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Lagerstätten


Salzdom und Salzgletscher
Salzdom und Salzgletscher

Zagros-Gebirge, Iran

NASA Public Domain

Lagerstätten des Salinars (Na, K, Mg, J, Br-Salzlagerstätten)






Definition von Salzlagerstätten

Salzlagerstätten ist ein Sammelbegriff für Lagerstätten aus der Gruppe der leichtlöslichen Mineralien aus der Abfolge der chemischen Sedimente (chemische Sedimente und Sedimentgesteine), entstanden durch die Ausscheidung gelöster Stoffe beim Verdunsten von Wasser. Den Hauptanteil nehmen die durch die Verdunstung von Meerwasser entstandenen Lagerstätten von Steinsalz (Steinsalzlagerstätten) und Kalisalzen ein, die in der gesamten Schichtenfolge des Phanerozoikums anzutreffen sind mit einer Häufung im Perm und Tertiär. Besonders wichtige Produzenten für Stein-und Kalisalze sind Deutschland, USA, Kanada und Russland; in Ländern mit warmem Klima wird Meerwasser über die Eindampfung durch die Sonne zur Salzgewinnung genutzt. (Zitiert: GeoDZ-GeoLexikon)



Evaporite

Evaporit
Evaporit

Hartsalz-Ausfällungsschichten aus Anhydrit, Sylvin, Halit, Kieserit und Polyhalit mit Tonsubstanz Evaporit-Salzlagerstätte am Toten Meer, Jordanien

USGS, E. D. McKee

Evaporite (auch Eindampfungs- resp. Eindunstungsgesteine oder Salzgesteine) sind mineralische Sedimente, welcher auf und nahe der Erdoberfläche durch Verdunstung (Evaporation) wässriger Lösungen (Meerwasser (marine Evaporite) oder aus Grundwasser, Lagunen, Salzseen u.a. (kontinentale Evaporite) in der Reihenfolge zunehmender Löslichkeit entstehen.

Evaporite sind geologisch wichtig, weil sie Schlüsse auf die Umweltbedingungen zur Zeit ihres Absatzes erlauben. (u.a. aride Gebiete wie Küstenebenen oder Flachmeere wie das Tote Meer oder Death Valley).

Evaporite lagern sich bei fortschreitender Verdunstung des Wassers im ariden Klima in einem Meeres- oder Seebecken ab. (Entstehung saliner wässriger Lösungen). Die salinare Lösung kann dabei Meerwasser (Bildung von marinen Evaporiten) oder aber Grundwasser bzw. Porenwasser (Bildung terrestrischer Evaporite) sein. Terrestrische Salzbildungen entstehen durch Ausfällung von Mineralen aus kapillar aufsteigenden Grundwässern (semiarides und vollarides Klima) oder in abflusslosen Konzentrationsseen (arides Klima); der Salzgehalt ist von den anstehenden Gesteinen und Böden beeinflusst.In terrestrischen Evaporiten kommt es zur Bildung von Carbonaten, Chloriden, Nitraten, Sulfaten und Boraten. Evaporitische Minerale können in allen Bereichen auf oder nahe der Erdoberfläche auftreten

Evaporite beginnen sich zu bilden, sobald ihre Konzentration in Wasser einen bestimmten Grad erreicht hat, daß sie nicht länger mehr als Lösungen exisitieren können. Diese Übersättigung ist gewöhnlich das Resultat einer länger andauernden Verdunstung. Marine Evaporite bilden häufig eine Ausscheidungsabfolge, die den jeweiligen Grad der Verdunstung widerspiegelt. Die Ausscheidungs-Abfolge der Evaporite ist

  • zuerst (und damit in der Abfolge zuunterst): Carbonate (Kalksteine und Dolomite)
  • dann: Sulfate (Gips, Anhydrit)
  • dann: Halogenide (Halit, Sylvin)
  • zuletzt: Kali- und Magnesiumsalze (Bittersalze, Abraum- oder Edelsalze; Carnallit, Sylvinit, Kainit)

Diese setzen sich in der angegebenen Reihenfolge (vom schlecht löslichen zum leicht löslichen) bei fortschreitender Verdunstung des Wassers am Beckenboden ab. Diese Abfolge kann sich mehrfach, zum Teil auch unvollständig, wiederholen.

