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Wannigletscher-Scherbadung

Eine spannende Steine-Geschichte


Aeschynit-(Y)
Aeschynit-(Y)
Der größte dieser Aeschynit-(Y)-Kristalle hat eine Größe von etwa 3,4 mm und wurde in den zerklüfteten Bändern der Südseite des Wannigletscher im Binntal gefunden.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-AesY-2-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Aeschynit-(Y)
Bild: 1589116906
Wertung: 10 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Aeschynit-(Y) (SNr: Binn-WG-AesY-2-1-1)

Der größte dieser Aeschynit-(Y)-Kristalle hat eine Größe von etwa 3,4 mm und wurde in den zerklüfteten Bändern der Südseite des Wannigletscher im Binntal gefunden.

Klaus Schäfer
Anatas
Anatas
Dieser etwa 2,7 mm große prismatische Anatas stammt aus einer Kluft am Cervandonitfelsen am Wannigletscher im Binntal. Diese Anatase waren als "Bleistifte vom Wanni" sehr gesucht.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Anat-3-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Anatas
Bild: 1589118299
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Anatas (SNr: Binn-WG-Anat-3-1-2)

Dieser etwa 2,7 mm große prismatische Anatas stammt aus einer Kluft am Cervandonitfelsen am Wannigletscher im Binntal. Diese Anatase waren als "Bleistifte vom Wanni" sehr gesucht.

Klaus Schäfer
Hämatit und Asbecasit
Hämatit und Asbecasit
Eine Gruppe parallel verwachsener, steilrhomboedrischer Hämatitkristalle wird begleitet von gelb-orangem, tafligem Asbecasit. Dieses Stüfchen stammt aus den zerklüfteten Bändern der Südseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal in der Schweiz. Bildhöhe etwa 6 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Asbe-3-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Asbecasit, Hämatit
Bild: 1589442958
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Hämatit und Asbecasit (SNr: Binn-WG-Asbe-3-1-1)

Eine Gruppe parallel verwachsener, steilrhomboedrischer Hämatitkristalle wird begleitet von gelb-orangem, tafligem Asbecasit. Dieses Stüfchen stammt aus den zerklüfteten Bändern der Südseite des Fu...

Klaus Schäfer
Carbonat-Cyanotrichit
Carbonat-Cyanotrichit
Auf Glimmer gewachsener, nadelig ausgebildter Carbonat-Cyanotrichit vom nördlichen Bereich (Richtung Wannigrat) des Fund-Areales am Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildhöhe etwa 1,8 mm. Das gelblich-braune Mineral könnte Pharmakosiderit (?) sein .
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-CaCya-5-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Carbonatcyanotrichit, Pharmakosiderit
Bild: 1589711528
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Carbonat-Cyanotrichit (SNr: Binn-WG-CaCya-5-1-1)

Auf Glimmer gewachsener, nadelig ausgebildter Carbonat-Cyanotrichit vom nördlichen Bereich (Richtung Wannigrat) des Fund-Areales am Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildhöhe etwa 1,8 mm....

Klaus Schäfer
Rutil, sternförmiger Zwilling
Rutil, sternförmiger Zwilling
Dieser rote Rutilstern (Zwilling) stammt von den zerklüfteten Bändern der Südseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,6 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Rutil-1-1-4
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Rutil
Bild: 1589643786
Wertung: 9 (Stimmen: 2)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Rutil, sternförmiger Zwilling (SNr: Binn-WG-Rutil-1-1-4)

Dieser rote Rutilstern (Zwilling) stammt von den zerklüfteten Bändern der Südseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,6 mm.

Klaus Schäfer
Asbecasit
Asbecasit
Dieser taflige Asbecasitkristalle mit schönen Rhomboederflächen wurde in den zerklüfteten Bänder im südlichen Bereich der Fundzone am Wannigletscher im Binntal in der Schweiz gefunden. Bildbreite etwa 3 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Asbe-5-1-4
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Asbecasit
Bild: 1589560282
Wertung: 9 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Asbecasit (SNr: Binn-WG-Asbe-5-1-4)

Dieser taflige Asbecasitkristalle mit schönen Rhomboederflächen wurde in den zerklüfteten Bänder im südlichen Bereich der Fundzone am Wannigletscher im Binntal in der Schweiz gefunden. Bildbreite e...

Klaus Schäfer

... über Funde von komplex ausgebildeten Anataskristallen mit Gasparit und Komplikationen glazialer Natur in den 1990iger Jahren im Binntal (Autor: Klaus Schäfer)

„Welches ist deine spannendste Steine-Geschichte, Papa ?“

Mein Sohn Raffael nimmt interessiert an seiner Umwelt teil und plaudert gerne. In der Regel höre ich ihm mehr zu, als dass er mir lauscht. Fragestellungen wie „ Was passiert, wenn sich zwei Einarmige die Hand geben wollen – und einem der linke und dem anderen der rechte Arm fehlt ?“ lassen auf einen Hang zum Absurden und auf ein komisches Talent schließen.

