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Großtagebau Kamsdorf

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Thüringen / Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis / Kamsdorf / Großtagebau Kamsdorf

GPS-Ko­or­di­na­ten

Tagebau Kamsdorf



Tagebau Kamsdorf

WGS 84: 
Lat.: 50,644098° N, 
Long: 11,479587° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 38' 38,753" N,
   Long: 11° 28' 46,513" E
Gauß-Krüger: 
R: 4463294,
 H: 5612180

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Saalfeld Richtung Pössneck B281, in Unterwellenborn Richtung Kronach bis Kamsdorf (Umgehungsstraße), Bruch liegt zwischen Könitz/Bucha/Kamsdorf, Zugang an der Straße nach Könitz

Altbergbau westlich von Kamsdorf bis nahe Saalfeld (Roter Berg) Zufahrtsstraße über "Eisenstraße" in Kamsdorf, Fundstellen liegen im Bereich von Feldflächen und in kleinen Waldstücken (nahe Saalfeld)

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebau.

Geo­lo­gie

metasomatisch vererzter Zechsteinkalk und Erz/Mineralgänge im Zechsteinkalk (Baryt). Brauneisenstein.

Zu­gangs­be­schränku­ngen

Im Tagebau Anmeldung erforderlich, Besuch nur während der Betriebszeit mit Aufsichtspersonal möglich, sonst strenges Zutrittsverbot.

Letz­ter Be­such

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=611
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (23 Bilder gesamt)

Besucherbergwerk "Vereinigte Reviere Kamsdorf"
Aufrufe (Bild: 1513784422): 148
Besucherbergwerk "Vereinigte Reviere Kamsdorf"

Hunt Untertage

Sammlung: Garfield
Copyright: Garfield
Beitrag: Garfield 2017-12-20
neues Förderband im Tagebau 2011
Aufrufe (Bild: 1325933892): 3998
neues Förderband im Tagebau 2011

Deutschland-Thüringen-Kamsdorf-Großtagebau

Sammlung: Anatas8
Copyright: Anatas8
Beitrag: Anatas8 2012-01-07
Sprengschutztonne im Tagebau/Oststoß 2009
Aufrufe (Bild: 1325933755): 3926
Sprengschutztonne im Tagebau/Oststoß 2009

Deutschland-Thüringen-Kamsdorf-Großtagebau

Sammlung: Anatas8
Copyright: Anatas8
Beitrag: Anatas8 2012-01-07

Ausführliche Beschreibung

Eisenabbau im Kamsdorfer Revier:

Die Eisenerzgewinnung war im Mittelalter unbedeutend. Die 1. Erwähnung von Eisensteingruben bei Könitz erfolgte 1438. Die niedrige Temperatur der Thüringer Rennöfen ermöglichte auch das Verwenden von phosphatreichen Erzen. Als dann später der Übergang zu sehr heiß gehenden Blasöfen erfolgte, war gerade der Kamsdorfer und Könitzer Eisenstein besonders gesucht, da er vorzügliches, leichtflüssigeres Eisen gab (1670). Da die Voraussetzungen für Brennholz und Aufschlagwasser in der Umgebung nicht gegeben waren, mußte das Erz sogar bis Schmalkalden auf Pferdefuhrwerken transportiert werden. 1720 waren nahezu alle Eisenhütten des Thüringer Waldes sowie des Frankenwaldes Abnehmer dieses Eisensteins. 1840 wurden die Vorräte durch den jetzt verarbeitbaren Siderit ergänzt. Als dann die Rohstoffbasis auf Koks umgestellt wurde, standen die Thüringer Hütten wegen abgelegener Lage schlecht da, so daß sie aufgeben mußten. 1867 kam es schließlich zur Einstellung des Eisenstein-Bergbaus in Kamsdorf. Die weitere Geschichte des Eisenstein-Bergbaus ist eng mit der der Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg verknüpft. 1871 schuf die neue Eisenbahnlinie die Voraussetzung für Anfuhr von billigem Koks sowie die Abfuhr von Fertigprodukten. In Unterwellenborn nahm 1873 die 1. Hochofenanlage den Betrieb auf. Rohstoffbasis war fast ausschließlich Siderit. Abbau von Eisenerz erfolgte ausschließlich von Untertage-Bergwerken. Die Erzversorgung der Unterwellenborner Hochöfen stellte an die Kamsdorfer Gruben hohe Anforderungen, da sie gegen Ende des 19. Jhd. weitgehend abgebaut waren. Man schwächte die Sicherheitspfeiler, sodaß es 1903 zu einer Grubenkatastrophe im Grubenfeld Himmelfahrt kam. Eine Wiederaufnahme kam nicht in Betracht, sodaß man außerhalb des Bruchfeldes einen sog. "Ersatzschacht" abteufte. 1898 erfolgte in Unterwellenborn die Umstellung auf die Verhüttung von Schmiedefelder phosphatreichen silikatischen Chamosit-Eisen-Erzen. Dazu brauchte man Zuschlagskalke, die man nun in Kamsdorf abbaute. Es wurde als "Braun II" bezeichnet und enthiet 10-12% Fe und etwa 2% Mn. Ab 1934 wurde die Produktion gesteigert durch Abbau von sog. "Braun III", praktisch eisenfreier Zechsteinkalk. Man legte dazu zusätzlich noch 2 kleine Tagebaue an. Schrittweise erfolgte der Übergang vom Tiefbau zum Tagebau, sodaß 1958 der Tiefbau eingestellt wurde. 1963 konnte der Großtagebau zur Förderung von eisenschüssigen dolomitischen Zuschlagskalken in Betrieb gehen. Seither wurden 45 Mio. t abgebaut. Der Bedarf verringerte sich durch den Einsatz hochwertigerer Eisenerze, sodaß die Kapazitäten zur Produktion von Splitt, Schotter und Düngekalk möglich wurde. Der Kamsdorfer Magnesiummergel fand eine große Verbreitung.

