'._('einklappen').'
 

Fälschungen


Almandin

  • Fundortangabe: Passo del Rombo, Passaiertal, Italien
  • Ursprung der Fälschung: Italien
  • Verbreitung, Preise: vermutlich Einzelfall (1998 für 100.- Sfr. durch Hans-Peter Klinger erstandene Fälschung an zwei Tischen eines Mitglieds der Börsenaufsicht auf der Zürcher Mineralienbörse; Händler verneinte die Frage, ob xx montiert und behauptete die Stufe sei nur lackiert)
  • Beschreibung: mit Klebstoff auf Matrix montierte Almandinkristalle, die zuvor noch rot lackiert wurden; wahrscheinlich um Farbintensität und damit Kaufpreis zu erhöhen
  • Aufdeckung: unter dem Binokular zeigten sich abgesprungene Lack- und Farbsplitter. Im Verdünner begann sich die Stufe alsbald rot zu färben. Als einer der Kristalle abgelöst wurde, zeigte sich prompt eine Klebestelle.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 98/3, 5 ('Die Farbe Rot')

Anglesit

"ROTE ANGLESITE VON TOUISSIT"

  • Fundortangabe: Touissit, Marokko
  • Ursprung der Fälschung: Marokko
  • Verbreitung, Preise: bis rund 600 rote Exemplare weltweit in großem Stil angeboten und auch verkauft (Herbst 1983 und vor Tucsonbörse).
  • Beschreibung: farblose und z.T. gelbe Anglesite wurden chemisch mit Eau de Javelle (Kaliumhypochlorid in wässriger Lösung) behandelt. Bei der Behandlung der Kristalle wird Minium, ein rotes Bleioxid, gebildet, das für die Rotfärbung der Anglesite verantwortlich gemacht wird. Diese Substanz wird normalerweise als Fleckenentferner, Bleich- und Reinigungsmittel verwendet. Überraschend ist, dass die Kristalle ihren Glanz behalten und nicht zuletzt dadurch Höchstpreise bis zu 25.000 US-Dollar für diese Kristalle bezahlt wurden.
  • Aufdeckung: trotz der Dreistigkeit der Fälscher sogar direkt vor den großen Börsen Detroit, München und Tucson ihre Fälschungen anzubieten, flog der Schwindel durch einen deutschen Händler auf, der den weit verbreiteten 'Meister Propper des Orients' in Marokko aufspürte. Chemische Versuche ergaben dann den Rest.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 84/4, 34-35 (Roter Anglesit von Marokko – Chronik einer Fälschung)

Apatit

  • Fundortangabe: Cerro de Mercado, Durango, Mexiko
  • Ursprung der Fälschung: Mexiko
  • Verbreitung, Preise: vor Ort in den 1980ern gekauft
  • Beschreibung: aus Gesteins- und Mineralbruchstücken zusammengebastelte Matrix mit eingeklebten Apatiten
  • Aufdeckung: unbekannt
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion
Apatit xx
Apatit xx

gefälschte Stufe aus den 80ern; aus Gesteins- und Mineralbruchstücken zusammengebastelte Matrix mit eingeklebten Apatiten. Kristallgröße ca. 1,5cm; "Fundort": Cerro de Mercado, Durango, Mexiko

skibbo

Aragonit

  • Fundortangabe: Cavnic, Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien
  • Verbreitung, Preise: gesehen im Juni 2009 auf der Messe in Hallein (Österreich). Preise zwischen 100 bis 200 € und wieder 2010 in Hallein.
  • Beschreibung: neu auf den Börsen sind Cavnic-Stufen mit reichhaltig weißen auf Quarz aufgewachsenen Aragonit xx bis 3 cm. Tatsächlich handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit um nadelige Gips xx. Genaue Analyse steht noch aus. In der Vergangenheit sind solche Stufen nie aufgetreten und jetzt, nachdem ein Großteil der Minen geschlossen ist, erscheinen diese Hand- bis Großstufen in sehr ästhetischer Ausbildung.
  • Aufdeckung: nach der Erklärungsnot gab der Händer die Züchtung zu. Es ist auch davon auszugehen, dass selbst die prächtigen Bergkristallstufen nicht aus Cavnic stammen, da diese in der Ausbildung von den bereits bekannten Stufen stark abweichen.
  • Quelle/Literatur: Stefan

"Aztekenstein"

  • Fundortangabe: Mexiko
  • Ursprung der Fälschung: Mexiko
  • Verbreitung, Preise: Aufgetreten in 2004
  • Beschreibung: der "Aztekenstein" wurde u.a. für ein Mineralgemenge aus Smithsonit mit blauem Rosasit u. braunem Siderit gehalten. Alle Farben sind in verschiedenen Lagen, fast horizontal, angeordnet. Mehrere Geologen haben sogar Zertifikate für die Echtheit ausgestellt und sind somit auch auf den Schwindel hereingefallen.
  • Aufdeckung: das sog. Mineralgemenge entpuppte sich als Kunstprodukt und wurde noch 2004 in mehreren gemmologischen Zeitschriften unter dem Handelsnamen "Regenbogen Calsilica" beschrieben. Es besteht hauptsächlich aus Calcit. Die Farben entstehen durch Beimengungen von Hämatit, Coelestin und den künstlichen Farbpigmenten Kupfer-Phtalocyanin PB15 (blau) und dem Mono-Azo-Pigment PY1 (gelb). Das Ganze wird durch Kunstharz zusammengehalten.
  • Quelle/Literatur: McSchuerf
Aztekenstein
Aztekenstein

Der "AZTEKENSTEIN" aus Mexiko, hier mit einer Größe von 2 x 2 cm

McSchuerf
Angebliche Lagerstätte vom Aztekenstein
Angebliche Lagerstätte vom Aztekenstein

Angebliches (gefälschtes) Bild der "Lagerstätte". Die blauen Adern in der Steinbruchwand sind Chrysokoll und der Steinbruch ist wer weiß wo?

