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Cetorhinus

Weitere Funktionen

Zusatzangaben / Zusammenfassung

Synonyme: Tetroras (RAFINESQUE, 1810), Hannoveria (VAN BENEDEN, 1871), Polyprosopus (COUCH, 1862), Halsydrus (FLEMING, 1809), Selache (CUVIER, 1817), Squalus (GUNNER, 1765)

Gruppierung

Zugehörig zu

Gaeabionta  ⇒ Domäne: Eukaryota  ⇒ Reich: Animalia  ⇒ Mittelreich: Eumetazoa  ⇒ Klade: Triploblastica  ⇒ Klade: Nephrozoa  ⇒ Abzweig: Deuterostomia  ⇒ Stamm: Chordata  ⇒ Unterstamm: Vertebrata  ⇒ Infrastamm: Gnathostomata  ⇒ Superklasse: Pisces  ⇒ Klasse: Chondrichthyes  ⇒ Unterklasse: Elasmobranchii  ⇒ Kohorte: Euselachii  ⇒ Subkohorte: Neoselachii  ⇒ Superordnung: Galeomorphii  ⇒ Ordnung: Lamniformes  ⇒ Familie: Cetorhinidae

Taxonomie Stufe

Gattung

Nächst niedrigere Stufe

Art: Cetorhinus aff. parvus LERICHE, 1908

Art: Cetorhinus maximus LERICHE, 1908

Art: Cetorhinus parvus LERICHE, 1908

Die gezeigte Taxonomie ist der Versuch aus Einstufungen verschiedenster Wissenschaftler eine schlüssige Zuordnung zu treffen. Da sich die Taxonomie durch verfeinerte Untersuchungsmethoden und weitere Funde verändern kann, versteht sich unsere Zuordnung nur als Anhaltspunkt.

Name nach

Entsprechender Autor (Name, Jahr)

BLAINVILLE, 1816

Andere Sprachen

wissenschaftlich

Cetorhinus

Ausführliche Beschreibung

Allgemeines

Mit einer Länge von über 10 m hinterlässt der Riesenhai Cetorhinus maximus (GUNNER, 1765) als zweitgrößter Fisch der Welt einen überwältigenden Eindruck. Er ist in gemäßigten und kalten Meeren weltweit verbreitet. Sein Hauptvorkommen liegt südlich von Island, im Nordatlantik und im Pazifik. Auch in der Nordsee ist er regelmäßig zu beobachten.

Der Riesenhai wandert über große Strecken, dabei hält er sich besonders an den Verlauf des Golfstromes. Er kann einzeln, aber auch in sehr großen Verbänden mit bis zu 200 Exemplaren auftreten. Es wurden Exemplare beim Sonnenbaden beobachtet. Diese Verhaltensweise ist wahrscheinlich der Anlass für die zahlreichen Sichtungen von Meeresungeheuern aus vergangenen Jahrhunderten. Auch schwimmen die Riesenhaie oft in einer Linie hintereinander, um das Plankton aus dem Wasser zu filtern. Dabei kann durchaus der Eindruck von einer gigantischen Seeschlange entstehen.

Die Kiemen sind aufgrund der Spezialisierung auf Plankton mit großen Filteranlagen versehen, die aus Abertausenden charakteristisch geformten, hornigen Kiemenreusenstrahlen bestehen. Mit offenem Maul schwimmt er mit einer Geschwindigkeit von max. 4 km/h durch das Wasser. Dabei bleibt das Plankton an den Kiemenreusenstrahlen hängen, während das Wasser wieder aus den Kiemen heraustritt.

Es wird vermutet, dass die Riesenhaie eine Art von Winterschlaf halten, bei der sie die Nahrungsaufnahme einstellen. In dieser Zeit wird der Kiemenreusenapparat neu gebildet. Dies wäre auch eine Erklärung für das massenhafte Vorkommen von fossilen Kiemenreusenstrahlen an einigen bestimmten Fundorten, u.a. aus den oligozänen Schichten von Frauenweiler in Baden-Württemberg.

Aufgrund der tranhaltigen Leber wird der Riesenhai mit Harpunen gejagt. Seine Bestände sind seit Jahren sehr rückläufig, da die Tiere erheblich verfolgt werden und nur eine sehr geringe Vermehrungsrate (alle 2 Jahre 1 Jungtier) haben. 1994 wurden Flossen des Riesenhaies für 30.000 US-Dollar gehandelt, pro Stück! Dies ist auch der Grund, weshalb z.B. norwegische Fischer den Hai auch jetzt noch im Nordostatlantik jagen, obwohl er seit 1996 auf der Roten Liste der IUCN steht.

Trotz seiner Größe ist der Riesenhai im Allgemeinen für den Menschen ungefährlich. Harpuniert weiß er aber seine Schwanzflosse eindrucksvoll einzusetzen. Auch sollten Taucher aufgrund der großen Hautzähne, die schmerzhafte Wunden hervorrufen können, Hautkontakt vermeiden.

