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Aragonit

Aragonit-Speleotheme
Aragonit-Speleotheme

Höhle Novy Afon in den Iverischen Bergen;
Kaukasus, Abchasien, Georgien;
Foto: Vyacheslav Argenberg;

Creative Commons Vasco Planet.com

Die schönsten Aragonit-Speleotheme


Frankreich

Limousis

Grotte de Limousis
Grotte de Limousis

12 km N von Carcassonne, Aude, Frankreich. Bemerkenswerte Aragonit-Speleotheme. Bild 1/4

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Die Höhlen von Limousis liegen ca. 13 km N von Carcassonne im Departement Aude in Südwestfrankreich und wurden durch Auswaschung eines unterirdischen Flusses gebildet. Das Höhlensystem ist nicht vollständig erkundet. Die vorderen Teile der Höhlen sind geprägt durch Kristalldecken aus Aragonit-Helictiten. Die größte Aragonitmasse ist ca. 4 m hoch und 10 m weit und damit einmalig auf der Welt.


Grotte de Limousis
Grotte de Limousis

12 km N von Carcassonne, Aude, Frankreich. Bemerkenswerte Aragonit-Speleotheme. Bild 2/4

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Grotte de Limousis
Grotte de Limousis

12 km N von Carcassonne, Aude, Frankreich. Bemerkenswerte Aragonit-Speleotheme. Bild 3/4

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Grotte de Limousis
Grotte de Limousis

12 km N von Carcassonne, Aude, Frankreich. Bemerkenswerte Aragonit-Speleotheme. Bild 4/4

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Grotte de Clamouse

Grottes de Clamouse
Grottes de Clamouse

Aragonit-Speleotheme in der Grande Salle; Grotte de Clamouse, Herault, France;
Foto: Martin Souchay

Sebastian Henckel

Die Höhle von Clamouse befinden sich bei Saint-Jean de Fos im Departement Herault in der Region Languedoc-Roussillon. Sie verdankt ihren Namen der Karstquelle, die etwas unterhalb der Straße aus dem Boden sprudelt und deren Wasser sich nach starken Regenfällen lautstark in den Herault stürzt. Das hat zu der mundartlichen Bezeichnung „Clamouse“, d. h. “die Brüllende“ geführt. Der Reichtum an Aragonit- und Calcit-Speleothemen machen diese 1945 entdeckte und vom französischen Ministerium für Umwelt als „wissenschaftlicher und malerischer Besichtigungsort" klassifizierte Höhle so außergewöhnlich. Ihre Gänge zeichnen sich durch die Aktivität unterirdischer Gewässer aus, die sie bei Hochwasser überfluten und immer noch schöner machen. Feine, fistelartige, exzentrische Kristallisierungen nehmen Sie mit in ein märchenhaftes Universum ausgefallener Formen. Diese „Cathédrale du Temps" (Kathedrale der Zeit) wird bei einer Ton- und Lichtshow sublimiert. Die Höhlen von Clamouse sind wegen ihrer Aragonitkonkretionen und ihrer Calcit-Speleotheme als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet und gehören zu den meistbesuchten Höhlen in Frankreich.


Grottes de Clamouse
Grottes de Clamouse

Aragonitkonkretionen;
Foto: Martin Souchay

Sebastian Henckel
Grottes de Clamouse
Grottes de Clamouse

Stalaktiten bis 4 m Länge;
Foto: Martin Souchay

Sebastian Henckel
Grottes de Clamouse
Grottes de Clamouse

Le Couloir Blanc (Der weiße Korridor) komplett aus Aragonit-Speleothemen;
Foto: Martin Souchay

Sebastian Henckel

L'Aven de Mont Marcou

Mont Marcou und Falaises d'Olques
Mont Marcou und Falaises d'Olques

Der Mont Marcou (1093 m) und die Falaises d'Olques in der Montagne Noir, dem südlichsten Ausläufer des französischen Zentralmassivs;
Communes de Castanet-le-Haut et Saint-Geniès-de-Varensal - (...

