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Die geheimnisvollen Fluorite der Pforte in der Wüste Namib


Die Suche nach den Pforte-Fluoriten

Pforte-Fluorite in der Kunst
Pforte-Fluorite in der Kunst

Eines der wunderschönen Aquarelle, welche Martin Haubenreißer aus Leipzig von Pforte-Fluoriten malte; Die Stufen dieses und des nebenstehenden Aquarells stammem aus den Sammlungen Dr. R. Bast, H.D....

Martin Haubenreißer

Die Geschichte der Pforte-Fluorite ist eines der spannenden Kapitel der Mineralogie. Diese Fluorite haben mich fasziniert, seit ich in den frühen 1970er Jahren in einem Schmuck- und Mineralienladen in München die ersten grünen "South African emeralds", die sog. "grünen südafrikanischen Smaragde" von der Pforte in Form eines prächtigen Colliers in der Hand hielt, ohne zu ahnen, dass diese „Smaragde“ in Wirklichkeit grüne geschliffene Fluorite waren. Eine erste Stufe mit dunkelvioletten Fluoritoktaedern mit der Fundortangabe "Pforte" habe ich 1973 bei Walter Khan in Wedesbüttel erstanden, diese aber in Unwissenheit ihrer geschichtlichen Bedeutung irgendwann in Spanien vertauscht. Die schönsten Pforte-Fluorite allerdings konnte ich während der Vorbereitungsarbeit zu einer großen mineralogischen Namibia-Reise im Jahr 1998 in einer bedeutenden deutschen Namibia-Sammlung bestaunen. Zu dieser Zeit gehörte Fluorit zu meinen bevorzugten Mineralien. Ich kannte nicht nur unzählige weltweite Vorkommen, sondern hatte in vielen Jahren selbst eine umfassende Fluoritsammlung aufgebaut. Solche Fluorite jedoch, wie ich sie in dieser Sammlung sah, waren mir bisher in dieser Schönheit nicht untergekommen, leider gab es zu der Herkunft dieser Kristalle so gut wie keine Informationen und – wie leicht zu erraten - leider auch keine Stufen auf dem Markt.

Seitdem ließ mich der Begriff "Pforte" nicht mehr los. Die schönen Exponate in der erwähnten Namibia-Sammlung gingen mir nicht mehr aus dem Kopf und 1999 fuhr ich dann mit einem kleinen Sammlerteam auf Sammel- und Feldforschungsreise nach Namibia. Als Mitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft von Namibia in Swakopmund (seit 1996) nutzte ich deren reich bestückte Sam Cohen Bibliothek und wälzte unzählige Bücher und Fotoarchive zum Thema „Pforte“ mit ungezählten Informationen in den Themenbereichen Eisenbahn in Südwest sowie Krieg 1914-1918. Wir fanden jedoch keinerlei Informationen zu Fluoritvorkommen, lediglich sehr wenige Artikel zur Geschichte des kolonialen Bergbaus und zur Geologie der Gebiete, in welchen Erze gesucht worden sind. Wir besuchten private und öffentliche Sammlungen, ohne auch nur eine einzige Pforte-Stufe zu finden.

Mangels spezifischer Information, jedoch voller Vermutungen, entschieden wir, die aufgrund von Geologie und Geschichte infragekommenden Gebiete zu Fuß und mit einem einheimischen Führer abzusuchen; d.h., von der Welwitschia-Ebene über die Pforte und Jakalswater bis hin zu den Husab-Bergen zu recherchieren - einem Areal von ca. 3 km Breite und fast 40 km Länge inmitten des Naukluft-Parks, wo man nur über Zäune hinweg in Gebiete mit "Zutritt verboten" hereingelangte, wobei wir auf nicht wenige Bergbaurelikte, inbegriffen alte Grubenbaue und zahlreiche jedoch tw. versandete und/oder eingebrochene Probeschürfe bis 25 m Teufe und auf Reste der alten Bahnstationen mit Relikten (tausende von zerbrochenen Flaschen) der Pforte-Kämpfe von 1915 gestoßen sind. In allen dieser von uns erkundeten Stollen stießen wir auf Chalkosin, Chalkopyrit, Karbonate, Quarz, Calcit und Fluorit. Allen gemeinsam war das Auftreten dunkelvioletter bis schwarzvioletter oktaedrischer Fluoritkristalle, sowohl in den Graniten, als auch in den Kalk-Silikaten (Skarnen).


