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Ferricrete
Ferricrete

Ferricrete-Schichten;
Haywood County, Tennessee, USA

R. Clendening

Lagerstätten

Krusteneisenstein und Ferricrete




Krusteneisenstein

(englisch "crust ironstone") Krusteneisenstein nennt man an der Oberfläche zersteut liegende, knollig-konkretionäre und krustige Eisenkonzentrationen in tropisch-ariden bis semiariden Gebieten, die auf eisenreicheren Gesteinen vor allem durch Verwitterungsprozesse auf kleinem Raum und in hoher Konzentration entstehen. Diese Eisenkonzentrationen bilden sich auf allen möglichen, meist aber eisenreicheren Gesteinen. Es ist nicht auszuschließen, daß Wüstenlack und Schutzrinden, wie sie in solch tropisch-ariden Gebieten zahlreiche Gesteine überziehen, wohl Vorstufen für Krusteneisenstein sind.

Krusteneisenstein wurde bisher nur von Eingeborenen (meist Afrika) ausgebeutet; eine örtliche Bedeutung als Fe-Lagerstätte nach industriellem Stil ist denkbar.


Ferricrete

Ferricrete (lat. ferrum = Eisen, engl. concrete = Konkretion) ist ein Wortschöpfung aus ferruginous (eisenhaltig) und concrete (Zement). Ferricrete ist ein Mineralkonglomerat aus Sand und Kies, welches durch Eisenoxide in eine harte Masse zementiert wurde. Das Eisenoxid stammt aus der Oxidation von zirkulierenden eisenhaltigen Lösungen. Ferricrete treten als hämatitisches oder als lateritisches Gestein auf. Die Farbe von Ferricrete ist ist grau bis rötlich-bräunlich-orange und tw. gefleckt. Die Vorkommen liegen nahe der Oberfläche, vor allem in ariden Gebieten.

Ferricrete sind eisenhaltige Duricrust, d.h., zu den terrestrischen Böden gezählte Kruste, die in ariden Klimaten mit fehlender Vegetation und hoher Verdunstungsrate entsteht. Dabei werden eisenhaltige Lösungen aus tieferen Bodenbereichen nach oben geführt und bei Verdunstung des Wassers ausgeschieden. (Duriscrust ist ein Überbegriff aller zur Gruppe der terrestrischen Böden gezählten Krusten, die außerhalb des Einflusses des Grundwassers entstehen. (Calcrete, Ferricrete, Silcrete)).

In Südafrika, einer Region mit bekannten Vorkommen, nennt man die Ferricrete auch Koffieklip (= Kaffeestein). Andere Namen sind ferriginous duricrust (= eisenhaltige Duricrust, hardpan (= Ortstein), iron pan (= Eisenstein), ouklip gravel (= Ortsteinkies) oder Ngubane. Ferricrete werden in ländlichen Regionen Südafrikas häufig zum Straßenbau verwendet.


Wüstenlack

Wüstenlack
Wüstenlack

ein typisch graubraunes Gestein, welches komplett mit einer lackartigen Patina überzogen ist. Fundort: Algerische nördliche Sahara; Eigenfund 2001

Collector

Als Wüstenlack (auch Wüstenpolitur oder Wüstenpatina) wird ein dunkler Überzug von lack- bis firnisartigem Glanz aus Eisen- und Mangan-Oxiden bezeichnet, der typischerweise an Gesteinsoberflächen in Wüsten vorkommt. Er tritt nur bei Felsoberflächen auf, die nicht der Winderosion oder sonstigen Erosionstypen ausgesetzt sind, die also physikalisch stabil sind.

Die lackartigen Überzüge sind eine Verwitterung durch chemische Prozesse. Wüstenlack entsteht bei der Verdunstung von kapillar aufsteigenden Lösungen dieser Metalle aus dem Inneren der Gesteine in Verbindung mit Ton, der von außen angeweht wird. Diese Stoffe reagieren durch die hohen Temperaturen in der Wüste, wobei offensichtlich auch die Feuchtigkeit des morgendlichen Taus eine Rolle spielt. Durch Wärme steigen die gelösten Substanzen durch die Kapillaren auf, verdunsten an der Oberfläche und bilden eine harte, glänzende Versiegelung (Patina) aus Fe-und Mn-Oxiden.

Durch Anteile verschiedener anderer Spurenelemente und organischen Bestandteilen kann die Farbe verschiedene Brauntöne bis zum Tiefschwarz annehmen.

Auch der durch Windschliff (Korrasion) hervorgerufene firnisartige matte Glanz auf Gesteinen, der vielfach schon von Niederschlägen beseitigt wird, wird als Wüstenlack bezeichnet.


Literatur

  • Koert,W., 1916; Der Krusteneisenstein in den deutsch-afrikanischen Schutzgebieten, besonders in Togo und im Hinterland von Tanga (Deutschafrika). Hrsg. von der Geologischen Zentralstelle für die deutschen Schutzgebiete.
  • Schneiderhöhn, H., 1955; Erzlagerstätten
  • Widdowson, M., 2003; Ferricrete. In: Goudie, A. S. ed. Encyclopedia of Geomorphology. London: Routledge, pp. 365–367.


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