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Die Alpen

Sextener Dolomiten - Drei Zinnen
Sextener Dolomiten - Drei Zinnen

Gipfel der Kleinen Zinne, von der Nordostkante („Dibonakante“) der Großen Zinne gesehen. Rechts der südliche Vorgipfel Anticima. Blick auf die Südwestwand mit dem Normalweg. Die Drei Zinnen (italie...

Svickova

Südliche Ostalpen



Südliche Ostalpen

In den Südliche Ostalpen liegt der Längstalzug, der im Norden eine durchwegs auch geologisch signifikante Grenze darstellt, innerhalb der Kalkzone. Die im Norden ausgeprägten nichtkalkigen Zonen fehlen im Süden bis auf eine rudimentäre Flyschzone durchwegs, sodass die Begriffe Südliche Ostalpen, Südalpen und Südliche Kalkalpen weitgehend denselben Raum bezeichnen. Nur am Westende erstreckt sich der Kristallin bis weit nach Süden, sodass hier einige Massive, die nicht zur Südlichen Kalkzone gehören, zu den Südalpen zu rechnen sind (und von der AVE als Westliche Ostalpen zusammengefasst weder). Auch im Osten werden kristalline Massen wie das Bachergebirge, das südlich der Drau liegt, teils den Südalpen zugeordnet.

Die südlichen Ostalpen sind nicht so deutlich breitenkreisparallel gegliedert wie die Nordalpen. Infolge der S-förmigen Krümmung streichen Gesteinszüge in Südtirol von Süden heran. Das tief zerschnittene Bozener Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen Sarntaler Alpen über. Östlich schließen die südlichen Kalkalpen aus mesozoischen Gesteinen an. Formenreiche Riffkalke und Dolomite bilden Zinnen, Türme, Stöcke (Marmolata). Davor befinden sich almenreiche Vorberge aus Schiefer.

Die Gailtaler Alpen aus Kalk und Dolomit gipfeln in den wild zerrissenen Lienzer Dolomiten und enden im Osten in einem Plateauberg (Dobratsch). Der Süden wird von dem geradlinigem Tal der Gail begrenzt; die alpin-dinarische Naht (periadriatische Linie) folgt.

Anmerkung:
In Osttirol und Kärnten stimmen Deckengliederung und Gesteinszonen nicht überein. Die Gailtaler Alpen liegen nördlich der alpin-dinarischen Narbe, bestehen aber aus Kalkstein und werden daher meist zur südlichen Kalkzone (und damit zu den Südalpen) gerechnet. Die Südliche Schieferzone wird in den Karnischen Alpen im Norden und Süden von Zügen der südlichen Kalkzone eingefasst.


Südliche Kalkalpen

Die Südlichen Kalkalpen sind jener Teil der Kalkalpen, der in den Ostalpen dem Alpenhauptkamm südlich vorgelagert ist. Sie bilden eine Serie von Bergketten, die zusammen etwa 450 Kilometer lang sind und auf österreichischem, slowenischem und italienischem Territorium liegen.

Geologisch gehören sie größtenteils zu den sogenannten Südalpen (Alpen südlich der periadriatischen Linie), beinhalten nach geographischer Definition aber auch den Drauzug sowie die nördlichen Karawanken (u. a. Obir, Petzen) und die Julischen Alpen. Beide letztgenannten Gebirgszüge liegen nördlich der periadriatischen Naht, gehören somit geologisch zu den Ostalpen und müssten streng genommen zu den Nördlichen Kalkalpen gezählt werden, von denen sie jedoch durch die gesamte Breite der Zentralalpen getrennt sind.


Ortler-Alpen

Der größtenteils aus Dolomit aufgebaute, stark vergletscherte Ortler (3899 m) ist der Hauptgipfel der Ortler-Alpen, einer Gebirgsgruppe der Südlichen Ostalpen. Alpinistisch bedeutend ist die Nordwand des Berges, die als größte Eiswand der Ostalpen gilt. Der Ortler liegt im W Südtirols, im oberen Vinschgau, nahe der Grenze zur Provinz Sondrio in der Lombardei und der Staatsgrenze zur Schweiz.

