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Lavrion (Λαυρίου, Laurion, Laurium)

Steckbrief

Land

Griechenland

Re­gi­on

Attika (Attikí, Attica) / Lavrion (Laurion), Bergbaudistrikt

GPS-Ko­or­di­na­ten

Lavrion, Übersicht der Stollen und Schächte (Zugänge)



Lavrion
WGS 84: 
Lat.: 37,71113611° N, 
Long: 24,0547° E
WGS 84: 
Lat.: 37° 42' 40,09" N,
   Long: 24° 3' 16,92" E

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Zu erreichen ist Lavrion entweder nur per Linienflug mit Olympic Airways nach Athen; neuerdings auch mit Aegean Airlines zum neuen Athener Flughafen oder per Fähre nach Patras.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerke, Gruben, Stollen, Pingen, Halden

Geo­lo­gie

Die Geologie des Lavriongebietes ist nicht sehr kompliziert, aber dennoch zu komplex und unterschiedlich für eine Kurzbeschreibung. Siehe > Einführung in die Geologie von Lavrion

Zu­gangs­be­schränku­ngen

Nicht bekannt! - Dieser Status ist überholt. Es wurden schon Leute eingesperrt, weil sie nur in den Schlacken am Strand gesucht haben. Betreten der gesamten Stollen verboten.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=650
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (3 Bilder gesamt)

Halden im Botsaristal
Aufrufe (Bild: 1179693509): 6018
Halden im Botsaristal

Halden im Botsaristal; Griechenland/Kykladen/Attika/Lavrion

Copyright: UlrichW
Beitrag: Klinoklas 2007-05-20
Erzschmelze
Aufrufe (Bild: 1179691249): 5937
Erzschmelze

Aufbereitungsanlagen

Copyright: UlrichW
Beitrag: Klinoklas 2007-05-20
Mineralienmuseum
Aufrufe (Bild: 1179690907): 5304
Mineralienmuseum

Mineralienmuseum; Griechenland/Kykladen/Attika/Lavrion

Copyright: UlrichW
Beitrag: Klinoklas 2007-05-20

Ausführliche Beschreibung

BILD:1179690907
Mineralienmuseum Foto: Ulrich Wagner

BILD:1179691249

Aufbereitungsanlagen Foto: Ulrich Wagner

BILD:1179691854

Hufeisen-Ragwurz (Ophrys ferrum-equinum) Foto: Ulrich Wagner

BILD:1179692904

Hilarionstollen Foto: Ulrich Wagner

BILD:1179693509

Halden im Botsaristal Foto: Ulrich Wagner

Allgemeines

Eine 'Perle unter den griechischen Reisezielen' stellt zweifelsohne Lavrion (Laurion) - das antike Grubengebiet auf der Südspitze der attischen Halbinsel - dar. Die auf drei Seiten vom ägäischen Meer begrenzte Halbinsel birgt das größte europäische Bergbaugebiet der Antike.

Besonders reizvoll, da sehr farbenprächtig, sind natürlich die unzähligen Oxidationsmineralien in einer z.T. in den Wasserspiegel der Ägais hineinreichenden hochthermalen, wohl sedimentär angelegten Primärlagerstätte in höhlenreichen Kalken.


Lavrion - Fahrt zu den antiken Waschanlagen

Wenn man schon in Lavrion ist, sollte man die antiken Silberminen mit den einzigartigen Waschanlagen besuchen. Man fährt bis zum Dorf Aghios Konstantinos (Asphalt). Ein paar Meter vor dem Dorf gibt es eine Kreuzung: rechts geht es zum Dorf, geradeaus wieder runter nach Anavyssos und links (weiter dann Schotterstraße) zu den Waschanlagen.

Bald erreicht man das auf der linken Seite liegende riesige Loch, genannt "Chaos"! Die Fahrt geht dann über die teilweise schon recht ruppige Strasse, bis linker Hand eine relativ breite und gut asphaltierter Weg abzweigt. Diese kurze Stichstrassse endet in einem Wendekreis mit der Beschilderung zu den Silberwaschanlagen. Die Waschanlagen liegen in dem rechten Talabschnitt (südlich!), während man im linken, nörlichen Teil des Tales die Botsaris-Halden sieht!


