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Habsburg, Ferdinand II von

Ferdinand kam aus Böhmen und folgte seinem Vater 1564 als Landesfürst von Tirol. Er war der 2. Sohn des Kaisers Ferdinand I und Bruder des römisch-deutschen Kaisers Maximilian I. Ferdinand war ein gebildeter und kunstsinniger Mensch. Er beherrschte mehrere Fremdsprachen. In späteren Jahren war er äußerst beliebt und bekannt als Mann des Ausgleichs. Er wurde 1547 von seinem Vater an die Spitze der Verwaltung Böhmens gestellt und leitete 1556 den Feldzug gegen die Türken in Ungarn. Als ständiger Stellvertreter des Königs sorgte er für die Einschränkung der Rechte der böhmischen Stände und höhere Steuereinnahmen um die Schulden der Habsburger bei den Fuggern aus dem Schmalkaldischen Krieg abzuzahlen.

Im Schloss Ambrass in Innsbruck gründete er eine bedeutende Kunstsammlung und ein Naturalienkabinett. Durch ihre Reichhaltigkeit und der wissenschaftlichen Inventarisierung galt sie lange Zeit als Vorbild für den Aufbau von Naturaliensammlungen an anderen Fürstenhöfen. Es gab viele Mineralien und 1200 Exemplare von Silbererzen, meist aus dem böhmischen Erzgebirge (z.B. Joachimsthal). Dazu gab es 41 "Handsteine", das sind zu Kunstobjekten zusammengefügte Mineralstufen.

Einige prächtige und seltene Mineralstufen der "Ambraser Sammlung" gelangten später in die Mineraliensammlung des Wiener Hofes, später dann an das NH Museum Wien.


Literatur:

  • Constantin von Wurzbach: Ferdinand , Erzherzog von Oesterreich, Graf von Tirol und der Vorlande. Nr.86. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Bd.6. Verlag L. C. Zamarski, Wien 1860, S. 193–95.
  • Franz Krones: Ferdinand (Erzherzog von Österreich). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd.6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S.697–700.
  • Josef Hirn: Erzherzog Ferdinand von Tirol. Geschichte seiner Regierung und seiner Länder. 2 Bände, Wagner, Innsbruck 1885/88.
  • Fritz Steinegger: Ferdinand II. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd.5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S.91 f.

Weblinks:


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