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Konverter

Der Ausdruck kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Umwandler". Andere Namen dafür sind nach der Form "Birne" und "Tiegel".

Alter Stahlkonverter (Bessemer-Birne)
Alter Stahlkonverter (Bessemer-Birne)

Unterwellenborn, Saalfelden, Thüringen. 1999.

Doc Diether

Ein Konverter ist vereinfacht gesagt, ein riesiges Gefäß (Tiegel), in dem aus Roheisen Stahl gemacht wird. Das Roheisen enthält noch störende Begleitelemente wie Kohlenstoff, Silicium, Schwefel und Phosphor. Diese Bestandteile werden in einem Konverter entfernt. Die Verunreinigungen werden durch Aufblasen von Sauerstoff über eine wassergekühlte Lanze oxidiert. Dabei werden bestimmte Mengen Schrott von bis zu 25 % als Kühlmittel zugesetzt, da der Oxidationsprozess eine starke Wärme entwickelt. Hauptwärmelieferanten sind Kohlenstoff und Silizium. Auch das Eisen wird teilweise mit oxidiert. Dabei gehen ca. 10% des Eisens verloren. Bis zu 400 t Rohstahl fasst ein Konverter. Neben Roheisen und Schrott werden Kalk zur Schlackenbildung und Bindung saurer Komponenten eingesetzt. Das Ofenfutter ist bei sauren Bestandteilen der Erze basisch, also z.B. aus Dolomit. Der Blasprozess dauert ca. 15 Minuten. Neben dem reinen Aufblasen von Sauerstoff wird auch das kombinierte Blasen durch den Boden mit Inertgasen zum Spülen oder mit Sauerstoff angewendet.

Danach wird der Konverter gekippt und die leichtere Schlacke abgegossen. Zur Rückkohlung (man braucht einen definierten Kohlenstoff-Gehalt im Stahl) gibt man dann noch kohlenstoffhaltiges Spiegeleisen oder Ferromangan zu. Letzteres wird benötigt, um noch enthaltenen Sauerstoff bzw. Eisenoxid unter Bildung von Manganoxid zu binden. Dieser Stahl wird "Blasstahl" genannt.

Das ältere Verfahren zur Entfernung von Phosphor und sauren Bestandteilen, ist das Thomas-Verfahren, bei dem Luft durch Bodendüsen eingeblasen wird. Dieses wird heute kaum mehr verwendet. Das Verfahren des Aufblasens von Sauerstoff wird LD-Verfahren (Linz-Donawitz-Verfahren) genannt.


Literatur:

  • A.F. Hollemann & N. Wiberg. Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 91.-100. Aufl. W. de Gruyter, Berlin, New York. 1985. S.998, 1131ff.

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