogtland, Sachsen, Deutschland

Sammlung: berthold
Copyright: berthold
Beitrag: berthold 2007-12-22
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Fluorit
Aufrufe (Bild: 1308910099): 758
Fluorit

Größe: 51x29x23 mm; Fundort: Schönbrunn, Vogtland, Sachsen, Deutschland

Copyright: Mingems
Beitrag: slugslayer 2011-06-24
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Gesteine (Anzahl: 3)

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Aktualität: 26. Oct 2020 - 16:12:12

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Hofmann, F. (1990). Die Fluoritvorkommen des Erzgebirges und des Vogtlandes. Emser Hefte Jg.11, No.3, S.52-58.
  • Weber, H. (1992): Die Mineralien der Flußspatgrube Schönbrunn bei Oelsnitz im Vogtland, in: LAPIS 7/8 1992, S. 13-25.
  • Martin, M. (1994). Neufunde aus Sachsen (III) . Lapis, Jg.19, Nr.12, S.43-44.
  • Haake, R. (1994). Die Mineralien der Flußspatgrube Schönbrunn bei Oelsnitz im Vogtland. Min.-Welt, Jg.5, Nr.1, S.22-31+47 (53).
  • Kuschka, E & W. Hahn (1996). Flußspatlagerstätten des Südwestvogtlandes Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg. Bergbaumonographie: Bergbau in Sachsen. LA Umwelt und Geologie, Oberbergamt.
  • Pestel, S. (1997): Pyrolusit aus Wiedersberg im Sächsischen Vogtland, in: LAPIS 9/1997, S.39-40.
  • Kuschka, E. (1998). Das Thermalwasser in der Flußspatgrube Schönbrunn im Vogtland. Fundgrube, Bd.1/2, S.2.
  • Kasiske, J & Pestel, S. (2003). "Ochsenaugen" vom Feinsten: Neue Fluoritfunde aus Schönbrunn im Vogtland. Lapis, Jg.28, Nr.9, S.13-17.

Quellenangaben: