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Chessy-les-Mines

Profile

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Frankreich / Auvergne-Rhône-Alpes, Region / Rhône, Département / Villefranche-sur-Saône, Arrondissement / Chessy-les-Mines

Exposure description

Halde

Geology

Kupfer-Vererzungen. Pseudomorphosen: a) von Malachit nach Azurit. b) Malachit, Azurit oder Limonit nach Cuprit.

Entrance Restrictions

Die Halden befinden sich in Privatbesitz und sind umzäunt. Schilder weisen auf das Betretungsverbot hin. Sammeln ist nur einem Verein französischer Sammler erlaubt.

GPS Coordinates

Chessy-les-Mines



Chessy-les-Mines

WGS 84: 
Lat.: 45.89583333° N, 
Long: 4.61277778° E
WGS 84: 
Lat.: 45° 53' 45" N,
   Long: 4° 36' 46" E
Local weather information, Macrostrat geological map

Mineralienatlas short URL

https://www.mineralatlas.eu/?l=2163
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Shortened path specification

Chessy-les-Mines, Villefranche-sur-Saône, Arrondissement, Rhône, Auvergne-Rhône-Alpes, FR
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Additional Functions

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Sammelhalde
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1494138850
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Sammelhalde
der Sammlervereinigung AMAC, Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich, Foto 4.2017
Copyright: Reinhold; Contribution: Reinhold
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Image: 1494138850
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Sammelhalde

der Sammlervereinigung AMAC, Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich, Foto 4.2017

Copyright: Reinhold
Contribution: Reinhold 2017-05-07
Sammelhalde
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Sammelhalde
abgezäunte Halde auf Privatgrundstück; Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich
Copyright: der Sauerländer; Contribution: Hg
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
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License: Usage for Mineralienatlas project only
Sammelhalde

abgezäunte Halde auf Privatgrundstück; Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich

Copyright: der Sauerländer
Contribution: Hg 2008-07-12
Verbotsschild
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Verbotsschild
Zutritt verboten; Schild Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich
Copyright: der Sauerländer; Contribution: Hg
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Image: 1215891010
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License: Usage for Mineralienatlas project only
Verbotsschild

Zutritt verboten; Schild Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich

Copyright: der Sauerländer
Contribution: Hg 2008-07-12

Detailed Description

Allgemeines

Sammelhalde
Sammelhalde
abgezäunte Halde auf Privatgrundstück; Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich
Copyright: der Sauerländer; Contribution: Hg
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Image: 1215891335
Rating: 7.33 (votes: 3)
License: Usage for Mineralienatlas project only
Sammelhalde

abgezäunte Halde auf Privatgrundstück; Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich

der Sauerländer

Unter den klassischen Fundstellen für Azurit nimmt die Kupfererzlagerstätte Chessy-les-Mines nordwestlich von Lyon eine hohen Stellenwert ein. Diese Azurite sind unter Sammlern als "Chessylith" bekannt.

Erst seit einigen Jahren kommen aus China Stufen auf den Sammlermarkt, die an die Stücke aus Chessy in etwa heranreichen. Chessy-Azurite besitzen bei Sammlern einen mindestens ebenso hohen Stellenwert wie Stücke aus Tsumeb, sind aber seltener und, in guter Qualität, unbezahlbar geworden. Funde werden, in bescheidenem Ausmaß, noch in den alten Halden getätigt. Die Größe der heute noch zu findenden Stücke haben in etwa den Durchmesser von Haselnüssen. Die Halden befinden sich in Privatbesitz und die Suche ist auf einen französischen Sammlerkreis begrenzt. Selten tauchen auf Börsen kleinere Stücke auf und Besitzer von Chessylithen trennen sich kaum von ihren Stücken.

Bekannt sind aus Chessy 61 verschiedene Mineralien, wobei neben dem Azurit die Cuprite sehr gesucht sind.


Geschichtliches

Cuprit
Cuprit
Größe: 1 x 0,9 x 0,9 cm, Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich
Copyright: Rob Lavinsky; Contribution: thdun5
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Cuprite
Image: 1274294542
License: Usage for Mineralienatlas project only
Cuprit

Größe: 1 x 0,9 x 0,9 cm, Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich

Rob Lavinsky

Chessy-les-Mines liegt im Vallée de l'Azergues, ca. 30 km W von Lyon, im Departement Rhone. Die Ende des 19. Jh. aufgelassene Kupfererz-Lagerstätte wurde bereits seit ca. 50 v.Chr., während der römischen Besetzung Frankreichs, abgebaut. Danach wurde sie einige Jahrhunderte aufgegeben, jedoch 1413 durch einen Erlass von Charles VI. wieder aufgeschlossen.

