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Gehren

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Thüringen / Ilm-Kreis / Gehren

Verkürzte Mineralienatlas URL

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Verkürzte Pfadangabe

Gehren, Ilm-Kreis, Thüringen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (6 Bilder gesamt)

Manganmineral
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Manganmineral

Gehren

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Beitrag: geologe 2007-06-09
Quarz
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Quarz

gehren

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Fluorit
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Fluorit

Gehren

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Beitrag: geologe 2007-06-09

Ausführliche Beschreibung

Seitdem in Gehren wieder Flussspat abgebaut wird, sind auf dem Gelände der Phönix-AG umfangreiche Halden aufgeschüttet worden. Sicher war die Erwartungshaltung vieler hoch, doch ältere Sammler gaben zu bedenken, dass schon in der ehemaligen Fluoritgrube keine Schätze zu finden waren.
Nach einigen Fahrten nach Gehren kann ich das aus meiner Sicht bestätigen. Dennoch sollte sich zumindestens der lokale Sammler für die Fundstelle interessieren, stellt doch der Wiederbeginn des Fluoritabbaues für den Bergbau in Thüringen ein historisches Ereignis dar. Der Bergbau ist aber seit Jahren nicht weiter in Gang gekommen (Stand 2020).


Erste Hinweise der Flussspatgewinnung, die man für die Ilmenauer Kupferhütten benötigte, gehen bis ins 14.Jh. zurück. In den folgenden Jahren liegen immer wieder sporadisch Nachrichten vor, die vom Bergbau auf Flussspat berichten, vor, doch dürfte die Ausbeute sehr gering gewesen sein. Bis zum Beginn des 1.WK hatte die Fördermenge, an mehreren Abbauorten, bei nicht mehr als etwa 3000t pro Jahr gelegen. Nach dem verlorenen WK herrschte in Deutschland Rohstoffknappheit. Gleichzeitig kam neue moderne Drucklufttechnik zum Einsatz, so dass die Produktionszahlen sprunghaft stiegen und im Jahr 1936 rund 10.000t Flussspat abgebaut wurden.
Nach dem 2.WK wurden die Firmen enteignet und es entstanden der VEB Flußspat Gehren sowie der VEB Flußspat Ilmenau. Diese beiden Betriebe wurden 1951 zusammengelegt. 1964 wurde das Werk dem VEB Thüringer Spat-und Eisenerzgruben Schmalkalden zugeordnet.
Die Produktion im Schortetal (Ilmenau) wurde 1968 eingestellt. Zwischen 1945 und 1991 wurden am Floßberggang 2,9 Mio. Tonnen Erz abgebaut. In Spitzenzeiten arbeiteten 120 Mann in der Grube und 240 Mann über Tage in der Aufbereitung und Verwaltung. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands und der damit verbundenen Öffnung des Marktes erlebte Ostdeutschland einen Niedergang des Bergbaues und die Flußspatgrube Gehren stellte die Förderung am 12.02.1991 ein. Nach dem Nachfrageeinbruch der 90er Jahre war seit dem Jahr 2000 ein stetiger Anstieg der weltweiten Spatproduktion zu verzeichnen, was sich auch in den Preisen für Flußspat niederschlug.
Aufgrund dieser Situation wurde Gehren wieder interessant. Die bergmännischen Arbeiten wurden am 07.03.2005 wieder aufgenommen.