Der Gipfelaufbau des Ortlers besteht im Wesentlichen aus Dolomit, einem Flachwasser-Sedimentgestein der Obertrias, genauer des Noriums. Er weist die typische waagrechte Bankung auf, wie sie auch in den nahe gelegenen Dolomiten auftritt. Im Unterschied zu den dortigen Gesteinen ist der Ortlerdolomit jedoch metamorph überprägt, das heißt, er wurde in der Oberkreide vor etwa 90 Millionen Jahren unter hohem Druck auf etwa 400°C erhitzt. Nach dem Eiger ist der Ortler der zweithöchste aus Sedimentgestein bestehende Gipfel der Alpen. Nach unten hin bilden Sedimente (Konglomerate, Sandsteine und Gips) aus der Untertrias sowie Alpiner Verrucano aus dem Perm den Abschluss des Dolomits, diese Schichten sind aber nur wenige Meter mächtig. Sie ruhen auf einem Fundament aus Gneis, Glimmerschiefer und Phyllit, die das Bild der Landschaft bis in eine Höhe von etwa 2700 m prägen.

Ortler
Ortler

Der Ortler (italienisch Ortles) ist mit einer Höhe von 3905 m s.l.m., nach österreichischer Vermessung 3899 m die höchste Erhebung der italienischen Provinz Südtirol und der Region Tirol. Der größt...

Ziegler175

Adamello-Pressanella-Gruppe

Die Adamello–Presanella-Gruppe (resp. Teil der Adamello-Presanella-Alpen) ist ein großes, 3000–3500 m hohes Bergmassiv am Südrand der Ostalpen. Sie liegt an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Brescia und der Autonomen Provinz Trient, halbwegs zwischen Gardasee und Ortlergruppe, die jeweils 30 km entfernt sind. Die Adamellogruppe misst etwa 30 x 30 km. Die Adamello-Ostflanke verdankt ihre Existenz einer plutonischen Intrusion der Tertiärzeit, besteht aus Granit und Quarzdiorit (Adamellogranit oder Tonalit ). Dabei handelt es sich um die größte, geologisch junge Intrusion granitischer Gesteine der Alpen. Nach Norden ist das Massivs durch die Periadriatische Linie abgegrenzt, welche - von Kärnten/Friaul und Südtirol kommend - hier Tonale-Linie genannt wird und die plattentektonische Grenze zwischen Europa und Afrika darstellt. Daher ist die Adamellogruppe im geologischen Sinne Teil der Südalpen. Höchster Gipfel der Adamello-Pressanella-Gruppe ist die Cima Presanella (3556 m ) über dem Tonalepass, namensgebend jedoch der 2 m niedrigere, gewaltige Monte Adamello (3554 m). Zwischen diesen beiden nur 15 km entfernten Bergriesen verläuft das Hochtal Val di Genova, dessen Talschluss von den Corni (Hörnern) di Lagoscuro gekrönt wird (3.080–3160 m).

Südalpen - Adamello-Pressanella-Gruppe
Südalpen - Adamello-Pressanella-Gruppe

Adamello - Hauptgipfel und Pisgana-Gletscher

Grasso83
Südalpen - Adamello-Pressanella-Gruppe
Südalpen - Adamello-Pressanella-Gruppe

Cima Presanella (3558 m) gesehen vom Ercavallo -See (2621 mt) nahe Ponte di Legno, Lombardia, Italien

Grasso83

Dolomiten

Die Dolomiten sind eine Gebirgskette der südlichen Kalkalpen, werden aber auch den Südalpen zugerechnet. Sie verteilen sich auf die Regionen Venetien und Trentino-Südtirol in Italien bzw. – zu etwa gleichen Teilen – auf die Provinzen Belluno, Südtirol und Trentino. Die geomorphologische Grenze zwischen Zentralalpen und südlichen Kalkalpen wird durch die Störungslinie der periadriatischen Naht gebildet.

Höchster Berg der Dolomiten ist die Marmolata mit 3342 m. Weitere bekannte Gipfel oder Massive sind die Drei Zinnen, die Sella, der Rosengarten, der Schlern, die Geisler und der Langkofel.

Die Abgrenzung der Dolomiten wird verschieden gehandhabt. Nach herkömmlichem Verständnis werden sie im N durch das Pustertal, im Osten durch das Sextental, den Kreuzbergpass und Piave, im Süden wiederum durch den Piave, die Linie Feltre-Genebe/Enego und das Valsugana, und im Westen durch die Täler von Etsch und Eisack begrenzt.

Nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen zählen die westlichen, zur Etsch hin gelegenen Gebirgsgruppen der Fleimstaler Alpen und Vizentiner Alpen nicht mehr zu den eigentlichen Dolomiten. Dafür umfasst diese Gruppe auch Berge bis zum südlichen Alpenrand, die sonst entweder zu den Vizentiner oder den Belluneser Voralpen zählen.

