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Bernstein (Amber)

Bilder (170 Bilder gesamt)

Bernstein
Aufrufe (Bild: 1506874717): 8191
Bernstein

Stufengröße = ca. 50 mm

Copyright: Andreas Schmid
Beitrag: Andreas Schmid 2017-10-01
Fundstelle: Putzenanger / Weitenau / Scheffau am Tennengebirge / Hallein, Bezirk (Tennengau) / Salzburg / Österreich
Bernstein
Aufrufe (Bild: 1629203215): 961
Bernstein

Insekteninkluse im Bernstein, Bildbreite ca. 4 mm aus der Kiesgrube Zarrentin, Ludwigslust-Parchim, Mecklenburg-Vorpommern, DE

Sammlung: harzer
Copyright: harzer
Beitrag: harzer 2021-08-17
Fundstelle: Zarrentin / Ludwigslust-Parchim, Landkreis / Mecklenburg-Vorpommern / Deutschland
Bernstein mit Inkluse (Ameise)
Aufrufe (Bild: 1295373935): 8577
Bernstein mit Inkluse (Ameise)

Fundort: Tagebau Greifenhain, Niederlausitz, Brandenburg, Deutschland; Bildbreite ca. 2 cm, Detail vom Bild 1295373840 im Durchlicht

Sammlung: Mineralroli
Copyright: Mineralroli
Beitrag: Mineralroli 2011-01-18
Fundstelle: Niederlausitz / Brandenburg / Deutschland
Bernstein (facettiert)
Aufrufe (Bild: 1389974762): 5133
Bernstein (facettiert)

Goitzsche bei Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, D. 1,3 x 1,3 cm.

Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2014-01-17
Fundstelle: Tagebau Goitzsche / Bitterfeld / Bitterfeld-Wolfen / Anhalt-Bitterfeld / Sachsen-Anhalt / Deutschland
Bernstein
Aufrufe (Bild: 1506874943): 880
Bernstein

Bildausschnitt = ca. 30 mm

Copyright: Andreas Schmid
Beitrag: Andreas Schmid 2017-10-01
Fundstelle: Putzenanger / Weitenau / Scheffau am Tennengebirge / Hallein, Bezirk (Tennengau) / Salzburg / Österreich
Bernstein
Aufrufe (Bild: 1629202871): 1269
Bernstein

ca. 3,5x2 cm großer honiggelber alter Fund aus der Kiesgrube Zarrentin, Ludwigslust-Parchim, Mecklenburg-Vorpommern, DE

Sammlung: harzer
Copyright: harzer
Beitrag: harzer 2021-08-17
Fundstelle: Zarrentin / Ludwigslust-Parchim, Landkreis / Mecklenburg-Vorpommern / Deutschland

Sammler Zusammenfassung

Farbe gelb, braun, rötlich, in selten Fällen sogar grünlich, bläulich bis dunkelblau, schwarz
Strichfarbe weiß
Glanz Harzglanz
Mohshärte 1.5 - 3
Unbeständigkeit +++ Äther, organisch Lösemittel?, ++ NH4OH, Alkali, Laugen
Kristallsystem amorph,
Morphologie unregelmäßig geformte Knollen od. Körner, z.T. bis kopfgroße Stücke von 10kg,

Zusatzangaben / Zusammenfassung

Bernstein / Amber

Bernstein ist ein fossiles Harz welches über Millionen von Jahren überwiegend von der Kiefernart Pinus succinifera abgesondert wurde. Das geschätze Vorkommen liegt bei ca 1 Mio. Tonnen. Einschlüsse wie z.B. Insekten, Spinnen, Blätter oder sogar Kriechtiere sind möglich. U.a. wurde der Kopf eines Urgeckos als Einschluss in Bernstein gefunden. Dies ist eine extreme Seltenheit und es ist davon auszugehen, dass am Markt erhältliche ähnliche Funde in den Bereich der Fälschungen einzuordnen sind.

Der Name Bernstein stammt vom niederdeutschen Bernen = Brennen ab, da der Stein brennbar ist. Er wurde früher als Kerzenersatz verbrannt. Er brennt lange und verbreitet einen angenehmen Geruch.

Die Farbe von Bernstein variiert meist zwischen hell- bis goldgelb und altert zu rötlich- oder bräunlich-gelb, im Extremfall zu Rottönen. Trüber Bernstein kann wegen submikroskopisch kleiner Bläschen (Größe: 0,0002–0,0008 mm, Dichte: bis zu 900.000/mm3) weißgelb oder weiß sein. Je nach Verschmutzung oder Eisensulfidbildung in Spalten werden die Farben dunkler.