Auf eine klastische, tonige Sedimentation folgt die chemische oder bio-chemische Carbonatbildung (Aragonit, Calcit, Dolomit, der grösstenteils allerdings erst diagenetisch aus CaCO3 entsteht), Gipsbildung (Eindampfung von 70% eines Meerwassers mit heutigen Salzgehalten), Halitfällung (89% Eindampfung) und Kalisalzbildung (Sylvin, Carnallit, etc.). Den Abschluss der Ausfällung bildet Bischoffit. Wegen ihrer bedeutend geringeren Löslichkeit werden die Erdalkali-Carbonatminerale (z.B. Calcit, Aragonit, Dolomit, Magnesit), die Carbonate aufbauen, nicht zu den eigentlichen Evaporiten gezählt.

Obwohl im verdampfenden Wasser verschiedene Salze gelöst sind, kommen Halit-Gesteine recht rein vor, da die verschiedenen Salze verschiedene Löslichkeiten (quantifiziert als Löslichkeitsprodukte) besitzen. Die Salze erreichen deshalb bei verschiedenen Konzentrationen Lösungssättigung und fallen daher bei Erreichen unterschiedlich hoher Konzentration aus. Aus diesem Grund kommt z. B. in Süddeutschland Anhydrit über Steinsalz vor.

Dicke Schichten aus dem gleichen Salz können entstehen, wenn regelmäßig neues Wasser mit gelösten Salzen, z. B. über eine Landbrücke tritt und einen Binnensee wieder auffüllt. Dabei werden die bereits abgelagerten Schichten teilweise oder vollständig wieder gelöst, bis erneut eine gesättigte Lösung entstanden ist (oder die abgelagerten Schichten verbraucht sind) und beim weiteren Verdampfen sich wiederum zuerst die Salze absetzen, die in der Lösung am gesättigsten vorliegen.

Diese Prozesse werden auch in Meerwassersalinen als Methode zur Gewinnung von Meersalz benutzt, indem Meerwasser in flache Becken gepumpt und dort durch die Sonneneinstrahlung verdampft wird. Dabei werden die Becken regelmäßig mit weiterem Meerwasser aufgefüllt, bis Meersalz ausfällt. Dieses wird dann entnommen und getrocknet.

Evaporite haben eine eigene Nomenklatur, wobei ihre Benennung nach dem am stärksten vertretenen Mineral durch Hinzufügen des Suffixes - "it" erfolgt. (Bsp.: Sylvin - Sylvinit; Halit - Halitit etc.). Ausgenommen von dieser Regel sind die alten Bezeichnungen Anhydrit und Gips, die als verfestigte Aggregate immer mit der Nachsilbe- "stein" versehen werden (e.g. Anhydritstein und Gipsstein)

Aufgrund einer nicht eindeutigen oder tw. fehlenden Nomenklatur der Sedimentite gibt es unterschiedliche Klassifikationsmodelle, darunter nach chemisch-mineralischem Prinzip, nach Art der Ablagerung, nach Sedimentationsräumen oder nach dem organogenen Anteil.

So werden von manchen Autoren Kalksteine und Dolomite einerseits als die maritim entstandenen Karbonate, limnisch abgelagerten Seekalke und Kalksinter als chemisch-biogene Sedimente bezeichnet; andere Autoren erlauben auch eine Zuordnung der Kalksteine und Dolomite zu den Evaporiten. Auch eine scharfe Differenzierung der Entstehung von Kalksteinen und Dolomiten zwischen Präzipitaten (Ausfällungsgesteinen) und Evaporiten (Eindampfungsgesteine) ist nicht immer gegeben. Für die sehr unterschiedlichen Kalksteintypen gibt es kein allgemeingültiges Klassifikationsschema. Letztlich werden chemisch-biogene Sedimentite, darunter besonders Kalk- und Dolomitgesteine, als Neubildungen betrachtet.