Südliche Ostalpen - Dolomiten
Südliche Ostalpen - Dolomiten

Das Val Gardena mit der Saslonch- und der Sella-Gruppe in den Dolomite, gesehen von Resciesa

Wolfgang Moroder

Daneben werden auch die Berge und Täler östlich des Piave, wie Friauler Dolomiten, Val Montanaia, Cima dei Preti, Monte Duranno oder Col Nudo, zu den Dolomiten gezählt; teilweise auch die Kalkberge westlich der Etsch, welche als Brenta (Dolomiti di Brenta, Brentaner Dolomiten) bezeichnet werden.

Die Dolomiten können in folgende Gruppen unterteilt werden:

  • Sella
  • Marmolata
  • Tofana
  • Langkofelgruppe
  • Geislergruppe
  • Peitlerkofelgruppe
  • Puezgruppe
  • Fanesgruppe
  • Schlerngruppe
  • Rosengarten
  • Latemar
  • Pala
  • Lüsener Berge
  • Civetta
  • Pelmo
  • Marmarole
  • Cadini-Gruppe
  • Cristallogruppe

Rosengarten
Rosengarten

Rosengarten vom Karerpass aus gesehen

Aconcagua
Drei Zinnen
Drei Zinnen

Die drei Zinnen in den Sextener Dolomiten; vorn die Dreizinnenhütte

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Marmolata
Marmolata

Marmolata vom Sass Pordoi aus gesehen;
Die Marmolata ist der höchste Berg der Dolomiten; ein W-E- verlaufender Gratrücken, der von der Punta Penia (3343 m s.l.m.) über die Punta Rocca (3309 m s...

Unbekannter Autor
Oberes Fassatal
Oberes Fassatal

Im oberen Fassatal liegt Campitello, auf ladinisch “Ciampedel”, am Fuße des eindrucksvollen Col Rodella (2.400 m.)

Mustycrusty
Schlern
Schlern

Der Schlern von der gegenüberliegenden Talseite (Kirche St. Verena in Rotwand am Ritten) aus gesehen.

Wolfgang Moroder
Langkofel
Langkofel

Der Langkofel (3181m) ist der Hauptgipfel der Langkofelgruppe in den Grödner Dolomiten (ladinisch „Saslonch“, italienisch „Sassolungo“, bedeutet jeweils „Langer Stein/Fels“)

Wolfgang Moroder

Charakteristisch für die Dolomiten ist der abrupte Wechsel zwischen sanft gewellten Almen und den darauf sitzenden steilen Riffen aus Kalkstein und Dolomiten. Die Riffe ragen zum Teil bis in eine Höhe von etwa 3000 bis 3200 m. Interessant ist hierbei eine deutliche Terrassierung bei etwa 2300 m (Schlern) und 2800 m (Sella-Massiv). Auch die Fanes-Hochfläche oder die Gardenaccia-Crespaina-Hochfläche zählen zu diesen Terrassen. Im Kontrast dazu stehen die stark zerklüfteten Massive wie etwa Langkofel, Sextner Dolomiten und Rosengarten. Ursachen dieser unterschiedlichen Erscheinungsformen sind u. a. der stark gegliederte Schichtaufbau (gut zu sehen an der Rosengarten-Westflanke), die abwechselnde Hebung und Senkung ganzer Gesteinsblöcke mit unterschiedlichen Überflutungsphasen (sichtbar z. B. am Sellastock) sowie das Aufbrechen der geschlossenen Formationen durch Magmagänge. Das Gebirge besteht zu großen Teilen aus Sedimentgestein, das deutlich typische Schichtungen aufweist. Dazwischen findet man auch Lagen aus versteinerten Korallenriffen, die in der Tethys der Trias gewachsen waren. Dieses Gestein wird als Dolomit bezeichnet, dabei wird zwischen verschiedenen lithostratigraphischen Einheiten wie beispielsweise Schlerndolomit und auflagerndem Hauptdolomit differenziert.