Der Hauptabbau fand auf mehreren Gängen statt (darunter die Mine Noire und die Mine Jaune), aus welchen unterschiedliche Kupfererze gefördert wurden. Das berühmteste Mineral war Azurit aus der Mine Bleue, welcher unter dem bis heute bekannten Namen Chessylith hervorragende, meist tiefblaue Kristalle bildete und wovon sich sehr attraktive Stufen in den Museen der Welt finden.

Der Gang Mine Bleue wurde 1811 (in anderen Quellen 1809) durch den sächsischen Bergwerksingenieur C.F. Wöllner entdeckt. Er war eine Fortsetzung der Mine Jaune (mit Chalkopyrit und Pyrit), welche neben der Mine Noire, die reich an natürlichem Kupfer war, lag. Aus diesem Gang identifizierte Wöllner den Chessylith, welcher meist von Malachit, Smithsonit und Cuprit begleitet wurde oder in Form von Pseudomorphosen auftrat. Die Aggregate des Minerals waren gewöhnlich botryoidal, seltener aus gut ausgebildeten, oft blockigen Kristallen gebildet. Es wurde über einen gewaltigen Hohlraum berichtet, welcher mit Azurit-Kristallen bedeckt war und von dessen Decke Azurit-Stalaktiten hingen, unter welchen die Besucher der Azurithöhle stehen konnten. Die Mine Bleue wurde Anfang des 19. Jh. wegen Erschöpfung des Erzes aufgelassen, die Grube Chessy-les-Mines, welche nur noch Pyrit förderte, wurde 1877 geschlossen.

Im Museum von Lyon (28, rue des Belges, F-69006 Lyon) gibt es die weltbekannteste Sammlung von Chessylith, welche 1873 von M. Brouzet-Rigottier gestiftet und im Jahr 2000 durch die Sammlung einiger hundert spektakulärer Stufen aus dem Besitz der Familie Guyonneau ergänzt wurde.


Über die Kupferlasur-Erze bei Chessy in Frankreich

Dass Chessy zur Betriebszeit eine Fundstelle war, die Mineralien in fast unerschöpflicher Fülle lieferte, belegt der nachfolgende Bericht von Anton Wilh. Stephan ARNDTS, königlicher Hofkammer-Rath und ordentlicher Professor für Mineralogie und Bergbaukunde an der Kurfürstlichen Universität Bonn von 1834:

Nee vero supra terram, sed etiam in intimis ejus tenebris plurimarum verum latet utilitas, quae ad usum hominum orta ab hominibus solia invenitur. (Cicero)

Azurit
Azurit
Größe: 7,1 x 5,7 x 4,3 cm, Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich
Copyright: Rob Lavinsky; Contribution: thdun5
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Azurite
Image: 1274295178
Rating: 9 (votes: 8)
License: Usage for Mineralienatlas project only
Azurit

Größe: 7,1 x 5,7 x 4,3 cm, Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich

Rob Lavinsky

Unter den an vielen Orten sich findenden Kupferlasur-Erzen zeichneten sich bisher die von Moldawa und Saska im Liannat, Bulach im Königreich Würtemberg, Thalitter im Großherzogtum Hessen, und Stadtberg (Marsberg) in der königl. preussischen Provinz Westphalen, vorzüglich aber die aus dem uralischen Erzgebirge in Sibirien aus. Allein seitdem man das Vorkommen derselben, besonders der strahligen Kupferlasur bei Chessy, unweit Lyon, hat kennen lernen, darf man wohl sagen, dass selbst die ausgezeichnetsten Exemplare, welche an jenen Orten gefunden worden - soweit mir wenigstens noch dergleichen in gesehenen, vielen Fossilien-Sammlungen vorgekommen oder sonst bekannt geworden sind - mit diesen französischen keine Vergleichung aushalten möchten.

(Anmerkung: zur Zeit ARNDTS wurden Mineralien noch Fossilien genannt!).

