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Verwitterung und Erosion

Denudation

Denudation (lateinisch denudare = entblößen) beschreibt den Vorgang des flächenhaft wirkenden Materialabtrags an der Festlandsoberfläche. Nach der Verwitterung der Gesteine unterliegen die entstandenen Verwitterungsprodukte weiteren Prozessen. Durch Denudationsprozesse werden die Verwitterungsprodukte bis zur Entblößung des darunter liegenden Gesteins abgetragen, wobei neben der Art des Verwitterungsproduktes, die Art des Transportmittels und die Größe des Böschungswinkels entscheidend für die raum-zeitliche Ausprägung der Denudation sind. Als Transportmittel können Wasser, Eis und Wind dienen, wobei zu berücksichtigen ist, dass Wasser bereits bei geringsten Hangneigungen, Eis und Wind sogar hangaufwärtsgerichtete Transporte bedingen können.

Denudation wird auch als Sammelbegriff für die Gesamtwirkung aller flächenhaften Hangabtragprozesse benutzt, unabhängig von der Art des geomorphologischen Prozesses, der diese Massenbewegung bewirkte

Die Prozesse der Denudation werden nach dem Transportmedium unterschieden:

  • Kein Medium (Sturz, Schwerkraftbedingt)
  • Porenwasser, Eis, Schnee (Fluviale Erosion)
  • Unkonzentriertes Wasser (Wegspülen)
  • anderes Gleitmittel (z.B. Ton im Flysch, Salz)
  • Frostwirkung (Periglazial)
  • Lösungswirkung (Karst)
  • Wind (Äolische Erosion)
  • Gletscher (Glaziale Erosion)

Sturzdenudation und Talus

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Schuttkegel an einem Felshang der Insel
Ifjorden, Svalbard, Norwegen
Foto: Mark A. Wilson

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Blockhalde aus kantigen Obsidianblöcken
Obsidian Dome, Kalifornien
Foto: Mark A. Wilson

Sturzdenudation tritt vor allem an steilen Felswänden auf, wobei gelockerte Partikel (Lockersediment aus meist unsortierten, kantigen Bruchstücken hangabwärts stürzen und durch gravitativen Transport Sturz- bzw. Schutthalden oder Schuttkegel erzeugen. Mit der Zeit bildet der Gesteinsschutt einen stetig wachsenden Schuttkörper am Fuß des Hanges oder der Felswand. Eine andere Bezeichnung für diese Schutthalden oder Schuttkegel ist Talus. Ein Schuttkörper, der überwiegend aus Blockschutt besteht, wird als Blockhalde bezeichnet. In engen Tälern und in Karen mischen sich die Schuttfüße der umliegenden Wände. Eine von Schutt überdeckte Quelle am Fuß einer Felswand, deren Wasser erst am Rande des Talus zu Tage tritt, wird als Schuttquelle bezeichnet.

Bei Bergstürzen, welche durch Erdbeben, Frostsprengung oder Durchfeuchtung entstehen, kommt es zum Abstürzen kompletter Bergflanken.

Versatzdenudation

Durch Wasseraufnahme quellfähiger Tonminerale oder Gefrieren von Bodenwasser dehnt sich der Regolith (Saprolith) aus. Bei Wasserabgabe oder Auftauen des Bodenwassers zieht sich das Bodenmaterial wieder zusammen. Durch die wiederholte Hebung und Senkung der Bodenoberfläche werden die Bodenpartikel hangabwärts versetzt (Rutschhang).

Rutschen oder Gleiten

Der Regolith (Saprolith) bewegt sich, bevorzugt auf wasserundurchlässigen Tonen, als kompakte Einheit auf einer Gleitfläche hangabwärts. Gleitvorgänge auf Steilhängen sind Lawinen, manche Muren und die Entstehung von Plaiken (Abrutschen der Grasnarbe).

Fließungen: Wenn feinerdereiches Material vollständig (und nicht nur oberhalb der Gleitfläche) wassergesättigt ist, kommt es an Hängen zu Fließungen. Bei Muren fließt wassergesättigter Schutt breiartig hangabwärts.

Hangabtragprozesse

Denudation wird auch als Sammelbegriff für die Gesamtwirkung aller flächenhaften Hangabtragprozesse, unabhängig von der Art des geomorphologischen Prozesses, der diese Massenbewegung bewirkte.

Denudationsmeter

Die zur Abtragung einer einen Meter mächtigen Landoberfläche nötige Zeitspanne wird als Denudationsmeter bezeichnet. Der Wert für Mitteleuropa liegt bei durchschnittlich ca. 20.000 Jahren.



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