'._('einklappen').'
 

Narssarssuk (Narsarsuaq, Narsarsuk)-Pegmatit

Steckbrief

Land

Grönland

Re­gi­on

Qaasuitsup Kommunia / Narsaarsuk (Narssârssuk) / Narssârssuk-Pegmatit

Geo­lo­gie

Der Narssarssuk-Pegmatit befindet sich in einem Nephelin-Syenit-Komplex.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=680
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Geologie und Geographie

Der Narssarssuk-Pegmatit befindet sich in einem Nephelin-Syenit-Komplex, ein 450km² großes Gebiet zwischen dem Fjord Tunugdliarfik und dem Igalikofjord im Westen, und wird östlich vom Inland-Packeis abgegrenzt. Die Gegend ist gekennzeichnet von einem flachen, niedrigen Plateau und dem hohen Igdlerfigssalik (1752m).
Der Syenit wird in vier Intrusionszentren geteilt; der Narssarssuk-Pegmatit liegt im westlichen Teil des Igdlerfigssalik-Intrusionszentrums.


Mineralien

Die meisten Mineralien sitzen in kleinen runden Geoden von wenigen Zentimetern Durchmesser bis 1-Meter-Geoden. Zum größten Teil sind diese Geoden mit grauem Kalifeldspat und Aegirin ausgekleidet, welche in Einzelkristallen bzw. in schwarzen gedrungenen Kristallen auftreten. Die meisten Mineralien befinden sich zwischen diesen zwei Arten.
Zuerst bildeten sich Eudialyt, Polylithionit, Neptunit, Elpidit, Astrophyllit, Eudidymit, Katapleit, Narssarsukit und vielleicht Fluorit. Darauf wiederum eine kleine Menge Quarz. Viele dieser Mineralien weisen Ätzfiguren hydrothermalen Ursprungs auf.
Danach bildeten sich Rhodochrosit und Calcit durch eine carbonatreiche Lösung. Hier entstanden auch Synchisit-(Ce), Fluorit, Ankylit, Chalkolamprit, Cordylit-(Ce), Apatit, Pyrochlor, Natrolith, Gonnardit und Nordstrandit. Darauf folgte eine weitere ätzende Lösung, die z.T. die Carbonate angriff. Hierauf kristallisierten schlussendlich Aegirin, Astrophyllit, Epididymit, u.a.

Von Narssarssuk kommen über 70 Mineralien, davon haben 12 Typlokalität. Die meisten Mineralien sind mikroskopisch, aber dafür gut ausgebildet. Als Beispiel geht hier Albit, der außergewöhnlich reine und durchsichtige Kristalle bildet. Große schwarze Aegirine (bis 20cm) sind hier das zweithäufigste Mineral neben Orthoklas. Eudialyt XX gibt es bis 5cm und ist oft Unterlage für Pseudomorphosen von Aegirin, Zirkon, Elpidit und div. Zeolithen.
Das Mineral Narsarsukit, welches hier Typlokalität hat, ist sehr häufig vertreten. Ebenso wurde Neptunit hier erstmalig entdeckt.

Der Astrophyllit ist von Narssarssuk sehr schön und häufig. Vor allem sein frei kristallisierter, nadeliger Auftritt macht ihn berühmt.

Besonderes Typlokalitätenmineral ist Synchisit-(Ce), welcher seltsam gebildete Kristalle bildet. Sie sind spitz zulaufend, der Rumpf ist dick, XX zwischen 1 und 2mm. Mischkristalle zwischen Synchisit-(Ce) und Röntgenit-(Ce) oder anderen SE-Mineralien sind eine Spezialität.

Cordylit-(Ce) bildet kleine Kristalle unter 1mm aus. Sie sind hexagonal mit Prismen-, Pyramiden- und Basisflächen. Oft findet man da Kristalle, deren Prismenflächen nur unten vorkommen -ähnlich Quarz- und die Pyramide nach unten hin gequollen aussieht. Dadurch hat er auch seinen Namen "Keule" (gr.).

