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Hutton, James

James Hutton (* 3. Juni 1726 Edinburgh; † 26. März 1797 Edinburgh) war ein schottischer Naturforscher und Geologe.

Hutton besuchte die High School in Edinburgh und studierte ab 1740 an der Universität Edinburgh Geisteswissenschaften, unter anderem Logik, Mathematik, Physik und Geographie. Während des Studiums war sein Interesse für Chemie erwacht und er studierte 1744 bis 1747 Medizin in Edinburgh. 1747 ging er für zwei Jahre nach Paris, wo er Anatomie und Chemie studierte, aber auch Vorlesungen über Geologie und Mineralogie hörte. 1749 erwarb er seinen M.D. Abschluss in Medizin in Leiden.

Er produzierte Ammonium-haltige Dünger, die er als "wissenschaftlicher Bauer" auch ausprobierte. Über das Studium der Böden kam er zum Interesse an geologischen Phänomenen. 1767 wurde er Mitglied einer Kommission für ein Kanalbauprojekt zwischen den Flüssen Forth und Clyde. In Edinburgh nahm er am gesellschaftlichen Leben teil und verkehrte mit bekannten Wissenschaftlern. 1774 reiste er nach England und Wales, wobei er mit James Watt Bergwerke besuchte.

Hutton war sehr aktiv in der 1783 gegründeten Royal Society of Edinburgh und ab 1788 Mitglied der königlich französischen Akademie für Landwirtschaft. Sein erstes kleines Buch über ein geologisches Thema erschien 1777 (Considerations on the Nature, Quality, and Distinctions of Coal and Culm). In den 1780er Jahren unternahm er noch mehrfach längere geologische Studienreisen in England, Schottland und zur Insel Man. 1795 veröffentlichte er auf Drängen seiner Freunde sein Hauptwerk "Theory of the Earth". Ein Buch über Landwirtschaft (Principles of Agriculture) war geplant, er starb aber vorher.

Hutton gilt als der Begründer der Geologie als Wissenschaft und letztlich auch der Geochronologie. Er erkannte, daß dieselben geologischen Prozesse, die heute zu beobachten sind, auch in der Vergangenheit gewirkt haben müssen (Aktualismus). Daher wären direkte Rückschlüsse von heute auf die früheren Abläufe möglich. Diese Abläufe fügten sich zu einem Kreislauf der Gesteine im Wechsel von Abtragung und Sedimentablagerung zum Beispiel in Meeren und vulkanische Hebung. 1785 hielt Hutton erste Vorträge zu seiner Theorie in der Royal Society of Edinburgh.


Literatur:

  • E.B. Bailey. James Hutton- the founder of modern geology, Elsevier 1967.
  • G.L. Davies. The earth in decay. A history of british geomorphology 1578-1878, Amsterdam 1969.
  • S.Warren Carey. Theories of the Earth and Universe. ISBN 0-8047-1364-2, Stanford University Press, Kalifornien 1988.
  • Jonathan Weiner. Planet Erde (p.14-19), Droemer-Verlag 1987.
  • Jack Repcheck: Der Mann, der die Zeit fand: James Hutton und die Entdeckung der Erdgeschichte. Klett-Cotta 2007. ISBN 3-608-94086-3.
  • V.A. Eyles, Biographie von Hutton in Dictionary of Scientific Biography.
  • Bernhard Hubmann. Die großen Geologen. Marix Verlag, Wiesbaden 2009. ISBN: 978-3-86539-949-6.

Weblinks:


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