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Ilmenau in Thüringen

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Thüringen / Ilm-Kreis / Ilmenau

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Über die A71, Ausfahrten Ilmenau Ost und West

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=2154
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Geschichte des Bergbaus in der Region Ilmenau

Stadtgeschichte

Im Tal der Ilm, in landschaftlich reizvoller Umgebung, liegt die Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau. Diese am Nordrand des Thüringer Waldes gelegene Stadt wird im Jahr 1273 erstmalig urkundlich erwähnt. Damals gehörte Ilmenau zur Grafschaft Käfernburg und wurde 1343, nachdem sie bereits 1341 das Stadtrecht erhalten hatte, an die Grafen von Henneberg verkauft. Im Jahr 1583 fiel Ilmenau an das Haus Sachsen, im Jahr 1661 kam der für die Zukunft wichtige Übergang zum Haus Sachsen-Weimar (Bergbau unter der Leitung J.W.v.Goethe), wo es bis 1918 verblieb. Ilmenau gehört seit 1920 zum Land Thüringen und von 1922-1952 zum Landkreis Arnstadt. Als 1952 der Kreis geteilt wurde, entstand der Kreis Ilmenau. 1994 fusionierten beide Kreise und der Ilm-Kreis mit Verwaltungssitz in Arnstadt wurde aus der Taufe gehoben.

Das wirtschaftliche Gesicht Ilmenaus wurde Jahrhunderte lang vom Erzbergbau geprägt. Jedoch auch andere Industriezweige, teils mit langer Tradition, konnten in der Stadt Fuß fassen. Bis in das Jahr 1777 reicht die Herstellung von Porzellanerzeugnissen zurück. Das Porzellanwerk Henneberg beschäftigte 1930 etwa 2000 Menschen, im Jahr 1980 waren es ca. 3000 Beschäftigte. Nach dem politischen Wechsel wurde das Werk unrentabel und die Schließung im Jahr 2002 trug zu der derzeitigen hohen Arbeitslosigkeit bei. Allerdings siedelten sich auf dem ehemaligen Werksgelände wieder porzellanproduzierende Unternehmen an. Von weiterer Bedeutung für die wirtschaftliche Kraft der Region ist die Glasherstellung, die seit 1852 in Ilmenau beheimatet ist. Spezialisiert war und ist die Glasindustrie auf die Herstellung von Messgeräten und Glasinstrumenten. Von den ehemals 4000 Mitarbeitern, die in diesem Industriezweig beschäftigt waren, sind heute noch 600 Menschen in dieser Branche tätig. Vorübergehende Bedeutung erreichte die Spielzeugindustrie, die 1929 der Konkurrenz aus Franken erlegen war. Seit dem Jahr 1990 sind um Ilmenau mehrere Gewerbegebiete entstanden, die teilweise jedoch nicht voll ausgelastet sind. Das größte von ihnen ist das Gewerbegebiet Am Vogelherd, das seit 1973 existiert.

Die Liste der Persönlichkeiten, die in der Stadt tätig waren oder lebten, ist lang und reicht bis in die Gegenwart. An erster Stelle steht hier natürlich J.W.v.Goethe, dessen Rolle als Beauftragter des Herzogs Karl-August für Bergbau an anderer Stelle näher beleuchtet werden wird. Goethes Verbundenheit zu Ilmenau kommt in mehren Äußerungen des Dichters zum Ausdruck. Nicht zuletzt entstand hier auf dem Kickelhahn das bekannte Gedicht:

Über allen Gipfeln
ist Ruh;
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum ein Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur!Balde
Ruhest du auch.

Karl-Ludwig von Knebel und Johann Peter Eckermann lebten oder arbeiteten in Ilmenau.

Bekannte Sportler wie die Rennrodler Wolfram Fiedler oder der Biathlonsportler Peter Sendel waren in Ilmenau beheimatet. An Politikern seien Claudia Nolte, Dagmar Schipanski oder der ehemalige Oberbürgermeister von Erfurt, Manfred Ruge, genannt.

