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Calcit

Englisch: Calcite; Französisch: Calcite; Spanisch: Calcita

Kapitelübersicht

Calcit
Calcit

Skalenoeder von Elmwood, Smith Co., Tennessee, USA. 3,8 x 8,4 cm

Kevin Ward

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Mit Beiträgen von:

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Calcit

Geschichte

Calcit ist eines der in der Natur am häufigsten vorkommenden Mineralien. Dabei ist er in sehr verschiedener Gestalt anzutreffen; sowohl derb als Kalkstein als auch als Sinter in Höhlen und im kristallinen Zustand. Aber auch in unserem täglichen Leben ist Calcit ständig präsent: er verstopft als "Kalk" in manchen Regionen Wasserrohre, wir bauen mit ihm unsere Häuser, er befindet sich in unserer Nahrungskette und ohne ihn könnten wir nicht aufrecht stehen.

Calcit ist nicht selten, jedoch das vielgestaltigste Mineral der Erde. Die Vielzahl der Formen und Variationen der Formen des Calcites sind in der Welt der Mineralogie unerreicht.

Der Name Calcit leitet sich aus dem griechischen χάλιξ chálix (Mörtel, Kalk, Kies) beziehungsweise vom lateinischen calx aerata (gebrannter Kalk), Lapis Calcarius und Saxum Calcis ab. Die lateinische Bezeichnung des Kalkbrenners war "magister calcariarum".

Kalkstein und Kalk - Baustoffe seit der Antike

Kalkstein zum Pyramidenbau
Kalkstein zum Pyramidenbau

Verkleidungsblöcke aus Kalkstein an einer ägyptischen Pyramide (Saqqara); Fotograf: Daniel Csörföly, Budapest. In wikipedia: Gemeinfrei

Archiv: Peter Seroka (Collector)


Wann genau der Mensch entdeckte, dass man Kalkstein brennen und ihn dann, mit Wasser gelöscht, in Mörtel verwandeln konnte, weiß niemand. Archäologische Mörtelfunde in Anatolien beweisen jedoch, dass diese Technologie schon ca. 12.000 v. Chr. bekannt war. Im Alten Reich Ägyptens wurden zwischen 2.700 und 2.550 v. Chr. die großen Pyramiden errichtet. Darunter die gewaltige Cheops-Pyramide bei Gizeh, deren über 2,5 Millionen Blöcke aus feinem Nummulitenkalk aus den etwa 15 km entfernten Steinbrüchen Thura und Maasara bestehen. In der Begräbnisstätte Saqqara finden sich Pyramiden, deren Außenflächen mit Kalkstein verkleidet waren, Reste davon sind noch vorhanden. Man vermutet, dass die drei großen Pyramiden ebenfalls ein Kleid aus weißen Thura-Kalksteinen trugen, diese Steinplatten und Blöcke jedoch für den Stadtbau in Kairo fremdverwendet wurden.

Die Babylonier Mesopotamiens kannten nicht nur die Verfahren zur Herstellung von Kalkmörtel in Kalköfen, sondern nutzen auch Kalkstein für Stelen, d.h. Inschriften- oder Grenzsteine. Im Nationalmuseum von Bagdad befindet sich eine solche Stele von Uruk, etwa aus der Regierungszeit von König Nazimaruttas II von 1323 - 1298 v. Chr.

Eines der Weltwunder, die 8.851 km lange chinesische Mauer, wurde in mehreren Zeitabschnitten zwischen 214 v. Chr. bis in die Ming-Dynastie des 15. Jh. errichtet. Die Mauer besteht in ihren ältesten Teilen aus mittlerweile verwitterten Lehmziegeln, in anderen Bereichen aus aufeinandergestapelten Steinplatten (Shi hui shi). Sowohl Lehmziegel als auch die Steinplatten ruhen auf einem mit Kalkmörtel (shi hui) stabilisierten Untergrund, ohne welchen die Mauer infolge ihres Gewichtes schon längst in sich zusammengefallen wäre.

Via Appia
Via Appia

Teil der Via Appia bei Minturno in Italien; Gemeinfreies Bild, Autor unbekannt

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Im alten Rom war Kalkstein ein nicht wegzudenkendes Baumaterial für Straßen und Gebäude. Die Kalkstein-Pflasterung der ehemals über 500 km langen Via Appia ist noch teilweise vorhanden. (siehe nebenstehendes Foto).

Es waren auch die Römer, welche Kalk in Germanien als Baustoff einführten. Sie entwickelten die Brenntechnik für Kalk zu einem Standard, der fast industrielles Niveau erreichte. Diese Technik wurde über das gesamte römische Imperium verbreitet - Kalköfen römischer Bauart sind im ganzen Gebiet des alten Germanien ausgegraben worden. (Die ersten beiden Abschnitte zu Rom wurden zitiert aus: Kalk- Ein Baustoff mit Geschichte; in: Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V.; 2008)

Plinius der Ältere erwähnt in seiner "Naturalis Historia" aus dem Jahre 77 Marmor und Calx. "Marmora non habent singularia nomina, sed vel ex coloribus, qui eis incident, vel ex regionibus ex quibus nascuntur, nominatur"; weiter heißt es in seinem Werk: "alterum saxi genus, quia ex eo in formacibus usto calx fieri potest, saxum calcis veteres nominant".


Kalksteine und gebrannter Kalk waren nicht nur Baumaterialien. Seit der Antike wurde Kalk zum Gerben von Tierhäuten, stellenweise auch zum Düngen verwendet. Reiner Kalk, je reiner, desto begehrter, war wichtiger Bestandteil in Kalkfarben und in der Glasmanufaktur. Das zwischen 1235 und 1250 in Sanskrit verfasste medizinische Werk "Baganighantu" des Kashmirer Arztes Narahari listet nicht nur Kreide ("khatini", "khatiku", "khati" als Arzneimittel auf, welches als Antiseptikum, Säurebinder, gegen Blutungen und Augenleiden dient, sondern erwähnt vielleicht als erster explizit das Mineral Calcit (Kalkspat), welchen man als Milchstein ("dugdhacman"), glänzend ("diptika"), Gips- oder milchähnlich ("dughdin") bezeichnet. Körnige Kalkmassen heißen Milchkorn ( "kshirajava"). Kalkspatkristalle sollen gegen Gallenleiden, Asthma, Koliken, Husten und Blähungen helfen.

Mittelalterliche europäische Alchemisten des 12. bis 14. Jh. betrachteten Kalk als mysteriöses Material, mit welchem man Wärme aus Kalkstein gewann und dieser wieder zu Kalkstein wurde.

Als Marmor der Erzgänge beschreibt Agricola (1556) kristalline Formen, welche die Bergleute als Spatum bezeichnen. Im 12. Kapitel seines großen Werkes "De re metalica libri XII" erläutert er detailliert die Herstellung von Salpeter aus Kalk und Eichen-Asche.

Im 17. Jahrhundert setzte durch Erasmus Bartholinus die Erforschung der physikalischen und kristallographischen Eigenschaften des Kalkspates ein. In seinem Buch "Experimentae crystalli Islandica" (1670) beschreibt Erasmus Bartholinus als Erster den Spat von Island .

Wallerius (1747) untergliedert als Erster die verschiedenen Arten in Kalkstein (Calcareus lapis, Marmor fusareum, Marmor rude, Saxum calcareum, mit den Spezies dichter, schimmernder und körniger Kalkstein), ferner Marmor (Marmor nitidum mit den Spezies einfacher, gesprenkelter und figurierter Florentiner und Hessischer Marmor), Spat (Syn. "Spatum, Marmor metallicum") und letzterem auch der Doppelspat oder isländischer Spat (Syn. Spatum pellucidum objecta duplicans, Cristallus islandica, Rhombites Agric., Selenites rhomboidalis, Androdamas Plin. Scheuchz; Talcum de la Hire).

Weitere Erwähnungen findet der Calcit dann bei Cronstedt (1758) - Spatig Kalksten = Kalkspat, Romé de L'Isle (1783) – Sath Calcaire, Spath calcaire en stalactites et stalagmites sowie Marbre mit "Cristallisation confuse". Emmerling (1793) zählt eine ganze Reihe von Synonymen auf, wie: Würfelspat, Schieferspat, Rosenspat, Doppelstein, Wasserstein, Spatrosen, Scheibenspat, Perlmuttspat, kristallisierter Sandstein, Federspat, Zweckenspat, Kanonenspat, Schweinezähne. Aber auch andere prägten Synonyme wie Argentin (Kirwan); Reichit, Spartait und Manganocalcit (durch Breithaupt), Plumbocalcit (J.Johnston); Strontianocalcit (F.A.Genth); Hislopit (Houghton) ist ein grünlicher Calcit; Zincocalcit (Rammelsberg); Kobaltocalcit (F.Millosevich); Brunnerit (Esmarck).

Torben Bergmann (1774) analysierte als Erster Kalkspat, eine genauere Analyse erfolgte jedoch durch Buchholz (1804) (Kalkerde 56 %, Kohlensäure 44 %). G. Rose (1837) gelang die erste künstliche Darstellung durch Verdunstung einer CO2-haltigen Lösung von CaCO3. Torben Bergmann behandelte auch als Erster ausführlich die Kristallformen des Kalkspates und zeigte, wie durch Auflagerung von Teilen der Spaltungsform das hexagonale Prisma (2. Ordnung) entsteht und, wenn die Auflagerungen gesetzmäßig abnehmen, eine Doppelpyramide (desto spitzer, je geneigter die Abnahme der aufgelagerten Teile sei), mit einer aufwärts und einer abwärts gerichteten Pyramide (das Skalenoeder R3), welche an den als "dentes suilli" (Schweinszähne) bezeichneten Kalkspatkristallen vorkommen.

René Haüy und die Entdeckung der Kristallographie

René Haüy
René Haüy

28. Februar 1743 - 3. Juni 1822

endeavour-minerals

Eine herausragende Position bei der Erforschung des Calcites nimmt der französische Mineraloge René Haüy ein. Er legte mit seiner Forschung am Kalkspat die Grundlagen der rechnenden Kristallographie. Nach einem "Mémoire sur la structure des spaths calcaires" (Ac.Sc. 22. Dez. 1781; Journ.d.phys. 1782, 33) entwickelte er seine Ansichten in "Essai sur la théorie et la structure des cristaux" am "Spath calcaire" (Paris 1787, 75) und weiter im "Traité de minéralogie" (Paris 1801, 4, 127) am "chaux carbonatée".

Eine Anekdote berichtet, dass der bedeutendste wissenschaftliche Beitrag von Haüy zufällig durch Calcit gefördert wurde. Gemäß dieser Erzählung fiel ihm ein schöner prismatischer Kristall herunter und zerbrach in nur einige Stücke. Den Kristall zusammensteckend, stellte er fest, dass die rhomboedrischen Bruchstücke sich vom ursprünglichen Kristall unterschieden, dass, so wird berichtet, er mit einer nicht erfolgreichen Anstrengung den museumsreifen Kristall zu "Staub" reduzierte, um ein Bruchstück anderer als rhomboedrischer Gestalt zu erhalten; woraus er schlussfolgerte, dass alle Calcitkristalle, egal welcher Gestalt aus Rhomboedern bestehen.

Dies war der Schlüssel zu seiner Theorie "Divisible en rhomboide" de 1011/2° und 781/2°; 52 Kristallzeichnungen sind die ersten mit exakter, mit Buchstabensignatur versehenen Flächen, darunter 9 Rhomboeder und 7 Skalenoeder. Romé de L'Isle zählte 26 Varietäten, Haüy später 150 und Graf Bournon 642. Auch Haüy benutzte die Angaben von Bournon nur mit Vorsicht und gibt in seiner Mineralogie, 1822, 1, nur 154 Kombinationen mit 13 Rhomboedern und 18 Skalenoedern an. Als Winkel des Spaltrhomboeders behielt Haüy weiter 75°31'20" bei (entsprechend einem Verhältnis von √3:√2 der Rhomboederdiagonalen), obwohl inzwischen schon genauere Messungen von Malus und Wollaston vorlagen.


800 Calcitformen

Die nächste wichtigste kristallographische Arbeit über Calcit ist dann die Dissertation von J. R. Mc. D. Irby, (Bonn, 1878): "On the crystallography of calcite", in der bereits 50 Rhomboeder und 106 Skalenoeder angegeben sind.

Weit umfangreicher gestaltet sich eine neuere Liste der Calcitformen, die H.P.Whitlock (New York, St. Mus. Mem. 13,1910) gibt: sie umfasst außer Basis, hexagonalem Prisma 1. und 2. Stellung noch 6 dihexagonale Prismen, 13 Pyramiden 2. Ordnung, 83 Rhomboeder und 208 Skalenoeder.

In Victor Goldschmidts "Atlas der Krystallformen" (1913) sind 2544 Calcit-Kristalle auf 154 Calcit-Tafeln gezeichnet.

Charles Palache stellte im Jahre 1943 einen Überblick über 630 verschiedene Calcitformen zusammen.

Bis heute, 2009, wurden etwas mehr als 800 Calcitformen beschrieben.

Goldschmidt-Band2, Tafel 19-Calcitformen
Goldschmidt-Band2, Tafel 19-Calcitformen

Victor Goldschmidt, 1913; Atlas der Krystallformen

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Calcit - Goldschmidt
Calcit - Goldschmidt

Eine Tafel mit Calcit-Kristallen aus Goldschmidt, V., 1913

Archiv: Peter Seroka (Collector)


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Calcit

Charakteristika


Kristalldaten, physikalische und optische Eigenschaften

Chemische Formel:

CaCO3

Kristallsystem:

Trigonal

Klasse:

3m (3 2/m) Hexagonal-Skalenoedrisch

Morphologie:

Es wurden bisher über 800 verschiedene Formen beschrieben. Gewöhnlich Rhomboeder oder prismatisch mit skalenoedrischen Enden, bzw. Kombinationen der beiden Formen.

Zwillinge:

Verzwilligung auf {0112}, {1011}, {0001} und {0221}. Zwillingsflächen mit {1011} oder {0221} sind ungewöhnlich und bilden herzförmige Kristalle (oder Schmetterlingszwillinge).

Spaltbarkeit:

Perfekt auf {1011}

Härte:

3

Glanz:

Glasglanz, auf Spaltflächen Perlglanz

Diaphanität:

Transparent und/oder transluzent

Strich:

Weiß

Bruch:

Muschelig

Dichte:

2.710-2.711

Farbe:

Farblos, weiß, grau, grün, gelb und andere Färbungen durch Einschlüsse

Fluoreszenz:

Rot, blau, gelb und andere Farben unter UV (LW und KW) sowie unter Röntgenstrahlen, Kathodenstrahlen und selbst unter Sonnenlicht. Intensives rot unter KW deutet meist auf Mangan als Aktivator der Fluoreszenz.

Lumineszenz:

Phosphoreszenz, Kathodenlumineszenz, Thermolumineszenz, selten Tribolumineszenz

Polymorphie und Serien:

Trimorph mit Aragonit und Vaterit; bildet eine Serie mit Rhodochrosit

Mineralgruppe:

Calcit-Gruppe


Erkennungsmerkmale und Nachweis

Seine Spaltbarkeit, seine geringe Härte und das Aufbrausen in kalter Salzsäure sind für den Calcit charakteristisch.


Die größten Kristalle

Die größten Calcitkristalle wurden in Helgustadir am Reydarfioerdur (Reydarfjord) in Island gefunden. (7 x 7 x 2 m, 254 t; 6 x 6 x 3 m, 280 t; 5 x 5 x 3 m, 214 t). Weitere große Kristalle: Ein Rhomboeder mit den Maßen 109 x 95 x 46 cm stammt aus Sterling Bush, New York und wiegt ca. 500 kg. In Missouri, USA wurde ein Skalenoeder von 76 cm entdeckt.


Quellen

  • minsocam.org

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Calcit

Kristallformen und Aggregate

Symmetrie von Calcit

Calcit
Calcit

als Skalenoeder

loparit
Bild 1
Bild 1

Symmetrie von Calcit

endeavour-minerals

Calcit gehört zur rhomboedrischen Abteilung des hexagonalen Kristallsystems (bei europäischen Kristallographen als trigonales Kristallsystem bezeichnet) und zur Kristallklasse "3 2/m". Diese Symmetrie ist durch eine dreifache Inversionsachse (durch "3" im Kristallklassencode gekennzeichnet), parallel zur kristallographischen c-Achse, und durch drei zweifache Achsen parallel zur kristallographischen a-Achse, gekennzeichnet (Bild 1a). Eine Spiegelebene "m" ist senkrecht auf jede der a-Achsen orientiert (als "2/m" im Klassencode gekennzeichnet). Wie im Bild 1b, erscheint die dreifache Symmetrie beim Blick senkrecht auf die c-Achse bei gut kristallisierten Calcitkristallen auch wirklich (einige wenige Kristalle können auch pseudo-hexagonale Symmetrie zeigen). Das Lokalisieren der zweifachen Achsen ist eine kleine Herausforderung, kann aber üblicherweise durch Finden einer Spiegelebene zustande gebracht werden; eine zweifache Achse steht immer senkrecht auf einer Spiegelebene (Bilder 1c und 1d). Bild 1e zeigt den Gebrauch der Begriffe "äquatoriale" und "polare" Kante, wie sie weitergehend benutzt werden. Polare Kanten, in Bild 1e "p" genannt, sind solche, die, wenn notwendig verlängert, die c-Achse schneiden. Äquatoriale Kanten, "e" genannt, sind solche, die die c-Achse nicht schneiden. Letztere wurden treffend von Phillips (1963) als "(...) Kanten, die die Zick-Zack-Taille des Kristalls bilden" beschrieben.



Kristallformen

Eine Kristallform ist eine Reihe von Flächen, welche untereinander zur Kristallsymmetrie in Beziehung stehen. Das heißt, ist eine Fläche gegeben, so erzeugt die Kristallsymmetrie alle restlichen Flächen der Reihe. An einem perfekt ausgebildeten Kristall sind allen Flächen, die zu einer Form gehören, identisch. Kristallformen können durch Angabe der Indizes (Bravaissche oder Millersche) einer Fläche, der Form oder allgemeiner durch den geometrischen Namen (z.B. Prisma, Rhomboeder oder Doppelpyramide) identifiziert werden. Die "3 2/m"-Symmetrie begrenzt die Zahl der Calcitformen auf sechs Typen: Pinacoid, sechseitiges Prisma, doppelhexagonales Prisma, Rhomboeder, sechseitige Doppelpyramide und Skalenoeder.
Das Pinacoid ist einmalig und nur zwei hexagonale Prismen können an Calciten vorkommen; jede der anderen Formen der o.g. Liste ist in Wirklichkeit eine Formenfamilie (eine Reihe von Formen). Zum Beispiel kommt eine Familie von verschiedenen Doppelpyramiden, jede mit unterschiedlicher Steilheit der Flächen, an Calcitkristallen vor. Theoretisch ist die Zahl der möglichen Doppelpyramiden duch das Gesetz der Rationalen Indizes begrenzt. Es ist die Kombination der Anzahl der Doppelpyramiden mit einer noch viel größeren Anzahl von Rhomboedern und Skalenoedern, welche die Unzahl von an Calcitkristallen beobachteten Formen bilden. Es ist klar, dass der Begriff "sechseitige Doppelpyramide" nicht ausreicht, um die Breite der Variationen der sechseitigen Doppelpyramiden, welche am Calcit vorkommen, beschreiben zu können. Daher werden beim Calcit die Begriffe "sechseitiges Prisma", "doppeltes sechseitiges Prisma", "Rhomboeder", "sechseitige Doppelpyramide" und "Skalenoeder" im Allgemeinen nur benutzt, um Formenfamilien zu beschreiben, während die Millerschen Indizes genutzt werden müssen, um besondere Formen zu beschreiben. Mit Blick auf die Wichtigkeit der Indizes zur Erkennung von Calcitformen ist es wert, sich ihres Gebrauches zu erinnern. Dies ist besonders wichtig, weil drei verschiedene kristallographische Indizes zur Beschreibung von Calcitformen benutzt werden. Indizes sind eine Reihe von Zahlen, welche die Lage einer Kristallfläche relativ zur kristallographischen Achse definieren; {1011} ist ein typisches Beispiel. Jeder Index gehört zu einer spezifischen Achse und durch die Anzahl der Zahlen im Symbol wird die Anzahl der kristallographischen Achsen festgelegt. So enthält das genannte Beispiel vier Achsen ausgedrückt werden die Indizes (hkil) geschrieben, wobei h, k und l positive oder negative Zahlen oder Null darstellen und i das negative Produkt von h und k ist. Zum definieren einer Form kann jede Fläche benutzt werden, aber normalerweise wird die Fläche mit positiven Werten für h, k und l gewählt. Formbezeichnungen werden durch Setzen der Indizes in geschweifte Klammern dargestellt. Diese Klammern können ebenso eine Spaltbarkeit nach einer Form bezeichnen. Indizes in runden Klammern (1121) beziehen sich auf eine besondere Fläche, eine allgemeine Fläche oder eine Zwillingsebene. Indizes in eckigen Klammern beziehen sich auf Richtungsindizes, meist Achsen oder Kanten. Das für Calcit in Nord-Amerika am häufigsten benutzte System ist das Vier-Zahl-System, bekannt als Bravaissche Indizes. Weil sich bei diesem System i aus h und k ergibt und daher eigentlich überflüssig ist, wird diese Stelle oft durch einen Punkt ersetzt z.B. {11.1}. Ein völlig anderes Drei-Zahl-System (Millersche Indizes), basierend auf rhomboedrischen Achsen, wird von manchen Kristallographen, besonders in Europa, genutzt. Nach KLEBER (1990) bezieht sich diese Drei-Zahl-Schreibweise ausdrücklich auf ein rhomboedrisches Achssystem. Und schließlich basiert ein drittes System von Indizes auf röntgendiffraktometrischen Studien des Calcites. Diese benutzen ebenfalls vier Zahlen, unterscheiden sich aber im Wert des vierten Indexes.