Mit der Frage nach der „Steine-Geschichte“ rannte er bei mir offene Türen ein – gibt es da doch wirklich einen besonderen Tag in meinem Werdegang als Mineralien-Sammler, der zum dramaturgischen Ausschlachten verleitet.

Ich zeigte ihm meine linke Hand, drehte diese langsam um, so daß er die Innenseite sehen konnte. Eine lange Narbe zieht sich hier über den gesamten Daumenballen. „Weißt Du, Raffael, oft findet man Glück im Unglück. Manchmal ermöglicht erst ein Sturz einen Aufstieg.“ Nach dieser - zugegeben sehr pathetischer Einführung – begann ich, ihm meine beste „Steine- Geschichte“ zu erzählen.

Während meines Studiums profitierte ich in besonderer Weise von den jeweils dreimonatigen Semesterferien. Ich verbrachte sie hauptsächlich im schweizerischen Binntal, wo ich bei dem einheimischen Strahler Andre Gorsatt quasi „ in die Lehre gehen“ durfte. Ich reinigte und formatierte Fundstücke, begleitete zuerst die Strahlerexkursionen, die Andre Gorsatt anbot und durfte in Folge auch eigene Führungen leiten. Es mag an meinem Habitus von einem Drittel Athlet und zwei Dritteln Pykniker gelegen haben, dass ich in der Hauptsache für die Familien- und Senioren-Führungen vorgesehen wurde.

Einer meiner Lieblingsfundpunkte in diesem an Mineralien so reichen Tal war der Wannigletscher. Bot er doch neben einem gerüttelt Maß an Naturerfahrungen auch mineralogische Seltenheiten zu Hauf. Nach einem mehrstündigen Aufstieg (drei Stunden gemäßigten Schrittes für Einheimische und vier Stunden theatralischen Schnaufens für mich), passiert man eine Abbruchkante und findet sich in einem natürlichen Amphitheater wieder – linker Hand der Wannigrat, vor einem der Scherbadung und zur Rechten der Grat zum Gischigletscher.

Mineralogisch verstanden: linker Hand seltene Kupfermineralien und Funde in der Moräne, gerade aus der Cervandonit-Kopf mit Funden von Cafarsit, Anatas und Tilasit, dann das Couloir am Scherbadung mit Funden von Hämatit und Xenotim und rechter Hand das in mehrere waagerecht gelagerten Bändern aufgeteilte Hauptkluft-Gebiet. Hier gelangen über die Jahre die Funde an Cafarsit, Asbecasit, Synchisit, Senait, Gasparit, Chernovit – neben vielen weiteren ästhetisch und wissenschaftlich bedeutenden Mineralien.

An jenem denkwürdigen Tag im Sommer 1991 war der Aufstieg geschafft. Andre Gorsatt, der Berufsstrahler und Ruedi Lüssi, ein ambitionierter Mineraliensammler und in jenen Tagen die rechte Hand von Gorsatt, waren mir wie üblich ein Stück voraus – und das ohne Seitenstechen und Geschnaufe.

Zu dritt legten wir eine kleine Pause am Wanniseeli ein, bereiteten dort das abendliche Lager vor und stiegen dann in die Bänder zur rechten Hand ein. Über den steilen Gletscher, der mit einer Vielzahl kleiner Steinen dekoriert war, konnte man hier langsam in traversierenden, leicht ansteigenden Serpentinen ohne Steigeisen, nur mit dem Kanteneinsatz der Bergschuhe aufsteigen. Gletscherspalten waren auf dem Weg nur wenige zu erwarten, da das Eis durch die Topographie mehr gestaucht als gedehnt wurde. Wandert der Gletscher über eine Kante, kommt es durch die Dehnung zu quer zur Laufrichtung orientierten Spalten, wandert er über eine Kuppe, kommen längs gerichtete Spalten dazu – es kann ein Labyrinth sich querender Spalten enstehen. Wandert er geradewegs den Berg hinab – und zudem hier vom steileren Gelände ins flachere - kommt es nur selten (eventuell durch unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten) zur Bildung von Spalten. Ein Quantum Unsicherheit bleibt allerdings immer, denn selbst wenn die Regeln beachtet, kann man nie mit Sicherheit wissen, was sich unter dem Eis tatsächlich verbirgt.

