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Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt
Alexander von Humboldt

Gemälde von Joseph Stieler, 1843.

Archiv: Doc Diether

Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (* 14. September 1769 Berlin; † 6. Mai 1859 Berlin) war ein deutscher Naturforscher, der auch ausserhalb Deutschlands tätig war. Seine Schaffenszeit erstreckte sich über 7 Jahrzehnte und er reflektierte fast die Gesamtheit der Naturwissenschaften, des Wissens von der Welt. Er wurde zum Mitbegründer der Geographie als empirischer Wissenschaft.

Die Stellung des Vaters begründete ein besonderes Verhältnis der Humboldt-Brüder zum preußischen Königshaus, zumal der Kronprinz, der nachmalige Friedrich Wilhelm II., einer der Taufpaten Alexanders war.

Er immatrikulierte sich 1789, seinem Bruder folgend, an der Universität Göttingen, dem damaligen Zentrum aufklärerischer Wissenschaft in Deutschland. Seine ersten größere Publikation war über "Mineralogische Beobachtungen über einige Basalte am Rhein". 1791 bewarb er sich beim preußischen Oberberghauptmann von Heinitz für den Staatsdienst, wo er zuvor ein Studium an der Bergakademie Freiberg beginnen sollte. Er verrichtete praktische Arbeit im Bergwerk, bei dem er täglich um sechs Uhr mit den anderen Bergleuten in die Gruben einfuhr. Am Nachmittag nahm er an bis zu sechs Studienkollegs (u. a. bei Abraham Gottlob Werner) teil. Das zu absolvierende Pensum für den Regelstudenten waren 3 Jahre. Er schafte das in 8 Monaten. 1792 erhielt er ein Assessor-Patent und wurde wenig später mit der Untersuchung des gerade zu Preußen gekommenen fränkischen Bergbaus betraut. Dorthin inspizierte er den Kamsdorf-Könitzer Bergbau und revolutionierte die Abbauverfahren von Alaunschiefergestein im Schmiedefelder „Vitriolwerk“ am Schwefelloch (das heutige Schaubergwerk Morassina). Aufgrund seines erhellenden Berichtes erfolgte bereits nach einem halben Dienstjahr die Beförderung zum Oberbergmeister mit dem Auftrag der Sanierung des Bergbaues im Fichtelgebirge und Frankenwald. Nach kurzer Zeit gelang es ihm, die um ein Vielfaches zu steigern. Auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter hatte er im Kopf: Er entwickelte auf der Basis chemischer Analysen einen Vorläufer der Atemschutzmaske für die Bergleute.

Er veranstaltete mehrjährigen Forschungsreisen, die ihn nach Lateinamerika, in die USA sowie nach Zentralasien führten. Humboldt betrieb wissenschaftliche Feldstudien in den Bereichen Physik, Chemie, Geologie, Mineralogie, Vulkanologie, Botanik, Vegetationsgeographie, Zoologie, Klimatologie, Ozeanographie und Astronomie, aber auch zu Fragen der Wirtschaftsgeographie, der Ethnologie und der Demographie. Er korrespondierte mit zahlreichen international bedeutenden Spezialisten der verschiedenen Fachrichtungen und schuf so ein wissenschaftliches Gesamtwerk.

Humboldt erlangte in Deutschland mit den "Ansichten der Natur" (1808) und dem "Kosmos" (1845–1862) außerordentliche Popularität. Er genoß ein hohes Ansehen. Seine Ehrungen waren zahlreich; unter anderem wurde ihm eine Gedenkmünze der Pariser Akademie der Wissenschaften gewidmet. In zahlreichen Akademien war er Mitglied, so in der Leopoldina, in der Preußische Akademie der Wissenschaften, in der Bayerische Akademie der Wissenschaften und in der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften.


Literatur:

  • Kurt-Reinhard Biermann, Ilse Jahn, Fritz G. Lange (Bearb.): Alexander von Humboldt. Chronologische Übersicht über wichtige Daten seines Lebens. 2. Aufl. (= Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung, 1). Berlin 1983.
  • Kurt-Reinhard Biermann: Alexander von Humboldt. 4. Auflage. Leipzig 1990.
  • Otto Krätz: Alexander von Humboldt – Wissenschaftler Weltbürger Revolutionär. Callwey, München 1997, ISBN 3-7667-1282-9
  • Damaschun, F. (1997). Auf den Spuren Alexander von Humboldts im Ural. Lapis, Jg.22, Nr.7, S.25-30.
  • Grabow, G. (2919). Berühmte Persönlichkeiten. Zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt. Min.-Welt, Jg.30, H.3, S.6-7.

Weblinks:


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