Zur augenblicklichen Situation im Tagebau Kamsdorf ist nach einem Besuch Anfang März 2004 folgendes zu berichten:

Sowohl der Gesteinsabbau als auch die Wiederverfüllung incl. der Oberflächenrekultivierung des Tagebauloches sind in vollem Gange. Meiner Schätzung nach (ich kenne den Tagebau nicht von früher) ist bereits mind. 1/3 wiederverfüllt und völlig abgedeckt, denn eine ehemalige, jetzt rudimentäre, Aussichts-plattform steht bereits am Rande eines Feldes und auch neueres Kartenmaterial zeigt diesen Aussichtspunkt noch direkt am Rande südwestlich des Tagebaues. In die nordwestliche Hälfte des Tagebaues wurde ebenfalls Fremdmaterial eingebracht und terrassiert. Der eigentliche Abbau findet noch im “Zentralteil” der Grube statt; hier geht man in die Tiefe und der unterkarbonische Tonschiefer bzw. die Grauwacke ist mineralienfrei. Interessant dabei ist jedoch der steile Einfallswinkel von geschätzten 60 bis 70 Grad. Lediglich die “Ostwand”, hier stehen Kalksteine des Zechstein an, ist mit Barytgängen durchzogen. Kleine, tw. recht ansehnliche Drusen mit Baryt sowie Calcit finden sich zu Hauf in dem Material.

Zumindest am Wochenende ist der Steinbruch verwaist und man kann ungehindert über die offizielle Zufahrtsstraße in den Bruch.

Desweiteren fand ich interessant, daß der Zechstein ebenfalls mit vielen Hohlräumen durchsetzt ist. Eine größere Höhle befindet sich in der Ostwand und ist gut zugänglich. Geleucht und Helme waren jedoch im Auto geblieben und so habe ich die Sache nur vom Eingang aus in Augenschein genommen. Inwieweit sie sich verjüngt und in die Tiefe erstreckt, kann ich nicht beurteilen. Diese Höhle im Tagebau (Bild) stellt einen alten Stollen dar. Am östlichen Rand des Tagebaues findet man unmittelbar an der Steilkante noch einen Barytgang mit Cu - Mineralien.


Mineralien (Anzahl: 72)

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Aktualität: 20. Feb 2018 - 21:04:10

Mineralbilder (72 Bilder gesamt)

Aragonit xx
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Aragonit xx

Großtagebau Kamsdorf bei Saalfeld/Thüringen; Größe: 1,8 cm

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2014-04-19
Pyrolusit
Aufrufe (Bild: 1395429293): 2892
Pyrolusit

Pyrolusit xx neben Calcit; Tgb. Kamsdorf bei Saalfeld, Thüringen, BRD;  Bildbreite: 4 cm

Sammlung: chribiedav
Copyright: chribiedav
Beitrag: chribiedav 2014-03-21
Galenit-Spaltflächen mit Siderit
Aufrufe (Bild: 1202075267): 879
Galenit-Spaltflächen mit Siderit

Größe: 65 x 55 mm; Fundort: Kamsdorf, Saalfeld, Thüringen, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2008-02-03

Gesteine (Anzahl: 5)

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Gesteinsbilder (8 Bilder gesamt)

Nickelsinter
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Nickelsinter

Deutschland/Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf; BB 4,5 cm

Sammlung: Mangan-TIM
Copyright: Mangan-TIM
Beitrag: Mangan-TIM 2012-08-18
Kobaltsinter
Aufrufe (Bild: 1345306925): 1176
Kobaltsinter

Deutschland/Thüringen/Landkreis Saalfeld-Rudolstadt/Kamsdorf; BB 9 cm in der Höhe

Sammlung: Mangan-TIM
Copyright: Mangan-TIM
Beitrag: Mangan-TIM 2012-08-18
Kupfersinter
Aufrufe (Bild: 1345307070): 1212
Kupfersinter

Deutschland/Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Kamsdorf; BB 5,5 cm

Sammlung: Mangan-TIM
Copyright: Mangan-TIM
Beitrag: Mangan-TIM 2012-08-18

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Decker, H. und F. Rüger (1991). Der Kamsdorfer Bergbau und seine Mineralien. In: Mineralien, Geologie und Bergbau in Ostthüringen. Museum für Naturkunde, Gera. S.80-88.
  • Vollstädt, H., R. Schmidt & S. Weiß (1991). Eisenerzlager und Mineralvorkommen bei Kamsdorf. In: Mineralfundstellen Thüringen und Vogtland. Weise Verlag, München, S.41-45.
  • Rüger, F. & Decker, H. (1992). BERGBAU UND MINERALIEN VON SAALFELD-KAMSDORF/THÜRINGEN. Emser Hefte, Jg.92, Nr.4.
  • Rüger, F. & Decker, H. (1992). Bergbaugeschichte, Geologie und Mineralien des Saalfeld-Kamsdorfer Bergreviers in Ostthüringen. Veröff. Museum Gera, Naturw. Reihe, H.19, S.7-70.

Weblinks:


Quellenangaben

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