Salzstock

Salzstöcke (auch als Salzdiapir, resp. Salzdom bezeichnet) sind unter Gebirgsdruck verformte, mächtige diapirische Salzgesteinsstrukturen (Evaporite), welche kegel- oder zapfenförmig durch überliegende Gesteinsschichten (bzw. das Deckgebirge (engl. Cap rock) dringen und diese plastisch deformieren, manchmal die Oberfläche der Erde erreichen und zu landschaftsprägenden Gebilden werden - den Salzgletschern. (s.o. > Bild der Salzdome und Salzgletscher im Iran). Salzdiapire verhalten sich bei ihrer Bildung ähnlich wie magmatische Intrusionen. Viele dieser Evaporitschichten liegen an der Oberfläche, andere wurden jedoch durch später erfolgte geologische Aktivitäten bedeckt.

1877 formulierte Carl OCHSENIUS die "Barren- oder Schwellentheorie" über die Entstehung von Salzlagerstätten.

"So lässt sich die Entstehung eines Salzstocks am Beispiel des Zechsteinmeeres in Mitteleuropa beschreiben:

  • Vor ca. 260 Millionen Jahren (im oberen Perm, dem Zechstein) entwickelte sich auf der nördlichen Erdhälfte ein extremes Trockenklima. Zeitgleich senkte sich der Festlandsockel unter das Niveau des Meeresspiegels, so dass große Teile der Nordhalbkugel überflutet wurden. Dieses Flachmeer wird entsprechend dem Erdzeitalter als Zechsteinmeer bezeichnet.
  • Der spätere Wegfall des Wasseraustausches mit dem Weltmeer und starke Sonneneinstrahlung führten zur Verdunstung des Wassers und zur Konzentration der im Meerwasser gelösten Salze. Karbonate (Kalkgesteine), Sulfate (Gipse) und Salze lagerten sich ab.
  • Nach weiteren 30 Millionen Jahren wurden die mittlerweile 500 bis 1000 Meter starken Salzschichten von Ablagerungen der geologischen Zeitalter des Buntsandsteins, Muschelkalks und jüngerer Sedimente überlagert. Die massive Salzschicht wurde durch die immer mächtigere Deckgebirgsschicht und Subsidenz (Absenkung) des Untergrundes in eine Tiefe von etwa 3000 Meter gedrückt. Da das Salz unter Druckeinwirkung plastisch reagiert - vergleichbar mit Eis- und Gletscherbewegungen - und zudem eine geringere Dichte als das umgebende Gestein besitzt, kam es zur aufwärts gerichteten Bewegung dieses Salzes (Salztektonik).
  • Vor ca. 80 Millionen Jahren entstanden durch weltweite Erdmassenbewegungen Schwächezonen, in die sich das Salz hineindrückte. Die Deckgebirgsschichten wurden in den Schwächezonen zur Seite gedrängt. Die Dicke der ursprünglichen Salzschicht verringerte sich in dem Maße, wie die Höhe des entstehenden Salzstocks wuchs.
  • Bei fehlenden Niederschlägen ist es so möglich, dass das Salz mehrere hundert Meter hohe mächtige Berge bildet, wie man es beispielsweise im Zagrosgebirge (Iran) beobachten kann.
  • Durch Subrosion kann sich als oberste, horizontale Begrenzungsfläche eines Salzstocks der sogenannte Salzspiegel bilden."

(Quelle: Wikipedia; Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar)

Salzstöcke können mehrere Kilometer Mächtigkeit und Höhe aufweisen. Sie gelten auch als Erdölfallen und sind wichtige Indikatoren für Erdöllagerstätten (am bekanntesten am Golf von Mexiko, e.g. in Mexiko, Louisiana und Texas).