Man könnte selbige in ihrer Art allenfalls mit den in Sibirien einbrechenden, ungemein schönen Malachiten vergleichen, von welchen vor allen anderen in Deutschland das Göttinger und Karlsruher Museum die prachtvollsten Stücke besitzen. Frankreich scheint in dem Vorkommen der Kupferlasuren das zu seyn, was Sibirien in jenem der Malachite ist.

Gemäss einer Nachricht, welche mir der Königl. Steuerbeamte Herr Schupmann zu Arnsberg, und ein sehr erfahrener Bergbeamter, der Königl. Berggeschworene Herr Löwe zu Olsberg, welche in dem Feldzug gegen Frankreich die Gelegenheit benutzten, die Gruben bei Chessy zu befahren, mitgetheilt haben, brechen diese Erze daselbst auf einem in Thonschiefer aufsetzenden, sehr viel Letten mit sich führenden, fast saiger stehenden, mächtigem Gange in großer Menge, so dass man diesem Bergwerke, im Gegensatz eines anderen nebenliegenden älteren, worauf meistens gelbe Kupfererze (Kupferkies) mit Bleiglanz u. s. w. vorkommen, den Namen Blaue, dem letzteren aber Gelbe-Grube beigelegt hat.

Die Lagerstätte, worauf die befragten Erze einbrechen, ist erst seit 15-16 Jahren mittels aus jenem älteren Werke in dessen Hangendes getriebenenen Versuch-Querschlages, welchen ein dort angestellter Bergbeamter aus Sachsen angegeben haben soll, fündig gemacht worden, obgleich man doch dafür halten will, dass auch dieses Werk in den oberen Tiefen schon zur Zeit der Römer gebaut worden sey.

Frankreichs berühmtester Mineraloge, der Abbe Hauüy, mochte daher auch wohl in der ersten Ausgabe seines großen klassischen, oryktognostischen Werks von den Chessyer Kupferlasur-Erzen noch keine Erwähnung thun können. Durch die freundschaftliche Güte des Herrn Schupmann bin ich zum Besitze einer bedeutenden Anzahl Exemplare dieser so prachtvollen Fossilien und einiger anderen Kupfererze gekommen. Sie sind merkwürdig genug, um davon eine öffentliche ausführliche Nachricht mitzutheilen, als bis jetzt meines Wissens ausser der gegenwärtigen und der zuvorgedachten in Deutschland erschienen ist.

Wenn die Kupferlasur-Erze anderwärts meistens nur sonstige Kupfer- und andere Erze begleiten, und theils angeflogen, theils eingesprengt, und theils in deren Drusen in grösserer und geringerer Menge, in gewöhnlich zusammengehäuften, sehr und ganz kleinen Krystallen vorkommen, die einzeln aufgewachsen nur bis zum Kleinen, höchst selten bis zur mittleren Größe gelangen, so hat man zu Chessy einbrechenden mit derben, durchaus aus strahliger Kupferlasur bestehenden, krystallynischen Massen zu thun, die ganz frei von aller Gangart oft ein Gewicht von 1-2-3 und mehreren Pfunden erreichen.

Die allgemeine oryktognostische Charakteristik der Kupferlasur-Erze übergehend, rede ich hier nur von dem Auszeichnenden, was die Chessyer Fossilien dieser Art haben.

Azurit
Azurit
Rhomboedrische Kristalle bis 1,5 cm Durchmesser, oberflächlich zum Teil in Malachit umgewandelt; Stufengröße: 5,5 x 4,5 x 3 cm; Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich, Funddatum: 1885; (ex Sammlung E. Henkel, V. Hoffmann)
Copyright: Peter Haas; Contribution: Mineralienatlas
Collection: Peter Haas
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Azurite
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Azurit

Rhomboedrische Kristalle bis 1,5 cm Durchmesser, oberflächlich zum Teil in Malachit umgewandelt; Stufengröße: 5,5 x 4,5 x 3 cm; Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankre...

Peter Haas

Die Exemplare der strahligen Kupferlasur - soviel ich deren noch besitze, denn ich gab auch viele an mineralogische Freunde ab - haben fast alle eine dunkle, seltener, und zwar nur in den kleineren Krystallen eine vollkommene lasurblaue Farbe. Sie sind sämmtlich krystallisirt: eine Zusammenhäufung von mehreren oder wenigeren Krystallen, äusserlich im höheren oder geringeren Grade glänzend, zuweilen sogar, wenigstens stellenweise matt, meistens aber, zumal die kleineren Krystalle, stark glänzend (von Glasglanz).