Andre setzte sich nach rechts von Ruedi und mir ab - eine bestimmte, als höffig vermutete Zone fest im Blick. Seit dem letzten Jahr hatte sich der Gletscher verändert, er war kleiner geworden und hatte hierdurch an seinem Rand einen etwa zwei Meter hohen jungfräulichen Bereich freigegeben. Wir lehnten unsere Rucksäcke gegen die Felswand und richteten eine kleine Basis ein. Nur mit leichtem Werkzeug bewaffnet, begann Ruedi, einer Bergziege gleich, den frischen Fels abzuklettern. Nach zehn Minuten entdeckte er, etwa dreißig Meter von unserer Basis entfernt, eine schmale, aber höchst verdächtig erscheinende senkrechte Spalte von etwa 40 cm angedeuteter Länge, die auf einer Strecke von etwa 5 cm leicht geöffnet war. Die Spalte teilte festen, massiven Gneis und so benötigte er schwereres Werkzeug.

Cafarsit
Cafarsit
Sehr frische, unverwitterte Cafarsitkristalle mit Oktaeder-, Rhombendodekaeder und Würfelflächen aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildhöhe etwa 5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Cafa-5-1-6
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Cafarsit
Bild: 1589874325
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Cafarsit (SNr: Binn-WG-Cafa-5-1-6)

Sehr frische, unverwitterte Cafarsitkristalle mit Oktaeder-, Rhombendodekaeder und Würfelflächen aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Sch...

Klaus Schäfer
Chernovit-(Y)
Chernovit-(Y)
Dieses gelbe, strohbündelartig verwachsene Chernovit-(Y)-Aggregat wurde auf dem Cervandonitkopf am Wannigletscher im Binntal, Schweiz, gefunden. Die Bildhöhe beträgt etwa 5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-CherY-3-1-6
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Chernovit-(Y)
Bild: 1590657196
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Chernovit-(Y) (SNr: Binn-WG-CherY-3-1-6)

Dieses gelbe, strohbündelartig verwachsene Chernovit-(Y)-Aggregat wurde auf dem Cervandonitkopf am Wannigletscher im Binntal, Schweiz, gefunden. Die Bildhöhe beträgt etwa 5 mm.

Klaus Schäfer
Hämatit, Eisenrosen
Hämatit, Eisenrosen
Diese flachen Eisenrosen und stammen aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildhöhe etwa 14 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Häma-3-1-4
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Hämatit
Bild: 1590946730
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Hämatit, Eisenrosen (SNr: Binn-WG-Häma-3-1-4)

Diese flachen Eisenrosen und stammen aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildhöhe etwa 14 mm.

Klaus Schäfer
Cervandonit-(Ce)
Cervandonit-(Ce)
Dieser Cervandonit-(Ce) in typisch sattelförmigen Aggregaten auf weißen Adularkristallen wurde auf dem Cervandonitkopf am Wannigletscher im Binntal, Schweiz, gefunden. Die Bildhöhe beträgt etwa 5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Cer-3-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Cervandonit-(Ce)
Bild: 1590655920
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Cervandonit-(Ce) (SNr: Binn-WG-Cer-3-1-2)

Dieser Cervandonit-(Ce) in typisch sattelförmigen Aggregaten auf weißen Adularkristallen wurde auf dem Cervandonitkopf am Wannigletscher im Binntal, Schweiz, gefunden. Die Bildhöhe beträgt etwa 5 m...

Klaus Schäfer
Fluorit mit Cafarsiteinschlüssen
Fluorit mit Cafarsiteinschlüssen
Dieser etwa 14 mm große, oktaedrisch gewachsene und zweifarbig grün und rosa erscheinende Fluorit aus dem Fundareal am Wannigletscher konserviert in seinem Inneren einen mineralogischen Schatz: von Korrosion nicht angetastete, komplex kristallisierte, rote, durchsichtige Cafarsitkristalle. Bildbreite etwa 2,5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Fluo-5-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Cafarsit, Fluorit
Bild: 1589199107
Wertung: 9 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Fluorit mit Cafarsiteinschlüssen (SNr: Binn-WG-Fluo-5-1-2)

Dieser etwa 14 mm große, oktaedrisch gewachsene und zweifarbig grün und rosa erscheinende Fluorit aus dem Fundareal am Wannigletscher konserviert in seinem Inneren einen mineralogischen Schatz: von...

Klaus Schäfer
Anatas
Anatas
Jeder dieser flachpyramidalen Anatase ist etwa 3 mm groß. Das Stüfchen wurde in den zerklüfteten Bändern der Südseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal gefunden.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Anat-3-1-3
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Anatas
Bild: 1589118741
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Anatas (SNr: Binn-WG-Anat-3-1-3)

Jeder dieser flachpyramidalen Anatase ist etwa 3 mm groß. Das Stüfchen wurde in den zerklüfteten Bändern der Südseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal gefunden.