Pinacoid {00.1}

Bild 2
Bild 2

Calcit Pinacoid

Moondog
Calcit (Pinacoid)
Calcit (Pinacoid)

Dal'negorsk, Russland

endeavour-minerals

Unter den Calcitformen ist das Pinacoid einmalig, da es aus genau zwei zueinander parallelen und senkrecht zur c-Achse orientierten Flächen besteht. Alle anderen Calcitformen haben entweder sechs oder zwölf Flächen. Das Pinacoid ist eine offene Form, mit der es nicht wirklich Raum einschließen kann; so muss das Pinacoid andere Formen am Calcitkristall begleiten.



Hexagonales Prisma {10.0} und {11.0}

Bild 3
Bild 3

Hexagonale Calcit Prismen

loparit
Calcit (Hexagonales Prisma)
Calcit (Hexagonales Prisma)

Sweetwater Mine, Viburnum Trend, Missouri USA. 6 x 6 cm

Minerals and Fossils

Zwei verschiedene hexagonale Prismen kommen am Calcit vor; beide zusammen sind ziemlich häufig. Das Prisma {10.0} ist ohne Zweifel die am weitesten und am besten entwickelte Form an einem Calcitkristall. An Kristallen, die das Rhomboeder besitzen, können die beiden Prismen daran erkannt werden, wie sie die Rhomboederflächen schneiden. Das Prisma {10.0} schneidet die untere Ecke einer Rhomboederfläche und bildet eine einzelne waagerechte Linie, wie es hier (...) gezeigt ist, während das Prisma {11.0} die Rhomboederflächen entlang zweier Linien schneidet, welche parallel zur Äquatorial-Linie des Rhomboeders sind.



Dihexagonales Prisma {hk.0}

Bild 4
Bild 4

Dihexagonales Prisma

endeavour-minerals
Dihexagonales Prisma
Dihexagonales Prisma

Zur Zeit kein Calcitbild vorhanden;
Quelle der Zeichnung:;
Ford, W.E., 1912; Dana's Manual of Mineralogy
(New York John Wiley and Sons, Inc.)

Archiv: Peter Seroka

Im Gegensatz zum weit verbreiteten hexagonalen Prisma ist das zwölfflächige dihexagonale Prisma sehr selten. Palache schloss lediglich fünf dihexagonale Prismen in seine Liste von sicheren Calcitformen ein {53.0}, {21.0}, {31.0}, {71.0} und {10,1.0}. Von diesen wurde nur {31.0} häufiger beobachtet. Wenn vorhanden, nimmt diese Form typischerweise nur einen kleinen Teil der gesamten Kristallfläche ein.



Hexagonale Doppelpyramide {hk.1}

Bild 5
Bild 5

Hexagonale Doppelpyramide Calcit

endeavour-minerals
Calcit (Hexagonale Doppelpyramide)
Calcit (Hexagonale Doppelpyramide)

N'Chwaning, Kuruman, Südafrika. 2,9 x 1,1 cm

Rob Lavinsky

Unter den zwölf sicheren Dipyramiden ist {88.3} am weitesten verbreitet, sind {11.3} und {22.3} ziemlich verbreitet, und die anderen sind selten. Die Charakteristik 'h=k' gibt der Dipyramide eine Symmetrie zu einer waagerechten Fläche (die oberen Flächen sind Spiegelbilder der unteren Flächen). An gut entwickelten Dipyramiden erzeugt diese Symmetrie eine waagerechte Äquatorial-Linie (vgl. hier). Die Äquatorial-Linie von Rhomboedern und Skalenoedern ist nicht Detail bei der Suche nach Dipyramiden.



Rhomboeder {h0.1} und {0k.1}

Bild 6
Bild 6

Calcit

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Bild 7
Bild 7

Calcit-Rhomboeder

endeavour-minerals
Bild 8
Bild 8

Calcit mit kombinierten Formen

endeavour-minerals
Calcit (Rhomboeder) mit eingeschlossenem Kupfer auf Kupfer
Calcit (Rhomboeder) mit eingeschlossenem Kupfer auf Kupfer

Tsumeb, Namibia. 6,6 x 4,9 cm

Rob Lavinsky
Calcit (Rhomboeder)
Calcit (Rhomboeder)

Naica, Chihuahua, Mexico. 2,6 x 2,1 cm

Rob Lavinsky

Rhomboeder sind die am häufigsten beobachteten Calcitformen, und die genaue Calcitspaltfläche spaltet in parallelen Flächen entlang des Einheitsrhomboeders {10.1}. Unter den 84 sicher bestimmten Calcitrhomboedern sind vier besonders häufig: {01.2}, {02.1}, {10.1} und {40.1} (Reihenfolge in abnehmender Bedeutung). Alle vier sind hier abgebildet. Es erweist sich, dass die negativen die positiven Rhomboeder in der Vielfalt im Verhältnis 2:1 übertreffen.

Die Steilheit der Flächen und der Winkel zwischen den Äqutorialkanten unterscheiden sich bei den Rhomboedern. Die Millersche Indizes liefern ebenfalls Informationen über die Form eines Rhomboeders. Rhomboeder mit 'h oder k > 1' sind flach (siehe Bild). Von den 28 sicheren positiven Rhomboedern (Palache), ist das flachste {10.4} und das steilste {28,0.1}; das erste ist in Bild 2 zu sehen. Obwohl unsicher, hält Palache den Bericht der extrem flachen Form {10.7} für sehr wahrscheinlich. Das flache negative Rhomboeder ist {01.5} und das steilste {0,28.1}; beide sind in Bild 7 gezeigt. Zusätzlich zeigt ein in Norberg, Schweden gefundener Kristall, dass noch steilere Rhomboeder {0,36.1} vorkommen;

Palache glaubt, dass dieser Bericht ebenfalls korrekt ist. Calcitrhomboeder können ebenfalls in einem Habitus vorkommen, welcher würfelige Symmetrie vortäuscht. Rhomboederflächen mit den Indizes {70.5} und {07.5} haben Winkel von nahezu 89,1° und sehen einem Würfel sehr ähnlich (der wahre Würfel kann als Rhomboeder mit einem Winkel zwischen den Flächen von genau 90° gedacht werden). Bild 8a zeigt einen pseudo-kubischen Kristall. Schaller (1942) beschreibt einen oktaeder-ähnlichen Kristall aus dem District Magdalena, New Mexico, USA. Nach Prüfung ergab sich, dass diese interessanten Kristalle aus einer Kombination des negativen Rhomboeders {04.1} und dem Pinacoid {00.1} bestehen (vgl. Bild 8b und c).



Skalenoeder {hk.1}


Die Vielfalt der Skalenoeder ist größer als bei anderen Calcitformen; 68% aller sicheren Formen sind Skalenoeder. Der Name "Skalenoeder" leitet sich von den zwölf Stufenwinkeln ab, die diese Form begrenzen, wenn sie alleine vorkommt. Die Größenverhältnisse der begrenzenden Stufenwinkel und das sich ergebende Aussehen eines Calcitkristalles verändern sich mit den Millerschen Indizes. Die Steilheit einer Skalenoederfläche ändert sich mit 'h' und '1', wie für das Rhomboeder beschrieben. Die Veränderung in 'h' und 'k' mit konstantem '1' ergeben eine Formenreihe, die von der Dipyramide (welche als besonderes Skalenoeder mit 'h = k' gedacht werden kann) bis zum Rhomboeder reicht.

Bild 9
Bild 9

Calcit - Wandel des Skalenoeders zwischen der Dipyramide {88.3} und dem Rhomboeder {80.3}

endeavour-minerals

Bild 9 zeigt den allmählichen Wandel des Skalenoeders zwischen der Dipyramide {88.3} und dem Rhomboeder {80.3}. Man beachte, dass der Winkel zwischen den Äquatorial-Kanten, beginnend bei der Dipyramide mit 'h/k = 1' bis zum Rhomboeder mit 'h/k = unendlich', immer spitzer wird.


Bild 10
Bild 10

Calcit Skalenoeder

endeavour-minerals
Bild 11
Bild 11

Calcit Skalenoeder

loparit
Bild12
Bild12

Calcit Kristallzeichnuung, Kristalle mit Skalenoeder {21,19.2} und {43.10}

Moondog
Bild 13
Bild 13

Calcit-Skalenoeder

endeavour-minerals
Calcit (Skalenoeder)
Calcit (Skalenoeder)

Elmwood, Tennessee. 15 x 9,5 cm

Kevin Ward
Calcit (Skalenoeder)
Calcit (Skalenoeder)

Egremont, Cumbria, England. 13 x 14 mm

Dan Weinrich
Calcit (Skalenoeder)
Calcit (Skalenoeder)

Tonglu Shan Kupfer-Lagerstätte, Landkreis Daye, Hubei, China. 7 x 6 cm

Kevin Ward

Bei weitem das häufigste Skalenoeder ist die positive Form {21.1}, in Bild 10.A gezeigt. Dieses Skalenoeder ist das zweite nach dem Prisma in weltweiter Häufigkeit. {12.1}, das negative Gegenstück von {21.1}, ist selten; üblicherweise nur als untergeordnete Fläche an von anderen Formen beherrschten Kristallen vorkommend.

Andere, gewöhnliche positive, Skalenoeder sind {32.1}, {54.1}, {74.3}, {31.5} und {21.4}; einige sind im Bild 11 zu sehen.

Das steilste, sichere, positive Skalenoeder ist {21,19.2} und das flachste ist {43.10} (Bild 12)

Die Vielfalt von negativen Skalenoedern ist beachtlich kleiner als die des positiven Typs. Das häufigste negative Skalenoeder ist {13.1}, gefolgt von {28.3} und {48.5}; diese Formen sind im Bild 13 gezeigt.

Unter den sicheren negativen Skalenoedern ist das flachste {16.13} und das steilste {12,20.1}. Die Skalenoedergeometrie ist im Allgemeinen sehr komplex und Kristalle, die diese Form tragen, sind ziemlich schwierig zu orientieren, insbesondere dann wenn mehrere Formen kombiniert vorkommen. Eine geometrische Hilfe besagt, daß das Basisrhomboeder in vielen Fällen hilfreich ist.

Dieses Konzept, von Whitlock im Jahre 1910 eingeführt und von ihm als "Rhomboeder der mittleren Kanten" bezeichnet, arbeitet wie folgt: für jedes Skalenoeder existiert ein Basisrhomboeder, welches dieselben Winkel zwischen den Äquatorialkanten besitzt wie das eigentliche Skalenoeder. So würde ein Phantom-Basis-Rhomboeder sich die Äquatorialkanten mit dem "Wirts"-Skalenoeder teilen, wie in Bild 10a und 10b gezeigt. Leser sollten beachten, dass das "base-rhomb"-Konzept künstlich ist, da jedes Skalenoeder völlig unabhängig von allen Rhomboedern, einschließlich des base-rhombs, ist. Tatsächlich müssen Flächen des base-rhombs nicht erscheinen. Wenn das base-rhomb vorhanden ist, sind die gemeinsamen Kanten Skalenoeder/base-rhomb exakt parallel zu den Äquatorialkanten des "Wirts"-Skalenoeders. Diese Parallelität liefert charakteristische Figuren, welche einfach zu erkennen sind.

Weiterhin sind die gemeinsamen Skalenoeder/base-rhomb-Kanten ebenfalls parallel zur gewöhnlichen Kante zwischen Skalenoeder und dem Prisma {11.0}, vgl. Bild 10c.

Darüber hinaus formt jedes base-rhomb die Basis für eine vollständige Reihe von Skalenoedern, jedes mit unterschiedlicher Steilheit der Flächen. Daher können Skalenoeder gemäß der Indizes ihrer base-rhombs eingeteilt werden. Bild 10c zeigt drei Skalenoeder, jedes mit {10.1} als Basisrhomboeder; man beachte, dass in jedem Fall die Skalenoederkanten sowohl zum Rhomboeder {10.1}, als auch zum Prisma {11.0} parallel sind. Die Nützlichkeit des base-rhombs erwächst aus der Tatsache, dass die meisten Skalenoeder gewöhnliche Rhomboeder als Basisrhomboeder haben. Demgemäß zeigen sich viele Skalenoeder in der Natur mit ihrem Basisrhomboeder.

Die Geometrie erzwingt die Forderung, dass die Skalenoeder "h = k + 1" haben müssen, um die Äquatorial-Kanten mit {10.1} teilen zu können, z.B. {21.1}, {31.2} und {53.2}. Bemerkenswert wurden 49 verschiedene Skalenoeder mit {10.1} als das Basisrhomboeder beschrieben, wobei dies von dem relativ flachen {11,1.10} bis zum "dolch-ähnlichen" {21,19.2} reicht. Die Kristallographen des 19. Jahrhunderts erkannten, dass eine große Zahl von positiven Skalenoedern {10.1} als ihr Basisrhomboeder besitzen. Wie auch immer, sie drücken diesen Punkt in dem mehr scheinbaren Ausdruck aus, welcher die Bedeutung der kristallographischen Zone durch die Kombination von {11.0} und {10.1} betont. Das zweite wichtige Basisrhomboeder für die positiven Skalenoeder ist {40.1}.

Für negative Skalenoeder sind die häufigsten Basisrhomboeder {01.1}, {01.2}, {05.4} und {08.4}, obwohl keines davon mehr als zehn sicheren Skalenoedern dient. Die Millerschen Indizes der Basisrhomboeder jedes Skalenoeders können mathematisch aus den Indizes der Skalenoeder berechnet werden.



Kombinationen von Formen

Bild 14
Bild 14

Calcit mit kombinierten Formen

endeavour-minerals

Viele Calcit-Kristalle enthalten verschiedene Formen. Es wurde von Kristallen mit mehr als zwölf Formen berichtet. Goldschmidts Bild 2410 (von Rossie,New York,USA), welches 14 Formen enthält, liefert ein großartiges Beispiel für Formen-Kombinationen. Falls vollständig auf allen Seiten ausgebildet, würde der Kristall 132 Flächen besitzen (Bild 14).

Die Bestimmung von Formen oder auch nur Formen-Familien kann an Kristallen dieser Komplexität extrem schwierig sein. Glücklicherweise zeigen die meisten Kristalle beginnende Spaltbarkeit und/oder mehrere der gewöhnlichen Calcit-Formen. Die Identifikation einer Spaltfläche oder einer Form erlaubt, den Kristall richtig zu orientieren, die Aufgabe wird dadurch wesentlich vereinfacht, die restlichen Flächen ihren eigenen Formen-Familien zuzuordnen. So ist der Anfangspunkt zur Calcit-Form-Erkennung die Erkennung von Spaltflächen (welche die positive Form bestimmt) und dann nach einer oder mehreren von sieben bekannten Formen zu suchen.


Diese sieben Formen sind:

  • das Pinacoid {00.1}
  • die zwei hexagonalen Prismen {10.0} und {11.0}
  • das positive Rhomboeder {10.1}
  • die negativen Rhomboeder {01.2} und {02.1}
  • und das Skalenoeder {21.1}.

Von diesen ist sicher das Rhomboeder {10.1} am einfachsten zu erkennen, da seine Flächen zu denen des Spaltrhomboeders parallel sind.

Die Gestalt von vielen Calcit-Kristallen wird von einer oder mehreren dieser gewöhnlichen Formen geprägt. Einige Beispiele ihrer Kombinationen sind in den Bildern 15 bis 18 gezeigt. Das Pinacoid und das hexagonale Prisma sind nicht dargestellt, weil ihre Flächen Positionen besetzen, die die Erkennung mit ein wenig Übung erlauben. Bild 15 zeigt die untergeordnete Entwicklung von {01.2}, {02.1} und {21.1} in Verbindung mit dem positiven Rhomboeder {10.1}. In Bild 15a kann der Index {01.2} der abgeschrägten Fläche "delta" durch Addition der Indizes der "Wirts"-Rhomboederflächen {10.1} und {11.1}, entsprechend der Erklärung unten, berechnet werden.
Man beachte die getrennten Linien der parallelen Kanten in Bild 15c. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass {10.1} das base-rhomb von {21.1} ist. Bild 16 zeigt {10.1}, {02.1} und {21.1} kombiniert mit der dominierenden Form {01.2}.

Bild 15
Bild 15

Calcit mit kombinierten Formen

endeavour-minerals
Bild 16
Bild 16

Calcit mit kombinierten Formen

endeavour-minerals
Bild 17
Bild 17

Calcit mit kombinierten Formen

endeavour-minerals
Bild 18
Bild 18

Calcit mit kombinierten Formen

endeavour-minerals
Bild 19
Bild 19

Kristall mit Skalenoeder {21.1} und {21.4}

Moondog

Von allen in Goldschmidts Kompendium enthaltenen Zeichnungen zeigt Bild 16a den Kristall mit der größten Entwicklung von {01.2} in Verbindung mit {02.1}. Seltsamerweise wurde bisher nie von Kombinationen von diesen beiden Formen, wobei {01.2} die vorherrschende ist, berichtet, obwohl R. Peter Richards (persönliche Mitteilung) diese Gestalt von Pleasant Ridge, Indiana/USA, mitteilte. Die Bilder 16b und c zeigen Kristalle, welche gewöhnlich als "Nagelkopf"-Gestalt bezeichnet werden. In Bild 17 ist das steile negative Rhomboeder {02.1} als die vorherrschende Form gezeigt. Man beachte, dass in Bild 17a das positive Rhomboeder {10.1} die Kanten von {02.1} perfekt abschrägt. Die vorherrschende Form in Bild 18 ist das positive Skalenoeder {21.1} ("Hundezahnspat") in Verbindung mit den untergeordneten Formen {10.1}, {01.20 und {02.1}. Man beachte nochmals, dass "p." das Basis-Rhomboeder in Bild 18a ist und dass "phi" die abschrägende Fläche in Bild 18c ist.

Eine letzte Bezeichnung kann hilfreich bei der Suche nach neuen Formen-Kombinationen sein. Wenn zwei Formen mit einem gleichen Verhältnis "h:k" eine Kante abschrägen, wird die gemeinsame Kante waagerecht sein. Zum Beispiel ist die Kante {10.1}, {10.0} in Bild 3a tatsächlich waagerecht. Weiter betrachte man das gewöhnlichste Skalenoeder {21.1}, wenn Flächen von {21.1} an einem Kristall waagerechte Linien zeigen, muss die benachbarte Form ebenfalls ein zwei:eins "h:k" Verhältnis haben. Ein Beispiel ist im Bild 19 gezeigt.