Unter denselben befinden sich nach der oryktognostischen Grössenbestimmung wohl nur wenige und ganz kleine, der größte Theil ist klein bis zur mittleren Größe, so dass der geringste Grad dieser letzteren Grössenbestimmung nicht selten noch überschritten wird.

Gewöhnlich sind sie, gegen das Licht gehalten, an den Kanten mehr oder weniger durchscheinend, bloss die kleineren von lichter Farbe erreichen in ihrer ganzen Größe einen ziemlichen Grad von Durchscheinenheit.

Nach einer, mit einem ganz reinen, würflichen Bruchstücke mittelst des Nicholschen Aräometers im Regenwasser vorgenommenen Untersuchung fand ich die spezifische Schwere dieser Erze = 3,820, womit die von Leonhard nach Hauüy gemachte Angabe derselben zu 3,83 fast völlig übereinstimmt.

Die Krystalle selbst, deren primitive Form im allgemeinen nach Hauüy und Steffens das irreguläre Oktaeder mit rhombischer Grundfläche, das integrierende Molekül aber ein irreguläres Tetraeder darstellt, reduziren sich nach den mir vorliegenden Exemplaren - nach anderen mögen wohl auch mehrere beobachtet werden können - auf nachstehende secundäre Formen:

1. Auf das rautenförmige oder geschobene Hexaeder (Würfel).
2. Auf das vier- und mehrflächige Prisma (Säule), mit sehr vielen Abänderungen.

Die besonderen äusseren Gestalten, worin die Kupferlasur-Erze zu Chessy vorkommen, sind nach meinen Exemplaren bloss die mehr oder minder vollkommen runden und elliptischen Kugeln, welche zu Hauüy`s Cuivre carbonnate bleu concretione gehören.

Die Hexaeder, welche in der Regel ziemlich stark geschoben sind, und deren Seitenflächen 1/3 bis 3/4 Zoll und darüber messen, sind gewöhnlich so auf- und ineinander verwachsen, das sie auf mehreren Exemplaren nur stellenweise ganz deutlich hervortreten. Einerseits gehen sie zuweilen durch Verlängerung vier gegenüberstehender Flächen in die geschobene vierseitige Säule, andererseits aber durch Vergrösserung zweier gegenüberliegender Flächen in eine dergleichen, jedoch verhältnismässig dicke Tafel über.

Azurit mit Cuprit
Azurit mit Cuprit
igelförmig ausgebildeter fundfrischer Azurit mit Cuprit; Fund: 5/2008; Fundort: Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich
Copyright: der Sauerländer; Contribution: Hg
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Azurite
Image: 1215971160
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License: Usage for Mineralienatlas project only
Azurit mit Cuprit

igelförmig ausgebildeter fundfrischer Azurit mit Cuprit; Fund: 5/2008; Fundort: Chessy-les-Mines, Rhóne, Frankreich

der Sauerländer

In erstem Fall fand ich manchmal an einer freistehenden Endfläche, und zwar auf einer scharfen Seitenkante einer Ecke - nie zwei oder mehrere zugleich - schwach- oder stark abgestumpft, so dass letzteren falls eine Art von Zuschärfung der Endfläche durchaus entsteht.

Unter den meistens kleinen, auch sehr kleinen säulenförmigen Krystallen ist die vierflächige, zumal die rechtwinklige Säule nur höchst selten aufzufinden, und bemerkt man zuweilen daran, dass zwei gegenüberstehende Seitenkanten sehr schwach abgestumpft sind. Gewöhnlicher ist die sechsflächige, jedoch äusserst selten die gleichflächige Säule. Durch Abstumpfung und Zuschärfung der Seitenkanten entstehen mitunter aus den vier - sowohl als sechsseitigen Prismen auch, jedoch meistens irreguläre sechs- und achtseitige Säulen, welche dann entweder an den Endflächen schief abgestumpft, und letzteren Falls Hauüy`s Cuivre carbonnate bleu ternaire bilden, oder mit zwei gleichen oder ungleichen Flächen zugeschärft sind.