Archiv: Peter K. (McSchuerf)

Bergkristall

"BERGKRISTALL-KUGELN"

  • Fundortangabe: China
  • Ursprung der Fälschung: China
  • Verbreitung, Preise: auf den Herbstbörsen von verschiedenen Seiten verkauft
  • Beschreibung: Fälschungen aus Bleikristallglas hergestellt.
  • Aufdeckung: absolute Reinheit und Einschlussfreiheit der Kugeln fallen auf. Glas hat deutlich höhere Dichte (ca. 3,50) als Quarz (ca. 2,65). Gleichschwere Kugeln aus Bergkristall sind demzufolge deutlich größer als die Glaskugeln. Die Feststellung des spez. Gewichts (Dichte) mit Hilfe einer Waage ist problemlos.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 93/1, 5 (Gefälschte Bergkristallkugeln aus China)

"SYNTHETISCHER SPINELL ALS BERGKRISTALL"

  • Fundortangabe: vermutlich Fernost
  • Ursprung der Fälschung: vermutlich Fernost
  • Verbreitung, Preise: Anfang der 1990er-Jahre
  • Beschreibung: synthetischer Spinell wurde in billigem Modeschmuck als "Bergkristall" angeboten! Verwendet wurden charakteristischerweise vor allem die kleineren Steine; größere Steine stellten sich nach Überprüfung als farblose Quarze heraus.
  • Aufdeckung: unter dem Polarisationsmikroskop konnten die synthetischen Spinelle durch die typisch anormale Spannungs-Doppelbrechung unschwer vom Quarz unterschieden werden. Mit einer polarisierenden Folie kann man sich mit Hilfe zweier Pol-Filter ein Polariskop relativ einfach selbst zusammenbauen und damit solche gekauften Betrügereien eindeutig nachweisen.
  • Quelle/Literatur: MINERALIENWELT 95/3, 13 (Synth. farbloser Spinell als Imitation von Bergkristall)

Beryll

"BERYLL AUF FELDSPAT"

  • Fundortangabe: Virgem da Lapa, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: nur wenige Stufen in den Handel gelangt
  • Beschreibung: Beryllkristall auf Feldspat gekittet, Ansatzstelle mit brauner Farbe dem Feldspat angeglichen.
  • Aufdeckung: mit Lupe oder Binokular
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Bornit

  • Fundortangabe: verschiedene Länder
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: sehr verbreitet - als "Buntkupfer" verkauft; bereits seit den 60ern oder noch früher
  • Beschreibung: Bornit in Persillauge gekocht. Ergebnis: bunte Anlauffarben
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18 / DER AUFSCHLUSS 1961, 227 / DER AUFSCHLUSS 1962, 21

Calcit

"CALCIT XX AUF PYRIT"

  • Fundortangabe: Tennessee, USA
  • Ursprung der Fälschung: USA
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: größter Calcitkristall auf Matrix aufgeklebt
  • Aufdeckung: Leimspuren mit bloßem Auge in nicht sorgfältig ausgefüllten Hohlräumen unter dem Kristall sichtbar.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Fadenquarz

"FADENQUARZ MIT BERGKRISTALL"

  • Fundortangabe: Piz Beverin, Graubünden, Schweiz
  • Ursprung der Fälschung: Sammler, der 'Eigenfunde' zum Verkauf anbot; Schweiz
  • Verbreitung, Preise: vmtl. Einzelfall
  • Beschreibung: einige der Bergkristalle und Fadenquarz auf 10 cm große Stufe aufgeklebt. Zur Kaschierung der Klebestellen wurde dem Klebstoff Chlorit oder ein Farbpigment beigemischt
  • Aufdeckung: Fadenquarz konnte unmöglich so gewachsen sein. Paragenese auch unmöglich. Bei Überprüfung der Stufe Klebstoff erkennbar mit bloßem Auge. Fälscher hat auch versehentlich Bergkristall links außen um 180° gedreht aufgekittet, sodass Chloriteinschlüsse in verkehrte Richtung weisen.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 84/9, 42-43 (Eine gefälschte Bergkristallstufe)

Fluorit

"FLUORIT-SZEPTER"

  • Fundortangabe: Erongo, Namibia
  • Ursprung der Fälschung: Namibia
  • Verbreitung, Preise: in München auf der GEOFA Okt. 2009 an mehreren Ständen für i.d.R. dreistellige €-Beträge angeboten
  • Beschreibung: mechanisch aus Fluoritstücken herausgearbeitete Form, mit Säure geätzt
  • Aufdeckung: je nach Qualität offensichtlich (Fluorit-Bänderung gegen die Kristallform) oder schwer (Bearbeitungsspuren unter dem Mikroskop erkennbar)
  • Quelle/Literatur: GEOFA 2009

"ROSAFLUORIT AUF RAUCHQUARZ"

  • Fundortangabe: Göschener Alp, Uri, Schweiz
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: sehr beliebtes Fälschungsobjekt unter den alpinen Mineralien; zahlreich in den Handel gelangt
  • Beschreibung: Rosafluoritkristalle auf Rauchquarzkristall aufgeklebt. Paragenese und Wahrscheinlichkeit, dass Fluorit auf dem Rauchquarz in dieser Form hätte wachsen können, stimmt.
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge, bei genauem Hinsehen Leimspuren erkennbar
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

"SPALTOKTAEDER AUF QUARZSTUFE"

  • Fundortangabe: Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien
  • Verbreitung, Preise: entdeckt auf der Messe in Ste. Marie 2009
  • Beschreibung: lila Fluorit-Spaltoktaeder auf einer rumänischen Quarzstufe mit Sulfiden aufgeklebt. Klebespuren mit Sulfiderzbröseln verdeckt.
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge, bei genauem Hinsehen Leimspuren erkennbar
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion
Fluorit-Stufe
Fluorit-Stufe

Fälschung! Fundort: Rumänien; entdeckt in Ste. Marie 2009

Armin Sorg (as)

Galenit

"GALENIT-GEODE"

  • Fundortangabe: Marokko
  • Ursprung der Fälschung: Marokko
  • Verbreitung, Preise: zahlreiche Stufen in den Handel gelangt (unter anderem in Marokko, Juli 1977)
  • Beschreibung: Galenit-Spaltstücke mit nicht-fluoreszierendem Klebstoff in künstliche Betonhohlkugel ausgekleidet, in denen Streichhölzer hervorstehende Kristalle imitieren sollen. Auf einigen dieser Stufen wurde Klebstoff z.T. sauber mit Galenitstaub verdeckt.
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge sowie Hilfsmitteln
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion
Galenit-Druse
Galenit-Druse

Fälschung! Fundort: Marokko

peter-claus

"GALENIT AUF BARYT"

  • Fundortangabe: Marokko
  • Ursprung der Fälschung: Marokko
  • Verbreitung, Preise: zahlreiche Stufen in den Handel gelangt (unter anderem in Marokko, Juli 1977)
  • Beschreibung: Galenit-Spaltstücke mit nicht-fluoreszierendem Klebstoff auf Baryt aufgeklebt. Auf einigen dieser Stufen wurde Klebstoff z.T. sauber mit Galenitstaub verdeckt.
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge sowie Hilfsmitteln
  • Quelle/Literatur: LAPIS 78/3, 5
Galenit, Baryt
Galenit, Baryt