Fagairolles

Das Gneis-Grundgebirge des 1.093 m hohen Mont Marcou bei Saint-Genies de Valensal Gebirge der Montagne Noir im Departement Herault entstand im Mittleren Kambrium und ist im Laufe der Zeit zu einem Karst erodiert. Hier befindet sich eine von Frankreichs außergewöhnlichsten Höhlen, der Aven (Höhle oder Grotte) de Mont Marcou, welche besonders wegen ihrer seltenen, durch Nickelverbindungen grün gefärbten Aragonit-Speleotheme berühmt wurde. Die bisher erforschte größte Tiefe sind 149 m.

Im Verlauf der Höhlen entdeckt man Sträuße von Aragonit. Je tiefer man eindringt, umso mehr nehmen die grünen Farben der Speleotheme zu. Doch die reichsten und vielfältigsten grünen Aragonitgebilde finden sich in der Tiefe. In den engsten Gängen, dort, wo man aufpassen muss, nichts, weder mit Kopf noch Schultern zu berühren, fließen veloursartige Aragonitvorhänge, aus welchen die verrücktesten Excentriques in reinstem Weiß bis hin zu farbverlaufenden grünen Chatoyancen hervorsprießen, nicht selten an Pflanzen erinnernd und außergewöhnlich dekorativ. Es ist oft so eng, dass man den Körper nur mit tausend Vorkehrungen drehen und seine Lage verändern kann, doch den Augen entgeht nichts dieser einmaligen unterirdischen Magie.


Aven du Mont Marcou
Aven du Mont Marcou

Grüner Aragonit von der "Grotte Verte".

Peter and Ann Bosted
Aven du Mont Marcou
Aven du Mont Marcou

Grüne Aragonit-Speleotheme

Peter and Ann Bosted
Aven du Mont Marcou
Aven du Mont Marcou

Grüner Aragonit;
Foto: Peter Bosted und Daniel Chailloux

Peter and Ann Bosted

Grotte du TM 71

Stalaktiten und Stalagmiten
Stalaktiten und Stalagmiten

Ersatzfoto: Da zur Zeit kein Foto von der TM 71 zur Verfügung steht, hier ein generelles Bild einer Tropfsteinhöhle; http://www.freenaturepictures.com/limestone-cavern-pictures.php

Free Nature Pics

Die Grotte TM 71 befindet sich in der gleichnamigen Reserve Naturelle bei Fontanes-de-Sault im oberen Tale der Aude, Departement Aude. Sie wurde 1971 von der speleologischen Vereinigung von Montpeyroux entdeckt. Ihre bis zu 3 km langen Galerien, ein unterirdischer Fluss, ein Siphon und weitere Seitenhöhlen bis zum Jahr 1984 erforscht. Bis heute sind speleometrisch ca. 11 km Länge und 112 m Tiefe entdeckt und kartographiert worden. Die TM 71 ist eine der mineralreichsten Höhlen Frankreichs. Jeder Hohlraum unterscheidet sich vom anderen durch seine Speleothem-Reichtümer. Schächte, enge Passagen und Spalten, große Säle über dem Fluss, spiegelnde Schollen und allesamt feenartige Dekorationen aus weißem Calcit, blauen Aragonitsträußen und Excentriques, verschiedene Kristallisationen und die seltenesten fistelartigen Speleotheme sind teilweise einzigartig in der Welt.