Ein Stadtbrand zerstörte 1752 die Stadt fast vollständig. Daher sind alle Gebäude des kleinen Altstadtkerns in spätbarockem Stil gebaut. Sehenswert ist das Rathaus, das auf den Ruinen des Vorgängerbaus errichtet wurde und dessen Portal und ein Erker den Brand überstanden. Das Amtshaus diente den Herzögen von Weimar als Residenz und auch Goethe war hier einige Male zu Gast. Das Stadtmuseum ist seit 1910 im Amtshaus untergebracht und zeigt Ausstellungsstücke zu den Themen Goethe, Bergbau, Glas und Porzellan. Der Ilmenauer Friedhof besteht aus einem historischen und einem „normalen“ Teil. Die Goetheschauspielerin Corona Schröter hat hier ihre letzte Ruhestätte. Die Stadtkirche ist ein spätbarocker Bau und beherbergt die größte Orgel Thüringens.
Außerhalb der Stadt befindet sich das Zechenhaus. Es ist ein Bau von 1730 und somit das älteste Gebäude von Ilmenau. Die daneben stehende Bergmannskapelle diente den Bergleuten als Gebetsstätte bevor sie einfuhren.

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Ilmenau von Oehrenstock aus gesehen Foto: Jürgen Lindner

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Altstadt von Ilmenau
Foto: Jürgen Lindner

BILD:1172331982

Kirche St.Jakobus
Foto: Jürgen Lindner

Geologie und Metallogenese

Der Thüringer Wald und das Thüringer Schiefergebirge stellen eine geschlossene Massenerhebung dar. Seine größten Höhen erreicht der Thüringer Wald mit dem "Großen Beerberg"(982m) sowie dem benachbarten "Schneekopf" (978m) im zentralen Teil bei Oberhof.

In der erdgeschichtlichen Entwicklung kommt es in Thüringen zur Konzentration von Erzen sowie nutzbaren Begleitmineralien wie z.B. Baryt und Fluorit. Erzbildungen an der Erdoberfläche sind vom Jungproterozoikum bis zum Dinant an marine bzw. küstennahe Verhältnisse gebunden (oolithische Eisenerze , pyrithaltige Schwarzschiefer). Durch oxidative Zerstörung der Gesteine im Siles-Unterperm wird die Voraussetzung für spätere Erzbildungsprozesse geschaffen. Jedoch entstehen in dieser Zeit schon Erzkonzentrationen. Durch die Zerstörung goldhaltiger Sulfide bilden sich die alten Goldquarzgänge des Thüringer Schiefergebirges. In Störungszonen wird durch den Ab- und Wiederaufstieg von Verwitterungslösungen meist gangförmiges Eisen- bzw. Manganerz angereichert.

In präzechsteinzeitlichen Gesteinen sind viele Stellen bekannt, in denen gangförmige oxidische Eisen- bzw. Manganerzanreicherungen vorkommen. Die Eisen- bzw. Manganerze sind meist voneinander getrennt und bilden separate Vorkommen. Das Haupteisenerz ist Hämatit, das meist in Verbindung mit Quarz, Baryt oder Fluorit auftritt. Diese Vorkommen waren der Anlass zu teilweise intensivem Bergbau - so z.B. bei Arlesberg, Friedrichroda oder in Oehrenstock bei Ilmenau.

Bei den postvariszischen Kupfer-Blei-Zink-Silbererzen sind 2 Typen ausgeprägt. Zu unterscheiden sind imprägnative Schwermetallsulfidanreicherungen und gangförmige Vorkommen.

Der frühere Kupferschieferabbau in Thüringen fand meist in der Nähe von Gängen oder an steilgestellten Flügeln statt. Die alten Kupferbergbaue am Nordrand des Thüringer Waldes ziehen sich von Mosbach-Catterfeld bis Ilmenau und - mit größeren Unterbrechungen - von Königsee und Saalfeld bis Pößneck bei Gera.