Fälschung! Galenitspaltstücke und -staub auf Baryt geklebt; Größe: 45x35x30 mm; Fundort: Mibladen, Marokko

Ibrahim Jameel

"GALENIT IN QUARZDRUSEN"

  • Fundortangabe: Marokko
  • Ursprung der Fälschung: Marokko
  • Verbreitung, Preise: zahlreiche Stufen in den Handel gelangt (u.a. auch auf spanischen Märkten, Sommer 1981)
  • Beschreibung: Galenitwürfel, bei denen es sich auch noch um mechanisch hergestellte Spaltstücke von ausgewählt gleicher Größe handelt - aufgeklebt in minderwertige Quarzgeoden. Übergangsstellen mit Galenitpulver überstäubt.
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge sowie Hilfsmitteln
  • Quelle/Literatur: LAPIS 81/7-8, 62; Forum-Diskussion
Galenit-Geode
Galenit-Geode

Fälschung! Fundort: Marokko

caliastos

"GALENIT IN CALCITGEODEN"

  • Fundortangabe: Marokko
  • Ursprung der Fälschung: Marokko
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: Galenit-Spaltstücke mit nicht-fluoreszierendem Klebstoff in Calcitgeoden ausgekleidet, in denen Streichhölzer oder Zahnstocher hervorstehende Kristalle imitieren sollen. Auf einigen dieser Stufen wurde Klebstoff z.T. sauber mit Galenitstaub verdeckt.
  • Aufdeckung: mit bloßem Auge sowie Hilfsmitteln.
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion
Galenit-Geode
Galenit-Geode

Fälschung! Fundort: Marokko

juergi46

"SKELETTGALENITE VON MADAN"

  • Fundortangabe: Grube 19. September, Madan, Bulgarien
  • Ursprung der Fälschung: Bulgarien
  • Verbreitung, Preise: teils exorbitant
  • Beschreibung: Galenitkristalle, deren Kanten skelettartig erhalten sind, Flächen und Kristallinhalt sind nicht vorhanden. Kristalle wurden mit Säuren oder mechanischen Mitteln aufwändig bearbeitet, um skurilles Aussehen zu erzeugen. Es gibt auch natürlich geätzte Bildungen dieser Art, sind diese doch äußerst selten.
  • Aufdeckung: unter dem Mikroskop wurden in den Ätzfiguren winzige Glaskügelchen gefunden, die auf präzises Sandstrahlen deuten.
  • Quelle/Literatur: mindat.org; https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30361.0.html
Galenit-Skelettkristalle
Galenit-Skelettkristalle

Grube 19. September, Madan, Bulgarien; Größe: 5,4 x 3,6 cm

Rob Lavinsky

"KUGELIGE GALENIT-SPHALERIT-KONKRETION"

  • Fundortangabe: Cavnic, Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: mikrokristalliner Galenit und Sphalerit als perfekt kugelige Konkretion ohne Anwachsstellen. Es handelt sich aber um gemahlenen Galenit und Sphalerit, aufgeklebt auf einem Tennisball!
  • Aufdeckung: Relativ leichtes Gewicht, keine Anwachsstellen, Spaltstücke/Fragmente auffällig bei genauem Hinsehen.
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion, Walpurgin
Galenit-Sphalerit-Konkretion
Galenit-Sphalerit-Konkretion

Fälschung! Größe: 7 cm; Fundort: Cavnic, Rumänien

Walpurgin

Gold

"GOLD AUF QUARZ"

  • Fundortangabe: Mexiko
  • Ursprung der Fälschung: vermutlich Amerika
  • Verbreitung, Preise: häufige Fälschung (seit 1974 in Deutschland, dann wieder seit Herbst 1983)
  • Beschreibung: aufgeschossene "Goldfünkchen", die auf der Oberfläche der Stufe mehr oder weniger gleichmäßig verteilt sind. Manchmal auf frische Bruchflächen, manchmal in rostige kleine Quarzhohlräume aufgebracht. Keine typisch aufgebogenen Bleche auf Bruchflächen des Quarzes und keine kristallinen Ausbildungen von Gold in den Hohlräumen vorhanden.
  • Aufdeckung: sog. "Goldfünkchen" stellten sich nach Untersuchung mit der Mikrosonde als "Goldbronze" heraus, die in Amerika als "Dixie-Gold" bezeichnet wird (Aluminium-Kupfer-Phosphor-Verbindungen); das goldfarbene Material stellte sich auch nach Berühren mit einer Präpariernadel als sehr duktil und weich heraus.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 84/6, 31 (Fälschungen) (Es ist nicht alles Gold...)

"GOLD OHNE MATRIX"

  • Fundortangabe: Santa Elena, Venezuela
  • Ursprung der Fälschung: Venezuela
  • Verbreitung, Preise: genaue Verbreitung unbekannt (seit dem Frühjahr 1990 werden auf dem Mineralienmarkt nahezu perfekt ausgebildete Goldkristalle angeboten)
  • Beschreibung: es handelt sich offensichtlich um gegossene Objekte, bei denen wahrscheinlich mit der Technik der verlorenen Form gearbeitet wurde. Nach der oktaedrischen Ausbildung der gefälschten Goldkristalle zu urteilen, könnte es sich auch um Nachgüsse von künstlich gezüchteten Alaunkristallen handeln.
  • Aufdeckung: deutlich mit bloßem Auge sichtbar sind die untypisch scharfen Kristallkanten. Echte Goldkristalle vom gleichen Fundort sind meist skelettartig oder dendritisch ausgebildet. Bei falschen xx Abwesenheit von Einschlüssen. Kleinste Blasen an der Oberfläche der gefälschten Kristalle unter dem Binokular erkennbar. Chemische Zusammensetzung der gefälschten und der echten xx ist deutlich verschieden.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 91/10, 23 (Gefälschte Goldkristalle mit angeblichem Fundort Santa Elena, Venezuela)

