'._('einklappen').'
 

Kamsdorf

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Thüringen / Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis / Kamsdorf

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Saalfeld Richtung Pössneck B281, in Unterwellenborn Richtung Kronach bis Kamsdorf (Umgehungsstraße), Großsteinbruch liegt zwischen Könitz/Bucha/Kamsdorf, Zugang an der Straße nach Könitz.

Altbergbau westlich von Kamsdorf bis nahe Saalfeld (Roter Berg) Zufahrtsstraße über "Eisenstraße" in Kamsdorf, Fundstellen liegen im Bereich von Feldflächen und in kleinen Waldstücken (nahe Saalfeld)

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebaue, Resthalden (Altbergbau), Lesesteine, temp. Aufschlüsse.

Geo­lo­gie

Fe-, Cu-, Co-, Ni- und Ag-Vererzungen. Kalkstein, Grauwacke.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Ehemalige Königszeche in Privatbesitz.

Letz­ter Be­such

03/2012 (Roter Berg).

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Situations- und Gangkarte Saalfeld-Kamsdorfer Revier
Situations- und Gangkarte Saalfeld-Kamsdorfer Revier

Saalfeld, Thüringen.

Klinoklas

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=40835
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Kamsdorf, Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (12 Bilder gesamt)

Rübölfläschchen, etwa 18. Jahrhundert.
Aufrufe (Bild: 1542733406): 694
Rübölfläschchen, etwa 18. Jahrhundert.

Bei Untertagebefahrungen zwischen 1967 und 1972 in mehreren Grubenabschnitten von Kamsdorf gefunden. In der 2. von rechts ist am Flaschenboden ein handgeschnitzter Verschluss aus Holz zu sehen. Als...

Sammlung: horst knoll
Copyright: horst knoll
Beitrag: horst knoll 2018-11-20
Alte, neu bearbeitete Fundskizze
Aufrufe (Bild: 1534857882): 838
Alte, neu bearbeitete Fundskizze

von einer Tetraedrit Fundstelle. Das Bergen von den Tetraedriten war schwerer als auf dem Foto zu sehen.

Copyright: horst knoll
Beitrag: horst knoll 2018-08-21
Exkursionsfoto
Aufrufe (Bild: 1534857533): 770
Exkursionsfoto

von einem Bereich des "Ernst" Schachtes, der vom heutigen Schaubergwerk nicht erfasst ist.

Copyright: Werner Groll
Beitrag: horst knoll 2018-08-21

Ausführliche Beschreibung

Eisenabbau im Kamsdorfer Revier:

Die Eisenerzgewinnung war im Mittelalter unbedeutend. Die 1. Erwähnung von Eisensteingruben bei Könitz erfolgte 1438. Die niedrige Temperatur der Thüringer Rennöfen ermöglichte auch das Verwenden von phosphatreichen Erzen. Als dann später der Übergang zu sehr heiß gehenden Blasöfen erfolgte, war gerade der Kamsdorfer und Könitzer Eisenstein besonders gesucht, da er vorzügliches, leichtflüssigeres Eisen gab (1670). Da die Voraussetzungen für Brennholz und Aufschlagwasser in der Umgebung nicht gegeben waren, mußte das Erz sogar bis Schmalkalden auf Pferdefuhrwerken transportiert werden. 1720 waren nahezu alle Eisenhütten des Thüringer Waldes sowie des Frankenwaldes Abnehmer dieses Eisensteins. 1840 wurden die Vorräte durch den jetzt verarbeitbaren Siderit ergänzt. Als dann die Rohstoffbasis auf Koks umgestellt wurde, standen die Thüringer Hütten wegen abgelegener Lage schlecht da, so daß sie aufgeben mußten. 1867 kam es schließlich zur Einstellung des Eisenstein-Bergbaus in Kamsdorf. Die weitere Geschichte des Eisenstein-Bergbaus ist eng mit der der Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg verknüpft. 1871 schuf die neue Eisenbahnlinie die Voraussetzung für Anfuhr von billigem Koks sowie die Abfuhr von Fertigprodukten. In Unterwellenborn nahm 1873 die 1. Hochofenanlage den Betrieb auf. Rohstoffbasis war fast ausschließlich Siderit. Abbau von Eisenerz erfolgte ausschließlich von Untertage-Bergwerken. Die Erzversorgung der Unterwellenborner Hochöfen stellte an die Kamsdorfer Gruben hohe Anforderungen, da sie gegen Ende des 19. Jhd. weitgehend abgebaut waren. Man schwächte die Sicherheitspfeiler, sodaß es 1903 zu einer Grubenkatastrophe im Grubenfeld Himmelfahrt kam. Eine Wiederaufnahme kam nicht in Betracht, sodaß man außerhalb des Bruchfeldes einen sog. "Ersatzschacht" abteufte. 1898 erfolgte in Unterwellenborn die Umstellung auf die Verhüttung von Schmiedefelder phosphatreichen silikatischen Chamosit-Eisen-Erzen. Dazu brauchte man Zuschlagskalke, die man nun in Kamsdorf abbaute. Es wurde als "Braun II" bezeichnet und enthiet 10-12% Fe und etwa 2% Mn. Ab 1934 wurde die Produktion gesteigert durch Abbau von sog. "Braun III", praktisch eisenfreier Zechsteinkalk. Man legte dazu zusätzlich noch 2 kleine Tagebaue an. Schrittweise erfolgte der Übergang vom Tiefbau zum Tagebau, sodaß 1958 der Tiefbau eingestellt wurde. 1963 konnte der Großtagebau zur Förderung von eisenschüssigen dolomitischen Zuschlagskalken in Betrieb gehen. Seither wurden 45 Mio. t abgebaut. Der Bedarf verringerte sich durch den Einsatz hochwertigerer Eisenerze, sodaß die Kapazitäten zur Produktion von Splitt, Schotter und Düngekalk möglich wurde. Der Kamsdorfer Magnesiummergel fand eine große Verbreitung.

