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Lagerstätten


SHMS (SEDEX)- Lagerstätten

SHMS-Lagerstätte Broken Hill
SHMS-Lagerstätte Broken Hill

Die Silberminen von Broken Hill in Australien um 1908

Oxyman



Sediment-gebundene Massivsulfidlagerstätten

In neueren Publikationen wird der Begriff „SEDEX“ (sedimentär-exhalativ) durch „SHMS“ (Sediment hosted massive Sulphides - Sediment-gebundene Massivsulfide)(1) ersetzt, um vorschnelle genetische Interpretationen zu vermeiden.

Die SHMS / SEDEX-Lagerstätten entsprechen genetisch den VHMS-Lagerstätten, sind jedoch an Sedimente gebunden.

SHMS(SEDEX) bzw. sedimentärgebunde submarin-exhalative oder vulkano-exhalative Lagerstätten sind Lagerstätten, die durch den Austritt von heißen, mineralhaltigen submarinen Lösungen von tieferliegenden intrakrustalen Herden, vorwiegend in sauerstofffreien tieferen Bereichen des Meeresbeckens entstanden sind . Hierbei werden feinkörnige Erzminerale (vorwiegend Sulfide) im Meerwasser chemisch ausgefällt und schichtkonkordant, oft in Form gebänderter Erzkörper (Exhalite), abgelagert, welche mit marinen Sedimentgesteinen (tw. Laminite) wechselgelagert sind. Deshalb werden sie auch, etwas umständlich, als „stratiforme Sulfidlagerstätten sedimentärer Zugehörigkeit“ bezeichnet. (Schon am Gefüge der Erzproben wird sichtbar, dass dieser Lagerstättentyp in der Systematik zwischen den magmatischen und sedimentären Lagerstätten einzuordnen ist (UNI Kiel). Der Übergang von vulkano-sedimentären Massivsulfidlagerstätten zu rein vulkanogenen Massivsulfidlagerstätten ist hierbei fließend. Letztere sind jedoch fast nur noch mit vulkanischen Gesteinen verbunden.

SHMS/SEDEX-Lagerstätten entstehen in kontinentalen Becken erster Ordung (>100 km Längerstreckung) und zweiter Ordnung (>10 km Erstreckung), die durch synsedimentäre Tektonik gebildet wurden, aber auch an passiven Kontinentalrändern. Die Becken füllten sich mit klastischen Sedimenten, Karbonaten, Tonen und Evaporiten. Die Auflast der Sedimente bewirkt die Beckenentwässerung. Die Wässer sind Cl- (aus Evaporiten) und SO4-haltig (aus Gips/ Anhydrit), sprich sie sind sauer/aggressiv. Bedingt durch den Wärmefluss kommen die Fluide in Bewegung, migrieren durch Aquifere und Schwächezonen (Störungen) beckenaufwärts, wobei sie die Durchflussgesteine auslaugen und Metalle konzentrieren. Im Kontakt mit dem Meerwasser, fallen die Erze aus. Treffen die Fluide carbonatische Gesteine, neutralisiert das Carbonat die wässrige Lösung. Die Metalle können nicht mehr in Lösung gehalten werden und scheiden ebenfalls aus. (Beispiele: die devonischen Lagerstätten des Rammelsberges im Harz und Meggen im Sauerland).(Quelle: MICHAELIS, G., 2002)

Im Liegenden sind Stockwerksvererzungen geringfügig ausgebildet. Lateral sind Cu, Pb- und Zn oder vertikal Cu-Zn-Pb-Zonierung. Die Zonierung wird durch rasche Abkühlung der hydrothermalen Lösungen bei der Reaktion mit Meerwasser bewirkt. Zeitgleich mit der Vererzung findet Vulkanismus statt, welcher durch Tuffitlagen oder Intrusiva gekennzeichnet ist. (LARGE, 1980).

SEDEX-Lagerstätten bestehen zum größten Teil aus Pyrit. Dennoch stellen sie heute die wichtigste Quelle für Blei, Zink und Baryt dar, und decken einen wichtigen Teil des weltweiten Bedarfs an Silber, Kupfer, Gold, Wismut and Wolfram. Bekannte Beispiele sind der europäische Kupferschiefer, die riesigen Lagerstätten des sambisch-kongolesischen Copperbelts, die Sullivan Mine in British Columbia, Red Dog in Alaska, sowie Mount Isa und Broken Hill in Australien. Auch das historische Bergwerk Rammelsberg im Harz wird heute diesem Lagerstättentyp zugerechnet.