Allgemeine Bemerkungen zur Bergbautätigkeit in Ilmenau

Die Bergbautätigkeit in Ilmenau kann anhand von 3 Hauptperioden beschrieben werden. Das bietet sich an, da durch Katastrophen oder durch wirtschaftlichen Misserfolg die Aktivitäten meist für Jahrzehnte zum Erliegen kamen. Dabei muß unterschieden werden zwischen dem Bergbau auf Kupferschiefer in Ilmenau und dem Bergbau in den benachbarten Orten. Zur Orientierung und zum besseren Verständnis nachfolgender Kapitel erfolgt hier eine zeitliche Aufstellung:

Ilmenauer Bergbau (Kupferschiefer):

1. Erste Hauptperiode: 1200-1626
2. Zweite Hauptperiode: 1680-1739
3. Dritte Hauptperiode: 1776-1812

Bergbau in den benachbarten Orten:

4. Steinkohlebergbau in Manebach: 1731-1949
5. Manganerzbergbau in Oehrenstock:
6. Fluß- und Schwerspatbergbau Schortetal-Wildtal-Schobsetal: 1880-2007


Der Kupferschieferbergbau in Ilmenau

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, geht der Bergbau in Ilmenau bis in das Jahr 1200 zurück. Im Jahr 1216 wurde Graf Poppo v. Henneberg durch Friedrich den II mit dem Bergregal belehnt. Damals hatte man vererzten steilstehenden Kupferschiefer bei Roda und auf der Sturmheide entdeckt. Vermutlich waren einzeln schürfende Bergleute belehnt worden, die gemäß der Bergbaufreiheit Kupferschiefer und Sanderz abbauten. Dies wird allgemein als der Beginn der ersten Hauptperiode des Ilmenauer Bergbaus bezeichnet. Abgebaut wurde das Erz in kleinen Tagebauen bis in eine Teufe von maximal 50m.

Mit der Herausbildung frühkapitalistischer Verhältnisse zur Wende vom 15. zum 16Jh. erlebte der Bergbau eine neue Blütezeit. 1471 beantragten Erfurter Bürger das Bergbaurecht für die Sturmheide. In den kommenden Jahrzehnten ist in Ilmenau eine Stetigkeit des Bergbaus zu verzeichnen. 1478-1480 wurde eine Kupferhütte errichtet, 1503 planten die Fugger eine weitere in Betrieb zu nehmen.

In technischer Hinsicht befand sich Ilmenau auf der Höhe der Zeit. Die Beseitigung von zufließendem Grundwasser bereitete den damaligen Technikern die größten Schwierigkeiten. Aus diesem Grund standen z.B. 1535 die Gruben still. Um das Problem zu lösen, wurden aus benachbarten Tälern Stollen vorangetrieben, damit dem Grundwasser Abfluß verschafft werden konnte. In Ilmenau wurden ein Stollen vom Ilmtal aus und ein weiterer zwischen Roda und Elgersburg errichtet. Die Stollen sicherten den Gruben einen Wasserabfluß bis in eine Teufe von 30m.

Für die Hebung des Grundwassers an der Sturmheide setzte man wasserradbetriebene Kunstgezeuge ein. Dabei handelte es sich um Kolbenpumpen, die das Wasser zueinander hoben und durch ein gemeinsames Gestänge betrieben wurden. Diese Technik fand ab 1624 auf der Sturmheide Verwendung.

In Stützerbach und Manebach legte man 3 Teiche an, um genügend Aufschlagwasser für den Betrieb der Wasserräder zu gewinnen. Zwischen Ilmenau und Manebach wurde der untere Berggraben in einer Länge von 4,5km angelegt. Mit großem Aufwand wurde 1591 der Lauf der Ilm verändert, um das Einsickern von Grundwasser zu verhindern.

Im Jahr 1592 begann man mit den Bau des Martinroder Stollens, der erst nach Unterbrechung 1717 endgültig abgeschlossen wurde. Er sollte die Frischluftversorgung verbessern und die Transportwege verkürzen. Pro Woche konnte man diesen Stollen um 25cm - also um 12m im Jahr - vorantreiben. Die Kosten beliefen sich auf 60.000 Gulden und wurden durch verschiedene Geldgeber finanziert.