Dolomitische Schichten
Dolomitische Schichten

Dolomitische Schichten Fanes-Alm, Fanes-Gebirgsgruppe östlich des Gadertals

Naclador

Auch vulkanische Spuren (Eruptivgestein) lassen sich entdecken: So findet man z. B. im Latemar tiefe Einschnitte in den Hauptkamm – nur wenige Meter breit, aber bis zu 200 Meter tief –, an deren Grund dunkles und kissenartig abgerundetes Lavagestein zutage tritt. Der kleine Padonkamm zwischen Sella und Marmolata besteht zur Gänze aus Lavagestein. Gegen das Etschtal hin finden sich ganze Hochflächen aus Porphyr (Porphyrplateau von Bozen, die heutigen Fleimstaler Alpen und südlichen Sarntaler Alpen). Da die erkaltete Lava wesentlich weicher ist als das umgebende Kalkgestein, sind diese Gebiete stärker verwittert und weniger hoch. Sie bildet oft das Grundgestein der weiten Almen in den Dolomiten und ist zum Teil auch verantwortlich für die wilde Zerklüftung mancher Massive (etwa des Latemar). Früher trugen einige Berggruppen noch nennenswerte Gletscher, der einzige heute noch existierende größere Gletscher ist der Marmolatagletscher. Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750–1801) ab. Bevor dieser das Dolomitgestein beschrieben hat, war die Bezeichnung Monti pallidi (‚bleiche Berge‘) verbreitet. Das eigentliche, von Dolomieu beschriebene Gestein beziehungsweise das darin enthaltene Mineral Dolomit macht jedoch nur einen kleinen Teil der Dolomiten aus. Es ist aufgrund des hohen Magnesiumgehaltes gelblich gefärbt und findet sich u. a. im Bereich der Fanes (Kreuzkofelgruppe), der drei Zinnen und des Rosengartens, erkennbar an der Gelbfärbung der senkrechten Wandabbrüche (geneigte Felspartien sind durch Verwitterung grau gefärbt). Die übrigen Gebiete bestehen hauptsächlich aus weißlich-grauen Kalksedimenten mit geringem Dolomit-Anteil, wie man sie auch in den nördlichen Kalkalpen findet. Wegen der ähnlichen Gesteinsstrukturen hat sich der Name im Sprachgebrauch auf die gesamten Dolomiten sowie auf das entsprechende Kalk-Sedimentgestein übertragen, die Unterschiede werden dann mit anderen Bezeichnungen differenziert (siehe oben).

Die lithostratigraphische Abfolge der Dolomiten:

  • Bozener Vulkanitkomplex: Diese Permischen Porphyre bilden in den gesamten Dolomiten das Grundgebirge. Der Komplex hat eine Mächtigkeit von 1000 bis 1300 Metern. Die Schwankungen bilden ein Paläorelief.1
  • Grödner Sandstein-Formation: Diese Sandsteine sind kaum verwitterungsresistent und bilden daher flache Almen.
  • Bellerophon-Formation: rund 200m mächtig
  • im Trias: Werfener Schichten (zw. 100 und 350 m) unterteilt in Seiser und Campiller Schichten
  • Mendeldolomit
  • Buchensteiner Schichten: wenige, bis rund 100 m hoch
  • Schlerndolomit: über 1000 m mächtig
  • Raibler Schichten: (bilden die markante Mittelschicht der Sella-Gruppe)
  • Dachstein-/Hauptdolomit

s.a. > Alpine-mediterrane Trias


Brenta-Gruppe

Die Brenta ist eine Berggruppe der Südlichen Kalkalpen in Norditalien. Sie liegt östlich der Adamellogruppe und nördlich der Gardaseeberge. Für die Gruppe ist auch der Name Brentner Dolomiten (Dolomiti di Brenta) verbreitet, weil sie vornehmlich in der italienischen Literatur zu den Dolomiten gerechnet werden, obwohl sie sich westlich des Etschtals befinden.

Das formgebende Gestein der Brenta ist der äußerst harte Hauptdolomit, der in diesem Gebirge in einer Mächtigkeit bis etwa 1000 Metern ansteht. Bei der Alpidischen Gebirgsbildung wurde dieses Sedimentgestein nicht wie beim Kalkstein oder Schiefer aufgewölbt, sondern gebrochen, was dem Gebiet den schroffen Charakter mit seinen senkrechten Türmen und massiven Felswänden verlieh. Der Hauptdolomit weist etwa 40 bis 50 Meter dicke Lagen aus verschiedenem Dolomitgestein auf, die durch unterschiedliche Verwitterung die waagerechten oder leicht schrägen markanten Bänder bildet. Die Brenta gehört zum Naturpark Adamello-Brenta und zum UNESCO-Welterbe Dolomiten.