(1) Die gebräuchlichste Klassifikation von Massivsulfiden beinhaltet vier unterschiedliche Typen: Zypern-Typ, Besshi-Typ, Kuroko-Typ und Primitiver Typ. Dieser Gruppe ist häufig der Sullivan-Typ oder die sogenannten sedimentär-exhalativen (SEDEX)-Lagerstätten zugeordnet, die zwar an Sedimente gebunden sind, jedoch zu den Massivsulfid-Lagerstätten keine unterschiedliche Genese aufweisen.


Vererzung

Die konkordant in marine Sedimente eingebetteten Erzkörper sind in der Regel linsen- oder schichtförmig. Das Verhältnis der seitlichen Ausdehnung zur Mächtigkeit beträgt mindestens eins zu zehn. Einzelne Massivsulfidlagen sind in der Regel zwischen wenigen Millimetern bis zu einigen Metern mächtig. Der bekannte Kupferschiefer besteht sogar aus nur einem einzigen Flöz, der sich über weite Teile Mitteleuropas erstreckt, dabei aber nur selten mächtiger als einen Meter wird. Beim Wirtsgestein handelt es sich meist um feine Tonsteine oder Tonschiefer, Pelite und Argillite. Die Erzzonen sind oft reich an organischer Substanz. In der Blei-Zink-Lagerstätte von Sullivan sind die Sedimente allerdings etwas sandiger, mit gelegentlichen Einschaltungen von unreinen Quarziten und gröberen Konglomeraten. Auch im sambisch-kongolesischen Kupfergürtel sind die Lagerstätten zuweilen in sandige Psammite und Arkosen eingebettet. Die Zufuhrkanäle, an denen die mineraliserenden Lösungen austraten, sind nur selten aufgeschlossen, ihre Existenz wird aber vorausgesetzt. Dort wo sie entdeckt wurden, weisen sie meist eine hydrothermale Gesteinsumwandlung und Brekziierung auf.

SHMS-Lagerstätten weisen oft hohe Gehälter an Pb, Zn, Cu, Ba und S auf. Häufige Erzminerale sind Bornit, Chalkosin, Chalkopyrit, Galenit, Sphalerit, etc. Mit der Entfernung von den vulkanischen Schloten nimmt auch der Erzgehalt der Sedimente ab.

Innerhalb tektonisch gestörter Abfolgen entwickeln sich eine SEDEX-Vererzungen ähnlich, wie andere Massiv-Sulfid-Lagerstätten, da es sich um eine nachgiebige (inkompetente) Lage mit geringer Scherfestigkeit innerhalb von Sedimentgesteinen aus starreren Silikaten handelt. Deshalb finden sich viele Beispiele für Boudinage-Strukturen, Gänge und Adern aus Sulfiden, sowie hydrothermal wiedermobilisierte und angereicherte Abschnitte.


Entstehung

Bis in die 1950er Jahre wurden diese Art von Erzkörpern den hydrothermalen Verdrängungslagerstätten zugerechnet, die erst nach der Bildung der umgebenden Sedimente (epigenetisch) in diese eindringen. Erst danach erkannte man, dass sie zum größten Teil gleichzeitig (syngenetisch) mit ihrem Wirtsgestein in Meeresbecken abgelagert werden. Seit den 80er Jahren geht man davon aus, dass vulkano-exhalativen Lagerstätten unter Bedingungen entstehen, wie man sie noch heute an untermeerischen vulkanischen Schloten, (> Black Smokers; Schwarze Raucher), beobachten kann, allerdings nicht in der Tiefsee, sondern während oder nach der Transgression von relativ flachen Meeren über kontinentale Kruste. Im Fall des sambischen Kupfergürtels geht man von einer gleichzeitigen Einsenkung von tektonischen Riftsystemen und Becken aus. Die dabei entstandenen Störungen und Grabenbrüche wären dann der Schauplatz vulkanischer Prozesse gewesen und gleichzeitig die Zufuhrkanäle der mineralisierenden Lösungen. Viele vulkano-exhalative Blei-Zink-Lagerstätten werden in einem Milieu ähnlich dem Golf von Kalifornien verortet, wo heute tatsächlich die Ablagerung von Sulfiden und Baryt in abgeschlossenen Meeresbecken beobachtet wird.

