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Günstig gute Fotos machen

Zu den Kapiteln




Vorwort:

Was ist der Sinn dieses Einsteigerguides? Ganz einfach: eine kurze Starthilfe für die Anfertigung aussagekräftiger Bilder – speziell für Bestimmungsanfragen - auch ohne Highend-Equipment. Die Anleitung enthält drei Teile – Fotografie mit: 1) Smartphones, 2) günstigen Digitalkameras/Kompaktkameras und 3) DSLR/Spiegelreflexkameras. Das Tutorial wird so einfach wie möglich gehalten. Es geht hierbei nicht um „Topfotos“ für das Lexikon, sondern um einfache Methoden, aussagekräftige Bilder möglichst schnell und anständig anzufertigen. Das, ohne groß in die Optik abzudriften, die Beginner doch ein wenig erschlagen kann. Bei den bereits oben angesprochenen Bestimmungsfragen hilft dies allen Beteiligten. Es werden hier einzelne "Kamera-Spielarten" ausgelassen (Bridgekameras, Systemkameras...). Die hier niedergeschriebenen Tricks gelten zu nicht geringen Teilen dennoch auch für diese Modelle.

Sollte es dennoch Fragen geben: wir helfen gern! Doch wir bitten darum, dass speziell bei Bestimmungsanfragen auch ein wenig Arbeit seitens der Fragestellenden aufgewendet wird.

Optimale Voraussetzungen neben einer Kamera: eine Tageslichtlampe (andere Lampen tun es auch) und weißes Papier.

Welche Ausgaben werden hierfür fällig?

  • 4-5€ für A3- bis A4-Blätter.
  • 15-25€ für eine Fotolampe (Optimalerweise: Tageslichtlampe. Auf den Plattformen der bekannten Internetriesen sind solche leicht zu erwerben. Einfache Lampen reichen absolut aus, es muss keine Studioausrüstung im dreistelligen Bereich sein! Wenn man die Tipps zu den einzelnen Lichtverhältnissen beachtet, dann geht es auch ohne Fotolampe.)
  • wahrscheinlich 0€ für eine Kamera, da Sie sicherlich eine Kompaktkamera oder ein Smartphone mit integrierter Kamera besitzen. Wenn nicht, gute Kompaktkameras sind oft um 50€ oder sogar darunter erhältlich.
  • je nach Objekt bedarf es nur einer Kamera
  • 2€ für ein Lineal als Maßstab. Oder einfach selbst messen - die Größe der Exponate ist sehr wichtig!

Beispielbild Setup


Smartphones

Sehr viele Modelle sind heutzutage mit Kameras ausgestattet, die gute bis sehr gute Bilder anfertigen können.

Die meisten integrierten Kameras fokussieren auf einen bestimmten Punkt, wenn man im Kameramodus einfach auf den gewünschten Punkt tippt, der scharf dargestellt werden soll.

Besonders einfach lassen sich damit Bilder im direkten Tageslicht bei gutem Wetter anfertigen. D. h. einfach auf den Balkon bzw. die Terrasse gehen oder sich vor ein „lichtgeflutetes“ Fenster stellen. Dann gilt es lediglich, wie erwähnt, das Objekt in die Hand zu nehmen und auf dem Smartphone auf den Bereich zu tippen, der von Bedeutung ist. Achtung #1: wenn man nicht auf den „Wunschpunkt“ tippt, dann fokussiert die Kamera schnell auf den Hintergrund. Daher immer auf das wichtige Objekt tippen! Achtung#2: nicht zu nah an das Objekt gehen! Ein gewisser Abstand muss aus optiktechnischen Gründen gewährleistet werden. Achtung #3: Fotos von Anschliffen oder Stufen mit vielen Kristallen lassen sich besser bei leichter bis mittlerer Bewölkung oder im Rahmen des Sonnenunterganges aufnehmen.