Dolomiten - Brentagruppe
Dolomiten - Brentagruppe

Dolomiti di Brenta Cima Brenta von Val Rendena;
v.l.n.r.: Cima Brenta Bassa, Cima Margharita, Cima Tosa, Crozzon di Brenta, Cima Fracinglo (2664 m)Glysiak CC3.0.jpg

Glysiak

Gailtaler Alpen

Die Gailtaler Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Südlichen Ostalpen nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. Sie verläuft als Kettengebirge zwischen Drau- und Gailtal im Süden Kärntens und Osttirols in Österreich. Die westliche Hälfte der Gailtaler Alpen wird mit ihren schroffen Gipfeln aus Hauptdolomit als Lienzer Dolomiten bezeichnet; die 2770 m hohe Große Sandspitze ist die höchste Erhebung der Gailtaler Alpen. Aus geologischer Sicht bilden die Gailtaler Alpen gemeinsam mit den Nordkarawanken den Drauzug, ein infolge der Alpenfaltung zurückgebliebener Teil der Nördlichen Kalkalpen.

Die Gailtaler Alpen sind größtenteils Teil des Drauzugs. Dieser liegt nördlich der Periadriatischen Naht und gehört somit geologisch nicht zum Südalpin, sondern zum Ostalpin. Er ist ein infolge seiner speziellen Orogenese südlich der Zentralalpen verbliebener Rest derjenigen ostalpinen Kalkdeckensysteme, deren größter Teil im Zuge der Alpenfaltung über die Zentralalpen hinweg nach Norden geschoben wurde und dort die Nördlichen Kalkalpen bildete.

Der Drauzug ist ein ca. 100 km langes, im Westen schmale Gebirge zwischen Gail im Süden und Drau im Norden. Er gliedert sich in West-Ost-Richtung in fünf durch Quertäler und ein Längstal getrennte Gebirgstöcke.

Gailtaler Alpen - Große Sandspitze
Gailtaler Alpen - Große Sandspitze

Die Große Sandspitze in Tirol ist mit 2770 m der höchste Berg der Gailtaler Alpen, einem Gebirgszug der Südlichen Kalkalpen. Sie befindet sich in der Untergruppe der Lienzer Dolomiten

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  • Lienzer Dolomiten (etwa 40 km) vom Kartitscher Sattel (östlich von Sillian) bis zum Gailbergsattel bei Oberdrauburg (Höchste Gipfel Große Sandspitze 2770 m und Spitzkofel 2718 m, beide südlich von Lienz)
  • Gailtaler Alpen im engeren Sinn (etwa 65 km):

    • Reißkofelgruppe zwischen Gailberg- und Kreuzbergsattel bei Greifenburg (Reißkofel 2371 m, Jauken 2275 m)
    • Latschurgruppe zwischen dem Weißensee und dem Drauknie bei Sachsenburg (Latschur 2236 m),
    • Spitzegelgruppe südöstlich des Weißensees zwischen Kreuzberg und Bleiberger Graben (Spitzegel 2119 m)
    • Dobratsch (Villacher Alpe, 2166 m) als östlicher Ausläufer der Gailtaler Alpen.
Gailtaler Alpen - Reißkofel
Gailtaler Alpen - Reißkofel

Der Reißkofel ist mit einer Höhe von 2371 m der höchste Berg der Reißkofelgruppe, die das Mittelstück der 120 km langen Gailtaler Alpen im westlichen Kärnten bildet; Ansicht des Reißkofel von Süden...

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Gailtaler Alpen - Dobratsch
Gailtaler Alpen - Dobratsch

Der Dobratsch oder die Villacher Alpe (slowenisch Dobrač oder Beljaščica) ist ein 2166 m hoher Bergstock in Kärnten. Er bildet den östlichen Ausläufer der Gailtaler Alpen;
Hier die Or...

Johann Jaritz

Karnische Alpen

Die Karnischen Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Südlichen Kalkalpen. Sie liegen auf der Grenze zwischen Österreich (Osttirol, Kärnten) und Italien (Südtirol, Belluno, Friaul mit der Provinz Udine). Für die Geologie sind die massigen, etwa 1.300 m mächtigen Korallenriffe der Kellerwand- und Hohe-Warte-Region in kürzester räumlicher Distanz zu Tiefseekalken rund um den Wolayersee weltweit einzigartig: Diese paläozoischen Kalkmassive sind mit mehr als 400 Ma (aus dem Karbon, Devon und Silur) um ein Vielfaches älter als die eigentlichen mesozoischen Alpen selbst und sind in äquatornahen Gebieten entstanden, die im Devon noch an der nördlichen Küste Afrikas im flachen und warmen Meer lagen. Am Nordrand des Gebirges, im begleitenden Gailtal, verläuft die Periadriatische Linie, die geologische Grenze zwischen den Kontinentalplatten von Afrika und Europa. Die Karnischen Alpen gehören zu den 100 wichtigsten geologischen Regionen der Erde. Nirgendwo in Europa sind die Entwicklungsräume des tiefen Meeres, der Kontinentalränder und der Rifflagunen des Erdaltertums so nahe zusammengerückt, dass man sie auf einen Blick in direkter Nachbarschaft im Gelände erleben kann (Rauchkofel-Hohe-Warte-Kellerwand-Cellon). Die Erhaltung der Fossilien ist trotz der mehrfachen Gebirgsfaltung bemerkenswert. Aus der ganzen Welt kommen regelmäßig Geologen, um sich dieses Phänomen vor Ort anzusehen.