Calcit
Calcit

Wuzhou, Guangxi, China. 5,7 x 5,4 cm

Dan Weinrich
Calcit
Calcit

Sweetwater Mine, Viburnum Trend, Missouri. 11,7 x 15,4 cm

Dan Weinrich
Calcit (Kombination)
Calcit (Kombination)

Red Dome Mine, Chillagoe, Queensland, Australia. 11 x 7 cm

Rob Lavinsky

Beispiele von Kombinationen


Erkennung von kantenabschrägenden Rhomboedern

Die Rhomboederfläche, welche die Kante einer Form abschrägt, kann einfach erkannt werden, vorausgesetzt, dass die Indizes der angrenzenden Flächen bekannt sind. Solch eine abschrägende Fläche parallelisiert die normale Kante der "Wirtsform"; ihre Indizes werden einfach durch Addieren der dazugehörigen Indizes der zwei angrenzenden Flächen der "Wirtsform" gebildet; das heißt: h(b) = h(1) + h(2), k(b) = k(1) + k(2), l(b) = l(1) + l(2); wobei der Index "b" für abschrägend ("bevieling") steht, und "1" und "2" sich auf die Indizes der "Wirtsform" beziehen.

Bild 20
Bild 20

C-Achsen-Sicht auf positive und negative Rhomboeder {10.1} und {01.1}.

endeavour-minerals

Das Ganze wird am besten durch ein Beispiel erklärt. Bild 20 zeigt einen Blick auf die c-Achse des positiven {10.1} und des negativen {01.1} Rhomboeders. Millersche Indizes sind in der oberen Hälfte der Zeichnung zu sehen. An jedem Rhomboeder sind die Millerschen Indizes der abschrägenden Fläche durch Addieren der dazugehörenden Indizes der benachbarten zu finden.


Bild 21
Bild 21

C-Achsen-Sicht auf positive und negative Skalenoeder {21.1} und {12.1}

endeavour-minerals

Die "4 Uhr-Kante" des Rhomboeders {10.1} betrachtend (zwischen den Flächen {10.1} und {11.1}, sind die Indizes des, diese Kante abschrägenden Rhomboeders: h = 3 + 2 = 5, k = -1 + 1 = 0, l = 1 + 1 = 2. Das abschrägende Rhomboeder ist daher {50.2}, das abschrägende Rhomboeder der "4 Uhr-Kante" des negativen Skalenoeders wird wie folgt berechnet: h = 1 - 1 = 0, k = 2 + 3 = 5, l = l + l = 2. Die eben beschriebene Form kann ebenfalls auf andere Formen angewendet werden. In diesem Fall ist die abschrägende Fläche im Allgemeinen ein Skalenoeder und die sich ergebenden Indizes sind nicht einzigartig. Das heißt: viele verschiedene Skalenoeder schrägen dieselbe Kante ab. Die Indizes, nach oben genannter Art hergeleitet, ergeben nur ein Skalenoeder der Reihe.


Basis-Rhomboeder eines jeden Skalenoeders

Für jedes positive Skalenoeder mit den Indizes {h(s)}, {k(s)} und {I(s)} ist das dazugehörige Basis-Rhomboeder für {h01} gegeben durch:
h = h(s) - k(s)
k = 0
I = I(s)
Beispielrechnung: Man finde das Basis-Rhomboeder für {62.5}.
h = 6 - 2 = 4
k = 0
I = 5
So sind die Indizes für das Basis-Rhomboeder {40.5}. Das Basis-Rhomboeder für jedes negative Skalenoeder ist durch ähnliche Gleichung gegeben:
h = 0
k = k(s) - h(s)
I = I(s)



Zwillinge und ihre Gesetze

Ein Zwilling ist eine gesetzmäßige Verwachsung von Kristallbereichen gleicher Art. Die Kristallbereiche liegen symmetrisch zueinander. Zwillinge können während des Wachstums (Wachstumszwillinge) und durch mechanische Beanspruchung (Deformationszwillinge, mechanische Zwillingsbildung) entstehen. In der Abbildung ist das Zwillingselement eine Spiegelebene //(101). Bei den Kristallen lagern sich manchmal die Bausteine beim Kristallwachstum spiegelbildlich an, so dass eine "Zwillingsebene" entsteht. So können die beiden Kristalle auch um 180° gedreht sein. Entscheidend bei der Bestimmung der "Gesetzlichkeit" kann auch der Winkel zwischen den beiden Kristallen sein. Folgende Zwillingsgesetze gibt es und anhand der Bilder kann man sie unterscheiden:

Kristalle die an den Verwachsungsflächen der Basis Zwillinge bilden (Zw. Achse 0001) nennt man "Basiszwillinge", sie treten recht häufig auf. Bekannt für diese Art der Zwillinge sind die "Derbyshire Twins".

Bei der gewöhnlichen Ausbildung der Einzelkristalle haben die Zwillinge ein herzförmiges oder, wenn einzelne Flächen unterdrückt sind ein "fischschwanz-", "schmetterlings-, oder axtkopfförmiges" Aussehen, auch "butterfly twins" genannt. Sie stellen wohl die attraktivste Art der Calcitzwillinge dar. Am seltensten ist der Zwilling nach (0221), auch sein Aussehen kann herz- oder schmetterlingsartig sein. Hier ist die Fläche des "nächst steileren" negativen Rhomboeders entscheidend.

Gewöhnliche Zwillinge

Calcit (Herzförmiger Zwilling) mit Limonit-Phantom
Calcit (Herzförmiger Zwilling) mit Limonit-Phantom

Gebiet Babu, Guangxi, China. 25 x 18 cm

Rob Lavinsky
Calcit (Fischschwanzzwilling)
Calcit (Fischschwanzzwilling)

Verchny, Dal'negorsk, Primorskiy Kraj, Russland. 3,3 x 3,9 cm

Heliodor1
Calcit (Schmetterlingszwilling)
Calcit (Schmetterlingszwilling)

Egremont, Cumbria, England. 8 x 8,7 cm

Rob Lavinsky

Weniger häufige Zwillinge

Calcit
Calcit

Zwilling; doppelt verzwillingt auf 081 und dann auf 001; Sambava, Antsiranana, Madagaskar. 3,1 x 2,9 cm

John Veevaert
Calcit
Calcit

Zwilling; Jalgaon, Maharashtra, Indien; 5 x 4,5 cm

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Zwilling; Sokolowski-Grube, 120-m Sohle, Qostanay, Kasachstan; 6 x 4,5 cm

Heliodor1

Aggregate

Calcit
Calcit

Sterncalcit oder "Dogtooth" (Hundezahn)-Calcit; aus Skalenoedern; Osceola Mine, Cunningham Gulch, Silverton, San Juan County, Colorado, USA, 5 x 3 cm

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Blättercalcit; Cavnik, Rumänien. 9,5 x 7,5 cm

Dan Weinrich
Calcit
Calcit

Lockencalcit; 5 x 3 cm; N'Chwaning Mine, Kuruman, Südafrika

John Veevaert
Calcit
Calcit

Bizarre Bildung eines hexagonalen Kristalls auf einem langgestreckten Szeptercalcit; 4 x 12 cm; Schacht Bor, Dal'negorsk, Russland

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Szepter-Calcit, echter "Nailhead"-Calcit; 3,3 x 1,4 cm; Dal'negorsk, Russland

John Veevaert
Calcit
Calcit

Lascheartig aufeinandergestapelte Kristalle, welche eine Kristallrosette bilden. 6 x 6 cm. Grube Herja, Baia Mare, Rumänien

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Jetons oder "Pokerchips"; aus aufeinandergehäuften superflachen Kristallen; Mina San Sebastian, Charcas, San Luis Potosi, Mexico. 6,6 x 4,4 cm

Dan Weinrich
Calcit-Stalaktit
Calcit-Stalaktit

Mina Potosi, Francisco Portillo, Santa Eulalia, Aquiles Serdan, Mexico. 21,5 x 14,3 cm

Heliodor1
Calcit, Varietät Manganocalcit
Calcit, Varietät Manganocalcit

Halbkugel aus unzähligen Skalenoedern; 9,2 x 7,5 cm; Hotazel, Kuruman, Südafrika

Rob Lavinsky
Calcit (Papierspat)
Calcit (Papierspat)

Maderanertal, Schweiz; 5,2 x 4,5 cm

Fabre Minerals
Calcit
Calcit

Fächerförmig-radiale Kristalle als Aggregat; Süme, Bakony-Berge, Landkreis Veszprém, Ungarn; 6,5 x 4,6 cm

Tamás Ungvári
Calcit
Calcit

Calcit als Tropfstein, ca. 8 cm, angeschliffen und poliert; Golf von Baratti, Populonia, Livorno, Toskana, Italien

Erik
Calcit (Kugelige Aggregate in Basalt)
Calcit (Kugelige Aggregate in Basalt)

Noragugume, Provinz Nuoro, Sardinien, Italien. Größe der Kugeln ca. 4 mm

Matteo Chinellato
Calcit-Kugeln
Calcit-Kugeln

Guanajuato, Mexico.

Aram Dulyan
Calcit-Kugeln
Calcit-Kugeln

Steinbruch Campomorto, Massa Montaldo di Castro, Viterbo, Latiu, Italia. 6,4 x 5,1 cm

Joe Freilich


Calcitkristalle in Fossilien

Schale einer Venusmuschel Mercenaria permagna
Schale einer Venusmuschel Mercenaria permagna

aus dem Pliozän mit gut ausgebildeten Calcitkristallen. Die gelbliche Farbe der Kristalle stammt aus den Sedimenten, in welchen der Wachstumsprozess stattfand. Ruck's pit, Okeechobee County, Florid...

Fabre Minerals

Die Calcitkristalle beziehen ihre Nahrung (CaCO3) aus der Muschelschale. Jedoch würde das Calciumkarbonat der Muschelschale allein nicht ausreichen, wenn das einbettende Sediment kalkuntersättigt ist. Dann verteilt sich das CaCO3 in den Sedimentporen und bildet dort den Calcitzement, ohne dass es zu größerem Kristallwachstum kommt. Es ist also auch ein kalkgesättigtes Sediment (Kalkstein, Schalentrümmerkalk etc.) nötig. Das Karbonat stammt bei frühdiagenetischer Kristallisation oft aus organischen Zersetzungsprozessen, die CO und CO2 freisetzen, während der Spätdiagenese eher aus der teilweisen Auflösung der Kalkmatrix.

Erst nach dem Tod der Muschel und dem Verwesen der Weichteile stellt der Schalenhohlraum den Reaktionsraum für das Kristallwachstum bereit.

Es gibt kein konkretes Zeitfenster für das Kristallwachstum. Allerdings ist die Keimzahl im Porenwasser zu beachten: Solange das Sediment noch unverfestigt ist, ist die Keimzahl in der leicht zirkulierenden Porenlösung extrem hoch - es entstehen Mikrokristalle in den Porenhohlräumen, nämlich der Calcitzement, der die Sedimentpartikel zu festem Gestein zementiert. Das Festgestein weist immer noch ein hohes Porenvolumen auf (bei "dichtem" Kalkstein durchaus noch 20-30%), der Porendurchmesser ist aber so gering, dass Kristallkeime zurückgehalten (immobilisiert) werden und die Porenlösung weitgehend kristallkeimfrei bleibt. Erst jetzt ist das Wachstum größerer Kristalle an vergleichsweise wenigen Keimen in vorhandenen Hohlräumen möglich. Wann während der Diagenese die Kristalle wachsen, hängt natürlich primär davon ab, wann der Hohlraum entsteht (sofern er nicht primär wegen fehlender Sedimentverfüllung vorhanden ist), und davon, wann Porenlösung im Sediment zirkuliert. Dies kann von Fundort zu Fundort unterschiedlich sein und sogar mit dem rezenten und Paläoklima vor Ort zusammenhängen.

Bezüglich der Dauer des Wachstumsprozesses gibt es für Calcit keine allgemeingültigen Aussagen. Es hängt stark davon ab, in welcher Menge und über welchen Zeitraum Ca-gesättigte Lösung zur Verfügung gestellt wird. Auch die Karbonatbereitstellung spielt dabei mit. Zwischen 1000 Jahren und 1 Million Jahren und wahrscheinlich noch viel länger dürfte es alle möglichen Werte geben.



Literatur

Quellen
Die vorstehende Arbeit lehnt sich zum überwiegenden Teil an den Artikel von Kenneth J. Brooks an (ehem. Mitarbeiter des Department of Geosciences, Indiana University Northwest, dessen Inhalte wiederum auf den grundlegenden Arbeiten von Palache, Philips, Schaller und Whitlock beruhen. (> s.u.). Die Arbeit von K.J. Brooks wurde für einen der Co-Autoren dieses Portraits (I.L.) von Volker Haseloff (Gladbeck) übersetzt.

Die Kristallzeichnungen stammen

  • 1. aus dem 1913 verlegten Atlas der Krystallformen von V. Goldschmidt
  • 2. Mark Holtkamp
  • 3. Edgar Müller

3-dimensionale Kristalldarstellung


Literatur

  • Borchardt-Ott, W., 1987; Einführung in die Kristallographie
  • Brooks, K.J., 1993; The Crystal Forms of Calcite; Mineralogical Record : 24, 451-470
  • Goldschmidt, V., 1913; Atlas der Krystallformen" Band 2 Heidelberg
  • Rösler, H.J., 1991; Lehrbuch der Mineralogie; 5. Auflage

Weblinks



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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

Eingefügter Text von Mineralienportrait/Calcit/Synonyme und Varietäten

Calcit

Synonyme und Varietäten

  • Aluminohydrocalcit
  • Alumocalcit
  • Anthraconit
  • Argentin
  • Baricalcit
  • Barytocalcit (nach Kirwan)
  • Borocalcit
  • Boro-Natrocalcit
  • Brunnerit
  • Bruyerit
  • Capreit
  • Chlorocalcit
  • Chrom-Alumohydrocalcit
  • Cobaltocalcit
  • Cuprocalcit
  • Doppelstein
  • Doppelspat
  • Drewit
  • Eriocalcit
  • Erythrocalcit
  • Federspat
  • Ferrocalcit
  • Glendonit
  • Hematoconit
  • Hislopit
  • Hundezahncalcit
  • Hydroborocalcit
  • Hydromagnocalcit
  • Islandspat
  • Kanonenspat
  • Kobaltocalcit
  • Kolloidcalcit
  • Lublinit
  • Magnesiocalcit
  • Manganocalcit
  • Mexikanische Jade
  • Mg-reicher Calcit
  • Muricalcit
  • Natroborocalcit
  • Onyx (Onyxmarmor)
  • Papierspat
  • Paraauricalcit
  • Patagosit
  • Pelagosit
  • Pentanhydrocalcit
  • Perlmuttspat
  • Plumbocalcit
  • Poker chip calcite
  • Popcorn calcite
  • Prasochrom
  • Protocalcit
  • Prunnerit
  • Pseudogaylussit
  • Rosenspat
  • Reichit
  • Sandcalcit
  • Sandstein kristallisiert
  • Satinspat-Calcit
  • Schieferspat
  • Scheibenspat
  • Schweinezähne
  • Siderocalcit
  • Siliceous calcite
  • Silicoborcalcit
  • Spatrosen
  • Spiegelcalcit
  • Stinkkalk
  • Strontianocalcit
  • Strontiocalcit
  • Subhydrocalcit
  • Trihydrocalcit
  • Würfelspat
  • Wasserstein
  • Zinkocalcit
  • Zweckenspat

Anerkannte Mineralien - Keine Varietäten

  • Alumohydrocalcit
  • Barytocalcit
  • Calcit
  • Chlorocalcit
  • Monohydrocalcit
  • Nitrocalcit
  • Para-alumohydrocalcit


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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

Eingefügter Text von Mineralienportrait/Calcit/Cobaltocalcit und Sphärocobaltit

Calcit

Cobaltocalcit und Sphärocobaltit

  • Cobaltocalcit (Ca,Co)CO3 ist eine Co-haltige Varietät von Calcit und kein eigenständiges, IMA-anerkanntes Mineral.
  • Sphärocobaltit (CoCO3) ist ein eigenständiges, IMA-anerkanntes Mineral (Nickel-Strunz 10. Aufl. 5.AB.05) und keine Varietät.


Cobaltocalcit und Sphärocobaltit

Cobaltocalcit
Cobaltocalcit

Kristalle bis 1 cm von Aghbar, Bou Azzer, Marokko

Collector
Sphärocobaltit
Sphärocobaltit

Kolwezi, Katanga, Dem.Rep. Kongo; Kugelig-warzige Aggregate aus mikroskopisch kleinen Kristallen. Größe: 4 x 3 cm

Rob Lavinsky


engl.: Cobaltocalcite, Cobaltoan calcite

Leider und unverständlich wird die rosafarbene, kobalthaltige Varietät des Calcits oft mit dem eigenständigen und IMA-anerkannten Mineral Sphärocobaltit verwechselt und umgekehrt werden echte Sphärocobaltite als Cobaltocalcit bezeichnet. Selbst sonst verlässliche Datenbanken, Institutionen und Archive sind nicht gefeit gegen diese falsche Synonymisierung einer seit 100 Jahren bekannten Varietät mit einem seit 130 Jahren bekannten Mineral.

Cobaltocalcit ist eine Calcit-Varietät, welche ursprünglich im Jahr 1910 von F. Millosevich vom Gang Vallone in der Mina Calamina bei Capoliveri auf der Insel Elba (Toskana) in Italien beschrieben wurde.

Der 1877 erstmalig von Albin Weisbach aus dem Gang Adam Heber Flacher in Schneeberg beschriebene Sphärocobaltit ist ein eigenständiges, von der IMA anerkanntes Mineral; ein hexagonal kristallisierendes Kobaltcarbonat mit der chemischen Formel CoCO3.

Der Unterschied zwischen Cobaltocalcit und Sphärocobaltit ist deren chemische Zusammensetzung. (nachstehend Durchschnittswerte).

  • Cobaltocalcit ist Calcit (ca. 44% CO2 und ca. 54% CaO, mit geringen Anteilen FeO und MgO und Spuren von CoO, welche zur Farbgebung beitragen.)
  • Sphärocobaltit besteht zu ca. 37% CO2, 62% CoO und 1% CaO.
  • Cobaltocalcit und Sphärocobaltit sind nicht identisch !

Zu den weltweit bekanntesten Vorkommen von hervorragend ausgebildeten Cobaltocalcit-Kristallen gehören die Grube Mashamba West im Kongo sowie die Gruben Aghbar, Agoudal und Oumlil der Lagerstätte Bou Azzer in Marokko. Die weltbesten Sphärocobaltite wurden in den Lagerstätten von Kolwezi (besonders in den Gruben Musonoi und Kamoto, in Kabolela, Mupine, Grube Kirilabomwe), Katanga (Shaba) in der Dem. Rep. Kongo gefunden. Die größten Kristalle wurden in der Kakanda-Grube in Kolwezi entdeckt. Typmaterial stammt von Schneeberg in Sachsen.

Die Authentizität so mancher als Sphärocobaltit bezeichnete Stufen aus dem Bergbaurevier Bou Azzer ist zweifelhaft, wenn nicht eine verlässliche Analyse durchgeführt wurde. Es handelt sich bei den allermeisten auf den Märkten angebotenen "Sphärocobaltiten" um Cobaltocalcit.