Howlith

  • Fundortangabe: Deutschland
  • Ursprung der Fälschung: Deutschland
  • Verbreitung, Preise: sehr verbreitet auf nahezu allen Mineralien- und Edelsteinbörsen bis zum heutigen Tage (im Inland nachgewiesen; im Ausland Verbreitung unbekannt)
  • Beschreibung: gewöhnlicher Magnesit wird blau, weiß oder andersfarbig eingefärbt bzw. lackiert und als "Howlith" (chemisch ein seltenes Calcium-Bor-Hydroxyl-Silikat) angeboten und verkauft. Immer ohne Matrix und ohne Fundortangabe.
  • Aufdeckung: Fälschung entlarvt durch chemischen Nachweis mittels verdünnter Salzsäure. Falsche Howlithe brausen auf und ergeben dann den Larbonat-Nachweis (kein Silikat). Farbüberzug (Lack) schnell aufgelöst oder abgeblättert.
  • Quelle/Literatur: Fälschung persönlich entdeckt! (McSchuerf) an verschiedenen Händlertischen auf Mineralienbörsen in Bonn-Dottendorf, Bad Ems u.a. (auch auf den vom DMF empfohlenen Börsen)

Kyanit

"KYANIT, STAUROLITH"

  • Fundortangabe: Pizzo Forno
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: Kyanitkristall mit Gesteinsmehl-Leim-Gemisch auf Stufe montiert. Am Pizzo Forno gibt es reichliche Stücke dieser Qualität, was Fälschung eigentlich unnötig macht. Fälschung wohl eine 'Resteverwertung'.
  • Aufdeckung: schlampige Fälschung, da Gesteinsmehl-Leim-Gemisch auch auf daneben liegende Staurolith xx verschmiert. Mit bloßem Auge erkennbar.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Korund

"KORUND UND TURMALIN AUF DOLOMIT"

  • Fundortangabe: Passo Campolungo, Schweiz
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: Korund- und Turmalinkristalle geschickt auf Dolomit aufgeklebt.
  • Aufdeckung: Kennern fällt Stufe mit bloßem Auge schon deshalb auf, weil sie viel zu schön ist! Stufen dieser Qualität wurden am angeblichen Fundort nie gefunden.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Larimar

"REKONSTRUIERTER LARIMAR"

  • Fundortangabe: Dominikanische Republik
  • Ursprung der Fälschung: Tempe/Arizona/USA, China u.a.
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: aus Keramik hergestellte, wolkig-blau gefärbte Perlen und Cabochons.
  • Aufdeckung: Unter dem Mikroskop Gasbläschen erkennbar sowie Konzentrationen dunkelblauer Farbe
  • Quelle/Literatur: http://www.gia.edu, ebay Forum, Mineralienatlas-Forum

Lopezit

"LOPEZITKRISTALLE AUF ERZMATRIX"

  • Fundortangabe: Polen
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien und/oder Polen
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: natürliche Erzmatrix mit künstlicher Kalium- oder Bleidichromat-Lösung versetzt bzw. überzogen (Lopezit bzw. Krokoit wäre natürliches Pendant dazu)
  • Aufdeckung: erste Verdachtsmomente: unnatürliche Wachstumsrichtung der Kristalle; Ausbreitung der xx auf der Vorder- und z.T. auf der Rückseite der gesamten Erz-Matrix sowie unnatürliche "Frische" und Leuchtkraft der xx machen offensichtliche Fälschung mit bloßem Auge erkennbar.
  • Quelle/Literatur: Fälschung persönlich entdeckt (McSchuerf) am Tisch eines polnischen Händlers und unter Zeugen nachgewiesen auf der Gem- Expo-Edelsteinbörse, Wiesbaden, 18.12.99
"Lópezit"
"Lópezit"

als Lópezit im Handel erschienene Zuchtkristalle von K2Cr2O7 (Kaliumdichromat) auf einer Schlacke-Matrix, 13 x 10 x 6 cm

Embarak

Malachit

"STALAKTITEN"

  • Fundortangabe: Mashamba, Demokratische Republik Kongo
  • Ursprung der Fälschung: Demokratische Republik Kongo
  • Verbreitung, Preise:
  • Beschreibung:
  • Aufdeckung: eingesetzter Draht mit pulveresiertem Malachit zu Stalaktiten formiert.
  • Quelle/Literatur: LAPIS Heft 6/2007

Periklas

"SYNTHETISCHER PERIKLAS"

  • Fundortangabe: Radenthein, Kärnten, Österreich
  • Ursprung der Fälschung: Österreich
  • Verbreitung, Preise: genaue Verbreitung unbekannt (etwa 1981 bei einem Sammler aufgetaucht und bei Untersuchung als Kunstprodukt entlarvt. 1985 auf einer Börse verkauft.
  • Beschreibung: synthetisches Produkt; nachgewiesener Abbau von Magnesit und Verarbeitung zu verschiedenen Magnesiumwerkstoffen auf einem Firmengelände in Radenthein, wobei auch synth. Magnesium anfällt.
  • Aufdeckung: deutlich erkennbar die von natürlichem Periklas stark abweichende Erscheinungsform: grünlich-durchsichtige Farbe; vollkommene, gut erkennbare Spaltbarkeit, fehlende Matrix.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 86/6, 35 (Fälschungen - Montagen - Synthesen: Synthetischer Periklas)

Phosgenit

"PHOSGENIT, PSEUDOMORPHOSE VON CERUSSIT NACH PHOSGENIT"

  • Fundortangabe: Monteponi, Sardinien
  • Ursprung der Fälschung: Sardinien, Italien
  • Verbreitung, Preise: vermutlich größere Anzahl Fälschungen Anfang bis Mitte der 1980er Jahre
  • Beschreibung: Phosgenitkristall in Hohlraum von Galenit hineingeklebt. Galenitfläche wurde künstlich herausgeschliffen, um Phosgenit richtig einpassen zu können. Bruchflächen wurden mit gepulvertem Galenit kaschiert.
  • Aufdeckung: Da in gleichem Hohlraum neben den auffallenden mattweißen Pseudomorphosen der geklebte Phosgenit durch seine Frische auffiel, lag bereits der Verdacht einer Fälschung nahe. Unter dem Binokular zeigten sich dann auch Klebstoffspuren.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 84/3, 38,40 (Eine gefälschte Phosgenitstufe von Monteponi, Sardinien)

Quarz

"QUARZ MIT DOLOMIT, CALCIT, ANHYDRIT, PYRIT, HÄMATIT"

  • Fundortangabe: Simplontunnel, Schweiz
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: klarer Quarzkristall und z.T. auch die anderen Minerale auf Stufe aufgeklebt. Alle Verbindungsstellen wurden mit einem Gemisch aus Leim, Gesteinsmehl und Hämatitstaub überdeckt.
  • Aufdeckung: je geschickter die Verbindungsstellen kaschiert werden, desto wahrscheinlicher Aufdeckung nur unter Binokular. Ansonsten mit Lupe.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

"GRÜNQUARZ"

