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Hausmann, Friedrich

Johann Friedrich Ludwig Hausmann (* 22. Februar 1782 Hannover; † 26. Dezember 1859 Göttingen) war ein deutscher Mineraloge, Geologe und Bodenkundler.

Friedrich Hausmann studierte am Collegium Carolinum in Braunschweig und an der Universität Göttingen. Er trat 1803 als Auditor beim Bergamt in Clausthal ein, wurde 1805 Kammersekretär beim Bau- und Hüttendepartement in Braunschweig. Zur Fortbildung trat er 1806 und 1807 eine geognostische und hüttenmännische Reise durch Skandinavien an. 1809 wurde er Generalinspektor der Berg-, Hütten- und Salzwerke des Königreiches Westfalen in Kassel.

An der Universität Göttingen übernahm Hausmann ach dem Tode von Johann Beckmann 1811 die Professur für Mineralogie und Technologie. Neben den Vorlesungen über Bergbau und Eisenhüttenkunde mußte er auch solche über Land- und Forstwirtschaft anbieten.

Seine Forschungstätigkeit widmete Hausmann u.a. der Untersuchung der norddeutschen Gebirge, besonders des Oberharzes, aber auch des Weserberglandes. Seine Arbeiten, von denen einige später als wegweisend eingestuft wurden, zeichnen sich aus durch Zuverlässigkeit und kritische Beobachtungsgabe. Er unternahm regelmäßig geologische Studienreisen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. 1818/19 reiste er mit dem Fürsten von Lippe-Detmold durch Italien und 1828/29 bereiste er die Niederlande, Belgien, Frankreich, England und Spanien.

Aufsehen in Fachkreisen erregte Hausmann mit seinem 1825 erschienenen Buch „Versuch einer geologischen Begründung des Acker- und Forstwesens“. In der bereits 1818 in lateinischer Sprache erschienenen Abhandlung weist Hausmann auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Bodens als Standort für die Kulturpflanzen hin. Mit dieser Schrift gehört Hausmann zu den Mitbegründern einer rationalen Bodenkunde.

In einem Vortrag vor der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften trat er 1827 für die Herkunft der in der norddeutschen Tiefebene vorkommenden Findlinge und Geschiebe aus Skandinavien ein und gab sogar bei einigen genaue Herkunftsorte an, wobei er aus eigener Erfahrung auf seinen Skandinavienreisen schöpfte. Hausmann war mit diesen Untersuchungen ein Pionier der Geschiebeforschung.

Er machte sich auch als Mineraloge und Kristallograph einen Namen. So beobachtete er erstmals Mineralbildung in Hochofenschlacke.

Er war seit 1811 Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen und ab 1840 als Nachfolger von Blumenbach deren Sekretär. 1819 wurde er hannoverscher Hofrat und 1845 Geheimer Hofrat. 1812 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Ein 1813 neu entdecktes Mn-Mineral wurde nach ihm Hausmannit benannt. 1823 wurde Hausmann zum Mitglied der Leopoldina gewählt, 1839 Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Emden.

Publikationen:

  • Krystallogische Beiträge. Braunschweig 1803.
  • Norddeutsche Beiträge zur Berg- und Hüttenkunde. Braunschweig 1806-1810.
  • Handbuch der Mineralogie. Göttingen 1813, 3 Bde.; 2. Aufl. 1828-1847.
  • Reise durch Skandinavien. Göttingen 1811-1818.
  • Versuch einer geologischen Begründung des Acker- und Forstwesens. Berlin 1825.
  • Über die Bildung des Harzgebirges: ein geologischer Versuch. Berlin 1842.
  • Studien des Göttinger Vereins bergmännischer Freunde. Hrsg. von J.F.L. Hausmann. Göttingen 1824-1858, 6 Bde., darin u.a.:
  • Carl Ritters Briefwechsel mit Joh. Friedr. Ludw. Hausmann: zur Säcularfeier von C. Ritter´s Geburtstag. Herausgegeben von Johann Eduard Wappäus, Leipzig 1879.
  • Wilhelm von Gümbel: Hausmann, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd.11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S.94–97.
  • Walther Fischer: Hausmann, Johann Friedrich Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd.8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S.124 f.
  • Koritnig, S. (1990). Johann Friedrich Ludwig HAUSMANN. Aufschluss, Jg.41, Nr.1, S.27-32.

Weblinks:


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