'._('einklappen').'
 

Tagebau "Mücke"

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Thüringen / Greiz, Landkreis / Berga a. d. Weiße Elster / Culmitzsch / Tagebau Mücke

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebau, verfüllt

Geo­lo­gie

Permotriassische Plattformablagerungen

Die Zechsteinablagerungen stellen eine wechselnde Folge von rotbraunen Sandsteinen, Schluffsteinen und Tonsteinen dar, die unter arid-kontinentalen Bedingungen als Randfazies im Deltabereich des Zechsteinmeeres entstanden sind.

Die "Rotsedimente" besitzen im Bereich Culmitzsch eine Mächtigkeit zwischen 31 und 56 m. Den markantesten Horizont bildet der dickbankige, teilweise dolomitisierte "Culmitzscher Sandstein" mit seinen auffallenden Geröll- und Feldspatanteilen.

Die "Rotsedimente" schließen zwei graufarbene, marine Schichtpakete aus dunklen, kohlenstoffreichen Tonsteinen sowie Schluff- und Sandsteinen ein, denen Dolomitlagen und Dolomitkonkretionen zwischengelagert sind.

Diese sogenannten "Erzhorizonte" enthalten hohe Gehalte an Uran und eine Sulfidmineralisation mit den Hauptkomponenten Pb, Zn, Cu und As. Neben den sehr häufigen inkohlten Pflanzenresten konnte eine typische Zechsteinflora und -fauna nachgewiesen werden. Diese Schichten waren der Gegenstand des Uranerzabbaues im Bereich Culmitzsch.

Der Plattendolomit als weitere marine Bildung konnte nur in tektonischen Teilschollen angetroffen werden und liegt nach einer flächenhaften Auslaugung als schwarzbrauner, stark Fe- und Mn-haltiger Residualton vor.

Die Zechsteinschichten werden von den kaum verfestigten konglomeratischen Sandsteinen des Unteren Buntsandsteins überlagert.

Die permotriassischen Schichten mit geringmächtiger Quartärbedeckung lagern diskordant auf Tonschiefern des Grundgebirges, die stratigraphisch der ordovizischen Phycoden- bis Frauenbach-Folge zugerechnet werden.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

nicht zugänglich

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=5821
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Tagebau Mücke, Culmitzsch, Berga a. d. Weiße Elster, Greiz, Thüringen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (2 Bilder gesamt)

Tagebau "Mücke" Culmitzsch
Aufrufe (Bild: 1237732117): 2779
Tagebau "Mücke" Culmitzsch

Tagebau "Mücke" Culmitzsch, 1950/1960er Jahre im Abbau

Sammlung: Wismut GmbH
Copyright: Wismut GmbH
Beitrag: geomueller 2009-03-22
Tagebau "Mücke" Culmitzsch
Aufrufe (Bild: 1237732052): 2797
Tagebau "Mücke" Culmitzsch

Tagebau "Mücke" Culmitzsch, 1950/1960er Jahre im Abbau

Sammlung: Wismut GmbH
Copyright: Wismut GmbH
Beitrag: geomueller 2009-03-22

Ausführliche Beschreibung

Das Uranerzrevier Culmitzsch wird oft im Zusammenhang mit dem von Ronneburg genannt, es ist aber sowohl regional, lagerstättenkundlich und geologisch eine völlig eigenständige Lagerstätte. Im Gegensatz zum Ronneburger Lagerstättenkomplex kam es in Culmitzsch zum Abbau von permischen Tonsteinen die dem Zechstein zuzuordnen sind.

Die Tonsteine der sogenannten „Unteren und Oberen Grauen Folge“ stellten die produktiven Schichten der permotriasischen Uranerzlagerstätten des Culmitzscher Halbgrabens dar. Diese Erze wurden in den Uranerztagebauen Sorge-Settendorf, Katzendorf, Trünzig, Gauern und Culmitzsch gewonnen und zeitlich gestaffelt in den Aufbereitungsbetrieben Crossen und Seelingstädt verarbeitet. Die Aufbereitungsrückstände dieser Erze wurden in den IAA Dänkritz 1 und 2, Helmsdorf und der IAA Trünzig eingelagert. Lithologisch betrachtet handelt es sich bei der „Unteren und Oberen Grauen Folge“ um eine Wechselfolge von grauen Tonsteinen, Schluffsteinen, Sandsteinen und Dolomiten. Die Tonsteine dieser „Grauen Folgen“, als produktive Schichten, besitzen eine grünlichgraue bis schwarzgraue Färbung. Durch Sandlagen im mm-Bereich wird eine charakteristische Hell-Dunkel-Bänderung hervorgerufen. Die Tonsteine bestehen zu 60 – 70 % aus Tonmineralien, bei denen es sich um solche der Montmorillonit-Gruppe handelt. Die dunklen Tonsteine enthalten 1 – 15 % inkohltes Pflanzenmaterial. Die Tonsteine sind Träger einer feindispersen, sehr absätzigen Uranvererzung. Mit den erhöhten Urangehalten konnten auch erhöhte Gehalte an Pb, Zn, Cu, und Mo festgestellt werden. Die Mächtigkeit der vererzten Tonsteine lag zwischen 1 und 2 m und erreichte an der Culmitzscher Störungszone über 6 m. Der durchschnittliche Urangehalt lag bei 0,04 – 0,05 %, Maximalgehalte etwa 0,2 %. Die „Untere und Obere Graue Folge“ umfasst Ablagerungen der marinen Randfazies des Zechsteins und kann mit dem Werra-Karbonat der Beckenfazies parallelisiert werden.