  • Fundortangabe: Türkei
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: intensiv dunkelgrün aussehender Quarzkristall. An einigen weggeplatzten Stellen kommt grau transparenter Quarz zum Vorschein. Die Prismenflächen sind glatt und klar, der Rest von einem dünnen Kristallrasen überzogen. Zwischen dem grauen Quarz und der grünen Schicht kommt an einigen Stellen eine matte, grüne Masse zum Vorschein, die an Seladonit o.ä. erinnert und wohl farbgebend ist.
    Der Kern ist grau bzw. leicht rauchig. Grün ist eine ca. 4-5 mm dicke äußere Schicht. Dort, wo die äußere Schicht abgeplatzt ist, findet sich dieses grünliche "Mineral". Dieses ist sehr weich, fast erdig. Die grüne Farbe ist von dort z.T. auch nach innen gedrungen, hat den Quarz also eingefärbt. Die größeren der kleinen Kristalle und die Prismenflächen mit den darauf befindlichen Vinizialflächen sind dagegen wasserklar grün, wie Flaschenglas. Dabei steigert sich die Farbintensität zur Spitze hin. Die kleineren bis winzigen Kristalle hingegen sind farblos und scheinen durch den Untergrund grün. Insbesondere stören mich die Vinizialflächen auf den Prismen. Die sind zackig, blitzförmig flach mit absolut glatter Oberfläche.
  • Aufdeckung: Hitzebehandlung mit Chrom
  • Quelle/Literatur: Forum Mineralienatlas, FMF-Forum
Grünquarz - Fälschung
Grünquarz - Fälschung

Türkei

Ralf

Rhodochrosit

"KLOROLLEN-RHODOCHROSIT"

  • Fundortangabe: Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien
  • Verbreitung, Preise: 2006, unbekannt
  • Beschreibung: schwach oder gar nicht gefärbte Calcite oder Dolomite werden mit rotem Klopapier umwickelt und dann mit Wasser besprüht. Die Klorollenfarbe färbt dann den Calcit/Dolomit schön rosarot ein. Das geht bei Karbonaten wegen der relativ hohen Porosität besonders gut.
  • Aufdeckung: Fälschung aufgefallen, weil rosa Farbe nicht durchgängig ist und die Farbe beim Einlegen der Stücke in Wasser wieder löst.
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion

Rosenquarz

  • Fundortangabe: Minas Gerais, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: Überzug von fein gestoßenem Rosenquarz auf Quarz soll einen in dieser Größe geradezu sagenhaften Rosenquarzkristall vortäuschen.
  • Aufdeckung: unter dem Binokular sind die unnatürlich gebrochenen Rosenquarzsplitter gut erkennbar.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Rubellit

"RUBELLIT MIT LEPIDOLITH"

  • Fundortangabe: Itatiaia, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: Kleine Rubellitkristalle und Lepidolith bilden eine Stufe, der zur Verbesserung noch der große X angeklebt wurde
  • Aufdeckung: für eine natürlich geborgene Stufe ungewöhnliche Verwachsungsfläche zw. Turmalin und Lepidolith. Unter dem Binokular entdeckt: in den Fugen charakteristische gelbe Leimspuren (sehr gut kaschiert)
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Rutilquarz

  • Fundortangabe: Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: auf Quarz-Oberfläche Rutilnadeln aufgeklebt. Quarz enthält auch natürlich eingewachsenen Rutil.
  • Aufdeckung: Fälschung aufgefallen, weil Rutilnadeln auch frische Bruchstellen des Quarzes überzogen! - unter dem Binokular Leimspuren erkennbar, z.T. mit eingeschlossenen Luftblasen.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Schwefel

  • Fundortangabe: Sizilien, Italien
  • Ursprung der Fälschung: Italien
  • Verbreitung, Preise: in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurden weltweit größere Mengen hervorragender Schwefelstufen aus Sizilien angeboten.
  • Beschreibung: Schwefelkristalle sitzen auf der authentischen Gesteinsmatrix.
  • Aufdeckung: Im Jahr 2000 outete sich der italienische Naturliebhaber namens Dr. Martinat und gab zu, dass diese großen Mengen fantastischer Stufen von ihm etwa zwischen 1975 bis 1976 künstich erzeugt und vermarktet wurden. Er legte den genauen Herstellungsprozess nicht dar, schilderte jedoch, dass dieser Prozess auf der Basis von in Schwefelkohlenstoff gelöstem Schwefel und anschließender Kristallisation (Verdunstung des Lösungsmittels?) aus der Lösung beruht und sehr (zeit?)aufwendig ist. Eine Unterscheidung der "Fakes" von echten Stufen ist sehr schwer oder fast gar nicht möglich.
    Nicht wenige dieser ausgezeichneten Exemplare fanden Einzug in Museums-, Universitäts- und bedeutende Privatsammlungen, wo sie noch heute zu bewundern sind. Aus verständlichen Gründen dürften die Besitzer "stolzer" Schwefelstufen aus Sizilien, welche tw. für recht viel Geld erworben wurden, kaum daran interessiert sein, Analysen ihrer wunderschönen Schwefelstufen durchzuführen.
  • Quelle/Literatur: Mineralienportrait Schwefel; Collector; Pagano, R., 2002; Artificial "Sicilian" Sulfurs; Min.Record : 33,2.
Sulfur - ECHT ODER UNECHT ?
Sulfur - ECHT ODER UNECHT ?

Eine 16 x 12 cm große Schwefelstufe mit Kristallen bis 4 cm Durchmesser gekauft in München im Jahr 1978

Collector
Schwefel
Schwefel

Detailansicht einer 16 x 12 cm große Schwefelstufe
mit Kristallen bis 4 cm Durchmesser
gekauft in München im Jahr 1978

Collector

Silber

  • Fundortangabe: Grube Sophie, Böckelsbach, Wittichen, Schwarzwald
  • Ursprung der Fälschung: Deutschland
  • Verbreitung, Preise: 1936 erwarb der inzwischen verstorbene August Braun aus Schramberg die gefälschte Stufe durch Tausch; nach 50 Jahren wurde die Fälschung erst entlarvt. Es ist denkbar, dass weitere Fälschungen von Schwarzwald-Silber schon vor Jahrzehnten in Sammlungen gelangten, ohne dass der Betrug je entdeckt worden ist.
  • Beschreibung: um eine echte Erzstufe aus der Grube Sophia vorzutäuschen, wurde das Silber im Bereich tauber Gangmineralisation künstlich angebracht (Imitation). Zahlreiche unauffällige Partikel der Gangart dienten dabei zum Verdecken verschiedener Klebestellen in Hohlräumen der Matrix! Möglicherweise stammen die verwendeten Silberlocken sogar aus dem Bergbaurevier von Wittichen und wurden selbst als Abfall noch gewinnbringend eingesetzt.
  • Aufdeckung: erst unter zurückgebogenen Silberlocken war von Klebstoff überzogene Kobaltblüte erkennbar! Außerdem blieb beim Montieren der Fälschung ein einzelnes Häärchen in der klebrigen Masse haften, mit der die vielen "echten" Silberlocken mehr oder weniger geschickt auf das Gangmaterial aufgeklebt wurden! Trotz genauer Untersuchungen (z.B. mit Binokular und UV-Lampe) bleiben solche Fälschungen in Privatsammlungen, Instituten und Museen lange Zeit unerkannt.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 85/5, 34-35 (Eine gefälschte Silber-Stufe von Wittichen im mittleren Schwarzwald)

