'._('einklappen').'
 

Konkretionen und Knollen

Brauneisenstein-Konkretionen
Brauneisenstein-Konkretionen

Röhrenförmige Brauneisenstein-Konkretionen; Battenberg, Rheinland-Pfalz; (Genehmigung: Roger Lang)

Ansgar Wehinger

Kapitelübersicht




Was sind Konkretionen ?

Als Konkretion bezeichnet man eine harte, kompakte Masse sedimentären Gesteins, welches durch Präzipitation eines mineralischen Zementes innerhalb der Räume zwischen den Sedimentkörnern entsteht. Konkretionen sind oft linsen- bis eiförmig und kugelig, wenngleich auch unregelmäßige Formen vorkommen. Das Wort Konkretion ist vom lateinischen "con (mit) und "crescere" (wachsen) abgeleitet. Konkretionen bilden sich innerhalb Schichten sedimentärer Strata, welche bereits abgelagert wurden. Sie enstehen gewöhnlich frühgenetisch durch Stoffwanderung im Sediment, bevor dieses Reste dieses Sediments als Gestein erhärten. Der Konkretionszement trägt dazu bei, dass die Konkretion härter und widerstandsfähiger gegenüber Verwitterungseinflüssen als das Wirts-Stratum.

Brauneisenkonkretionen
Brauneisenkonkretionen

Detailansicht einer limonitischen Konkretion;
Battenberg, Rheinland-Pfalz

Telford

Konkretionen wurden in den vergangenen Jahrhunderten oft als geologische Kuriositäten betrachtet. Aufgrund der Vielzahl ungewöhnlicher Formen, Größen und Zusammensetzungen wurden sie als Dinosaurier-Eier, Tier- oder Pflanzenfossilien (sogen. Pseudofossilien), extraterrestrischer Abfall oder selbst als vom Menschen erzeugte Artefakte interpretiert. Obwohl für all diese Fehlinterpretationen heute nurmehr ein Lächeln übrigblieb, gibt es immer noch Falschbezeichnungen, resp. unterschiedliche Begriffsdefinitionen, selbst (oder meist) in der geo-wissenschaftlichen Literatur. So werden nicht selten Knollen als Konkretionen (bzw. Knollige Konkretion) bezeichnet. Im deutschen Schrifttum wurden u.a auch Kalk- und Toneisensteinknollen als Geoden genannt (VOIGT, 1968. Wikipedia beschreibt (unter Anführung verschiedener Referenzen), dass Geode ein petrographischer Begriff für konzentrisch aufgebaute Konkretionen ist, bzw. dass Geoden wie auch die Septarien genetisch zu den Konkretionen gehören.


Angesichts dieses Wirrwarrs bedarf es einer wichtigen Distinktion zwischen Konkretionen, Knollen und Geoden.

  • Konkretionen bilden sich als mineralische Präzipitation um einen Kern.
  • Knollen sind Verdrängungskörper.
  • Geode ist ein nicht einheitlich verwendeter Begriff aus der Geologie und Mineralogie, für einen je nach Quellenlage rundlichen Hohlraum (Druse), begrenzt durch eine einheitliche Gesteinsaußenschicht, und/oder durch verschiedene, geologische Prozesse entstandene Hohlraumausfüllungen durch Mineralaggregate überwiegend kolloidaler Entstehung

Konkretion - ein vielseitig verwendeter Begriff

Der Begriff Konkretion (lat.: concrescere = in sich zusammenwachsen; etymol. engl.: concrete = Zement) wird in der Mineralogie und in der Petrographie sehr unterschiedlich verwendet. Allgemein wird er jedoch für aus Mineralsubstanzen bestehende unregelmäßig geformte, meist linsenartige, kugelige, knollige, traubig-nierige, teilweise botryoidale-, aber auch röhrenförmige Körper und für rundlich-grobblättrige bis rosenförmige Gebilde benutzt.

  • Konkretionen sind keine selbständigen Mineralien. Bestimmte Mineralien können jedoch knollige Aggregate bilden.
  • Konkretionen sind weder eine Gesteinsart- noch ein Gesteinstyp.
  • Konkretionen sind kein Synonym für Sekretionen, Sphärolithe und Oolithe, werden jedoch fälschlich oft synonym verwendet.
  • Geoden sind keine Konkretionen. Nicht wenige Autoren beschreiben auch Geoden und Mandeln als Konkretionen, was jedoch aufgrund voneinander abweichender Bildungsvoraussetzungen umstritten ist.
  • Konkretionen sind kein Synonym für polymetallische Manganknollen

In der unmittelbaren Umgebung bzw. an Kernen von Resten organischer Substanzen (z.B. Fossilien, Muscheln, Knochen) können, bevor es zur Ausfällung von Kalk kommt, bedingt durch lokale Konzentrationsungleichgewichte, Konkretionen um diese Fossilreste gebildet werden. Linsenförmige oder knollige Kalkkonkretionen, welche in karbonatischen Gesteinen (u.a. feinsandige, schluffige Kalktone), welche im Inneren durch Austrockung bedingt radiale bis gekammerte Schrumpfungsrisse haben, heißen Septarien. Sie enstehen durch lokale Anreicherung von Calciumkarbonat infolge Zersetzung organischer Substanzen. Bestimmte Kalk-Konkretionen des Lias werden als Hiatus-Konkretionen bezeichnet.


In welchem Zusammenhang wird der Begriff Konkretion benutzt?

Aggregatsform bestimmter Mineralien

Konzentrisch-schaliger Psilomelan und reine Limonit-Konkretionen, ohne Vermengung mit anderen Mineralien oder Gesteinen sowie Brauneisenstein (Minette), (welcher auch fein-oolithisch in einer silikatisch-karbonatischen Grundmasse vorkommt).

Diagenetisch gebildete Konkretionen

Mit Sand oder Ton zusammengebackene oder zementierte Mineral-Gesteinsgemenge in einem Gestein oder Gesteine selbst. Kalk-Dolomit-Konkretionen (Lößkindl); desweiteren Phosphorit, Gips- und Barytrosen (Wüstenrosen), Sandkonkretionen, pyroklastische Konkretionen aus Asche oder Schlacke

Konkretionsbildung an Resten von Organismen

Beispiel: Septarien



Abgrenzung von oft im Zusammenhang mit Konkretionen verwendeten Begriffen

  • Sekretionen sind ähnlich wie Konkretionen,werden jedoch durch Ausfüllung unregelmäßiger Hohlräume mit kristallinem oder kolloidem Material (Wanderung konzentrierter kolloider Kieselsäurelösungen im letzten Abschnitt der hydrothermalen Tätigkeit) gebildet. Sekretionen sind oft konzentrische Schichten, welche sich in Farbe und Zusammensetzung unterscheiden. Kleine Sekretionen werden als Geoden oder Mandeln bezeichnet. (Bsp.: Achat). Die Konkretion ist im Gegensatz zur Sekretion von innen nach außen gewachsen.
  • Inkretionen sind hohle, zylindrische Konkretionen.
  • Sphärolithe sind kugelige Gesteinsgebilde, die sich, im Querschnitt gesehen, aus radialstrahlig angeordneten Kristallbildungen aufbauen (Bsp.: Calcit-Sphärolithe)
  • Oolithe sind ähnlich wie Konkretionen, ebenso kugelig (sphärisch), aber meist von geringerer Größe, welche in wässerigen Medien um aufgewirbelte Fremdkörper enstehen. Sie zeigen i.d.R. einen ausgeprägten schalenförmigen, metakolloiden bis gebänderten Aufbau und eine regelmäßige konzentrische Schichtung. (Bsp.: Erbsenstein, Schalenblende, Bauxit)

Charakteristische Eigenschaften von Konkretionen

  • Die meisten Konkretionen bestehen aus Karbonaten, Kieselsäure oder Fe-Mn-Oxiden.
  • Konkretionen können wenige mm bis mehrere dm groß sein und meist aus zirkulierenden Lösungen von innen nach außen gewachsen. Im Gegensatz zu Sekretionen breiten sich Konkretionen um eine beliebiges Zentrum herum aus.
  • Konkretionen können regelmäßig geformt sein: Als Blöcke, schachtelförmig, als Röhren, flache Scheiben, runde, eiförmige, meist parallel zur Schichtung abgeflachte Knollen oder Kugeln (manchmal an Kanonenkugeln erinnernd). Unregelmäßige Formen ähneln Teilen des menschlichen Körpers, wie Rippen oder wie ein Fuß, welche diagenetisch bzw. durch Akkumulation oder einer Art von Zementationsprozess in Sedimentgesteinen gebildet wurden (meist in Tonen, Sanden und erdigen Massen; teilweise auch gealterten vulkanischen Gesteinen). Häufig, aber nicht immer, entstehen sie in der Umgebung von Fremdeinlagerungen im Sediment, z.B. organischen Resten.
  • In polierten Querschnitten sandiger Konkretionen von Markasit und Phosphorit ist meist eine schichtige Lagerung der Sandkörner zu sehen, welche der Schichtung des Gesteins selbst entspricht. Dies bedeutet, daß die Konkretionen, zumindest teilweise, nach der Bildung des Gesteins entstanden sind. Es kann davon ausgegangen werden, daß sie am Anfang Kolloidklümpchen (Gele) waren, welche später in den kristallinen Zustand übergingen.
  • Geht der Bruch durch das Zentrum, ist oft ein radialstrahliger Aufbau zu erkennen; neben einem undeutlich ausgeprägten, konzentrisch-schaligem Aufbau der Mineralmasse.
  • Konkretionen sind aufgrund der Zementationsbildung oft härter und verwitterungsbeständiger als das Wirtsgestein (Sediment).

Entstehung von Konkretionen

Konkretionen entstehen frühdiagenetisch in Sedimenten durch lokal begrenzte Ausfällung aus wässriger Lösung (Porenwasser). Sie bilden sich gewöhnlich durch Präzipitation bedeutender Mengen von Zementierungmaterial um einen Kern, oft um organische Reste wie Blätter, Zähne oder Teile von Muscheln, die auf diese Weise fossilisiert werden. Die Ausfällung wird durch pH-Unterschiede um die organischen Reste ausgelöst. Das ausgefällte Mineral unterscheidet sich gewöhnlich vom Mineralbestand der unmittelbaren Umgebung (z.B. Quarzkonkretionen in Carbonaten oder Pyritkonkretionen in Tonsteinen). Konkretionen wachsen von innen nach aussen. (Quelle: GeoDZ). Die Konkretion setzt an einem Kristallisations-mittelpunkt an, meist bedingt durch einen anderen Chemismus, und wächst allmählich nach außen weiter.

Nach den jeweiligen Bildungsbedingungen zur Zeit ihrer Entstehung, bilden sich Konkretionen entweder durch konzentrisches oder durch pervasives Wachstum (MOZLEY, 1966; RAISWELL und FISHER, 2000). Bei konzentrischem Wachstum wachsen die Konkretionen als sukzessive Schichten zur Oberfläche (Akkretion). Durch diesen Prozess nimmt der Radius im Laufe der Zeit zu. Im Falle pervasiven Wachstums werden die Poren der Wirtssedimente simultan durch präziptierte Minerale zementiert, wodurch diese zu Konkretionen werden.


Arten von Konkretionen

Sedimentäre eisenhaltige Gesteine

Limonit (Brauneisenerz)

Limonit, auch Brauneisenerz oder Brauneisenstein genannt, ist ein sehr häufig zu findendes, eisen- und wasserhaltiges Gemisch verschiedener Eisenoxide wie Goethit, Lepidokrokit und verschiedener anderer hydratisierter Eisenoxide. Zusätzlich wurden an einigen Fundorten auch Beimengungen von Hämatit gefunden. Daher wird Limonit heute nicht mehr als eigenständiges Mineral angesehen.

Limonit ist ein Bestandteil sedimentärer eisenhaltiger Gesteine. Diese werden als Eisensteine oder veraltet als Eisenkalkstein bezeichnet. Beispiele solcher Gesteine sind > Raseneisenerz, Oolithische Eisensteine, Minette, Trümmereisenerz und > Bohnerz.

Limonit
Limonit

Limonitkonkretion, ca. 8,5 x 5 cm. Hollabrunn-Mistelbach-Fm (Obermiozän, Pannonium); Hollabrunn, NÖ, 2013.

oliverOliver
Brauneisen-Konkretion
Brauneisen-Konkretion

Konkretion aus Schichten des Oberdevon; Fundort: Unteres Hönnetal, Sauerland, Menden- Lendringsen, Nordrhein-Westfalen, Germany

der Sauerländer

Battenberger Blitzröhren

Während des Tertiärs lagerten sich im Bereich des heutigen Oberrheins Sedimente ab, die sich anschließend im Rahmen der Diagenese verfestigten. Als sich beim Einbruch des Oberrheingrabens der ehemalige Meeresboden an den Grabenschultern allmählich hob, wurde vor etwa 32 Ma der Sandstein von Battenberg durch Erosion nach Süden hin freigelegt. Er ist von röhrenförmigen Brauneisenstein-Konkretionen (Limonit) durchzogen, deren Inneres mit losem rotem bis braunem Sand verfüllt ist. (s.a. Detailaufnahme oben)

Brauneisenkonkretionen in Battenberg
Brauneisenkonkretionen in Battenberg

Battenberger Blitzröhren, Detailansicht;
Battenberg, Rheinland-Pfalz

Telford
Brauneisenkonkretionen in Battenberg
Brauneisenkonkretionen in Battenberg

Battenberger Blitzröhren, Ansicht;
Battenberg, Rheinland-Pfalz

Telford

Entgegen früherer Vermutungen handelt es sich nicht um durch Blitzeinwirkung erzeugte Schmelzspuren, die Fulgurite genannt werden, sondern um Ausfällung und Sinterbildung von kieselsauren Eisenlösungen, die auf den Sand erst längere Zeit nach dessen Ablagerung einwirkten. Eine Gesteinsprobe ist im Pfalzmuseum für Naturkunde in der nahen Kreisstadt Bad Dürkheim ausgestellt. Die Beschriftung der Vitrine erläutert die Entstehung: „Wasser, das eisenhaltige Stoffe gelöst hatte, durchdrang die Sandschichten. Das mitgeführte Eisen wurde schalig (konzentrisch) ausgeschieden und verwandelte im Bereich der Ablagerung den losen Sand in einen festen Sandstein, der bis zu 30 Prozent Eisen enthalten kann.“ (Quelle: wikipedia)

Die Sandsteinwand mit den Blitzröhren liegt an der westlichen Schulter des Oberrheingrabens unterhalb der Burgruine Battenberg am Südhang des Burgberges; unmittelbar daneben verläuft in Serpentinen nach oben die Kreisstraße 30 als Zufahrt zum Dorf. Die ockerfarbene Sandsteinwand ist mehrere Meter hoch.


Raseneisenstein

Raseneisenerz
Raseneisenerz

Raseneisenerz (Raseneisenstein) (engl. bog iron)

Sten Porse

Raseneisenstein oder Raseneisenerz (englisch: bog iron) werden durch besonders hohe Eisengehalte gekennzeichnete Verfestigungen in rezenten wie fossilen Grundwasserböden bezeichnet, die gesteinsbrockenartig als Konkretionen oder bankartig als Bodenhorizonte auftreten. Die Bezeichnung Raseneisenstein rührt daher, dass dieser bei Grundwasser-Böden nah unter der Rasensode ansteht und leicht „mit Spaten und Hacke“ gewonnen werden kann. Weitere Bezeichnungen für die manchmal sogar wie Schlacke erscheinenden, rotbraunen bis (bei höheren Mangananteilen) blauschwarzen Verfestigungen sind Brauneisenstein, Sumpfeisenstein, Sumpfraseneisenerz oder schlicht Rasenerz bzw. Sumpferz. Bei Raseneisenstein handelt es sich um durch Eisenminerale verfestigte Sedimentfraktionen des Bodens. Zumeist sind dies Sand, Ton und Schluff, manchmal Kies, sowie unter Umständen organische Substrate (vor allem Torf) mit hohen Metallgehalten. In diesen häufig bis zu einem halben Meter mächtigen Horizonten können die Eisengehalte – Hauptmineral ist Limonit – durchaus bis zu 45 Prozent betragen. Bei vielen dieser Anreicherungen spielen nachgeordnet auch Mangan, teilweise Phosphor und andere Elemente eine Rolle.