Hinweise

Als Ergänzung zum Großsteinbruch Kamsdorf noch ein paar Hinweise zum Altbergbau in der Umgebung: Im Bereich des Roten Berges (Saalfeld/Kamsdorf/Könitz-östlich) gibt es (leider immer weniger werdend) noch Spuren von Altbergbau auf Kupfer/Cobaltmineralien. Leider sind heute nur noch wenige Haldenreste vorhanden. Besonders interessant ist der Bereich westlich von Kamsdorf bzw. unmittelbar östlich von Saalfeld (Roter Berg). Hier fallen besonders die auffällig gefärbten sekundären Cu/Cobaltmineralien auf. Nahe, östlich von Saalfeld (oberhalb der Bohlenwand) befinden sich die ehemaligen Gruben im Neidhammelgangzug sowie eine flache kleine Halde (Abschlagshalde) mit Pinge der Grube "Oberer Jeremias" in kleinen Waldstücken. Hier kann man noch gelegentlich Zufallsfunde machen (Fahlerz, Kobaltblüte, Azurit u.a.) Die wenigen, stark überwachsenen Haldenreste in den durch Baum- und Buschbewuchs gekennzeichneten Gebieten bieten aber insgesamt kaum noch Fundmöglichkeiten. Sie sind auch teilweise als NSG ausgewiesen. Die einzige noch deutlich sichtbare Halde (Königszeche) ist eingezäunt und befindet sich in Privatbesitz. Bei regelmäßiger Begehung der Felder in der vegetationsarmen Jahreszeit kann man aber noch fündig werden. So wird man in nordwestlicher Richtung der Königszeche noch die Reste der Halden "Blaues Licht" und "Pelican" auf den Feldern durch Lesesteine auffinden können. Hier sind immer mal wieder gute Zufallsfunde von zum Bsp. rosa Calzit, Azurit und Erythrin möglich. Die Fundgrube "Neugeboren Kindlein" nordöstlich bietet ebenfalls hin und wieder Belegfunde. Hier kommen besonders interessante Funde von Erythrin auf Ankerit in Lesesteinen vor. Teile dieser Halde wurden in den siebziger Jahren in den darunterliegenden Wald geschoben. Diese Stelle ist aber heute im Gelände kaum noch zu erkennen und total zugewachsen. Weiter östlich (Kamsdorf /Könitz) wurde aber mehr Malachit/Baryt im Gegensatz zum Roten Berg (Azurit/Erythrin) gefunden. Im Buchholz (Könitz/Bucha) sind dann die letzten größeren Bergbauspuren zu finden gewesen (heute keine Fundmöglichkeiten mehr). Die klassischen Stufen mit Strontianit auf Baryt stammen ausschließlich von Untertage in diesem Gebiet.

Mineralien (Anzahl: 98)

?

Hinweis

- Klicke auf ein oder mehrere Elemente um Mineralien mit Deiner Auswahl anzuzeigen. Die ausgewählten Elemente werden durch einen grünen Hintergrund angezeigt.

- Klicke zweimal auf ein Element um dieses Element auszuschließen. Die Auswahl wird durch grünen Hintergrund mit rot, durchgestrichenem Text angezeigt.