Ab 1950 kommt es zu den ersten Erkundungen seitens der SAG WISMUT. Anfangs geschieht dies durch Bohrungen und das Anlegen von Tiefschürfen. 1955 schließlich wird mit dem Tagebau Culmitzsch-Nord begonnen, später kommt der Tagebau Culmitzsch-Süd hinzu, welche sich während des Abbaues zum Großtagebau Culmitzsch vereinten. Im Revier Culmitzsch wurden bis zu seinem Betriebsende fast 108 Mio.m³ Material gebrochen und bewegt. Aus dem Tagebau wurden insgesamt über 9.000 Tonnen reines Uran gewonnen. Die größte Abbautiefe wurde mit 85 m erreicht. Der Abbau der Erze erfolgte bis 1967. Ab 1964 wurde begonnen aus dem rießigen Tagebau die industrielle Absetzanlage Culmitzsch zu gestalten. Aus einem Teil der Tagebauhalden wurden mehrere Dämme geschüttet die eine Höhe bis zu 68 m erreichten. In die Absetzanlage wurden insgesamt ca. 85 Mio. m³ Aufbereitungsrückstände (Tailings) des Uranerzaufbereitungsbetriebes Seelingstädt, der überwiegend Erze aus dem Ronneburger Bergbaugebiet aufbereitete, eingespült. Derzeit wird die Absetzanlage Culmitzsch saniert, die Kernsanierung wird voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein. Jedes Jahr Ende Juni besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Tages der offenen Tür der Wismut GmbH, das Gelände der Industriellen Absetzanlage Culmitzsch zu besichtigen.

Der Ort Culmitzsch lag zwar außerhalb des Tagebaues unmittelbar an dessen Rand, musste aber wegen der zu großen Beeinträchtigungen durch den Tagebaubetrieb, insbesondere durch die Großsprengungen, abgerissen werden. Eine damals bei Ausflüglern beliebte Waldgaststätte namens "Mücke" musste direkt dem Tagebau weichen. So ist der Tagebau auch unter dem Namen dieses Gasthofes als "Mücke" bekannt. Interessante Details zu Culmitzsch findet ihr unter www.culmitzsch.de

Nennenswerte Mineralvorkommen gab es kaum, lediglich die Uranglimmer kamen hier in der Betriebszeit etwas häufiger vor. An der Basis der Lagerstätte kamen in den sogenannten Basalkonglomeraten fast vollständig in Sulfide und Uraninit umgewandelte Koniferenstämme vor. Für eines aber wurde der Tagebau von Culmitzsch bekannt: Realgar. Die bis über einen Zentimeter langen, kräftig roten Nadeln und langprismatischen xx in Hohlräumen von Dolomitlagen innerhalb des unteren Erzhorizontes (Untere Graue Folge) dürften zu den besten in Deutschland zählen. Die Funde traten aber nur selten in sulfidisch überprägtem kavernösen Dolomit in den 1960er Jahren zu Tage. Fundmöglichkeiten bestehen keine mehr.

In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Tagebau Culmitzsch befanden sich noch die ehemaligen Tagebaue Sorge-Settendorf, Trünzig, Katzendorf und Gauern die auf dem gleichen Lagerstättentyp bauten und ebenfalls teilweise zu Absetzanlagen umgebaut wurden.

Mineralien (Anzahl: 34)

?

Hinweis

- Klicke auf ein oder mehrere Elemente um Mineralien mit Deiner Auswahl anzuzeigen. Die ausgewählten Elemente werden durch einen grünen Hintergrund angezeigt.

- Klicke zweimal auf ein Element um dieses Element auszuschließen. Die Auswahl wird durch grünen Hintergrund mit rot, durchgestrichenem Text angezeigt.