Raseneisenstein kann ungeachtet seiner im Schnitt eher geringen Eisengehalte wie jedes andere Eisenerz zur Eisengewinnung verhüttet werden.

Raseneisenstein darf nicht mit seinem mineralischen Hauptbestandteil Limonit verwechselt werden, der ebenfalls als Brauneisenstein oder -erz bezeichnet wird (s.o.). Weitere Verwechslungsmöglichkeiten begrifflicher Art bestehen mit dem Ton- oder Spateisenstein genannten Eisenmineral Siderit, mit dem Gestein Eisensandstein, dem Ortstein bzw. der Orterde von Podsolen sowie mit Bohnerz. Als Raseneisenerde werden weitgehend unverfestigte Anreicherungen in Gleyböden bezeichnet, die eine Vorstufe zur Entwicklung des Raseneisensteins sein können.

Raseneisenstein kann auf unterschiedliche Art entstehen. Wesentlich sind immer Redoxvorgänge, teilweise unter Beteiligung von Mikroorganismen (Bakterien, zum Beispiel Acidithiobacillus ferrooxidans). Im Schwankungsbereich des Grundwassers, in dem Eisen- und Mangansalze gelöst sind (Sickerwasser spielt hier nur eine untergeordnete Rolle), fallen bei Kontakt mit Sauerstoff oxidische/hydroxidische Eisen- und Mangan-Verbindungen aus. Ausgeprägte Raseneisensteinbildungen gehen oft auf geringe Schwankungen des Grundwasserspiegels bei gleichzeitig stark eisenhaltigem Wasser zurück. Der Entstehungszeitraum von Raseneisenstein erstreckt sich je nach Vorkommen in der Regel über hunderte bis tausende Jahre.

Besonders häufig bildet sich Raseneisenstein im Oxidationshorizont Go von Gleyen. Gemäß der bodenkundlichen Kartieranleitung werden Go-Horizonte mit als Raseneisenstein-Konkretion vorliegendem Brauneisen als Gkso und solche mit gebanktem Raseneisenstein als Gmso bezeichnet. Ab einer gewissen Mächtigkeit und der typischen festen Ausprägung werden diese Horizonte auch kurz RES genannt. In Gleypodsolen und Anmoorböden kann sich ebenfalls Raseneisenstein bilden.

In Norddeutschland entstanden während des Holozäns, nach der letzten Eiszeit, regelrechte Raseneisenerz-Lagerstätten. Sie bildeten sich vor allem in Flussauen in von eisenhaltigem Grundwasser durchströmten fein- bis mittelkörnigen Sanden. Diese ab dem Raseneisenstein wurzelundurchlässigen Böden gelten nur bedingt als ackerbaulich nutzbar und können in der Regel nur als Wiese oder Weideland genutzt werden.

Während der Kaltzeiten ist die Ausbildung von Raseneisenstein in den wasserführenden wärmeren Interstadialen möglich. So führen zum Beispiel die Schotterkörper der Rheinterrassen am unteren Mittelrhein sehr manganreiche Raseneisensteinhorizonte. Diese sind häufig an mächtige Schrägschichtungskörper gebunden. Diese Konkretionen zeigen fossile, also frühere Grundwasserstände an und sind deshalb auch über das ganze Profil verteilt und nicht nur nahe der Geländeoberkante zu finden. Vorkommen und Schutz

Raseneisenstein kommt weltweit vor allem in den gemäßigten Breiten, insbesondere in feuchten und sumpfigen Niederungsgebieten, vor. Klima- und landschaftsbedingt betrifft dies in Europa vorwiegend das nördliche Mittel- und südliche Nordeuropa. Ein von Hamburg durch die Mitte Schleswig-Holsteins bis Flensburg verlaufender Streifen umfangreicher Vorkommen ist archäologisch untersucht. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Vorkommen im nördlichen Teil Brandenburgs wirtschaftlich genutzt (siehe Abschnitt Eisengewinnung).

Es gibt rezente, heute noch nahe der Erdoberfläche befindliche, sowie fossile, im Laufe der Zeit durch weitere Boden- oder Gesteinsschichten verschüttete bzw. überdeckte Vorkommen. Gemeinhin werden nur die letztgenannten in der geologischen Fachliteratur behandelt.

Ehemals bedeutende mitteleuropäische Vorkommen gelten weitgehend als abgebaut. Zumeist sind nur noch randliche Reste oder geringmächtige bzw. kleinräumige Fundstätten der alten Lagerstätten vorhanden, die nicht wirtschaftlich gewinnbar sind. Vorkommen mit als Baumaterial verwendbaren größeren Brocken, die beispielsweise zur Ausbesserung historischer und unter Denkmalschutz stehender Gebäude aus Raseneisenstein benötigt werden, sind selten geworden.

Einige Raseneisenstein-Restvorkommen und Niederungsböden mit gegenwärtiger Eisenoxid-Ausfällung sind in Deutschland mittlerweile – in Nachfolge des Bundes-Bodenschutzgesetzes – wegen ihrer Seltenheit sowie ihrer natur- und kulturgeschichtlich bedeutenden Archivfunktion als „Vorranggebiete für den Bodenschutz“ planungsrechtlich festgesetzt, meist auf lokaler Ebene. Orts- und Flurnamen.


Bohnerz

Bohnerz
Bohnerz

Gefunden wurden diese Bohnerze neben einen alten Erzbergwerk im Raitenbucher Forst, Waldabschnitt "Erzwäsch". Die Bohnerze sind 1mm bis 2cm groß. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde aus der Grube "Gro...

hm74

Bohnerz (Eisenstein, Linsenerz, aus der Bergmannsprache übernommener Ausdruck für linsen-, erbsen- oder bohnenförmige, vielfach konzentrisch schalige Konkretionen, überwiegend aus limonitischen Mineralen, ausgeschieden aus eisenhaltigen Tonsedimenten), ist ein Eisenerz mit einem relativ hohen Fe-Gehalt von bis zu 76 %. Es besteht aus erbsen- oder bohnenförmigen, oft konzentrisch-schaligen, manchmal hohlen Knollen (Konkretionen) aus Limonit. Es tritt zusammen mit braunem oder rotem (Umbra), oft auch gelbem Lehm (Ocker) in Spalten und Hohlräumen aus Kalkstein auf.

Der Durchmesser der oft fettglänzenden Körner schwankt meist zwischen 9 und 15 Millimetern; tw. erreicht er bis zu 5 Zentimeter. Die Körner ähneln in der Bildung dem Erbsenstein. Ihre chemische Zusammensetzung ist ungleichmäßig, daher schwankt die Farbe der Bohnerze zwischen verschiedenen Braun- und Grüntönen, kann aber auch ins gelbliche oder schwarze tendieren.

Bohnerze entstehen, wenn durch intensive tropische Verwitterung Eisen in sauren Wässern gelöst wird und anschließend eine Ausfällung, beispielsweise in Kalkschichten, erfolgt. Der Kalk neutralisiert die sauren Wässer, die das Eisen transportieren, ähnlich wie beim Minette-Erz. Manche Bohnerze enthalten Spuren von Titan, Vanadium und Chrom, die württembergischen auch Phosphor- und Arsen.

Als Ausscheidungen festländischer Verwitterungslösungen können sie örtlich grosse Mächtigkeiten erreichen und wirtschaftlich wichtige Lagerstätten bilden. Die Erze finden sich weitverbreitet im französischen Juragebiet (Obersaône), in der Schweiz (z.B. auf dem Randen), sowie Baden-Württemberg (Kandern, Bohnerzgruben bei Heidenheim, Tuttlingen, Willmandingen, Farrenberg, Hohentengen, Laucherthal bei Sigmaringen, dort auch ehemaliges Hüttenwerk). Weitere Fundorte liegen in Bayern (Monheimer Alb) und in Oberösterreich (Dachsteinmassiv), in Tschechien (Beraun, Blansko), Ungarn (Ödenburger Komitat, Banat), Russland (Olonez), Afrika (Kordofan, Futa Dschallon) und in den USA (North Carolina).

Bohnerzknolle
Bohnerzknolle

Weinberg, Auggen. Baden-Württemberg. B:7cm.

Doc Diether
Bohnerz
Bohnerz

aus der Sandgrube Motsch bei Blickweiler im Saarland; Größe des Stückes etwa 8x6 cm;

rtbstone
Bohnerz
Bohnerz

In derber, limonitreicher Matrix eingewachsene "Bohnerz"-Kugeln. Historischer Fund (vor 1920) von Rammingen, Ulm, Baden-Württemberg, Deutschland. Stufenbreite: 8 cm.

raritätenjäger

Eisenschwarte

Eisenschwarte
Eisenschwarte

Limonitische Konkretion, als Eisenschwarte bezeichnet, vom Hünsberg bei Haltern in NRW. Der abgebildete Stein umschließt einen handdicken Hohlraum.

Seggebäing

Als Eisenschwarte werden fossile limonitische Konkretionen aus den Halterner Sanden vom Hünsberg in der Coesfelder Heide bezeichnet; auch andere Fundorte sind bekannt. Diese zum Teil mit Wüstenlack überzogenen Schwarten bildeten sich während des Tertiärs in tropischem bis subtropischem Klima. Sie entstanden in fossilen Gleyen im Bereich des Oxidationsbereichs auf Höhe des Grundwasserspiegels. Die am Hünsberg in großer Zahl zu findenden Raseneisensteine weisen zum Teil skurille Formen auf und sind oft schalen- oder röhrenförmig.


Moqui Marbles

Namensherkunft
Die Moqui waren ein Indianer-Stamm im Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Utah. Marble ist englisch und bedeutet im übertragenen Sinne "Murmel".

Was sind Moqui-Marbles ?
Moqui Marbles sind hell- dunkelbraune, manchmal schwarzbraune, diagenetisch gebildete Eisenstein-Konkretionen, welche aus Quarz-Sandsteinen der Unteren Navajo Sandsteinformation (oberste Trias bis unterstes Jura) herausgewittert wurden. Diese Moqui Marbles finden sich überaus häufig im gesamten Verbreitungsgebiet der Navajo-Sandsteine und angrenzenden stratigraphischen Einheiten in zahlreichen Vorkommen im südlichen Utah (USA) bekannt.

Moqui marbles
Moqui marbles

Ein mit Moqui marbles übersäter Boden in den Navajo Sandstones von Utah, USA

polodrahokamy-sperky.sk.
Moqui marble
Moqui marble

Eine geöffnete "Moqui marble" aus den Navajo Sandstones in Utah, USA

Mostly Deserts

Ihre Größe reicht von wenigen Millimetern bis zu mehr als 10 m Durchmesser. Sie kommen in kugeligen, turmartigen und unregelmäßigen Aggregaten vor.

Moqui Marbles sind im Prinzip Mischungen aus Eisenoxiden (Hämatit und Limonit (e.g. Goethit)) und Manganoxiden. Die dunkelbraune Oberfläche erstreckt sich nicht zu weit in die Konkretion hinein. Bricht man die Marbles auseinander, sieht man den blass-orangebraunen Quarz-Sandstein im Inneren.

Entstehung
Die Entstehung der Moqui Marbles wurde verschiedentlich diskutiert; die aktuellen Forschungsergebnisse (CHAN et al., 2004) zeigen jedoch, dass der Bildungsprozess der Moquis im Navajo-Sandstein im späten Oligozän vor ca. 25 Ma stattfand, was in starkem Kontrast mit dem Ablagerungsalter der Wirtsgesteine (Trias bis Jura) steht.

Die Konkretionen bildeten sich prinzipiell durch chemische Reaktionen in flachen Meeren, wobei im Wasser gelöstes Eisen während der Ablagerung von Sand und Tonpartikeln als Eisenhydroxid ausfällt. In ruhigen Gewässern gäbe es eine gleichmäßige Absetzung unter schichtmäßiger Bildung von Toneisenstein oder eisenhaltigem Sandstein; in bewegten Gewässern jedoch (Brandungszonen, turbulente Strömungen) legt sich das Eisenhydroxid schalenartig um die Partikel. Die so entstandenen Konkretionen sinken infolge ihres Eigengewichtes zu Boden und werden im Meeresboden eingebettet. In Zonen stärkerer Strömungen oder Wirbel bilden sich meist keine beständigen und wiederkehrenden Sandwirbel im Wasser, wobei bei diesem Entstehungsprozess eine festere Schale aus Eisenhydroxid(en) gebildet wird und Hohlkugeln mit Quarz-Sand (resp. Ocker) entstanden, welche weitaus härter als die Quarz-Sandsteinmatrix sind, sodass die Konkretionen in größeren Mengen herauswittern konnten.

Wo kommen Eisenoxid-Kugeln und/oder Moqui-Marbles vor ?
Als Konkretionen im Braunen Jura, in der Unteren Trias (Unterer Buntsandstein) in Deutschland, in Lothringen in Frankreich, in England, den USA und in Südostasien. Als Moqui-Marbles - aber nur des Namens wegen - in Utah (USA).

Verwendung
Die Sand-Eisenoxid-Konkretionen waren den Moqui seit vielen hundert Jahren bekannt und wurden als Talisman, bzw. Beschützer gegen Feinde, Feuer, Wasser und Blitzschlag sowie als Helfer für Glück, Fruchtbarkeit und Lebensenergie verwendet. Die letztere Verwendung erklärt, warum Moqui-Marbles bei westlichen Esoterikern und bei Menschen mit Lebensproblemen begehrt sind. Moqui-Marbles waren aber nicht nur Talisman; dadurch, dass viele von den Konkretionen im Inneren roten und gelben Ocker bildeten, dienten sie auch als natürliches Pigment (sogen. Indian colour pot).

Esoterik, Aberglaube und Scharlatanerei
Da dies ein naturwissenschaftliches Lexikon ist, werden hier keine Begriffe, Definitionen und Erläuterungen aus Esoterik, Aberglaube und Scharlatanerei beschrieben. Moqui-Marbles sind Lieblingsobjekte der Esoteriker. Sie haben jedoch - entgegen esoterischer Auffassung - weder übernatürliche, noch heilende, noch irgendwelche geheimnisvollen Eigenschaften. Sie sind auch keine lebenden Steine, sind nicht im Meer geboren und es gibt weder weibliche noch männliche Moqui-Marbles. Es gibt weder rechts- noch linksdrehende Energieflüsse, noch stammen die Moqui-Marbles von heiligen indianischen Plätzen. Es gibt auch keine Marbles, welche mit Eisen-Mangan-Titan-Palladium-Legierungen umgeben sind, wenngleich dieser Satz gedankenlos tausendfach von einem Autor zum anderen abgeschrieben wird.


Rötel

Rötel ist ein Gemisch aus wasserfreiem Eisenoxid (meist Hämatit) und Tonerde (bzw. verwittertem Feldspat mit oder ohne Kalkanteil, bzw. Al-haltigen Silikaten, Oxiden und Hydroxiden). Der Eisenoxidgehalt kann bis zu 32% betragen. Das Gemisch ist natürlich fest, fühlt sich tonig-fettig an, hat eine gute Haftfähigkeit und ist wasserabweisend. Rötel wurde auch als roter Bolus bezeichnet.

Rötel ist im Prinzip eine rote Varietät von > Ocker, welcher anstelle von Eisenoxidhydrat wasserfreies Eisenoxid enthält und nicht gelb bis braungelb, sondern rot gefärbt ist. Wie Limonit kommt auch Rötel oft in Form von Konkretionen vor, bzw. häufig als Füllung von solchen.