Grottes de l'Asperge und PN 77

Blaue Grotte
Blaue Grotte

Foto: Kessiye

Kessiye

Der südliche Ausläufer des Massif Central ist die Montagne Noire. Sie liegt zum größten Teil in der Region Languedoc-Roussillon, ihr nördlicher Teil gehört zur Region Midi-Pyrénées. Die Montagne Noire befindet sich somit im Grenzgebiet der Départements Aude, Hérault und Tarn. Nahe des Ortes Olargues im Département Hérault, Arrondissement Béziers in der Region Languedoc-Roussillon gibt es eine Vielzahl von Höhlen, wovon einige wie die Grotte de Limousis und die Gouffre de Cabrespine publikumszugänglich, die meisten anderen jedoch nur, hauptsächlich, um sie zu schützen, nur Speleologen bekannt sind. Die wohl spektakulärste Höhle ist die Grotte de l’Asperge, ein Höhlennetzwerk, was sich mit seinen Galerien über etwa 6 km erstreckt. Die Erforschung dieser Höhlen hat lange gedauert, da sie nicht einfach zu erschließen war. Die Belohnung für die mühevolle Arbeit einiger weniger französischer Speleologen war eine Welt aus einzigartigen Büscheln, Sträußen und Frostwerken nadeliger Helictite, aber auch koralloider Aggregate blauer Aragonite. Selbst ein blassblauer Aragonit-Stalagmit bot sich den Augen der Entdecker. Die unterschiedlich blauen Farben der Speleotheme beruht auf unterschiedlichen Kupfer-Gehalten der Sickerwässer, aus den die Aragonite auskristallisierten. Die Grotte de l’Asperge ist eine von weltweit nur etwa zehn Höhlen, welche mit blauen Speleothemen ausgestattet sind. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das Höhlensystem PN 77, welches im Jahr 1977 von einigen jungen Höhlenforschern unterhalb des Baches Crozes, vor seiner Mündung in den Campemaux entdeckten. (PN bedeutet „Les Pieds Nickelés“, 77 das Jahr der Entdeckung. Auch die PN 77 ist reich an Aragonitstalaktiten, jedoch meist von brauner oder weißer Farbe, in Formen, welche bisher aus keinem Teil der Welt bekannt sind.


Grotte de l'Aguzou

Eine Welt aus Speleothemen
Eine Welt aus Speleothemen

Ersatzfoto: Da zur Zeit kein Foto von der Grotte de l'Agouzou zur Verfügung steht, hier ein generelles Bild einer Tropfsteinhöhle

Free Nature Pics

Die Grotte de L’Aguzou befindet sich in den Pyrenäen, nahe der Gemeinde Escouloubre im Durchbruch des Flusses Aude, im Zentrum von Pays de Sault im Departement Aude. Der erste Teil der Grotte, der schon seit prähistorischen Zeiten bekannt war, wurde für die Besucher der Balneokurorte schon am Anfang des vorigen Jahrhunderts eingerichtet. Das zweite Höhlensystem, entdeckt im Jahre 1965, enthüllte in der Folge sechs km lange, an Speleothemen übderreiche Galerien. Davon sind bis jetzt 1500 m für Besucher zugänglich (Konservator der Höhle ist M. Philippe Moreno; 09460 Mijanes). Die Mineralienfülle und deren Formenvielfalt der Aragonitkristalle und Speleotheme, Stalaktiten, Stalagmiten, durchscheinender Exzentriques koralloider Helictite und besonders die seltenen dreieckigen Calcitkristalle machen die Grotte Aguzou zu einer der schönsten Höhlen in Europa. Die Excentriques der Grotte de l’Aguzou sind ein sehr anschauliches Beispiel für Formen der fraktalen Geometrie , wie sie in der Natur häufig auftreten, wenn Mechanismen und Gesetze in Frage gestellt werden müssen, da die Natur ein gesetzloses Chaos bevorzugt.


Reseau Cabrespine-Lastours

Gouffre de Cabrespine
Gouffre de Cabrespine

Aragonit-Speleotheme als ornamentaler Schmuck der Höhlenwände;
Foto: all-free-photos

