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Klaproth, Martin Heinrich

Prof. Martin Heinrich Klaproth
Prof. Martin Heinrich Klaproth

Berlin

Doc Diether

Prof. Martin Heinrich Klaproth ((* 1.12.1743 Wernigerode; † 1.1.1817 Berlin) war ein deutscher Apotheker, Chemiker und Mineraloge.

Klaproth wurde als Sohn eines armen Schneiders in Wernigerode im Harz geboren. Er besuchte die Stadtschule in Wernigerode, dann lernte und arbeitete er 6 Jahre in der Ratsapotheke Quedlinburg. Er geht Dreiundzwanzigjährig nach Hannover, dann nach Berlin und Danzig, wo er sich in Apotheken als Gehilfe weiterbildet. Nebenbei und besonders während eines längeren Aufenthalts in Berlin studiert er Chemie. Dabei galt seine besondere Vorliebe der Mineralogie.

Klaproth heiratete vermögend und erwarb die Berliner Bären-Apotheke. Das Apothekerdasein füllte ihn aber nicht aus, weil er nach wissenschaftlicher Tätigkeit strebte. So ging er, als sich die Möglichkeit bot, als Chemiker an die Akademie der Wissenschaften.

Seine wissenschaftliche Arbeit trug Früchte, in der Zeit von 1795 bis 1815 gab er 6 Bände seiner „Beiträge zur chemischen Kenntnis der Mineralkörper“ heraus. Er wirkte nebenamtlich seit 1787 als Professor der Chemie an der Berliner Artillerieschule, als Dozent am Collegium medico-chirurgicum und als Lehrer des Berg- und Hütteninstitutes. 1810 erhielt er auf Vorschlag Alexander von Humboldts eine Berufung als o. Professor der Chemie an die neu gegründete Berliner Universität. Klaproth entdeckte noch nicht bekannte oder unrichtig eingeordnete Verbindungen und führte sehr viele neue präzise qualitative und quantitative Analysen aus. Er gab sehr genaue und präzise Versuchsbeschreibungen, sogar mit Angaben über mögliche Fehlerquellen. Geradezu nebenher trug er eine immense Mineraliensammlung zusammen, die am Ende seines Lebens 4828 Stücke umfasste und nach seinem Tod von der Berliner Universität angekauft wurde. Weiterhin analysierte er die verschiedensten Mineralien, darunter so bekannte wie: Alaun, Dolomit, Smaragd, Topas, Granat und Titanit. Bleibenden Rum erlangte er aber mit der Entdeckung der Chemischen Elemente Uran, Zirconium und Cer sowie mit der Verifizierung von Titan, Tellur und Strontium.


Literatur:

  • Chemische Untersuchung der Mineralquellen zu Carlsbad. Berlin 1790.
  • Chemische Untersuchung des Natroliths. Mag. Ges. Naturf. Freunde Berlin, Neue Schriften 4, S.243-48. (1803)
  • Beiträge zur chemischen Kenntnis der Mineralkörper, (6 Bände), Berlin 1795-1815.
  • Chemische Abhandlungen gemischten Inhalts. Nicolai, Berlin 1815.
  • Chemisches Wörterbuch, zusammen mit Wolff, (5 Bände), 1807-1810.
  • Chemische Untersuchung des Spinnelans (Nosean). Beitr. Chem. Kenntn. Miner., Bd.6, S.371. (1815).
  • Hoppe, G.(1989). Martin Heinrich KLAPROTH (1743-1817) als Mineralchemiker und Mineralsammler. Aufschluss, Jg.40, Nr.4, Se.201-14.
  • Günter Hoppe (1992). Gedenktage: Klaproth. Fundgrube,28.Jg.H.1, S.4.

Weblinks:

Ehrungen:

Der Mondkrater Klaproth ist nach ihm benannt. In Berlin steht auf dem Campus der TU eine Gedenkstele für Martin Heinrich Klaproth.


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