Wegen Misswirtschaft und Kriegswirren blieb der Stollenbau liegen und konnte erst später fortgesetzt werden. Obwohl die Gruben insgesamt profitabel waren, endete um 1626 die erste Periode des Ilmenauer Bergbaus.

Auszug: Kosten/Ertrag 1578-1623

Jahr

Kosten

Ertrag

Gewinn

Bemerkung

1564

70.000 Guld.

50.000 Guld.

20.000 Guld. Verlust

60t Cu,437kg Ag

1597

7789 Guld.

10.568 Guld.

2778 Guld.

2778 Guld. Reingewinn

1611

?

?

?

38t Cu,188kg Ag

1623

?

21.000 Taler

?

?

Nachdem ein Ohrdrufer Unternehmer 1673/74 einen vergeblichen Bergbauversuch unternommen hatte, beschlossen der Herzog v. Sachsen/Weimar und der Herzog v. Sachsen/Gotha die Bergbautätigkeit in Ilmenau wieder aufzunehmen. Im Auftrag der Herzöge besichtigten am 04.06.1680 Sachverständige die Gruben der Sturmheide und in Roda. Hiermit beginnt ein neues Kapitel des Bergbaus in Ilmenau, das als die 2. Hauptperiode bezeichnet wird.

War der Bergbau in technischer Hinsicht den anderen Revieren durchaus ebenbürtig, so gab es doch einen entscheidenden Unterschied, der den wirtschaftlichen Misserfolg in dieser Zeit begründete. Dieser Unterschied ist in der Führung des Unternehmens zu suchen. Es wurden Beamte eingestellt, die keinerlei Bezug zum Bergbau hatten und zudem noch aus ferneren Gegenden nach Ilmenau geholt wurden. So fanden sich plötzlich unqualifizierte Kräfte auf höheren Beamtenstellen wieder. Auch die Ausbildung der Bergleute und deren Führungskräfte war vernachlässigt worden und konnte mit den anderen großen Revieren in Deutschland nicht konkurrieren. Korruption scheint weit verbreitet gewesen zu sein, ohne dass daran jemand Anstoß genommen hätte.

1683 beantragte ein Herr Uttrodt das Bergrecht und bekam dieses im selben Jahr für die Sturmheide und 1684 für Roda zugesprochen. Er gab Kuxe heraus, die - meist von Adeligen - gekauft wurden, so dass er für technische Neuerungen erhebliche Mittel aufbringen konnte.

Ab 1687 war er Berghauptmann und somit der höchste Bergbeamte in Ilmenau. Wirtschaftlich führte er das Unternehmen in eine Katastrophe, während die technische Seite des Bergbaus eine neue Blüte erlebte.

Unter Uttrodts Führung wurden neue Stollen getrieben sowie 1688-91 der obere Bergraben und 1697-99 der mittlere Bergraben angelegt. Er ließ neue Teiche anlegen und alte reparieren. Alle diese Maßnahmen dienten im Wesentlichen dazu, den permanenten Wassermangel zu beseitigen.

An der Sturmheide waren schließlich 9 Gruben und bei Roda 7 Gruben in Betrieb (siehe Karte). Abgebaut wurden Kupferschiefer in einer Mächtigkeit von 15cm und Sanderz in einer Mächtigkeit von 12cm. So entstand (einschließlich der Maßnahmen der Nachfolger von Uttrodt) nach einer Bauzeit von 125 Jahren ein wasserwirtschaftliches System, das mit all seinen Teichen, Stollen und Bergräben 1717 vollendet war. Allein das Netz der Berggräben umfasste eine Länge von etwa 17km.

All diese Aktivitäten verschlangen immense Geldmittel, die in keinem Verhältnis zum Ertrag standen. Die so entstandenen Schulden bereiteten 70 Jahre später dem Bergrat Goethe noch Kopfzerbrechen.