Die Pforte

Verzeichnis der Eisenbahnstationen
Verzeichnis der Eisenbahnstationen

Stationen der deutschen Eisenbahn von Swakopmund nach Windhoek; Übersichtsskizze ca. 1904

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Pforte war der Name einer Station an der im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika von Deutschen gebauten Swakopmund-Windhoek-Eisenbahnlinie bei km 83,9 (errichtet 1898-1902); sie liegt zwischen den historischen Stationen Welwitsch (km 62,73) und einem Bedarfshalt bei km 86,5; die nächste Station in Richtung Windhoek war Jakalswater bei km 98,63. Sie ist auch unter der Bezeichnung Weiße Pforte (Wipoort, Witpoortberge Marmorpforte) bekannt. Die eigentliche Pforte ist ein Durchbruch bzw. ein Pass durch die Pforteberge, einer Hügelkette im Namib-Naukluft-Park, östlich von Swakopmund, südlich des Flusses Khan und nördlich des Flusses Swakop. Im Bereich der Pforte liegen die Höhenrücken Husabberg (870 m) im Süden, ca. 1,5 km im NE der Pforte der Pforteberge (809 m) und der Geisebberg (1057 m) im N der Pforte. In diesem Bereich wurde von 1912-1914 intensiv nach Kupfer geschürft, u.a. in den Gruben Ida Dome (Garnet Valley) und Husab. Nach 1914 bis Beginn der 1950er Jahre und einem kurzen Aufflammen bis zu den 1970er Jahren lag der Bergbau still. Seit etwa 1900 ist auch bekannt, dass in diesem Gebiet Uran vorkommt; das Thema ist brandaktuell (Husab Uran-Projekt), weil gerade eine staatlich-chinesische Gesellschaft Anteile der Abbaurechte erworben hat und weil dieses Gebiet als drittgrößte Uranerz-Lagerstätte der Welt betrachtet wird. Desweiteren existieren Scheelit- und Manganvorkommen sowie ausgedehnte Flussspatgänge in Gesellschaft von Uraninit und sekundären U/Th-Mineralien (Brannerit, Coffinit, tw. auch Thorit).

Die im Bereich Welwitsch bis Jakalswater bzw. bis ins Garnet Valley von den Deutschen zwischen ca. 1900 und 1914 geförderten oder probegeschürften Kupfererze sowie der von 1912 bis 1914 geförderte Flussspat wurden - da am nächsten - an der Bahnstation Pforte auf Waggons in Richtung Swakop verladen.
Es gibt noch weitere Bergeinschnitte in Namibia, welche als "Pforte" bezeichnet werden (u.a. die Hatsameser Pforte) (FAHRBACH, H.; 2003; Pers. Mttlg.); eine Lagerstätte „Pforte“ NWW von Usakos und E der Kleinen Spitzkoppe; die Pomona-Pforte S von Lüderitz sowie die Pforte von Aris am Weg von Windhoek nach Rehoboth.


Deutsche Eisenbahn
Deutsche Eisenbahn

Die deutsche Eisenbahn;
von Swakopmund nach Windhoek;
Ca. 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Deutsche Eisenbahn-Übersichtsskizze
Deutsche Eisenbahn-Übersichtsskizze

Die deutsche Eisenbahn;
von Swakopmund nach Windhoek;
Übersichtsskizze;
Ca. 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Streckenplan der deutschen Eisenbahn
Streckenplan der deutschen Eisenbahn

Streckenplan der deutschen Eisenbahn;
von Swakopmund nach Windhoek;
Ca. 1904

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Die Eisenbahn mit den Pfortebergen
Die Eisenbahn mit den Pfortebergen

Die deutsche Eisenbahn in Höhe der Station Welwitsch, mit Blick auf die Pforte-Berge im Hintergrund;
Etwa 1904-1910

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Bedarfshaltepunkt  Khan
Bedarfshaltepunkt Khan

Bild des Bedarfshaltepunktes Khan in den Khan-Bergen

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Station Pforte
Station Pforte

Die Station Pforte an der Eisenbahnlinie Swakopmund nach Windhoek. ;
Hinter dem barackenartigen Gebäude zwei Hügel mit Explorationsschächten;
Seltenes Dokument, ca. 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Station Jakkalswater
Station Jakkalswater

Relikte der Bahnstation Jakkalswater in direkter Nachbarschaft zur Station Pforte.