ZurücksetzenAgAlAsBaBiCCaClCoCuFeHMgMnMoNaNiOPPbSSbSiSrYZn
Arsenohauchecornitr
XRD durch J.Wohlfahrt, Freiberg 2004
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf/Großtagebau Kamsdorf)
1 BM
Azuritr
Slg. Doc Diether
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf/Roter Berg/Neidhammel)
12 BM
'Fahlerz'r
Slg. Doc Diether
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf/Roter Berg/Neidhammel)
5M
Heterogenitr
Slg. Doc Diether
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf/Roter Berg/Neidhammel)
2M
Türkisr
Wittern: "Mineralfundorte in Deutschland", 2001.
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf)
M
'Wad'r
Sammlung Technische Universität Bergakademie Freiberg A.v. Humbolt-Bau Geowissenschaftliche Sammlungen, Lagerstätten Sammlung.
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf/Großtagebau Kamsdorf)
5M
Wismutr
Gr. Unverhoffte Freude und Maria.
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf)
M
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Regionslokalitäten an denen das Mineral gefunden werden kann
 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 11. Dec 2019 - 15:39:02

Mineralbilder (29 Bilder gesamt)

Aragonit
Aufrufe (Bild: 1245482271): 2065
Aragonit

Aragonit xx, Vereinigte Reviere Kamsdorf, Thüringen, Deutschland,; Kamsdorf, 2005, Größe: 80 x 70 mm

Sammlung: alihofi
Copyright: alihofi
Beitrag: alihofi 2009-06-20
Mehr   MF 
Aragonit
Aufrufe (Bild: 1544802900): 404
Aragonit

Kamsdorf, Thüringen - 22 x 16 cm

Copyright: Mineralroli
Beitrag: Mineralroli 2018-12-14
Mehr   MF 
Tetraedrit überkrustet mit Azurit auf Limonit
Aufrufe (Bild: 1227304366): 2316, Wertung: 8.09
Tetraedrit überkrustet mit Azurit auf Limonit

FO.: Revier Kamsdorf bei Saalfeld, Ostthüringen, Deutschland / Stufengröße: 13,5 x 11,5 cm

Sammlung: Museum für Naturkunde Gera
Copyright: Hrouda
Beitrag: Hrouda 2008-11-21
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 10)

Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Gestein -> Name des Gesteins
Gestein (TL) -> Gestein Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Gestein in der Region
 G -> Link zur allg. Gesteinsseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 11. Dec 2019 - 15:39:02

Fossilien (Anzahl: 2)

Pseudovoltzia liebeanar
http://www.kupferschiefer.de/Pseudovoltzia.htm
(Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf)
F
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Fossil -> Name des Fossils
Fossil (TL) -> Fossil-Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Fossil in der Region
 F -> Link zur allg. Fossilseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Fossil ? ->Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 11. Dec 2019 - 15:39:02

Untergeordnete Seiten

 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

Liste aktualisieren | Anzeigeebene: 2 - 3 - 4 - 5 - Alles aufklappen

Aktualität: 11. Dec 2019 - 15:39:02

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Beyschlag, F. (1888): Die Erzlagerstätten der Umgebung von Kamsdorf.- Jb.d.kgl.Preuß.Geol.Landesanst., Berlin, S.329-77.
  • Pensold, G. (1955). Die Kupfer-Kobalt-Silbererzgänge von Kamsdorf (Thüringen). Aufschluss, Jg.6, Nr.12, S.223-25.
  • Peterss, K. (1979). Abriß der Geschichte des Saalfelder-Kamsdorfer Erzfeldes. Fundgrube, Bd.1+2, S.15.
  • Schmetzer, K. (1982). Strashimirit aus Saalfeld, Thüringen - ein bemerkenswerter Fund. Aufschluss, Jg.33, Nr.1, S.1-2.
  • Decker, H. und F. Rüger (1991). Der Kamsdorfer Bergbau und seine Mineralien. In: Mineralien, Geologie und Bergbau in Ostthüringen. Museum für Naturkunde, Gera. S.80-88.
  • Vollstädt, H., R. Schmidt & S. Weiß (1991). Eisenerzlager und Mineralvorkommen bei Kamsdorf. In: Mineralfundstellen Thüringen und Vogtland. Weise Verlag, München, S.41-45.
  • Rüger, F. & Decker, H. (1992). BERGBAU UND MINERALIEN VON SAALFELD-KAMSDORF/THÜRINGEN. Emser Hefte, Jg.92, Nr.4.
  • Rüger, F. & Decker, H. (1992). Bergbaugeschichte, Geologie und Mineralien des Saalfeld-Kamsdorfer Bergreviers in Ostthüringen. Veröff. Museum Gera, Naturw. Reihe, H.19, S.7-70.
  • Wittern, A. (2010): "Mineralfundorte und ihre Mineralien in Deutschland". 3. Aufl. S.131.
  • Gröbner, J. & Kolitsch, U. (2009). Zinkolivenit: Neue Fundstellen in Europa. Lapis, Jg.34, Nr.3, S.35-37.

Weblinks:

im Forum