Die Fluorit-Baryt Lagerstätte von Gehren gehört dem Floßberg-Stechberg Gangsystem an. Dieses Gangsystem befindet sich zwischen Ilmenau und Möhrenbach im Thüringer Wald. Angrenzende Orte sind Langenwiesen mit dem Ortsteil Oehrenstock, sowie Gehren, wobei letzterer Ort den Zentralteil des Gangsystems bildet. Die Ganglagerstätte intrudierte in die vulkanischen Gesteine (Andesit, Rhyolith, Tuff) der Unteren und Oberen Gehrener Schichten. Die Gehrener Schichten werden den Stefan C bis Autun A zugeordnet. Sie überlagern Granite des Thüringer Hauptgranitmassivs. Die Lagerstätte ist eine hydrothermale Ganglagerstätte und das Ergebnis aufsteigender salinarer Tiefenwässer. Es werden 2 Hauptmineralisationsphasen unterschieden. Die 1. erfolgte im Unterkeuper und erzeugte eine Calcit-Fluorit Abfolge (Floßbergstörung). Im Malm erfolgte ein erneuter Mineralisationszyklus, der zu einer Fluorit-Baryt Mineralisation führte (Stechberg-Störung). In der Unterkreide kam es zu einer Überprägung des gesamten Gangsystems mit Abscheidungen von massivem Quarz.


Fluorit findet man in Gehren in grünlicher und violetter Farbe. Die Fundstücke sind kristallin, doch zumeist derb und ohne größere Drusen. Ich besitze lediglich eine kleine Stufe von 6x4 cm, in der sich in einer Druse einige schöne würflige Fluoritkristalle befinden. Trotz intensiver Suche konnte ich eine 2.Stufe in dieser Qualität nicht finden. In der Umgebung im Schobsetal gibt es einige Stellen mit kristallisiertem Baryt/ Fluorit. Es sind kleine Gangausbisse der Stechberg-Störung.

In der Nähe des Waldhotels gibt es eine Felsklippe, die mit vielen kleinen Drusen und Klüften durchsetzt ist. Darin kann man bei geduldiger Suche im Geröll und im Anstehenden schöne violette Kristalle finden. Sie sind auf winzigen Quarzrasen aufgewachsen. Vereinzelt kommt der Fluorit dort in gelber Farbe vor. Kristalle in dieser Farbe sind aber Ausnahmefunde.

Bei etwas intensiverer Suche findet man Dendriten auf Baryt. Diese sind oftmals sehr feingliederig und von beachtlicher Größe.
Baryt ist zumeist weiß oder von Manganmineralen rot gefärbt. Von den letzteren besitze ich lediglich eine kleine Stufe Pyrolusit, auf der einige Kristalle im mm-Bereich zu sehen sind. Alle anderen Manganminerale konnte ich bisher nur im derber Form finden.
Einzig Quarz bildet an dieser Fundstelle kleine Kristalle bis etwa 0,8 cm. Solche Funde sind jedoch selten und die Quarzkristalle werden meistens von anderen Mineralien überlagert und sind daher unansehnlich.Lediglich ein Einzelfund einer kleinen Quarzkristalldruse auf himmelblauem Chalcedon war besonders bemerkenswert (vgl. ähnliche Funde aus dem benachbarten Vorkommen bei Schönbrunn).
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass an der Fundstelle das Tonmineral Halloysit oder Illit vorkommt.

An der Straße zum Waldhotel und zur Zeit stillgelegten Bergbaubetrieb Phönix befindet sich linkerhand, ca. 300 m hinter der ICE Brücke eine Halde mit Baryt/Fluoritmineralisation (mit Chalkopyrit/Galenit). Darin sind auch Sekundärmineralien wie Malachit, Cerussit, Azurit u.a. zu finden. Es handelt sich um Versuchsmaterial für eine spätere Fluoritgewinnung der Phönix GmbH aus einer unbekannten Grube in Tunesien (Afrika). Hat mit den einheimischen Vorkommen nichts zu tun. Weitere Informationen zur Herkunft dieses Materials wären wünschenswert. (C. Linde)

Mineralien (Anzahl: 29)

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Malachit xx
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Malachit xx

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Beitrag: etalon 2016-01-24
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Malachit xx
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Malachit xx

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Beitrag: etalon 2016-02-13
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Fluorit
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Gehren

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Beitrag: geologe 2007-06-09
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