Klaus Schäfer

Mir fiel die Aufgabe der Assistenz zu und so holte ich ihm Fäustel und kurze Meißel von der Basis. Wieder an der Kluft angekommen, krümmelten schon die ersten kleiner Stüfchen mit hochglänzenden diskusförmigen Hämatiten und - Jubel – kleinen hellblau-violetten Fluoriten von oktaedrischer Gestalt aus der Spalte. Ich nahm sie an mich und brachte sie mit launigem Schritt zu den Rucksäcken. Von dort brachte ich im zweiten Lauf den Strahlstock mit. Ruedi konnte damit ein größeres Stück Fels freibrechen und weitere schöne Kleinstufen, diesmal mit würfligem Cafarsit und Asbecasit neben den Fluoriten kamen ans Tageslicht. Auch die schnappte ich mir und lief mit Ihnen zurück zur Basis um ja nichts zu verpassen. Euphorisch brach ich ins Eis ein.

All zu tief war der Sturz nicht. Mein mit einem verduzten Blick gezierter Kopf schaute nun ein Stockwerk tiefer gerade noch so über die Gletscheroberfläche. Meine Beine waren waren in einem engen Spalt verklemmt, ließen sich aber mit wütendem Gezappele lösen. In dem ich mich wie ein Kaminfeger nach oben wand, konnte ich mich selbst aus der Spalte befreien, bevor mir Ruedi zu Hilfe kam. Langsam ließ der Kick von Adrenalin und Endorphinen nach. Ich lehnte zitternd am Fels und merkte, dass etwas falsch war. Ganz falsch. Mit meiner Hand. Beim Sturz nach unten hatte ich mir an einem scharfkantigen Stein den Daumenballen aufgerissen.

Anatas
Anatas
Anataskristalle vom Couloir am Tscherwandune oberhalb des Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 3,6 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Xeno-2-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Anatas
Bild: 1640605568
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Anatas (SNr: Binn-WG-Xeno-2-1-2)

Anataskristalle vom Couloir am Tscherwandune oberhalb des Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 3,6 mm.

Klaus Schäfer
Synchisit-(Ce)
Synchisit-(Ce)
Etwa 3 mm großer Synchisit-(Ce)-Kristall vom Wannigletscher im Binntal, Schweiz.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-SynCe-2-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Synchysit-(Ce)
Bild: 1640347347
Wertung: 9 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Synchisit-(Ce) (SNr: Binn-WG-SynCe-2-1-1)

Etwa 3 mm großer Synchisit-(Ce)-Kristall vom Wannigletscher im Binntal, Schweiz.

Klaus Schäfer
Hämatit
Hämatit
Hämatitkristall mit schönen Vizinalen vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Größe des Kristalles etwa 6 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Häma-5-1-12
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Hämatit
Bild: 1630344852
Wertung: 10 (Stimmen: 2)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Hämatit (SNr: Binn-WG-Häma-5-1-12)

Hämatitkristall mit schönen Vizinalen vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Größe des Kristalles etwa 6 mm.

Klaus Schäfer

Von dieser Wunde findet sich hier im Artikel keine Fotografie, keine Skizze und kein Diagramm. Um sich deren Schilderung in Ausmaß und Folgen vorstellen zu können, bedenken Sie bitte, dass man als Papa in heutiger Zeit in multimedialer Konkurrenz steht. Um Raffael echtes Entertainment zu bieten, mußte die Verletzung in schillernden Farben – mit dem Schwerpunkt auf einem intensiv erlebbaren Farbton im Bereich Rot – geschildert werden. Farben können in ihrer Wirkung potenziert werden, wählt man den passenden Kontrast. Hier war der Kontrast schon vorgegeben – und verspritztes Blut auf weißem Gletscherfirn rockt wirklich ! Da mein lieber Sohn ein gehöriges Maß an Empathie besitzt, ließ ich die weitere Geschichte etwas ruhiger angehen, da sein Gesicht eine gletscherweiße Tönung angenommen hatte.

Mit gleicher Gesichtsfarbe stand ich damals auf dem Eis und überlegte, was hier wohl passiert war. In meiner Eile, die Mineralien zur Basis und die Werkzeuge zur Abbaustelle zu bringen, vergass ich einen weiteren Effekt, der Spalten und Hohlräume im Eis erzeugen kann – die Wärmerückstrahlung des Gesteins. Während das Gletschereis die Sonnenwärme zum Großteil reflektiert und aufgenommene Wärme am Ort durch Schmelzen kompensiert, nimmt der Fels Wärme auf und erhitzt sich - leitet die Wärme aber auch weiter in Felsbereiche, die unter dem Eis liegen. Hier strahlt der Fels die Wärme ab und formt unter dem Eis auf diese Weise Spalten und Höhlen. Bedeckt von Schnee sind diese Bereiche getarnt und stellen eine Falle für Unerfahrene dar.

Hämatit, Eisenrosen
Hämatit, Eisenrosen
Diese scharfzulaufenden, rosenartig aggregierten Hämatite stammen aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 20 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Häma-3-1-18
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Hämatit
Bild: 1591282708
Wertung: 10 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Hämatit, Eisenrosen (SNr: Binn-WG-Häma-3-1-18)

Diese scharfzulaufenden, rosenartig aggregierten Hämatite stammen aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 20 mm.