Nachdem die Nachfolger Uttrodts, der Bergmeister Keller und der Berdirektor Ehrenberg, die wirtschaftliche Situation durch Misswirtschaft (Ehrenberg wahrscheinlich auch durch Betrug) noch verschlimmert hatten, rief Ernst-August Herzog von Weimar den Vizeberghauptmann Imhof als Gutachter nach Ilmenau. Imhof führte eine gründliche Inventur durch. Ihm ist es zu verdanken, dass wir heute über Zahlenangaben und Zeichnungen verfügen, die den damaligen Stand der Technik dokumentieren.

Um 1730/37 waren an der Sturmheide 2 Wassergöpel und 9 Kunstgezeuge im Einsatz, die vor allem aus dem mittleren Bergraben gespeist wurden. Imhof fand zwar Mängel, aber das Gesamtsystem muß als bedeutende technische Leistung dieser Zeit betrachtet werden.

In der Nacht zum 9. Mai 1739 brach auf einer Breite von 25m der Damm des unteren Freibachteiches und das Wasser richtete in Ilmenau schwere Schäden an. Berggraben und Kunsträder verloren ihr Aufschlagwasser. Die Pumpen fielen aus und die Gruben soffen ab. Mit diesem Unglück endet die 2. Hauptperiode des Ilmenauer Bergbaus.

Auszug: Kosten/Verschuldung 1689-1735

Jahr

Kosten u. Anleihen

Ertrag

Gesamtverschuldung

Bemerkung

1689

12.000 Anleihe

-

20.000

bei Dr.Rappold,Leipzig

1702

?

-

610.488

1728

?

-

1.500000

?

1733-35

?

153t Cu,135kg Ag

?

?

Auszug: Metallproduktion 1730-39

Jahr

Schwarzkupfer in t

Garkupfer in t

Silber in kg

Erlös in Taler

1730

28

25

5,6

13.900 Cu, 3140 Ag

1733

56

54

38,5

23.600 Cu,18.100 Ag

1736

75

71

81,5

31.400 Cu,38.300 Ag

1739

50

46

37,8

20.400 Cu,17.700 Ag

Am 22.9.1775 traf Goethe, der dem Ruf des Herzogs Carl August gefolgt war, in Weimar ein. Bald darauf war er ein enger Vertrauter des Herzogs und lernte die Finanzprobleme des Kleinstaates Sachsen-Weimar-Eisenach kennen. Die wirtschaftliche Misere wollte Goethe jedoch nicht wie üblich durch Steuern und Kredite lösen, sondern durch Förderung der Wirtschaft verbessern.

Im Juli 1776 kamen Goethe, der Herzog und F.W.von Tebra (Gutachter) in Ilmenau zusammen, um die Möglichkeiten einer Wiederaufnahme des Bergbaus vor Ort zu prüfen. Im Ergebnis dieser Untersuchung wurde beschlossen, den Johannisschacht sowie den Neuhoffnungsschacht (siehe Karte) wieder zu befahren. Das Projekt Tebras hatte die klassische Nutzung der Wasserkraft zum Ziel, wobei das Aufschlagwasser des mittleren Berggrabens genutzt werden sollte, um die Energie für die Kunstgezeuge zu liefern.

Nachdem man sich über die technische Seite der Unternehmung klar war, stellte die rechtlich-ökonomische Seite Goethe vor ernsthafte Probleme, die eine Verzögerung der Arbeiten um mehrere Jahre verursachten. Wie ein Jahrhundert zuvor mußte die neue Weimarer Bergkommission die am Bergbau partizierenden Höfe von Gotha, Meiningen, Hildburghausen und Coburg nach ihrer Bereitschaft zur Beteiligung am Unternehmen befragen. Wie sich herausstellte wollten diese möglichst die finanzielle Beteiligung vermeiden, jedoch ihre Rechte aus dem Ertrag am Bergzehnten nicht preisgeben.