Sebastian Henckel
Gouffre de Cabrespine
Gouffre de Cabrespine

Cabrespine; Aragonit-Speleotheme;
Foto: Mr. Cocktail 34

Sebastian Henckel

Ca. 25 km N von Carcassonne, nahe des Dorfes Cabrespine im Departement Aude, in Nachbarschaft zum Pic de Nore in der Montagne Noire befindet sich die riesige Gouffre de Cabrespine, eine der größten für Besucher zugelassenen Höhlen der Welt. Die Höhle wurde 1968 vom Speleo-Club Aude entdeckt. Die Höhle selbst und die in ihre gefundenen Keramiken und anderen Gegenstände wurden jedoch schon in Dokumenten des 16. Jh. erwähnt. Die ca. 80 m lange Höhle hat eine Tiefe von etwa 250 m. Sie hat eine weltweite Reputation wegen der in ihr vorkommenden Aragonitbüschel von weltweit einmaliger Größe. Diese Aragonit-Speleotheme sind Excentriques, Scheiben, Vorhänge, Säulen und Kaskaden. Die oft durch Eisen- und Manganoxide gefärbten Aragonit-, aber auch Calcitkristallisationen sind von einer unbeschreiblichen Vielfalt. In den roten Sälen (salles rouges), welche so wegen ihrer ockerroten Farbe benannt wurden, enthalten enorm große Aragonitplatten, welche bis mehrere hunderte Kilogramm schwer sein können. Das gesamte Terrain des Höhlensystems ist von einem unterirdischen Fluss mit einem blauen Bett aus Kalk durchdrungen. Dieser Fluss tritt nach einigen Kilometern am Fuße der Katharerburg Lastours zutage.


Barrencs de Fournes

Aragonit -Barrenc de Fournes
Aragonit -Barrenc de Fournes

Intensiv blau gefärbte Aragonit-Speleotheme in den Höhlen der Barrenc de Fournes-CAbardès. Les Barrencs (Höhlen in okzitanisch); Foto : Christophe Bès (Stoche), Speleo Corbières-Minervois.

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Aragonit - Barrenc de Fournes
Aragonit - Barrenc de Fournes

Intensiv blau gefärbte Aragonit-Speleotheme in den Höhlen der Barrenc de Fournes-CAbardès. Les Barrencs (Höhlen in okzitanisch); Foto : Christophe Bès (Stoche), Speleo Corbières-Minervois.

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Das Plateau der Barrencs (okzitanisch für “Höhle”) liegt im Tal des Flusses Orbiel an den südlichen Ausläufern der Montagne Noir, nahe der Orte Fournes-Cabardes und Lastours im Departement Aude. Das paläozoische Plateau wird von einer Serie kupferreicher Mineralgänge durchkreuzt. Die wichtigsten sind die Gänge Mourral de la Grave und Barrencs de Fournes, jeder der beiden ca. 500 m lang und einige cm bis einige Meter mächtig. An mehreren Stellen auf dem Plateau wurden Schächte abgeteuft, welche manchmal bis über 100 m tief sind. Die Lagerstätte wurde am Ende des 19. Jh. erschlossen. Forschungen ergaben, dass das Vorkommen jedoch schon etwa im 2. Bis 1. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. durch die Römer abgebaut wurde.

Es ist jedoch nicht nur die interessante Bergbaugeschichte, welche die Barrencs de Fournes auszeichnet. Berühmt wurden die alten Schächte wegen ihres Reichtums an fantastischen himmel- bis tintenblauen Aragonit-Eisenblüten in Form von Sträußen, Büscheln und kuriosen Excentriques. Manche der Gebilde erreichen Größen bis 10 m. Die Aragonite sind keine durch Karst gebildeten Speleotheme, sondern sind allesamt Neubildungen nach dem römischen Abbau, d.h. jünger als 3.000 Jahre.

Die Barrencs de Fournes und die Mine Moural de la Grave stehen als klassifizierte Weltkulturerbe-Kandidaten auf der Liste der UNESCO.

Wie beschreibt man eine blaue Kathedrale?
Als ich das erste Mal in die alten Schächte eindrang, geführt von meinem Freund Alain P., beschlich mich, angesichts der Morbidität der verfallenen Grubenbaue, der Enge der Strecken, der unter uns liegenden Abgründe und der über uns einsturzgefährdeten Decken ein Gefühl uneingeschränkter Hochachtung vor den römischen Bergleuten, welche hier tief unter der Erde, in totaler Dunkelheit, nur mit kleinen Öllämpchen ausgestattet, auf primitivste Weise Kupfer- und Silbererz schürften.

