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Friedrich Anton von Heynitz

Friedrich Anton von Heynitz
Friedrich Anton von Heynitz

Berlin

Archiv: Doc Diether

Friedrich Anton von Heynitz, auch Heinitz (* 14. Mai 1725 Dröschkau; † 15. Mai 1802 Berlin) war einer der Gründer der Bergakademie Freiberg und der bedeutendste preußische Staatswirt des 18. Jhds.

Er entstammte einer alten Meissischen Familie, die hohe Ämter im sächsischen Staatsdienst bekleideten. Traditionsgemäß besuchte er die berühmte Fürsten-Schule in Pforta und danach studierte er Natur- und Forstwissenschaften in Dresden sowie Berg-, Hütten- und Salinenwesen in Freiberg und Kösen.

Er war ein Reformer des braunschweigischen Bergbaus. 1747 wurde er bei der braunschweigischen Bergverwaltung angestellt und avancierte 1762 zum Vizeberghauptmann. Seiner Aufsicht unterstand der Bergbau des Unterharzes, den er mit der Errichtung bergmännischer Künste belebte. Heynitz übernahm 1764 das Amt des Generalbergkommissar und damit die Leitung des Sächsischen Bergwesens. Seine Reformpläne gingen soweit, daß er 1765 gemeinsam mit Friedrich Wilhelm von Oppel die Einrichtung der Bergakademie Freiberg betrieb. Trotzdem legte er 1774 wegen Diskrepanzen sein Amt nieder.

1777 erfolgte ein völliger Wechsel nach Preußen, wobei Friedrich II. ihn zum Etats-, Kriegs- und dirigierenden Minister und Oberberghauptmann ernannte. Die Reorganisation des Berg- und Hüttenwesens in Preußen kann als seine Hauptleistung angesehen werden. Heynitz erhielt umfangreiche Freiheiten für seine Pläne. Neben dem Bergwerks- und Hüttendepartement leitete Heynitz zeitweilig noch weitere Departements, so das Salzdepartement.

Heynitz bereiste das Land, um sich ein umfassendes Bild vom Zustand der Bergwerke und Hütten Preußens zu machen. Er strukturierte die Bergverwaltung, ließ Bergbauhilfskassen anlegen und bestehende Knappschaftskassen verbessern. Der Bau der ersten deutschen Dampfmaschine 1783 wurde durch ihn mit Billigung des Königs gefördert. Er ließ Straßen, Wasserstraßen und erste Schienenbahnen zur Verbesserung der Verkehrswege zu den Bergwerken, Hütten und Fabriken anlegen. Neben dem Bergbau galt seine besondere Förderung auch den Eisenhämmern, Stahl- und Messingwerken Preußens und der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin.

Sehr großes Ansehen erlangte er durch die Modernisierung des nach den Kriegen darnieder liegenden Bergbau- und Hüttenwesens in Schlesien. Es wurden neue Eisenhütten gegründet. Der stillgelegte Erzbergbau in Tarnowitz wurde wieder aufgenommen und dort 1798 die erste Dampfmaschine im Bergbau eingeführt. 1789 wurden auf den Hütten Versuche zur Befeuerung der Hochöfen mit Koks begonnen. Als Folge ging 1796 in Gleiwitz der erste Kokshochofen Europas in Betrieb.


Literatur:

  • Otto Steinecke: Heynitz, Friedrich Anton von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd.55, Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S.493–500.
  • Steinecke, Otto: Friedrich Anton von Heynitz. Ein Lebensbild. Zum hundertjährigen Todestage des Ministers von Heynitz nach Tagebuchblättern entworfen; in: Forschungen zur brandenburgisch-preußischen Geschichte 5 (1902), S.421-70.
  • Johannes Mager: Friedrich Anton von Heynitz (1725–1802). Streiflichter aus seinem Leben und familiären Umfeld. In: Der Anschnitt. Bd.55, Nr.1, 2003, ISSN 0003-5238, S. 12–27.

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