Cobaltocalcit
Cobaltocalcit

Bou Azzer-Bergbaurevier, Marokko Größe: 8 x 12 cm

Collector
Cobaltocalcit
Cobaltocalcit

Rhomboeder; Bou Azzer, Marokko. 8,4 x 8,4 cm

Dan Weinrich
Cobaltocalcit
Cobaltocalcit

Tynebottom Mine, Garrigill, South Tynedale, Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England. Größe: 3 x 2,6 x 0,9 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Gao Jiyuan, 1996; Geochemistry of Strata-Bound Iron Deposits. In: Tu Guangzhi and Xu Zhonglun, eds.: Geochemistry of Strata-Bound Deposits in China, 431-469.
  • Gaudefroy, C., Tray, M., 1963; Description de mineraux d'Aghbar, region de Bou-Azzer: cobalto-calcite, roselte-beta, conichalcite, lavendulanite et une dizaine d'autres mineraux. In: Descrip. prov. des espèces minèrale du Maroc : XII; Notes Serv. Geol. Maroc: 22, (170), 108-109
  • Gauthier, G.; Deliens, M., 1999; Cobalt minerals of the Katanga Crescent, Congo. Min. Record : 30(4), S.255-267.
  • Koděra, M. et al., 1986 a 1990 : Topografická mineralógia Slovenska, diel 1- 3, Veda – Vydavateľstvo SAV, 1 – 1590
  • Lhoest, J. & Van der Meersche, E., 1992; Die Lagerstätten des Kupfergürtels von Shaba/Zaire und ihre Mineralien. Lapis : 17(3), S.13-40.
  • Millosevich, F., 1910; Una varietà di calcite cobaltifera del Capo Calamita nell'Isola d'Elba - Atti R. Acc. Naz. Lincei, Rend. :19, 91-92.
  • Schulman, J.H., et al., 1947; The sensitized luminescence of manganese-activated calcite. Journal of Applied Physics: 18: 732-739.
  • Weisbach, A., 1877; Mineralogische Mittheilungen. I. Walpurgin, II. Zeunerit und Uranospinit, III. Uranocircit, IV. Bismutosphärit, V. Roselith, VI. Kobaltspath.- Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Königreiche Sachsen, Abhandlungen, 42-53

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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

Eingefügter Text von Mineralienportrait/Calcit/Mangano-, Ferro-, Cupro- und Plumbocalcit

Calcit

Mangano-, Ferro-, Cupro- und Plumbocalcit


Manganocalcit

Manganocalcit auf Sphalerit
Manganocalcit auf Sphalerit

Rosafarbener Manganocalcitkristall auf Sphalerit; Naica, Chihuahua, Mexico. 8,5 x 5,4 cm

Kevin Ward
Prächtige rosafarbene Manganocalcitstufe
Prächtige rosafarbene Manganocalcitstufe

Pachapaqui, Bolognesi, Ancash, Peru. 8 x 9 cm

Fabre Minerals

engl.: Manganocalcite, Manganoan Calcite

Manganocalcit ist eine Mn-haltige Calcitvarietät mit der chemischen Formel (Ca,Mn)CO3. Als einer der ersten Fundorte wurde Banská Štiavnica (Selmecbánya; Schemnitz), Banská Štiavnica Bergbaurevier, Štiavnica-Berge, Region Banská Bystrica Region in der Slowakischen Republik beschrieben.

Die bisher weltweit besten Manganocalcite stammen aus der Kalahari in Südafrika, Dal'negorsk in Russland, aus dem Distrikt Pachapaqui in der Provinz Bolognesi, Department Ancash in Peru; aus dem Bergbaurevier des Landkreises Daye, Huangshi, Provinz Hubei in China; aus Naica, Chihuahua in Mexiko, von Cavnik in Rumänien und aus dem Erzrevier von Madan in den Rhodopen, Bulgarien.


Manganocalcit
Manganocalcit

2. Sovietskiy Grube, Dal'negorsk, Primorskiy Kraj, Russland. 8 x 8 cm

Rob Lavinsky
Manganocalcit
Manganocalcit

Shizhuayan, Chenzhou, Hunan, China. 20 x 14 cm

Rob Lavinsky
Manganocalcit
Manganocalcit

Manganocalcit vergesellschaftet mit Kutnahorit; Wessels Mine, Kalahari Manganese Fields, Südafrika; Größe: 7 x 7 cm

Rob Lavinsky

Ferrocalcit
Ferrocalcit

ohne Fundortangabe, ca. 3,5 cm.

Christian Rewitzer

Ferrocalcit

Engl.: Ferrocalcite, ferroan calcite, ferroginous calcite

Eine eisenhaltige, bräunliche bis rosabraune Calcitvarietät mit der chemischen Zusammensetzung (Ca,Fe)CO3. Ferrocalcite kommen weltweit verbreitet vor; die schönsten Kristalle wurden in Shanxi in China, Australien und Neuseeland gefunden.


Cuprocalcit
Cuprocalcit

Tsumeb, Namibia. 13,5 x 6 cm.

Rob Lavinsky

Cuprocalcit


Engl.: Cuprocalcite, cuproan calcite

Cuprocalcit ist keine Cu-haltige Calcitvarietät, sondern ein Gemisch aus Calcit und Cuprit. Schöne Exemplare wurden in Tsumeb, Namibia, geborgen.


Plumbocalcit
Plumbocalcit

Tsumeb, Namibia. 6,9 x 4,7 cm.

Rob Lavinsky

Plumbocalcit


Engl.: Plumbo calcite, plumboan calcite

Plumbocalcit ist eine Pb-haltige Calcitvarietät mit der chemischen Zusammensetzung (Ca,Pb)CO3. Attraktive Kristalle und Stufen dieser seltenen Varietät wurden in Tsumeb, Namibia gefunden.


Literatur

  • Gao Jiyuan, 1996; Geochemistry of Strata-Bound Iron Deposits. In: Tu Guangzhi and Xu Zhonglun, eds.: Geochemistry of Strata-Bound Deposits in China, 431-469.
  • Schulman, J.H., et al., 1947; The sensitized luminescence of manganese-activated calcite. Journal of Applied Physics: 18: 732-739.

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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

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Calcit


Pseudomorphosen

Calcit pseudomorph nach Glauberit
Calcit pseudomorph nach Glauberit

Camp Verde, Yavapai Co., Arizona, USA; 8 x 6 cm

Rob Lavinsky
Quarz pseudomorph nach Calcit
Quarz pseudomorph nach Calcit

Alston Moor, Cumbria, England; 6,5 x 4 cm

Rob Lavinsky


Was sind Pseudomorphosen ?

Als Pseudomorphose (griech. pseudo = falsch, pseudos = Lüge, Schein; morphe = Gestalt) wird das Auftreten eines Minerals in Gestalt eines anderen Minerals bezeichnet. Eine Pseudomorphose liegt immer dann vor, wenn ein Mineral unter Beibehaltung seiner äußeren Form durch ein anderes Mineral ersetzt oder in ein anderes Mineral umgewandelt wird. Dann entstehen Truggestalten bzw. Pseudomorphosen. Die Substanz, die die Form ausfüllt würde für sich in einer ganz anderen Form kristallisieren, sie hat die jetztige Form von der früheren Substanz übernommen.

Der Begriff Pseudomorphose ist ein Überbegriff für:

  • Paramorphosen (Umlagerungs- oder Transformations-Pseudomorphosen)
  • Entmischung- und Zerfalls-Pseudomorphosen
  • Verdrängungs-Pseudomorphosen (inklusive Ausfüllungs-Pseudomorphosen)
  • Perimorphosen (Umhüllungspseudomorphosen, diese Einordnung ist strittig)

Obwohl Entmischungspseudomorphosen und Paramorphosen im Mineralreich recht häufig vorkommen, versteht man unter dem allgemeinen Begriff Pseudomorphose in erster Linie Verdrängungs-Pseudomorphosen. Diese entstehen im Raum des Ursprungs-Kristalls durch Abgabe von Stoffen, Aufnahme von Stoffen und / oder teilweisen oder kompletten Stoffaustausch.

Die (vorwiegend) chemischen und physikalischen Bedingungen die zur Bildung von Pseudomorphosen führen sind sehr vielfältig. Allgemein sind zeitlich mehr oder weniger ineinandergreifende Auflösungs-, Umwandlungs- und Neukristallisationsvorgänge in wässriger, hydrothermaler oder pneumatolytischer Umgebung, manchmal begleitet von Hydration, Oxydation, Reduktion, Carbonatisierung, Silifizierung, Phosphatisierung usw. für die Entstehung von (Verdrängungs-) Pseudomorphosen verantwortlich. Selbst chemisch recht stabile Mineralien, wie etwa Quarz können pseudomorph umgewandelt werden (z.B. Pseudomorphose von Speckstein nach Quarz). Pseudomorphosen sind ein Produkt der Verwitterung von Mineralien.

Calcit ist eines der Mineralien, welches nicht selten von anderen Mineralien pseudomorphisiert wird, d.h., dass diese Mineralien die Form von Calcit annehmen. Bekannt sind Verdrängungspseudomorphosen von Eisen- und Manganoxiden nach Calcit sowie Perimorphosen von Quarz, Fluorit, Dolomit, Baryt, Prehnit, Malachit, Siderit, Andradit u.v.a. nach Calcit. Pseudomorphosen von Calcit nach irgendwelchen Mineralien sind im Gegenteil nicht häufig; bekannt sind die gut ausgebildeten Formen von Calcit nach Glauberit, Gaylussit und Shortit.

Es sind auch Bildungen bekannt, bei welchen mehr als ein Mineral ein anderes verdrängen, bzw. ersetzen kann. Diese Bildungsprozesse können nebeneinander oder nacheinander stattfinden; zum Beispiel Quarz und Fluorit nach Calcit, Dioptas und Plancheit nach Calcit.


Amethyst pseudomorph nach Calcit
Amethyst pseudomorph nach Calcit

Eine ganz außergewöhnliche Pseudomorphose, der Calcit ist weggelöst und verblieben sind Hohlräume mit dünnen Amethystwänden; Größe: 10,8 x 17,2 cm; Mina La Limera, Artigas, Uruguay

Kevin Ward
Kutnahorit ps. nach Calcit
Kutnahorit ps. nach Calcit

Boldut-Grube, Cavnik, Rumänien. 8 x 5 cm

loparit
Calcit ps. nach Aragonit
Calcit ps. nach Aragonit

Holzen, Arnsberg, Sauerland. 4,5 x 4,7 cm

kraukl
Quarz ps. nach Calcit
Quarz ps. nach Calcit

Geoda del Reguerin, La Viesca, La Collada, Asturias, Spanien. 11,5 x 9,5 cm

Fabre Minerals
Calcit pseudo Glauberit
Calcit pseudo Glauberit

Camp Verde, Yavapi Co. Arizona, USA; 4,5 x 3,8 cm

Rob Lavinsky
Calcit pseudo Shortit
Calcit pseudo Shortit

Mont Saint Hilaire, Quebec, Canada; 3,5 x 2,2 cm

John Veevaert
Prehnit pseudo Calcit
Prehnit pseudo Calcit

Aurangabad, Maharashtra, Indien; 6,7 x 6,2 cm

Dan Weinrich
Quarz pseudo Calcit
Quarz pseudo Calcit

Ouray County, Colorado, USA. 5 x 7 cm,

Dan Weinrich
Siderit pseudo Calcit
Siderit pseudo Calcit

Mina La Serena, Guanajuato, Mexico. 6 x 5 cm

Dan Weinrich
Calcit pseudo Wulfenit
Calcit pseudo Wulfenit

Mexico; 8 x 5,6 cm

Dan Weinrich
Hemimorphit pseudo Calcit
Hemimorphit pseudo Calcit

Granby, Missouri, USA; 4,5 x 5 cm

Dan Weinrich
Dolomit pseudomorph nach Calcit
Dolomit pseudomorph nach Calcit

Stufengröße 16 x 15 cm. Kristalle bis 5 cm. Rammelsbach, Pfalz

skibbo
Dolomit pseudomorph nach Calcit
Dolomit pseudomorph nach Calcit

Maramures, Herja, Rumänien; 9,4 x 6 cm

Rob Lavinsky
Dolomit pseudo nach Calcit
Dolomit pseudo nach Calcit

Grube Doujba, Laki Distrikt, Rhodopen, Bulgarien; 18, x 16,5 cm

Rob Lavinsky
Siderit pseudomorph nach Calcit
Siderit pseudomorph nach Calcit

Aggeneys, North Cape Province, Südafrika. 9 x 9 cm

Dan Weinrich

Glendonite
Glendonite

oben aus Sangershausen (Thüringen), unten von Mono Lake (Kalifornien); Dana 1884 Public Domain

Public Domain

Glendonite - Pseudomorphosen von Calcit nach Ikait

Glendonit ist eine Pseudomorphose von Calcit nach Ikait; chemisch Calciumcarbonat CaCO3, benannt nach dem Erstfundort Glendon in New South Wales in Australien. In der älteren mineralogischen Literatur werden Glendonite noch als Pseudomorphosen von Ikait nach Glauberit beschrieben, was jedoch seit 2001 widerlegt wurde. (Swainson, I.P., Hammond, R.P., 2001)

Den Autoren Kemper, E., und Schmitz, H.H., 1981, zufolge sind Glendonite Pseudomorphosen von überwiegend Calcit (in mehreren Generationen) nach Thenardit (Na2SO4), welche sich im unterkühlten Meereswasser (cold salinity currents) in oder auf der oberen Lage des Meeresbodens bilden.

Nach Greinert, J., und Derkachev, A., 2004, welche Glendonite und bernsteinfarbene Konkretionen aus 380 m Wassertiefe von Methan-dominierten kalten Schloten vom Sachalin-Hang im Ochotskischen Meer beschreiben, setzen sich beide aus unterschiedlichen Anteilen von Calcit sowie Magnesium-Calcit zusammen; als Quelle des Kohlenstoffs wird zersetztes organisches Material, resp. dessen anaerobes Oxidationsprodukt Methan angenommen. Die gleichzeitig auftretenden bernsteinfarbenen Konkretionen mit gleicher Struktur sowie gleicher chemischer und Isotopen-Zusammensetzung wie Glendonite werden ebenfalls als Calcite angenommen, welche sich aus Ikait gebildet haben. Man kann - beiden o.a. Autoren zufolge - davon ausgehen, dass Glendonite typische Manifestationen an fossilen und rezenten kalten Schloten in hohen Breitengraden sind.


Glendonit
Glendonit

Dana 1884; Public Domain

Public Domain

Für Glendonit wurden verschiedene Synonyme benutzt; u.a. Fundylit (nach der Bay of Fundy in Canada), Gerstenkörner (von Sangershausen in Thüringen), Jarrowite (nach Jarrow Slake am River Tyne in Northumberland in England), Thinolit (vom Mono Lake in Kalifornien), Gennoishi (korrekt: Gennou-seki; deutsch: Hammerstein, Niigata und Yamagata, Japan) und Pseudogaylussit.

Rezente (jüngere) Glendonite sind aus den kalten Klimazonen, d.h. den arktischen Meeren und deren Nebenmeeren (Weißes Meer, Ochotskisches Meer) bekannt; fossile Glendonite stammen aus dem Perm und der Kreide im permischen Vereisungsgebiet von Australien (> Glendon), sowie von den hohen nördlichen Breitengraden (Domerium, Jura, Valangin, Ober- und Unteralb, Oligozän/Miozän sowie Pleistozän/Holozän, insgesamt Zeiten mit merklicher Abkühlung.

Sehr gut ausgebildete Glendonite mit teilweise über einem Meter Länge wurden in Moler, Hesselbjerg, Nyköbing, Insel Mors in Dänemark gefunden; seit den 1990er Jahren kamen große Mengen scharfer, orangebrauner Glendonite bis 10 cm Länge von Olenitsa am Weißen Meer in Russland auf den Sammlermarkt. Thinolith war der ursprüngliche Name für Calcit nach Ikait vom Mono Lake in Kalifornien, ist nach aktueller Auffassung aber eine Pseudomorphose von Calcit nach spitzpyramidalen Kristallen von Gaylussit. Das Mineral tritt u.a. in mächtigen Ablagerungen an mehreren Seen in Nevada, USA auf.


Entstehung von Glendonit
Entstehung von Glendonit

aus einem Prisma mit quadratischer Grundfläche und einer Dopelpyramide; Dana 1884

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Das monokline Mineral Ikait ist ein Kaltwassercarbonat, chemisch CaCO3 * 6H2O (Calciumcarbonat-Hexahydrat), welches bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Wasser gebildet wird, aber nur zwischen -1,9 oC bis +7 oC stabil bis metastabil ist. Aufgrund dieser Instabilität ist die Bergung von Ikaitkristallen und deren Aufbewahrung unter gewöhnlichen Temperaturbedingungen nur in seltenen Fällen möglich. Das Mineral wurde 1963 von H. Pauly entdeckt, die Typlokalität ist der Ika-Fjord in Grönland, wo in einem ca. 2 km2 großen Bereich hunderte von bis zu 18 m hohen Ikait-Säulen mit einer Geschwindigkeit von 25-50 cm pro Jahr vertikal vom Meeresboden zur Wasseroberfläche wachsen.

Die Umwandlung des in- oder metastabilen Ikaits zum Calcit (bzw. Glendonit) verläuft in einem sehr langsamen Prozess bei Temperaturen zwischen 5-10 °C, wobei das im Kristallgitter enthaltene Wasser entfernt wird. Hierbei verliert der Ikait bis zu 30 % seines Volumens, ohne dass der ursprüngliche Habitus zerstört wird. Die gebildeten Kristall(aggregate) sind infolge der Langsamkeit des Bildungsprozesses meist sehr gut ausgebildet.


Glendonit (Igel)
Glendonit (Igel)

Calcit-Pseudomorphose nach Ikait. Taimyr-Halbinsel, Krasnojarsk, N-Sibirien, Russland; B: 5 cm; Fundstelle soll am Meeresstrand sein.

Doc Diether
Calcit ps. nach Ikait (Glendonit)
Calcit ps. nach Ikait (Glendonit)

Olenitsa, Weißes Meer, Kola Halbinsel, Russland. 3,2 x 2,1 cm

Jasun McAvoy
Calcit ps. nach Ikait (Glendonit)
Calcit ps. nach Ikait (Glendonit)

Olenitsa, Weißes Meer, Kola Halbinsel, Russland. 3 x 2,7 cm

Russell Rizzo
Glendonite an der A 39
Glendonite an der A 39

Glendonit an der A9 zwischen Berlin und München. Jura-Schichten

BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Im Jahr 2005 wurde die Autobahn A39 zwischen Wolfsburg und Braunschweig weiter ausgebaut und im Rahmen der Geologischen Landesaufnahme Aufschlüsse entlang der Trasse beprobt. Hierbei wurden Schichtenfolgen vom Dogger (Mittlerer Jura, 175-161 mya) bis zur Unteren Kreide (ca. 150-145 mya) identifiziert. Im Winter 2005 bis zum Sommer 2006 konnten bei Cremlingen aus dem Unteren Jura (Oberen Pliensbachium ; 189-183 mya) Glendonite geborgen werden. Glendonite aus derselben geologischen Stufe sind bisher nur noch aus dem Nordosten Sibiriens bekannt.

(Quellen: 1. BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Geozentrum Hannover; 2. Luppold, F. W., 2006. Glendonite als Klimaindikatoren im Jura (Lias, Oberes Pliensbachium) Nordwestdeutschlands.- GEOBerlin 2006 - 158. Jahrestagung der DGG, Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, Vortragsabstract: 93, Hannover)


Glendonit
Glendonit

Olenitsa, Weißes Meer, Kola Halbinsel, Russland; 10,1 x 7,7 cm

Rob Lavinsky
Calcit ps. nach Ikait (Glendonit)
Calcit ps. nach Ikait (Glendonit)

Olenitsa, Belo More (Weißes Meer), Kola-Halbinsel, Russland; 10,3 x 7,7 cm

Rob Lavinsky


Glendonit vom Weißen Meer in Russland


Als etwa Anfang der 1990er Jahre die ersten russischen Glendonite auf den internationalen Sammlermarkt gelangten, gab es bezüglich der Eigenschaften und der Benennung dieses Minerals Meinungsverschiedenheiten und Konfusion. Die Namensgebung reichte von Calcit nach Ikait, Glendonit nach Ikait sowie Calcit pseudomorph nach irgend etwas.

Olenitsa ist ein kleines Dorf ca. 170 km südöstlich von Kandalakhsha, am linken Ufer des gleichnamigen Flusses Olenitsa an der Küste des Weißen Meeres (Belo More) auf der Halbinsel Kola im Rayon Terskiy, Oblast Murmansk in Russland. Nahe des Dorfes gelangt man an einen breiten Strand, welcher mit Glendoniten übersät ist. Einige der Kristalle treten matrixfrei auf, die meisten jedoch sind entweder umkrustet oder stecken in hartgesintertem Tonmergel. Das Mineral bildet eigenartige scharfe, orangefarbene bis hellbraune, seltener grauweiße Kristalle bis ca. 10 cm Länge.

Das Sammeln der Glendonite ist offiziell verboten.


Calcit pseudomorph nach organischen Substanzen

Calcit ps. nach Banane
Calcit ps. nach Banane

San Francisco, California; Gefunden 1906. Gustavson Family Collection; Ausgestellt Tucson 2008

Fabre Minerals
Kalksinter ps. nach Wurzeln
Kalksinter ps. nach Wurzeln

Kalksinter auf rezenten Wurzeln und Buntsandstein, Stufenbreite ca. 12 cm; Kollesleuken, Saarburg, RLP, Deutschland

Erik
Calcit ps. nach einer Pflanze
Calcit ps. nach einer Pflanze

Chihuahua, Mexico.

