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Gadolin, Johan

Prof. Dr. Johan Gadolin
Prof. Dr. Johan Gadolin

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Archiv: Doc Diether

Prof. Dr. Johan Gadolin (* 5. Juni 1760 Åbo (finn. Turku); † 15. August 1852 Virmo (finn. Mynämäki)) war ein finnischer Chemiker.

Gadolin stammte aus einer finnischen Gelehrtenfamilie. Sein Vater war Professor für Physik und Theologie in der Universität von Åbo. Das hinderte ihn nicht, später Bischof in dieser Stadt zu werden. Ganz natürlich wuchs er mit naturwissenschaftlichen Themen auf, besonders der Physik und Astronomie. Durch seinen Großvater Johan Browall bestanden freundschaftliche Beziehungen zu Carl von Linné. Dieses Umfeld prägte Johan Gadolin frühzeitig.

Er begann nach der Schulzeit 1775 an der Königlichen Akademie seiner Geburtsstadt das Studium in den Fächern Mathematik und Physik, später wechselte er zur Chemie. Die erlebten Chemievorlesungen waren ihm aber zu einseitig. Seine Interessen waren mehr auf theoretischem Gebiet. Deshalb wechselte Gadolin 1779 zur Universität Uppsala und besuchte die Lehrveranstaltungen bei Torbern Olof Bergman. Hier verstärkte er auch wieder seine Studien in Physik und Mathematik. In den veranstaltungsfreien Sommern reiste er in Schweden umher, um seine mineralogischen und metallurgischen Kenntnisse zu verbessern.

Mit Unterstützung von Bergman schrieb er 1781 eine Dissertation mit dem Thema „De analysi ferri“. Nun begannen seine bedeutenden Arbeiten zur Wärmelehre, die er später in Åbo (finnisch Turku) fortsetzte und 1784 publizierte. Im Jahr 1783 verließ er die Universität Uppsala und übernahm eine außerordentliche Professur in seiner Geburtsstadt.

Sein Bestreben nach weiteren Erkenntnissen führte zu einer fast zweijährige Studienreise in Europa. Dänemark, Deutschland, Holland und England waren seine Sationen. Wichtige Orte waren dabei Lüneburg, Helmstedt, das Bergbaugebiet im Harz, Göttingen, Amsterdam, London und Dublin.In London beschäftigte er sich mit analytischen Untersuchungen an Eisenerzen und publizierte hierzu seine Erkenntnisse. Dabei äußerte Gadolin erste Überlegungen zur Maßanalyse in der Chemie.

Nach dem Tode seines Lehrers Gadd übernahm er Vorlesungen und nach dessen Tode 1787 auch die ordentliche Professur.

Sein wohl bekanntester wissenschaftlicher Beitrag als Chemiker bestand in der Analyse des Ytterbits. Auf der Insel Ytterby (Schweden) fand man 1787 in einem Steinbruch ein neues Mineral: den Ytterbit. Dieses wurde später zu seinen Ehren als Gadolinit bezeichnet. Gadolins Verdienst war es, aus obigem Mineral das Oxid-Gemisch "Yttererde" zu gewinnen. Das chemische Haupt-Element hier ist Yttrium. Es war der Beginn der Entdeckung der "Seltenen Erden".

Das Element Gadolinium ebenso wie der Asteroid (2638) "Gadolin" erinnert an ihn.


Literatur:

  • Gadolin, Johan. Diss. chem. de natura metallorum / Pars posterior. Aboa (1792).
  • Gadolin, Johan. Diss. chem. de sulphate calcis. Aboa (1805).
  • Gadolin, Johan. Systema fossilium analysibus chemicis examinatorum Secundum partium constitutivarum rationes ordinatorum. Berlin, 1825.
  • Edv. Hjelt / Robert Tigerstedt (Hrsg.): Johan Gadolin 1760-1852 in memoriam. Acta societatis scientiarum Fennicæ Tom. XXXIX., Helsigfors 1910.

Weblinks:


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