Karnische Alpen
Karnische Alpen

Karnische Alpen (Österreich); Blick von einem Punkt kurz vorm Wolayer See aus auf die Seewarte.

Franz-Richard Kunze

Julische Alpen

Die Julischen Alpen sind ein Gebirgsstock der Südlichen Kalkalpen, der sich auf die slowenischen Gebiete Ober- und Innerkrain und die italienische Region Friaul-Julisch Venetien aufteilt.

Die Julischen Alpen sind ein sehr schroffer Gebirgsstock. Höchster Berg ist der Triglav (Dreikopf), 2.864 m, zugleich höchster Berg Sloweniens und des früheren Jugoslawiens. Vereinzelt finden sich Kargletscher. Die Julischen Alpen werden durch das Raibler Tal, den Predilpass und das Tal der Koritnica und Soca in eine östliche und eine westliche Gruppe geteilt.


Karawanken

Die Karawanken sind ein Gebirgsstock der Südlichen Kalkalpen. Entlang des Hauptkammes verläuft seit 1919/20 die Grenze zwischen dem österreichischen Bundesland Kärnten und der slowenischen Gorenjska (Oberkrain). Höchster Gipfel ist der Hochstuhl mit 2238 m. Die Berggruppe, die östliche Fortsetzung der Karnischen Alpen, hat eine Länge von ca. 120 km bei einer Breite von 20 bis 40 km. Die nördliche Begrenzung bildet das Rosental mit der Drau. Im Süden sind die Karawanken vom oberen Savetal begrenzt, im östlichen Teil schließen im Süden die Steiner Alpen an. Nach Osten schließt das Bachergebirge an.

Julische Alpen - Montasch
Julische Alpen - Montasch

Der Berg Montasch in den Julischen Alpen, Gemeinde Dogna, Friaul-Julisch Venetien Italien

Johann Jaritz
Karawanken
Karawanken

Der Mittagskogel im Gebirgszug der Karawanken, Kärnten (Blick von Pörtschach am Wörther See)

Johann Jaritz

Südlicher Längstalzug

Der südliche Längstalzug bildet die Grenze zwischen Zentral- und Südalpen. Er verläuft vom Pustertal (Rienztal – Toblacher Feld – oberes Drautal) durch das Drautal weiter in das Klagenfurter Becken bis ins Tal der Mieß/Meza. Der Längstalzug ist glazial verbreitert und mit großen Schwemmkegeln und nassen Talböden durchzogen.


Südliche Schieferzone

Die südliche Schieferzone ist keine Längzone mehr, sondern bildet nur ein eingeschlossenes, mehr oder minder kompaktes Areal. Sie besteht aus dem Karnischen Alpen, mit gerundeten Schieferbergen und -sätteln, die von schroffen Klötzen und Zähnen aus paläozoischen Kalken überragt werden (Hohe Warte). Östlich der Gailitzfurche befinden sich die Kalkketten der Karawanken (Hochstuhl). Unter Felsmauern befindet sich meist dichter Fichtenwald mit relativ wenig Almen. Der Südzipfel Österreichs erreicht noch die Steiner Alpen.


Südliche Sandsteinzone

Die südliche Sandsteinzone ist nur in den Lombardischen Alpen zwischen Comersee und Iseosee (Südabdachung der Bergamasker Alpen), in den Venetianer Alpen (Belluneser Voralpen, Südteile der südlichen Karnische Alpen) zwischen Brenta und Tagliamento, und ganz im Osten im friulanisch-slowenischen Grenzgebiet und im Tal des Isonzo (Soca) zu finden. Im Trentino und den Gardaseebergen taucht der Kalk direkt in die Poebene ab.



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