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Krantz, Adam August

Dr. Adam August Krantz
Dr. Adam August Krantz

Bonn

Archiv: Doc Diether

Dr. Adam August Krantz (+ 6.12.1808 Neumarkt (Schlesien); + 6.4.1872 Berlin) war ein deutscher Mineraloge, Geologe und bedeutender Mineralien-Händler.

Geboren in dem Landstädtchen Neumarkt besuchte Krantz das Gymnasium in Breslau und machte danach eine Lehre bei Apotheker Hoffmann in Goldberg (Riesengebirge). Hier war er nicht ausschließlich im Apothekerfach engagiert, sondern man fand ihn kurz darauf 1832 als Student in Freiberg eingeschrieben (No.1295). Bei Prof. Reich studierte er Geognosie und Paläontologie.

Hier in Freiberg hatte er ganz natürlich die Möglichkeit, sich eine Mineraliensammlung sächsischer Fundstellen anzulegen. Diese bekannte bergmännische Ausbildungsstätte war früh ein Anziehungspunkt für Studenten ähnlichen Interesses und Sammlern aller Länder. In diesen Jahren wurden die ersten selbstständigen mineralogischen und geologischen Ausbildungsstätten/ Institute an Universitäten gegründet und so war ein Bedarf an Anschauungsmaterial gegeben.

So ergab es sich von alleine, dass er im Handel mit diesem geologischen Anschauungsmaterial seine berufliche Zukunft suchte. Der Beginn des Mineralien Geschäfts von Krantz begann in Freiberg am 14.12.1833. Und in diesem kleinen Heftchen, wo er alle Vorgänge vermerkte, fanden sich sehr schnell Einträge seiner berühmten Kunden aus aller Welt. Als Schlesier hatte er es in Sachsen allerdings nicht leicht, in Konkurrenz zu der bekannten Freiberger Mineralien-Niederlage zu stehen. Daher fand man ihn1837 in Berlin in einer guten Adresse. Hier boten sich bessere geschäftliche Kontakte als im abgelegenen Freiberg.

1850 verzieht er nach Bonn, wo er eine große Villa und ein 2. Lagerhaus mit Werkstatt baut. Das „Rheinische Mineralien-Comptoir“ begrüßte viele prominente Besucher, darunter Alexander von Humboldt, Prof. Bunsen, Prof. Fresenius, Prof. Jameson, Prof. v. Rath, Prof. Sandberger etc. Prof. Silliman bemerkt, dass man besser und günstiger bei Krantz amerikanische Fossilien bekommen könne, als in den USA selbst.

Krantz besuchte selber viele Fundstellen und schrieb auch eine Anzahl von Veröffentlichungen. So wurde die 1. eingehende mineralogische und geologische Beschreibung der Insel Elba von ihm verfasst. Von Wert sind auch seine geol.-paläontologischen Arbeiten über Vorkommen in der Nähe von Bonn, über Versteinerungen in den Siegener Schichten. Das Thorium-Mineral Orangit wurde von Krantz entdeckt und beschreiben. Man findet ferner viele Beobachtungen an Mineralien und Meteoriten. Diese wissenschaftliche Leistung fand auch Anerkennung, indem z.B. ein bernstein-ähnliches Mineral „Krantzit“ benannt wurde. Viele Fossilien des Siebengebirges tragen den Artnamen „Krantzi“. Das Formatieren geologischer Proben auf eine bestimmte Handstufengröße wird als „krantzen“ bezeichnet.


Literatur:

  • Krantz, F. (1958). Dr. Adam August Krantz, 1808-1972 - ein Lebensbild . Aufschluss, Jg.9, Nr.12, S.334-36.
  • Fuchs, W. (1983). 150 Jahre Mineralienhandel, Jubiläum der Firma Dr. Krantz. Lapis, Jg.8, Nr.11, S.21-23.
  • Red. Magma (1983). 150 Jahre KRANTZ: Vom Mineralien-Comptoir zum größten Geo-Fachhandel der Welt ! Magma, Nr.1, S.38-39.
  • Krantz, {Familie} (2009). 175 Jahre Dr. F. Krantz Rheinisches Mineralienkontor. Lapis, Jg.34, Nr.2, S.42-43.

Weblinks:


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