Werden die Salzgesteine durch Grundwasser ausgelaugt, bilden sich schwer lösliche Rückstände aus Anhydrit, Gips, Ton und anderen schwer löslichen Gesteinen. Je nach Vorherrschen von Gips oder Anhydrit werden diese sogenannten Residualgebirge als Anhydrithut oder als Gipshut bezeichnet. Durch den bakteriellen Schwefelkreislauf können aus diesen Residualgesteinen auch abbauwürdige Schwefellagerstätten entstehen (s.a. Kapitel > Lagerstätten des bakteriellen Schwefelkreislaufs)

Salzstöcke sind ein weltweit verbreitetes Phänomen, das auftritt, sobald die Mächtigkeit der Salze und die der überlagernden Sedimente ausreichend groß ist, um Salzbewegungen zu ermöglichen. In Mitteleuropa sind sie vor allem im norddeutschen und polnischen Tiefland, und in den Alpen sehr häufig zu finden. Bekannt sind sie vor allem dann, wenn der Top des Salzstockes nahe an die Erdoberfläche reicht oder sogar ohne jede Überdeckung ansteht. Die leicht löslichen Salze (Halit) sind dann in den oberen Bereichen gelöst worden, so dass nur noch Gips zu finden ist.

Salzdom - Schematische Darstellung
Salzdom - Schematische Darstellung

Quelle: Johnson, 1916;
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Salzstock
Salzstock

Salzstock in Cardona, Provinz Barcelona, Spanien

Collector
Salzdom Sodom am Toten Meer
Salzdom Sodom am Toten Meer

Salzdom Berg Sodom am Toten Meer, Israel

Wilson 44691



Beispiele für Salzstöcke
  • Lüneburg in Niedersachsen
  • Der Kalkberg in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein
  • Sperenberg in Brandenburg
  • Salzstock Gorleben
  • Inowrocław in Polen
  • Hallstätter Salzberg, Ablagerungen des Tethysmeeres, Abbau seit der älteren Eisenzeit (Hallstattkultur)
  • Der Salzdom bei Abowjan in Armenien
  • Salzstock am Berg Sodom in Israel
  • Salzstock Cardona in Spanien



Salzgesteine



Halitit

Halitit ist ein überwiegend monomineralisches Gestein aus Halit (NaCl) (Steinsalz). Das Gestein kommt meist derb oder mit teilweise kristallinen Gefüge im mm- bis cm-Bereich vor. Halit ist farblos, bzw. durch Beimengungen grau, bläulich bis rötlich. Das Gestein hat einen stark salzigen Geschmack. Halitit bildet sehr mächtige Lager. Durch tonig-sulfatische Zwischenlagen kommt eine rhythmische Schichtung zustande.

Halitit
Halitit

Salzstein oder Steinsalz mit Nebengemengteilen wie Anhydrit, Carnallit, KIeserit, Polyhalit. Fundort: Grube Merkers, Rhön, Thüringen

Collector

Steinsalz in situ
Steinsalz in situ

Steinsalzkristalle in der Lagerstätte Merkers, Thüringen

Wampi



Sylvinit

weißer Sylvin mit rotem Carnallit
weißer Sylvin mit rotem Carnallit

Größe: 8 x 5 x 1.5 cm; Fundort: Verkhnekamskoe K-Lagerstätte, Permskaya Oblast, Ural, Russland

Pavel M. Kartashov
Sylvinit ist ein kaliumreiches Gestein aus Sylvin (KCl) und Halit (NaCl); tw. auch Kainit (KMgCl/SO4) mit erkennbarer Schichtung durch Wechsellagerung der Mineralien.



Carnallitit

roter Carnallit mit Sylvin und Halit
roter Carnallit mit Sylvin und Halit

Größe: 7.5 x 5 x 1.5 cm; Fundort: Verkhnekamskoe K-Lagerstätte, Permskaya Oblast, Ural, Russland

Pavel M. Kartashov
Carnallitit ist ein Salzgestein, das aus Carnallit, Halit, Bischofit (MgCl3 * 6H2O), Kieserit (MgSO4 * H2O) und Anhydrit (CaSO4) besteht und in der Carnallit-Region der Salzstöcke vorkommt. Das Gestein entsteht beim Verdunsten des Meerwassers unter Zurücklassung der inhaltlichen Meeressalze und unter Bildung eines Salzstocks.