Ob daneben auch noch der Eintrag von Verwitterungsprodukten und mineralischer Lösungen von den angrenzenden Festländern von Bedeutung ist, oder ursprünglich sedimentäre Mineralbildungen später epigenetisch überprägt wurden, ist jedoch in vielen Einzelfällen umstritten.

SHMS / SEDEX-Lagerstätten entstehen in kontinentalen Becken, aber auch an passiven Kontinentalrändern. Die Quelle der Metalle und der mineralisierenden Lösungen für SHMS / SEDEX-Lagerstätten können Solen aus der Tiefe sein, die in Kontakt mit Sedimentgesteinen stehen. Diese Solen sind saline bis hypersaline Wässer, die während der Verfestigung von Sedimenten (Diagenese) freigesetzt werden. Spuren von Blei, Kupfer und Zink finden sich in allen Sedimenten. Die Becken füllen sich mit klastischen Sedimenten, Karbonaten, Tonen und Evaporiten. Die Auflast der Sedimente bewirkt die Beckenentwässerung. Die Wässer sind Cl- (aus Evaporiten) und SO4-haltig. Während die Einsenkung des Beckens anhält und die Hitze auf etwa 150 ° bis 350 °C zunimmt, beginnen die Tonminerale unter dem Druck zu rekristallisieren und geben ihr Kristallwasser frei, zusammen mit dem Salz und den inkompatiblen Metallen. Man schätzt, dass die entstehenden hydrothermalen Fluide eine Salinität von bis zu 35 % NaCl haben, mit Metall-Konzentrationen von 5 bis 15 ppm Zink, Kupfer und Blei, und bis zu 100 ppm Barium und Eisen. In der Regel enthalten diese Schichtwässer auch erhebliche Anteile von Schwefel. Treffen die Fluide carbonatische Gesteine, neutralisiert das Carbonat die wässrige Lösung. Die Metalle können nicht mehr in Lösung gehalten werden und scheiden ebenfalls aus. (Beispiele: die devonischen Lagerstätten des Rammelsberges im Harz und Meggen im Sauerland).(Quelle: MICHAELIS, G., 2002)

Andererseits können die Metalle ihren Ursprung auch in magmatischen und hydrothermalen Fluiden aus Magmakammern unterhalb des Ozeanbodens haben. Dieser Vorgang ist bedeutend in der Umgebung von vulkanischen Ketten bei mittelozeanischen Rücken und Inselbögen.

Der Transport dieser heißen Solen erfolgt durch geschichtete Speichergesteine auf die geologischen Störungen zu, welche die Schichtpakete in einzelne Sedimentationsbecken unterteilen. Die Solen sickern in die Beckenrandstörungen ein, wandern wegen des thermischen Auftriebs und des Drucks des unterliegenden Reservoirs nach oben, und werden in das Ozeanwasser abgegeben. Die Austrittszonen können breckziierte vulkanische Durchschlagsröhren (Diatreme) sein, einfache Fumarolen, oder sogenannte seepage mounds aus Kieselschiefer und Sulfiden.

Die Ablagerung erfolgt jedoch auf tiefer liegenden Gebieten des Ozeanbodens, wohin die schweren, heißen Solen fließen und sich mit kälterem Meerwasser mischen. Dies führt dazu, dass die in der Sole gelösten Metalle und der Schwefel als feste Metall-Sulfid-Erze aus der Lösung ausfallen und als Schichten sulfidischer Sedimente abgelagert werden. (Quelle: Wikipedia. Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar).


Mineralisations-Typen

Typische SEDEX-Mineralisationen sind am bekanntesten in Pb-Zn-Klassifikationsschemen, da der größte Teil und die wichtigsten Lagerstätten dieses Types durch sedimentär-exhalative Prozesse gebildet wurden. Es sind jedoch auch andere Formen der SEDEX-Mineralisation bekannt.

  • Die super-gigantischen Lagerstätte des sambischen Kupfergürtels werden als SEDEX-Typ Cu-Mineralisationen in Arkose-Schiefern mit sedimentären Sequenzen betrachtet. Innerhalb der Botswana-Ausdehnung der DAmara-Supergruppe wird die SEDEX-Natur durch chemische Kalksteinsedimente bestätigt.
  • Es wird angenommen, dass die meisten der weltweiten Baryt-Lagerstätten durch SEDEX-Prozesse entstanden sind.
  • Es wird angenommen, dass die Wolfram-LAgerstätte(n) des Erzgebirges in Tschechien dirch SEDEX-Prozesse gebildet wurden.