Collector
Husab-Berge
Husab-Berge

Die Husab-Berge in der Naukluft, Wüste Namib, Namibia

Harald Süpfle
Khan Mine
Khan Mine

Die Khan Mine (Khan Kupfergrube) bei Arandis um 1915.

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Mögliche Alternativen

Eingang zur stillgelegten Husab-Mine
Eingang zur stillgelegten Husab-Mine

im Hintergrund Halden mit den Mineralfundmöglichkeiten

Collector
Explorationsschaft
Explorationsschaft

Einer der aufgefundenen Explorationsschächte in den Pforte-Bergen

Collector

Ein „de facto“ Fluoritvorkommen "Pforte", d.h. eine Lagerstätte, Mine oder ein Tagebau mit diesem Namen, ist bisher nicht bewiesen. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Stufen zwischen 1898 und 1902 in den abgetragenen und bewegten Gesteins- und Erdmassen beim Bau der Eisenbahntrassen in einem Gelände mit schwierigen topographischen Verhältnissen (BRAVENBOER & BUSCH, 1997) gefunden wurden. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass die Fluorite aus den Kupfererz-Probeschurfen der Pforte-Berge nahe der alten Station Pforte stammen. Erzproben der alten Schurfe führen tiefvioletten Fluorit oder sind mit diesem assoziiert (SEROKA, 2001).

Husab, Khan und Rössing

Es könnte aber auch sein, dass Fluorit aus der nahe der Bahnstation Pforte liegenden Flussspatlagerstätte Husab stammt, welche um 1912 ursprünglich auf Kupfer erschlossen wurde (und erst viel später in den 1970er Jahren auf Flussspat abgebaut wurde) (WENNING, 2010). Hierfür spricht einmal die Tatsache, dass hier abbauwürdige Fluoritgänge vorhanden sind sowie die Radioaktivität der vorkommenden Uran-Mineralien, welche der Grund der schwarzvioletten Farbe der Pforte-Fluorite ist. (Alternative Namen dieser Lagerstätte waren „Rössing South Mine“ sowie „Müller's Mine“ während der aktiven Fluorit-Abbauphase). Die Husab-Berge sind ein kleines Gebirge nördlich des Swakoptals. Sie erstrecken sich über eine Fläche von rund 25 km² und liegen in der Naukluft innerhalb nördlicher Ausläufer der Namib-Wüste. Die Husabberge verlaufen über eine Länge von rund 10 km in SW-NE Richtung, parallel zum weiter nördlich gelegenen Khan-Rivier und die daran anschließenden Khan-Berge und die Rössing Mine. Höchster Gipfel der Husabberge ist der Husabberg auf 857 m über Normalnull.

Fluorite gab es nicht nur in den o.a. Vorkommen, sondern auch in der Khan-Kupfermine, einer historischen Mine 7 km S von Arandis, welche von 1914 bis 1918 förderte. Diese Lagerstätte liegt in einer hochmetamorphen Zone komplex gefalteter Gneise, Amphibolite und Marmor, welche von Graniten und Pegmatiten intrudiert wurden. Aus einer Linse (pocket) stammen ca. 30 Stufen mit tw. hochglänzenden, tiefviolett-schwarzen oktaedrischen Fluoriten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Stufen mit den unter dem Namen "Pforte" angegebenen Fluoriten identisch sind. Ob diese Fluorite kommerziell verwertet wurden, ist nicht nachzuvollziehen; schließt jedoch nicht aus, dass größere klare Kristalle aus diesen Alaskiten (Leukograniten) zu Schmucksteinen verschliffen wurden.

Auch die nahegelegenen Rössing-Pegmatite führten (schleifwürdige) Fluorite. Alternativ könnte auch die Ida Mine als Fundort infrage kommen (ein Gang zwischen den Zebra- und Husab-Bergen), in welcher von 1912 bis ca. 1914 von Michael Küstner Kupfererz abgebaut wurde. Fluorite (violette und grüne Oktaeder bis mehrere cm Kantenlänge und smaragdgrüne Würfel bis 3 cm) in ausgezeichneter, tw. schleifwürdiger Qualität wurden und werden auch in den Pegmatiten des Erongo-Gebirges und der Kleinen Spitzkoppe gefunden.