Jasun McAvoy

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Calcit

Doppelspat


Nicht selten treten durchsichtige Kristalle oder gut nach dem Rhomboeder spaltbare Massen von Calcit auf, welche die Eigenart besitzen, einen einfachen Lichtstrahl in zwei zu zerlegen (zu brechen). Dieser Calcit wird als Doppelspat, bzw. in Anlehnung an die Herkunft außergewöhnlich transparenter Kristalle als Islandspat oder isländischer Doppelspat bezeichnet. Diese Doppelbrechnung kann man schon beobachten, wenn man ein Stück Doppelspat auf gewöhnliche Schrift legt, welche dann doppelt erscheint.

Islandspat / Calcit
Islandspat / Calcit

ein klassischer Islandspat mit 16 kg Gewicht; Fundort: Iceberg Claim, Dixon, New Mexico, USA; Ausgestellt im National Museum of Natural History in Washington D.C., USA

Public Domain

Doppelbrechung (Birefringenz)


Lichtstrahlen werden beim Übergang von einem Medium (zum Beispiel Luft) in ein anderes (zum Beispiel einen Kristall) gebrochen. Die Lichtbrechung ist um so stärker, je größer der optische Unterschied zwischen den beiden Medien ist. Ein Maß für die Stärke der Lichtbrechung ist der Brechungsindex, der mit n bezeichnet wird. Ein durch einen Calcitkristall hindurchgehender Lichtstrahl wird in zwei Strahlen aufgespalten, die in senkrecht zueinander stehenden Ebenen schwingen. Für diese beiden Strahlen gilt auf Grund unterschiedlicher Polarisationsrichtungen ein anderer Brechungsindex. Der sogenannte ordentliche Strahl (no) tritt bei senkrechtem Einfall geradlinig durch den Kristall hindurch, während der andere, der außerordentliche Strahl (ne, e für "extraordenary"), abgelenkt wird. Bei schrägem Einfall werden beide Strahlen, jedoch unterschiedlich stark, abgelenkt, der Brechungsindex ist also für die beiden Strahlen unterschiedlich. Diese Erscheinung nennt man Doppelbrechung. Sie ist beim Calcit sehr deutlich, läßt sich jedoch unter dem Mikroskop auch bei allen anderen Mineralien, außer den kubischen und amorphen, feststellen.

Kristalle lassen sich in optisch isotrop und anisotrop unterscheiden. Isotrope Kristalle sind kubisch. Bei den anisotropen optischen Kristallen wird noch zwischen einachsig und zweiachsig unterschieden. Bei optisch einachsigen Kristallen (z.B. tetragonale Kristalle) läßt sich die Lichtbrechnung durch zwei verschiedene Brechungsindices beschreiben, bei zweiachsigen Kristallen sind es drei unabhängige Größen.

Bester transparenter Doppelspat wurde in der Vergangenheit für Nicolsche Prismen zur Anwendung in der Polarisationsmikroskopie verwendet.


Nicolsches Prisma
Nicolsches Prisma

Schema eines Nicolschen Prismas; Calcit-Prisma durchschnitten und zusammengekittet. Der ordentliche Strahl ne wird an der Kittstelle total reflektiert und der außerordentliche Strahl no wird durchg...

Collector

Das Nicolsche Prisma (benannt nach dem englischen Physiker William Nicol, 1768-1851) ist ein Gerät zur Erzeugung (Polarisator) und Untersuchung (Analysator) von polarisiertem Licht. Es besteht aus zwei Calcit-Prismen, die unter Beachtung des Verlaufs der optischen Achse des Kristalls entlang ihrer Längsachse zusammengesetzt und mit Kanadabalsam verklebt sind. (Kanadabalsam hat eine ähnliche Brechzahl). An der Klebe- oder Kittstelle wird der ordentliche Strahl no unter Ausnutzung der Totalrefexion seitlich heraus reflektiert (gelenkt) und an einer geschwärzten Wand absorbiert. Der polarisierte außerordentliche Strahl ne passiert die Klebe-/Kittfläche gering parallel versetzt. Das Ergebnis ist ein polarisiert austretendes Lichtbündel.

Nicolsche Prismen fanden lange Zeit Verwendung als Polarisatoren in der Polarisationsmikroskopie, sind heute jedoch durch billigere Polarisations- folien ersetzt. Das Polarisationsmikroskop ist das bevorzugte Instrument der Petrographen für die kristalloptische Analyse (das mikroskopische Studium) der Gesteine, ihrer Minerale und Gefüge. (Neben dem Brechungsindex oder den Hauptbrechungsindizes wird auch die Doppelbrechung (Birefringenz) im durchfallenden Licht bestimmt.


Vorkommen von Doppelspat

Doppelspat mit optischer Qualität ist seit 1669 bekannt. Als Islandspat wurde dieser Calcit von 1855 bis 1925 in der Nähe der Bauernhofes Helgustadir, 7 km E von der Stadt Eskifjördur im Reydarfjord gefördert. (Eskifjördur ist der nördliche Teil des Reydarfjordes). In der Terminologie der Mineralogie ist Helgustadir die Typlokalität für Islandspat. Die Grube wurde 1975 "Naturdenkmal" Islands. Helgustadir ist auch bekannt für Zeolithe, besonders Stilbit.

Weitere berühmte Vorkommen für Islandspat-Kristalle sind die Garibaldi Mine in Lionsville (Drake Co., New South Wales) in Australien, Nizhnaya im Krasnoyarsky Kraj (Kristalle bis 0,7 x 0,5 m) und die bis zu 50 m großen Geoden, gefüllt mit Islandspat, in Hejiawan in Jiangxi, Guizhou, China, in welchen Kristalle Größen bis zu 3 m erreichten.

Calcit
Calcit

deutlich ist die Lichtbrechung zu sehen (doppelter Schriftzug). Daher auch der Name Doppelspat. Fundort: Grünstadt, Pfalz, Deutschland

Stefan
Calcit mit Doppelbrechung (Doppelspat)
Calcit mit Doppelbrechung (Doppelspat)

Fundort: Eskifjördur / Island

wolfilain
Islandspat-Bergbau Helgustadir
Islandspat-Bergbau Helgustadir

Helgustadir Mine, Reydarfjördur, Island. Photo um 1890 von F.W.W. Howell: "Pictures drawn with pen and pencil", London 1893

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Literatur

  • Kristjansson, L., 2002; Iceland spar: The Helgustadir Calcite Locality and its Influence on the Development of Science - Journal of Geoscience Education :50, 4, 419-426
  • Thompson, S.P., 1881; On a new polarising prism. Phil Mag : 5, 12, 1881, 349.
  • Thompson, S.P., 1905; On the Nicol Prism and its Modern Varieties. Proceedings of the Optical Convention. London 1905, 216–240.
  • Zhaochang, S. (1994): Gigantic and Supergigantic Crystal Clusters of Iceland-Spar Calcite, Mechanism of Formation. Carsologica Sinica : 13, 4, 383 - 394

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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

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Calcit

Sandcalcit
Sandcalcit

Nahaufnahme eines mit Sand (bzw. Quarzkristallen) überkrusteten Calcit-Kristalls (Fontainebleau)

Collector

Sandcalcit

Sandcalcite entwickeln sich aus Calcitkristallen mit eingeschlossenem Sand, bzw. Calcitkristallen mit eingeschlossenen Sandkörnern. Auch Calcitkristalle, auf deren Oberflächen Sand wie angesintert aufgewachsen ist, werden als Sandcalcite bezeichnet. Bei manchen Kristallen (wie bei denjenigen aus Fontainebleau, s.u.) sind die Calcite mit einer dünnen Schicht aus Quarzkristallen überzuckert, welche wiederum von Sand umhüllt sind. Sandcalcite sind keine Pseudomorphosen ! In Deutschland sind seit über 100 Jahren Sandcalcite aus dem Mittleren Buntsandstein des Odenwaldes (Lärchengarten, Ochsenlager und Salzlakenbusch bei Schönau), aus dem Buntsandstein zwischen Heidelberg und Neckargemünd sowie von der Gemarkung "Lange Riecke" bei Brilon im Sauerland bekannt (nicht mehr auffindbar). In den USA wurden große Mengen Sandcalcite an der Rattlesnake Butte in South Dakota gefunden.


Fontainebleau - Kristallgrotte
Fontainebleau - Kristallgrotte

La grotte aux cristaux im Wald von Fontainebleau. Alte Postkarte um Jahrhundertwende 1900.

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Besuch der Höhlen im Wald von Fontainebleau
Besuch der Höhlen im Wald von Fontainebleau

Gemälde von Jean Baptiste Oudry; 18. Jh.

Public Domain

Louis XVI - Retter der Sandcalcite von Fontainebleau

Die weltberühmten Sandcalcit-Rhomboeder von Fontainebleau wurden um 1774 bei Steinbrucharbeiten in einer Höhle entdeckt und Informationen über ihre Schönheit gelangten bald an den Hof von Louis XVI. Dieser besichtigte die "Grotte aux cristaux" und ließ, beeindruckt von dem Naturwunder, aber wesentlich um die Kristalle zu retten, die Abbauarbeiten auf einen anderen Steinbruch verlegen. Die Kristalle wurden durch den während dieser Epoche bekannten Wissenschaftler Romé de l'Isle als Calcit identifiziert und ihre Entstehung 1781 von Fabien Gautier d'Argoty beschrieben. Danach, bis zum Jahr 1850, wurden die Kristalle vergessen. Als während neuer Steinbruchaktivitäten bei Belle Croix die Kristallgrotte "wiederentdeckt" wurde, gelangte Kenntnis davon an Elie de Beaumont, Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Was immer auch mit dieser Kenntnis geschah, ist nicht bekannt, doch im Laufe der folgenden Jahre wurden Teile der Grotte durch Vandalismus zerstört, sodass die Forstverwaltung des Waldes von Fontainebleau sich gezwungen sah, dieselbe zu schließen. Im Jahr 1891 wurde durch Collinet außerhalb der Grotte ein Gitter angebracht, durch welche man, ohne die Kristalle zu brechen, das Naturwunder von außen betrachten konnte. Wie sicher auch dieses mittlerweile uralte Gitter gewesen sein mag - bis in die 1960er und 1970er Jahre gelangten immer wieder, tw. sehr große und ausgesucht schöne Stufen dieser Sandcalcite auf den Mineralienmarkt.

Ähnliche französische Sandcalcite kennt man von Nemours im Departement Seine-et-Marne sowie aus dem Quercy (Departements Lot und Tarn-et-Garonne). Gut ausgebildete Exemplare wurden in der Grotte de Pech bei Cabrerets in den Pyrenäen gefunden.

Sandcalcit
Sandcalcit

Größe: 22,9 x 15,0 cm; Fundort: Fontainebleau, Seine-et-Marne, Region Île-de-France, Frankreich

Rock Currier
Sandcalcit
Sandcalcit

Historischer Sandcalcit von Fontainebleau, Seine-et-Marne, Frankreich; Größe: 8 x 4,5 cm

Fernando Metelli
Sandcalcit
Sandcalcit

Größe: 99x80 mm; Fundort: Fontainebleau, Seine-et-Marne, Region Île-de-France, Frankreich

Rock Currier

Sandcalcite vom Klapperschlangen- oder Teufelshügel

Der Rattlesnake Butte oder Devil's Hill (Klapperschlangen oder Teufelshügel) liegt im Pine Ridge Indianerreservat, ca. 37 km südlich der Stadt Interior im Jackson County, South Dakota, in den USA. Dieser Hügel wurde durch die großen Massen perfekter Sandcalcit-Skalenoeder bekannt, welche man an seinem südlichen Ende finden konnte. Ganze Landstriche sind übersät mit einzelnen Kristallen, rosettenartigen Aggregaten und massiven Röhren, in welchen die Identität der Kristalle nicht mehr erkennbar ist.

Die Kristalle bestehen zu etwa 37% aus Calcit, 0,2% Lehm und 62,8% Sand, der aus Quarz, Feldspäten, Amphibolen, Turmalin, Staurolith. Granat, Zirkon, Glimmer, Magnetit sowie Fragmenten vulkanischen Glases zusammengesetzt ist. Die Sandcalcite entstanden im Unteren Miozän durch Aktivitäten des Grundwassers; der am Aufbau beteiligte Sand wurde durch Wind von weiter entfernten Dünen herangeweht. Diese Dünen sind heute selten im Gebiet, waren jedoch wohl häufig im Tertiär. (Abstract eines Berichts von Harold W. WANLESS von der Princeton University aus dem Jahr 1922

Das Snake Butt-Gebiet im o.a. Reservat wird von den Oglala-Sioux Park- und Erholungsgebiet-Autoritäten verwaltet. Ohne Genehmigung des Sioux-Stammes ist das Sammeln von Mineralien und Fossilien verboten.

Sandcalcit
Sandcalcit

Größe: 15,7 x 14,4 x 12,7 cm; Fundort: Rattlesnake Butte, Jackson Co., South Dakota, USA

Rob Lavinsky
Sandcalcit
Sandcalcit

Größe: 69x54x39 mm; Fundort: Rattlesnake Butte, Jackson Co., South Dakota, USA

Rob Lavinsky
Sandcalcit
Sandcalcit

Größe: 15,7 x 11,4 x 6,7 cm; Fundort: Rattlesnake Butte, Jackson Co., South Dakota, USA

Rob Lavinsky

Andere Sandcalcite

Sandcalcit
Sandcalcit

Östlich von Taouz, Errachidia, Tafilalt, Marokko. 7x3 cm

Russell Rizzo
Sandcalcit
Sandcalcit

Östtlich von Taouz, Errachidia, Tafilalt, Marokko. Größe: 6 x 6 cm

Collector
Sandcalcit
Sandcalcit

rötlich durch Hämatit verfärbt; Parkfield, Monterey, Kalifornien, USA; Größe: 8 cm

Jasun McAvoy


Literatur

  • Abrard R., 1926; Le Lutétien du Bassin de Paris, Société Française d'Imprimerie, Angers
  • Abrard R., 1950; Géologie régionale du Bassin de Paris, Paris Payot
  • Ahrens, H.J., 1984; Beobachtungen und Überlegungen zur Morphologie und Entstehung der Scheinkristalle aus dem Mittleren Buntsandstein der Heidelberger Umgebung. Aufschluss: 35, 407-421
  • Blondeau, A.. 1965; Le Lutétien des Bassins de Paris, de Belgique et du Hampshire, Thèse , Paris, 467 p.
  • Fritel P.H., 1910; Guide géologique et paléontologique de la région parisienne dans un rayon de 100 km, Les Fils d'Emile Deyrolle, Paris
  • Herbet,F., 1902-1903; Dictionnaire Historique et Artistique de la Forêt de Fontainebleau; Paru dans l'Abeille de Fontainebleau de 1902 à 1903 et publié en 1903 par Maurice Bourges, imprimeur à Fontainebleau.
  • Hintze, C., 1904; Handbuch der Mineralogie
  • Pomerol, C., 1974; Le bassin de Paris, in J. Debelmas (ed) Géologie de la France, Ed. Doin, Paris, vol. 1, p. 230-258.
  • Soyer, R., 1953; Géologie de Paris, Mém. Serv. Carte Géol. France, Paris
  • Wanless,H.R., 1922; Notes on sand calcite from South Dakota; Am. Min.: 7, 83-86

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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

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Calcit

Lagerstätten und Vorkommen

Bildung

Calcit bildet sich unter fast allen geologischen Bedingungen, er ist also ein typischer „Durchläufer“ so wie z.B. Quarz. Er bildet ganze Gebirge. Als gesteinsbildendes Mineral ist er Hauptgemengteil in Kalkstein, Sintergestein und im Marmor. Er kommt als Nebengemengteil in vielen sedimentären Gesteinen sowie in magmatischen und in metamorphen Gesteinen vor. Calcit bildet die bekannten Speleotheme in Höhlen.

Paragenese

Dolomit, Fluorit, Baryt, Cölestin, Pyrit, Markasit, Sphalerit (in niedrigtemperierten Gängen), Zeolithe, Chalcedon, Chlorit, Talk, Tremolit, Grossular, Quarz (metamorph), Nephelin, Diopsid, Apatit, Orthoklas (magmatisch).



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Mineralienportrait/Calcit [ Vorherige: Lexikonpfade | Nächste: Geschichte ]

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Calcit

Bekannteste Fundorte gut ausgebildeter Kristalle


Eine repräsentative Auswahl aus den über 10.000 bekannten Fundorten von Calcit ist keine einfache Aufgabe, da als Grundlage zur Bewertung eine ganze Reihe von Kriterien (und auch je nach Sammler unterschiedliche Prioritäten) angewendet werden müssen: Klasse (Zustand und Ästhetik der Calcitstufe), Masse (verfügbare Menge), Begehrtheit (Originalität, historischer oder wissenschaftlicher Wert) und letztlich, wohl als Summe aller Kriterien, der Wert des Calcits in harter Währung.

Die durch eine Befragung deutsch-amerikanischer Sammler ermittelten Top-Ten der Weltrangliste (Grundmann, G., 1998; Lapis-Sonderheft Calcit) (hier fett-grün hervorgehoben) wird hier nicht als Maßstab angesetzt, da sie nur von Händler-Wert- und Preisdenken, resp. musealen Kuratorenvorstellungen ausgeht, jedoch nicht die fantastischen Kleinstufen und auch nicht die vielen perfekten Kristalle meist nicht so bekannter Vorkommen berücksichtigt. Es gibt absolut keinen Grund, eine hervorragende Sammlerstufe aus Holzen im Sauerland unter den Rang einer amerikanischen oder englischen Calcitstufe zu stellen. Es sei denn, man setzt einen Geldwert als Kriterium an. Und man fragt sich zudem, warum die Super-Calcite aus Irai in Brasilien oder die schon Ludwig XIV bekannten und von ihm geschätzten Sandcalcite aus Fontainebleau bei Paris oder die rosaroten Calcite aus dem Kongo und von Bou Azzer in Marokko keine Aufnahme in die "sogenannte" Weltrangliste gefunden haben.

Australien
Garibaldi mine, Lionsville, NSW
(riesige Islandspat-Kristalle)

Brasilien
Minas Gerais: Gouveia
Rio Grande do Sul: Irai

Canada
Ontario

China
Hunan: Guiyang, Xiang Hua Lin
Guizhou: Hejiawan (Jianxi); Islandspat

Deutschland
Harz: St. Andreasberg
Rheinland-Pfalz: Stbr. Juchem
Sachsen: Erzgebirge
Nordrhein-Westfalen: Sauerland: Becke Oese, Holzen

England
Cornwall: Liskeard
Cumbria: Alston Moor, Egremont, Florence, Bigrigg, Hail Moor, Frizington
Derbyshire: Matlock
Durham: Cambokeels (Weardale)

Indien
Madhya Pradesh: Bombay
Maharashtra: Jalgaon, Nasik u.v.a.

Island
Helgustadir Mine, Eskifjord (Typlok. Islandspat)
Helgustadanama Mine, Reydarfjord

Italien
Sardinien

Kasachstan
Sarbai (Rudny)

Kongo-Katanga
Mupine Mine, Katanga
Mashamba-West

Marokko
Meknès: El Hammam
Safi: Irhoud
Ouarzate: Aghbar, Bou Azzer

Mexico
Chihuahua: Santa Eulalia, Naica und Areponapuchic Canyon
Durango: Mapimi, Ojuela
Guanajuato: Valenciana
Guerrero: Taxco
Hidalgo: Pachuca
San Luis Potosi: Charcas
Zacatecas: Concepcion del Oro

Namibia
Tsumeb

Norwegen
Kongsberg

Peru
Pachapaqui

Rumänien
Cavnik
Baia Mare (Nagybánya)
Herja (Kisbánya)

Russland
Krasnoyarskij Kraj: Nizhnaya
Primorskij Kraj: Dal'negorsk
Untere Tunguska: Große Doppelspatkristalle

Serbien
Stari Trg Mine, Trepca (Kosovo)

Spanien
Almeria: Murcia
Bilbao: La Union
Oviedo: Mina Moscona, Villabona

Tschechien
Böhmen: Pribram und Stramberk

USA
Arizona: Bisbee
Florida: Fort Drum
Michigan: Kearsarge, Keewenaw Peninsula
New Mexico: Iceberg Claim, Dixon (riesige Islandspäte)
New York: Sterling Bush (bis 1x1 m), Rossie and Balmat
Kansas-Oklahoma-Missouri-Kansas: TriState District
Reynolds Co., Joplin, Galena, Picher
Tennessee: Elmwood

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Calcit

Kalkgesteine

Kalkstein-Karst
Kalkstein-Karst

Torcal-Massiv, Antequera, Malaga, Spanien

Collector
Monte Perdido, Ordesa-Massiv, Pyrenäen
Monte Perdido, Ordesa-Massiv, Pyrenäen

Dolomitmassiv Monte Perdido (3.355 m);
Provinz Huesca in den spanischen Pyrenäen

Peter Seroka

Entstehung und Vorkommen von Kalkgesteinen

Kalkgesteine sind sedimentäre Gesteine, welche einen überwiegenden Gehalt an Calciumcarbonat aufweisen, ohne Berücksichtigung, wie sie entstanden sind. Nach ihrer Entstehung werden sie in marin (maritim), in festländisch, limnisch und klastisch gebildete Kalkgesteine differenziert.