Hartsalz

Hartsalz
Hartsalz

Lagerstätte Wieliczka, Polen

Piotr Sosnowski
Alle Salzgesteine, die härter sind als Steinsalz (Halit, NaCl), werden bergmännisch als Hartsalze bezeichnet. Man unterscheidet kieseritisches Hartsalz: Hier ist Steinsalz (Halit) gemengt mit Sylvin (KCl) und Kieserit (MgSO4). Zusammensetzung: 20-30% KCl, 40-60% NaCl, 15-30% MgSO4, 1-3% MgCl3, 0,5-5% Gips und anhydritisches Hartsalz (Südharz-Typ): Hier ist Halit (NaCl) gemengt mit Sylvin (KCl) und Anhydrit (CaSO4). Zusammensetzung: 20-30% KCl, 50-60% NaCl, unter 1% MgCl3, der Rest Anhydrit (CaSO4)



Steinsalz

Bevor es technische Möglichkeiten zur Kühlung gab, war Salz ein wichtiges Mittel zur Konservierung von Lebensmitteln und daher ein wertvolles Wirtschaftsgut. Wo es mit wenig Aufwand gewonnen werden konnte, entstanden häufig Siedlungen und Städte. Ein Beispiel ist Lüneburg. Viele Ortsnamen weisen auf die Bedeutung der Salzgewinnung aus Steinsalz hin, wie Salzdetfurth, Salzgitter, Salzbrunn, Salzuflen und Salzburg, als auch Ortsnamen mit dem Wortstamm hall wie Halle, Bad Friedrichshall, Schwäbisch Hall, Hallstatt und Hallein. In Polen befindet sich bei Wieliczka eines der ältesten Salzbergwerke Europas. Dort ist bereits 3500 v. Chr. der Salzabbau nachweisbar. Durch die Auffaltung gelangten dort ursprünglich tiefliegende Salzschichten nahe an die Oberfläche und bildeten die Lagerstätten von Hallstatt und Hallein in Österreich, das seit der Zeit der Kelten genutzt wird, sowie in Berchtesgaden und Bad Reichenhall in Deutschland.

Steinsalz - Bergbau
Steinsalz - Bergbau

Salzbergbau Salina Praid, ca. 5km S von Sovata, Landkreis Harghita, Gheorgheni.Berge, Rumänien

RomaniaPlanet Oddities

Steinsalz
Steinsalz

Steinsalz von der Salado - Formation in New Mexico, USA

James St. John



Entstehung der Lagerstätten

In Europa gibt es nördlich der Mittelgebirge ein von Frankreich über Deutschland über Polen bis nach Rumänien reichendes Gebiet, in dem in großer Tiefe mächtige, im Perm gebildete Salzschichten lagern. An manchen Stellen stiegen Salzdome so hoch, dass sie Anschluss an das Grundwasser fanden und sich Salzquellen bildeten. Salzdome nahe der Oberfläche wurden bereits früh zur Salzgewinnung genutzt.

Durch Veränderungen des Meeresspiegels bei unterschiedlichem Klima und tektonische Verschiebungen wurden flache Meeresgebiete durch vorgelagerte Erhebungen ("Barren") von den Ozeanen getrennt. Es bildete sich vor 250 Millionen Jahren das Zechsteinmeer. Wenn der Zufluss von Süßwasser aus Flüssen in diese Gebiete geringer ausfiel als die Verdunstung, konzentrierten sich allmählich die im Meerwasser gelösten Mineralien. Ab einer vom Mineral abhängigen Konzentration ist die Lösung gesättigt. Weitere Verdunstung hat zur Folge, dass das Mineral ausfällt und als Feststoff zu Boden sinkt. Von den in größeren Mengen im Meereswasser gelösten Mineralien geschieht dies als erstes mit Calciumcarbonat, das sich als Kalk absetzt. Anschließend setzt sich Calciumsulfat ab und bildet eine Gipsschicht. Bei weiterer Verdunstung setzt sich Natriumchlorid als Salzschicht am Boden des Meeresgebiets ab. Wenn die Senke schließlich ganz trocken fällt, lagern sich am Boden durch Wind als Staub herangetragene Tonmineralien ab und bilden eine wasserundurchlässige Tonschicht.

