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Zechstein

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Einleitung

Zechstein ist eine lithostratigraphische Gruppe im nördlichen Mitteleuropa.
Früher wurde der Begriff Zechstein (ebenso wie das Rotliegend) auch als Zeiteinheit betrachtet, und mit dem Oberperm gleichgesetzt. Da aber die Liegend-Grenze zum Rotliegend diachron und damit als Zeitmarke ungeeignet ist, ist die Verwendung als chronologische Einheit heute obsolet. Auch die Hangend-Grenze zum Buntsandstein liegt vor der internationalen Perm-Trias-Grenze. Der Begriff Zechstein wird deshalb heute nur noch als Bezeichnung für eine Gesteinseinheit (lithostratigraphische Einheit) verwendet.

Das Zentrum des Zechsteinbeckens lag im Bereich von Nord- bis Mitteldeutschland und Polen. Der Zechstein folgt auf das Rotliegend und wird vom Buntsandstein überlagert.

Gruppierung

Typ der stratigraphischen Einheit

Gruppe

Zugehörig zu

Nächst niedrigere Ebene

Aller-Formation - (Formation)

Ausführliche Beschreibung

Der Zechstein wird heute im Wesentlichen mit den internationalen chronostratigraphischen Stufen des Wuchiapingium und Changhsingium (zusammengefasst zur Serie des Lopingium oder Oberperm) korreliert. Er endet jedoch schon kurz vor der Perm-Trias-Grenze im oberen Changhsingium. Die Zechsteinbasis ist diachron, daher könnte die Rotliegend-Sedimentation noch bis in das Wuchiapingium hineinreichen.
In absoluten Zahlen begann der Zechstein vor etwa 257,3 Millionen Jahren und endete vor etwa 251 Millionen Jahren.

Es handelt sich beim Zechstein um marine Ablagerungen, die in Europa vom sogenannten Zechsteinmeer geprägt wurden. Der Zechstein im lithostratigraphischen Sinne beginnt mit der Ablagerung des Kupferschiefers, da das sog. "Zechsteinkonglomerat" - früher als Marker für den Beginn des Zechsteins betrachtet - heute formal nicht mehr vom Rotliegendkonglomerat getrennt wird.
Das Zechsteinmeer dehnte sich über weite Teile Europas aus und reichte maximal von Nordostgrönland über England, Belgien, Dänemark über Deutschland, Polen bis nach Litauen. Die südlichste Ausdehnung reichte bis nach Rheinland-Pfalz. Abgelagert wurden Sedimente und Salze nach chemischen Gesetzmäßigkeiten in bestimmter Reihenfolge (im wesentlichen Tone, Karbonate, Anhydrite/Salze). Ein solcher Zyklus wird als "Folge", "Salinar" oder früher als "Serie" bezeichnet. Insgesamt kam es im Zechstein zu sieben solcher Salinare, wobei sich das Meer dabei unterschiedlich weit ausdehnte. Zur ersten Serie, der Werra-Folge, gehört der Kupferschiefer und der im Hangenden folgende Zechsteinkalk.

Zechsteinsalinare:
1. Werra-Folge
2. Staßfurt-Folge
3. Leine-Folge
4. Aller-Folge
5. Ohre-Folge
6. Friesland-Folge
7. Fulda-Folge

Die Folgen sind meist nur Untertage komplett aufgeschlossen, da sich Übertage ein Teil der Salze bereits gelöst hat über die Jahrtausende. Der Fossilinhalt ist in den Untersten Schichten der Werra-Folge am größten, ein Teil der Fossilien findet sich noch in der Staßfurt-Folge wieder. In der Leine Folge finden sich nur noch vereinzelt Muscheln und Bryozoen. Leitfossilien für den unteren Zechstein sind Horridonia horrida (Productus horridus) und der Kupferschieferhering Palaeoniscum freieslebeni.

siehe auch Geologische Zeittafel

Physikalische Angaben

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Links

Beinhaltete Gesteine (2)

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Hinweis

- Wichtiges Gestein - wichtig für die Klassifikation der Formation.
- Akzessorium oder unbedeutendes Gestein - dieses Gestein ist verbreitet, bisweilen wesentlicher Bestandteil, aber nicht immer vorhanden.
Aktualität: 20. Sep 2021 - 18:42:46

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