Marin (maritim) gebildeter Kalkstein

Die gewaltigen Kalksteinmengen der Erde wurden über Jahrmillionen unter anderem von unzähligen Lebewesen produziert, welche in den Meeren beheimatet waren und noch sind. Im Meerwasser ist die Löslichkeit von CaCO3 höher als im Süßwasser und nimmt mit steigendem Salzgehalt zu. Wasserpflanzen brauchen das im Wasser vorhandene CO2 ständig; dadurch wird das Lösungsgleichgewicht kontinuierlich gestört und dadurch CaCO3 ausgefällt. Das dann zu Boden sinkende Calciumcarbonat bildet so nach und nach einen zellig-porösen Kalktuff, der sich dann wiederum in Jahrmillionen verfestigt und die uns bekannten Kalksteine, bzw. dann durch diagenetische Umbildung Dolomit bildet.

Festländisch gebildeter Kalkstein

Kalkstein aus Quellabsätzen und Tropfsteine
Kalkstein kann sich auch durch Ausfällung aus Calciumcarbonat-haltigem Wasser bilden.

Limnisch gebildete Kalksteine (auch als lakustrisch oder lakustrin (Griech.: limne = stehendes Gewässer) bezeichnet).
Kalksteinablagerungen in festländischen Seen und Sümpfen.

Klastische Kalksteine
Als klastischen Kalkstein bezeichnet man Carbonat-haltige Gesteine, welche abgetragen, bewegt (transportiert) und an einer anderen Stelle abgelagert wurden.


Entstehung von Dolomitstein - Dolomitisierung


Dolomitisierung ist der Begriff für diagenetische Prozesse, welche zur Bildung von Dolomitgestein (Dolomitstein oder nur Dolomit) führen. Es ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt, wie Dolomit entsteht; man nimmt an, dass Dolomit aus Kalkstein oder kalkhaltigen Gesteinen in einer diagenetischen Früh- und in einer Spätphase gebildet wird.

In der Frühphase wandelt sich Calcit mittels Meerwasser in Magnesium-haltigen Dolomit um, wobei die Gefügemerkmale des Kalksteins, wie Schichtung und Fossilien, erhalten bleiben. Duch fortlaufende Eindunstung von Salzlösungen erhöht sich der Magnesiumgehalt und fördert damit die Diagenese; nicht selten entstehen Dolomite in Wechsellagerung mit Salzgesteinen. Hierbei entstehen auch winzige Dolomitkristalle.

Bei der Spätdiagenese, welche außerhalb des Meeres durch Magnesium-haltige Wässer in verfestigtem Kalkstein stattfindet, werden Calcitkristalle durch das Mineral Dolomit (Magnesiumspat) metasomatisch ersetzt, die originalen Gefügemerkmale verschwinden, Feinschichtung und Fossilien fehlen in der Regel. Das entstandene Dolomitgestein ist charakteristisch massig und besitzt ein grobkörniges Gefüge. Die entstandenen Dolomitkristalle sind um ein Vielfaches größer als während der Frühdiagenese.

Die Umwandlung von Kalkstein zu Dolomit führt zu einer Volumenabnahme bis 13 %, was sich durch erhöhte Porosität bemerkbar macht. Bzw., je stärker das Gestein dolomitisiert ist, desto größer ist seine Porosität.


Marmor
Marmor ist kein sedimentäres, sondern ein metamorphes Gestein und kein Kalkstein. Unter Marmor versteht man metamorphisierte Kalksteine und Dolomite mit körnig-kristallinem Gefüge. Er entsteht durch Gebirgsdruck unter Einfluss von hohem Druck und hoher Temperatur (Regionalmetamorphose) oder durch hohe Temperatureinwirkungen im Kontakt mit Gesteinsschmelzen (Kontaktmetamorphose). Die ursprünglich dichte, auch unregelmäßig ausgebildete Kalksteinstruktur wird in eine gleichmäßige, meist mittel- bis grobkristalline Struktur umgewandelt (rekristallisiert).

Hauptbestandteil von Marmor ist Calcit, bei einigen Arten noch Dolomit. Nebenmineralien sind Quarz, Pyrit, Muskovit, Adular, Plagioklas und andere.

Familie der Kalksteine

Beschreibung der wichtigsten Kalksteine

Kalksteinbruch
Kalksteinbruch

Kalksteinbruch bei Orosei in Sardinien. Mit freundlicher Genehmigung des Autors Michael J. Zirbes vom 5.10.2009; Internetquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Limestone_quarry_near_Orosei.jpg

Michael J. Zirbes

Kalkstein

Kalkstein ist ein monomineralisches Gestein und besteht hauptsächlich aus den Mineralien Calcit (bis zu 95 %) und Aragonit, sowie, in wechselnden Anteilen, anderen Mineralien. Dazu zählen Tonmineralien, Dolomit (CaMg(CO3)2), Quarz, Gips und tw. Silikate. Überwiegt der Dolomitanteil, so redet man vom Gestein Dolomit. Besitzt der Kalkstein einen relativ hohen Anteil an Tonmineralen, so bezeichnet man ihn dann als Mergel. Kalkstein kann auch bis zu mehreren Prozent organische Substanz enthalten und wird dann als bituminöser Kalk (bei Vorhandensein von Schwefelwasserstoff auch Stinkkalk) bezeichnet. Kalkstein bildet mitunter ganze Gebirge. Unsere Erdkruste hat eine Mächtigkeit von etwa 16 km; davon sind ca. 1,5 Vol.% oder 120 Mio. km3, das entspricht 360 Billiarden Tonnen, Kalkstein.



Kreidetagebau
Kreidetagebau

Abbau der Dammann KG

harzer

Kreidekalk

Kreide ist ein Kalkgestein, welches aus Calcit (ohne Beimengungen von Magnesiumcarbonat) aus Foraminiferenschalen, Coccolithen sowie amorphem Kalkschlamm besteht. In den Kreideablagerung sind lagenweise Knollen, Kügelchen und Platten aus Feuerstein enthalten. Sie können in der Kreide eine graue schlierige bzw. lagenförmige Struktur erzeugen. Die Kreide hat einen erdigen bis muscheligen Bruch.

Die in den Meeresablagerungen von Norddeutschland (Rügen), Nordfrankreich (Troyes), Dänemark, Russland (Don und Moskwa) und England (Dorset, Berkshire) vorhandenen Kreideschichten entstanden im geologischen Zeitalter der Oberkreide, als die Ozeane einen Minimalwert des Mg/Ca-Verhältnisses erreicht hatten. Trotz späterer Überdeckung mit anderen Sedimenten hat sich keine wesentliche Verdichtung und Verfestigung (Diagenese) ergeben. Dadurch besitzen die Kreidelagerstätten eine durchschnittliche Porosität von 40 % am Gesamtvolumen. Diese Porenstruktur ist makroskopisch nicht erkennbar.



Plattenkalk
Plattenkalk

Plattenkalk; Steelton, New Cumberland Quadrangle, Pennsylvania, USA..Jhdt.-Wende 1900 USGS; Fotograf G.W.Stose

USGS

Plattenkalk

Plattenkalke sind sedimentäre Kalksteine, die marin abgelagert wurden. Die einzelnen Schichten lassen sich aufgrund ihrer Dünnschichtigkeit in Platten voneinander abheben. Oft falsch als Schiefer bezeichnet; Plattenkalke sind geschichtet und nicht schieferig.

Weltweit berühmt wurde der gelbliche, sehr kompakte Plattenkalk aus Solnhofen, der wegen seiner extremen und gleichmäßigen Feinkörnung als Lithographiestein Verwendung fand. In den Plattenkalken können sehr häufig Fossilien gefunden werden.



Sinterterrassen in Mamooth Hot Springs
Sinterterrassen in Mamooth Hot Springs

Mammoth Hot Springs, Yellowstone National Park, USA

Jon Sullivan

Kalksinter

Sinter sind festländische Ausscheidungen an Austritten mineralisierter Wässer, wie heißen Quellen, Fumarolen, Solfataren und Geysiren. Sie entstehen bei Druck- und Temperaturänderungen, bzw. durch Oxidationen sowie bei CO2-Entzug (wie etwa Kalksinter).

Die Begriffsdefinition bei festländischen Kalksteinbildungen sind leider sehr uneinheitlich, wobei sich die Nomenklatur von Autor zu Autor unterscheidet und irreführende Verwechslungen entstehen können. Dazu kommt auch noch eine große Anzahl von Handelsbezeichnungen, um die Verwirrung komplett zu machen.



Blattabdruck
Blattabdruck

Blattabdruck im Kalktuff. Paterzell, Wessobrunn, Oberbayern, Bayern, Deutschland, Breite etwa 4cm

Alfred01

Kalktuff

Kalktuff (auch vereinfacht Tuff oder Tuffstein -nicht zu verwechseln mit dem vulkanisch-pyroklastischen Tuff) ist ein meist lockerer, tw. unverfestiger Kalkstein, welcher als Kalkabsatz an (nichtthermalen) Quellaustritten oder deren Nähe entsteht. Ursache der Entstehung ist der Verlust des vorher an den Kalkstein gebundenen Kohlendioxids; wobei dieser Verlust durch Erwärmung des Quellwassers entsteht und dabei CO2 freigesetzt wird. Zur Kalktuffbildung gehören neben fließendem, stark kalkhaltigen Wasser auch bestimmte Moose und Algen, die die Ausfällung des Kalks beschleunigen.



Liberty Cap
Liberty Cap

Liberty Cap, Yellowstone National Park, Wyoming, USA

Jon Sullivan

Travertin

Travertin gehört zur Familie der Kalkgesteine und ist im weiteren Sinne Sinter. Das Gestein besteht aus Calcit, Aragonit, Limonit, Sand; oft mit Pflanzen- und Pflanzenteilen durchsetzt, welche abgebaut und zersetzt werden und dadurch Hohlräume bilden (meist ist die Pflanzenstruktur noch erkennbar). Die Textur ist grobporig, zellartig, porös und dicht. Das fast gänzlich aus Calciumkarbonat bestehende Gestein entsteht an heißen Quellen (Quellabsätzen) in Form fein bis grobporiger, meist sehr fester Quellausscheidung als Schichten und Krusten, tw. unter Bildung von Kegeln, Terassen und Kaskaden. Travertin bildet auch Speleotheme (Stalagmiten und Stalaktiten) in Kalksteinhöhlen. Manche Travertine scheinen diagenetisch veränderte Kalktuffe zu sein, wobei die Poren mit Kalkzement ausgefüllt sind. Travertin ist weißlich bis gelbbraun und nicht selten gebändert.

Bekannte Vorkommen liegen meist in Gebieten mit Vulkanismus oder postvulkanischen CO2-Entgasungen, bzw. dort, wo heiße Quellen vorkommen.



Rookery
Rookery

Carlsbad Caverns, New Mexico, USA

Peter Jones, NGS

Tropfsteine

Wenn Wassertropfen mit gelöstem Kalk auf eine feste Oberfläche treffen, kann CO2 aus dem Wasser austreten und kristalliner Kalk wird abgesetzt. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers ist dabei sehr gering und beträgt max. 1 Tropfen pro Minute. Dieser Vorgang wird durch höhere Temperatur und Luftbewegung positiv beeinflusst. Tropfsteine sind daher in südlichen Höhlen wesentlich öfter anzutreffen als in unseren Breiten.

Die Kalkausfällung ist vom Gasaustausch abhängig. Es ist kein Verdunstungsvorgang, sondern ein Auskristallisierungsvorgang, der sich über Jahrtausende erstreckt. Während kohlensäurehaltiges Wasser durch Karst fließt, verliert es an Fließgeschwindigkeit, bildet Tropfen und gibt dabei CO2 ab, der sich dann als Sinter CaCO2 ablagert und Tropfsteine (Stalaktiten) bildet. Der herabfallende Tropfen enthält einen Rest an Kalziumkarbonat und bildet an der auftreffenden Stelle den Stalagmit. Wachsen Stalaktit und Stalagmit säulenartig zusammen, werden sie als Stalagnat bezeichnet.

Der speläologische Oberbegriff für Tropfsteine ist Speleotheme.



Höhlenperlen
Höhlenperlen

Gefunden in Wittgenstein (Süd-Westfalen) im Gang der Mühlhelle b.

transluX

Höhlenperlen

Höhlenperlen sind rundliche Tropfsteinbildungen mit konzentrisch-schaligem Aufbau und Durchmessern bis 20 mm. Sie entstehen, wenn durch das Tropfwasser in einer Pfütze oder einem flachen Becken ständig und konstant Drehbewegungen der "Perlen" erzeugt werden. Der Kondensationskern der Perlen ist meist ein Sandkorn bzw. ein kleines Gesteinsbruchstück, um welches sich schalenförmig der Kalksinter, meist Aragonit, aufbaut. Die Nährlösung ist dabei nicht unbedingt der fallende Tropfen, sondern mehr die Wasserlache, in der die Perle liegt. Die Tropfen bewirken nur, dass sich die Perle bewegt und rundum versintern kann. Ist die Perle zu schwer, geht die Versinterung trotzdem weiter und die Perle "wächst an".



Sprudelstein - Aragonit
Sprudelstein - Aragonit

Karlsbad, Böhmen, Erzgebirge, Tschechien. 8cm. Vor 1940.

Doc Diether
Erbsenstein (Aragonit)
Erbsenstein (Aragonit)

Böttingen, Schwäbische Alb, Baden-Württemberg. B: 9 cm.

Doc Diether

Sprudel- und Erbsensteine

Sprudelstein ist ein an heißen Quellen abgelagerter Kalksinter aus Calcit und Aragonit. Durch Fe-Verbindungen ist er oft braun oder rötlich gefärbt; das Gestein ist meist wellenförmig gebändert. Bekannte Vorkommen in Karlova Vary (Karlsbad) in Tschechien, in Argentinien und in Mexiko.

Als Erbsenstein (Pisolith) bezeichnet man eine Ansammlung von Kalkkügelchen (Ooide) mit Aragonit, welche an heißen Quellen durch schalige Anlagerung um schwebende Fremdkörper entstehen. Nimmt das Eigengewicht der Ooide zu, sinken diese zu Boden und bilden kleine schalenförmige Kügelchen und kugelige Aggregate. Bekannte Vorkommen in Karlova Vary (Karlsbad), Tschc hien, in Frankreich, Österreich und in der Schweiz.



Aragonit - sog. Bandmarmor
Aragonit - sog. Bandmarmor

BB: 14cm. Böttingen b.Münsingen. Schwäbische Alb. Baden-Württemberg.

Doc Diether

Onyx-Marmor


Onyx-Marmor ist eine Handelsbezeichnung für weißen, braunen, gelblichen oder grünlichen Kalksinter, welcher oft durchscheinend und immer gebändert ist. Im Gegensatz zu reinem Kalksinter besteht Onyx-Marmor aus Calcit oder Aragonit. (Oft verwechselt mit Chalcedon-Onyx (irreführend)). Onyx-Marmor wird meist als Alabaster verkauft. Bekannte Vorkommen liegen in Mexiko, USA, Iran, Argentinien und in der Türkei. Verwendet wird Onyx-Marmor zur Herstellung kunstgewerblicher Gegenstände



Mondmilch

(Etymol.: Wahrscheinlich von Mandlimilch, Mannlimilch, Mannmilch - verbindliche Herkunftsterminologie. "Montmilch = Bergmilch, Lac Montanum" ist eine falsche Erklärung. Erste Beschreibung mit Erwähnung des Namens Mondmilch (lat. lac lunae) durch Gesner (1555) aus der Höhle Mondmilchloch am Pilatus, Schweiz)

Mondmilch ist eine besondere Art einer Calcit-Ablagerung calcitisches Speleothem) von weißer bis milchigweißer Färbung, bildet mikrokristalline bis nanokristalline Koagulate unregelmäßig angeordneter, tw. strahliger Individuen. Im Gegensatz zu Tropfsteinen? ist Mondmilch viskos und porös, kann in seltenen Fällen sogar flüssig sein (enthält 40-80 Gewichtsprozente Wasser). Mondmilch-Speleotheme bestehen oft aus Calcit oder anderen Karbonaten, Sulfaten, Phosphaten oder silikatischen Mineralien. Bis heute ist lediglich chemogenetische Karbonat-Mondmilch untersucht worden (Stepanov, 1997). Sie kommt an verschiedenen Teilen der Welt vor.

Es gibt Theorien, daß Mondmilch biogenetischen oder chemogenetischen Ursprungs ist bzw. eine Ausfällung als Verwitterungsrückstand (Sediment) oder ein Verwitterungsrückstand von Speleothemen oder durch das Zusammenwirken aus verschiedenen Ursprüngen entsteht.

Mondmilch
Mondmilch

Mondmilch in der Bergmilchkammer;
Duerre Wand, Niederösterreich

Doronenko
Mondmilch
Mondmilch

Mondmilchhöhle, Lenningen, Baden-Württemberg. Foto: Zybukin

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Über einen sensationellen weißen Mondmilch-Fluss in Höhlen des Berges Ernio, bei Aia, nahe San Sebastian, Baskenland, Spanien wird im Hamburger Abendblatt vom 1.2.2005 berichtet:

Zitiert: Es ist der erste Fund von Mondmilch in flüssigem Zustand auf der Erde. Der geheimsnisvolle Fluss zieht sich 300 m weit durch unterirdische Stollen. Er fühlt sich an wie Wasser, glänzt aber in der Dunkelheit der Grotte schneeweiß - sagte der Entdecker. In der Höhle von Aia wurde sie (die Mondmilch) wahrscheinlich durch den Einfluss natürlichen Kohlendioxids vom Quellwasser aufgelöst und es entstand der wundersame weiße Fluss. Bei Analysen fanden die baskischen Wissenschaftler auch Gibbsit, einen Hauptbestandteil des Al-Silikatgesteins Bauxit, sowie Ca, S, Kieselsäure und Gips



Seekalk
Seekalk

Yellowstone National Park, Wyoming, USA

USGS

Seekalk

Seekalk ist ein festländisches, sinterähnliches limnisches Kalkgestein, welches sich durch Ausfällung infolge Übersättigung durch Wasserzufuhr oder unter Mithilfe von Pflanzen (Algen) oder Bakterien, die zur Assimilation dem Seewasser Kohlendioxid entziehen. Die Farbe der Seekalke ist weiß bis grau. Porenreicher Seekalk aus Mooren wird als Alm bezeichnet; feinkörniger Seekalk kann als Seekreide für die Glasherstellung verwendet werden.

Im Nördlinger Ries befindet sich der berühmte Hexenfelsen, welcher aus einem mehr als 300 Mio Jahren alten kristallinen Gesteinssockel und einer darauf abgelagerten Seekalk-Decke besteht, welche sich durch Algen und Bakterien gebildet hat. (Der Ries-See entstand durch enorme Regenfälle, welche sich in dem abflusslosen Kraterbecken sammeln konnten.



Dolomit
Dolomit

aus dem Steinbruch Trogtal bei Lautenthal im Harz, Niedersachsen, Deutschland, Breite ca.7 cm

harzer
Dolomiten-Gebirge
Dolomiten-Gebirge

Langkofelgruppe; Ansichtskarte Anfang 1900

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Dolomit (Dolomitstein, Dolomitgestein)

Dolomit ist ein Karbonatgestein, das zu mindestens 90% aus dem Mineral Dolomit, Ca,Mg(CO3)2, besteht. Bei geringeren Gehalten an Dolomit liegt ein dolomitischer Kalkstein vor. Weitere mineralische Gemengteile können Calcit, Tonmineralien, Limonit u. a. sein. Dolomitsteine haben meist ein zuckerkörniges Aussehen, eine rauhe Bruchfläche, sind fossilfrei und entweder durch die primäre Ausfällung von Dolomit oder die sekundäre Dolomitisierung von Kalkstein entstanden. Dolomit bezeichnet sowohl das Mineral als auch das Gestein, benannt nach dem französischen Geologen DOLOMIEU, 1750 - 1801.