Optimal wäre es, wenn man das zu fotografierende Objekt bei gutem Licht auf einem weißen Untergrund (ein Blatt Papier genügt) ablichtet. Viele Smartphones können damit einen guten Weißabgleich für die Farbtreue durchführen. Selbst, wenn dieser Weißabgleich nicht so recht funktioniert – das weiße Blatt hilft bei der digitalen Nachbearbeitung, sofern nötig, außerordentlich gut. Unabhängig von der wetterabhängigen Beleuchtung kann hier auch eine (Foto-)Lampe genutzt werden.

Beispielbild falsch Hier sieht man, was der automatische Fokus manchmal „anrichtet“.

Beispielbild korrekt Hier wurde einfach auf den zu fokussierenden Punkt getippt – das Objekt wird scharf.

Beispielbild/er Handy (mit Hand auf dem Bild, Hinweis: nicht für das Lexikon!)

Diese Bilder wurden mit einem Samsung Galaxy S7 (Gebraucht ab ca. 200€ zu haben. In vielen Verträgen kostenlos!) angefertigt.


Kompaktkameras/Digitalkameras

Hier muss es definitiv keine teure Kamera sein. Kameras für gute bis sehr gute Bilder sind schon ab 40-50€ (gebraucht) zu haben. Wahrscheinlich besitzen Sie eine solche oder noch deutlich bessere Kamera. Das No-Go sind hier Fotos aus der Hand im Automatikmodus bei schlechtem Licht. So entstehen farbverfälschte und unscharfe Bilder, die für eine gescheite Bestimmung oft schlecht bis nutzlos sind.

Der wertvollste Hinweis hier: nutzen Sie ein weißes Blatt Papier und eine Lampe. Oder das Tageslicht. Effektiv ist es, wenn das Papier in der Mitte gefalten wird und die obere Hälfte an einen Karton oder ein Möbelstück seicht angeklebt wird.

Bild gefaltetes Blatt Papier mit Lampe und Kamera

Nun platziert man das zu fotografierende Objekt auf dem Papier und stellt die Kamera optimalerweise auf eine plane Oberfläche – so ist der Faktor „Verwackeln“ quasi umgangen. Ein Stativ erreicht den gleichen Effekt!

a) Ist das Objekt nur wenige Zentimeter groß, dann ist dieses Symbol (oft als Schaltfläche oder am Drehrad der Kamera zu sehen) unser bester Freund.

Makroblume

Dabei handelt es sich um den sogenannten Makromodus. Dieser ist über das oben erwähnte Drehrad oder andere Tasten zu erreichen, meist sehr einfach. Die Kamera weiß an dieser Stelle, dass sie sich auf ein kleines Objekt - respektive auf einen kleineren Bildausschnitt eines größeren Objektes - beschränken soll. Bei den meisten Kameras ist ein Fokuspunkt in Form eines Rechteckes auf dem Display zu sehen – dieses muss man nun einfach auf den scharf zu stellenden Bereich ausrichten und „abdrücken“. Damit ist nur ein kleiner Bereich abgedeckt. Das gesamte Objekt scharf darzustellen bedarf einiger Einarbeitung in die Fotografie. Dies wird in anderen Tutorials abgehandelt. Wenn das Objekt mehrere interessante Stellen hat, dann einfach mehrfach fotografieren.

Der automatische Weißabgleich funktioniert mit der „Papiermethode“ meist. Ansonsten gilt das Gleiche wie beim Smartphone.

Beispielbild/er Makro mit Kompaktkamera

b) Das Objekt ist etwa acht Zentimeter und/oder größer? Hier ist der Makromodus nicht anzuraten. Es gilt hier einen gewissen Abstand zum Objekt zu halten. Sonst ist die Gefahr groß, dass die Kamera außerhalb des Makromodus‘ das Bild nicht scharf darstellt. Die Lösung? Die Kamera schrittweise weiter vom Objekt zu entfernen und das Bild erst dann zu machen, wenn das Objekt gut im Fokus liegt.