Blau schimmernde Bernsteine sind selten. Die Entstehung der blauen Farbe ist nicht endgültig geklärt.

Chemismus

Che­mi­sche Formel

(C,H,O)

Che­mi­sche Zusam­men­setzung

Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff

Masse der Formeleinheit: 9.1087951 u; Anzahl Atome i.d. Formeleinheit: 1

Info

Empirische Formel:

(C0.6H0.3O0.1)

Element

Symbol

Masse%

Atome

Atome%

Atommasse (u)

Summe Masse (u)

Wasserstoff

H

3.32

0,3

30.00

1.0079470

0.3023841

Kohlenstoff

C

79.12

0,6

60.00

12.0107800

7.2064680

Sauerstoff

O

17.56

0,1

10.00

15.9994300

1.5999430

Analyse Masse%

C : 78.30, H : 9.90, O : 11.20 (Ref: Hintze, Handbuch der Mineralogie, 1904-1974)

Strunz 9. incl. Aktual­isie­run­gen

10.C

10: Organische Verbindungen
C: Diverse organische Mineralien

Lapis-Sys­tema­tik

IX/C.01-010

IX: ORGANISCHE VERBINDUNGEN
C: Harzähnliche Verbindungen

Höl­zel-Sys­tema­tik

A.BB.900

A: Organische Verbindungen
B: Hydrocarbonate
B: Carbocycles

Dana 8. Aus­gabe

50.00.00.00

50: Organic Minerals
00: Organic Minerals Without Dana Classification Numbers

IMA Status

Bernstein ist kein von der IMA anerkanntes Mineral.

Mine­ral­status

Mineralstatus fragwürdig

Optische Eigenschaften

Farbe

gelb, braun, rötlich, in selten Fällen sogar grünlich, bläulich bis dunkelblau, schwarz

Strichfarbe

weiß

Opa­zi­tät

transparent bis opak, Rohstücke oft von dunklen opaken Krusten überzogen

Glanz

Harzglanz

RI-Wert α / ω / n

1.53

Ri-Durch­schnitt

1.53

2V-Win­kel

Isotropisch

Lumineszenz-Eigenschaften

Lumi­nes­zenz

Bernstein in UV Licht 395 - 400 nm
Bernstein in UV Licht 395 - 400 nm

weißgrau bis bläuliche Fluoreszenz

Stark blau fluoreszierender Bernstein bekommt seine farbe aufgrund der Anwesenheit eines polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffes bekannt als Perylen. Es wird aus d

Farbe Langwel­liges-UV (365nm)

 

bläulich weiß

LW-UV Farb-Inten­si­tät

mittel

LW-UV Beob­ach­tungs-Häufigkeit

sehr häufig

Farbe KW-UV (254nm)

 

gelblich weiß

KW-UV Farb-Inten­si­tät

mittel

KW-UV Beob­ach­tungs-Häufigkeit

sehr häufig

LW-UV weitere Far­ben

               

weiß, bläulich weiß, gelblich weiß, blassgelb, grün, grünlich, grünlich weiß, gelblich

KW-UV weitere Far­ben

         

weiß, bläulich weiß, blassgelb, grünlich, grünlich weiß

Der häufigste Aktiva­tor

wesensmäßig organisches Material

Nachleuch­ten (per­sis­tente Lumi­nes­zenz)

keine Daten

Bild ⇒ Lumineszenz ⇒ Anregung ⇒ UV langwellig ~365nm (4 Bilder gesamt)

Bernstein
Aufrufe (Bild: 1544829586): 376
Bernstein

Bernstein unter "Schwarzlicht"-LED 395-400 nm, Sumatra, Indonesien, 11 x 6 x 3,5 cm

Sammlung: Embarak
Copyright: Embarak
Beitrag: Embarak 2018-12-15
Fundstelle: Sumatra / Indonesien
Bernstein
Aufrufe (Bild: 1544829529): 356
Bernstein

Bernstein unter langwelligem UV-Licht 366 nm, Sumatra, Indonesien, 11 x 6 x 3,5 cm

Sammlung: Embarak
Copyright: Embarak
Beitrag: Embarak 2018-12-15
Fundstelle: Sumatra / Indonesien
Bernstein
Aufrufe (Bild: 1544829280): 680
Bernstein

Bernstein unter "Schwarzlicht"-LED 395-400 nm, ehem. Braunkohletagebau Goitzsche, Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, 46 x 43 x 22 mm