Smaragd

"SMARAGD IN CALCIT"

  • Fundortangabe: Muzo, Kolumbien
  • Ursprung der Fälschung: vermutlich Kolumbien
  • Verbreitung, Preise: häufige Fälschung, da schöne Smaragdkristalle sehr wertvoll und damit begehrt sind.
  • Beschreibung: Smaragdkristalle werden geschickt in derben Calcit hineingebettet. Um die Klebung unsichtbar zu machen, wird oft die ganze Vorderseite des Stücks mit Klebstoff überzogen.
  • Aufdeckung: unter dem Binokular erkennbar, dass Calcit sich beim Ritzen mit der Stahlnadel verhält, als ob seine Tenazität milde wäre. Die abgesprengten Teilchen bleiben oft regelrecht am Stück hängen.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 84/4, 21 (Smaragdfälschung); Edelsteinbörse der Gem-Expo, Wiesbaden, 18.12.99 - Kolumbianischer Händler gibt Fälschung zu: "Es würde sich ja nur um eine Qualitätsverbesserung handeln."

"SMARAGD AUS MADAGASKAR"

  • Fundortangabe: Madagaskar
  • Ursprung der Fälschung: Madagaskar
  • Verbreitung, Preise: anscheinend ziemlich verbreitet (seit Frühjahr 1994 tauchen die Fälschungen regelmäßig über den madegassischen Edelsteinhandel auf)
  • Beschreibung: aus gesägten und angefärbten Bergkristall-Segmenten gefälschte Smaragde. Schnittflächen der Bergkristalle wurden mit grüner Farbe bestrichen und die aufgesägten Blöcke wieder zusammengeklebt. Sägekanten wurden schön mit Glimmer kaschiert, so dass die Fälschungen wirklich täuschend echt erschienen. Fälschung auch in roten und blauen Varianten in Madagaskar erhältlich.
  • Aufdeckung: nicht kaschiert werden konnte eine manchmal recht deutliche, für Smaragd allerdings untypische Querriefung der Prismenflächen: sie zeichnet die typische Rhomboederstreifung des bei der Montage verwendeten Quarzkristalls nach.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 94/9, 7 (Smaragd aus Madagaskar – Eine Totalfälschung!)

Spodumen

"SPODUMEN AUF RAUCHQUARZ"

  • Fundortangabe: Minas Gerais, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: Serienproduktion
  • Beschreibung: Spodumenkristall auf Rauchquarzkristall zusammengeklebt! Klebestelle und Teile beider XX sind mit bräunlicher Kruste aus Quarzkörnern, Leim und Farbpigmenten überzogen.
  • Aufdeckung: Spodumen der betreffenden Ausbildung kommen nur lose vor. Im Streiflicht zeigt eine der Kristalle deutlich den künstlichen Überzug auf Rauchquarz. Charakteristisch auch Korkfüßchen, vom Fälscher versehen.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Stibnit

"ROSETTEN AUS RUMÄNIEN"

  • Fundortangabe: Cavnic, Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien
  • Verbreitung, Preise: die Art der rumänischen Fälschung dürfte verbreiteter sein (im September 1993 Einzelstufe auf Ulmer Mineralienbörse angeboten und für 400,- DM an Jürgen Baierl aus Ulm verkauft.
  • Beschreibung: geklebte Montage bzw. Totalfälschung von Stibnit-Kristallrosetten auf Matrix.
  • Aufdeckung: ungewöhnlich perfekte Verteilung der Rosetten auf der Matrix; unterschiedlich erscheinende Länge der Kristalle bei gleicher Dicke; raue bzw. mit weißen Sekundärmineralien belegte Kristallflächen weisen innerhalb ein und derselben Rosette in ganz unterschiedliche Richtungen (Idealkristalle sind sehr rar)
  • Quelle/Literatur: LAPIS 94/1, 5 (... montierte Antimonitstufe aus Rumänien)

Strengit

"STRENGIT AUF ARSENFAHLERZ, MIT TETRAEDRIT"

  • Fundortangabe: Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien und/oder Polen
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: natürliche Arsenfahlerz-Matrix mit künstlicher Kalium- oder Bleidichromat-Lösung versetzt bzw. überzogen. Die Tetredritkristalle inkl. Matrix sind echt. Zu verwechseln wären die sog. Strengite noch eher mit Realgar, zumal neue rumänische Funde Realgarkristalle aufweisen.
  • Aufdeckung: erste Verdachtsmomente: unnatürliche Wachstumsrichtung der Kristalle; Ausbreitung der xx auf der Vorder- und z.T. auf der Rückseite der gesamten Erz-Matrix sowie unnatürliche "Frische" und Leuchtkraft der xx machen offensichtliche Fälschung mit bloßem Auge erkennbar. Außerdem widerspricht die rote Strichfarbe und die geringere Härte eindeutig Strengit.
  • Quelle/Literatur: Fälschung persönlich entdeckt (McSchuerf) am Tisch eines deutschen, anscheinend ahnungslosen Händlers auf der Mineralienbörse in Maiz-Kastel, 05.09.1998

Talk

  • Fundortangabe: Johanneszeche, Göpfersgrün
  • Ursprung der Fälschung: Deutschland
  • Verbreitung, Preise: auf Börsen angeboten
  • Beschreibung: aus Speckstein händisch geschnitzte Quarzkristalle, um die Pseudomorphosen aus Göpfersgrün nachzuahmen.
  • Aufdeckung: keine Querstreifung von Quarz erkennbar. Schleifspuren sichtbar. Der Hersteller erschuf die Imitate ohne Betrugsabsichten. Ein anderer unbekannter Sammler verkaufte sie als "echte" Pseudomorphosen auf Börsen.
  • Quelle/Literatur: Forum-Diskussion
Imitat - Pseudomorphose Steatit n. Quarz
Imitat - Pseudomorphose Steatit n. Quarz