Hämatit
Hämatit

Hämatit-Konkretion, „Rötel“, außen & „Trennwände“ in Limonit umgewandelt; Dm. ca. 4 cm. Scherzhaft als "Schminkdose" bezeichnet; Sitzendorf, Bez. Hollabrunn, NÖ, 2012; Hollabrunn-Mistelbach-...

oliverOliver
Hämatit
Hämatit

Hämatit-Konkretion, „Rötel“, außen & „Trennwände“ in Limonit umgewandelt; Dm. ca. 4 cm. Scherzhaft als "Schminkdose" bezeichnet; Sitzendorf, Bez. Hollabrunn, NÖ, 2012. Hollabrunn-Mistelbach-...

oliverOliver

Toneisenstein

Toneisensteine (englisch: clay ironstone) sind sedimentäre Konkretionen aus Ton (bzw. Ton mit Mergel gemischt) und Eisencarbonat(en) wie Siderit oder Ankerit. Man findet sie als Konkretionen und Lagen von tonigem Siderit im Steinkohlengebirge des Karbon (Ruhrkohlen, Kladno, Freital bei Dresden), dann im Mesozoikum im Jura (Lias (Amaltheenton) in der Gegend Hannover-Hildesheim-Braunschweig) und jüngere Bildungen in den tertiären Braunkohlen Nordböhmens (Teplice).

Es werden aber z.T. auch feinkörnige geschichtete Bildungen aus Limonit und Feinsand/Schluff als Toneisenstein bezeichnet, so von der Ostseeküste Norddeutschlands. Diese Bildungen sollten aber besser als Limonitsandstein bezeichnet werden.

Toneisenstein-Konkretion
Toneisenstein-Konkretion

Toneisenstein-Konkretion aus der Tongrube Vossberg Wallenhorst, Breite 16cm

Maik Wennemer
Toneisenstein
Toneisenstein

Toneisenstein-Konkretion;
Deutsches Bergbaumuseum Bonn

Wikipedia-User: Frank Vincentz

Hohlformen (meist Röhren) in Toneisenstein (Eisensteinkonkretionen) entstehen dadurch, dass aus dem Inneren eines Blocks die Eisenverbindungen meist durch Grundwasser herausgelöst und anschließend als unlösliches Fe-Oxid-Hydroxid wieder an die äußere Wand angelagert werden. Durch gleichzeitige Zementierung, bzw. Verbackung der Körner im Originalblock wird diese Zone härter als das Ausgangsgestein. Oft kann man eine rote, braune oder gelbe Eisenstein-Bänderung an solchen Konkretionen beobachten. Dieser Prozess der Lösung und Zementierung hält jedoch nur solange an, wie sich das Gestein unterhalb des Grundwasserspiegels befindet. Steigt der Spiegel, wird das Gestein ausgetrocknet und oxidiert. Zum Schluß können sich die Konkretionen vom umgebenden weichern Gestein lösen, weil sie härter und widerstandsfähiger sind. Nicht selten findet man so freistehende oder freiliegende Konkretionen im oder auf dem Boden. Im Laufe fortschreitender Verwitterung werden Ecken und Kanten abgetragen (sie erodieren) und übrig bleiben abgerundete Gebilde.

Auszug aus Meyers Konversationslexikon 1865
"...Im Thoneisenstein (Sphärosiderit) ist Spateisenstein (Siderit) innig mit Thon oder Mergel gemischt; dieses Gemenge bildet kugelige, knollige oder nierenförmige Massen oder auch konzentrisch schalige Kugeln von muscheligem, zuweilen auch faserigem Bruch. Der Eisengehalt des Thoneisensteins beträgt 28–40 Proz. Er kommt hauptsächlich in der Steinkohlenformation vor und zwar namentlich in England (Yorkshire, Derbyshire, Südwales) und in Nordamerika (Appalachische Kohlenmulde), aber auch in Deutschland (Lagen von tonigem Eisenkarbonat im Steinkohlengebirge des Ruhrgebietes, Freital bei Dresden, in der Gegend Hannover-Hildesheim-Braunschweig und als jüngere Bildungen in den Braunkohlen Nordböhmens (Teplice) sowie in Kladno)..."


Lebacher Eier

Toneisenstein
Toneisenstein

Lebacher Ei in typischer Brotform

rtbstone

Toneisensteine vom Lebacher Erztypus, wegen ihrer rundlichen Nierenform oder flachen Linsen "Sphärosiderite" oder volkstümlich auch "Lebacher Eier" oder "Lebacher Knollen" genannt, bildeten neben den ergiebigen Holzvorkommen und zur Verfügung stehender Wasserkraft eine wichtige Grundlage für die Eisenindustrie im Hochwälder Raum.

Sie traten häufig in den Tonen der mittleren Lebacher Schichten, einer Schiefergruppe des Unterrotliegenden, in kleinen Bänken auf und enthalten in ihrem Zentrum oft gut erhaltene Fossilreste. Die Lebacher Eier entstanden vor etwa 250 bis 280 Millionen Jahren zur Zeit des Perm. Im Gebiet des heutigen Ortes Lebach im Saarland bis nach Bad Kreuznach erstreckte sich ein weit ausgedehnter Binnensee, der eine Fläche bedeckte, die ungefähr dreimal so groß wie der Bodensee gewesen sein dürfte. In diesem nicht so flachen See, der durch verzweigte Flusssysteme gespeist wurde, selbst jedoch keinen größeren Strömungen unterworfen war, fand sich eine gut, durch Funde belegte, Flora und Fauna. Das Klima war nicht mehr so tropisch wie während der vorangegangenen Karbon-Zeit, sondern trockener. Das wiederum führte zur Bildung von lokalen Biotopen, wie sie hier in Form dieses Seebeckens vorlagen.

Absterbende Pflanzen- und Tierteile sanken zu Boden und bildeten den Kern für die Toneisensteinknollen. Koprolithen trugen am meisten zur Knollenbildung bei.

Im Zentrum der Knolle lag wohl immer ein organischer Rest vor, der bei der Zersetzung im Porenraum des noch nicht verfestigten tonigen Sediments den pH-Wert zur alkalischen Seite hin verschob (Freisetzung von Ammoniak und Aminen). Die dadurch bewirkte Herabsetzung der Löslichkeit der Karbonate führte zu deren Ausfällung, bis die organische Substanz zersetzt war. Es entstanden so, frühdiagenetisch, die flachelliptischen Konkretionen, deren Hauptbestandteile neben Tonmineralien und Quarz vor allem Eisenkarbonat (bis 62%), dann Magnesiumkarbonat und etwas Calcium- und Mangankarbonat sind. (LENSCH, G., 1967).

Die meisten Konkretionen, im Entstehungsstadium kugelrund, bilden heute ein diskusförmiges Aussehen, entstanden durch enormen Druck über Jahrmillionen. Die Größe kann bis zu 30 cm Länge und bis zu 5 cm Dicke betragen. Oft befinden sich in den netzartigen Schrumpfungsrissen derbe bis kristalline Sulfide. Heute finden wir diesen Knollenhorizont im Unter-Rotliegenden (Autun) und hier speziell in der oberen Lebacher Gruppe, die sich durch graue Tonsteine (Schiefertone und Papierschiefer) auszeichnet (siehe stratigraphische Übersicht). Im Wesentlichen bestehen die Knollen aus gesteinsbildendem Siderit.

Bedingt durch die geologische Formation waren die Eisenerzvorräte leicht zugänglich. Am ergiebigsten waren die Vorkommen an Spateisenstein, der wegen der tonigen Beimengungen Toneisenstein genannt wurde.

Es wird vermutet, dass die Hunsrücker Lagerstätten schon zur Zeit der Kelten (Latènezeit 500 v. Chr. bis Christi Geburt) genutzt wurden. Der Reichtum der Fürstengräberzivilisation und die Lage und Häufung der Grabhügel in Bezug auf die Erzvorkommen legen dies nahe.

Das Hochwälder Eisenerz wurde in der Regel im Tagebau gewonnen. Dazu wurden offene Gruben ausgehoben, die ausreichten, um die zahlreichen kleinen nestartigen Vorkommen, die zumeist dicht unter der Erdoberfläche lagen, abbauen zu können. Über die Tiefen der Gruben liegen keine Angaben vor. Die Unternehmer bzw. die Erzgräber waren verpflichtet die Gruben so zu sichern, dass weder Mensch noch Vieh darin zu Schaden kam. Da für die Arbeit im Tagebau kein spezielles Berufswissen erforderlich war, konnten Bauern und Tagelöhner herangezogen werden.

Die bäuerliche Bevölkerung grub in der saat- und erntefreien Zeit nach Toneisensteinen und stapelte diese in langen Haufen auf. So blieben sie im Freien liegen, bis Frost- und Wettereinflüsse durch Aufspaltung oder Verfärbung die taube Gesteinsmasse vom erzhaltigen Kern getrennt hatte. Frauen und Kinder sortierten dann die Massen und luden die Erzstücke auf Wagen, die schließlich von den Bauern zur Hütte gefahren wurden. Vom Erlös einer solchen Erzfuhre konnten Familien in der Regel nicht mehr als einen Laib Brot erstehen. Die Vorkommen liegen im Wesentlichen nördlich von Lebach (Rümmelbach, Gresaubach), nördlich von Otzenhausen und Mariahütte bei Nonnweiler. Durch Ausgrabungen bestätigte sich auch, das sich schon die keltischen Treverer ab dem 5. vorchristlichen Jahrhundert gerade wegen dieser eisenhaltigen Knollen im Raum um Otzenhausen niederließen. Die Fliehburg, die sie errichteten, hat heute noch eine Mauerlänge von 2,5 km und ein Volumen von 230000 cbm, besthend aus Taunusquarzit. Die Wälle der Fliehburg bestanden aus Trockenmauern, die durch eine hölzerne Rahmenkonstruktion gehalten wurden. Die Holzrahmen wurden durch Nägel zusammengefügt. Das war die erste nachweisliche Verwendung von Metall im vorgeschichtlichen Festungsbau.

(S.a. den ausführlichen Artikel von Berthold Stein unter: https://www.mineralienatlas.de/?l=4040 )


Karbonatische Konkretionen

Kalkstein Konkretion Utah
Kalkstein Konkretion Utah

Kugelige Kalkstein-Konkretionen Nahe Diamond Mt., Uintah County, Utah, USA

USGS, W. R. Hansen


Meist zonierte Konkretionen, welche sich unter und in meist schmalen, sedimentären, alten karbonatischen oder tonigen Ablagerungen bilden, wobei ein Carbonatzement die Porenhohlräume der abgelagerten Sedimente passiv ausfüllt. Zuerst bildet sich der calcitische Kern der Konkretion, danach durch fortschreitende Präzipitation zwischengelagerte und äußere Kalkzement-Schichten und Ränder, welche entweder calcitisch oder dolomitisch sein können. Calcit- und Dolomitmischungen in den Zwischenzonen und an den äußeren Rändern lassen auf eine ursprünglich unvollständige Zementierung und späteres Wiederauffüllen schließen.

Kalk-Mergel-Konkretion
Kalk-Mergel-Konkretion

Kalk-Mergel-Konkretion;
Sault Ste, Marie, E-Upper Peninsula, Michigan USA

James St. John
Kalk-Mergel-Konkretion
Kalk-Mergel-Konkretion

Captain Cook State Park, Kenai Peninsula, Alaska

M Scott Moon, Peninsula Clarion
Kalk-Mergel-Konkretion
Kalk-Mergel-Konkretion

Kalk-Mergel-Konkretion, Oberstes Pleistozän; (11.000 Jahre);
Abitibi-Gebiet, W-Quebec, Canada

James St. John

Lößkindl

Lösskindl
Lösskindl

Lösskindl, L. ca. 11 cm; Killing, Bez. St. Pölten, NÖ; 2014.

oliverOliver

Löss (Löß) ist ein äolisches Sediment der Korngröße Schluff-Feinsand. Es handelt sich um eine periglaziale Ablagerung, d.h. er entstand im nicht vergletscherten Gebiet während der Eiszeiten. Es herrschte dort große Trockenheit, da das Wasser in Eis gebunden war. Geringe Vegetation und starke Winde begünstigten die Winderosion - Komponenten der Schlufffraktion wurden aus Sanderfeldern und Moränen ausgeweht, und als Löss im Windschatten absedimentiert. Löss wird daher auch als "Staublehm" bezeichnet. Löss enthält neben einem hohen Anteil an Quarz auch beträchtliche Mengen Kalk, welcher nach der Ablagerung des Löss nach und nach aus den oberen Lössschichten ausgewaschen wird, wobei kalkarme Lösslehmschichten entstehen. Der gelöste Kalkanteil sickert mit dem Wasser durch den tieferliegenden Löss, und fällt bei der Verdunstung des Wassers aus, wobei sich skurille Kalk-Konkretionen, Knollen und Zapfen bilden, die in Süddeutschland und Österrreich als "Lösskindl" bezeichnet werden. (s.a.u. > Osteokolle)


Hiatus-Konkretionen

Hiatus-Konkretionen
Hiatus-Konkretionen

Hiatus-Konkretionen der Oberen Kreide in der Menuha Formation, Negev-Wüste in Israel Mark A Wilson PD.jpg

Mark A. Wilson

Ein Hiatus (lat.: hiatus ‚Öffnung‘, ‚Kluft‘) ist eine geologische Schichtlücke, in der in anscheinend nahtlos aufeinanderfolgenden (konkordanten) Gesteins-Schichten Abschnitte fehlen. Diese durch fehlende Gesteine eines bestimmten stratigraphischen Alters gekennzeichnete Lücke wird durch Erosion bereits abgelagerter Schichten oder Nicht-Ablagerung (Omission) verursacht. Ein Spezialfall der Erosion ist die Subsolution, bei der etwa Salzlager durch Salzwanderung oder -lösung an ihrem Ursprungsort Schichtlücken hinterlassen. (Quelle: wikipedia)

Im Unterschied zur Diskordanz stoßen die Schichten unterhalb und oberhalb eines Hiatus nicht in mehr oder minder großem Winkel aufeinander, sondern liegen parallel. Die in der Schichtung steckenden Schichtlücken lassen sich sowohl durch sedimentologisch-lithostratigraphische Kriterien als auch durch biostratigraphische Kriterien wie etwa dem Fehlen von Biozonen nachweisen Als Hiatus-Konkretionen werden Kalk-Konkretionen aus dem nord- und süddeutschen Lias (Domerien) beschrieben, welche ein durch Sedimentationsunterbrechungen bedingtes mehrphasiges Wachstum erkennen lassen oder durch das Zusammenwachsen verschieden alter, durch Diskontinuitätsflächen getrennter Konkretionen entstanden sind.

Der Hiatus wird dadurch bewiesen, daß die frühdiagenetisch im Sediment gebildeten Konkretionen ausgewaschen, korrodiert, angebohrt oder von Austern, Serpuliden, Bryozoen oder anderen sessilen Organismen besiedelt wurden. Nach erneuter Einbettung setzt die Konkretionsbildung wieder ein, wobei sich die jüngeren Toneisensteine um die älteren, die ihnen als Ansatzstellen dienten, herum gebildet haben. (Quelle der beiden letzten Absätze: VOIGT, 1968; Abstract zum Originalartikel)


Gips- und Baryt-Rosen

Gips-Sandrose
Gips-Sandrose

Sandrose aus Tunesien;
Größe: 30 cm

Siren-Com

Sandrosen (auch als Wüstenrosen bezeichnet) sind Konretionen; sie bestehen aus Gips, welcher in grob- bis dickblättrigen Konkretionen (Aggregaten) im Wüstensand vorkommt. Das rosettenartige Aussehen, bzw. der Habitus dieser Aggregate steht nicht im Zusammenhang mit Rosen; der Begriff Sandrose ist eher ein "wüstenromantischer" Begriff.

Eine Sandrose (auch: Wüsten-, Baryt- oder Gipsrose) ist ein bizarres Kristallgebilde, das meist aus Sandkörnern besteht, die in einen Kristall aus Gips oder Baryt eingebettet sind.

