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Die Alpen

Ostalpen



Ostalpen ist die Bezeichnung für den östlichen Teil der Alpen. Sie umfassen die Gebirgszüge östlich einer gedachten Linie vom Bodensee entlang des Rheins über den Splügenpass zum Comer See. Im Vergleich zu den Westalpen sind sie niedriger und sanfter, mit weniger hohen Pässen. Die Ostalpen durchziehen von der Schweiz und Liechtenstein aus ganz Österreich – von Vorarlberg bis hin zum Burgenland und erreichen ungarisches Gebiet sowie den Nordrand Italiens bis nach Slowenien. Sie durchstreifen auch Deutschland, wo sie den gesamten Alpenanteil bilden.


Die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen nach (AVE)

Die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE)(1) ist eine im Alpinismus übliche Einteilung der Ostalpen in 75 Gebirgsgruppen. Die grundlegende Einteilung erfolgt in vier Teilbereiche:

  • Nördliche Ostalpen: 27 Gruppen
  • Zentrale Ostalpen: 27 Gruppen
  • Südliche Ostalpen: 15 Gruppen
  • Westliche Ostalpen: 6 Gruppen

Abweichend vom früheren Schema werden die Salzburger Schieferalpen den Nördlichen Ostalpen zugeordnet, da sie Teil der Grauwackenzone sind, die das Grundgebirge der Kalkalpen bilden. Die Ortler-Alpen und die Sobretta-Gavia-Gruppe werden den Südlichen Ostalpen zugeteilt, geologisch gesehen liegen sie nördlich der Tonalelinie und werden zum Ostalpin gezählt.


Liste der Gebirgsgruppen in den Ostalpen (nach AVE)

Die Liste der Gebirgsgruppen in den Ostalpen stellt alle 75 Gebirgsgruppen und -züge der Ostalpen dar, wie sie in der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) von 1984 eingeteilt wurden.

Die Ostalpen werden darin in vier Teilbereiche unterteilt, denen die einzelnen Gebirgsgruppen zugeteilt werden. Es gibt die Nördlichen-, Zentralen-, Südlichen-, und Westlichen Ostalpen. Mit jeweils 27 Gruppen bilden die Nördlichen- und Zentralen Ostalpen den größten Teil. 15 Gruppen sind es in den Südlichen Ostalpen und sechs in den Westlichen Ostalpen.

Anteil an den Ostalpen haben die sechs Länder Deutschland, Italien, Liechtenstein, Österreich, Schweiz und Slowenien. Ganz im Osten verläuft die Grenze der AVE noch mit einem sehr kleinen Anteil durch Ungarn. Mit 57 Gruppen hat Österreich den größten Anteil. Gefolgt wird es von Italien mit 23 und der Schweiz mit zehn. In Deutschland liegen sieben Gebirgsgruppen und in Slowenien vier. Liechtenstein und Ungarn haben an einer Gruppe Anteil.

Einziger Viertausender und somit der höchste Berg der Ostalpen ist der Piz Bernina mit 4049 m.

Ostalpen - Karte der Gebirgsgruppen
Ostalpen - Karte der Gebirgsgruppen

Die Gebirgsgruppen der Ostalpen (Einteilung der Ostalpen nach dem AVE)

Martin Kraft

  • Nördliche Ostalpen
  • 1 Bregenzerwaldgebirge
  • 2 Allgäuer Alpen
  • 3a Lechquellengebirge
  • 3b Lechtaler Alpen
  • 4 Wettersteingebirge) und Mieminger Kette
  • 5 Karwendel
  • 6 Rofangebirge
  • 7a Ammergauer Alpen
  • 7b Bayerische Voralpen
  • 8 Kaisergebirge
  • 9 Leoganger und Loferer Steinberge
  • 10 Berchtesgadener Alpen
  • 11 Chiemgauer Alpen
  • 12 Salzburger Schieferalpen
  • 13 Tennengebirge
  • 14 Dachsteingebirge
  • 15 Totes Gebirge
  • 16 Ennstaler Alpen
  • 17a Salzkammergut-Berge
  • 17b Oberösterreichische Voralpen
  • 18 Hochschwabgruppe
  • 19 Mürzsteger Alpen
  • 20 Rax-Schneeberg-Gruppe
  • 21 Ybbstaler Alpen
  • 22 Türnitzer Alpen
  • 23 Gutensteiner Alpen
  • 24 Wienerwald

  • Zentrale Ostalpen
  • 25 Rätikon
  • 26 Silvretta
  • 27 Samnaungruppe
  • 28 Verwall
  • 29 Sesvennagruppe
  • 30 Ötztaler Alpen
  • 31 Stubaier Alpen
  • 32 Sarntaler Alpen
  • 33 Tuxer Alpen
  • 34 Kitzbüheler Alpen
  • 35 Zillertaler Alpen
  • 36 Venedigergruppe
  • 37 Rieserfernergruppe
  • 38 Villgratner Berge
  • 39 Granatspitzgruppe
  • 40 Glocknergruppe
  • 41 Schobergruppe
  • 42 Goldberggruppe
  • 43 Kreuzeckgruppe
  • 44 Ankogelgruppe
  • 45a Radstädter Tauern
  • 45b Schladminger Tauern
  • 45c Rottenmanner und Wölzer Tauern
  • 45d Seckauer Tauern
  • 46a Gurktaler Alpen
  • 46b Lavanttaler Alpen
  • 47 Randgebirge östlich der Mur

