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Schneckensteingebiet

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Sachsen / Vogtlandkreis / Muldenhammer / Tannenbergsthal / Schneckensteingebiet

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=12952
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Ausführliche Beschreibung

Fundortsituationsbericht Schneckensteingebiet August 2004

Der folgende kleine Bericht beschreibt eine Reihe von Fundpunkten die sich etwa in einem Radius von ca. 5 km Luftlinie rund um den berühmten Schneckenstein (Topasfelsen) bei Tannenbergsthal im Vogtland befinden. Diese Tour unternehme ich immer einmal im Jahr um mir einen Überblick über die Fundsituation in diesem Bereich zu machen.

Wismuthalde
Wismuthalde

Dieses Bild zeigt den relativ frischen Anschnitt der Wismuthalde.

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Wismuthalden
Wismuthalden

Ausblick von der Halde in Richtung Klingenthal mit der Baustelle der neuen Aschbergschanze (Bildmitte).

geomueller

Zunächst war ich am Schneckenstein selbst. Wie allgemein bekannt ist ist das Sammeln am Schneckenstein und der unmittelbaren Umgebung strikt verboten. Aber die Hangschuttmassen die sich im Laufe der jahrmillionen währenden Verwitterung des Schneckensteines gebildet haben reichen weit hangabwärts bis zum Bodateich und man findet im Wald genügend Stellen wo man mehr oder weniger unbeobachtet suchen kann. Meist reicht es schon den Schutt der anderen noch mal durch zu arbeiten. Man muß es ja auch nicht unbedingt drauf anlegen verjagt zu werden. Hammerschläge hört man dort km-weit und z. Z. sind jede Menge Leute damit beschäftigt das künftige Museum zu sanieren. Auf diese Weise habe ich auch ohne zu graben und kaum den Hammer einzusetzen drei brauchbare Topasstufen gefunden.

Weiter ging es zu den ehemaligen Wismuthalden im Bereich des gut ausgeschilderten Aussichtspunkes ca. 1 km westlich des Schneckensteins. Die linke (östlichste) dieser drei Halden (früher waren hier Trainingssprungschanzen) wurde vor mehreren Jahren zur Schottergewinnung teils abgetragen. Heute ist nur noch an einer Stelle ein frischer Anschnitt wo sich ein Sammeln lohnt, der Rest der Halde ist schon wieder verkrautet. Die Halde besteht aus Amphibolitglimmerfels, Glimmerschiefer, Fruchtschiefer und wenig Granit. An Mineralen habe ich gefunden Quarz, Baryt derb, schönen Siderit xx bis 2 cm, Zinnstein xx bis 5 mm, Limonit. Es lohnt sich nur Quarz- und Schwerspatgangstücke zu zerschlagen.
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Gottesberg
Gottesberg

"Waldsee", Absetzbecken der ehemaligen Zinnaufbereitung Gottesberg

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Gottesberg
Gottesberg

eine der unzähligen Pingen im Waldgebiet um Gottesberg

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Nachdem ich noch mal kurz am Schaubergwerk "Grube Tannenberg" (www.schneckenstein.de) in der Nähe des Schneckensteins vorbei gesehen habe ging es wieder hinunter ins Tal zur Hauptstraße und gleich gegenüber wieder hinauf nach Gottesberg. In Gottesberg und Umgebung ging vom Mittelalter bis in die 60er Jahre ein reger Bergbau auf Zinn und Uran um. Am Ende des Ortes befindet sich ein "beschaulicher Waldsee" in dem bei entsprechendem Wetter auch viel gebadet wird. In Wirklichkeit handelt es sich hier aber um ein Absatzecken der Erzaufbereitung in das die Aufbereitungsrückstände der Zinnerzaufbereitung eingespült wurden, also der Sand hier ist nicht gerade Sand eines Badestrandes.

In den Wäldern rund um den See befinden sich viele meist mittelalterliche Pingen und Kleintagebaue. Hier kann man mit etwas Ausdauer immer Greisenmaterial mit eingewachsenen und auch freistehendem Zinnstein sowie Quarzkristalle bis 10 cm und Schörl finden.
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Klingenthal
Klingenthal

Der Jaspis auf dem Bild ist das ausgewählte Ergebnis von 5 Minuten Suche.