Evolution

Die ersten Vertreter der Gattung Cetorhinus wurden im mittleren Eozän von Seymour Island, Antarktis; als Cetorhinus aff. parvus (LERICHE, 1908) beschrieben. Weitere Funde wurden auch an verschiedenen Fundstellen des oberen Eozän der USA gemeldet, allerdings hauptsächlich als unbestimmbare Bruchstücke von Kiemenreusenstrahlen. Ab deM unteren Oligozän wird die Art Cetorhinus parvus (LERICHE, 1908) weltweit nachgewiesen.

An vielen Fundstellen des Oligozäns bis mittleren Miozäns ist diese Art anhand der Kiemenreusenstrahlen zu finden. Leider gibt es aufgrund der großen Variabilität Probleme bei der Bestimmung dieser Funde. Die für die Bestimmung wichtigen Oralzähne sind aufgrund ihrer geringen Größe nur unter großem Arbeitsaufwand, durch schlämmen und sieben, zu finden.

Cetorhinus parvus war ein Vertreter einer warmtemperierten bis subtropischen Fauna. Ab dem mittleren Miozän setzte in Europa eine deutliche Abkühlung der Jahresmitteltemperatur ein. In Mitteleuropa um mindestens 7°C. Man kann davon ausgehen, dass aus diesen Grund die Art Cetorhinus parvus langsam verschwand. Sie wurde von der heutigen Art Cetorhinus maximus (GUNNER, 1765) ersetzt. Diese Art ist seit dem mittleren Miozän in Mitteleuropa nachzuweisen. An der bekannten Fundstelle Mill in den Niederlanden werden Oralzähne von Cetorhinus maximus relativ häufig gefunden. Als große Seltenheit auch Zähne dieser Gattung, die der Art Cetorhinus parvus entsprechen. Sie haben deutlich ausgebildete gespreizte Wurzeläste, sind aber für diese Art viel zu groß. Leider kann man durch die Abbauweise keine Aussage treffen, aus welchem stratigraphischen Niveau diese Funde stammen.

Zahnbeschreibung

Die einheitliche Bezahnung dieser Gattung besteht aus sehr vielen kleinen Zähnen, weniger als 1 cm hoch. Bei den pliozänen und rezenten Formen ist die Krone ziemlich klobig, mäßig hoch, gerade, leicht nach hinten gebogen, oder stark nach innen geneigt. Die innere und äußere Seite ist konvex und der Schmelz ist glatt oder granuliert. Sehr oft sind die Schneidekanten auf den oberen Teil der Krone beschränkt.

Die Wurzel ist stark und klobig, so hoch wie die Krone und zeigt manchmal einen Ansatz von Wurzelästen.

Bei der oligozänen-miozänen Art Cetorhinus parvus sind die Zähne merklich anders als bei der rezenten Art und erinnern stark an Zähne von Alopias exigua, obwohl sie deutlich kleiner sind. Bei diesen Zähnen besitzt die Wurzel noch gut ausgebildete und unterschiedene Wurzeläste.

Neben den Oralzähnen kann man noch Kiemenreusenstrahlen finden. Diese sind seitlich abgeflacht, besitzen eine breite, beilförmige obere Region und einen langen, schlanken Stab mit einem oft unregelmäßigen Schmelzüberzug.

Lebenszeitraum in Million Jahren (Ma)

Startalter: 47.8 Ma - Endalter: 0.781 Ma
Phanerozoic
(Phanerozoikum)
Cenozoic
(Känozoikum)
Quaternary
(Quartär)
Neogene
(Neogen)
Paleogene
(Paläogen)
Pleistocene
(Pleistozän)
Pliocene
(Pliozän)
Miocene
(Miozän)
Oligocene
(Oligozän)
Eocene
(Eozän)
Calabrian
(Unteres Pleistozän)
Gelasian
(Gelasium)
Piacenzian
(Piacenzium)
Zanclean
(Zancleum)
Messinian
(Messinium)
Tortonian
(Tortonium)
Serravallian
(Serravallium)
Langhian
(Langhium)
Burdigalian
(Burdigalium)
Aquitanian
(Aquitanium)
Chattian
(Chattium)
Rupelian
(Rupelium)
Priabonian
(Priabonium)
Bartonian
(Bartonium)
Lutetian
(Lutetium)
0.781
1.806
1.806
2.588
2.588
3.6
3.6
5.332
5.332
7.246
7.246
11.6
11.6
13.65
13.65
15.97
15.97
20.43
20.43
23.03
23.03
28.4
28.4
33.9
33.9
37
37
40.4
40.4
48.6

Referenz- und Quellangaben, Literatur

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Fossilzuordnungen (3)

Vorkommen (1)