Zum damaligen Zeitpunkt lag noch eine Schuld von 70.000 Talern aus der Unternehmung Uttrodt auf dem Ilmenauer Bergbau.

Nachdem die Verhandlungen abgeschlossen waren und man mit Mühe eine Einigung erzielt hatte, wurde eine Gewerkschaft (Kapitalgesellschaft) gegründet, um den Ilmenauer Bergbau wieder in Gang zu setzen. Entgegen des ursprünglichen Planes, den alten Johanisschacht von Tebra aus wieder instand zu setzen, wurde beschlossen, einen neuen Schacht abzuteufen, da man sich hiervon eine kürzere Strecke bis zum Kupferflöz versprach.

Am 24.2.1784 feierte man in Ilmenau unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Wiederinbetriebnahme des Bergbaues.

Die erste Aufgabe nach der Wiedereröffnung bestand darin, den neuen Schacht bis auf das Kupferflöz niederzubringen. In der ersten Zeit ging das Abteufen des Schachtes zügig voran und so konnte Goethe dem Herzog melden:"In einigen Wochen werden Sie auf dem nassen Orte durchschlagen und noch vor Ostern auf dem Stollen sein"(Martinrodaer Stollen) Bei 52 Lachter (etwa 104m) traf man dann schließlich auf diesen. Da man nach Schätzungen noch 60m bis zum Kupferflöz abteufen mußte, ließ man einen Wassergöpel errichten. Das Kehrrad am Johannesschacht lag zum größten Teil über Tage und, um Aufschlagwasser zu gewinnen, mußte der mittlere Bergraben um etwa 600m verlängert werden. Im September 1787 erreichte man den Zechsteinkalk und aus dessen Klüften brach Wasser hervor. Der Schacht füllte sich bis 130m hoch mit Wasser, welches dort in den Martinrodaer Stollen lief. Nach einem Vierteljahr konnte man durch den Einbau von Pumpen die Situation vorerst meistern und mit dem Abteufen im Zechsteinkalk fortfahren. Doch bereits am 7.12 kam es zu einen erneuten Wassereinbruch. Aus Unterlagen der Zeit kam man entnehmen, dass es nötig ist: "Nunmehro ein starkes und vollständiges Kunstgezeug" bauen zu lassen. Nach einer Bauzeit von einen halben Jahr wurde das Kunstgezeuge in Betrieb genommen. Es gelang, den Wasserspiegel zu senken, jedoch mußte man feststellen, dass die Leistung nicht ausreichend war und somit der Bau eines weiteren Kunstgezeuges nötig wurde. Am 17.3.1790 hatte man dieses fertiggestellt, jedoch war trotz einwandfreier Funktion beider Kunstgezeuge die Leistung noch nicht ausreichend, um den Schacht wasserfrei zu bekommen. Der Einbau weiterer Kunstgezeuge und Pumpen wurde notwendig und endlich gelang es, den Schacht nach 5 Jahren Bauzeit wasserfrei zu halten. Man durchbrach den Zechstein und am 3.9.1792 konnte der erste Schiefer gefördert werden. Die Untersuchung dieses Schiefers ergab, dass keinerlei Erz enthalten war. Man hoffte jedoch, durch den Vortrieb auf verschiedenen Strecken kupferhaltigen Schiefer zu finden. Während die Schiefer von 2 Strecken völlig erzfrei blieben, zeigte sich die 3. Strecke (Carl-August-Ort) erzhaltig. Der Metallgehalt des Schiefers und des Sanderzes war allerdings sehr niedrig und Goethe beschäftigte sich mit der Frage, ob es möglich wäre, ihn durch teure Schmelzvorgänge zu reduzieren. Auf seine Initiative hin wurden ein Hüttengebäude, ein Pochwerk und mehrere Stoßherde errichtet, um das Erz durch Pochen und Schlämmen vom tauben Gestein zu trennen. Bis zum April 1793 hatte man 2500t Schiefer gefördert und begann mit Schmelzversuchen. Durch den niedrigen Metallgehalt (aus 1 Zentner gewann man 4% Material mit höherem Metallgehalt) kam es nun auf gute Schmelzarbeit an. Diese Schmelzversuche mit neu errichteten Schmelzöfen waren wenig erfolgreich. Es wechselten in der Folgezeit Schmelzversuche und Stillstandszeiten. Langsam wurden die Gewerke mißtrauisch, da die bis dahin aufgewendete Geldsumme mehr als 50.000 Taler betrug.