Nach einer unendlich erscheinenden Zeit, es müssen Stunden gewesen sein, eröffnete sich vor uns ein riesiger Hohlraum, groß genug, um einen Dom hineinzubauen, dessen Wände rundum, vom Boden bis auf die einsehbare Höhe von etwa 40 m, auf einer Breite von vielleicht 30-40 m, komplett mit tintenblauen Eisenblüten in den wunderschönsten und bizarresten Formen bewachsen war. Sehr, sehr fragile, oft winzige, aber stellenweise nicht selten bis zu einem halben Meter lange, teilweise nadeldünne Geschöpfe, aber auch fingerdicke Zweige, Äste und Luftschlangen ähnelnde Aggregate. Es war uns vergönnt, ein unglaublich schönes und atemberaubendes, wahres Wunder zu betrachten, wovon es auf der Welt kaum etwas vergleichbares gibt.

Textauszug aus: Seroka, P., 1998; Auf Mineraliensuche zwischen Massif Central und Pyrenäen


Reseau André Lachambre

Aragonit - Speleotheme
Aragonit - Speleotheme

Feinstkapillare Strohhalme (fistuleuses) sind Präkursoren späterer typischer Stalaktiten;
Foto: Ingolfson

Public Domain
Canigou - Pyrenäen
Canigou - Pyrenäen

Pic de Canigou, Departement Pyrenéees-Orientales, Region Laguedoc-Roussilon;
Foto: Robert66

Public Domain

Das ca. 30 km lange Höhlensystem Reseau Lachambre liegt im Massif des Ambouya im Gebirgsmassiv des Canigou, nahe Prades (katalan. Prada) im Département Pyrénées-Orientales in der Region Languedoc-Roussillon. Es wurde 1981 von André Lachambre entdeckt. Der Einstieg in die Höhlen erfolgt von Ria-Sirach und Corneilla de Conflent auf ca. 1.080 m Höhe. Einige der Höhlen (wie die Galeries du Mardé, Galeries du Canigou) sind außergewöhnlich reich mit schneeweißem Aragonit in Sträußen, Bouquets und als Excentriques ausgestattet. An einigen Stellen treten blumenkohlartige Gebilde auf. Aber auch feinnadelige Aragonitkristalle sind in einer ungluablichen Vielfalt zu sehen. Neben den Aragonit-Dekorationen, besonders im Palais des Aragonites, sind es die wunderschönen ocker- bis orangefarbenen, aber auch weißen Stalaktite und Stalagmite aus Calcit, manche an Orgelpfeifen erinnernd sowie, Böden mit Höhlenperlen und seltener trompetenförmigen Speleotheme aus Hydromagnesit, die den Besucher in ihren Bann ziehen.


Gouffre d'Esparros

Aragonit -  Goufres d'Esparros
Aragonit - Goufres d'Esparros

Aragonit-Speleotheme in den Goufres d'Esparros, SAlle du Pont de Diable, Vallée des Baronnies, Hautes-Pyrenées, Frankreich;
Foto: Nezumi du Mousseau; libre publication; Creative Commons

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Die Gouffre d’Esparros ist ein hydrogeologisches Höhlennetzwerk im Vallée des Baronnies, einer kleinen Karstregion in den Zentralpyrenäen im Departement Hautes-Pyrenées. Esparros ist der gleichnamige Ort, auf dessen Gebiet sich die Höhle befindet. Im Vallée des Baronnies wurden bisher mehr als 400 Höhlen der unterschiedlichsten Art entdeckt. Manche davon, wie die Grottes de Labastide und d’Espeche, wurden bereits vor 15.000 Jahren in der Prähistorie genutzt.

