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Diskordanz

Als Diskordanz (nach lateinisch: discordans, nicht übereinstimmend) bezeichnet man in der Geologie das winkelige oder unregelmäßige Aufeinanderliegen von Gesteinsschichten. Ein Indiz für eine Diskordanz ist das ungleiche Fallen und Streichen von übereinander liegenden Gesteinsschichten, Gegenbegriff zur Konkordanz. (Diskordante Lagerung ist der Gegenbegriff zu konkordant).

Ursächlich für das Entstehen von Diskordanzen können verschiedene Prozesse sein:

  • Eine Winkeldiskordanz, oder Tektonische Diskordanz, bildet sich gewöhnlich in Sedimentgesteinen, die durch tektonische Bewegungen, wie Dehnung, Stauchung, Faltung, Hebung und Senkung, oder durch singuläre vulkanische Ereignisse, verkippt werden. Die herausgehobenen Gesteine werden dann erodiert, zum Beispiel bei einem Rückgang des Meeresspiegels (Regression). Spätere Sedimente, die unter anderem bei erneutem Meeresspiegelanstieg (Transgression) abgelagert werden können, liegen wieder waagerecht und bilden folglich einen Winkel mit den älteren Gesteinsschichten. Zwischen den beiden Gesteinspaketen (dem Hangenden „oben“ und dem Liegenden „unten“) befindet sich nun eine so genannte Schichtlücke. Die genaue Rekonstruktion der Verhältnisse von Ablagerungen und Diskordanzen zu einander ist von großer Bedeutung für das Verständnis der zeitlichen Entwicklung eines Gebirges (Orogenese).
  • Wenn die Lücke (Hiatus) nicht durch tektonische Bewegungen erzeugt wurde, sondern nur durch Erosion oder Sedimentationsunterbrechung, zum Beispiel, wenn sich ein Fluss in den Untergrund einschneidet, und das selbst erzeugte Tal mit Sedimenten füllt, so spricht man von Erosionsdiskordanz.
  • Die so genannte Kreuzschichtung, oder Schrägschichtung, die zum Beispiel bei der Sedimentation in fließendem Wasser entsteht, wird zuweilen als Scheindiskordanz bezeichnet.
  • Eine Dislokationsdiskordanz entsteht durch Abscherung (Dislokation) von Gesteinspaketen entlang von Verwerfungen. In der Deckentektonik wird dies auch als Schrägzuschnitt bezeichnet.
  • Magmengänge und Salzstöcke durchsetzen die Nebengesteine oftmals ebenfalls mit einem Winkel oder mit unregelmäßigen Kontaktflächen.

Die Große Diskordanz (Great Unconfomity)

Diese Nicht-Schicht zeigt eine Zeit, aus welcher keine Sedimente gefunden werden können und ist ein Indiz für ein fortschreitendes Meer welches die normal anzutreffenden Sedimente weg erodierte. Eine solche Diskordanz kann fast überall auf der Erde festgestellt werden. Sie trennt Gesteine mit gewöhnlichen Fossilien von solchen mit nur fossilien Bakterien.

Ein Indiz für eine Diskordanz ist das ungleiche Fallen und Streichen von übereinander liegenden Gesteinsschichten, Gegenbegriff zur Konkordanz.

Beispiele für bekannte Diskordanzen: Petrified Forest, Grand Canyon National Park


Lössprofil mit Erosionsdiskordanz
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Lössprofil mit Erosionsdiskordanz

Unten Löss mit einem sehr schwach ausgeprägten Bleichhorizont, darüber – über einer deutlichen Diskordanz – Sand- und Feinkiesbänder eines Erosionshorizontes, darüber feingebänderter, durch Soliflu...

Copyright: oliverOliver
Beitrag: oliverOliver 2015-01-16
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Winkeldiskordanz
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Winkeldiskordanz

Winkeldiskordanz etwa 30km SE von Jingtài, Gansu China, in einem Flussbett

Copyright: Blardume
Beitrag: Collector 2013-04-01
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Diskordanz
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Diskordanz

Grauwacke (rechts) wird diskordant von Kupferschiefer (dunkel) und Zechsteinkalken überlagert; Bildbreite etwa 7m Steinbruch "Scharfer Berg", Höllental, Thüringen

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2006-02-24
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