Die wasserlöslichen Gipsrosen entstehen in heißen und trockenen Wüstengebieten, d.h. unter ariden klimatischen Bedingungen. Durch schnell verdunstende Oberflächenfeuchtigkeit wird Grundwasser durch Kapillarkräfte nach oben gefördert. Die im Wasser gelösten Salze kristallisieren aufgrund der fortschreitenden Verdunstung aus und bilden zusammen mit dem Sand die charakteristischen, blattförmigen Konkretionen. Die bekanntesten Sandrosen findet man in Nordafrika (marokkanische, algerische, tunesische und libysche Sahara), in Mexico, Südspanien, Arizona und New Mexico in den USA sowie in Namibia.


Entstehung von Gipsrosen

Sandrose
Sandrose

Gipsrosen in der Wüste von Chihuahua, Mexico (salineras);
Foto: Luis Edmundo Sanchez Rojaen;
Foro Fabre Minerals (FMF)

Luis Edmundo Sanchez Rojaen

Gipsrosen bilden sich aus sulfatreichen Lösungen (Grundwasser aus einsickerndem Tau) in Hohlräumen des Sandes. Sie können bis zu mehrere Meter Größe erreichen. Die Kristalloberflächen der Sandrosen sind meist mit feinsten Sandkörnern bedeckt. Oft sind Sandkörner eingeschlossen. Diese bilden dann grobkristalline Formen und werden als Sandkristalle bezeichnet, bei manchen Autoren auch als "Sandgips".


Barytrosen

Ähnliche Konkretionen, unter vergleichbaren Voraussetzungen gebildet, sind Barytrosen, seltener auch rosettenartige Aggregate von Azurit und Malachit. Die in Wasser unlöslichen Barytrosen entstehen bei ausreichendem Vorhandensein von Barium auf eine ähnliche Weise in Sandlagern, so zum Beispiel in Rockenberg in der Wetterau in Hessen, wo sie in einigen Sandgruben gefunden werden können.

Barytrose ist eine Aggregatsform des Baryt. Sie bestehen aus Sandkörnern, die in Kristalle von Baryt eingelagert wurden. Barytrosen sind im Gegensatz zu Gipsrosen im Wasser stabil, was auf den unlöslichen Baryt als Bindemittel zurückzuführen ist.

Barytrose
Barytrose

Fundort: Rockenberg, Wetterau, Hessen, Deutschland

Bernd G
Bartyrose
Bartyrose

Aggregat von Barytrosen;
Rockenberg, Hessen;
9x11 cm

Christiane David

Die Barytrosen von Rockenberg entstanden in den tertiären Sanden der Wetterau. Eindringendes Mineralwasser ist für die Entstehung verantwortlich. Diese Mineralwässer waren mit Barium und Strontium gesättigt. Da die Sande an manchen Stellen eher locker und nicht verdichtet sind, konnten sich diese Barytkonkretionen bilden. Die Erscheinungsform und die Größe ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Gramm bis zu mehreren Tonnen. Die Mineralwässer stehen im Zusammenhang mit dem Vogelsberg Vulkanismus.

Extrem selten sind Baryt-Sandkonkretionen von Aouker aus der mauretanischen Sahara, welche in bis zu 15 cm großen, fast perfekten Kugeln vorkommen. Über die Entstehung dieser Konkretionen ist bisher wenig bekannt.

Baryt-Kugeln
Baryt-Kugeln

aus dem Sandgebiet von; Aouker, Sahara, Mauretanien

Collector

Bekannte Fundorte für Gips-Sandrosen

Galera und Baza in Granada, Spanien

Zwischen Guadix und Huescar in der Provinz Granada, NE der Sierra de Baza, befindet sich ein Sedimentbecken aus dem Oberen Miozän (24-26 Ma), welches in diesem Zeitalter NE-SW- ausgerichtet und durch ein Meer bedeckt war, in welchem sich marine Sedimente akkumulierten. Später wurde das Becken vom Meer isoliert und füllte sich zwischen 7 Ma bis etwa vor 1.800.000 und 100.000 Jahren im Pleistozän mit einer ca. 500 m mächtigen Sedimentschicht. In der Folge teilte sich das Becken und es entstanden zwei weitere isolierte Becken; Im NE das Sub-Becken von Guadix und im SW das Sub-Becken von Baza. Von diesem Zeitpunkt an differenzierte sich die Art der Sedimentation; im Becken von Guadix lagerten sich besonders detritische Sedimente, Konglomerate und Sande als alluviale und fluviale Produkte ab; während im Becken von Baza die feineren Sedimente dominieren, wie Tone, Mergel, Kalke und Gips (evaporitisch), welche sich in lakustren Umgebungen bildeten. Diese Unterschiede sieht man deutlich an der Färbung der Sedimente: Rot im Becken von Guadix und weiß im Becken von Baza.

Galera
Galera

Galera, Provinz Granada, Spanien

Archiv Peter Seroka

Im NE von Baza liegt der kleine Ort Galera. Hier werden die besten Gipsstufen entlang der Landstraße gefunden, welche von Cullar nach Baza führt, vorbei an der Kreuzung nach Orce. Gips tritt in Form linsenförmiger Aggregate als graue Gipsrosen an beiden Seiten der Landstraße auf, hauptsächlich jedoch an der linken Seite in der Nähe der Antenne. Die Graufärbung beruht auf Sand, welcher die Kristalle bedeckt; es gibt jedoch auch Gipsrosen ohne diesen Belag. Die Gipsrosen erreichen Größen bis zu 20 cm. In der Nähe von Baza tritt Gips auch in Form transparenter, cognacbraun gefärbter Pfeilspitzen (Maclas, Zwillinge) bis mehrere cm Größe auf.


Sedimente mit Gipsrosen
Sedimente mit Gipsrosen

Eine Wand entlang des Straßenaufschlusses bei Baza; deutlich sichtbar die auskristallisierten Gipsrosen

Brodi69
Gipsrosen - Erfolgreiche Suche
Gipsrosen - Erfolgreiche Suche

Gipsrosen-Ausbeute bei Baza

Brodi69
Gipsrose
Gipsrose

Galera, Granada, Spanien;
Größe: 22 cm;
Eigenfund 2010

Brodi69
Gipsrose
Gipsrose

Eine der charakteristischen Gipsrosen vom Aufschluss bei Baza

Brodi69
Gipsrose
Gipsrose

Galera, Granada, Spanien;
Größe: 5 cm

Carlos Pareja
Gipsrose
Gipsrose

Galera, Granada, Spanien;
Größe: 13x10 cm

Martins da Pedra

Sandrosen aus der Sahara

Chott el Djerid, Tunesien

Chott-el-Djerid
Chott-el-Djerid

Salz-Ton-Ebene Chott-el-Djerid in Tunesien

Jerzystrzelecki

Das Chott el Djerid (arabisch ‏شط الجريد‎, DMG Šaṭṭ al-Ǧarīd, auch Schott el Dscherid) ist ein Sedimentbecken innerhalb einer Depression mit Salzsee im Süden Tunesiens. Der See selbst wird in der Regel allein als Chott el Djerid bezeichnet.

Zusammen mit seinen Fortsetzungen Chott el Fedjadj (östlich liegend) und Chott el Gharsa (westlich liegend) hat die Depression eine Fläche von 7.700 km² und eine West-Ost-Ausdehnung von ca. 200 km von der algerischen Grenze bis fast zum Mittelmeer. Die größte Breite der Region liegt bei etwa 70 Kilometern. Damit handelt es sich um das größte Salzseengebiet der Sahara.

Das Chott el Djerid bildet eine abflusslose Senke, die im späten Tertiär ihre heutige Gestalt erhielt. In der Kontaktzone zwischen dem starren Sahara-Tafelland und dem nordafrikanischen Atlasraum entstanden durch tektonische Vorgänge Flexuren, Antiklinalen, Verwerfungen und leichte Geländewellen. Erosionen und weitere Geländehebungen erzeugten im südlichen Tunesien eine Schichtkammlandschaft, die das Chott el Djerid umgibt. Seine südliche Einfassung bildet der sichelförmig gebogene Djebel Tebaga.

Die Oberflächen des Chott el Djerid liegen bei etwa 15 m über dem Meeresspiegel und die des östlichen Chott el Fedjadj steigen bis auf 25 m an. Das westliche Chott el Gharsa befindet sich bereits unter dem Meeresspiegel. Die sich nach Algerien hinein erstreckende Depression vertieft sich in westlicher Richtung und senkt sich im dortigen Chott Melghir auf -26 m ab.

Der Salzsee wird durch Wasserläufe aus den nördlichen Bergen, die herausgespülte Salze mit sich führen, gespeist. Aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen (Jahresniederschlag 100 mm, Höchsttemperaturen bis 50 °C) verdunstet das Wasser und die Salze kristallisieren zu einer trockenen Kruste, unter der sich tiefer Schlick befindet. Im Sommer trocknet das Chott fast völlig aus und wird zu einer Salztonebene. Es handelt sich weitgehend um feinlaminare Gipsschichten mit Tonmineraleinlagerungen.

Nach Regenfällen im Winter und Frühjahr werden große Teile des Chotts überflutet oder verschlammt. Vor allem im Sommer treten bei hochstehender Sonne Luftspiegelungen (Fata Morganas) auf.

Seinen Namen erhielt der Salzsee von der nördlich gelegenen Oasenregion Bled el Djerid (arab.: „Land der Dattelpalmen“). Die Hauptorte dieser Region sind die Oasenstädte und früheren Karawanenstationen Tozeur und Nefta. Südlich des Chott el Djerid beginnt die Vollwüste mit dem östlichen Ausläufern des Östlichen Großen Erg.

Die wohl weltbekanntesten Gipsrosen (desert roses, roses de sable) werden im Chott el Djerid zwischen Tozeur und Kebili (Douz) in Tiefen bis zu 50 m abgebaut, was bei ständig nachrutschendem Sand kein einfaches Unterfangen ist. Wenngleich die meisten abgebauten Rosen entweder natürlich klein sind oder aus Verkaufsgründen auch aus größeren Sandrosen formatiert werden, wurden schon Gipsrosen bis zu 6 to Gewicht geborgen.

Gips - Sandrose
Gips - Sandrose

Chott el Djerid (arabisch ‏شط الجريد‎, DMG Šaṭṭ al-Ǧarīd, auch Schott el Dscherid) , ein Sedimentbecken innerhalb e...

Mineralroli
Gips-Sandrose
Gips-Sandrose

Fundort: Chott el Djerid (arabisch ‏شط الجريد‎, DMG Šaṭṭ al-Ǧarīd, auch Schott el Dscherid), Tunesien, Sahara;
...

Collector
Sandrose
Sandrose

Chott el Djerid (arabisch ‏شط الجريد‎, DMG Šaṭṭ al-Ǧarīd, auch Schott el Dscherid), ein Sedimentbecken innerhalb ei...

Didier Descouens

Sandrosen - nicht nur für Mineralogen

Sandrosen
Sandrosen

Sandrosenverkauf in Tunesien

H. Grobe
Sandrosen
Sandrosen

Sandrosenverkauf in Tunesien

H. Grobe
Sandrose
Sandrose

Sandrosen, große Aggregate bis zu 6 to Gewicht;
Chott el Djerid, Tunesien

HH-Pedi
Sandrosenverkäufer am Chott el Djerid
Sandrosenverkäufer am Chott el Djerid

Sandrosenverkauf zwischen Tozeur und Douz/Kebili;
Chott el Djerid, Tunesien

HH-Pedi

Algerische Sahara

Ca. 50 - 150 km SW des Chott Feirhir und des Chott Melghir, SSW des tunesischen Chott el Djerid (s.o.) gibt es zahlreiche Vorkommen von Gipsrosen zwischen den Ortschaften Oued, Touggourt und Ghardaia, welche sporadisch ausgegraben und entlang des Wüstenstraßen zum Verkauf angeboten werden.


Great Salt Plains Lake in Oklahoma

Gipsrose
Gipsrose

Great Salt Plains, Jet, Alfalfa County, Oklahoma, USA;
Größe: 16 x 13 cm

Rob Lavinsky

Der Great Salt Plains Lake (Großer Salzebenen-See) ist ein Reservoir im Salt Plains National Wildlife Refuge im Alfalfa County, Oklahoma, USA. Sein Name stammt von den Salzebenen (Pfannen) in diesem Gebiet und vom Salt Fork Arkansas River (Fluss), welcher durch den Bau eines Staudamms entstanden ist. Der See ist berühmt für seine Vogelvielfalt (besonders auf der Insel Ralstin, welche jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist) sowie für die Gipskristalle, welche an seinen Ufern gefunden werden können. Kürzliche Dürreperioden, besonders im Jahr 2011, hatten einen negativen Einfluss auf die Zukunft des Sees.

An der westlichen Seite des Sees kann man gezielt nach Gipskristallen graben. Diese Kristalle haben meist Stundenglas-Inklusionen, was das Vorkommen in den Great Salt Plains einzigartig macht. Wissenschaftler glauben, dass Salz durch wiederholte Anstiege des Sees vor einigen Millionen Jahren abgelagert wurde. Die ständige Versorgung mit Salz wird durch salines Grundwasser aufrecht erhalten, welches nur wenige Meter unterhalb der Wasseroberfläche fließt. Wenn das Wasser verdunstet (evaporiert), verbleibt ein Salzrest an der Oberfläche. Auf diese Art und Weise sind auch die Gipskristalle evaporitisch gebildet worden.


Sandrose (Gips)
Sandrose (Gips)

Größe: 73x68 mm; Fundort: Great Salt Plains, Jet, Alfalfa Co., Oklahoma, USA

Rock Currier
Gipsrose
Gipsrose

Great Salt Plains, Alfalfa County, Oklahoma, USA;
7,3x6,8 cm

Dan Weinrich
Gipsrose
Gipsrose

Great Salt Plains, Alfalfa County, Oklahoma, USA;
15,8 x 12,4 cm

Rob Lavinsky

Samalayuca in der Wüste von Chihuahua

Samalayuca-Wüste
Samalayuca-Wüste

Die Samalauca-Wüste im Norden von Chihuahua, Mexiko; Fundstelle schöner Gipsrosen

Felix Garcia

Die Samalayuca-Dünenfelder, traditionell als Los Medanos (Wanderdünen) bekannt, sind eine Serie von großen, jedoch voneinander getrennten Sanddünnen-Feldern im nördlichen Teil von Chihuahua in Mexico. Sie bilden insgesamt die etwa 2.000 km Samalayuca-Wüste und sind Teil der viel größeren Chihuahua-Wüste. Die weißen oder beigefarbenen Dünen bestehen aus fast reinem Quarz, welcher so fein ist, dass er ständig vom Wind bewegt wird. Der Wind hat die Dünen geformt, indem er den Sand transportierte, bis er sich konzentrierte und in einer natürlichen Senke ablagerte. In der Wüste gibt es verschiedene Vorkommen von Gips-Sanrosen, welche oft zu größeren Aggregaten verbacken und zementiert sind. Bedingt durch den wüstenartigen Charakter des Gebietes und die ständig in Bewegung befindlichen Dünen ist die genaue Lokalisierung einer Fundstelle äußerst schwierig.