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Weiter ging es auf der Straße über Mühlleiten nach Klingenthal. Direkt am Ortseingangsschild Klingenthal biegt man links ab und erreicht nach ca. 150 m einen kleinen Parkplatz. Direkt am Parkplatz läuft ein kleiner Bach vorbei. Der Bachlauf ist voll von ziegelrotem bis fleischrotem Jaspis, teis gebändert teils als Breccienjaspis. Wenn man bachaufwärts läuft kann man den Jaspis massenweise auflesen, so das eine Auswahl der Stücke die man mitnimmt unausweichlich ist. Diese Stelle ist ideal wenn man mit Kindern suchen gehen will, weil hier Erfolgserlebnisse garantiert sind. Derartige Fundstellen gibt es hier in der Gegend viele, z. B. an der großen und kleinen Pyra bei Morgenröte-Rautenkranz.


Aschbergschanze
Aschbergschanze

Baustelle der neuen Aschbergschanze (August 2004), dies wird die modernste Sprungschanze Europas

geomueller
Mundloch
Mundloch

Stollenmundloch der "abgesoffenen" Schwerspatgrube Brunndöbra bei Klingenthal

geomueller

Weiter gings hinein nach Klingenthal. Mitten in Klingenthal biegt man rechts ab in Richtung Muldenberg. Hier fährt man direkt an der imposanten Baustelle der neuen Aschbergschanze vorbei.

An der Schanze vorbei weiter in Richtung Muldenberg kommt nach ca. 500 m rechts ein kleines Gewerbegebiet. Hier fährt man in das Gewerbegebiet hinein und die Straße immer weiter. Schließlich kommt man zur ehemaligen Schwerspatgrube Brunndöbra. Der Bergbau wurde 1991 endgültig eingestellt. Zu Ende der DDR-Zeit hat man hier noch eine neue sehr aufwendige Rampe mit Gefälle in den Berg getrieben um einen neuen tieferen Feldesteil aufzuschließen um mit dem Abbau zu beginnen. Als die Vorrichtungsarbeiten beendet waren und der Abbau des Schwerspates beginnen sollte kam die Wende und alles wurde eingestellt und saniert. Heute existiert nur noch die Halde (vollkommen taub), die ehemalige Erzverladung, ein paar nachgenutzte Gebäude inklusive des Stollen der das ganze untertägige Gebiet entwässert, sowie das Mundloch der abgesoffenen Rampe.


Saubachriß bei Muldenberg
Saubachriß bei Muldenberg

Saubachriß bei Muldenberg

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Saubachriß bei Muldenberg
Saubachriß bei Muldenberg

Saubachriß bei Muldenberg

geomueller

Zum Abschluß der kleinen Rundreise ging es noch zum Saubachriss bei Muldenberg. Der kleine Bruch (nur ca. 20 x 20 m) liegt rechts der Straße nach von Klingenthal nach Muldenberg ca. 1 km vor Muldenberg in einer scharfen Rechtskurve 150 m rechts in Wald. Der Saubachriß ist ein uralter Steinbruch aus dem 19 Jahrhundert in dem Quarzporphyr zur Schottergewinnung für den Straßenbau gewonnen wurde. Der Quarzporphyr ist pneumatolytisch verändert, das feinkörnige Gemenge des Porphyrs besteht aus Topas und Glimmer. Der Bruch ist bei Sammlern wegen des Vorkommens an Symplesit der meist als grüne kleine radialstrahlige Büschel vorkommt und wegen der herrlichen Feldspatpseudomorphosen als Karlsbader Zwilinge bekannt. Beides konnte ich bei meinem letzten Besuch wegen der Kürze der Zeit leider nicht finden. Gefunden habe ich aber Pyrit, Arsenkies und Zinnstein jeweils in kleinen idiomorphen eingewachsenen Kristallen. Zum Abschluß noch zwei Bilder von dieser kleinen Fundstelle.

Mineralien (Anzahl: 23)

Mineralbilder (13 Bilder gesamt)

Hämatit (optisch bestimmt!) in Topas
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Hämatit (optisch bestimmt!) in Topas

Schneckensteingebiet, Vogtland, Sachsen; 1 mm Bildbreite

Sammlung: Sebastian
Copyright: Sebastian
Beitrag: Sebastian 2016-12-14
Topas in Brekzie
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Topas in Brekzie

Topas 1,4 cm lang, dahinter noch ein kleinerer mit Bergkristallen, Schneckenstein, Vogtland, Sachsen

Sammlung: Sebastian
Copyright: Sebastian
Beitrag: Sebastian 2016-10-21
Topas mit Ilmenorutilinklusen
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Topas mit Ilmenorutilinklusen

Schneckensteingebiet, Vogtland, Sachsen, BB: 10 mm

Sammlung: Sebastian
Copyright: Sebastian
Beitrag: Sebastian 2016-12-14

Gesteine (Anzahl: 4)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Lapis Red. (1993). Lapis Aktuell: Sammelverbot im Schneckensteingebiet / Vogtland. Lapis, Jg.18, Nr.1, S.7.

Quellenangaben:

Einordnung