Beispielbild/er Aufnahme mit Kompaktkamera

Achtung: der Weißabgleich funktioniert im Automatikmodus bei Kompaktkameras nicht immer gut. Dieser muss – meist leicht über das Kameramenü zugänglich – an die jeweilige Lichtquelle angepasst werden. Also einfach die Tasten für den Weißabgleich suchen und die einzelnen Optionen durchschalten, bis das weiße Blatt Papier auch wirklich weiß ist.

Viele günstige Kompaktkameras besitzen auch einen manuellen Modus. Auf die Möglichkeiten dieser werde ich im Abschnitt 3) eingehen. Diese sind in Bezug auf Spiegelreflexkameras geschrieben, funktionieren prinzipiell jedoch meist identisch - wenn auch tw. eingeschränkt - bei Kompaktkameras. Siehe * bei 3).

Die gezeigten Aufnahmen entstanden mit einer Canon SX130IS, die gebraucht ab ca. 50€ zu bekommen ist.


DSLR/Digitale Spiegelreflexkameras

Sie sind für viele Fotos das Nonplusultra, bedürfen außerhalb des perfekten Tageslichtes bei Außenaufnahmen aber einiger Einarbeitungszeit. Wichtig (!): der Automatikmodus respektive die „intelligente Automatik“ funktionieren nur gut, wenn Sie sich am Strand befinden und bei gutem Licht große „Steine“ fotografieren. Im Hause ist vom Automatikmodus oder „freihändigen“ Bildern absolut abzuraten. Ein fester Stand, v. a. via Stativ, ist absolut notwendig.

Beispiel DSLR-Automatik: unscharf

Man kommt bei DSLR-Kameras im Grunde nicht um den manuellen Modus herum. Der Autor versucht dies möglichst kompakt darzustellen. Auch hier wird wieder vom weißen Blatt Papier und einer Lampe (optimalerweise Tageslichtlampe) ausgegangen.

  • Das Rädchen auf „M“ stellen.
  • „ISO“ in den Optionen (leicht zu finden) auf optimal 100 stellen
  • Die Blende (auf dem Display oft als F/Zahl dargestellt) bestimmt einfach gesagt die Tiefenschärfe. Bei „dreidimensionalen“ Objekten ist eine höhere Tiefenschärfe anzuraten – d. h. beispielsweise eine Blende von F/16 oder höher (20 etc.). Anmerkung für Nutzer von 2): Kompaktkameras erreichen solche Blenden meist nicht. Das Prinzip bleibt das Gleiche, es ist bei diesen jedoch limitiert.
  • Der Weißabgleich sollte wie bei 2) an die jeweilige Lichtquelle angepasst werden. Dies ist einfach im Menü der Kamera einzustellen. Ggf. das Handbuch nutzen.
  • Optimalerweise schaltet man nun auf „LiveView“ um – das ist der Modus, in dem die Kamera das Objekt auf dem Display anzeigt. Bei höherer Blende (entsprechend größere Tiefenschärfe) muss die Belichtungszeit entsprechend angepasst – nämlich erhöht - werden. Nun muss lediglich die Belichtungszeit verlängert werden, bis das Bild auf dem Display gut ausgeleuchtet ist.
  • bei langen Belichtungszeiten sollte der Auslöser entweder via Funkbedienung oder mit Countdown betätigt werden. Sonst produziert man durch den Druck mit den Fingern unter Umständen ein verwackeltes Bild

Beispielbilder scharf mit manuellem Modus

Die Aufnahmen entstanden mit einer Canon EOS650d (gebraucht liegt diese mit Standardobjektiv EF-S 18-55mm um 300-350€) und einem gebrauchten Makroobjektiv (hier ein Tamron AF 90mm 2,8 Di Macro 1:1 SP, um 200€ gebraucht).

Der Autor hofft, dass diese Anleitungen hilfreich waren. Wenn nicht, dann stehen die Nutzer dieses Forums jederzeit für Fragen zur Verfügung. Es ist wichtig, dass speziell bei Bestimmungsfragen ein wenig Mühe in die Bildaufnahmen fließt – denn das hilft allen Beteiligten!


Quellangaben



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