Mineralien-Museum von Lavrion und Funde bei Thorikos

Ein Besuch des kleinen aber feinen Mineralien-Museums von Lavrion oder des Ortszentrums von Kamariza, dem Mittelpunkt der ehemals attischen Bergbauaktivitäten, lohnt sich auf jeden Fall (aktuelle Öffnungszeiten kann man vor Ort erfahren!). Hier sieht man dicht gepackt aber trotzdem reizvoll präsentiert eine Reihe sehr schöner Stufen, die allesamt von den Findern dem Museum zur Verfügung gestellt wurden. Kenner und Liebhaber kommen immer gerne wieder und sagen man solle sich mindestens 1 Stunde Zeit für das kleine Museum nehmen.

In den siebziger Jahren wurde von belgischen Archäologen in einem antiken Stollen bei Thorikos frühbronzezeitliche Funde gemacht, die auf einen Bergbau bereits im 3.Jahrtausend v. Chr. schließen lassen.


Der attische Bergbau und seine Grubenanalagen

Die Blütezeit des attischen Bergbaus liegt jedoch zwischen dem 6. und 4. vorchristlichen Jahrhundert. Erst wieder im Laufe des 19. Jh. gelangte der Bergbau durch Wiederaufbewältigung seitens der federführenden Ingenieure Serpieri und Cordellas zu neuer Blüte. Hauptsächlich wurden tonnenweise Silber, Blei und Zink während des insgesamt 5000jährigen Bergbaus gewonnen! Die letzten Betriebe wurden 1977 eingestellt. Übrigens: Der berühmte Spruch - 'Eulen nach Athen tragen' soll auf die, aus dem lavriotischen Silber geprägte Tetradrachme mit der berühmten Athener Eule, zurückzuführen sein!

Im Süden wurde das Grubengebiet durch das Revier Sounion begrenzt, deren Ausläufer sich bis zu dem Wahrzeichen Lavrions - dem berühmten, 440 v. Chr. im dorischen Stil erbauten Poseidontempel am Kap Sounion erstrecken (Eintrittspreis 1998 etwa 1,25 €). Dieses Zeugnis beeindruckender Baukunst wird auch heute noch gerne von einheimischen Touristen aus dem benachbarten Ägina und aus Athen besucht.

Besonders spektakulär ist das direkt neben Erzwaschanlagen und Stollen liegende 'Zechentheater' - in der Nähe des Berges Velatouri - mit rund 2500 Jahren das wohl älteste Amphitheater der Welt! Auch für die Orchideen- und Wanderfreunde lässt sich hin und wieder ein Schmankerl am Wegesrand entdecken: so z.B. die attische Ragwurz.

Von Begehungen der noch immer zahlreich vorhandenen Stollen zwecks Schürfen von Kristallen bzw. Mineralien wird dringend abgeraten. Trotz exakter Vorkenntnisse und professioneller Erfahrungen - auch der einheimischen Sammler - ist das Betreten der z.T. km-langen, labyrinthartigen Stollensysteme und das 'Arbeiten' in den nur ungenügend befestigten und brüchigen Stollen ein lebensgefährliches und außerdem von den Behörden nicht gern gesehenes Unterfangen (hin und wieder kam es schon zu tödlichen Unfällen!).

Nur mit Hilfe von vertrauenswürdigen und erfahrenen Einheimischen, die nicht nur am 'Abzocken' naiver Neulinge interessiert sind (die gibt es leider auch!), lohnt sich jedoch evtl., bei entsprechender Ausrüstung (die richtigen Lampen sind lebensnotwendig - Im Vergleich dazu der ausreichende Wasservorrat in der Wüste!) eine Begehung des noch ziemlich intakt gebliebenen Hilarion-Stollensystems. Viel Ausdauer und Geduld 'sind mitzubringen'!

Auf einigen alten Halden, insbesondere des Kamariza-Reviers, lassen sich aber auch heute noch zahlreiche attraktive Mineralien, z.T. hervorragend kristallisiert, entdecken. Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass Mineralien, z.B. auf den Halden bis auf weiteres in diesem einzigartigen Fleckchen des 'Paradieses Griechenland' gesammelt werden dürfen; jedoch nur unter selbstverständlicher Einhaltung der grundlegenden Spielregeln zum Erhalt der dortigen Natur bzw. des gesamtökologischen Systems (z.B. durch Wiederauffüllen von Schürflöchern, keine Durchführung von Sprengungen!; kein Wegwerfen von Müll in freiem Gelände, etc.!) Es sei noch darauf hingewiesen das es hier Schlangen gibt. Man sollte bei der Mineraliensuche auf Halden und im Gelände immer ein wenig die Augen aufhalten.