Klaus Schäfer
Azurit und Malachit
Azurit und Malachit
Dieses Stüfchen mit Azurit und Malachit auf Quarz stammt von der Nordseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 4,5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: WG-Mala-3-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Azurit, Malachit
Bild: 1591866349
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Azurit und Malachit (SNr: WG-Mala-3-1-1)

Dieses Stüfchen mit Azurit und Malachit auf Quarz stammt von der Nordseite des Fundareales am Wannigletscher im Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 4,5 mm.

Klaus Schäfer
Nb-Rutil
Nb-Rutil
Niobhaltiger Rutil als Zwilling aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches im Fundareal am Wannigletscher im Binntal, Schweiz. Durchmesser des Aggregates etwa 4 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-NbRut-3-1-4
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Nb-Rutil, Rutil
Bild: 1591955635
Wertung: 9 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Nb-Rutil (SNr: Binn-WG-NbRut-3-1-4)

Niobhaltiger Rutil als Zwilling aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches im Fundareal am Wannigletscher im Binntal, Schweiz. Durchmesser des Aggregates etwa 4 mm.

Klaus Schäfer
Rutil orientiert auf Hämatit gewachsen
Rutil orientiert auf Hämatit gewachsen
Diese orientierte Verwachsung von Rutil und Hämatit stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Rutil-5-1-3
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Hämatit, Rutil
Bild: 1592328824
Wertung: 9 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Rutil orientiert auf Hämatit gewachsen (SNr: Binn-WG-Rutil-5-1-3)

Diese orientierte Verwachsung von Rutil und Hämatit stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 5 mm.

Klaus Schäfer
Chalkophyllit, Carbonatcyanotrichit
Chalkophyllit, Carbonatcyanotrichit
Hexagonale, taflige Chalkophyllitkristalle neben hellblauem Carbonatcyanotrichit vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,7 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Chaph-2-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Carbonatcyanotrichit, Chalkophyllit
Bild: 1620467304
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Chalkophyllit, Carbonatcyanotrichit (SNr: Binn-WG-Chaph-2-1-1)

Hexagonale, taflige Chalkophyllitkristalle neben hellblauem Carbonatcyanotrichit vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,7 mm.

Klaus Schäfer
Chalkophyllit, Carbonatcyanotrichit
Chalkophyllit, Carbonatcyanotrichit
Hexagonale, taflige Chalkophyllitkristalle neben hellblauem Carbonatcyanotrichit vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,7 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Chaph-2-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Carbonatcyanotrichit, Chalkophyllit
Bild: 1620467304
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Chalkophyllit, Carbonatcyanotrichit (SNr: Binn-WG-Chaph-2-1-1)

Hexagonale, taflige Chalkophyllitkristalle neben hellblauem Carbonatcyanotrichit vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,7 mm.

Klaus Schäfer

Nach all der Planung und Organisation in der Woche zuvor, nach dem erschöpfenden Aufstieg und nach den ersten so viel versprechenden Funden musste ich nach so kurzem Aufenthalt wieder absteigen, mir die Hand nähen lassen und auf schnelle Genesung hoffen. Musste ich ? „Musst Du nicht !“ stellte Ruedi klar. Seiner Behauptung, dass es hier oben und im Eis sowieso keine Entzündungskeime gäbe, und dass eine geschickte Verpflasterung der Wunde völlig ausreichend wäre, und dass ich mich wie ein Mädchen anstellen würde, konnte und wollte ich nicht widersprechen, lockte doch die Möglichkeit, noch ein paar Tage auf Wanni zu bleiben. Also biß ich die Zähne zusammen und ließ mich, nachdem die Blutung zum größten Teil gestillt war, von Ruedi verbinden.

Die kleine Fluorit-Kluft war ausgebeutet und wir beide prospektierten – Ruedi mit gewohntem Elan und ich mit pochendem, einer Mull-Salami ähnelndem Daumen – die freigeschmolzene Felszone. Nach etwa zwanzig Minuten rief mich Ruedi zu sich. Er winkte mir mit einem Kleinstüfchen in der Hand. Er wusste um meine Leidenschaft für Anatas, jenes Mineral, daß gerade im Binntal und im Besonderen am Wannigletscher in einer Vielzahl an Formen und Farben auftritt. Er stand auf einem Haufen Schutt, der den Übergang zu einer niedrigen Gesteinskante bildete. Hier hatte er das interessante Stüfchen entdeckt. Da ich sowieso in meiner Mobilität eingeschränkt war, erwählte ich mir das Durchwühlen des Schuttes als zu bewältigende Aufgabe, während Ruedi weitere Fundstellen finden wollte. Ich machte es mir bequem, entdeckte schlussendlich eine Haltungsweise der verletzten Hand, die weder schmerzte, noch dauernd die Lupe fallen ließ und drehte in aller Gemütsruhe die Steine an der Kante herum. Die Steine waren von Niederschlägen noch nicht sauber gewaschen, verrieten aber, daß sie aus einer Kluft stammten. Sie zeigten typische Kluftflächen mit kleinen hexagonalen Chloritkristallen und allenthalben tauchten kleine Anatase auf Trotz der Verschmutzung der Stüfchen waren diese anhand ihres hohen Glanzes gut zu erkennen. Sie waren von hellbrauner bis fast schwarzer Färbung und zeigten einen – schon wieder Jubel – komplexen prismatischen Habitus.