Charakteristische SHMS/SEDEX-Lagerstätten


Rammelsberg im Harz

Der Rammelsberg ist ein 635 m hoher Berg am Nordrand des Harzes, südlich der Stadt Goslar in Niedersachsen. Im Unterschied zu den Ganglagerstätten des Oberharzes entstand die Lagerstätte Rammelsberg sedimentär-submarin-exhalativ im Mitteldevon. Am Boden des Devonmeeres bildeten sich zwei große Erzlinsen, die während der Karbonzeit in die Faltung der Gesteine mit einbezogen wurden und deshalb schräg im Berg liegen. Man geht davon aus, dass tiefgreifende Zerr- und Scherfugen am Westrand der Westharzscholle evtl. ein Tiefengesteinsmagma anschnitten. Zahlreiche Tufflagen im Nebengestein weisen allerdings auch auf eine starke vulkanische Tätigkeit hin.

Profil des Rammelsberges
Profil des Rammelsberges

Stich von Wilhelm Ripe, 1879. Goslar, Harz, Niedersachsen.

Archiv: Doc Diether
Rammelsberg, Goslar
Rammelsberg, Goslar

Besucherbergwerk und Museum, Aufbereitung

Haldenschreck

Die aufsteigenden Hydrothermen führten Erzlösungen in das Meeresbecken. Die ausgefällten Erze wurden mit dem Meeresschlamm lagenartig sedimentiert (sediment-gebundene, submarin-hydrothermale Vererzung). Es bildeten sich dabei zwei Erzlager "Altes Lager" und "Neues Lager". Von diesen beiden Lagern wird allgemein angenommen, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind.

Daneben gibt es aber auch eine andere Erklärung zur Entstehung der beiden Lager. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich ein einziges großes Erzlager bildete, welches durch tektonische Einflüsse in die beiden genannten Lager getrennt wurde.

Der Erzabbau begann im Alten Lager, das an der Erdoberfläche durch Erosion freigelegt wurde. Das Neue Lager wurde erst im 19. Jahrhundert durch gezielte Erkundung entdeckt. In den etwa 1.000 Jahren des Bergbaus wurden von den geschätzten 29 Mio. Tonnen etwa 25 Mio. t Erz gefördert. Am Rammelsberg wurden hauptsächlich silberhaltiger Galenit, sowie Blei-Zinkerze abgebaut und daraus Silber, Blei, Zink, Kupfer und Gold gewonnen.

Archäologische Schlackenfunde lassen den Schluss zu, dass am Rammelsberg bereits ca. 1.000 Jahre v. Chr. silberhaltiges Erz gewonnen wurde. Funde von Erzresten und Schlacken aus den 1980er Jahren datieren einen ersten Silberbergbau auf die Zeit des 3. bis 4. Jh. n. Chr. Die erste offizielle Erwähnung des Bergbaus stammt vom Mönch Widukind de Corvey aus dem Jahr 968 in dessen "Sachsenspiegel". Bis zum 1. Weltkrieg im Jahr 1914 gab es erhebliche technische Neuerungen, darunter die Einführung von Firstenbau, der Sprengtechnik statt Feuersetzen, Drahtseilen an Stelle von Hanfseilen und erste Gesteinsbohrmaschinen, welche mit Druckluft arbeiteten. 1924 erfolgte die Gründung der Unterharzer Berg- und Hüttenwerke GmbH. Eine zweite starke Ausbauphase, darunter eine Flotationsanlage, fand in den Jahren 1936 bis 1937 statt. Im Jahr 1988 wurde der Betrieb des Bergwerks Rammelsberg wegen Erschöpfung der Erzvorräte aufgegeben. 1992 erfolgte die Ernennung des Erzbergwerks Rammelsberg, gemeinsam mit der Stadt Goslar, zum UNESCO Weltkulturerbe.