Nachstehend drei Fotos von Fluoriten, die wir während unserer Suche im Jahr 1999 aus Probeschürfen im Bereich der Husab- und Pforte-Bergen geborgen haben.

Fluorit
Fluorit

Größe: 75x35x28 mm; Fundort: Husab Mine, Naukluft-Nationalpark, Kreis Swakopmund, Region Erongo, Namibia

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Fluorit
Fluorit

Größe: 55x50x23 mm; Fundort: Husab Mine, Naukluft-Nationalpark, Kreis Swakopmund, Region Erongo, Namibia

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Fluorit
Fluorit

Größe: 80x77x35 mm; Fundort: Husab Mine, Naukluft-Nationalpark, Kreis Swakopmund, Region Erongo, Namibia

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Die Fluoritkristalle

Unter dem Fundortnamen „Pforte“ existieren historische Fluoritstufen in hervorragenden, bis mehrere cm großen, tief schwärzlich-pupurfarbenen Oktaedern, resp. Kombinationen aus (100), (110) und (111) , meist mit einem dunkelgrünen Kern und assoziiert mit maximal wenige mm großen Quarzkristallen bzw. Quarzrasen. Von der "Pforte" sollen auch smaragdgrüne Fluorite stammen, deren Färbung auf einem Dreiphaseneinschluss aus Gasblasen, einer wässrigen, salzhaltigen Lösung und winzigen Halitkristallen beruht. Diese Fluorite wurden als Edelsteine (südafrikanische Smaragde) verschliffen.

Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

Größe: 5,9 x 4,5 cm

Felix Garcia
Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

4 x 5,5 x 3 cm;
Jahn-Etikett 1324

Dr. Rainer Bast
Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

3,5 x 4 x 3 cm

Dr. Rainer Bast
Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

6 x 5 x 5 cm

Dr. Rainer Bast
Fluorit
Fluorit

Größe: 48x33x25 mm; Fundort: "Pforte", Namibia

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Fluorit
Fluorit

Größe: 41x35x26 mm; Fundort: "Pforte", Namibia

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Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

Eine andere Ansicht der vorhergehenden Stufe
Ausgewogene Kombination von Hexaeder
und Dodekaeder

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Fluorit von der Pforte
Fluorit von der Pforte

Andere Ansicht des vorherstehend abgebildeten
Fluorits mit deutlich sichtbarem grünem Kern

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Pforte-Fluorite sammeln und Geschichten

Pforte-Fluorit--Etikett von Willy Hirsch
Pforte-Fluorit--Etikett von Willy Hirsch

Ein W. Hirsch-Etikett;
Hirsch gründete seinen Mineralienhandel im Jahr 1909

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Wenngleich die Originalherkunft der Fluorite im Dunkeln bleibt, kann man dennoch einen Zeitabschnitt ihres Weges vom Fund bis zum Sammler anhand der Begleitetiketten nachvollziehen – und ggf. Schlüsse daraus ziehen.

Es ist anzunehmen, dass die ersten Pforte-Fluorite Anfang des 20. Jh. durch deutsche Mineraliengeschäfte angeboten und verkauft wurden. Die frühesten dieser Mineralienhändler waren Maucher (München, gegründet 1909) und Willy Hirsch (Kiel, gegründet 1909), gefolgt von Albin Jahn (Plauen im Vogtland, gegründet 1913).

Dies lässt darauf schließen, dass die angebotenen Fluoritstufen wohl kaum aus den Aushub- und Trassenarbeiten beim Bau der Eisenbahnlinie (1898-1902) stammen, sondern wahrscheinlicher aus irgendeinem der o.a. Probeschürfe in den Pforte-Bergen bzw. aus den Husab-Bergen, resp. der von 1912 bis etwa 1916 betriebenen Kupfergruben Husab, Ida oder Khan (wobei die Lagerstätte Husab Jahrzehnte später auf Flussspat abgebaut wurde und aktuell wieder im Rampenlicht inmitten des Husab-Projektes steht). Der dieser Lagerstätte nächstliegende geografische Bezugspunkt war die Bahnstation „Pforte“ der Swakopmund-Windhoek-Eisenbahnlinie.