Sammlung: Embarak
Copyright: Embarak
Beitrag: Embarak 2018-12-15
Fundstelle: Tagebau Goitzsche / Bitterfeld / Bitterfeld-Wolfen / Anhalt-Bitterfeld / Sachsen-Anhalt / Deutschland

Kristallographie

Kri­s­tall­sys­tem

amorph

Gitter­pa­ra­me­ter a (Å)

-

Gitter­pa­ra­me­ter b (Å)

-

Gitter­pa­ra­me­ter c (Å)

-

Gitter­pa­ra­me­ter a/b oder c/a

-

Gitter­pa­ra­me­ter c/b

-

Gitter­pa­ra­me­ter α

-

Gitter­pa­ra­me­ter β

-

Gitter­pa­ra­me­ter γ

-

Z

-

Volu­men (ų)

-

Morpho­logie

unregelmäßig geformte Knollen od. Körner, z.T. bis kopfgroße Stücke von 10kg,

Physikalische Eigenschaften

Moh­s­härte

1.5 - 3

VHN (Härte n. Vickers)

42 (ungefähre Angabe abgeleitet aus der Mohshärte)

Dichte (g/cm³)

1.05 - 1.1 - schwimmt in Salzlösung

Schmelz­punkt °C

300

Unbe­stän­digkeit

+++ Äther, organisch Lösemittel?, ++ NH4OH, Alkali, Laugen

Chem. Eigenschaf­ten u. Tests

Schmilzt bei etwa 350°C und riecht dann penetrant nach Bernsteinsäure.
Elektrostatische Aufladung durch Reiben mit einem Tuch. Die meisten Stücke (außer einige rote) schwimmen in konzentrierter Kochsalzlösung auf.

Allgemeines

Vor­kom­men

meist sekundäre Lägerstätten in Schichten vom Devon bis ins Quartär

Name nach

dem arabischen Wort anbar

Bedeu­tung, Ver­wendung

Schmuckstein

Samm­ler Info

Sehr oft Fälschungen im Handel, die Bezeichnung `Echt Bernstein` darf z.B. auch für Pressbernstein verwendet werden. Oft wird auch Copal als Bernstein bezeichnet.

Zusatz­informa­tio­nen

Bernstein-Themen im Forum:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/board,190.0.html

Referenzen

Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mitteilungen 3 (1953), 341

Williamson, J., 1932; The Book of Amber

Ausführliche Beschreibung

Ausbildungsvarianten

  • Simetit: unter UV bläulich fluoreszierender Bernstein von den Ufern des Flusses Simeto in der Provinz Catania, Sizilien, Italien
  • Burmit: eine tiefrote Bernstein-Varietät von Maingkwan, Myitkyina-Mogaung, Kachin State, Myanmar
  • Siegburgit: mit Sand vermengter Bernstein von der Kiesgrube Vierneberg, Siegburg bei Bonn, Deutschland
  • Beckerit, Retinit etc.

Entstehung

Das Harz muss durch Wasserwege transportiert und in Sedimente eingelagert werden. Dort kann es über Jahrmillionen konserviert verweilen und aushärten. Auf Waldböden liegendes Harz unterliegt der Verwitterung und kann nicht zu Bernstein umgewandelt werden. Bernstein ist nur im Sedimentgestein vor Verwitterung sicher. Aus dem Mutterstein befreiter Bernstein unterliegt einem langsamen, wenn auch für den Menschen kaum merklichen Zerfall.


Imitate

Im Handel befinden sich sehr oft künstlich veränderte Bernsteine. Bernstein wird unter hohem Druck und/oder Temperaturen über 100°C erwärmt und durch abgestimmte Verfahren geklärt. Es können auch die eher seltenen Flitter etc. durch diese Verfahren hergestellt werden.

Weit verbreitet ist auch der Pressbernstein bei dem Schleifabfälle oder minderwertigere Bernsteine miteinander verschmolzen werden. Diese "künstlichen" Produkte dürfen fraglicherweise als echte Bernsteine verkauft werden.

Künstliche Inklusien sind keine Seltenheit. In einen Teil Bernstein wird mit Kunstharz ein Insekt oder eine andere Inklusie in den Bernstein eingeklebt. Anschließend wird der Einsatz mit Bernstein verschlossen.

Nicht selten wird auch Copal (junger ausgehärteter Harz) als Bernstein verkauft.

Imitate erkennen

Bernstein kann von Kunstharz mit Hilfe einer glühenden Nadel unterschieden werden. Diese hält man an den Stein und zieht sie mit etwas Druck darüber. Schmilzt der Stein an der Stelle der Nadel und bildet sich eine Rille bzw. riecht er aromatisch, während die Nadel an einer Stelle bleibt, ist es Bernstein. Andernfalls ist es ein Imitat. Copal erinnert an den Geruch von Arzneimitteln.