Las Herrerias in Almeria, Spanien

Die schichtgebundene Ba-Sb-Ag-Fe-Hg-Lagerstätte Las Herrerias im neogenen Vera-Garrucha-Becken in SE-Spanien ist ein auszezeichnetes Beispiel einer Meeresboden-hydrothermalen Mineralisation aus dem Oberen Miozän. Die Erzkörper (Baryt, Jaspis, Fe-Mn-Oxide und Hydroxide (Krusten und Röhren) sowie gediegenes Silber) sind bedeckt von der mächtigsten Exhalit-Lagerstätte in Spanien (über 200 m weit und einer Mächtigkeit von ca. 10 m). Die Exhalite bestehen aus mm- bis m-großen alternierenden horizontalen Betten aus Baryt und rotem Jaspis. Winzige Inklusionen von KCl, Ti-haltigem Hämatit und Sulfiden (Pyrit, Sphalerit, Galenit und Cinnabarit) finden sich disseminiert im Jaspis. In der Gegend des Valle del Azogue (Quecksilber-Tal) sind Kaolinit, zusammen mit Quarz, Baryt, Calcit, Serizit, Gips, Pyrit und Sphalerit die Hauptbestandteile der hydrothermalen Brekzien.

Das gesamte hydrothermale System wird als konvektiv definiert, mit Temperaturen zwischen 160 ˚C und 360 ˚C, in Verbindung mit den letzten Stufen des obermiozänischen Kalk-Alkali-Vulkanismus.

Las Herrerias -Spanien
Las Herrerias -Spanien

Las Herrerias im Jahr 1905; Herrerias, Almeria, Spanien

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Las Herrerias
Las Herrerias

Aufbereitung und Verhüttung im Jahr 1905;
Foto: E.L. Morin

Archiv Peter Seroka

Broken Hill in Australien

Broken Hill befindet sich im Süden der sogenannten Curnamona Province, einem kratonen Block im Westen von New South Wales und im Osten von South Australia. Die Broken Hill Domain mit dem Erzkörper von Broken Hill ist der südöstliche Teil der Curnamona Province, in der die Paläoproterozoischen Gesteine der Willyama Supergroup zutage treten. Die Gesteinseinheit wurde vermutlich in einem intrakontinentalen Backarc-Becken hinter einer Subduktionszone abgelagert. Das Alter der Supergroup beträgt etwa 1,72 bis 1,70 Milliarden Jahre. Bei diesem Becken handelte es sich vermutlich um ein Halbgrabensystem, die Hauptstörung wird westlich von Broken Hill angenommen. Die Mächtigkeit der Willyama Supergroup wird in der Broken Hill Domain auf bis zu 13 km geschätzt. Vor etwa 1,6 Milliarden Jahre wurden die Gesteinseinheiten bei der Olarischen Orogenese metamorph überprägt und deformiert. Die Delamerische Orogenese vor etwa 500 Millionen Jahre hatte ebenfalls einen Einfluss auf die Gesteinseinheiten, wenn auch einen weit geringeren.

Alte Junction Mine
Alte Junction Mine

Broken Hill, New South Wales, Australien

Andrew West
North Mine & Tagebau
North Mine & Tagebau

Broken Hill, New South Wales, Australien

Rod Wilkinson

Der Erzkörper von Broken Hill befindet sich stratigraphisch etwa im mittleren Teil der Willyama Supergroup. Es handelt sich dabei um eine sedimentär-exhalative Lagerstätte, wenn auch die genaue Genese noch umstritten ist. Es handelt sich um den größten Blei-Zink-Erzkörper der Welt mit rund 280 Millionen Tonnen Erz. Damit ist die Lagerstätte rund 10 mal größer als die vergleichbare Lagerstätte Rammelsberg bei Goslar in Deutschland. Haupterzminerale sind Galenit und Sphalerit, das Erz enthält aber auch große Mengen an Granat. Die durchschnittlichen Erzgehalte liegen bei 2,5 bis 15 % Blei, 5 bis 20 % Zink und 20 bis 300 g/t Silber. Die Lagerstätte Broken Hill ist für ihren Reichtum an verschiedenen Mineralen bekannt, unter ihnen viele außergewöhnliche Raritäten.


Sullivan Mine in British Columbia

SEDEX - Lagerstätte Sullivan
SEDEX - Lagerstätte Sullivan

Sullivan Mine in British Columbia, Canada;
Foto: Um 1926; Source: B.C. Archives

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Die Sullivan Mine bei Kimberley in British Columbia (Canada), war jahrzehntelang das größte Pb-Zn-Ag-Bergwerk der Welt, der Betreiber war das Bergwerksunternehmen Cominco. Das Vorkommen wurde 1892 entdeckt; die Grube war operativ von 1907 bis 2001. Exs wurden ca. 140 mio t Erz gefördert, aus welchen 8 mio t Pb- und Zn-Metall sowie 280 mio Unzen Ag (heutiger Wert etwas über 40 Mrd US$ zu heutigen Preisen) erzeugt wurden.