Viel Hoffnung setzte man auf die steilstehenden Bereiche des Kupferschiefers. Ehe man diese jedoch erreichte, trat eine Katastrophe ein, die das Ende des Ilmenauer Bergbaus bedeutete.

In der Nacht vom 24. auf den 25.10.1796 kam es zu einem Einbruch des Martinrodaer Stollens, der die Aufgabe hatte, das Wasser der Kunstgezeuge und Pumpen aufzunehmen. Durch die herabstürzenden Gesteinsmassen wurde dieser Abfluß versperrt. Da der Stollen geneigt war, stauten sich große Mengen Wasser an, ehe diese zurück in den Johannisschacht stürzten. In dieser Nacht arbeiteten dort 12 Bergleute, für die sofort Lebensgefahr bestand. Nur der Geistesgegenwart und Tatkraft eines Kunstknechtes war es zu verdanken, dass keine Todesopfer zu beklagen waren.

Goethe übernahm am 30.10.1796 die Leitung, um den Stollen wieder in Betrieb zu nehmen. Man benötigte jedoch eineinhalb Jahre um den Schaden zu beheben. Im März 1798 hätte wieder mit dem Abbau begonnen werden können. Die Gewerke waren jedoch nicht mehr bereit Geldmittel zu investieren, so dass Betriebskapital fehlte und der Bergbau eingestellt werden mußte. Stollen und Schächte wurden noch bis 1812 von der Stadt Weimar instand gehalten. Dann wurden die Kosten zu hoch und man gab das Berkwerk endgültig auf. Hiermit endete die 3. Periode des Ilmenauer Bergbaus mit einem ökonomischen Misserfolg.

In den folgenden Jahren wurde mehrfach versucht, den Kupferschieferbergbau neu zu beleben. Alle Versuche scheiterten jedoch an ökonomischen Hindernissen, so auch der letzte im Jahr 1938.

Auszug: Zubußen/Betriebskosten 1784/1800

Jahr

Zubußen

Betriebskosten

Bemerkungen

1786

4110

4554

Bau des Wassergöpels

1790

155

4127

Bau des 2. Kunstgezeuges

1795

699

5670

Bau der Erzwäsche

1800

27

1695

Instandhaltung an Stollen und Schächten

Mineralien (Anzahl: 21)

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Psilomelan (Schwarzer Glaskopf)
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Psilomelan (Schwarzer Glaskopf)

Handstufe aus historischer Sammlung mit grauschwarzem Psilomelan in typisch nierig-traubiger Ausbildung. Schöne Belegstufe aus der Manganlagerstätte Ilmenau in Thüringen; Fundort: Ilmenau, Ilm-Krei...

Copyright: Mineralium
Beitrag: Klinoklas 2008-04-11
Pyrolusit
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Pyrolusit

Pyrolusit, BB 12 cm, Deutschland, Ilmenau; edit von Philipp J. (Nathan): Name geändert von Hausmannit zu Pyrolusit.

Sammlung: Mineralogische Sammlungen Uni Breslau
Copyright: dendrocopos
Beitrag: dendrocopos 2011-05-26
QUARZ
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QUARZ (SNr: 00832.)

Schorte-Schacht der Flußspat-Grube Ilmenau im Thüringer Wald, (D) BB.: ca. 68mm

Sammlung: Daniel Neumann
Copyright: Daniel Neumann
Beitrag: Neumann 2012-11-24

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Schmidt,R. (1990). Die Manganlagerstätten von Ilmenau / Thüringen und ihre Mineralien. Lapis, Jg.15, Nr.7, S.28-37.

Quellangaben

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