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Roter Beryll in Rhyolith
Wah Wah Mountains, Utah, USA
Größe: 1,9 x 1,8 cm
Foto: Rob Lavinsky

Beryll

Roter Beryll




Roter Beryll

Der seltenste Beryll und seine Geschichte

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Ein vulkanischer Rhyolith-Dom
Muttergestein der roten Berylle
Lawn Wash Ryholith, Juab County
Utah, USA
Foto: USGS, Public Domain

Im Jahr 1897 entdeckte der amerikanische Schürfer und Claimbesitzer Maynard Bixby tiefrote, winzige hexagonale Beryllkristalle in der Topaz Cave der Thomas Range, Juab County in Utah, in Lithophysen des vulkanischen Gesteins Rhyolith. Der Erstbeschreiber Hillebrand (1905) bezeichnete die Farbe des Minerals als reiches Himbeerrot. Andere, wie Montgomery (1934), als kirschrot oder rosenrot (Palache, 1934). Dieses neu gefundene Mineral wurde 1912 von A. Eppler nach seinem Entdecker Bixbit benannt. Die von Bixby gefundenen roten Berylle waren allerdings von minderer Qualität und daher für eine Vermarktung uninteressant.

Im Jahr 1958 fand der Uranprospektor Lamar Hodges aus Fillmore in den Wah Wah Mountains im Beaver County, Utah, glänzend rote Kristalle von Edelsteinqualität. Hodges erwarb 12 Claims, bekannt als Ruby Violet Claims, welche er dann 1967 an die Familie Harris aus Delta in Utah verkaufte. 1971 wurden die roten Kristalle von der GIA als roter Beryll identifiziert.

Harris investierte in die Mechanisierung des offenen Tagebaus, bis er um 1990 eine Fördermenge von ca. 2.000 t Erz erreichte. Zwischen 1993 und 1995 erwarb die Kennecott Copper Co. Rechte an der Ruby Violet Mine und Ende 1996 wurde die Ruby Violet Mine an die Rio Tinto Zinc verkauft wurde. Dem folgte 1997 die Neugründung der Firma GMI zwischen Amelia Investments Ltd., den Claims-Besitzern Harris und der kanadischen Firma Red Emerald Inc. Bis 2000 wurde der Abbau, der seit 1996 untertage erfolgte, in wirtschaftlich größerem Umfang betrieben, sowie eine Aufbereitungsanlage gebaut.

Die erste wirtschaftlich vertretbare Produktion begann im Jahr 1978. Seit dieser Zeit hat der Violet Claim ungeschliffene rote Berylle mit einem Marktwert von ca. 35 Mio. US$ produziert. Diese werden von der Red Emerald Inc. von Gibraltar aus gehandelt. Das Vorkommen wird auf 1,7 Mio. t Erz geschätzt, wobei pro Tonne etwa 0,7 Karat Roter Smaragd enthalten ist. Der bisher größte facettierte rote Beryll hat ein Gewicht von 8 Karat. Die in den jüngsten Jahren von der Firma Red Emerald Ltd. angebotenen roten Berylle mit 2,82 und 2,72 Karat gehören bereits zu den großen verschliffenen Steinen.

Bixbit

Bixbit ist der ursprüngliche, von Eppler im Jahr 1912 vergebene Name für roten Beryll. Da die Verwendung dieses Namens aber leicht zu Verwechslungen mit dem eigenständigen Mineral Bixbyit führen kann, dessen Formel (Mn3+Fe3+)2O3 ist und das ebenfalls nach Maynard Bixby benannt ist, sollte er nicht mehr verwendet werden.

Roter Smaragd oder Roter Beryll?

Roter Beryll ist extrem selten. Die Mehrzahl der gefundenen Kristalle ist subkarätig klein. Dies bedeutet, dass der rote Beryll wegen seiner extremen Seltenheit und seiner winzigen Größe nur sehr bedingt als Schmuckstein verwendet werden kann.

Nun, das stimmt nicht so ganz - sondern ist eine Frage des Marketingkonzepts. Zuallererst wurde dem roten Beryll ein neuer Name verpasst. Der in der Vergangenheit verwendete Begriff "Roter Smaragd" war zwar außer Mode geraten, wird jedoch seit neuestem durch ein kapitalkräftiges Konsortium wieder neu vermarktet. Was die verfügbare Menge angeht, so kommt nach Aussage von Kelly Hyslop, dem Präsidenten von Gemstone Mining Inc., auf 150.000 Diamanten, 12 - 15.000 Smaragde und 7 - 8.000 Rubine nur ein einziger roter Beryll. Das heißt, nur eine Frau unter 3 Millionen kann einen "Roten Smaragd" von weniger als 0,8 Karat besitzen und nur eine Frau unter 50 Millionen ein Armband aus "Roten Smaragden".