Die Lagerstätte Sullivan ist die größte von mehreren stratiformen Pb-Zn-Ag-Lagerstätten nahe Kimberley in SE-British Columbia. Das Erz ist an Gesteine der Aldridge-Formation (Purcell-Supergruppe) gebunden, eine Sequenz mittelproterozoischer Metasedimente mit Grünschiefer-Metamorphosegrad.

Die Sullivan Mine ist ein klassisches Beispiel einer SEDEX-Lagerstätte mit ursprünglichen Erzrserven von ca. 160 mio t, mit Gehalten von 6.5% Pb, 5,6% Zn, 67g/t Ag und 25,9% Fe. Die Lagerstätte wurde im wesentlichen aus einer breiten schichtförmigen, nach oben gerichteten ca. 1,6 x 2 km großen konkaven Linse gebildet und bestand hauptsächlich aus Pyrrhotit, Sphalerit, Galenit und Pyrit. Der westliche Teil der Lagerstätte war Teil eines ausgedehnten Schlotkomplexes; der östliche Teil bestand aus laminierten Sulfiden. In der direkten Nachbarschaft zu Sullivan gab es auch noch andere kleinere SEDEX-Lagerstätten innerhalb eines nach S streichenden unterbrochenen geothermischen Feldes, dem sogenannten Sullivan Nordstern-Graben.


Mes Aynak in Afghanistan

Kupferlagerstätte Mes Aynak
Kupferlagerstätte Mes Aynak

Mes Aynak in Afghanistan; im Bild das Camp der Archäologen.

Jerome Starkey

Mes Aynak (Dari: Kupferquelle, Kupferschacht) ist ein ca. 40 Kilometer SE von Kabul gelegener Ort Ort im Mohammad Agha Distrikt in der Provinz Lawhgar. Mes Aynak war von der späten Kuschana-Zeit bis zur späten Shahi-Zeit (2. bis 9. Jh.) eine weitläufige buddhistische Siedlung. Die Siedlung bestand aus mehreren reich verzierten Klosteranlagen mit Stupas und hunderten von Buddhastatuen sowie Wohn- und Gewerbebauten. Unterhalb der buddhistischen Klosterruinen wurden Überreste einer prähistorischen Siedlung aus der Bronzezeit entdeckt.

Mes Aynak beherbergt eines der größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt. Die afghanische Regierung hat die Schürfrechte 2007/08 der chinesischen Bergwerksfirma China Metallurgical Group (MCC) zugesprochen, die dafür 3,5 Milliarden Dollar geboten hatte. Da der historische Klosterkomplex vollständig dem Kupfertagebau weichen soll, verständigte sich der afghanische Bergbauminister Mohammed Ibrahim Adel mit der MCC auf die Durchführung archäologischer Rettungsgrabungen unter Einbindung des Nationalen Instituts für Archäologie Afghanistans.

Die Grabungen in Mes Aynak, die mit internationaler Unterstützung umgesetzt werden, begannen 2009. Sie sollten nach drei Jahren abgeschlossen sein, werden aber gegenwärtig fortgesetzt (Stand: August 2013). Im Zusammenhang mit zunehmender internationaler Berichterstattung über die bedrohte historische Kulturstätte verschob die afghanische Regierung den Beginn des Kupfertagebaus auf 2014.

Die schichtgebundene sedimentär-exhalative (SEDEX)- Kupferlagerstätte liegt in vendian-kambrischen Arkosen, Dolomiten, Amphiboliten, Kalkschiefern und Quarz-Albit-Gesteinen. Die Größe der Lagerstätte beträgt 40 km2 und wird von drei Seiten exploriert. Das Haupterz ist in Marmor und Schiefer disseminierter Chalcopyrit in der Lawhgar-Formation aus Metasedimenten, Dolomit, Kalkstein und Kalk-Quarzschiefern und Quarz-Biotitschiefern. Die Reserven der Lagerstätte werden auf 240 mio to geschätzt.


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