'._('einklappen').'
 

Leube, Gustav Ernst

Dr. phil. Gustav Ernst Leube (* 23. Mai 1808 Ulm; † 15. November 1881 Ulm) war Apotheker, der sich nebenbei mit experimenteller Chemie und Mineralogie beschäftigte. Begründer der Zement-Industrie.

Als 14-jähriger begann Leube eine Apothekerlehre in Heidelberg. Dort besuchte er an der Universität Vorlesungen über Chemie und Pharmazie. 1828 kehrte er nach bestandenem Examen als Apothekergehilfe in die Apotheke seines Onkels nach Ulm zurück.

Im Jahr 1829 ging Ernst Gustav nach Tübingen, um seine „Staatsprüfung in der Apothekerkunst“ abzulegen. Nach mehr als zwei Semestern legte er hier sein Staatsexamen ab und war nun als geprüfter Apotheker berechtigt, eine Apotheke zu leiten. Er setzte jedoch 1830 seine Studien an der Bergakademie Freiberg in Sachsen in den Fachgebieten Chemie und Mineralogie fort. Im Jahre 1832 übernahm er dann die Kronen-Apotheke seines Onkels in Ulm.

Auch in Deutschland war bereits das Herstellungsverfahren von „Cement“ bekannt, nur nicht die Bedeutung des notwendigen Kalkmergels. Leube unternahm viele Exkursionen in seiner schwäbischen Heimat und erkannte bald den Nutzen von Albgestein zur Gewinnung des Kalkmergels. Mergel als silikathaltiges "Gestein" war die Komponente, die zur Bildung eines richtigen Zementes neben dem Kalk noch fehlte. Schon 1838 gründete Gustav Ernst mit seinen Brüdern Wilhelm und Julius die erste Zementfabrik in Deutschland, die „Gebrüder Leube“ in Ulm und entwickelte die fabrikmäßige Herstellung des „hydraulischen Kalks“. Bereits ein Jahr später, 1839, wurde die Anlage mit einem Brennofen und einem Stampfwerk mit zwei Mahlgängen in Betrieb genommen.

1839 erhielt er aufgrund seiner „Beiträge zur Kunde des Jura- und Süßwasser-Kalkes, insbesondere der jüngsten Süßwasserkreide“ den Doktortitel der Philosophie und den Magister der Künste von der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen verliehen. Bereits im Jahre 1843 lieferten die „Gebrüder Leube“ den Ulmer Zement bis nach Wien, später bis Prag.

1854 wurde der Firma die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft vom König von Württemberg verliehen. 1855 bekamen die Gebrüder Leube eine Goldmedaille bei der Gewerbeausstellung in Paris überreicht.


Literatur:

  • mit Wilhelm Leube: Untersuchungen über das mineralische Material der Umgegend von Ulm in Betreff seiner Verwendbarkeit für Bauzwecke und insbesondere seiner Bedeutung für den Festungsbau. Nübling, Ulm 1843.

Weblinks:


Einordnung