Samalayuca-Wüste
Samalayuca-Wüste

Auf Sammel-Exkursion mit dem Hubschrauber in die Salamayuca-Wüste in Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Fundstellengebiet der Gipsrosen;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Fundstellengebiet der Gipsrosen;
Sammeln vor Ort;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Eine Gips-(Sand)-Rosenbank;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Gipsrosen in situ;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Reiches Gipsrosen-Aggregat;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Sedimente in der Wüste;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Gipsrosen - Reiche Funde;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja
Samalayuca
Samalayuca

Der erfolgreiche Sammler Luis Edmundo Sanchez Roja mit einer Tagesausbeute an Gipsrosen;
Samalayuca-Wüste, Chihuahua, Mexico

Luis Edmundo Sanchez Roja

Andere weltweite Fundorte

Gipsrose
Gipsrose

Laguna Guzman, Municipio de Guadalupe y Calvo, Chihuahua, Mexiko;
Größe: 10 x 10 cm

Martins da Pedra
Sandrose (Gips)
Sandrose (Gips)

Sandrose aus Marokko

Parent Géry
Sandrose (Gips)
Sandrose (Gips)

Fundort: Naukluft, Namib-Wüste, Namibia; Ca. 9 x 12 cm

Collector
Gipsrose
Gipsrose

La Almarcha, Cuenca, Castilla-La Mancha, Spanien;
Größe: 10 x 7 cmSpain

Martins da Pedra
Gipsrose
Gipsrose

Municipio Saltillo, Coahuila, Mexico;
Länge: 11 cm

Michael Roarke
Gipsrose
Gipsrose

Autobahnbau 1996, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland;
Größe: 6x9 cm

Peter Seroka
Gipsrose
Gipsrose

Ranch Las Salinas, Villa Ahumada, Chihuahua, Mexico;
Größe: 6x5,5 cm

Dan Weinrich

Biologisch-chemische Konkretionen

Phosphorit

Phosphorit ist ein marines Sedimentgestein, welches schichtgebunden mit anderen marinen Gesteinen, meistens mit Kalken auftritt. Phosphorit besteht aus einem Gemenge von Apatit und organischen Komponenten. Die organischen Komponenten sind oft erkennbar. Werden Phosphorite aufgeschlagen, entweicht in vielen Fällen ein fauliger Geruch. Falls nicht umgelagert, sind sie mit Kalkstein, Grünsand oder Grünsandstein verbunden. Phosphorite kommen in Form traubenförmiger Knollen, Krusten und Konkretionen in marinen Tonen vor. Die Phosphoritkörner bilden wulstige und knollige Oberflächen, der Mineralbestand ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Es sind schwarze, selten braune Gesteine. Der Hauptbestandteil sind die Minerale Carbonat-Fluorapatit, das zum größten Teil organischer Herkunft ist, und Calcit. Phosphorit kommt häufig in Verbindung mit grünem Glaukonit vor.

Phosphorit
Phosphorit

Konkretion aus Phosphorit mit heller Außenrinde. Fundort Tongrube Friedland Richtung Lübbendorf, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland; Durchmessung der Aggregats 4,4 cm; Fundjahr 2010

rettearb
Fluorapatit
Fluorapatit

als kugelrunde Phosphoritkonkretion noch im Schiefer, aus dem Unteren Graptolithenschiefer; Halde Korbußen bei Ronneburg, Thüringen, BRD;  ; Bildbreite: 7 cm

chribiedav

Phosphorite entstehen vorwiegend in flachem Meer in der Nähe der Außenkante des Schelfs, an der kühles, phosphatreiches Meereswasser aufströmt. Da die Löslichkeit des Phosphats von der Temperatur abhängt und in kaltem Wasser mehr Phosphat löslich ist, wird das Phosphat durch chemische wie auch biologische Abläufe gebunden. Die mengenmäßig überwiegende biologische Entstehung von Phosphorit geschieht auf verschiedene Weise. Ein Großteil der Phosphorite entsteht über die Anreicherung von Phosphor in Phytoplankton und tierischen Exkrementen oder den Einbau in Hartteile wie Knochen und Chitin-Panzer. Manche Vorkommen werden als Stoffwechselprodukt von Schwefelbakterien angesehen.

Phosphorit
Phosphorit

unbekannte Herkunft

Achim

Die chemische Entstehung von Phosphoriten geht auf die direkte Ausfällung aus dem Meereswasser zurück oder auf den metasomatischen Einbau von Phosphat in kalkreiche Sedimente. Die Lösung und Wiederausfällung von Phosphat spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung sekundärer Phosphoritlagerstätten. Ein Beispiel für die damit verbundenen, sehr verschiedenartigen Prozesse ist die Entstehung von Phosphoriten in niederschlagsreichen Gebieten aus Guano, oder aber die Phosphoritisierung verkarsteter devonischer Kalksteine in der Lahnmulde im Rheinischen Schiefergebirge. Das Gestein Phosphorit wird als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Phosphor, vor allem für die Düngemittelproduktion und in der chemischen Industrie genutzt. Bekannte Vorkommen von Phosphorit – zum Teil in Konkretionen – finden sich auf Nauru (nahezu erschöpft), in Marokko, Florida, Tunesien, Estland und Algerien. In Deutschland gibt es einen Phosphoritknollenhorizont bei Leipzig. Die Gewinnung von Phosphorit war in der Umgebung früher zwischen Wetzlar und Katzenelnbogen häufig, die Gewinnung dieser Lahnphosphorite fand vor allem zwischen 1865 und 1890 statt. Diese vermutlich tertiären Phosphorite wurden zum Beispiel aus der Grube Zollhaus auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen gefördert.


Septarien

Etymologie: Abgeleitet von lat.: s(a)eptum = Scheidewand

Septarie mit Calcit
Septarie mit Calcit

Fundort: Orderville, Kane Co., Utah, USA - Größe: 16,5 x 14 cm

Mineralroli

Septarien sind linsenförmige oder knollige Kalkkonkretionen in karbonatischen Gesteinen (Kalk-Tone), welche im Inneren durch Austrocknung bedingt, meist radiale Schrumpfungsrisse aufweisen. Sie entstehen durch lokale Anreicherung von Calciumkarbonat infolge Zersetzung organischer Substanzen. In ihrem Inneren sind sie von Austrocknungs-, bzw. Schrumpfungsrissen durchzogen. Häufig scheiden sich in diesen Rissen Mineralien wie Calcit (Septenbildung), aber auch Siderit, Pyrit, Baryt oder Quarz ab. Im Zentrum von Septarien findet sich sehr häufig ein Nucleus aus ursprünglich organischem Material.

Entstehung von Septarien


Man vermutetet, dass die Entstehung von Septarien auf die Zersetzung von Organismen zurückgeht; bei diesem Prozess kommt es zur Zersetzung organischen Materials und Bildung von Ammoniak und Aminen, was im umliegendem Sediment zu einer pH-Wert-Erhöhung führt. Dieser erhöhte pH-Wert setzt die Löslichkeit von Karbonaten herab, was das Hinwandern und Abscheiden von Karbonaten am Fossil begünstigte. Auf diese Weise entstehe im umliegenden Sediment eine Untersättigung an Karbonaten, die ihrerseits zum Hinwandern immer neuer karbonatischer Porenwässerlösungen führe. Auf diese Weise können sich Septarien immer weiter vergrößern, bis die Zersetzung des organischen Materials, also die Ammoniakentstehung, beendet ist oder aber der Nachschub von Kalk versiegt. (Tw. entnommen und zitiert LIPPMANN, F., 1955)

Vorkommen


Septarien sind weltweit zu finden und kommen gewöhnlich in karbonatreichen Tonschiefern vor. Eine im mittleren Oligozän abgelagerte Schicht, der Septarienton, erhielt wegen des regelmäßigen Vorkommens von Septarien diesen Namen. Zu den bekannten Septarien-Vorkommen in Deutschland gehört die Tongrube Hermsdorf in Berlin; bei Arpke in Niedersachsen gibt es Septarien mit sehr schönen Calcitwänden, die unter UV- Licht intensiv leuchten, daneben schön regenbogenfarbiger Siderit. Beim Autobahnbau in Arnsberg-Neheim wurden sehr große Septarien bis über 2 m Länge gefunden. In den Schrumpfungsrissen fanden sich Quarze in Zepter- Ausbildung. Bekannt ist auch ein Septarienton aus dem Gebiet Magdeburg-Halle (ein feinsandig - schluffiger Ton aus dem Oligozän).

In einem Seitental bei Sisteron, Dept. Hautes-Alpes, Frankreich kamen fünf Mineralien in ein und derselben Septarie vor: Calcit, Quarz, Dolomit, Cölestin und Strontianit. Weitere bekannte französische Vorkomen sind: Condorcet, Dept. Drome (Calcit neben Quarz, Dolomit, Cölestin u.a. Mineralien); Propriac-les-Bains (Dept. Drome).

Ausgezeichnete Septarien wurden an der an der Küste von Devon in England gefunden.

Septarie
Septarie

Eine ca. 25 cm große Septarie aus der Hamada von Arfoud, Marokko

Peter Seroka
Mittelteil einer Septarie
Mittelteil einer Septarie

Autobahnbau Arnsberg, Neheim, Hüsten, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland; Größe des Bruchstückes ca. 30 x 40 cm

der Sauerländer
Septarie mit verquarzten Schrumpfungsrissen
Septarie mit verquarzten Schrumpfungsrissen

Julimes, Munic. Julimes, Chihuahua, Mexico; 8,2 x 6,8 cm

Rob Lavinsky

Moeraki Boulders

Analysen unter Verwendung von optischen Verfahren, Kristallstrukturanalyse und Elektronenstrahlmikroanalyse stellten fest, dass die Kugeln aus Schlamm, feinem Lehm und Ton bestehen, die von Calcit zusammengekittet werden. Der Grad der Kalzinierung reicht von relativ gering im Inneren der Kugeln bis zu ziemlich stark in der Außenschale, die zu 10 bis 20 % aus Calcit besteht, da er hier Lehm und Ton nicht nur zusammenhält, sondern diese teilweise ersetzt hat.

Dieses Grundgestein ist von großen Rissen oder Septarien durchzogen, die von einem mit skalenoedrischen Calcitkristallen ausgekleideten hohlen Inneren ausstrahlen.

Moeraki Boulders
Moeraki Boulders

Koekohe Beach an der Küste von Otago auf der Südinsel Neuseelands zwischen Moeraki und Hampden

Andy King50
Moeraki Boulders
Moeraki Boulders

Koekohe Beach an der Küste von Otago auf der Südinsel Neuseelands zwischen Moeraki und Hampden

Rowy

Der Prozess, der die Septarien in den Moearaki Boulders und anderen ähnlichen Konkretionen erzeugt hat, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Risse führen radial nach außen und werden dabei schmaler. Sie sind meist mit einer früher entstandenen äußeren Schicht aus braunem Calcit und einer später entstandenen Schicht gelbem Calcit-Spat, der die Risse oft vollständig füllt, ausgekleidet. Bei einigen wenigen der Moeraki Boulders bedeckt eine sehr dünne Innenschicht aus Dolomit und Quarz den gelben Kalkspat.

Die Zusammensetzung und die Septarien der Moeraki Boulders ist typisch für andere Septarien-Konkretionen die in Aufschlüssen von Sedimentgesteinen in Neuseeland und anderswo gefunden wurden. PEARSON und NELSON beschrieben 2005 und 2006 detailliert das Vorkommen kleinerer, sonst aber identischer Konkretionen in Neuseeland, aber auch im Kimmeridge Clay und Oxford Clay in England und anderen Orten weltweit.

Die Moeraki Boulders entstanden durch Zementation durch Calcit aus Porenwasser aus paläozänen Sedimenten, aus denen sie später durch Erosion freigelegt wurden. Die Kugelform zeigt, dass die Kugeln durch Diffusion des Calciums und nicht durch eine fließende Flüssigkeit erzeugt wurden. Untersuchungen zum Magnesium- und Eisengehalt und der Isotopenverteilung von Sauerstoff und Kohlenstoff im Calcit-Zement und dem Spat zeigten, dass sich der Körper der Kugeln in Meeresschlamm nahe der Oberfläche des paläozänen Meeresgrundes bildete. Die Isotopenverteilung wurde auch für die Theorie herangezogen, dass die Reduktion von Sulfat durch Bakterien in salzhaltigen Porenwässern den Niederschlag von Calcit verursachte, der die Bildung der Boulders zur Folge hatte. Die Entstehungszeit der großen 2-Meter-Septarien wird auf ein Alter von 4 bis 5,5 MA geschätzt, während denen sich 10 bis 50 Meter Schlamm über ihnen sammelte. Nach der Bildung der Kugeln entstanden Risse, die nach einem Sinken des Meeresspiegel durch Grundwasser mit Calcit und selten auch Dolomit und Quarz aufgefüllt werden.

Cannonball-Konkretionen

Cannonball Boulders
Cannonball Boulders

Cannonball Konkretionen; Theodore Roosevelt Nationalpark, Utah, USA

MDuckek

Ähnliche große kugelförmige Konkretionen wie die Moeraki Boulders gibt es auch anderswo in der Welt . So wurden bis zu 3 m große Kugeln entlang des Cannonball River im Morton und im Sioux County in North Dakota gefunden. Sie entstanden, ähnlich wie die o.a. Moeraki-Boulders, durch frühdiagenetische Zementierung von Sand durch Calcit (McBRIDE et al., 2003). 4 bis 6 m Durchmesser erreichen ähnliche Kugeln in Sandstein-Aufschlüssen in der Frontier Formation im nordöstlichen Utah und im zentralen Wyoming. Etwas verwitterte, bis zu 6 m große Kugeln befinden sich bei Rock City im Ottawa County in Kansas. Kleinere kugelförmige Konkretionen treten am Ufer des Huronsees bei Kettle Point in Ontario auf, wo sie als „Kessel“ („kettles“) bezeichnet werden. Weitere bekannte Vorkommen sind Van Mijenfjorden, Spitsbergen; nahe Haines Junction, Yukon Territory, Canada; Jameson Land, Ost-Grönland; near Mecevici, Ozimici, and Zavidovici in Bosnien-Herzegovina; in Alaska auf der Kenai-Halbinsel im Captain Cook State Park im N der Cook Inlet beach. Es gibt Berichte über Cannonball-Konkretionen in den Bandeng and Zhanlong-Hügeln nahe der Stadt Gongxi, Provinz Hunan in China.


Cannonball Boulders
Cannonball Boulders

Cannonball Konkretionen an der Bowling Ball Beach (Mendocino County, California), welche aus känozoischen Lehmbrocken herausgewittert sind.

Brocken Inaglory
Konkretion
Konkretion

Kretazäische Konkretion in South Dakota, USA

Wilson44691
Cannonball-Konkretion
Cannonball-Konkretion

Short Canyon-Konkretion;

Academic ru.
Cannonball-Konkretionen
Cannonball-Konkretionen

Sentinel Butte Formation, Oberes Paläozän, Little Missouri Badlands, North Unit Theodore Roosevelt Nationalpark, W-North Dakota, USA JAmes St. John.jpg

James St. John
Cannonball Boulders
Cannonball Boulders

Cannonball Konkretionen; Rock City, Kansas, USA; (Dakota Sandstein)

Überraschungsbilder
Konkretion
Konkretion

Cannonball-Konkretion;
Jameson Land, Ost-Grönland

Havard Berland.

Anapait

Anapait ist ein relativ seltenes Eisenphosphat (Ca2Fe(PO4)2•4H2O), welches meist in gut ausgebildeten Kristallen entweder in limonitischen Gesteinen oder als Kluft-, Spaltenfüllungen oder Füllungen von Schrumpfungsrissen von Septarien vorkommt.

Anapait bildet die Grundmasse von bis zu 15 cm großen, warzig-knolligen Konkretionen in lakustrinen Sedimenten des Miozäns. Die bekanntesten Vorkommen dieser Anapait-Sediment-Septarien sind Prats Sampsor (neu: Sansor) bei Bellver in der Cerdanya, einem alten lakustrinen Graben in den östlichen Pyrenäen (Katalonien in Spanien) sowie von Vegora in Makedonien in Griechenland

Anapait
Anapait

Größe: 43x32x23 mm; Fundort: Mina Santa Barbara, Santa-Barbara-Lignit-Distrikt, Cavriglia, Valdarno, Provinz Arezzo, Toskana, Italien

Mingems
Anapait
Anapait

Fundort: Bellver de Cerdanya, Lleida, Katalonien, Spanien; Größe: 12 x 11 cm

Carlos Pareja

Die bestausgebildeten Anapaite treten zusammen mit oolithischen limonitischen Eisenerzen auf den Halbinseln Taman (Anapa) sowie Krim (Kertsch) in Russland auf, sind jedoch keine Konkretionen (bzw. Spaltenfüllungen von Septarien). Ein weiteres bekanntes Anapaitvorkommen ist der Lignit-Distrikt bei Santa Barbara in der italienischen Toskana. Aus Deutschland wurde über eine Fundstelle in der bayrischen Rhön (Dörner Graben, westlich von Sondheim) berichtet, wo der Anapait in unregelmäßig geformten Konkretionen mit Rasen aus Kristallen bis 1 mm auf Schwundrissen in jungtertiären, braunkohlehaltigen Tonsteinkonkretionen auftritt.