Pforte-Fluorit--Etikett  von  W. Maucher
Pforte-Fluorit--Etikett von W. Maucher

Ein W. Maucher-Etikett;
Maucher gründete seinen Mineralienhandel im Jahr 1909

Martin Haubenreißer
Pforte-Fluorit--Etikett  von  G. Jasker
Pforte-Fluorit--Etikett von G. Jasker

Ein G. Jasker-Etikett; wahrscheinlich 1930er Jahre

Dr. Rainer Bast
Pforte-Fluorit--Etikett  von A. Jahn
Pforte-Fluorit--Etikett von A. Jahn

Ein A. Jahn-Etikett;
Jahn gründete seinen Mineralienhandel im Jahr 1913

Dr. Rainer Bast

Auf der Webseite des im Jahr 2009 verstorbenen Sammlers Claus Hedegaard (Faarvang, Dänemark) fand sich ein bemerkenswerter Kommentar zur Pforte:

Das war, als ob man ein Einhorn jagt! Aber letztendlich sah ich eine Stufe – diese befand sich in der Galerie des Narodni-Museums in Prag. Die 2-3 cm großen Kristalle sind violettschwarz und zeigen Kombinationen aus Würfel und Oktaeder swie Würfel, Oktaeder und Dodekaeder und stammen von Pforte in der Namib-Wüste in Namibia. Ich hatte immer schon von diesen Fluoriten gehört, wenn ich in Namibia war und mit Fluoritsammlern sprach usw., aber niemand hatte einen dieser Fluorite. Jetzt hatte ich die Möglichkeit, einen zu sehen; jedoch leider ist der Zugang zu dem Vorkommen verboten, weil es in einem Naturschutzgebiet liegt.

Die wohl schönsten Fluoritstufen von der Pforte sind Bestandteil der Namibiasammlung von Dr. Rainer Bast (siehe Fotos); sie stammen ursprünglich von Jahn, Maucher oder von Georg Jasker. Weitere Pforte-Fluoritstufen sind im Besitz der österreichischer Sammler Herbert Kaiser in Wien (Maucher-Etikett) sowie Wolfgang Sturm in Sollnau; im Naturhistorischen Museum in Basel soll auch eine sehr schöne Stufe existieren (Pers. Mttl. RB, 2012).


Geologie

Das Gebiet Rössing South, Ida Dome, Salem-, Husab- und Pforte-Berge liegt innerhalb des Damara Orogenese-Gürtels (DOB) in einer Zone, welche durch Grundgebirgswölbungen, regionale Faltungen, Verwerfungen und späte Damara Intrusivgesteine charakterisiert ist und durch eine Serie von NNE bis NE reichenden Antiklinalen und Synklinalen dominiert wird, welche wesentlich die strukturelle Architektur der gesamten Zentralzone der Damara ausmachen. Diese meta-sedimentären Gebirgsfalten sind domartige Strukturen des DOB, welche durch gneisische und metasedimentäre Gesteine der Abbabis-Formation überdeckt werden. Das Grundgebirge ist gegen NE und S durch flachliegende Calcret- und Alluvial-Lagerstätten überdeckt. Die intrusiven Gesteine sind uranführende Alaskite, assoziiert mit Kalksilikaten (Skarnen), Metasedimenten, Gneis und Biotitschiefer-Lithologien der Khan-, Rössing- und Chuos-Formation. Die Rössing-Formation ist das dominierende Grundgebirge, in welches die Alaskite intrudierten. Die Mineralisation ist verbunden mit den strukturellen und intrusionsassoziierten settings, welche während der Hauptverschubdeformation gebildet wurden, welche das Orogen (DOB) schlossen. Uranhaltige Alaskite, ähnlich der im Gebiet der Lagerstätte Rössing, treten sowohl in der Ida Mine, als auch in der Husab-Zone auf. Auch die ausgedehnten Fluoritgänge der Husab Mine sind uranführend.