Nach etwa drei Stunden ungestörter Arbeit hatte ich den Haufen umgedreht und die ursprüngliche Fundsituation stellte sich immer klarer heraus. Das Haufwerk war der Auswurf einer spaltenförmigen Kluft, die sich nur noch als letzter unscheinbarer Belag von Chlorit an der Gesteinskante abzeichnete. Dort wo die Stufe an die Felswand stieß, zeigte sich noch der auslaufende Rest einer kleinen Boudinage (Einschnürung), in der ich den größten prismatischen Anatas des Tages mit etwa 5mm Größe finden konnte.

Hämatit
Hämatit
Dieser spiegelglatte rhomboedrische Hämatitkristall hat eine Länge von etwa 4 mm. Er stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Häma-5-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Hämatit
Bild: 1591540213
Wertung: 9 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Hämatit (SNr: Binn-WG-Häma-5-1-2)

Dieser spiegelglatte rhomboedrische Hämatitkristall hat eine Länge von etwa 4 mm. Er stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz....

Klaus Schäfer
Synchisit-(Ce)
Synchisit-(Ce)
Dieser orangefarbene, hexagonal-prismatische, basal begrenzte Synchisit-(Ce)-Kristall stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildhöhe etwa 12 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-SynCe-5-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Synchysit-(Ce)
Bild: 1592759100
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Synchisit-(Ce) (SNr: Binn-WG-SynCe-5-1-2)

Dieser orangefarbene, hexagonal-prismatische, basal begrenzte Synchisit-(Ce)-Kristall stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildhöhe e...

Klaus Schäfer
Tyrolit und Bismutit
Tyrolit und Bismutit
Diese Stufe mit Tyrolit (türkisfarben) und Bismutit (gelb-grün) stammt aus den zerklüfteten Felsbändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Höhe des Bildausschnittes 8 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Tyro-5-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Bismutit, Tirolit
Bild: 1593155314
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Tyrolit und Bismutit (SNr: Binn-WG-Tyro-5-1-2)

Diese Stufe mit Tyrolit (türkisfarben) und Bismutit (gelb-grün) stammt aus den zerklüfteten Felsbändern des südlichen Fundbereiches am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Höhe des Bildausschnittes 8 ...

Klaus Schäfer

Was war das Ziel der Strahler, die vor mir an dieser Stelle die komplette Kluft abarbeiteten, und doch den Großteil der Stufen liegen ließen ? Größere Anatase vielleicht ? Kaum wahrscheinlich, bedenkt man doch, daß die hier vorkommenden Anatase aufgrund ihrer Ausbildungsform zu den besten des Wannigletschers zählen dürften und bislang keine Bekanntheit erlangten. Quarze ? Nicht an dieser Stelle. Es gab hier kein Quarzband und alle Stüfchen, die im Haufwerk lagen, waren abgesehen von Mikrokriställchen, quarzfrei. Ein auffälliges Mineral der Paragenese waren taflige hochglänzende Hämatite – unter meinen Funden allerdings nur im Millimeter-Bereich. Kamen sie vielleicht in der Kluft als zielführendes Mineral der Abbau-Arbeit vor ? Oder lag der Fall ganz anders – wurde hier abgebaut, weil man hier abbauen konnte ? Weil eine Felsschwarte nach der anderen wie von selbst umklappte, der Grübler immer tiefer stieß ? Hoffend auf den großen Fund, der dann bis zum Schluß doch nicht kam ?

Auf der Seite neben der Kluft lagen nun mehr als einhundert Stufen unterschiedlichster Qualität, was Zahl und Größe der Anatase betraf. Ruedi traf ein und war begeistert ob der tatsächlich und der vermuteten Schönheit der noch ungesäuberten Kleinstufen. Würde es nur den Anatas betreffen, könnte man jetzt auswählen, die Schöneren verpacken und mitnehmen und den Rest für folgende Sammler liegen lassen.