Da die Abtrennung des Meeresgebiets ein langsamer Vorgang ist und der Meeresspiegel Schwankungen unterworfen ist, strömt wiederholt Wasser aus dem angrenzenden Ozean herein. Dadurch können die sich absetzenden Schichten mehr Mineralien enthalten, als bei der geringen Tiefe eines Flachwassermeeres zu erwarten wäre. Außerdem kam es vor, dass sich der gesamte Vorgang mehrfach wiederholte. Dadurch entstehen Schichtungen von Kalk, Gips, Salz und Ton. Im weiteren Verlauf der Erdgeschichte stieg der Meeresspiegel wieder so weit, dass die Gebiete wieder längere Zeit an die Ozeane angeschlossen waren. Am Boden dieser Flachwassermeere lagerten sich Sedimentschichten ab und bildeten Sedimentgestein. Diese Sedimentschichten können in Europa eine Dicke von Hunderten von Metern über den im Perm-Zeitalter gebildeten Salzschichten haben. Da Salz eine deutlich höhere Plastizität und eine geringere Dichte als das Sedimentgestein aufweist, wurde es an einigen Orten durch den Druck der auf ihm liegenden Schichten in Salzdomen nach oben gedrückt. Dadurch ist hier der Abbau des Steinsalzes mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich (Quelle: Wikipedia; Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar)



Kalisalz / Potash

Als Kalisalze werden natürliche Salze bezeichnet, welche aus einer Mischung verschiedener Salzmineralien mit einem hohen Gehalt an Kaliumverbindungen bestehen. Wichtige Bestandteile von Kalisalz sind
  • Halit: NaCl
  • Sylvin: KCl
  • Carnallit: KMgCl3 ·6 H2O
  • Kieserit: MgSO4 · H2O

Der Name Pottasche stammt von der alten Methode zur Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Holzasche durch Auswaschen mit Wasser und anschließendem Eindampfen in Pötten (Töpfen). Der traditionelle Name stand auch Pate für die englischen Namen potash und potassium, wobei potash viele mineralische Kaliumsalze einschließt und besser mit Kalisalz übersetzt werden sollte.

Kalisalz-Halde
Kalisalz-Halde

Kalisalz-Halde des Kaliwerkes Wintershall Heringen. Niedersachsen.

Erik

Kalisalz
Kalisalz

Kalisalz von Carlsbad, New Mexico, USA

Beatrice Murch



Im Gegensatz zum in der Regel farblosen Steinsalz, das fast ausschließlich aus Halit besteht, hat Kalisalz oft eine orange-rote bis hellbraune Farbe, hervorgerufen durch eingelagerte Eisenoxide und -hydroxide. Je nach Hauptbestandteil unterscheidet man zwischen kieseritischem, sylvinitischem und carnallititischem Kalisalz. Die meisten der weltweit abgebauten Lagerstätten weisen einen sylvinitisch oder carnallitisch ausgeprägten Rohstoff auf. Ausgedehnte Kieseritvorkommen gibt es hauptsächlich in Deutschland.



Entstehung der Lagerstätten

Kalisalze entstanden vor gut 250 Millionen Jahren im sogenannten Zechstein (junges Perm) oder im Tertiär (Oberrheingraben, Becken von Wittelheim, Oberelsass und bei Buggingen in Südbaden). Im Bereich der heutigen Kalilagerstätten befanden sich zu dieser Zeit die Randbereiche früherer Kontinente. Durch tektonische Bewegungen entstanden in diesen Randbereichen wiederholt flache Meerwasserbecken, die durch Barrieren vom übrigen Ozean, dem Zechsteinmeer, abgetrennt wurden. Das trockene und heiße Klima begünstigte eine starke und schnelle Verdunstung, so dass je nach Löslichkeit nacheinander folgende Stoffe auskristallisieren
  • Kalkstein/Dolomit (Eindunstung auf ca. 25 % der Ausgangsmenge),
  • Gips/Anhydrit,
  • Steinsalz,
  • Kalisalz (selten: bei Eindunstung auf ca. 2 % der Ausgangsmenge),
  • Magnesiumsalze

Meist wurde die Evaporitfolge aber bereits im Stadium der Gips- oder Steinsalzabscheidung beendet. Die auskristallisierte Salzabfolge wurde dann entweder durch eingewehten Staub (Ton) geschützt, wuchs weiter durch Überdeckung durch bereits stark eingedunstetes Meerwasser oder wurde partiell wieder aufgelöst.