Es ist auch möglich Imitate auf Grund der Dichte zu erkennen. Bernstein sinkt in Süßwasser (Leitungswasser); in Salzwasser hingegen schwimmt er. Um nun festzustellen, ob ein Stein echt ist, nimmt man zwei Gefäße: eines mit Salzwasser (ca. 2 Esslöffel Salz pro 1/4 Liter Wasser) und eines mit Süßwasser. Bernstein wird auf dem Salzwasser schwimmen und im Leitungswasser untergehen. Glasimitate z.B. werden in beiden Gefäßen versinken und Kunstharze in beiden Gefäßen schwimmen.

Pressbernsteine und künstlich veränderte Bernsteine können auf diese Art nicht entlarvt werden.


Vorkommen

Der größte Teil des weltweiten Vorkommens kommt aus dem Baltikum (Halbinsel Samland, Ostsee). Der Bernstein wird dort im Tagebau abgebaut und mit Wasser unter Hochdruck aus einem bläulichen Gestein gespült. Die „Blaue Erde“ ist eine mehrere Meter mächtige, graublaue Sedimentschicht, die Glaukonit und den Baltischen Bernstein enthält. Der mit Meerwasser aufgeschwemmte Schlamm wird über Rohre transportiert und letztendlich der Bernstein ausgesiebt. Das schlammige Wasser wird der Ostsee zugeführt.

Die Vorkommen sind sehr ergiebig und enthalten stellenweise bis zu 3 kg Bernstein pro Kubikmeter. Die Lagerstätte erstreckt sich entlang der Küste in bis zu 10 m Tiefe und reicht bis ins Binnenland in 30 m Tiefe.

Weitere nennenswerte Vorkommen liegen in Chiapas, Mexiko (Maya-Minen) und in der Dominikanischen Republik, wo der Bernstein jeweils in kleinen Minen abgebaut wird.

Durch seine sehr geringe Dichte von 1,05 bis 1,1, die nur wenig über der von Salzwasser liegt, kann Bernstein bei stärkeren Wellenbewegungen aufgewirbelt und an Land gespült werden und dort als Lesesteine am Strand gefunden werden. Die Hauptgewinnung von Bernstein wird aber im klassischen Tagebau durchgeführt.

  • Baltikum (Halbinsel Samland, Ostsee)
  • Sizilien
  • Dominikanische Republik
  • Cedar Lake, Manitoba, Kanada
  • Chiapas, Mexiko (Maya-Minen)
  • Maingkwan, Myanmar
  • Sarawak, Malaysia
  • Andere Länder: (Italien, Frankreich, Kanada, Nigeria...)
  • Schweiz nur an einer Stelle bekannt, sehr brüchig



Literatur

  • Rudat, K.: Bernstein - Ein Schatz an unseren Küsten. Husum, 1997.

Verwandte Mineralien "Strunz-Systematik" (9. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem : Raumgruppe : Kristallklasse | Ordnungsnummer]

Natrosulfatourea

Na2(SO4)[CO(NH2)2]

orthorhombisch : mmm : Pbcn

10.C.

Allantoin

C4H6N4O3

monoklin : 2/m : P21/c

10.C.

Verwandte Mineralien "Lapis-Systematik" [Mineral | Formel | Kristallsystem : Raumgruppe : Kristallklasse | Ordnungsnummer]

'Bernstein'

(C,H,O)

amorph

IX/C.01-010

Verwandte Mineralien "Hölzel-Systematik" [Mineral | Formel | Kristallsystem : Raumgruppe : Kristallklasse | Ordnungsnummer]

'Bernstein'

(C,H,O)

amorph

A.BB.900

Verwandte Mineralien "Dana 8. Classification" [Mineral | Formel | Kristallsystem : Raumgruppe : Kristallklasse | Ordnungsnummer]

'Bernstein'

(C,H,O)

amorph

50.00.00.00

Varietäten

Burmit

Delatynit

Duxit

Gedanit

alternativ genutzter Name

Deutsch

Agstein

Deutsch

Aidstein

Deutsch

Allingit

Spanisch

Allingita

Allingite

Ambroid

Deutsch

Ambroit

Spanisch

Ambroita

Ambroite

Chryselectrum

Glessum

Glesum

Deutsch

Grabstein

Lyncurium

Lynx-stone

Deutsch

Succinit

Spanisch

Succinita

Succinite

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