Zum Glück haben uns die 'schwarzen Schafe' (verbotenes Sprengen aus reiner Profitgier, usw.) noch nicht zahlenmäßig überrundet, so dass diesem, in vielerlei Hinsicht einmaligen Urlaubsziel Lavrion - hoffentlich noch für lange Zeit - 'Tür und Tor' nicht verschlossen sein werden.



Mineralienlisten

  • Ulrich Baumgärtl pflegt eine Liste der Mineralien aus Laurion mit ihren Eigenschaften zur Unterscheidung. Sie können diese Liste hier kostenlos als .pdf herunter laden. Mineralienliste zur Unterscheidung (Stand 11 April 2016)

Mineralbilder (102 Bilder gesamt)

Fraipontit
Aufrufe (Bild: 1412763420): 418
Fraipontit (SNr: A027323)

Sechseckige tafelige weiße Kristalle, BB = 3 mm, Fundort: Laurion (Lavrion), Attika, Griechenland.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Hannes Osterhammer
Beitrag: Münchener Micromounter 2014-10-08
Annabergit
Aufrufe (Bild: 1274529004): 3770, Wertung: 9.75
Annabergit

Größe: 2,06 mm; Fundort: Laurion, Attika, Griechenland

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2010-05-22
Phosgenit
Aufrufe (Bild: 1264496821): 2026
Phosgenit

Größe: 1,34 mm; Fundort: Laurion, Attika, Griechenland

Sammlung: Domenico Preite
Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2010-01-26

Gesteine (Anzahl: 17)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Dunn, P.J. & Rouse, R.C. (1985): Freedelite and Thorikosite from Laangban, Sveden, and Laurion, Greece: Two new species related to the synthetic bismuth oxyhalides.- Am. Min. 70., S.845-848.
  • Schnorrer-Köhler, G., Rewitzer, C. & Standfuß, K.L. (1988): Weitere Neufunde in Laurions antiken Bleischlacken.- Lapis, Jg.13, Nr.2, S.11-14.
  • Rewitzer, C. & Hochleitner, R. (1989): I minerali delle antiche scorie di Laurion, Grecis.- Rev. Min. Ital. S.21-38, 83-100.
  • Schnorrer-Köhler, G. & Standfuß, K.L. (1991): Neue Funde aus den antiken Schlacken von Laurion, Griechenland.- Lapis, Jg.16, Nr.6, S.21-23.
  • Emser-Hefte 2/94
  • Lapis Nr.7/8 99 (Themenheft) ,
  • Min.-Welt Nr. 3/92, Nr. 6/95 , Nr. 1/96 , Nr. 2/98
  • Skarpelis, N. (2007): The Lavrion deposit (SE Attica, Greece): geology, mineralogy and minor elements chemistry. N.Jb.Min. Abh., 183, 227-49.
  • Giester, G. & Rieck, B. (2010): Drobecite, a novel mineral from the Lavrion, Greece, deposit. 20th Gen. Meeting of IMA, Aug. 21 – 27, 2010, Budapest, Hungary.
  • Weiland, T. (2013). Die bedeutendsten Fundstellen für Kupfermineralien. In: Kupfer Mineralien. ExtraLapis Nr.45. S.30ff. Weise Verlag, München.
  • Kolitsch, U., Rieck, B., Brandstätter, F., Schreiber, F., Fabritz, K. H., Blaß, G. & Gröbner, J. (2014): Neufunde aus dem altem Bergbau und den Schlacken von Lavrion (I). Min.-Welt 25 (1), 60-75.
  • Kolitsch, U., Rieck, B., Brandstätter, F., Schreiber, F., Fabritz, K. H., Blaß, G. & Gröbner, J. (2014): Neufunde aus dem altem Bergbau und den Schlacken von Lavrion (II). Min.-Welt 25 (2), 82-95.

Links


Quellenangaben

Einordnung