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Helictit

Auch als Excentrique bezeichnet; engl.: Eccentric.

Oberbegriff: Speleothem

Helictite sind Speläotheme, welche ihre - eigentlich physikalisch bedingte vertikale Achse während verschiedener Wachstumsphasen ändern und - als ob es keine Schwerkraft gäbe, in alle Richtungen weiterwachsen. Sie bilden im Ansatz i.d.R. einen winzigen Stalaktit wirrstrahliger, spiralförmiger und korkenzieherartiger, auch angelhaken-ähnlicher Aggregate; manchmal ändert sich der bisherige zylindrische Form in eine kegelige, wobei jedes Aggregat wie eine Eistüte in die andere geschoben, bzw. gestapelt ist. Größere Helictitklumpen bilden in einigen Höhlen Büsche bis mehr als 1 m, welche vom Boden wachsen. Letztere auch als Heligmite bezeichnet, obgleich bisher unbewiesen ist, ob diese einem gleichen Bildungsprozess unterliegen wie Stalagmiten.

Neben einigen Theorien ist der Wachstumsmechanismus bisher ungeklärt und bleibt nach wie vor eines des interessantesten Probleme - sowohl speläologisch als auch ontogenetisch.

Die Kapillarkraft-Theorie basiert darauf, dass Helictite einen zentralen Kanal haben, durch welchen das Wasser wie in einem Strohhalm fließt. Dies würde bedeuten, dass die Kapillarkräfte in der Lage wären, Wasser ohne Rücksicht auf die Schwerkraft zu transportieren. Diese Theorie wurde davon inspiriert, dass einige Helictite hohl sind - Tatsache jedoch ist, dass die meisten Helictite nicht hohl sind.

Die Wind-Theorie sagt, dass Tropfen, die an einem Stalaktit hängen, an die Seite geblasen werden, so dass der Tropfstein in eine andere Richtung wächst. D.h., sobald der Wind wechselt, ändert sich auch die Wachstumsrichtung. Diese Theorie ist kaum haltbar, da der Wind oft seine Richtung ändert und sich der Luftdruck außerhalb der Höhle je nach Wetterbedingungen ändert. Tropfsteine wachsen jedoch sehr langsam (einige Zentimeter in 100 Jahren). Insofern würde die Richtung sich jeweils in Fragmenten eines mm wechseln. Im übrigen ist es Tatsache, dass in vielen Höhlen mit ausgebildeten Helictiten kein natürlicher Eingang vorhanden ist.

s.a. > Tropfstein (Stalaktiten, Stalakmiten, Stalagnate), Speleothem, Tropfsteinhöhle, Höhle


Literatur

  • Duckeck, J.; 2004; Helictite or Eccentric
  • Hill, C.A.; Forti, P.; 1997; Cave minerals of the world
  • Maltsev, V.A.; 1998; Stalactites with internal and external feeding; Proc.Univ. Bristol Spel. Soc.: 21,2,149-158

Quellangaben


Einordnung