Göpfersgrün; Größe: 45x40 mm

Ferdinand Wagner

Titanit

  • Fundortangabe: Hollersbachtal, Österreich
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: 1 cm großer Titanitkristall unter Verwendung von viel Leim auf Matrix aufgeklebt.
  • Aufdeckung: primitive Fälschung, die schon durch einen Blick durch das Mikroskop zu entlarven ist
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Topas

  • Fundortangabe: San Luis Potosi, Charcas, Mexiko
  • Ursprung der Fälschung: Mexiko
  • Verbreitung, Preise: große Nachfrage nach frei aufgewachsenen Topas xx des betreffenden Fundorts führten zu entsprechend großer Verbreitung der Fälschungen (bereits vor 1986 auf dem Mineralienmarkt angeboten und verkauft)
  • Beschreibung: wegen der guten Spaltbarkeit des Topas fallen bei der Gewinnung der Stufen oft zahlreiche, schöne Einzelkristalle an. Solche Kristalle wurden nun mit viel Geschick in Hohlräume hineinmontiert. Neben den montierten xx befinden sich meist echt aufgewachsene Topase. Anschlussstellen wurden geschickt mit Klebstoff, der mit pulverisiertem Gestein versetzt wurde, zugeschmiert.
  • Aufdeckung: um alle Ansatzstellen zu verdecken, wurde das Klebstoff-Gesteinspulvergemisch an den eingesetzten Kristallen ein paar Millimeter hochgezogen, was einen deutlichen Hinweis auf die Montage gibt, da ein solche Erscheinung bei natürlichen aufgewachsenen Kristallen nicht auftritt. Das Auftragen der Streichspuren ist erkennbar. Typisch für diese Montagen ist, dass in der Regel nicht alle xx der Druse montiert sind, d.h. es müssen immer alle xx sorgfältig untersucht werden.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 86/6, 35 (Fälschungen - Montagen - Synthesen: Geklebte Topase von San Luis Potosi, Mexiko)

Türkis

  • Türkis wurde wie kaum ein anderer Edelstein seit Jahrtausenden nachgeahmt. Im alten Ägypten gab es bereits Glas mit türkisblauer Lasur. Um eine intensivere Farbe und einen besseren Oberflächenglanz zu erhalten, werden farbschwache Türkise in farbloses Wachs getaucht (paraffiniert). Blasse und farbschwache Steine werden seit Jahrhunderten nachgefärbt, meist in Kombination mit einer Wachs- oder Kunstharzbehandlung. Poröse Türkise werden mit (farbigem) Kunstharz imprägniert, um sie schleif- und polierbar zu machen.
  • So genannte "Seam"-Türkise sind aus Schleifabfällen bzw. aus pulverisiertem schlechtem Türkis, Kunstharz und Farne "zusammengebackene" (rekonstruierte) Kunstprodukte. Der Kunstharzanteil kann bis zu 40 % betragen. Pressprodukte werden aus Zement, Kunststoffgranulat und Farbe hergestellt.
  • Durch den so genannten Zachery-Prozess wird die mikrokristalline Struktur des Türkis so verändert, dass sich sein Porenraum reduziert und die Steine dadurch besser polierbar werden. Das Verfahren, mit welchem in den USA jährlich mehrere Tonnen "optimierter" Türkis hergestellt werden, ist relativ unbekannt. Ein anderes Verfahren zur Verhärtung und Farboptimierung weicher Türkise ist der "Eljen-Prozess".
  • Dunkle Flecken oder Adern werden durch Matrixinduktion erzeugt, indem man Türkis in dunkle teeartige Substanzen eintaucht oder Vertiefungen mit Tusche oder schwarzem Zement füllt, woraus sich dann beim späteren Schleifen und Polieren dunkle Risse ergeben.
  • Eine weitere Imitation ist Turkenit, der aus blau gefärbtem Magnesit, Calcit oder (selten) Howlith besteht, wobei die Matrix (wie oben beschrieben) dunkel induziert wird.
  • Eine alte Imitation, die heute kaum noch bekannt ist, sind so genannte Knochentürkise, welche man durch Lagerung von Odontolith (Zähnen und Knochen vorzeitlicher Säugetiere wie Mammut oder Mastodon) zusammen mit Eisenphosphaten eingräbt, wobei das Material himmelblau wird.

  • Quelle/Literatur: Bruder,M., Türkis; 1999; www.epigem.de/artikel/tuerkis; Instit. f. Edelsteinprüfung (EPI); Mineralienportrait/Türkis

Turmalin

"TURMALIN AUF LEPIDOLITH"

  • Fundortangabe: Itatiaia, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: mehrfarbiger Turmalinkristall auf Lepidolith aufgeklebt. Außerdem Endfläche des Turmalins nachgeschliffen, da der Kristall gebrochen war.
  • Aufdeckung: aufgewachsener Kristall mehrfarbig, für Fundstelle absolut ungewöhnlich - gelbliche Leimspuren unter dem Binokular, 2 cm vom Turmalin entfernt, erkennbar. Schlampiges Vorgehen
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

"TURMALIN AUF QUARZDOPPELENDER"

  • Fundortangabe: Minas Gerais, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: unbekannt
  • Beschreibung: grüner Turmalinkristall auf Quarzaggregat aufgeklebt. Großteil der Stufe mit einer Schicht fein gestoßenen Quarzes überzogen. Ein Teil der Flächen nachpoliert, um Brillanz zu erhöhen.
  • Aufdeckung: unbekannt; mit guter Lupe oder unter dem Binokular diese Art von Fälschung jedoch bei sorgfältiger Prüfung aufdeckbar.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

"TURMALIN AUF QUARZ, PYRIT, CHALKOPYRIT"

  • Fundortangabe: Minas Gerais, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: ziemlich verbreitet
  • Beschreibung: Turmalikristall aufgeklebt auf Quarz-Calcit-Stufe.
  • Aufdeckung: Fälschung erkennt man erst an rückseitiger Matrix. Es handelt sich um ein typisch zerfressenes Quarz-Calcit-Stück aus Erzgang, das in Hohlräumen kleine Chalkopyrit- und Pyritkristalle aufweist. Matrix und Turmalinkristall passen paragenetisch nicht zusammen.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

"TURMALIN AUF QUARZ"