Geschichte des Bergbaus in Südwest-Afrika

Während der Kolonialzeit gingen dem kommerziellen Bergbau zunächst Prospektionen voraus, in die die deutschen Kolonialherren zum Teil sehr hohe Erwartungen steckten. Allerdings gingen die Meinungen über die wirtschaftliche Rentabilität während dieser Zeit sehr stark auseinander. So schreibt FITZNER (1901): "Die hochgespannten Hoffnungen auf den Mineralreichtum des Landes haben sich bisher nicht erfüllt." Bereits zwölf Jahre später schrieb DOVE (1913) in einem sehr positiven Bericht: "Keines unserer Schutzgebiete ist nach unserer jetzigen Kenntnis so reich an wertvollen Mineralen wie Südwestafrika." In den Quellen dieser Zeit ist besonders von Gold, Kupfer und Marmor, dessen Qualität als sehr hoch eingestuft wurde (FITZNER, 1901), „Smaragdfunden“ und vereinzelten Diamantfunden die Rede. Jedoch wurde gleichzeitig ersichtlich, dass in dem infrastrukturell sehr schlecht ausgebautem Südwestafrika der lohnende Abbau noch nicht möglich war. So schreib 1905 ein Autor, der nur als "Ein Ausland-Deutscher" genannt wird "Nur Gesellschaften mit ihren großen Kapitalien sind imstande, derartige Minen nutzbringend zu verwerten ...", und dass die "... Verhüttung der kupferhaltigen Gesteine nur in Europa ..." möglich sei. Diese Tatsache sorgte für weitere logistische Probleme. (Quelle: Sebastian Langner, 2010)


Literatur und Links

  • Bezing, L. von, Bode, R. & Jahn, S. (2008): Namibia Minerals and Localities. Edition Schloss Freudenstein, Bode Verlag GmbH, Haltern, p. 548, 585 & 758.
  • Bowden, P., Herd, D., Kinnaird, J.A., (1995), The significance of Uranium and Thorium concentrations in pegmatitic leucogranites (alaskites), Rössing Mine, Swakopmund, Namibia. Geol.Surv. Namibia, Min. of Mines and Energy; Vol. 10
  • Bravenboer, B., Busch, K.E. (1997), The first 100 years of state railways in Namibia.
  • Burg, G. (1942), Die nutzbaren Minerallagerstatten von Deutsch- Südwestafrika. Mitt. der Forschungstelle fur kolonialen Bergbau, Bergakademie Freiberg, 2. W. de Gruyter, Berlin, 305 pp.
  • Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 164.
  • Inwood, N., Hill, M. (2009), National Instrument 43-101 Technical Report Rossing South – January 2009 Resource Update Husab Project, Namibia.
  • Lehtonen, M.I., Manninen, T.E.T., Schreiber, U.M., (1996)Report on the lithostratigraphy of the area between the Swakop, Khan and lower Omaruru
  • Nex, P. and Kinnaird, J. A., (1995), Granites and their mineralisation in the Swakop River area around Goanikontes. Geol. Surv. Namibia; Min. of MInes and Energy, Vol. 10Rivers, Namib Desert. Geol. Surv. Namibia, Ministry of Mines and Eneryg; Vol. 11
  • Reuning, E. (1925), Die Natasmine in Sudwest Afrika, eine pegmatitisch-hydrothermale Übergangslagerstätte mit Scheelit, Molybdänglanz, Kupfererzen und Gold. Neues Jb. Miner. Geol. Paläont., 52(A), 192- 261.
  • Scoon, R. (1987), Stratabound Scheelite mineralization in the Omaruru Area, Northern Central Zone of the Damara Province. Unpublished report, Geological Survey of Namibia, 48 pp.
  • Smith, D.A.M. (1965), The geology around the Khan and Swakop rivers in Southwestafrica; Memoirs of the Geol. S. of South Africa; SWA Series :3, 113 pp
  • Wenning, M., 2010; A history of mining operations in the Namib-Naukluft Park; Gobabeb Training and Research Centre, PO Box 953, Walvis Bay.
  • http://en.wikipedia.org//w/index.php?title=User:Dr_Pule/Husab_Mine&oldid=517476226
  • http://www.infomine.com/minesite/minesite.asp?site=husab

Danksagung

Dank an Dr. Rainer Bast, Martin Haubenreißer, Philip Blümner, Christian Hartmann, Felix Garcia und die Crew der Sam Cohen Library in Swakopmund, ohne deren Informationen und super Bilder dieser Artikel nicht machbar gewesen wäre. Und besonderen Dank an Herrn Kaspari von der Farm Wüstenquell, ohne dessen Führung wir nicht weiter als bis Jakkalswater gefunden hätten.


Autor: Collector

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