Fast immer sind an den sechsflächigen Säulen zwei gegenüber stehende Flächen viel breiter als die übrigen, dabei an den Endflächen schräg, und zugleich an den Seitenkanten, sowie an den Ecken der zusmmenstoßenden zwei schmäleren Seitenflächen schwach abgestumpft, oder sie sind durch zwei, meistens auf den breiteren Endkanten aufsitzenden Flächen mehr oder weniger flach zugeschärft, und zugleich die Ecken der zwei schmäleren Seitenflächen mit einer in die ganze Höhe der Zuschärfung sich verlaufenden Abstumpfung versehen. Höchst selten ist die Zuschärfung abermals mit zwei schmäleren Flächen noch, flcher zugeschärft. In sehr wenigen Beispielen liegt die Zuschärfung der Säulen auf einer breiteren und schmäleren Endkante, und sind dann die Ecken und Seitenkanten wieder verschiedentlich abgestumpft. Die sechsflächigen Säulen werden übrigens nicht selten durch Vergrösserung der zwei gegenüber stehenden breiteren Seitenflächen so platt, dass sie schon in eine vierseitige, an den längeren und kürzeren Seitenflächen zugeschärfte, und an den Ecken abgestumpfte Tafel übergehen - eine Krystallisation, wie sie häufig bei dem geradschaaligen Baryt beobachtet wird.

Mehrere oryktognostische Schriftsteller geben auch das Octaeder als eine der bei strahligen Kupferlasur vorkommende Krystallform an, unter meinen Exemplaren von Chessy habe ich sie nicht gefunden, obgleich ich nach den weiter unten abzugebenden Umständen zu glauben Ursache habe, dass selbige dort auch vorgekommen sey, und noch wirklich vorkommen möge.

Da die Kupferlasure und Malachite nach den bis jetzt bekannt gewordenen Analysen aus Kupfer- Oxyd, Kohlensäure und Wasser bestehen, so scheint ihre Verschiedenheit wohl hauptsächlich von der in ersteren enthaltenen grösseren Menge Kohlensäure, dagegen aber geringeren Quantität Wasser als im Malachit, - oder bei beiden, als kohlensauren Kupferhydraten, nach der Vermutung Steffens, was gleichwohl durch nähere vergleichende Analysen noch ermittelt werden müsste, einzig von einem verschiedenen Wassergehalt, und zwar bei ersteren in Minimo, bei letzteren aber in maximo herrühren; und mag daher zu erklären seyn, dass einzelne der rhombischen Kupferlasur-Krystallen an den frei stehenden Ecken und Kanten bis auf eine gewisse Tiefe eine gras- oder schmaragdgrüne Farbe haben, daselbst etwas trüber sind und an verletzten Stellen einen feinstrahligen, schon in`s zartfaserige sich verlaufenden Bruch und einen seidenartigen Glanz zeigen, also in faserigen Malachit übergehen; überhaupt scheint es nach vielfälltigen Beobachtungen des Vorkommens keinem Zweifel zu unterliegen, dass die Malachite einer neueren Bildung angehören.

An den oben bezeichneten Stücken der strahligen Kupferlasur, wovon eins 1 Pfund, ein anderes 7/8 Pfund und ein drittes 1/2 Pfund wiegt, bemerkt man übrigens ausser einem, an wenigen Stellen sich steigenden sehr dünnen Überzug oder Krüstchen von Malachit durchaus keine andere Erz- und gangart, nur dass hier und da rundliche Knöpfchen von gelblichem Quarz, in der Grösse eines starken Nadelkopfs, auch wohl etwas darüber, ansitzend gefunden werden.

Die kugelförmigen Kupferlasur-Erze, welche ich von Chessy besitze, gehen von einer Dicke einer Haselnuss bis zu der eines Strausseneies. Eine dergleichen, fast völlig runde, 5/8 Pfund schwere Kugel zeigt an der Oberfläche so dicht in einander verwachsene, Rautenförmige Hexaeder, dass selbige mit den Kanten nur wenig über einander hervorragen, und bekommt die Oberfläche dadurch um so mehr ein schuppenförmiges Aussehen, indem die Ecken an den hervorstehenden Kanten grossentheils etwas abgerundet sind. An den kleineren Kugeln tritt jene Krystallform an der Oberfläche weit mehr hervor.