Was sind Knollen ?

Als Knollen (englisch: nodules) werden in der Sedimentologie kleine, unregelmäßig geformte rundlich-knubbelige bis warzig geformte Klumpen, Massen oder Mineralaggregate bezeichnet, welche im Gegensatz zu dem umgebenden Sediment oder sedimentären Gestein eine komplett andere Zusammensetzung haben, wie Pyritknollen in Kohle, Chert (Feuerstein) in Kalk oder Kreide oder Phosphoritknollen in marinen Schiefern oder Letten. Gewöhnlich haben Knollen eine warzige oder knotige Oberfläche und treten in der Wirtsschicht auf. Generell besitzen sie keinerlei interne Struktur, abgesehen von konservierten Resten ursprünglicher Abdrücke oder von Fossilien. Knollen stehen in engem Zusamenhang mit Konkretionen und nicht selten werden beide Begriffe auswechselbar für die gleiche Sache angewandt. Minerale, welche typischerweise Knollen bilden, sind Calcit, Chert, Apatit (Phosphorit), Anhydrit und Pyrit.

Der Begriff Knollen wird auch für die weit verbreiteten konkretionären Massen von Mangan, Eisen, Nickel und Cobalt auf den Böden der Weltmeere gebraucht, besonders im Falle von > Manganknollen, bzw. von syndepositionaler Entstehung von Mangan-und Phosphoritknollen auf den Meeresböden.

Chert- und Feuersteinknollen finden sich sehr oft in Kreide und Kalk.


Hornstein (Chert) und Flint (Feuerstein) in Kalk

Cherts (im Deutschen oft unter dem Namen Hornstein) sind sedimentär und diagenetisch entstandene Kieselgesteine.

Abgrenzung
Der englische Fachbegriff Chert steht für die gesamte Gruppe der sedimentär und diagenetisch entstandenenen Kieselgesteine, und hat sich in der deutschsprachigen geologischen Literatur fachsprachlich etabliert. Als deutsche Übersetzung für ‚Chert‘ wird oft ‚Hornstein‘ verwendet, auch wenn diese Bezeichnung mehrdeutig ist.

Die Unterscheidung von Cherts wie Hornstein und Feuerstein und die ihrer Varietäten ist eine ständige Quelle der Verwirrung. Es gibt viele Gesteine und Minerale, die aus mikro- oder kryptokristallinem Quarz bestehen oder aus mikroskopisch kleinen Quarz-Fasern. Die Bezeichnung ‚Feuerstein‘ im engeren Sinne ist nach (RAPP, 2002) reserviert für Hornsteinarten, die in Kreide, Kalkstein und Mergeln vorkommen. Außerhalb der Geologie, vor allem in der Archäologie, geschieht die Unterscheidung von Feuerstein und Hornstein auf Grund der Qualität des Gesteins in Bezug auf die Verwendung als Steinwerkzeug.


Chert (Hornstein)

Hornstein-Knollen
Hornstein-Knollen

Hornstein-Knollen ("Blumenkohl-Hornstein"); aus dem oberen Teil des Beekmantown Kalkstein; Mercersburg-Gebiet, Franklin County, Pennsylvania, USA

USGS, G. W. Stose

Gewöhnlicher Hornstein bildet sich in karbonatischen Gesteinen durch Verdrängung von Calciumcarbonat durch Siliziumdioxid. Er ist durch Verunreinigungen allerdings nicht so gut spaltbar wie Feuerstein. Die Struktur von Cherts ist sehr feinkörnig, so dass sie sich nur unter dem Mikroskop (mikrokristallin) oder selbst dort kaum oder gar nicht (kryptokristallin) auflösen lässt. Das Gestein kann Mikrofossilien enthalten. Seine Farbe ist unterschiedlich und variiert zwischen weiß und schwarz, meist jedoch ist es grau, braun, graubraun oder hellgrün bis rostrot. Die Farbe geht auf Spuren von zusätzlichen Elementen oder Mineralen zurück. Die roten und grünen Farben sind in der Regel auf Beimengungen von Eisen in oxiderter oder reduzierter Form zurückzuführen.

Cherts bilden sich infolge von Verdrängung von ursprünglichen Mineralen durch Siliziumdioxid bei den Gesteinsbildungsvorgängen (Diagenese) als ovale bis unregelmäßig geformte Knollen in Grünsand, Kalkstein, Kreide und Dolomit. Darüber hinaus kommen sie als sedimentäre Gesteine in oft dünnschichtigen Ablagerungen vor, die als durchgängige Schichten auftreten, so etwa in vielen Radiolarit-Vorkommen. Auch bei diesen spielen Umwandlungsvorgänge wie die von Opal in Quarz und die Bildung eines durchgängig dichten Gesteins eine wesentliche Rolle.

Gewöhnlicher Hornstein bildet sich in ebenfalls Kalksteinen infolge der Verdrängung von Kalziumkarbonat durch Siliziumdioxid. Er ist durch Verunreinigungen allerdings nicht so gut spaltbar wie Feuerstein


Feuerstein (Flint)

Feuerstein in Kreide
Feuerstein in Kreide

Kugelige Feuersteinknollen in Kreidekalk;
Agramon, Albacete, Spanien

Fabre Minerals


Feuerstein ist ein dichtes, mikrokristallines Gestein. Es findet sich in Kreide oder mergeligem Kalkstein und bildet sich durch die Verdrängung von Kalziumkarbonat durch Siliziumdioxid. Es tritt als Knollen oder in mehr oder minder ausgedehnten Platten auf.

Die Entstehung von Feuerstein ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. Vermutlich sorgen kieselsäurehaltige Lösungen bei der Diagenese (Kompaktions- und Umwandlungsprozesse während der Gesteinsbildung) für eine Verdrängung von Karbonaten. Relikte von Schalen und Skeletten von Kieselschwämmen und Diatomeen (Kieselalgen) in Feuerstein belegen den organischen Ursprung. Feuerstein besteht primär aus dem faserigen Chalcedon, ähnlich wie Jaspis (einem kryptokristallinen, jedoch nicht faserigen, sondern körnigen (Korngröße kleiner 1 Mikrometer) Quarz). Die Feuerstein-Diagenese verläuft in der Regel über Opal-A (amorph), Opal-CT (wie Kreide leicht zu bearbeiten) zu Feuerstein.

Submikroskopische Einschlüsse von Luft und Wasser geben Feuerstein eine helle Farbe (sog. weißer Flint), Kohlenstoff färbt ihn schwarz. Kristallographisch lassen sich neben Chalcedon unterschiedliche SiO2-Modifikationen bzw. Varietäten nachweisen: Quarz, Jaspis, Opal, Achat.

Die Dehydrierung der Kieselsäure erfolgt von innen nach außen, wodurch die Feuersteinknollen oft eine zwiebelartige Struktur aufweisen. Deutlich erkennbar ist oft die poröse helle Außenschicht (die so genannte Rinde oder Cortex). Es handelt sich um die diagenetische Vorstufe zu Feuerstein, (SiO2 x nH2O), das sog. Opal-CT. Diese ist leicht zu bearbeiten. Die Umwandlung von Opal-CT zu Feuerstein erfordert Jahrmillionen. Die äußeren Schichten können im geringen Maße Wasser aufnehmen, wodurch eine Verwitterung der Oberfläche begünstigt wird.

Feuerstein besitzt eine amorphe isotrope Struktur, das heißt, eine Vorzugsorientierung fehlt. Wenn großer Druck langsam ansteigend oder schlagartig auf einen Punkt des Feuersteins ausgeübt wird, wird die kinetische Energie vom Gestein aufgenommen und breitet sich konzentrisch kegelförmig vom Schlagpunkt ausgehend aus. Bei ausreichend hoher Schlagenergie wird das Gestein durch die sich ausbreitenden Schlagwellen gespalten. Die hierbei entstehende Bruchfront hat meist eine muschelige Form, wie sie auch an zerbrochenem Glas beobachtet werden kann.

Frischer Feuerstein hat meistens eine schwarze bis graue Färbung. Durch Verwitterung wird er zunehmend milchiger; außerdem können auch gelbliche Verfärbungen durch Eisenoxid auftreten. Roter Feuerstein ist eher selten. Er findet sich in Mitteleuropa zum Beispiel im Bereich der Düne von Helgoland. Die rote Färbung ist primär und das Ergebnis von Einlagerungen dreiwertiger Eisenverbindungen. Primär anstehend kommt der rote Feuerstein in der weißen Schreibkreide Helgolands(Oberkreide) weltweit nur hier vor.

Feuerstein in Kreide
Feuerstein in Kreide

Kugelige Feuersteinknollen;
Agramon, Albacete, Spanien

Frank de Wit
Feuersteinknolle
Feuersteinknolle

Agramon, Albacete, Spanien;
6 x 8 cm

Fabre Minerals
Feuersteinknolle
Feuersteinknolle

Agramon, Albacete, Spanien;
8 x 10 cm

Carlos Pareja

Verbreitung in Europa

Feuersteinvorkommen finden sich in zahlreichen jura- und kreidezeitlichen Ablagerungen. Meist liegen die Knollen mit einer Größe von bis zu 30 cm Durchmesser eingebettet in Kreideablagerungen. Es kommen auch Platten mit Dicken bis zu 20 cm vor. Durch spätere Umlagerungsprozesse finden sie sich auch herausgelöst aus ihrem ursprünglichen stratigraphischen Entstehungszusammenhang. So sind Feuersteine in eiszeitlichen Sedimenten als Bestandteil von Grund- und Endmoränen sowie auch innerhalb von Schmelzwasserablagerungen sehr häufig.


Pyritknollen und Konkretionen

Pyrit ist das verbreitetste und stabilste Eisensulfid in Sedimenten (Berner, 1967). Knollen und Konkretionen finden sich in sandig-tonigen Ablagerungen in Braun- und Steinkohle-, Fe-, Mn- und Bauxit-Lagerstätten sowie in Mergeln und Tonen. Entstanden sind sie durch Zersetzung organischer Reste ohne Zutritt von freiem Sauerstoff (unter Luftabschluss). Nach Marnette et al., 1993, sind zur Bildung von Pyrit metabolisierbare organische Substanzen, Sulfat, Oxidantien (z.B. O2, Fe3+) und verfügbares reaktives Eisen notwendig. Der zur Bildung notwendige Schwefel stammt sowohl aus ehemals abgelagerten Pflanzen und Weichteilen von Tieren und wird bei deren Zersetzung durch Schwefelbakterien freigesetzt, als auch aus Sulfaten bestimmter Sedimente.

Aus einem sedimentären Aufschluss bei Lichtenbusch nahe Aachen stammen kristalline Pyritknollen in Braunkohle. Die messinggelb schillernden Pyritkugeln heben sich kontrastreich von der grauschwarzen Braunkohlenmatrix ab. Die aus dem Tertiär stammende Braunkohle zeichnet sich für gewöhnlich durch einen höheren Schwefelgehalt als die Steinkohle aus, der zu einem großen Teil durch einen Anteil an Markasit und Pyrit in der Braunkohle gebildet wird. Nur selten sind diese Nebenbestandteile der Braunkohle jedoch in kristalliner Form vorzufinden. (mineralium)

Pyritknolle in einer Braunkohlenmatrix
Pyritknolle in einer Braunkohlenmatrix

Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch, Limburg, Niederlande; Größe: 9 x 9 x 7 cm; Hergenrather Tone, Santon, Oberkreide

Mineralium
Pyrit-Mergel-Konkretion
Pyrit-Mergel-Konkretion

Pyrit-Mergel-Konkretion; 5,8 x 4 cm; Tea Cove, Newfoundland, Kanada

Dan Weinrich
Pyritknolle
Pyritknolle

Golden angelaufene Pyritknolle;
Kreidefelsen am Kap Arkona, Insel Rügen/Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland;
Breite des Aggregats: 85 mm.

raritätenjäger
Pyritknolle
Pyritknolle

Glänzende Pyritknolle;
Kiesgrube westlich Dabendorf, Zossen, Brandenburg, Deutschland;
Breite : 3 cm

raritätenjäger
Pyritknolle
Pyritknolle

Durchmesser ca. 3 cm, Rheine/Waldhügel

bardenoki
Pyrit-Knollen von Neufundland
Pyrit-Knollen von Neufundland

Pyritknolle- (Konkretion);
Picadilly Beach, Tea Cove Harbour, Port au Port Peninsula, Newfoundland, Canada.

David K. Joyce
Pyrit-Knollen von Neufundland
Pyrit-Knollen von Neufundland

Pyritknolle- (Konkretion);
Port au Port New Foundland

David K. Joyce
Pyrit-Knollen von Neufundland
Pyrit-Knollen von Neufundland

Pyritknolle- (Konkretion);
Tea Cove, Port au Prince Peninsula
Newfoundland, Canada;
Größe; ca. 10 cm

David K. Joyce

Neben den vielen weltweiten Vorkommen der meist kugeligen Pyritknollen sollten auch die ungewöhnlichen Formen an der Westküste von Neufundland (Canada) erwähnt werden. Diese bizarren bronzefarbenen Gebilde sind sehr hart und können in extrem großen Massen auftreten. Manche sehen aus wie weiche Kartoffeln, andere wiederum wie weiche Massen mit tw. scharfen Kristallen. Man nimmt an, dass diese Pyritknollen durch die Einwirkung von Meereswellen aus Ton, bzw. aus Letten herauswitterten und dann im Wasser auf der Oberfläche der Tonsteine sitzen.


Boji

Boji-Stein
Boji-Stein

Knollig-kugelige Pyrit-Limonit-Konkretion (Handelsname Bojistein);
Dongchuan, Kunming, Yunnan, China
Größe: 6,2 x 6,2 cm

Rob Lavinsky

Boji (auch Bojistein) ist ein Handelsname und ein geschütztes Warenzeichen der Firma Boji Inc. für eine spezielle Varietät von Pyrit, genauer Knollen aus Pyrit und Limonit mit knollig-kugeligem oder auch linsenförmigem Aussehen. Um den Handelsnamen zu umgehen, sind gelegentlich auch Bezeichnungen wie Kiesball oder Pop-Rock im Umlauf.

Bojisteine entstehen sekundär durch die Freisetzung von Schwefel beim Zerfall organischer Materialien im Schlamm des Meeresgrunds. Unter Luftabschluss verbindet sich Schwefelwasserstoff mit Eisenverbindungen zu Pyrit-Knollen mit knolligem oder kugeligem Aussehen. Nach der Verdichtung des Schlamms zu tonigen Sedimenten bleiben die Knollen im Gestein eingeschlossen, bis sie zu einem späteren Zeitpunkt durch Verwitterung wieder freigelegt werden, da sie verwitterungsresistenter als Tonstein sind. Hierbei wandelt sich die Pyritknolle durch Luftsauerstoff oberflächlich in Limonit um. Ähnlich wie Pyrit neigen auch Bojisteine im Laufe von Jahrzehnten bis Jahrhunderten durch die Aufnahme von Wasser und fortschreitende Oxidation zum Zerfall, was durch Sulfatausblühungen sichtbar wird.

Große Vorkommen mit Bojisteinen finden sich unter anderem bei Dongchuan in China und in den US-amerikanischen Bundesstaaten Kansas, Nebraska, North- und South Dakota.