  • Fundortangabe: Minas Gerais, Brasilien
  • Ursprung der Fälschung: Brasilien
  • Verbreitung, Preise: Serienproduktion
  • Beschreibung: bis zu zwei Turmalinkristalle aufgeklebt auf tafeligem Quarz. Unterlage besteht aus stark abgeplattetem Quarz, der mit zerstoßenem Glimmer überzogen wurde. Verbindungsstellen mit diesem Glimmer kaschiert.
  • Aufdeckung: bei stärkerer Vergrößerung unter Binokular sind zerbrochene Glimmerblättchen und gelber Leim gut erkennbar. Auffällige Lücke zwischen den Turmalinkristallen.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 83/5, 9-18

Vivianit

"VIVIANIT VON BOIAS, RUMÄNIEN"

  • Fundortangabe: Boias, Rümänien
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt
  • Verbreitung, Preise: in München auf der GEOFA Okt. 2005 für 80 € angeboten, für 15 € gekauft.
  • Beschreibung: Vivianitkristall geschickt auf andere Matrix montiert. Montagestellen mit Vivianitpulver kaschiert.
  • Aufdeckung: unter dem Mikroskop. Großflächig aufgeklebte Vivianitpartikel auf der Stufe. Sehr gut gemacht. Besonders auffällig, dass Staub in die Matrix integriert wurde und nur Teile der Staubfäden herausschauen.
  • Quelle/Literatur: Kauf Stefan

"VIVIANIT VON CAVNIC, RUMÄNIEN"

  • Fundortangabe: Cavnic, Rumänien
  • Ursprung der Fälschung: Rumänien
  • Verbreitung, Preise: Totalfälschung trotz der schönen Vivianite aus bolivianischen Vorkommen.
  • Beschreibung: "Kristalle" wurden aus einfachen Spaltstücken durch Schleifen hergestellt und auf ein Stück Matrix aufgeklebt. Zur Kaschierung der Klebestellen wurde das Matrixstück mit gipsartiger Masse überzogen, der zur besseren Verschleierung noch Sand beigefügt bzw. vor dem Trocknen aufgepresst wurde.
  • Aufdeckung: Deutlich sichtbare Rillen auf den Kristallflächen, die durch den Schleifvorgang erzeugt wurden. Mit dem Wissen um kristallografische Formen fällt auf, dass jeder der vier gefälschten Kristalle untypische Flächen aufweist, die von denen der anderen auch noch völlig verschieden sind. Unmöglich, zumal auch noch alle verwachsenen Kristalle gleichaltrig sind! Bei genauem Hinsehen sichtbare Streichspuren vom Aufbringen der Gipsmasse.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 85/5, 33-34 (Totalfälschung einer Vivianitstufe von Cavnic, Rumänien)

Wolframit

  • Fundortangabe: Boias, Rümänien
  • Ursprung der Fälschung: unbekannt, vermutlich Wolframitkristall aus China
  • Verbreitung, Preise: auf der GEOFA Okt. 2005 in München angeboten von rumänischem Händler für 120 € (für 25 € gekauft)
  • Beschreibung: Wolframitkristall geschickt aufgeklebt auf Siderit-, Pyrit-Matrix. Ansatzstelle geschickt mit Kristallmix verdeckt.
  • Aufdeckung: unter dem Mikroskop. Klebereste und ungewöhnlicher Überzug über die Kristalle an der Ansatzstelle.
  • Quelle/Literatur: Kauf Stefan
Wolframit-Fälschung
Wolframit-Fälschung

Wolframit Kristall geschickt aufgeklebt auf Siderit-, Pyrit-Matrix. Ansatzstelle geschickt mit Kristallmix verdeckt; bisher Einzelfall auf der GEOFA in München Angeboten für 120€ (25 verkauft)

Stefan
Wolframit-Fälschung
Wolframit-Fälschung

Wolframit Kristall geschickt aufgeklebt auf Siderit-, Pyrit-Matrix. Ansatzstelle geschickt mit Kristallmix verdeckt.

Stefan

Zinkit

  • Fundortangabe: Olkusz, Polen
  • Ursprung der Fälschung: Zinkschmelze von Schwientochlowitz (Świętochłowice), Polen
  • Verbreitung, Preise: die Zinkite sind schon längere Zeit auf dem Markt (sie wurden u.a. schon 1990 in Saint-Marie-aux-Mines angeboten, damals noch als Synthese zu wesentlich günstigeren Preisen. Zu der Zeit wurden von den Anbietern auf den Börsen bereits Preise bis zu 100,- DM für kleinere Kriställchen verlangt und von ahnungslosen Sammlern auch bezahlt)
  • Beschreibung: hexagonale, säulig bis spitz zulaufende, gelbe bis orange, farblose, grünlichgelbe oder bläuliche, igelartige Kristallstufen oder z.T. wasserklare schleifwürdige bis fingerlange Einzelkristalle als angebliche Grubenbrandbildung (lt. 'Lapidary Journal') verkaufte künstliche Produkte. Tatsächlich sind die 'Zinkite' aber entweder bei der Verhüttung von Zinkerzen bzw. bei der Raffination von Rohzink durch Vakuumdestillation entstanden oder die künstl. Zinkit xx wurden im Labor durch Oxidation von Sauerstoff mit Zinkdampf gezüchtet.
  • Aufdeckung: aufgrund des Kristallhabitus und des gesamten Aussehens der Stufen ist es sicher, dass die Kristalle aus der Gasphase abgeschieden wurden. Reinheit und Größe der Kristalle sowie das Fehlen jeglicher Matrix deuten auch auf ein künstliches Produkt hin.
  • Quelle/Literatur: LAPIS 92/6, 7 (Warnung vor Zinkiten aus Polen)

Quellenangaben


Literatur

Weitere fachdienliche Hinweise zu Mineralfälschungen sowie weitere Beschreibungen konkreter Einzelfälle oder mehrerer zusammengefasster Fälschungsfälle können der Zeitschrift DER AUFSCHLUSS und der Zeitschrift MAGMA entnommen werden. Einige Hinweise zu dem entsprechenden Quellenmaterial hierzu sind nachfolgend aufgeführt:

  • MAGMA 84/2, 77-78 (Nicht jeder Lapis ist echt!)
  • DER AUFSCHLUSS 1962 / S. 305 (Betrug beim Mineralien-Verkauf)
  • DER AUFSCHLUSS 1966 / S. 246, 307 (Betrug beim Mineralien-Tausch)
  • DER AUFSCHLUSS 1972 / S. 272 (Betrug mit gelbem Blutlaugensalz)
  • DER AUFSCHLUSS 1979 / 10, S. 351-354 (Fälschungen im Mineralien- und Fossilienhandel)
  • LAPIS 6/2007 (Malachitfälschungen)

Links


Einordnung