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Grönlandit

Grönlandit (engl: Greenlandite) ist ein obsoleter Name für eine ultramafische, plutonische, grüne Orthopyroxen Hornblendit-Varietät, welche wesentlich aus Hornblende und Hypersthen besteht (IUGS, 1989). Das Gestein wird auf ca. 3,8 Mrd. Jahre datiert und gehört damit zu den ältesten der Welt.

Das Gestein wurde erstmalig 1927 von Machatschki von der Insel Upernivik in Grönland beschrieben. Im jahr 1960 wurde ein größeres Vorkommen in der großen Eisenerz-Lagerstätte Isukasia, N von Nuuk (Grönland) während Explorationsarbeiten entdeckt und in Folge auch in anderen Teilen der Nuuk-Region gefunden.

Grönlandit wird u.a. zu Cabochons für Schmuckzwecken verarbeitet. Wie der Tugtupit wird auch der Grönlandit als Nationalstein der Grönländer bezeichnet.


Unterschiedliche Bezeichnungen und Kontroversen.

In der älteren Literatur wird Grönlandit auch als Synonym für Columbit (Breithaupt) und für Pyrop oder Almandin (Klaproth) benutzt. Bestimmte Schmuckhändler behaupten, daß das Gestein erst 1960 gefunden wurde, was unrichtig ist, da es bereits 1927 beschrieben wurde (s.u.) Hier spielen wahrscheinlich nationalstolze Komponenten eine Rolle.
In den meisten Angeboten von US- oder dänischen Schmuckhändlern (leider auch bei manchen ansonsten seriösen Sammlern) wird angegeben, dass es sich bei Grönlandit entweder um ein Mineral, bzw. einen Quarzit mit Cr-haltigem Fuchsit, manchmal auch Cr-haltigem Muskovit handelt, was aufgrund der bekannten petrographischen Analysen nicht korrekt sind. Es ist erstaunlich, wie hartnäckig diese unzutreffende Zusammensetzung gedankenlos von einem Autor vom anderen übernommen wird.


Literatur

  • Le Maitre, R.W.; 1989; A Classification of Igneous Rocks and Glossary of Terms; Recomm. of the Int. Union of Geol. Sciences; Subcomm. on the Sytematics of Igneous Rocks; (Grönlandit).
  • Machatschki, F., 1927; Enstatit-Hornblendit von Grönland; Centralblatt f. Mineral., Geol., und Paläont., Abt. A, 172-175 (Grönlandit)

Quellangaben


Einordnung