Eine andere, ebenfalls fast völlig runde Kugel, von dem Umfang einer mittelgroßen Walnuss, besteht aus einem koeglomeratartigen Gemenge von theils eckigen, theils runden Quarzkörnchen nebst erdiger und strahliger Kupferlasur, und durchzieht letztere die Oberfläche, zum Theil in der Form von Näthen, in mancherlei Krümmungen.

Das größte und schönste Exemplar von dieser besonders äußeren Gestalt aber ist das Stück einer größeren, durchgeschlagenen, elliptischen Kugel, deren anderer Theil dem Anschein nach, über die Hälfte derselben betragen haben mag. Dieses Stück wiegt schon 2 3/4 Pfund, und hätte demnach, die ganze Kugel ein Gewicht von 5 1/2 bis 6 Pfund gehabt.; der sternförmig- (zum Theil breit-) strahlige Bruch derselben gewährt einen prächtigen Anblick. Die äussere, hier und da mit Vertiefungen versehene Oberfläche ist durchaus krystallinisch, und zeigen sich darauf liegende, vierflächige, meistens dicht zusammengehäufte, tafelartig scheinende Säulen; ich habe indes sehr zu bedauren, dass dieses Stück an der Oberfläche etwas gelitten hat.

Unter den Chessyer dichten Malachiten, wovon mir nur wenige Exemplare zutheil geworden sind, zeichnet sich ein loser Krystall, nähmlich ein sehr regelmässiges Octaeder von einer über 1/3 Zoll betragenden Axenlänge aus, an welchem noch das Besondere sehr bemerkenswerth ist, dass die eine vierflächige Pyramide durchaus sehr scharfe Kanten und Endspitze hat, die gemeinschaftliche Grundfläche aber, sowie die Seitenkanten der gegenüber stehenden Pyramide ziemlich stark abgestumpft sind. Zwei kleinere Krystalle der Art befinden sich an einem länglich-kugelförmigen Stück Kupferlasur-Erz. Wahrscheinlich sind diese Octaeder, sowie die nachfolgenden Afterkrystalle_ (Anmerkung: gemeint sind hier Pseudomorphosen) _der strahligen Kupferlasur.

Ein anderer loser Krystall, ungefähr von gleicher Größe wie jener, ist ganz von der deutlichen Form des gemeinen Granat- oder Rhomboidal-Dodekaeders, nämlich eine nierige, sechsseitige, an beiden Enden mit drei auf den Seitenkanten liegenden Flächen zugespitzte Säule, deren sämmtliche Flächen rhombisch sind. Diese beiden losen Krystalle haben eine und andere kleine, eine Nadelspitze aufnehmende Öffnung, und sind schon zum Theil hohl. Die Krystalle letztgedachter Art besitze ich auch in einer Zusammenhäufung, zwar sind diese kleiner, aber doch überaus deutlich sich auszeichnend.

Zur möglichsten Vervollständigung dieser Nachricht von den Kupfererzen zu Chessy, so ferne ich nach den vorliegenden Stücken zu geben im Stande bin, bemerke ich noch, dass daselbst auch das Roth-Kupfererz vorkommt; zwei Exemplare von daher bestehen in dem blättrigen Roth-Kupfererz in derben Stücken von dunkler kocheniller, stellenweise karminrother Farbe mit etwas ansitzendem dichten Malachit. Ohne Zweifel findet sich daselbst auch die dichte Abart dieses Erzes; ob aber die blättrige dort wie anderwärts auch in Hexaedern, vierseitigen Prismen und Octaedern, dann auch das schöne haarförmige Roth-Kupfererz etc., in dessen Vorkommen die St. Josephszeche bei Rheinbreitbach, unweit Bonn, bis jetzt wohl noch von keinem anderen Werke übertroffen worden ist, einbrechen mag, ist mir unbekannt geblieben.

Anmerkung

Obwohl ARNDTS und andere in einem für uns manchmal etwas schwer verständlichen deutsch schrieben, so geben diese Berichte doch ein sehr gutes Bild davon, wie sich die Gegebenheiten für Mineraliensammler in jener Zeit darstellten.

Chessy muss demnach eine Fundstelle gewesen sein, die den damaligen Sammlermarkt mit Stufen überschwemmte. Wie heute die Händler, so haben bereits damals Reisende große Mengen an Stufen erworben und weitergegeben. In diesem Fall ist auch belegt, dass selbst Kriege bzw. Feldzüge dazu genutzt wurden, Mineralien zu sammeln.

