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Oswald Heer

Oswald Heer (* 31. 8. 1809 in Niederuzwil; † 27. 9. 1883 in Lausanne) war ein Schweizer Paläontologe, Botaniker und Entomologe.
Er war zu seiner Zeit einer der weltweit führenden Paläobotaniker.

Heer studierte in Halle und kehrte 1831 wieder in die Schweiz zurück.
1834 habilitierte er sich an der erst im Jahr davor gegründeten Universität Zürich, wurde Privatdozent für Botanik und Leiter des Botanischen Gartens Zürich. 1835 wurde er zum außerordentlichen Professor für Botanik und Entomologie ernannt, 1852 zum Ordinarius. Von 1855 bis 1882 war er Ordinarius für taxonomische Botanik am Polytechnikum Zürich (heute ETH).

In „Die Insektenfauna der Tertärgebilde von Oeningen und Radoboy“ (1847) beschrieb er 464 fossile Insekten, in der dreibändigen „Flora tertiaria Helvetiae“ 720 bis dahin unbekannte fossile Pflanzen (1855-1859). Sein Hauptwerk ist die siebenbändige „Flora fossilis arctica - Die fossile Flora der Polarländer“ (1868-1883). Im Buch „Die Urwelt der Schweiz“ (1865) erklärte Heer die geologische Vergangenheit seiner Heimat in populärwissenschaftlicher Weise.

Im Zuge seiner Forschungen in den Alpen führte er auch einige Erstbesteigungen hochalpiner Berggipfel durch, so z.B. des Piz Linard (3413 m) in der Silvretta und des Piz Palü (3912 m) im Bernina (beide 1835).


Literatur:

  • Oswald Heer. Die Insektenfauna der Tertiärgebilde von Oeningen und von Radoboj in Croatien (3 Bände, 1847, 1849 und 1853): Wilhelm Engelmann, Leipzig.
  • Oswald Heer. Flora tertiaria Helvetiae. Die tertiäre Flora der Schweiz. (3 Bände, 1855, 1856 und 1859): J. Wurster und Comp., Winterthur.
  • Oswald Heer (1862). Beiträge zur Insektenfauna Oeningens. Coleoptera. Erben Loosjes, Harlem.
  • Oswald Heer u. William Pengelly (1863): On the Lignite Formation of Bovey Tracey, Devonshire. Taylor and Francis, London.
  • Oswald Heer. Flora fossilis arctica. Die fossile Flora der Polarländer (7 Bände, 6. Band 2 Abt., 1868 bis 1883): Wurster & Comp., Winterthur.
  • Carl Schröter: Oswald Heer : Lebensbild eines schweizerischen Naturforschers. 1. und 2. 1885, doi:10.3931/e-rara-25038.

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