Dieser Prozess wiederholte sich, so dass wir in Europa im Zechstein heute von fünf Salzserien sprechen, auch Zechsteinserien genannt.

Im Laufe der Zeit wurden diese Schichten mehrfach überdeckt (zum Beispiel durch Sandstein). Da Salz unter Druck plastisch reagiert, folgt es dem geringsten Widerstand an Schwächelinien. Dies können z.B. Verwerfungen oder Klüfte sein. So entstanden Salzkissen, -mauern und Salzstöcke. Am Rande dieser Aufstiegssalze wurden mesozoische Gesteinsschichten mit aufgeschleppt und es kam teilweise zu Aufwölbungen an der Oberfläche. Dies können kleinere Sättel sein, aber auch so bekannte Orte wie der „Hildesheimer Wald“ oder die Insel Helgoland. (Quelle: Wikipedia; Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar)

Die weltweit größten Vorkommen von Kalisalz liegen in Sasketchewan in Canada, Solikamsk in Russland (hier bes. Sylvin), Kalusz in Weißrussland sowie im chinesischen Lop Nor. Auch aus Salzseen wie dem Toten Meer werden von Israel und Jordanien bedeutende Mengen gewonnen. Bedeutende Vorkommen auch in Cardona in Katalonien sowie in New Mexico und Texas, USA.

Die deutschen permischen Kalisalz-Lagerstätten liegen im Gebiet Staßfurt (Staßfurter Kieseritregion)-Werra-, Leine- Aller (Gorleben-Braunschweig-Hannover in Niedersachsen), in der Altmark und der Griesen Gegend, im Raum Magdeburg-Halle in Sachsen-Anhalt (Zielitz) sowie in Südbaden (seit den 1970er Jahren stillgelegt), im Solling, Südharz (stillgelegt) und Dün und im Werra-Fulda-Bereich in Hessen und Thüringen (Neuhof-Ellers, Werra-Kalirevier mit Werken in Heringen, Philippsthal und Unterbreizbach).



Literatur

  • AAPG, 1971; Origin of Evaporites; selected papers; American Assoc. of Petroleum Geologists
  • Betechtin, A.G., 1968; Lehrbuch der speziellen Mineralogie;
  • Boggs, S., 2006, Principles of Sedimentology and Stratigraphy (4th ed.), Pearson Prentice Hall, Upper Saddle River, NJ, 662 p.
  • Borchert, H., 1959; Ozeane Salzlagerstätten; Gebr. Borntraeger, Berlin
  • Borchert, H., Muir, R.O., 1964; Salt deposits - the origin, metamorphism and deformation of Evaporites. Van Nordstrand, London
  • Melvin, J. L.(ed) 1991, Evaporites, petroleum and mineral resources; Elsevier, Amsterdam
  • Ochsenius, C., 1877; Die Bildung der Steinsalzlager und ihrer Mutterlaugensalze unter specieller Berücksichtigung der Flötze von Douglashall in der egeln'schen Mulde.
  • Okrusch, M., Matthes, S., 2005; Mineralogie. 7. Auflage. ISBN 3-540-23812-3.
  • Schneiderhöhn, H., 1955; Erzlagerstätten
  • Schreiber, B.C., Hsü, K.J., 1980; Evaporites. In Developments in Petroleum Geology, Vol. 2 (Ed. G.D. Hobson), pp. 87–138. Elsevier Science, Amsterdam.
  • Scruton, P.C., 1971; Deposition of Evaporites; In: Origin of evaporites; AAPG Bull.,American Assoc. of Petroleum Geologists (, Tulsa, Oklahoma)
  • Wikipedia




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