Allerdings gibt es eine unter Sammlern bekannte Synchronizität, die zu dieser Zeit noch nicht auf wissenschaftliche Stichhaltigkeit überprüft war, aber dennoch sehr augenfällig ist. Finden sich in einer Kluft ungewöhnlich ausgebildete Anatase, so ist auch mit dem Auftreten des seltenen Minerals Gasparit in Form von Pseudomorphosen oder kleinsten Einzelkriställchen dieses seltene Arsenates zu rechnen. Die Ungewöhnlichkeit bezieht sich zum ersten auf die Größe der Anatase, aber, was im ästhetischen Sinn bemerkenswerter ist, auf die Ausbildung seltener Flächentrachten. (sh. Artikel von Weiß, Praeger, Peter, Stoll im Lapis 06/2007 „Prismatische Anatase aus dem Binntal: weltweit einmalig !“ die die Ausbildung seltener Flächen, vor allem die des Prismas, auf Wachstumshemmungen zurück führen, die eventuell durch arsenhaltige Lösungen verursacht wurden.) Ruedi und ich hatten noch nie Gasparit selbst finden können, wussten aber um diese Besonderheit durch Funde die beispielsweise von Norbert Burgener am Cervandonit-Kopf gemacht wurden (bis 4 mm große Gasparit-Pseudomorphosen nach Synchisit zusammen mit bis zu 8mm großen gelben prismatischen Anatasen mit schwarzer, komplex-pyramidal ausgebildeter Kopfzone, sowie von Funden auf der italienischen Seite des Scherbadung (Monte Cervandone) durch Claudio Albertini (hier fanden sich die Gasparite zusammen mit hoch metallisch glänzenden, bis etwa 1cm großen flachpyramidalen Anatasen).

Wulfenit und Schörl
Wulfenit und Schörl
Dieses Stüfchen mit kurzprismatischem, gelbem Wulfenit und schwarzen Schörlkristallen stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz. Bildbreite etwa 3 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Wulf-3-1-3
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Schörl, Wulfenit
Bild: 1593428445
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Wulfenit und Schörl (SNr: Binn-WG-Wulf-3-1-3)

Dieses Stüfchen mit kurzprismatischem, gelbem Wulfenit und schwarzen Schörlkristallen stammt aus den zerklüfteten Bändern des südlichen Bereiches des Fundareales am Wannigletscher, Binntal, Schweiz...

Klaus Schäfer
Anatas und Magnetit
Anatas und Magnetit
Diese optisch sehr attraktive Paragenese von gestreiftem, oktaedrischem Magnetit und flachpyramidalem Anatas stammt vom Wannigletscher Im Binntal. Bildbreite etwa 4,5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Anat-2-1-12
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Anatas, Magnetit
Bild: 1617356581
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Anatas und Magnetit (SNr: Binn-WG-Anat-2-1-12)

Diese optisch sehr attraktive Paragenese von gestreiftem, oktaedrischem Magnetit und flachpyramidalem Anatas stammt vom Wannigletscher Im Binntal. Bildbreite etwa 4,5 mm.

Klaus Schäfer
Asbecasit
Asbecasit
Tafliger, gelb-oranger Asbecasitkristall vom Wannigletscher im Binntal, Schweiz. Größe des Kristalles etwa 9 mm x 6 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Asbe-5-1-7
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Asbecasit
Bild: 1617901127
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Asbecasit (SNr: Binn-WG-Asbe-5-1-7)

Tafliger, gelb-oranger Asbecasitkristall vom Wannigletscher im Binntal, Schweiz. Größe des Kristalles etwa 9 mm x 6 mm.

Klaus Schäfer
Autunit
Autunit
Dünntaflige Autunitkristalle vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 4 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Autu-4-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Autunit
Bild: 1620313389
Wertung: 8 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Autunit (SNr: Binn-WG-Autu-4-1-2)

Dünntaflige Autunitkristalle vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 4 mm.

Klaus Schäfer
Hämatit, Eisenrose
Hämatit, Eisenrose
Eisenrosen vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Breite der Stufe etwa 22 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Häma-5-1-11
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Hämatit
Bild: 1630057338
Wertung: 9.67 (Stimmen: 6)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Hämatit, Eisenrose (SNr: Binn-WG-Häma-5-1-11)

Eisenrosen vom Wannigletscher im Binntal, Wallis, Schweiz. Breite der Stufe etwa 22 mm.

Klaus Schäfer
Chernovit-(Y)
Chernovit-(Y)
Dieses gelbe, strohbündelartig verwachsene Chernovit-(Y)-Aggregat wurde auf dem Cervandonitkopf am Wannigletscher im Binntal, Schweiz, gefunden. Die Bildbreite beträgt etwa 5 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Cher-5-1-1
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Chernovit-(Y)
Bild: 1590656353
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Chernovit-(Y) (SNr: Binn-WG-Cher-5-1-1)

Dieses gelbe, strohbündelartig verwachsene Chernovit-(Y)-Aggregat wurde auf dem Cervandonitkopf am Wannigletscher im Binntal, Schweiz, gefunden. Die Bildbreite beträgt etwa 5 mm.