ZurücksetzenAgAsBaCCaCuFFeHMgOPPbSSiTiUZnZr
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Regionslokalitäten an denen das Mineral gefunden werden kann
 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 23. Jun 2021 - 12:54:28

Mineralbilder (54 Bilder gesamt)

Baryt
Aufrufe (Bild: 1327860775): 1833, Wertung: 8.67
Baryt

mit eingewachsenen Goethitnadeln, Tagebau "Mücke" Culmitzsch bei Berga, Thüringen, BB 1 cm

Sammlung: geomueller
Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2012-01-29
Mehr   MF 
Alacranit
Aufrufe (Bild: 1415629011): 1662
Alacranit

gelblich-orangefarbene Krusten aus Alacranit und Pararealgar; auf Realgar xx in einer Druse im Zechsteinkalk; Tagebau Mücke, Culmitzsch bei Berga, Thüringen, BRD; Bildbreite: 3 cm

Sammlung: chribiedav
Copyright: chribiedav
Beitrag: chribiedav 2014-11-10
Mehr   MF 
Realgar
Aufrufe (Bild: 1332088284): 810
Realgar

als Schichtflächenbelag in kleinsten XX bis 2 mm auf Dolomitgestein, Tagebau "Mücke" Culmitzsch bei Berga, Thüringen, Stufe 18 x 12 x 2 cm

Sammlung: geomueller
Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2012-03-18
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 7)

Brekzier
Jürgen Müller
(Thüringen/Greiz, Landkreis/Berga a. d. Weiße Elster/Culmitzsch/Tagebau Mücke)
BG
Dolomitsteinr
Jürgen Müller
(Thüringen/Greiz, Landkreis/Berga a. d. Weiße Elster/Culmitzsch/Tagebau Mücke)
G
Konglomeratr
Jürgen Müller
(Thüringen/Greiz, Landkreis/Berga a. d. Weiße Elster/Culmitzsch/Tagebau Mücke)
G
Sandsteinr
Jürgen Müller
(Thüringen/Greiz, Landkreis/Berga a. d. Weiße Elster/Culmitzsch/Tagebau Mücke)
G
Schlammsteinr
Jürgen Müller
(Thüringen/Greiz, Landkreis/Berga a. d. Weiße Elster/Culmitzsch/Tagebau Mücke)
G
Schluffr
Jürgen Müller
(Thüringen/Greiz, Landkreis/Berga a. d. Weiße Elster/Culmitzsch/Tagebau Mücke)
G
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Gestein -> Name des Gesteins
Gestein (TL) -> Gestein Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Gestein in der Region
 G -> Link zur allg. Gesteinsseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 23. Jun 2021 - 12:54:28

Gesteinsbilder (2 Bilder gesamt)

Tonstein
Aufrufe (Bild: 1269696670): 1863
Tonstein

mit Rippelmarken. Ehem. Tagebau Culmitzsch, Thüringen, Deutschland

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2010-03-27
Mehr   GLF 
Brekzie
Aufrufe (Bild: 1359823895): 667
Brekzie

aus dem Basalkonglomerat an der Basis der Lagerstätte, Tonschieferbruchstücke mit karbonatischem und sulfidischem (Chalkopyrit) Bindemittel, Tagebau "Mücke" Culmitzsch bei Berga, Thüringen, Anschli...

Sammlung: geomueller
Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2013-02-02
Mehr   GF 

Fossilien (Anzahl: 2)

Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Fossil -> Name des Fossils
Fossil (TL) -> Fossil-Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Fossil in der Region
 F -> Link zur allg. Fossilseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Fossil ? ->Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 23. Jun 2021 - 12:54:28

Fossilbilder (1 Bilder gesamt)

inkohltes Astfragment
Aufrufe (Bild: 1286550964): 1433
inkohltes Astfragment

in Basalkonglomerat,Tgb. "Mücke" Culmitzsch, Thüringen, Stück 12,5 x 9 cm

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2010-10-08
Mehr   FoF 

Untergeordnete Seiten

Liste aktualisieren | Anzeigeebene: 2 - 3 - 4 - 5 - Alles aufklappen

Aktualität: 23. Jun 2021 - 12:54:28

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Quellenangabe


Literatur:

  • Bilz, R. (1994). Die Zechstein-Uranerzlagerstätten bei Berga/Elster in Ostthüringen - Ein bergbaugeschichtlicher Rückblick. Fundgrube, Bd.1, S.5.
  • Witzke, T. & Rüger, F. (1998). Die Mineralien der Ronneburger und Culmitzscher Lagerstätten in Thüringen. Lapis, Jg.23, Nr.7, S.26-64.
  • Lange, G., Dietel, W., Schuster, D. & Motz, H. (1998). Geologie der Uranlagerstätten Culmitzsch und Ronneburg. Lapis, Jg.23, Nr.7, S.65-77.
  • Witzke, T. & Rüger, F. (1998). Komplette Mineralliste der Reviere Ronneburg und Culmitzsch. Lapis, Jg.23, Nr.7, S.75.
  • Rüger, F. (2008): Die Enzyklopädie der Culmitzscher und Ronneburger Uranerzlagerstätten. Eigenverlag, CD.

Weblinks:

Einordnung