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Calcit

Septarien

Etymologie: Abgeleitet von lat.: s(a)eptum = Scheidewand

Septarie mit Calcit
Septarie mit Calcit

Fundort: Orderville, Kane Co., Utah, USA - Größe: 16,5 x 14 cm

Mineralroli

Septarien sind linsenförmige oder knollige Kalkkonkretionen in karbonatischen Gesteinen (Kalk-Tone), welche im Inneren durch Austrocknung bedingt, meist radiale Schrumpfungsrisse aufweisen. Sie entstehen durch lokale Anreicherung von Calciumkarbonat infolge Zersetzung organischer Substanzen. In ihrem Inneren sind sie von Austrocknungs-, bzw. Schrumpfungsrissen durchzogen. Häufig scheiden sich in diesen Rissen Mineralien wie Calcit (Septenbildung), aber auch Siderit, Pyrit, Baryt oder Quarz ab. Im Zentrum von Septarien findet sich sehr häufig ein Nucleus aus ursprünglich organischem Material.

Entstehung von Septarien


Man vermutetet, dass die Entstehung von Septarien auf die Zersetzung von Organismen zurückgeht; bei diesem Prozess kommt es zur Zersetzung organischen Materials und Bildung von Ammoniak und Aminen, was im umliegendem Sediment zu einer pH-Wert-Erhöhung führt. Dieser erhöhte pH-Wert setzt die Löslichkeit von Karbonaten herab, was das Hinwandern und Abscheiden von Karbonaten am Fossil begünstigte. Auf diese Weise entstehe im umliegenden Sediment eine Untersättigung an Karbonaten, die ihrerseits zum Hinwandern immer neuer karbonatischer Porenwässerlösungen führe. Auf diese Weise können sich Septarien immer weiter vergrößern, bis die Zersetzung des organischen Materials, also die Ammoniakentstehung, beendet ist oder aber der Nachschub von Kalk versiegt. (Tw. entnommen und zitiert Lippmann, F., 1955)

Vorkommen


Septarien sind weltweit zu finden und kommen gewöhnlich in karbonatreichen Tonschiefern vor. Eine im mittleren Oligozän abgelagerte Schicht, der Septarienton, erhielt wegen des regelmäßigen Vorkommens von Septarien diesen Namen. Zu den bekannten Septarien-Vorkommen in Deutschland gehört die Tongrube Hermsdorf in Berlin; bei Arpke in Niedersachsen gibt es Septarien mit sehr schönen Calcitwänden, die unter UV- Licht intensiv leuchten, daneben schön regenbogenfarbiger Siderit. Beim Autobahnbau in Arnsberg-Neheim wurden sehr große Septarien bis über 2 m Länge gefunden. In den Schrumpfungsrissen fanden sich Quarze in Zepter- Ausbildung. Bekannt ist auch ein Septarienton aus dem Gebiet Magdeburg-Halle (ein feinsandig - schluffiger Ton aus dem Oligozän).

In einem Seitental bei Sisteron, Dept. Hautes-Alpes, Frankreich kamen fünf Mineralien in ein und derselben Septarie vor: Calcit, Quarz, Dolomit, Cölestin und Strontianit. Weitere bekannte französische Vorkomen sind: Condorcet, Dept. Drome (Calcit neben Quarz, Dolomit, Cölestin u.a. Mineralien); Propriac-les-Bains (Dept. Drome).

Ausgezeichnete Septarien wurden an der an der Küste von Devon in England gefunden.

Septarie - Kalkkonkretion
Septarie - Kalkkonkretion

Mittleres Jura, Callovia, Oxford Clay, Wiltshitre, England; Gemeinfreies Bild von Adrian Pingstone, 2006

Archiv: Peter Seroka (Collector)
Mittelteil einer Septarie
Mittelteil einer Septarie

Autobahnbau Arnsberg, Neheim, Hüsten, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland; Größe des Bruchstückes ca. 30 x 40 cm

der Sauerländer
Septarie mit verquarzten Schrumpfungsrissen
Septarie mit verquarzten Schrumpfungsrissen

Julimes, Munic. Julimes, Chihuahua, Mexico; 8,2 x 6,8 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Jahn, S., 2005; Aktuelle Funde von Coelestin und Strontianit in Septarien aus der Drome bei Sisteron, Frankreich. Min. Welt :3, 46-53
  • Lippmann, F., 1955; Ton. Geoden und Minerale des Barreme von Hoheneggelsen. Geol. Rundschau :43, 475503
  • Martin, R., 1990; Der Whewellit von Condorcet (Drome, Frankreich). Schweizer Strahler: 7, 406-432
  • Oddoy, R., Schürings, H., 1989; Mineralien in Septarien der Provence. Lapis: 14, 3, 30 ff.
  • Rykart, R., 1995; Quarz-Monographie

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Calcit

Verwendung von Kalkstein und Calcit

Kalksteine sind wichtige Baustoffe, entweder direkt als Baustein oder gebrannt als Kalk. Wichtiger Ausgangstoff für die chemische Industrie (Düngemittel) oder als Zuschlagstoff in der Metall-, Hütten- und Glasindustrie.



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Calcit

Literatur

Mineralogie, Lagerstätten, Bergbau

  • Anthony, J.W., Bideaux, R.A., Bladh, K.W., Nichols, M.C., 1990; Handbook of Mineralogy; Tucson
  • Betechtin, A.G., 1968; Lehrbuch der speziellen Mineralogie; 4. Aufl., Leipzig
  • Gaines, R.V., Catherine,H., Skinner, W., Foord, E.E., Mason, B., Rosenzweig, A., 1997; Dana's New Mineralogy : The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana, 8. Auflage: 426.
  • Kerr, J., 1959; Optical Mineralogy 3. Aufl. 422pp.
  • Mason, M., Berry, L.G., 1968; Elements of Mineralogy
  • Palache, C., Berman, H., Frondel, C., 1951; The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana, Yale University 1837-1892, Volume II: Halides, Nitrates, Borates, Carbonates, Sulfates, Phosphates, Arsenates, Tungstates, Molybdates, Etc. John Wiley and Sons, Inc., New York, 7th edition, revised and enlarged: 142-161.
  • Rösler, H.J., 1991; Lehrbuch der Mineralogie

Spezielle Literatur zu Calcit

  • Effenberger, H., Mereiter, K., Zeman, J., 1981; Crystal structure refinements of magnesite, calcite, rhodochrosite, siderite, smithsonite and dolomite with discussion of some aspects of the stereochemistry of calcite type carbonates. Zeiutshcr. Kristallogr. :156, 233-243
  • Goldsmith, J.R., Graf, D.L., Witters, J., Northrop, D.A., 1962; Studies in the system CaCO3•MgCO3•FeCO3: (1) Phase relations; (2) A method for major element spectrochemical analyses; and (3) Composition of some ferroan dolomites: Journal of Geology: 70: 659-688.
  • Irving, A.J., Wyllie, P.J., 1975; Subsolidus and melting relationships for calcite, magnesite and the join CaCO3 - MgCO3 to 36 kbar. Geochimica et Cosmochmica Acta: 39, 35-53.
  • Markgraf, S.A., Reeder, R.J., 1985; High-temperature structure refinements of calcite and magnetite: Am. Min.: 70: 590.
  • Merrill, L., Bassett, W.A., 1972; Crystal structures of the high pressure phases of calcite: EOS: 53, 1121.
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  • Schulman, J.H., et al., 1947; The sensitized luminescence of manganese-activated calcite. Journal of Applied Physics: 18, 732-739.
  • Singh, A.K., Kennedy, G.C., 1974; Compression of calcite to 40 kbar: Journal of Geophysical Research: 79, 2615-2622.
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  • Van der Veen, A.H., 1965; Calcite-dolomite intergrowths in high-temperature carbonate rocks. Am. Min.: 50, 2070-2077.

Literatur zu Kristallformen

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  • Brooks, K.J., 1993; The Crystal Forms of Calcite; Min. Record:24, 451-470
  • Goldschmidt, V., 1913; Atlas der Kristallformen
  • Palache, C., 1943; Calcite, an angle table and critical list. Harvard Univ. Dept. Mineralogy and Petrol. public. : 259
  • Philips, F.C., 1963; An introduction to crystallography
  • Schaller, W., T., 1942; Calcitkrystalle mit neuen Formen; Ztschr. f. Kristallogr. : 44, 321-331
  • Whitlock, H.P., 1910: Calcites of New York; N.Y. State Museum Memoir : 13, 190 p.

Kristallzeichnungen, Bilder und Links

Literatur zu Pseudomorphosen und Glendonit

  • Bischoff, J.L, Fitzpatrick, J.A., Rosenbauer, R.J.; 1992; he solubility and stabilization of ikaite (CaCO3.6H2O) from 0° to 25°C: Environmental and paleoclimatic implications for thinolite tufa. Journal of Geology, 101, 21–33.
  • Bischoff, J. L., Stine, S., Rosenbauer, R. J., Fitzpatrick, J. A., Stafford Jr, T. W., 1993; Ikaite precipitation by mixing of shoreline springs and lake water, Mono Lake, California, USA. Geochimica et Cosmochimica Acta. 57, 3855-3856.
  • Bischoff, J. L., Stine, S., Rosenbauer, R. J., Fitzpatrick, J. A., Stafford Jr, T. W., 1993; Ikaite precipitation by mixing of shoreline springs and lake water, Mono Lake, California, USA. Geochimica et Cosmochimica Acta. 57, 3855-3856.
  • Blum, R.; 1843; Die Pseudomorphosen des Mineralreichs (alt, aber Standardwerk)
  • Brooks, R.; Clark, L. M.; Thurston, E. F., 1950: Calcium Carbonate and its hydrates. Philosophical Transaction of the Royal Society of London : 243. serial A861, 145-167.
  • Browell ; 1860; Proceedings of the Geologists' Association of London, 96(4): pp 305-314. Tyneside Naturalists Field Club, V, 103-4. (Jarrowit)
  • Buchardt, B., Seaman, P., Stockmann, G., Wilken, M.V.U., Duwel, L., Kristiansen, A., Jenner, C., Whiticar, M. J., Kristensen R.M., Petersen, G.H., and Thorbjorn, L., 1997; Submarine columns of ikaite tufa. Nature, 390, 129–130.
  • Buchardt, B.; Israelson, C.; Seaman, P.; Stockman, G., 2001; Ikaite tufa in Ikkafjord, southwest Greenland: Their formation by mixing of seawater and alkaline spring water. Journal of Sedimentary Research: 71, 176-189.
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  • De Lurio, J. L.; Frakes, L. A.; 1999; Glendonites as a paleoenvironmental tool; implications for early cretaceous high latitude climates in Australia. Geochimica et Cosmochimica Acta :63(7-8), 1039-1048.
  • Dickens, B. and Brown, W.E., 1970; The crystal structure of calcium carbonate hexahydrate at 120°C. Inorganic Chemistry, 9, 480–486.
  • Dieckmann, G. S., Nehrke, G., Papadimitriou, S., Göttlicher, J., Steininger, R., Kennedy, H., Wolf-Gladrow, D., Thomas, D. N. ;2008; Calcium carbonate as ikaite crystals in Antarctic sea ice. Geophys. Res. Lett., 35, L08501.
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  • Glocker, E.F. (1839) Handbuch der Mineralogie, 2nd. edition, Nürnberg: 673.
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  • Laubmann, H.; 1921; Studien über Mineralpseudomorphosen; N. Jhb. Min.:I, 15-34
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 490. (Thinolith)
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  • Strunz, H.; 1982; Pseudomorphosen - Der derzeitige Kenntnisstand, Versuch einer Klassifizierung. Aufschluss: 33, 9, 313-342
  • Suess, E., Balzer, W., Hesse, K.-F., Muller, P.J., Ungerer, C.A., Wefer, G.. 1982; Calcium carbonate hexahydrate from organic rich sediments of the Antarctic shelf: precursors of glendonites. Science: 216, 1128–1131.

Literatur zu Kalkgesteinen

  • Barth, T., Correns, C., Eskola, P., 1939; Die Entstehung der Gesteine
  • Blum,J. R., 1840; Lithurgik oder Mineralien und Felsarten nach ihrer Anwendung in ökonomischer, artistischer und technischer Hinsicht systematisch abgehandelt; Stuttgart
  • Dorrik A.V. Stow: Sedimentgesteine im Gelände. Heidelberg
  • Engelhard, E., 1975; Die Bildung von Sedimenten und Sedimentgesteinen. Sedimentpetrologie, Teil III
  • Füchtbauer, H., Müller, G., 1970; Sedimente und Sedimentgesteine
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  • Hatch, F.K., Rastall, R.H., Greensmith, J.T.; 1965; Petrology of the Sedimentary Rocks; Murby
  • Lentz, D.R., 2003; Geochemistry of Sediments and Sedimentary Rocks: Evolutionary Considerations to Mineral Deposit-Forming Environments. Geol. Assoc. of Canada, Geotext :4, 1-184
  • Petitjohn, Potter; 1964; Atlas and Glossary of of Sedimentary Structures
  • Schumann, W., 1994; Der neue BLV Steine und Mineralienführer
  • Steinbach, G., (Hrsg.) (unter Mitarbeit von Maresch, W., Medenbach, O., Trochim, H.D.), 1996; Gesteine
  • Tucker, M.E., 1985; Einführung in die Sedimentpetrologie
  • Vinx, R., 2005; Gesteinsbestimmung im Gelände.
  • Wolfram, L.F., 1833; Vollständiges Lehrbuch der gesammten Baukunst; Erster Band: Lehre von den natürlichen Baustoffen, Erste Abtheilung. Von den natürlichen Baustoffen

Literatur zu Mondmilch

  • Assoc.Cientif. Aranzi, San Sebastian; 2004 (Analysen)
  • Arbeitsgemeinsch. Höhle & Karst Grabenstetten e.V.; 2004; Presseberichte
  • Fischer, H.; 1988; Etymologie von Mondmilch, bzw. Mondmilchloch; Ztschr. Deutsch. Geol. Ges.; 139; 155-159
  • Hill, C.A.; Forti, P.; 1997; Cave minerals of the world
  • Stepanov, V.I.; 1997; Notes on mineral growth from the archives of V.I. Stepanov (1924-1988); Proceedings of the Univ. of Bristol Spel. Soc., v. 21, 25-42


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Calcit

Calcit
Calcit

Herdringen, Sauerland. Größe: 7,5 x 5,5 cm

Peter Haas

Europa



Deutschland

Harz

Silberbergbau  St. Andreasberg im Harz
Silberbergbau St. Andreasberg im Harz

Gang Samson; Illustration aus Ludwig,R., 1861; Das Buch der Geologie-Naturgeschichte der Erde

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Eines der weltweit bekanntesten Vorkommen schöner Calcite ist St. Andreasberg im Harz; eine Ag-Cu-Co-Ni-Lagerstätte mit komplexen Silbererzgängen in Diabas-Kalkstein. Die bekanntesten Gruben waren Andreaskreuz, Bergmannstrost, Claus-Friedrich, Felicitas, Fünf Bücher Moses und Samson. Der Bergbau in Sankt Andreasberg begann vor 1487. Die Silbergrube Samson in St. Andreasberg war von 1521 bis 1920 in Betrieb; sie war zu ihrer Betriebszeit das tiefste Bergwerk der Welt. Ein erstes Dokument, welches die Grube Samson erwähnt, ist ein Bergwerksprotokoll aus dem Jahr 1661. Die Gesamttiefe der Grube war etwa 840 m.

Dieses Bergwerk wurde nicht nur berühmt wegen seiner schönen Pyrargyrite und Dyskrasite sowie einem der begehrtesten Mineralien, welches nach der Typlokalität Samsonit benannt wurde. Aus dem Vorkommen stammen auch vortreffliche Calcite, Apophyllit, Analcim, gediegen Arsen, Breithauptit und viele andere.

Wenn man in alten Lehrbüchern aus dem Goldenen Zeitalter der Mineralogie Bilder der klassischen Mineralien sucht und wenn man die Kapitel über Symmetrie und Klassifizierung liest, stößt man immer wieder auf die fantastischen Andreasberger Calcite, welche schon im 17. Jhdt. als Sammlungsobjekte begehrt waren und den Wissenschaftlern als Anschauungsobjekte und Maßstab galten. Doch diese berühmten Calcite aus der Morgenröte des Mineraliensammelns, besonders etwas größere und attraktive Stufen, sind heute so gut wie nicht mehr erhältlich.

Calcit war in St. Andreasberg mit Abstand das häufigste Gangmineral. Von dieser Lagerstätte wurden 144 einfache Formen und 391 Kombinationen beschrieben. Calcit war auf allen Gängen weit verbreitet; Kristalle erreichten eine Länge von wenigen zehntel Millimetern bis zu 1 m. Die größte Druse vom "Fünf Bücher Moses Gang" war 10 m x 80 cm und mit 5 cm langen sechseckigen Calcitkristallen ausgekleidet. Gute Calcitkristalle wurden auch in Bad Grund, Bockswiese, Clausthal und in Elbingerode (ehem. Grube Einheit) gefunden.


Calcit
Calcit

Wunderschöne Pinakoide von St. Andreasberg; Größe: 13 x 10 cm

loparit
Calcit
Calcit

Grube Samson, St. Andreasberg, Harz; 9 x 5 cm

loparit
Calcit
Calcit

Grube Samson, St. Andreasberg, Harz; 7 x 10 cm

loparit
Calcit (Tafelspat)
Calcit (Tafelspat)

Fundort: St. Andreasberg im Harz in Niedersachsen / Deutschland

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Größe: 10,2 x 7,6 cm; Fundort: St. Andreasberg, Harz, Niedersachsen, Deutschland

Rock Currier
Calcit - klassischer Kanonenspat
Calcit - klassischer Kanonenspat

St. Andreasberg, Harz; 9,7 x 9,4 cm

Rob Lavinsky

Sauerland

Holzen

Steinbruch Calcit
Steinbruch Calcit

Der chalkopyritführende Bereich wird zurzeit verfüllt.

der Sauerländer

Der Steinbruch "Calcit" liegt zwischen dem Hönnetal und dem Ort Arnsberg-Holzen. Hier werden zur Gewinnung von Edelsplitten Kulmplattenkalke des Unterkarbon (Visé- Stufe) sowie anstehende Kalke und Kieselschiefer zur Schottergewinnung abgebaut. In weiten Teilen des Steinbruches herrscht eine Rotfärbung der Gesteinsschichten durch Hämatit vor. Diese Rotfärbung hat wesentlich zur Färbung vieler Mineralien beigetragen. Die mineralführenden Klüfte und Störzonen entstanden während der letzten tektonischen Bewegungen. Calcit kommt im Steinbruch in beeindruckender Vielfalt und Größe vor. Vorherrschend ist der Rhomboeder. Hierbei sind die Endflächen häufig als Sterncalcite ausgebildet. Die für Holzen charakteristischen Sterne entstehen durch eine, meist hellere, Färbung einer 2. Generation von Calcit; durch die Flächen, welche den Stern bilden, kann man manchmal in das Innere des ursprünglichen Kristalls sehen. Besonders gesucht sind Kristalle, bei denen der Stern aus Pyrit besteht. Vergesellschaftet ist der Calcit sehr häufig mit Baryt und/oder Pyrit/Chalkopyrit. In sog. Sandlöchern wurden Schwimmerkristalle von enormer Größe gefunden. Dem Autor lagen Kristalle bis 15 cm Durchmesser vor. Stufen mit perfekten Kanonenspäten -Typ Freiberger- kamen zeitweise sehr häufig vor.

Das zweite Mineral, welches Holzen berühmt machte, ist Baryt, welcher während der gesamten Abbauphase teilweise in sehr großen Aggregaten in perfekter Ausbildung gefunden werden konnte. Diese meist flachen Kristalle sind durch Hämatit häufig sehr schön zonar gefärbt. Sehr attraktiv sind Calcit-Stufen, welche mit kamm- oder meißelartigem rötlichem Baryt vergesellschaft sind.