Klaus Schäfer

Deswegen schnappte sich Ruedi zwei Stüfchen und versuchte eine vorsichtige Reinigung mit einer Zahnbürste in einer Schmelzwasser-Pfütze. Auf dem ersten Stüfchen wurde der Besatz von Anatasen durch das Spülen zum Leuchten gebracht, und auf dem zweiten Stüfchen entdeckten wir unter der Handlupe, kleine weiße bis rosafarbene Rosetten und tönnchenförmige Aggregate. Wir hatten unseren ersten Gasparitfund ! Wir trennten nun die Stufen nicht mehr nach ästhetischem Anspruch, sondern beschlossen, alle mitzunehmen und unter dem Binokular zu untersuchen. Dennoch schafften wir es irgendwie, alle Stufen mit ins Basislager zu nehmen. Dort wurden sie in Fässer verstaut und mit dem Helikopter zwei Tage später ausgeflogen. Unten in Imfeld konnten wir uns dann die Zeit nehmen, die Stufen zu säubern, zu begutachten und auf drei Personen aufzuteilen. Unter dem Binokular zeigten sich die Anatase in ihrer wahren Schönheit: hochglänzende, vielflächige Kristalle in braunroten Farbtönen, oft mehrere Kristalle dicht bei einander, in atemberaubenden Kompositionen. Die Gasparite waren als typische Pseudomorphosen nach Synchisit ausgebildet – viele kleine weiße bis hellrosafarbene Kristalle zeichneten die ehemals tonnenartige Form des Seltenerdenkarbonates nach. Kleine mysteriöse, gelbe, flach-dipyramidale Kristalle von eher wächsernem Glanz stellten sich als Chernovit heraus. Ansonsten umfasste die für den Wannigletscher eher arme Paragenese noch Adular, Quarzkriställchen, Chlorit und Hämatit.

Während sich Raffael, schon längst wieder von anderen Dingen angelockt, lärmend von dannen trollt, blicke ich noch einmal auf meine Narbe und ahne, dass diese Verletzung vielleicht zusammenhängt mit dem großen Fund. Dass es einen bedingenden Zusammenhang gibt, und nicht nur eine spannende Geschichte. Dass der Sturz ins Eis ein Tiefpunkt war – eine Warnung, eine durchlebte echte Gefahr, die gerade noch glimpflich endete. Die Belohnung durch einen Fund nach dem Schock der Verletzung war eine Versöhnung, deren Echo bei jedem Steinesammeln zu hören ist, wenn die Ahnung eines Fundes zur Hektik im Werkzeug-Gebrauch führt. (K.S. 2019)

Fluorit
Fluorit
Diese Stufe mit blauen, stark changierenden, annähernd kugeligen Kristallen stammt vom ersten Band am Wannigletscher im Binntal in der Schweiz. Größe des Stückes etwa 12 mm x 10 mm. Bildbreite etwa 9 mm.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Fluo-5-1-7
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Fluorit
Bild: 1627550136
Wertung: 10 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Fluorit (SNr: Binn-WG-Fluo-5-1-7)

Diese Stufe mit blauen, stark changierenden, annähernd kugeligen Kristallen stammt vom ersten Band am Wannigletscher im Binntal in der Schweiz. Größe des Stückes etwa 12 mm x 10 mm. Bildbreite etwa...

Klaus Schäfer
Gasparit-Ce), Anatas und Chernovit-(Y)
Gasparit-Ce), Anatas und Chernovit-(Y)
Auf dieser Abblidung von etwa 14 mm Breite finden sich bräunliche Anataskristalle, sowie intensiv gelbe Chernovit-(Y)-Kristalle und rosafarbene Pseudomorphosen von Gasparit-(Ce) nach Synchisit.. Das Stück stammt vom Wannigletscher im Binntal in der Schweiz.
Copyright: Klaus Schäfer; Beitrag: Klaus Schäfer
Sammlung: Klaus Schäfer, Sammlungsnummer: Binn-WG-Gasp-5-1-2
Fundort: Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung
Mineral: Anatas, Chernovit-(Y), Gasparit-(Ce)
Bild: 1627649262
Wertung: 10 (Stimmen: 1)
Lizenz: Nur zur Mineralienatlas-Projekt-Verwendung
Gasparit-Ce), Anatas und Chernovit-(Y) (SNr: Binn-WG-Gasp-5-1-2)

Auf dieser Abblidung von etwa 14 mm Breite finden sich bräunliche Anataskristalle, sowie intensiv gelbe Chernovit-(Y)-Kristalle und rosafarbene Pseudomorphosen von Gasparit-(Ce) nach Synchisit.. Da...

Klaus Schäfer

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