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Karpinski, Alexander Petrowitsch

Alexander Petrowitsch Karpinski (* 7. Januar 1847 Turjinskije Rudniki; † 15. Juli 1936 Udelnaja bei Moskau) war ein russischer Geologe, Paläontologe, Mineraloge und Petrologe. Er gilt als „Schöpfer“ der russischen Geologie.

Karpinski war familiär mit dem Bergbau vorbelastet und studierte ab 1857 Bergbau und Mineralogie in Sankt Petersburg mit dem Abschluss 1866. Nach der Dissertation 1869 war er Adjunkt-Professor und 1877 bis 1885 ordentlicher Professor am dortigen Bergbauinstitut. 1885 bis 1916 war er kaiserlicher Direktor der Bergbauforschung in Russland. Ab 1886 war er korrespondierendes und ab 1896 wirkliches Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, deren Präsident er von 1917 bis zu seinem Tod war.

Karpinski veröffentlichte über 200 wissenschaftliche Arbeiten und beherrschte die gesamte Palette der Geowissenschaften (Paläontologie, Stratigraphie, Tektonik, Petrographie, Mineralogie, Lagerstättenforschung). Insbesondere stammen von ihm die grundsätzlichen Erkenntnisse über den tektonischen Aufbau des europäischen Teils von Russland. Er hinterließ keine größeren Werke in Buchform, sondern veröffentlichte in meist kürzeren Aufsätzen und Mitteilungen in Sitzungsberichten.

Karpinski befasste sich vor allem mit regionaler Geologie des Ural, Stratigraphie von Devon, Karbon, Perm, mit Mesozoikum und Tertiär vom Ostabhang des Urals und West-Sibirien und dem Kambrium und Silur des Baltikum. Im West-Ural entdeckte er schon 1874 ein allgemeines Überkippen der Falten nach Westen und untersuchte die tektonischen Zusammenhänge von Ural und mittelasiatischen Gebirgszügen. 1884 veröffentlichte er eine geologische Karte des Ost-Urals. 1887 veröffentlichte er die erste Untersuchung zur Paläogeographie im europäischen Russland vom Kambrium bis Quartär. Er befasste sich sowohl allgemein (Nomenklatur, Klassifikation von Gesteinen) mit Petrographie als auch mit regionaler Petrographie besonders des Ural. 1881 beschrieb er die nutzbaren Mineralien des Urals und er befasste sich mit Vorkommen von Gold, Kohle und Nickel, mit Platin-Lagerstättenbildung im Ural und Eisenerzlagerstätten.

Karpinski arbeitete vor allem im Ural und vollendete die erste geologische Karte des europäischen Russland (erschienen in Grundzüge der geologischen Geschichte des europäischen Teils Russlands 1883–1894). 1893 erschien eine geologische Übersichtskarte des europäischen Teils von Russland in 6 Blättern 1: 252.000 (von Karpinski, Nikitin, Tschernyschow bearbeitet).

Er war Hauptorganisator des 7. Internationalen Geologenkongresses in Sankt Petersburg 1897.

Er liegt an der Kremlmauer begraben.

Nach Alexander Karpinski sind das Mineral Karpinskit(dessen Status allerdings fraglich ist), ein Berg im Ural und einer auf der Oktoberrevolutions-Insel, eine Vulkangruppe auf den Kurilen, die Stadt Karpinsk im Oblast Swerdlowsk, ein Mondkrater, ein sowjetischer Frachter (Akademik Karpinski und das Allrussische Geologische Forschungsinstitut (WSEGEI) in Sankt Petersburg benannt. Ferner trägt Mount Karpinskiy in der Antarktis seinen Namen.

1916 erhielt er die Wollaston-Medaille und erhielt den Cuvier-Preis. Ab 1925 war er Mitglied der Leopoldina.


Literatur:

  • Nikolaus Polutoff: Pioniere geologischer Forschung in Russland. In: Geol. Rundschau. Bd.31, Nr.7/8, 1940, S.457–87.

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