Der Name "Roter Smaragd" findet jedoch nicht überall Freunde, da der Begriff technisch inkorrekt ist. Ein Smaragd ist grün und nicht rot. Aber - da Geld die Welt regiert und sich ein "Roter Smaragd" besser verkauft als ein roter Beryll und da es sehr starke Ambitionen vonseiten der "Rosa Smaragd-Front" gibt, wird sich der Vermarktungsname bestimmt in kurzer Zeit etablieren und ein "Roter Smaragd" zur Standard-Schmuckausstattung so mancher Königin oder singender Superstars werden. Für weitere Anmerkungen zur "Rosa Smaragd-Front" siehe auch das Kapitel Morganit.

Entstehung und Paragenese

Vor etwa 30 bis 35 Mio. Jahren begann im heutigen südwestlichen Utah eine immer noch anhaltende Periode vulkanischer Aktivität mit vulkanischen Strömen, Eruptionen, Intrusionen und bis zu 1.200 m mächtigen Vulkandomen. Das Gestein, in welchem der rote Beryll vorkommt, ist Rhyolith, welcher Formationen bildet, die auf ein Alter von ca. 22-24 Mio. Jahre datiert werden und somit im Miozän entstanden sind. Die intrudierenden rhyolithischen Magmen enthielten Silizium, Alkalifeldspat, Fe-Mn-Oxide, genügend Wasser und waren fluor- und berylliumreich. Der rote Beryll präzipitierte aus den aufsteigenden Gasen und Dampfgemischen an erkaltenden Lavarissen und Spalten oder Miarolen, mit Bedingungen, welche die chemische Bildung favorisierten.

Roter Beryll tritt in der Regel paragenetisch mit Quarz, Topas, Bixbyit, Spessartin, Tridymit und Hämatit sowie gelegentlich mit Ilmenit, Pseudobrookit, Calcit, Fluorit und Hyalit auf. Beryll in lavaartigem Gestein ist höchst ungewöhnlich, wobei eine außergewöhnlich hohe Bildungstemperatur angenommen wird. Die komplette Abwesenheit von Wasser beruht wahrscheinlich auf einem Wachstum bei sehr niedrigem Druck und hoher Temperatur (300 - 650°C). Wie spätere Untersuchungen ergaben, ist Mn3+ wahrscheinlich das farbgebende Element.

Die roten Berylle von der Thomas Range sind meist hexagonal und flachtafelig, seltener lang gestreckt oder fassartig und meist sehr klein (2-10 mm lang und 4-6 mm dick). Sie treten paragenetisch mit den oben erwähnten Mineralien auf. Die Kristalle der Violet Claims sind bis 15 mm lang. Die bisher größten Exemplare hatten einen Durchmesser von 14 mm und eine Länge von 34 mm.

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Die Thomas Range mit dem Topaz Mountain
Die Gesteinsformationen (von oben nach
unten) sind Rhyolithe (graue Rhyolithströme),
schwarzer Vitropohyr-Tuff
und heller geschichteter Tuff.
Foto: USGS, Public Domain

Vorkommen

Roter Beryll ist weltweit nur aus wenigen Vorkommen bekannt. Neben den USA sind weitere Vorkommen in Mexiko, Spanien, Argentinien (Patagonien), Indien und Südafrika anzutreffen.

USA

  • Thomas Range, Juab County (Maynard's Claim, Starvation Canyon)
  • Wah Wah Mountains, Beaver County, Utah
  • Round Mountain, Sierra County, New Mexiko
  • Paramount Canyon, Sierra County, New Mexiko

Das reichste Vorkommen mit den größten Reserven roter Berylle mit Edelstein-Qualität ist der Violet Claim in den Wah Wah Mountains.

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Roter Beryll (Bixbit) in einer
Rhyolith-Gesteinsmatrix
Wah Wah Mountains, Utah, USA
Größe: 3 x 2,5 cm
Foto: Sarah Sudcowsky

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Roter Beryll
Violet Claims
Wah Wah Mountains, Beaver Co., Utah, USA
Größe: 3,2 x 3,0 x 1,6 cm
Foto: Rob Lavinsky

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Ein ca. 2 cm großer Kristall auf Rhyolith
Wah Wah Mountains, Utah, USA
Foto: Rob Lavinsky


Literatur

  • Genis, R., 2007; Red emerald or red beryl?
  • Hillebrand,W.F., 1905; Red beryl from Utah. Am. J. Sci.: 4, 330-331
  • Nassau,K., Wood,D.L., 1968; An Examination of Red Beryl from Utah; Am. Min.: 53, 801-806
  • Palache,C., 1934; Minerals from Topaz Mt., Utah. Am. Min.: 19, 14-15

Weblinks


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