Das ca. 3 km lange und bis 140 m tiefe Höhlensystem ist berühmt für die Vielzahl filigraner Aragonitkristalle, koralloider Eisenblüten und bizarrer verästelter Excentriques. Diese Speleotheme bedecken die Höhlenwände wie schneeweiße Wandbehänge und Decken, lassen aber auch den Vergleich mit einem skurillen Mineralgarten zu. Es gibt einen künstlichen Tunnel, durch welchen man direkt ins Innere der Höhle und in die horizontalen Galerien gelangt, in welchen die delikaten Aragonit-Speleotheme wachsen.


Grottes de Maxange

Maxange - Aragonit
Maxange - Aragonit

Schöne helictitische Aggregate, für welche die Grotte de Maxange bekannt ist;
Foto: Len'Alex

Sebastian Henckel

In der Region Dordogne-Périgord, nahe dem Ort Le Buisson de Cadouin zwischen Sarlat und Bergerac wurden im Steinbruch der Firma Angel Caballero im August 2000 die Höhlen von Maxange entdeckt. Diese Höhlen wurden durch ihre einmalig schönen und zahlreichen Helictite bekannt. Der Name Maxange setzt sich aus dem Vornamen „Maximilien" des Vaters von Angel und „Angel", dem Entdecker der Höhlen ab. Die Höhlen gehören wegen ihrer Aragonite zu den spektakuärsten und schönsten in Frankreich.

Die Höhlen entstanden vor etwa 60 Mio. Jahren im Eozän durch einen unterirdischen Fluss, welcher die gelben Kalksteine aus der Oberen Kreide aushöhlten. Die Grotten bestehen aus zwei Karstsystemen mit einer Gesamtlänge von ca. 200 m, darin eine innere Höhle mit 70 m Länge, in welcher sich herrliche Aragonitsträuße und Büschel befinden sowie eine obere Höhle mit 130 m Länge, ausgezeichnet durch Kristallisationen in großer Menge.

Nicht wenige der Höhlenwände sind komplett mit allerfeinsten Aragonitgespinsten und Flächen aus wirrstrahligen Excentriques bedeckt, welche in alle Richtungen gewachsen sind.


Gouffres de Proumeyssac

Gouffres de Proumeyssac
Gouffres de Proumeyssac

Foto: TwoWings

Public Domain

Die Gouffres de Proumeyssac befinden sich nahe Le Bugue-sur-Vézère in der Region Dordogne-Perigord. Obwohl bereits im 18. Jh. wegen ihrer erschreckenden Legenden berühmt, wurden die Höhlen erst im Jahr 1907 erforscht. Der Beiname der Gouffre ist „Kristallkathedrale“. Sie ist das bis heute größte Höhlensystem des Perigord.

Durch einen Tunnel gelangt man in die immense Unterwelt. Die Kristallisationen, welche die Wände dieser riesigen unterirdischen Gewölbes schmücken und die man heute dank einer guten Ausleuchtung in ihrer Gesamtheit sehen kann, sind von einer atemberaubenden Dichte und Vielfalt. Das Alter der Höhlen wird auf ca. 1 Mio. Jahre geschätzt (Pleistozän).


Slowakei

Ochtina

Ochtina - Aragonithöhle
Ochtina - Aragonithöhle

asasasas

Unbekannter Autor
Aragonit
Aragonit

Ochtinska-Höhlen (Ochtinská aragonitová jaskyňa); Süd-Slowakei nahe Rožňava;
Bild: Jojo

Sebastian Henckel

UNESCO-Weltkulturerbe - Aragonithöhlen von Ochtina in der Slowakei (Ochtinská aragonitová jaskyňa)