Weiter vergleicht ARNDTS die Mineralien in seinen Berichten immer mit Stücken anderer Fundorte. So erhält man auch dazu häufig, als Randnotiz, Informationen.

Aus den Aufschreibungen ARNDTS geht in all seinen Berichten sein ausgeprägter Sinn für Ästhetik seiner Sammlungs- Stufen hervor. Über beschädigte Kristalle berichtet er mit großem Bedauren. Sammlern bzw. Mineralogen wie ARNDTS ist es zu verdanken, dass der Nachwelt hervorragende Stufen erhalten wurden. Gerade Chessylithe sind heute noch in einer Vielzahl von sehr guter Qualität erhalten.

Mineral images (37 Images total)

Azurit
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1190705280
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Azurit
Kurzprismatische Aggregate mit gut definierten Kanten und Ecken, kräftiger Farbe und gutem Glanz. Fundort: Chessy-les-Mines, Rhône-Alpen Frankreich
Copyright: Fabre Minerals; Contribution: Stefan
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Azurite
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Azurit

Kurzprismatische Aggregate mit gut definierten Kanten und Ecken, kräftiger Farbe und gutem Glanz. Fundort: Chessy-les-Mines, Rhône-Alpen Frankreich

Copyright: Fabre Minerals
Contribution: Stefan 2007-09-25
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Azurit
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Azurit
Größe: 4.8 x 4.4 x 3.5 cm; Fundort: Chessy-les-Mines, Lyon, Rhône-Alpes, France
Copyright: jayjay; Contribution: jayjay
Collection: jayjay
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Azurite
Image: 1385409382
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Azurit

Größe: 4.8 x 4.4 x 3.5 cm; Fundort: Chessy-les-Mines, Lyon, Rhône-Alpes, France

Collection: jayjay
Copyright: jayjay
Contribution: jayjay 2013-11-25
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Azurit
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Azurit
s. g. Chessylith, teilweise in Malachit umgewandelt
Copyright: der Sauerländer; Contribution: der Sauerländer
Collection: der Sauerländer
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Azurite
Image: 1216226847
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Azurit

s. g. Chessylith, teilweise in Malachit umgewandelt

Collection: der Sauerländer
Copyright: der Sauerländer
Contribution: der Sauerländer 2008-07-16
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Cuprit und Malachit psm. nach Azurit
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): 781
Cuprit und Malachit psm. nach Azurit
Größe: 63x49 mm; Fundort: Chessy-les-Mines, Département Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich
Copyright: Rock Currier; Contribution: Philip Blümner
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Cuprite, Malachite
Image: 1286225616
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Cuprit und Malachit psm. nach Azurit

Größe: 63x49 mm; Fundort: Chessy-les-Mines, Département Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich

Copyright: Rock Currier
Contribution: Philip Blümner 2010-10-04
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Cuprit
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): 1798
Cuprit
Größe: 1 x 0,9 x 0,9 cm, Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich
Copyright: Rob Lavinsky; Contribution: thdun5
Location: Frankreich/Auvergne-Rhône-Alpes, Region/Rhône, Département/Villefranche-sur-Saône, Arrondissement/Chessy-les-Mines
Mineral: Cuprite
Image: 1274294542
License: Usage for Mineralienatlas project only
Cuprit

Größe: 1 x 0,9 x 0,9 cm, Fundort: Chessy-les-Mines, Dépt. Rhône, Region Rhône-Alpes, Frankreich

Copyright: Rob Lavinsky
Contribution: thdun5 2010-05-19
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Weblinks und Literatur

  • Abhandlungen aus dem Gebiete der Mineralogie und Technologie, Elberfeld, 1834 (übertragen von W. Waltermann)
  • WikiPedia:Anton_Wilhelm_Stephan_Arndts
  • Asselborn, E. (1981). Chessy/Lyon. Lapis, Jg.6, Nr.11, S.34f.
  • Huber, M. (2012). Klassiker aus Chessy-les-Mines. Lapis Extra 43 (Pseudomorphosen), S.86-89.

Quellenangabe

IDs

GUSID (Global unique identifier short form) FaIfaoO1vk-8q4VF9n1Pzg
GUID (Global unique identifier) 6A1FA215-B583-4FBE-BCAB-8545F67D4FCE
Database ID 2163