Gips- und Anhydritknollen

Gipsknollen
Gipsknollen

Deutschland/Sachsen-Anhalt/Burgenlandkreis/Dorndorf

mima

Gips ist ein Ausfällungsprodukt übersättigter Lösungen, welches auf und nahe der Erdoberfläche durch fortschreitende Wasserverdunstung (Evaporation) wässriger Lösungen im Zusammenhang mit ozeanischen Salzlagerstätten (marine Evaporite) oder aus Grundwasser, Lagunen, Salzseen u.a. (kontinentale Evaporite) in der Reihenfolge zunehmender Löslichkeit entsteht. Evaporite beginnen sich zu bilden, sobald ihre Konzentration in Wasser einen bestimmten Grad erreicht hat, daß sie nicht länger mehr als Lösungen exisitieren können. Diese Übersättigung ist gewöhnlich das Resultat einer länger andauernden Verdunstung. Gips kann durch Auskristallisieren aus Calciumsulfat-übersättigtem Meerwasser entstehen, und zwar wegen seiner geringen Wasserlöslichkeit als erstes Mineral noch vor dem Anhydrit oder aber durch Hydratation von Anhydrit. Gips wird analog dem Salz in einem abgeschnürten Meeresbecken oder Binnensee /Bsp. > Sebkhas), in dem die Zufuhr von Frischwasser über lange Zeit hinweg geringer ist als die Verdunstung, chemisch ausgefällt.


Es wird angenommen, dass die heutigen Anhydritsteinvorkommen ursprünglich als Gipsschlamm abgelagert wurden. Erst mit zunehmender Überdeckung durch andere Gesteine wandelte sich der Gips durch Entwässerung in Anhydrit um. Der heute oberflächennah vorkommende Gipsstein ist durch erneute Wasseraufnahme des Anhydritsteins entstanden. Der Begriff Sebkha (auch Sabkha, Sabcha, Sebkhat, Sebkhet, in der westlichen Sahara Grara), bezeichnet ein flaches, zeitweise mit Wasser gefülltes Becken ohne Oberflächenabfluss in einem semiariden Gebiet. Abgelagert werden geringmächtige Lagen von tonigen, siltigen bis feinsandigen Sedimenten (sehr häufig äolischen Ursprungs), die häufig mit dünnen Salzlagen (Gips, Anhydrit und Steinsalz) wechsellagern.

Anhydrit-Knolle
Anhydrit-Knolle

Remolinos, Zaragoza;
9,7 x 7,9 cm;
Sammlung und Foto: Marti Rafel

Fabre Minerals
Anhydrit
Anhydrit

Rosagraue Anhydritkugeln in grauem, blättrigen Gips vom Glückaufschacht bei Burgk, Dresden, Sachsen, Deutschland. Gefunden bei der Verwahrung des Schachtes. Die größte Kugel misst 23 mm im Durchmes...

raritätenjäger

In den Küsten-Sebkhas kommt es häufig auch zur Bildung von karbonatischen Sedimenten. Die Küsten-Sebkhas liegen noch im Bereich des mittleren Wasserspiegels des Meeres oder etwas darüber. Der Grundwasserspiegel liegt daher nur geringfügig unter der Sedimentoberfläche. Die häufige Winderosion endet an der Kapillarwasserzone.

Bekannte Vorkommen großer Gipsknollen sind die Randgebiete palöogener und neogener Becken flacher, saliner Seen sowie gipsführender Fazies an den äußeren Ringen hochsaliner Evaporit-Formationen in den zentralen Teilen der Becken in Zentralspanien. In einigen dieser Gipseinheiten finden sich Gipsknollen von einem halben bis zu mehreren Metern Durchmesser, welche Anhydritknollen ersetzen. Die allgemeinen Merkmale der Gipsknollen in den verschiedenen Vorkommen weisen darauf hin, dass sich der Präkursor Anhydrit frühdiagenetisch von flachen bis moderaten Tiefen gebildet hat. Sebkhas und tiefe Ablagerungsebenen sind die häufigsten Vorkommen, in welchen diagenetischer Anhydrit entsteht. In einem Sebkha-Umfeld bilden sich Verdrängungsfazies (isolierte Knollen, eingebettete Knollen, enterolithische Level) frühdiagenetischen oder primären Anhydrits.

Die Bildung diagenetischer Umwandlungs-Knollen kann man sehr gut im Sediment am Boden von Lagunen und intertidal (Bereich der Gezeitenzone, zwischen extremem Niedrigwasser und extremem Hochwasser) in den Sebkhas am Persischen Golf (Qatar), in Tunesien und Ägypten (Moghra Formation (frühes Miozän) NW-Qattara Depression, Westliche Wüste) beobachten. Bei steigender Evaporation werden die Gipskristalle durch Anhydrit ersetzt. Dieser bildet zunächst ein feines Kristallgemenge aus. Weitergehende Umwandlung führt zu dichten Anhydritknollen. Das Primärsediment wird zwischen den unregelmäßigen Knollen zu verschlungenen Arealen reduziert (chicken-wire Anhydrit). Im landwärtigen Teil der Küstenebenen fällt Anhydrit auch primär in dünnen Lagen oder Knollen aus. (Quelle des letzten Absatzes: http://www.cms.fu-berlin.de/geo/fb/e-learning/petrograph/sedimentite/lesen/se_klassifikation/se_evaporite/se_evaporite_gips/)

Ein weiteres bekanntes Vorkommen von Gipsknollen ist die Sebkha von Salt Flat in Texas, welche aus Evaporiten und diagenetischen Mineralen inkl. Gips, Dolomit, Aragonit und Calcit besteht. Im Zuge der Verdunstung des pleistozänischen Salzsees verfielen die laminierten Evaporite zu Gipsdünen oder wurden durch eine Sebhka-bezogene Hydrologie überprägt, wobei die oberfächennahen Gipsschichten durch kapillare Verdunstung in Gipsknollen-Horizonte umgewandelt wurden.

Konträre Auffassung zur Entstehung von Anhydritknollen
Die obige allgemeine Lehrmeinung zur Bildung von Anhydritknollen (Genese, Paläobildungsraum) bleibt jedoch nicht unwidersprochen.

Man kennt Anhydritknollen (oder es wird angenommen, dass …) aus geologischen Umgebungen, welche von nahe der Oberfläche bis zu mehreren hundert Metern Ablagerungstiefe reichen. Anhydritknollen aus der Leduc-Formation (Oberes Devon) unterhalb der Oberfläche von Alberta in Canada haben Anhydrit-Zufuhrkanäle und enthalten Inklusionen von mit Bitumen beflecktem Wirtsgestein, was ein Indiz dafür ist, dass Anhydritknollen sich in Ablagerungstiefen von nahe Null bis zu mehreren tausend Metern bilden können. Dies bedeutet, dass die bloße Präsenz von Anhydritknollen weder eine bestimmte genetische Bedeutung (Verdrängung oder Ersatz) noch eine Signifikanz zum Paläobildungsraum (Sebkha, subaquatisch) hat. Die Herkunft von Anhydritknollen in irgendeinem Gebiet kann oft durch petrographische oder geochemische Kriterien bestimmt werden. (MACHEL, 2006).


Manganknollen

Manganknollen
Manganknollen

Manganknollen auf dem Meeresboden des Pazifik;
Foto: Adrignola

USGS Public Domain

Im gesamten Verlauf der Erdgeschichte sind durch chemische Reaktion zwischen älteren Gesteinen und äußeren Kräften wie der Atmosphäre und den Meeren Manganerze entstanden und abgelagert worden. Diese Prozesse dauern bis heute an: Am Boden der Tiefsee (ca. 3 bis 5 km tief), vor allem im Pazifik, bilden Metalloxide auf dunklen Schlamm- oder Tonschichten dunkle polymetallische Knollen oder schalige Aggregate. Manganknollen kommen auch auf dem Festland in Sedimenten vor.

Charakteristische Eigenschaften


Manganknollen sind klumpige (knollige) polymetallische Aggregate, die bis zu 27 % aus dem Metall Mangan bestehen. Sie sind in Tiefen zwischen 4.000 und 6.000 Metern auf dem Meeresboden zu finden. Andere Elemente wie Kupfer, Cobalt, Zink und Nickel sind mit 0,2–1 % enthalten, der Eisenanteil liegt bei 15 %.

Manganknollen sind meist kugelig-nierig bis hin zu kartoffelförmig. Ihr Inneres ist i.d.R. pulverig und weich. Die durchschnittliche Größe beträgt ca. 5 cm Durchmesser (mit Abweichungen). Größere Knollen erreichen Durchmesser bis zu 20 cm. Auf einem Quadratmeter Meeresboden können bis ca. bis zu 60 kg Manganknollen liegen.


Manganknollen bilden keine Kristalle aus. Stattdessen haben sie Schichten, den Häuten einer Zwiebel ähnlich, die einen aus verschiedenen Materialien bestehenden Kern (z.B. ein Sandkorn oder einen Fischzahn) umgeben. Sie bilden sich um kleine feste Kerne als dünne chemische Ausfällungen, die sowohl aus dem weichen Sediment wie auch dem Meerwasser gespeist werden. Streng genommen handelt es sich um Ausfällungsprodukte, welche sich konzentrisch um einen Ausgangskern gelagert haben.

Manganknolle
Manganknolle

Fundort: Südöstlich von Hawaii, Pazifik; 17.02 N 149.44 W, Tiefe: 5380 Meter; von der 14. Reise des FS D. Mendeljejew am 10.05.1975; ca. 27 % Mangan

rtbstone
Manganknolle
Manganknolle

Mangangknolle aus dem Pazifik, ca. 20 cm groß

Koelle
Manganknolle
Manganknolle

Mangangknolle aus dem Atlantik (Portugal)

Parent Gery

Entstehung
Manganknollen wachsen extrem langsam (ca. 5 mm in einer Million Jahre). Etwa 15 % des Mangans stammen aus den Kalkschalen ehemaliger Kleinstlebewesen, die sich an der Calcit-Kompensationstiefe auflösten. Dieser Anteil wird als hydrogenetischer Anteil bezeichnet. Der Großteil des Mangans entstammt aber dem Sediment. Während das Mangan im Sediment in seiner zweiwertigen Form gelöst in Porenwässern vorliegt, wird es beim Erreichen des Meeresbodens von den sauerstoffreichen antarktischen Bodenströmungen in seine vierwertige Form aufoxidiert und liegt damit als wasserunlösliches MnO2 vor. Auf die gleiche Weise wird das von oben kommende biogene zweiwertige Mangan abgelagert.

Eine Hypothese zur Bildung ist, daß Wasser die Elemente aus dem warmen Meeresboden herauslöst, dann das aufgewärmte Wasser in heißen Quellen wieder aus dem Boden herausdringt und die Elemente sich im nun kälteren Wasser ablagern. (Exhalation durch unterseeische heiße Quellen in den mittelozeanischen Rücken; wie jedoch das Mangan durch das Meerwasser transportiert wird um sich dann am Meeresboden als Knollen zu akkumulieren, ist bisher nicht bekannt.)

Eine weitere Vermutung ist, dass das Rohmaterial zur Bildung der Manganknollen aus den Kontinentalrändern herausgewaschen wird.

Eine andere Hypothese ist, daß sich die Elemente in abgestorbenen Tier und Pflanzenresten befanden (bio-geochemische Kreisläufe im bodennahen Wasserkörper und an den Grenzflächen zwischen Meeresboden und Wasser.) Die Schalen der Meerestiere werden in dieser Tiefe zersetzt und das Wasser nimmt alle darin enthaltenen Mineralien auf. Durch Strömungen gelangt das Wasser dann in kältere Gebiete, wo es die enthaltenen Elemente wieder abgibt.

Die Wachstumsrate der Manganknollen ist gering und liegt bei ca. 1 mm pro 1 Mio. Jahre; es wird jedoch angenommen, daß das Wachstum der Knollen in einigen Vorkommen erheblich schneller abläuft. (Ein angebliches Indiz: Es sollen schon schon Reste von modernem Müll, wie Coladosen, in Knollen gefunden)

Chemische Zusammensetzung


Die chemische Zusammensetzung der Manganknollen ist relativ beständig.

  • Hauptbestandteile sind: (neben Eisenoxiden) bis zu 35-40% ( lt. USGS CMG max. 20 % Mangan)Mangan

    • Metallische Nebenbestandteile (ca. 15 %)
    • Eisen (wechselnd, auch in Form des Fe-Hydroxids Feroxyhyt)
    • bis zu 1,6% Nickel
    • bis zu 1,2% Kupfer
    • bis zu 1,0% Kobalt.
    • Kupferoxide, Zink, Chrom und Vanadium.
    • Weitere Nebenbestandteile: Calciumcarbonat, vulkanische Fragmente, Ton, Quarz, Calcit,

In manchen Meeresgebieten kommt es zur Bildung von polymetallischen Mangankrusten, welche aufgrund ihres Kobaltgehaltes auch als Kobaltkrusten bezeichnet werden. Diese Mn-Co-Knollen können bis zu 15 cm Durchmesser groß werden und eine andere Zusammensetzung als die o.a. Manganknollen haben.

Lagerstätten


Manganknollen sind potentielle Erze, ihr weltweites Vorkommen wird auf ca. 10 Mrd. to geschätzt. Die reichsten Manganknollen-Lagerstätten befinden sich im südöstlichen Pazifik (Peru-Becken) und im Indischen Ozean. Man geht davon aus, daß diese gewaltigen Erzmengen den weltweiten Bedarf an Mn, Ni, Co und Cu bis ins nächste Jahrhundert decken können. Da bisher die zum Abbau dieser Manganknollen erforderlichen Technologien noch nicht bestehen oder einfach noch zu teuer sind, ist eine wirtschaftliche Förderung zur Zeit nicht denkbar.