  • Südliche Ostalpen
  • 48a Ortler-Alpen
  • 48b Sobretta-Gavia-Gruppe
  • 48c Nonsberggruppe
  • 49 Adamello-Presanella-Alpen
  • 50 Gardaseeberge
  • 51 Brentagruppe
  • 52 Dolomiten
  • 53 Fleimstaler Alpen
  • 54 Vizentiner Alpen
  • 55 Bis 1984: Belluneser Alpen(1)
  • 56 Gailtaler Alpen
  • 57a Karnischer Hauptkamm
  • 57b Südliche Karnische Alpen
  • 58 Julische Alpen
  • 59 Karawanken und Bachergebirge
  • 60 Steiner Alpen

  • Westliche Ostalpen
  • 63 Plessur-Alpen
  • 64 Oberhalbsteiner Alpen
  • 65 Albula-Alpen
  • 66 Berninagruppe
  • 67 Livigno-Alpen
  • 68 Bergamasker Alpen

(1) Nach der Moriggl-Einteilung selbständige Gebirgsgruppe. 1984 den Dolomiten (52) sowie Südlichen Karnischen Alpen (57b) zugeteilt.


Geomorphologische Gliederung der Ostalpen

Die Zuordnung in Nord-, Zentral- und Südalpen stützt sich auf die großen Längstalzüge. Diese folgen zwar oft den Gesteinsgrenzen, durchschneiden aber stellenweise die Zonen. Die Feineinteilung folgt meistens den Tälern. In den Ostalpen werden so die vorwiegend kristallinen Zentralalpen durch große Tälerlinien von den nördlich und südlich liegenden Systemen - insbesondere den Nördlichen und Südlichen Kalkalpen - getrennt.

  • Die Nordalpen oder Nördliche Ostalpen (großteils Nördliche Kalkalpen) umfassen von Westen nach Osten das Bregenzerwaldgebirge, das Rätikon, das Lechquellengebirge, die Allgäuer, Lechtaler und Ammergauer Alpen, das Wettersteingebirge, das Karwendel- und das Rofangebirge, die Bayerischen Voralpen, das Kaisergebirge, die Loferer Steinberge, die Leoganger Steinberge, die Berchtesgadener Alpen, das Salzkammergut sowie die Niederösterreichischen Kalkalpen.
  • Die Zentralalpen werden von Westen nach Osten unterteilt in Rätische Alpen, Berninagruppe, Ortlergruppe, Verwallgruppe, Ötztaler Alpen, Zillertaler Alpen, Hohe und Niedere Tauern sowie Lavanttaler oder Norische Alpen und Bachergebirge. In Ihnen verläuft der Alpenhauptkamm
  • Die Südalpen bestehen von Westen nach Osten aus: Bergamasker Alpen, Trienter Alpen, Dolomiten, Venetianer, Karnische und Julische Alpen sowie den Karawanken.

Petrologie der Ostalpen

Nach Kriterien der Petrologie teilen sich die Ostalpen in sieben Gesteinszonen. Im Gegensatz zu den Westalpen schließen die Ostalpen keine parautochthonen Massen ein; sie sind ein Decken- und Faltengebirge, in dem westalpine Decken nur randlich und in geologischen Fenstern hervortreten.

  • Sandsteinzone (Flyschzone) mit Molassezone – schmal im mittleren Bereich, sich gegen Westen und Osten verbreiternd
  • Nördliche Kalkzone (Nördliche Kalkalpen) – Hauptmasse der Nordalpen
  • Nördliche Schiefer–Grauwackenzone – Grundgebirge des Kalks, gebirgsbildend im Tirolisch-Salzburgischen und Steirisch-Niederösterreichischen
  • Kristalline Zone – entspricht etwa dem Alpenhauptkamm bzw. den Zentralalpen
  • Südliche Schiefer–Grauwackenzone – an der Südgrenze Österreichs
  • Südliche Kalkzone (Südliche Kalkalpen) – großteils in Slowenien und Italien
  • Südliche Sandsteinzone – kaum ausgebildet; in Italien

In Osttirol und Kärnten stimmen Deckengliederung und Gesteinszonen nicht überein. Die Gailtaler Alpen liegen nördlich der alpin-dinarischen Narbe, bestehen aber aus Kalkstein und werden daher meist zur südlichen Kalkzone (und damit zu den Südalpen) gerechnet. Die Südliche Schieferzone wird in den Karnischen Alpen im Norden und Süden von Zügen der südlichen Kalkzone eingefasst.

Im Westen befindet sich eine auffällige S-förmige Krümmung der Gesteinszonen. Die kristalline Zone streicht in der Silvretta von Süden heran und biegt dort gegen Osten. Das Kalkgebirge des Rätikons liegt südlich der großen Längstalflucht. Das Etschtal südlich von Bozen ist dem Gesteinsstreichen nach ein Längstal. Die Kalkzone bildet im Bereich Gardasee einen charakteristischen Sporn, der sich Dutzende Kilometer südlich der sonstigen Südgrenze befindet.



(1) Die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen wurde von Franz Graßler 1982 erarbeitet und im Jahr 1984 im Alpenvereinsjahrbuch Berg '84 veröffentlicht. Sie ist aufgebaut auf der Moriggl-Einteilung (ME) von Josef Moriggl, dem Generalsekretär des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuÖAV), die erstmals 1924 im Ratgeber für Alpenwanderer (2. Auflage 1928) veröffentlicht wurde. Diese nach wie vor für den deutschsprachigen Raum (ohne die Schweiz) etablierte Einteilung der Ostalpen wurde vom Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenverein erarbeitet. Benutzt wird die Einteilung unter anderem zur Basisnummerierung der Alpenvereinskarten.



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