Das Höhlensystem liegt in einer riesigen Karstebene. Die größte der Höhlen ist Domnica, welche wiederum Teil der Baradlava-Höhle ist, welche auf der ungarischen Seite liegt. Neben Domnivcs sind nur die Ochtinská Aragonithöhle, die Gombasek-Höhle und die Jasovská-Höhle frei zugänglich. Die Ochtinská aragonitová jaskyňa (deutsch Ochtinaer Aragonithöhle) befindet sich im wunderschönen Gebiet des Slowakischen Erzgebirges in der Slowakei, auf dem Gebiet der Gemeinde Ochtiná, am Revúcka pahorkatina (deutsch Großrauschenbacher Hügelland), zwischen den Städten Jelšava und Štítnik und zwischen den Bergen Štítnik und Hrádok. Sie wurde zufällig 1954 beim Bohren eines Erkundungschachts entdeckt. Sie ist weltweit einzigartig. Es sind nur drei ähnliche Höhlen der Öffentlichkeit zugänglich – in Mexiko und Argentinien. Von den 300 Metern Gesamtlänge sind seit 1972 ca. 230 Meter zugänglich.

Eine Besonderheit dieser Höhle ist, dass sie nicht durch Strömungsaktivitäten eines Flusses entstand, sondern durch die Korrosions- und Verätzungsaktivitäten des Oberflächenwassers, das durch den Kalkstein durchsickerte. Die Höhle besteht aus 10 kleinen Räumen. Die Milchstraße wird für den schönsten Saal der Höhle gehalten. Sie wurde nach einem langen Riss in der Decke, der mit vielen kleinen Aragonitensternchen bezogen ist, benannt. Den Innenraum der Höhle bildet das Mineral Aragonit, das hier aber keine gewöhnlichen Stalagmite und Stalagtite bildet, sondern eine Art von milchweißen Büscheln, Ästchen und Sträuchlein.

Die Vielfalt an Formen der Aragonitverzierungen (wie z.B. Nadel-, Spiral-, und Nierenformen) kann man auch in anderen Räumen, wie z.B. im Tiefen Dom, Sternensaal, Ovalgang und Zaubergang, bewundern.

(Quelle/Zitiert: Wikipedia: "Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar" sowie auszugsweise aus www.domnica.sk/externe_aktivitaten.php)


Israel

Soreq-Höhle

Soreq - Höhle
Soreq - Höhle

Aragonit-Vorhänge in der Soreq-Höhle im Avshalom-Naturschutzgebiet;

Public Domain
Soreq-Höhle
Soreq-Höhle

Eindrucksvolle Aragonit-Vorhänge in der Soreq-Höhle im Avshalom-Naturschutzgebiet;
Foto: Talmoryair

Public Domain

Im Jahr 1968 entdeckten Steinbrucharbeiter bei Sprengungen am Westhang des Yaela-Berges in Israel, ca. 5 km östlich von Bet Shemesh im Avshalom Naturschutzgebiet, die Soreq-Höhle. Man vermutet, dass die Höhle zwischen 8 bis 25 Mio. Jahre alt ist. Sie ist eine der weltweit aktivsten Höhlen mit ständig feuchter Luft und mineralreichen Sickerwässern, was die ständige Bildung von Calcit- und Aragonit-Speleothemen begünstigt und ständig neue Stalaktiten und Stalagmiten entstehen lässt.


Mexiko

Grutas de Juxtlahuaca

Zu den drei bedeutendsten Aragonit-Höhlensysteme der Welt gehören die „Grottos“ Juxtlahuaca (Parque Nacional de Grutas de Juxtlahuaca) ca. 45 km SE der Staatshauptstadt Chilpancingo im Bundesstaat Guerrero in Mexiko. Das Höhlensystem hat eine Ausdehnung von ca. 5 km lang und 19 Seitenhöhlen; es wurde 1958 im Auftrag des Bundesstaates erkundet. Juxtlahuaca ist in erster Linie wegen seiner Wandzeichnungen ein Sanktuarium der Archäologen, aber auch ein touristischer Höhepunkt einer Reise nach Guerrero. Die bekanntesten Bilder sind die eines olmekischen Herrschers, eines Jaguars und einer Schlange.

Neben fast allen bekannten Speleothemen aus Calcit sind es besonders einige der großen Wände in dem Teil der Höhle, welcher als Kristallgarten bezeichnet wird, welche komplett mit Aragonitformationen bedeckt sind.



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