Literatur

  • Bahlburg, Breitkreuz; Grundlagen der Geologie; 2. Aufl., Elsevier
  • Biek, B., 2002, Concretions and Nodules in North Dakota North Dakota Geological Survey, Bismark, North Dakota.
  • Chan, M.A. and W.T. Parry, 2002, http://geology.utah.gov/online/pdf/pi-77.pdf 'Mysteries of Sandstone Colors and Concretions in Colorado Plateau Canyon Country PDF version, 468 KB : Utah Geological Survey Public Information Series. n. 77, pp. 1-19.
  • Chan, M.A., B.B. Beitler, W.T. Parry, J. Ormo, and G. Komatsu, 2005. Red Rock and Red Planet Diagenesis: Comparison of Earth and Mars Concretions PDF version, 3.4 MB : GSA Today, v. 15, n. 8, pp. 4-10.
  • Davis, J.M., 1999, Oriented carbonate concretions in a paleoaquifer: Insights into geologic controls on fluid flow: Water Resources Research, v. 35, p. 1705-1712.
  • Dietrich, R.V., 2002, Carbonate Concretions–A Bibliography
  • Engelhard; F., 1975; Die Bildung von Sedimenten unmd Sedimentgesteinen. Sedimentpetrologie Teil III
  • Grim,A.; 1953; Clay Mineralogy
  • Epoch Times Staff, 2007, Mysterious Huge Stone Eggs Discovered in Hunan Province Epoch Times International. Photographs of large cannonball concretions recently found in Hunan Province, China.
  • Fürchtbauer, A., Müller, G., 1970; Sedimente und Sedimentgesteine; Sedimentpetrologie Teil II
  • Grim, R.E.; 1953; Clay Mineralogy
  • Hansen, M.C., 1994, Ohio Shale Concretions PDF version, 270 KB Ohio Division of Geological Survey GeoFacts n. 4, pp. 1-2.
  • Hanson, W.D., and J.M. Howard, 2005, Spherical Boulders in North-Central Arkansas PDF version, 2.8 MB Arkansas Geological Commission Miscellaneous Publication n. 22, pp. 1-23.
  • Heinrich, P.V., 2007, The Giant Concretions of Rock City Kansas PDF version, 836 KB BackBender's Gazette. vol. 38, no. 8, pp. 6-12.
  • Johnson, M.R., 1989, Paleogeographic significance of oriented calcareous concretions in the Triassic Katberg Formation, South Africa: Journal of Sedimentary Petrology, v. 59, p. 1008-1010.
  • Kiriakoulakis, K., Marshall, J.D., Wolff, G.A.; 2000; Biomarkers in a Lower Jurassic Concretion from Dorset (UK); (abstract): Journ. of the Geol. Soc. : 157, 207-220
  • McBride, E.F., M.D. Picard, and R.L. Folk, 1994, Oriented concretions, Ionian Coast, Italy: evidence of groundwater flow direction: Journal of Sedimentary Research, v. 64, p. 535-540.
  • McBride, E.F., M.D. Picard, and K.L. Milliken, 2003, Calcite-Cemented Concretions in Cretaceous Sandstone, Wyoming and Utah, U.S.A.: Journal of Sedimentary Research. v. 73, n. 3, p. 462-483.
  • Mozley, P.S., 1996, The internal structure of carbonate concretions: A critical evaluation of the concentric model of concretion growth: Sedimentary Geology: v. 103, p. 85-91.
  • Mozley, P.S., and Goodwin, L., 1995, Patterns of cementation along a Cenozoic normal fault: A record of paleoflow orientations: Geology: v. 23, p 539-542.
  • Mozley, P.S., 1996, The internal structure of carbonate concretions: A critical evaluation of the concentric model of concretion growth: Sedimentary Geology: v. 103, p. 85-91.
  • Mozley, P.S., and Davis, J.M., 2005, Internal structure and mode of growth of elongate calcite concretions: Evidence for small-scale microbially induced, chemical heterogeneity in groundwater: Geological Society of America Bulletin, v. 117, 1400-1412.
  • Murawski, H., 1983; Geologisches Wörterbuch. 8. Auflage. ISBN 978-3-432-84108-3.
  • Petitjohn, F., 1949; Sedimentary Rocks
  • Pratt, B.R., 2001, Septarian concretions: internal cracking caused by synsedimentary earthquakes. Sedimentology, v. 48, p. 189-213.
  • Raiswell, R., and Q.J. Fisher, 2000, Mudrock-hosted carbonate concretions: a review of growth mechanisms and their influence on chemical and isotopic composition: Journal of Geological Society of London. v. 157, p. 239-251
  • Richter, D., 1985; Allgemeine Geologie. 3. Auflage. ISBN 3-110-10416-4.
  • Schulz, H.N., Schulz, H.D., 2005; Large Sulfur Bacteria and the Formation of Phosphorite. In: Science. Bd. 307, Nr. 5708,S. 416–418. doi:10.1126/science.1103096.
  • Scotchman, I.C., 1991, The geochemistry of concretions from the Kimmeridge Clay Formation of southern and eastern England: Sedimentology. v. 38, pp. 79-106.
  • Thyne, G.D., and J.R. Boles, 1989, Isotopic evidence for origin of the Moeraki septarian concretions, New Zealand: Journal of Sedimentary Petrology. v. 59, n. 2, pp. 272-279.
  • University of Utah, 2004, http://www.utah.edu/unews/releases/04/jun/marsmarbles.html Earth Has Blueberries' Like Mars 'Moqui Marbles' Formed in Groundwater in Utah's National Parks'' press release about iron oxide and Martian concretions
  • Wilson, M.A., 1985, Disturbance and ecologic succession in an Upper Ordovician cobble-dwelling hardground fauna: Science. v. 228, pp. 575-577.
  • Wilson, M.A., and Taylor, P.D., 2001, Palaeoecology of hard substrate faunas from the Cretaceous Qahlah Formation of the Oman Mountains: Palaeontology. v. 44, pp. 21-41.

Hiatus-Konkretionen

  • Voigt, E., 1968; Über Hiatus-Konkretionen (dargestellt an Beispielen aus dem Lias); Geologische Rundschau, Vol. 58, Issue 1, pp 281-296
  • Zaton, M., 2010, Hiatus concretions: Geology Today. v. 26, pp. 186-189.

Gips- und Barytrosen

  • Barich, B.E., 1998; People, water, and grain. The beginnings of domestication in the Sahara and the Nile valley. L'Erma di Bretschneider, Rom 1998. ISBN 88-8265-017-0
  • Barth, H., Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika. Gotha 1857-58, 5 Bde.
  • Berg, E.L., 19969; Geology of Sierra de Samalayuca, Chihuahua, Mexico.
  • Bisson, J., 2003; Mythes et réalités d'un désert convoité: Le Sahara. L'Harmattan, Paris 2003
  • Eberhard, I., 2002; Au pays des sables, Paris Éditions Joelle Losfeld
  • Fayez Alaily, 2008; Das Herz der Sahara, das trockenste Gebiet der Erde. Klima, Geologie, Hydrologie, Ökologie, Bodensoziologie, Bodengenese und Landnutzungseignung. 1. Aufl. Projekte-Verlag Cornelius, Halle. ISBN 978-3-86634-603-1
  • Mensching, H., 1974; Tunesien (Wissenschaftliche Länderkunden, Band 1.), Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)
  • Rohlfs, G., Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865–1867, Stuttgart 1984. ISBN 3-522-60580-2

http://www.3sat.de/page/?source=/ard/reisewege/163837/index.html http://dokujunkies.org/dokus/natur/sandrosen-mysterien-der-wuste-dtv-xvid.html

Phosphorit

  • Baturin, G.N., 1981; Phosphorites on the Sea Floor: Origin, Composition and Distribution. ISBN 044441990X.
  • Bernauer, F., 1919; Die Phosphorite des Lias von Deutsch-Lothringen. In: Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt. Bd. XL, Teil I, Nr. 1
  • Boggs, S.,Jr., 2006; Principles of Sedimentology and Stratigraphy (4th ed.), Pearson Education Inc., Upper Saddle River, NJ, pp. 217–223 ISBN 0321643186
  • Delaney, M.L., 1998; Phosphorus Accumulation in Marine Sediments and Oceanic Phosphorus Cycle. Biogeochemical cycles 12 (4): 563–572. doi:10.1029/98GB02263.
  • Hogan, C.M.,2011; Phosphate. Encyclopedia of Earth. Topic ed. Andy Jorgensen. Ed.-in-Chief C.J.Cleveland. National Council for Science and the Environment. Washington DC
  • Kirnbauer, T., (Hrsg.); 1989; Geologie und hydrothermale Mineralisationen im rechtsrheinischen Schiefergebirge. In: Jahrbuch des Nassauischen Vereins für Naturkunde. Sonderband 1, Nassauischer Verein für Naturkunde, ISBN 3-00-003218-5.
  • Klein, C., Hurlbut, Jr., C.S., 1985; Manual of Mineralogy, Wiley, 20th ed., p. 360, ISBN 0-471-80580-7
  • Middleton V. G., 2003; Encyclopedia of Earth Sciences series. Encyclopedia of Sediment and Sedimentary Rocks. Kluwer Academic Publishers. Dordrect, Boston, London. pp 131, 727, 519–524
  • Pevear, D. R., 1966; The estuarine formation of United States Atlantic Coastal Plain phosphorite. Economic Geology 61 (2)
  • Prothero, D. R., Schwab, F., 2003; Sedimentary Geology. Macmillan. pp. 265–269. ISBN 978-0-7167-3905-0. Retrieved 15 December 2012.
  • Schulz, H.N., Schulz, H.D., 2005; Large Sulfur Bacteria and the Formation of Phosphorite. In: Science. Bd. 307, Nr. 5708, S. 416–418. doi:10.1126/science.1103096.

Septarien, Moeraki-Boulders und Cannonball-Konkretionen

  • Boles, J.R., C.A. Landis, and P. Dale, 1985, The Moeraki Boulders; anatomy of some septarian concretions:, Journal of Sedimentary Petrology. v. 55, n. 3, pp. 398-406.
  • Brunsden, D., 1969, Mystery of the Moeraki and Katiki boulders. Geographical Magazine. Bd 41, n. 11, S. 839-843.
  • Chan, M.A. and W.T. Parry, 2002, 'Mysteries of Sandstone Colors and Concretions in Colorado Plateau Canyon Country PDF version, 468 KB : Utah Geological Survey Public Information Series. n. 77, pp. 1–19.
  • Epoch Times Staff, 2007, Mysterious Huge Stone Eggs Discovered in Hunan Province Epoch Times International. Photographs of large cannonball concretions recently found in Hunan Province, China.
  • Heinrich, P.V., 2007, The Giant Concretions of Rock City Kansas PDF version, 836 KB BackBender's Gazette. vol. 38, no. 8, pp. 6-12.
  • Jahn, S., 2005; Aktuelle Funde von Coelestin und Strontianit in Septarien aus der Drome bei Sisteron, Frankreich. Min. Welt :3, 46-53
  • Klug, H., and R. Zakrzewski, R., 1986, Die Moeraki Boulders; Riesenkonkretionen am Strand auf Neuseelands Suedinsel Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins fuer Schleswig-Holstein. Bd.. 56, S. 47-52
  • Lippmann, F., 1955; Ton. Geoden und Minerale des Barreme von Hoheneggelsen. Geol. Rundschau :43, 475503
  • Martin, R., 1990; Der Whewellit von Condorcet (Drome, Frankreich). Schweizer Strahler: 7, 406-432
  • McBride, E.F., M.D. Picard, and K.L. Milliken, 2003, Calcite-Cemented Concretions in Cretaceous Sandstone, Wyoming and Utah, U.S.A.: Journal of Sedimentary Research. v. 73, n. 3, p. 462-483.
  • Oddoy, R., Schürings, H., 1989; Mineralien in Septarien der Provence. Lapis: 14, 3, 30 ff.
  • Pratt, B.R., 2001, "Septarian concretions: internal cracking caused by synsedimentary earthquakes": Sedimentology, v. 48, p. 189-213.
  • Rykart, R., 1995; Quarz-Monographie

Anapait

  • Bech i Borràs, J., Vallejo, V. ; 1977; Contribución al conocimiento de la anapaita de la Cerdanya. Universitat de Barcelona (UB). Institut de Cièncias de la Terra Jaume
  • Fabregat, J.F., 1948; Estructura de la anapaita; Secret Public. Univ. Barcelona
  • Margalef, R., Marrasé, C., 1955; On the Paleoecology of the Miocene lake of La Cerdanya (Pyrenees) and a multiple event of massive phosphate precipitation; 4th Int. Symposium Paleolimnosol; Ossiac 1985
  • Nriagu, J.O., Dell, C.J., 1974; Diagenetic formation of iron phosphates in recent lake sediments. Am. Min. 59, 934-946
  • Ramdohr, P., Strunz, H., 1978; Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag , ISBN 3-432-82986-8 (S. 645)
  • Roca, E., Julia, R., Cabrera, L., Anadon, P., 1987; Late miocene lacustrine diatomites and eraly diagenetic phosphates from the Cerdanya basin (eastern Pyrenees). Terra cognita, 7, 222
  • Sachs, A., 1902; über Anapait, ein neues Kalkeisenphosphat von Anapa am Schwarzen Meere. In: Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. S. 18 (Volltext).
  • Thewalt, U., Velitzelos, E. & Velitzelos, D.: 2001; Anapait, ein Phosphatmineral aus miozänen Sedimenten von Vegora in Makedonien, Griechenland; 1-11, 2 Abb., 1 Tab., 2 Taf.

Chert (Hornstein) und Feuerstein (Flint)

  • Boggs, S. Jr., 2006; Principles of Sedimentology and Stratigraphy", Prentice Hall, 4th Ed., ISBN 0-13-154728-3
  • Reichel, W., Lange, J.M., 2007; Cherts (Hornsteine) aus dem Döhlener Becken bei Dresden. In: Geologica Saxonica. 52/53, S. 117–128 (Online-Version; pdf-Datei; 1,9 MB).
  • Schopf, J.W., 1999; Cradle of Life: The Discovery of Earth's Earliest Fossils. Princeton University Press, 336 S., ISBN 0-691-00230-4.

Gips- und Anhydritknollen

  • Aref M. A. M. (2003) - Lithofacies characteristics, depositional environment and karstification of the Late Miocene (Messinian) gypsum deposits in the northern Western Desert, Egypt. Sedimentology of Egypt. J. Sediment. Soc. Egypt, 11: 9-27.
  • Dronkert H. (1985) - Evaporite models and sedimentology of Messinian and recent evaporites. GUA Pap. Geol. (Amsterdam), Ser. 1, 24. Utrecht.
  • El Khoriby, E.M., 2005; Origin of the gypsum-rich silica nodules, Moghra Formation, Qattara depression, Western Desert, Egypt E. M. El Khoriby ; Sedimentary Geology , 6.
  • Füchtbauer, H., 1988; Sedimente und Sedimentgesteine. 4. gänzlich neubearbeitete Auflage. 1141 S
  • Hussain, M., Warren, J.K., 1989; Nodular and enterolithic gypsum: the “sabkha-tization” of Salt Flat playa, west Texas; Sedimentary Geology; Vol.: 64, Issues 1–3, 13–24
  • Machel, H.G., 2006; Anhydrite nodules formed during deep burial; GeoRef, Copyright 2006, American Geological Institute
  • Richter-Bernburg G. (1973) - Facies and paleogeography of the Messinian evaporites on Sicily. In: Messinian Events in the Mediterranean (ed. C. W. Drooger): 124-141. North-Holland Publishing Company, Amsterdam.
  • Robertson A. H. F., Eaton S., Follows E. J. and Payne A. S. (1995) - Depositional processes and basin analysis of Messinian evaporites in Cyprus. Terra Nova, 7 (2): 233-253.
  • Rouchy J. M. (1982) - La genese des évaporites messiniennes de Méditerrannée. Mém. Mus. Nat. Hist. Naturelle, Sér. C, Sc. de la Terre, 50: 1-267.
  • Schreiber B. C. (1978) - Environments of subaqueous gypsum deposition. In: Marine Evaporites (eds. W. E. Dean and B. C. Schreiber). SEPM Short Course, 4: 43-73. Oklahoma City.
  • Testa, G., Lugli, S., 2000; Gypsum–anhydrite transformations in Messinian evaporites of central Tuscany (Italy); Sedimentary Geology 130 , 249–268

Manganknollen

  • Annenberg/CPB Resources - Earth Revealed; 2005; The Sea Floor (USGS CMG Info Bank: Manganese Nodules)
  • Abramowski, T.; Stoyanova, V. (2012). "Deep-Sea Polymetallic Nodules: Renewed Interest as Resources for Environmentally Sustainable Developement". Proc 12th International Multidisciplinary Scientific GeoConference SGEM 2012. pp. 515 – 522.
  • Cronan, D. S. (1980). Underwater Minerals. London: Academic Press. ISBN 0-12-197480-4.
  • Cronan, D. S. (2000). Handbook of Marine Mineral Deposits. Boca Raton: CRC Press. ISBN 0-8493-8429-X.
  • Cronan, D. S. (2001). "Manganese nodules". In Steele, J.; Turekian, K.; Thorpe, S. Encyclopedia of Ocean Sciences. San Diego: Academic Press. pp. 1526–1533. ISBN 0-12-227430-X.
  • Earney, F. C. (1990). Marine Mineral Resources. London: Routledge. ISBN 0-415-02255-X.
  • Glover, A. G.; Smith, C. R. (2003). "The deep-sea floor ecosystem: current status and prospects of anthropogenic change by the year 2025.". Environmental Conservation 30 (3): 21–241. doi:10.1017/S0376892903000225.
  • Halbach, P., 1988; The manganese nodule belt of the Pacific Ocean – geological environment, nodule formation, and mining aspects; ISBN 3-432-96381-5
  • Kuhn, T. et al., 2011; Tiefseeförderung von Manganknollen. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2011, S. 78-83; Seehafen-Verlag, ISSN 0938-1643
  • Roy, S., 1981; Manganese Deposits. London: Academic Press. ISBN 0126010803.
  • Teleki, P. G.; Dobson, M. R.; Moore, J. R.; von Stackelberg, U., 1987; Marine Minerals: Advances in Research and Resource Assessment. Dordrecht: D. Riedel. ISBN 90-277-2436-9.



Verfasser


Einordnung