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Haldenbrand

(engl.: mine fire)

Übertage brennende Kohlehalden und Kulmbänke sowie bitumenhaltige Kupferschieferhalden; untertage brennende oder schwelende Kohleflöze.

Wenngleich aus Sicht der Geologie anzunehmen ist, dass Haldenbrände natürliche Vorgänge sind, ist es doch wahrscheinlicher, dass die meisten dieser Brände durch menschliche Aktivitäten (Fremdeinwirkung) (Bergbauaktivitäten, Grubenbrand, Schlagwetterexplosion, spontane Oberflächenfeuer, Abfallverbrennung) entfacht oder gezündet wurden.


Kohle-Haldenbrand

Natürliche Kohle-Haldenbrände sind schon aus dem Pleistozän bekannt (Zhang Xiangmin, Kroonenberg; 1966). Kohle wird seit über tausend Jahren abgebaut, wenngleich im wirtschaftlichen Maßstab erst im 19. Jh. (seit Beginn der Industriellen Revolution). In diesem letzteren Zeitabschnitt fallen die meisten der bekannten Haldenbrände.

Aktuell existieren größere Kohle-Haldenbrände brennender Flöze und Kulmbänke in China, den USA, Indien, Indonesien und Tadschikistan. Der spektakulärste Kohle-Haldenbrand besteht seit 1962 unterhalb des Ortes Centralia im Kohlerevier des Columbia County, Pennsylvania, USA. Bedingt durch die gesundheitsschädlichen Gase und Rauch aus Fumarolen und Spalten an der Oberfläche sowie die Kontaminierung des Trinkwassers musste der Ort aufgegeben werden. Noch heute ist die Landschaft des ehemaligen Ortes durch vielfarbige, schwefelhaltige Halden und Flächen gekennzeichnet.


Kupferschiefer-Haldenbrand

Kupferschiefer-Haldenbrände gab es während der letzten 50 Jahre im nördlichen Teil des Mansfelder Reviers bei Hettstedt-Burgörner. Die Haldenbrände des Mansfelder Kupferschiefers (kupferarme Schiefer auf Halden) sind auf den beträchtlichen Bitumengehalt (max. bis 14%) zurückzuführen, wobei eine Selbstentzündung ausgeschlossen wird und auf Fremdeinwirkung zurückzuführen ist.


Mineralneubildung

Durch die brennenden Kohleflöze entsteht oft hoch mit O, CO, CO2, N, S und Se angereicherter Rauch, was u. a. zur (Neu-)Bildung (Sublimation, hydrothermale Neubildung) von Schwefel, Selen und verschiedenen Mineralien, oft in großen Mengen, führen kann (Tschermigit, Apjohnit, Hoelit, Salmiak, Gips etc.). Ransomit ist ein neugebildetes Cu-Fe-Sulfat von einem Haldenbrand einer Kupfergrube.

s.a. > Halde, Haldenbrand-Mineralien


Brennende Halden

  • Bergehalden Anna

Literatur / Links

  • Livingood, M., Winicaties, J., Stein, J.; 1999; Centralia Mine Fire Analysis; Presence of Sulfur-bearing Mineral Deposits at Thermal vents; ( www.offroaders.com/album/centralia/study/ESL201Paper.htm
  • Stracher, G.B.; Taylor, T.P., Prakash, A.; 2004; Coal Fires - A Synopsis of their Origin, Remote Sensing Detection and Thermodynamics of Sublimation Products from MIne Fires
  • www.uni-giessen.de/geographie/phy/akn/Exkursionen/Hettstedt

Quellangaben


Einordnung