Mineralien (Anzahl: 76)

Mineralbilder (16 Bilder gesamt)

Katapleit xx
Aufrufe (Bild: 1466002982): 544
Katapleit xx

Narssarsuk Pegmatit,Igaliko/Grönland;historischer Fund; Größe ca.1,4 cm

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2016-06-15
Aegirin XX mit Katapleit
Aufrufe (Bild: 1217786619): 1018
Aegirin XX mit Katapleit

Fundort: Narssarssuk, Kitaa, Grönland; Größe: 28x22x14 mm

Copyright: Rob Lavinsky
Beitrag: slugslayer 2008-08-03
Eudidymit
Aufrufe (Bild: 1259944095): 814
Eudidymit

Größe: 32 x 8 x 19 mm, Fundort: Narssarssuk-Pegmatit, Kitaa, Grönland.

Copyright: Dan Weinrich
Beitrag: thdun5 2009-12-04

Gesteine (Anzahl: 2)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Flink, G. (1893). Epididymit, Neptunit. Geol.Fören.Stockh.Förh., 15, 195-208. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1898): Berättelse om en mineralogisk resa i Syd-Grönland sommaren.
  • Flink, G. (1898b). Beschreibung eines neuen Mineralfundes aus Grönland. Z. Kristallogr., 23, 344-68.
  • Flink, G. (1899). Ankylit, Leukosphenit, Narsarsukit. Meddr Gronland 24, S.I, 8-180. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1899). Cordylit. Meddr Gronland 24, S.7, 1-123. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1899). Lorenzenit. Meddr Gronland, 24, p.I, 130. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1899). Spodiophyllit. Meddr Gronland, 24, p.I, 85. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1899). Taeniolith. Meddr Gronland, 24, S.115. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1900). Synchysit-(Ce). Bull.Geol.Inst.Univ.Upsala, 5, 81-85. (Typ-Publ.)
  • Flink, G. (1901): On the minerals from Narsarsuk on the Firth of Tunugdliarfik in S Greenland. Meddelelelser om Grønland: 14: 221-62.
  • Boggild, O.B. (1915). Leifit. Meddr Gronland 51, 427-33. (Typ-Publ.)
  • Hey, M.H. and Bannister, F.A. (1932). Ashcroftin-(Y). Nature 130, S.858. (Typ-Publ.)
  • Donnay, G. (1953). Röntgenit-(Ce). Am.Min., 38, 868-70. (Typ-Publ.)
  • Bøggild, O.B. (1953): The Mineralogy of Greenland. Meddelelser om Grønland, Bd.149. Nr.3., C.A. Reitzels Forlag, Copenhagen. 445 S.
  • Montgomery, A. (1974): An American Mineralogist Part IV. Min.Rec. 5 (3), 115-27.
  • Petersen, O. V., Johnsen, O. & Leonardsen, E.S. (1976): Nordstrandite from Narssârssuk, Greenland. Min.Rec. 7, 78-82.
  • Petersen, O.V. and Johnsen, O. (1980): First occurrence of the rare mineral Barylite in Greenland. TMPM Tschermak's Min. Petrol. Mitt. 27: 35-39.
  • magma Themenheft 'Alles über Grönlandmineralien'; 6/84 (Nov./Dec.); S.44-57.
  • Petersen, O.V. and Secher, K. (1993): The minerals of Greenland. Min.Rec. 24: 1-65. (S.37-47)
  • Petersen, O.V (1995): Alkaline mineralforekomster i syd og syd-vest Grønland. Bergverksmuseets Skrift 9,7-17.
  • Petersen, O.V & Johnsen, O. (2005): Minerals first described from Greenland. Can.Min., Spec.Publ. 8, 184 S.
  • Bonazzi, P., Bindi, L., Zoppi, M., Capitani, G.C., and Olmi, F. (2006): Single-crystal diffraction and transmission electron microscopy studies of "silicified" pyrochlore from Narssârssuk, Julianehaab district, Greenland. Am.Min.: 91: 794-801.

Quellenangaben

Katgeorie