Calcit
Calcit

Calcit mit Pyrit als Mercedesstern, größter Kristall 3,3 cm, gefunden März 1992 in Holzen, Sauerland

Millerit
Calcit als Sterncalcit
Calcit als Sterncalcit

der Stern entsteht durch eine, meist hellere, Färbung einer 2. Generation von Calcit; durch die Flächen, welche den Stern bilden, kann man in das Innere des ursprünglichen Kristalls sehen; Durchmes...

der Sauerländer
Calcit - Sterne
Calcit - Sterne

Holzen, Sauerland. 7,5 x 6,7 cm

kraukl
Calcit mit Dolomit
Calcit mit Dolomit

Calcite mit Sternzeichnung; der Stern besteht aus kleinsten Markasitinklusen; Fundort: Holzen, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

der Sauerländer
Calcit mit Dolomit
Calcit mit Dolomit

Holzen, Sauerland; 10,5 x 7,7 cm

kraukl
Calcit mit Eisenrahm (Hämatit)
Calcit mit Eisenrahm (Hämatit)

Holzen, Sauerland; 4,8 x 4,6 cm

kraukl
Calcit
Calcit

Holzen, Sauerland; 5,6 x 3,6 cm

kraukl
Calcit mit Dolomit
Calcit mit Dolomit

Holzen, Sauerland; 9 x 7 cm

kraukl
Calcit auf Calcit (Zeptercalcit)
Calcit auf Calcit (Zeptercalcit)

Kleinstufe; Stbr. "Calcit" bei Holzen, Sauerland

endeavour-minerals
Calcit als hexagonales Prisma
Calcit als hexagonales Prisma

Kristallgröße: 6 cm; Fundort: Stbr. "Calcit", Holzen, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

der Sauerländer
Calcit
Calcit

Kleinstufe; Stbr. "Calcit" bei Holzen, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

endeavour-minerals
Calcit als Kanonenspat
Calcit als Kanonenspat

Kristallgröße: 6 cm; Stbr. "Calcit", Holzen, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

der Sauerländer

Becke-Oese

Steinbruch Becke-Oese
Steinbruch Becke-Oese

Situation April 2005

der Sauerländer

An der B7, zwischen Hemer und Menden gelegen, baute man im Steinbruch Becke-Oese Kulmplattenkalke des Unterkarbon (hohes Kulm Alpha) zur Schottergewinnung ab. Je nach Abbaubereich kamen immer wieder gute Funde vor. Gefunden wurde hauptsächlich Calcit, Pyrit, Markasit, Chalkopyrit, Baryt, Zinkblende und Galenit. Diese Möglichkeiten gab es in den letzten Jahren nicht mehr. Mit zunehmender Teufe ließen auch die Funde nach. Im Jahr 2004 wurde der Abbau eingestellt und es steht fest, dass in der Becke nie mehr abgebaut wird. Banniza beschreibt in seinem Buch "Alter Bergbau im ehemaligen Amt Hemer" die Blei- und Kupfergrube auf dem Hasenberge. Hier wurden nach Überlieferungen "Bleyglanze in sehr schön krystallisiertem Kalkspat" abgebaut. Den von Banniza beschriebenen Galenit konnte man in den 1970er und 1980er Jahren an manchen Tagen zentnerweise mitnehmen. In den frühen 1980er Jahren wurde eine Kluft gefunden, deren Wände mit ca. 20 cm dickem Galenit ausgekleidet war. Die Kristalle hatten eine enorme Größe, erscheinen aber abgerundet und sind ausschließlich mit einer Pyritschicht überwachsen. Solch große Klüfte, in denen ein Mensch bequem stehen konnte, waren nicht selten.


Calcit "Kanonenspat"
Calcit "Kanonenspat"

Becke-Oese, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland; 15 x 12 cm

der Sauerländer
Calcit
Calcit

Becke-Oese, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

kraukl
Calcit mit Pyrit
Calcit mit Pyrit

Becke-Oese, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland; ca. 15 x 15 cm

der Sauerländer
Calcit
Calcit

Becke-Oese, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

kraukl
Calcit
Calcit

Becke-Oese, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

kraukl
Calcit
Calcit

Becke-Oese, Sauerland; 10,6 x 7,2 cm

kraukl

Andere Calcit-Vorkommen im Sauerland

Blick in den Steinbruch
Blick in den Steinbruch

Steinbruch Donnerkuhle, Hagen, Sauerland, Deutschland; Aufnahme: 2006

Harjo
Steinbruch "Lahrmann"
Steinbruch "Lahrmann"

Abbauwand im Steinbruch Rheinkalk, Rösenbeck, Brilon, Sauerland, NRW.

endeavour-minerals

Der Kalksteinbruch Donnerkuhle liegt im Ortsteil Hagen-Halden. Das Vorkommen des Kalksteins im Hagener Raum (Massenkalkablagerungen bis 600 Meter Mächtigkeit aus dem Devon (vor etwa 350 Millionen Jahren)) ist ein Teil eines Bandes von zusammenhängenden oder isoliert auftretenden Kalkmassiven im Rheinischen Schiefergebirge. Es ist ein fast reiner Kalk; gebietsweise aber stark dolomitisiert. In Paragenese mit Calcit kommen Sphalerit, Bravoit, Chalkopyrit und Quarz vor; um 2006 wurden sensationelle Milleritnadeln bis 20 cm Länge gefunden. Die Mineralien sitzen auf Dolomit und sind meistens mit Calcit umhüllt. Nur in selteneren Fällen befinden sie sich in einem Hohlraum, so dass nach dem Aufbrechen des Gesteins die wahre Schönheit sofort zu sehen ist.

Inmitten des Sauerlandes im Valmetal, zwischen dem Dörnberg und dem Bastenberg liegt das Ramsbecker Revier, in welchem seit dem Mittelalter Bleiglanz zur Gewinnung von Blei und Silber und seit dem 18. Jh. Zinkblende gefördert wurden. Die Blei- und Zinkerze traten in einer Serie paralleler Quarz-Barytgänge in devonischen Quarziten und Schiefern auf.

In der Nähe von Brilon, in Richtung Marsberg fahrend befinden sich kurz hinter der Ortschaft Rösenbeck auf der linken Seite die Kalksteinbrüche Lahrmann (benannt nach dem ehemaligen Unternehmen Ferdinand Lahrmann, heute betrieben von Rheinkalk). Abgebaut wird Oberer Devonischer Massenkalk (Dorper Kalk) der Adorfer Stufe (Manticoceras-Stufe). Die Schichtungen der einzelnen Bänke sind sehr undeutlich. Der Kalkstein selbst bricht sehr unregelmäßig, teilweise muschelartig. Er ist von sehr hoher Festigkeit. Durchzogen wird der Bruch von Spatgängen, Karstschlotten sowie hydrothermalen Gängen. Dominierend Kristallformen der Calcite sind Rhomboeder und Skalenoeder mit Kantenlängen bis ca. 10 cm. An Calcitzwillingen treten dort die Formen des ersten sowie des vierten Zwillingsgesetzes auf sowie Penetrationszwillinge, die, wenn man sie findet auch duchaus mehrere cm Größe erreichen können. Es kamen auch sehr große "Nester" von derbem Kalkspat vor. Herausgebrochene Spaltrhomboeder (Doppelspat) sind in Größe und Qualität mit dem Islandspat vergleichbar. Typisch für die Calcite dieser Lokalität sind angelöste Oberflächen, die sich nicht selten auf wenige Flächen beschränken. In hydrothermalen Gängen kommen Malachitkristalle, Kupferkies und Smithsonit sowie in der Verbindung mit diesen Gängen auch des öfteren Quarz in wasserklaren Doppelendern bis maximal 2 cm vor. Es gibt auch verkieselte Bereiche mit häufig vorkommendem Quarz, meist in Verbindung mit Calciten in Form attraktiver Kombinationen.


Calcit
Calcit

Rösenbeck, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Briloner Hartsteinwerke, Sauerland; 9 x 7 cm

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Stbr. Anna, Letmathe, Iserlohn, Sauerland; 8 x 5 cm

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Ramsbeck, Meschede, Sauerland. 11 x 8 cm

kraukl
Calcit mit Markasit
Calcit mit Markasit

Revier Ramsbeck, Sauerland

kraukl
Calcit
Calcit

Steltenberg, Hohenlimburg, Sauerland; 7 x 6 cm

endeavour-minerals

Hunsrück

Juchem

Blick durch den Steinbruch
Blick durch den Steinbruch

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Hunsrück/Idar Oberstein/Niederwörresbach/Juchem

Erik

Der Steinbruch 'Juchem' liegt im Fischbachtal bei Niederwörresbach nahe Idar Oberstein im Hunsrück. Hier werden seit Jahrzehnten Andesit und Melaphyr für Straßenbauzwecke abgebaut. Dabei werden immer wieder interessante Drusen mit Mineralien wie Amethyst, Rauchquarz, Calcit, Hämatit, u.a. freigelegt.

Die bei Sammlern bekannten Fundpunkte in diesem Steinbruch sind der "Wasserfall", benannt durch einen kleinen Bachlauf, der etwa zentral durch den Bruch verläuft, sowie die "Hungerwand" am südöstlichen Ende des Bruchs. Auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße L160 liegt der, seit mehr als 10 Jahren aufgelassene, Steinbruch Bernhard.

Die Fundmöglichkeiten hängen von den Abbausituationen ab, aber man dürfte wohl bei jedem Besuch das ein oder andere Belegstück mit nach Hause nehmen können.


Calcit auf Quarz
Calcit auf Quarz

"Hungerwand", Steinbruch Juchem bei Idar Oberstein, Deutschland

Harjo Neutkens
orangefarbener Calcit
orangefarbener Calcit

in einer Rauchquarzdruse; Steinbruch Juchem, Niederwörresbach, Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland - Größe: 15 x 13 cm

Mineralroli
Calcit auf Quarz
Calcit auf Quarz

4 x 3 cm; Fischbachtal, Idar Oberstein

Rob Lavinsky

Erzgebirge

Calcit (Pinakoide)
Calcit (Pinakoide)

Rudolphschacht, Lauta, Marienberg, Erzgebirge; 10,5 x 7 cm

endeavour-minerals
Calcit (Rhomboeder)
Calcit (Rhomboeder)

Grube Beihilfe, Halsbrücke, Freiberg, Sachsen; 6,5 x 5,5 cm

Peter Haas
Calcit mit Pyrit
Calcit mit Pyrit

Grube Sauberg, Ehrenfriedersdorf, Erzgebirge, Sachsen; 7 x 5 cm

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Schacht 371, Hartenstein, Schlema-Alberoda, Erzgebirge; 11,5 x 7,5 cm

Schluchti
Calcit
Calcit

Schlema-Hartenstein, Sachsen; 10,5 x 5,5 cm

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Schneeberg, Sachsen; 7 x 7 cm

Rob Lavinsky

Andere deutsche Fundorte

Calcit
Calcit

Grube Christiane, Adorf, Korbach, Hessen; 9 x 5,2 cm

Aletsch
Calcit
Calcit

Ronneburg, Thüringen, Deutschland

endeavour-minerals
Calcit auf Diabas
Calcit auf Diabas

Steinbruch Bromberg, Herbornseelbach, Dillenburg, Hessen; 9 x 8 cm

endeavour-minerals
Calcit
Calcit

Kristallgröße 1,6 mm. Scharf ausgebildete x vom Steinbruch Stolz, Graulay, Hillesheim, Eifel.

Matteo Chinellato
Calcit
Calcit

Schwarzwald. 10,4 x 6,1 cm (alter Fund ohne nähere Fundortangabe)

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Sehr schöner 3,5 cm großer Skalenoeder als Zwilling; Hämatiteinschlüsse; Steinbruch Remigiusberg, Rammelsbach, Kusel, Rheinland-Pfalz

Peter Haas

Literatur zu Deutschland

  • Banniza, H. (1980); Alter Bergbau im ehemaligen Amt Hemer; Bürger- und Heimatverein Hemer e.V
  • Bode, R., Dallosch, B. (1994); Die Mineralien des Harzes
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  • Lieber, W. & Kesenheimer, H.W. (1953); Der Hartsteinbruch 'Juchem' im Fischbachtal. Der Aufschluss :4, 3/4, 40-42.
  • Leyser, R. (1956); Mineralfundstellen im oberen Nahe-Gebiet. Der Aufschluss, Sonderband 3, S.35-39.
  • Kern, A. (1981); Oktaederähnliche Kalkspat-Kristalle aus dem Steinbruch Juchem im Fischbachtal (Bemerkenswerter Eigenfund). Lapis :6, 2, 34.
  • Kirschenlohr, J. (1988); Ein Calcit-Kristall aus dem Steinbruch Juchem (Bemerkenswerter Eigenfund). Lapis :13, 11, 31
  • Hoffmann-Rothe, R. (2000); Calcit aus Idar Oberstein. Lapis, : 25, 9, 18-23.
  • Pawlowski, D. (1991); Mineralfundstellen im Sauerland
  • Seyb, W., Tisch, W. (1990); Zehn interessante Fundstellen im Sauerland. Mineralien-Welt :1,1, 44-45
  • Strübel, G., Zimmer, S.H. (1990); Mineralfundorte in Europa


Belgien

Steinbruch Fond des Vaulx
Steinbruch Fond des Vaulx

Wellin, Provinz Luxemburg, Belgien

Harjo
Steinbruch La Sambre
Steinbruch La Sambre

Landelies, Montignies-le-Tilleul, Hainaut, Belgien

Harjo

Eines der besten Vorkommen sehr gut bis perfekt ausgebildeter Calcitkristalle mit interessanten Formkombinationen ist der Kalksteinbruch La Sambre am Ufer des Sambre (Samber) nördlich von Landelies in der Provinz Hainaut (Henegouwen / Hennegau). Dieser Bruch besteht bereits seit 1821, als der geborene Pariser Jacques-Aubin Dolbeau den Platz von der Gemeinde kaufte und dem neuen Bruch dann den Namen Saint-Louis gab. Der wesentliche Grund für den Kauf und die Eröffnung des Kalksteinbruchs war die Expansion der Stahlindustrie in und bei Charleroi, die große Mengen Kalk benötigte. Dieser wurde durch das Brennen des Kalksteins erzeugt. 1874 wurden an beiden Seiten des "Chemin du Crisier" neue Gruben durch einen Herrn Wargny erschlossen; 1921, nach der Pensionierung Wargnys wird die Firma "Calcaires de la Sambre S.A." gegründet. Anfang der 1970er Jahre wurden die Steinbrüche zusammengefügt. Aktuell werden pro Jahr mehr als 400.000 t Kalkstein gefördert.

Die in Hohlräumen des Kalksteins vorkommenden Calcite sind überaus formenreich; ihre Farben reichen von farblos über beige-gelblich bis hin zu olivgrün. Die Kristalle können mehrere cm Größe erreichen.

An der Straße Wellin - Rochefort in der Provinz Luxembourg liegen die Kalksteinbrüche Fond des Vaulx, etwa 1 km von Wellin entfernt. In diesem Vorkommen kamen und kommen je nach Abbausituation interessante Mineralparagensen vor; darunter sehr schön kristallisierte Calcite sowie Aragonit, Baryt, Cölestin, Dolomit, Chalkopyrit, Fluorit, Limonit, Markasit, Pyrit, Smithsonit, Sphalerit und Quarz. Die meisten der bisher gefundenen Mineralien liegen im Mikro- bis knapp unter cm-Bereich, jedoch wurde auch ein Calcit von 15 cm Länge geborgen.

Der Steinbruch Beez in der Provinz Namur wurde bekannt wegen seiner Calcite, wenngleich auch Baryt, Dolomit, Fluorit, Galenit, Goethit, Halloysit, Pyrit, Sphalerit, Quarz u.a. Mineralien auftreten.


Calcit
Calcit

Steinbruch La Sambre, Landelies, Montignies-le-Tilleul, Hainaut (Henegouwen; Hennegau) Provinz, Belgien

Harjo
olivgrüner Calcit
olivgrüner Calcit

Stbr. La Sambre, Landelies, Montignies-le-Tilleul, Belgien; Größe: 4 x 3 cm; Gefunden 2008.

Harjo
Calcit
Calcit

Stbr. La Sambre, Landelies, Montignies-le-Tilleul, Belgien; 7,5 x 8 cm

Harjo
Calcit
Calcit

Steinbruch Beez, Namur, Belgien; 7,5 x 4 cm

endeavour-minerals
transparente Calcite
transparente Calcite

Steinbruch Fond des Vaulx, Wellin, Prov. Luxembourg, Belgien; BB 4 cm

Harjo
Calcit
Calcit

Wellin, Fammenes, Belgien

Harjo

Literatur und Links zu Belgien

  • Mans, E., De Nul, R. (2003); Landelies; Geonieuws; Maandblad van de mineralogische Kring Antwerpen vz.w (MKA):28, 10, 223
  • Neutkens, H., Orinx, M. (2007); Neu und Schön: Calcit und Fluorit aus Belgien. Lapis: 32, 2, 13-18
  • geonieuws-1982-10-achterzijde-belgie-wellin-resteigne
  • http://www.strahlen.org/vp/be/wellin/
  • http://www.cfv.be/fr/


England

Bergbau in England
Bergbau in England

ein Grubenrevier um 1890

Archiv: Peter Seroka (Collector)

Calcit ist ein in England weit verbreitetes Mineral. Die besten Calcite des Landes kommen als Gangart in den Hämatit-Erzkörpern in West- und Süd-Cumbria und Furness vor. Spektakuläre Calcite von anderen Fundorten in Nordengland, in Cornwall und anderen Teilen des Vereinigten Königreiches sind weniger bekannt. Die Eisengruben des West Cumberland Iron Field in Cumbria waren seit langer Zeit bekannt als Geburtsstätte einiger der weltbesten Calcite. Egremont, ein historisches Bergbaurevier mit über 50 Minen, in welchen seit dem frühen 17. Jh. Eisen abgebaut wurde, liegt ca. 10 km SE von Whitehaven im Westen von Cumbria. Bedeutende Calcit-Funde stammen aus den Gruben Gillfoot Park Mine (große farblose Zwillinge), Dalmellington Mine, Mowbray Mine, Beckermet (Florence Mine), Hail Moore Mine und Ulcoats No 1 Mine. Eines der berühmtesten Vorkommen feiner Calcitstufen waren die Bigrigg, Wyndham und die Pallaflat Mines, aus welchen hochglänzende, wasserklare, transparente, prismatische Kristalle bis mehrere cm Länge und sehr schöne Schmetterlingszwillinge stammen. Die besten Stufen in den unterschiedlichsten Trachten, oft mit hochglänzenden, farblosen Kristallen aus dem Revier Egremont wurden in den späten 1800er und frühen 1900er Jahren gefunden. In Paragenese treten auf: Baryt, Fluorit, Quarz (Eisenkiesel), Hämatit, Galenit und Dolomit. Calcite aus dem Egremont-Revier finden sich in fast allen Museen der Welt. Weitere Vorkommen feiner und gut ausgebildeter Kristalle im Lake Distrikt sind das Gebiet von Cleator Moor, Barrow-in-Furness (exzellente Kristalle, oft durch Hämatit-Einschlüsse rot gefärbt von der Stank Mine), die Greenside Mine in Glenridding, das Gebiet Patterdale, die Roughtengill Mine (Caldbeck Fells) sowie das Revier Alston mit den Gruben Nentsbury Haggs (berühmt für Barytcalcite) und Rotherhope Fells.


Calcit
Calcit

Egremont, Cumberland, England; 6,4 x 4,9 cm; späte 1800er Jahre

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Egremont, Cumberland, England; 6,1 x 5,2 cm

Dan Weinrich
Calcit
Calcit

Egremont, Cumberland, England; 10 x 6,5 cm

loparit
Calcit
Calcit

Egremont, Cumberland; 1,7 x 1,7 cm

Dan Weinrich
Calcit (Zwilling)
Calcit (Zwilling)

Egremont, Cumberland; 8,8 x 8,7 cm; verkauft für US$ 9.200 /2009

Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Stank mine, Cumbria, England; 5,9 x 6,4 cm

Dan Weinrich
Calcit
Calcit

Biggrig, Cumbria, England; 7 x 6,8 cm

Dan Weinrich
Calcit
Calcit

Rotherhope Fell, England; 8,5 x 8 cm

Dan Weinrich
Calcit mit Hämatit
Calcit mit Hämatit

Florence Mine, Egremont, Cumbria; 9 x 9 cm

endeavour-minerals
Calcit (Skalenoeder-Igel)
Calcit (Skalenoeder-Igel)

Frizington, Cumbria, England; 15,4 x 13,4 cm

Archiv: Rob Lavinsky
Calcit
Calcit

Nr. 10; Pallaflat mine, Biggrig, Cumbria, England; 9,1 x 7,7 cm

Dan Weinrich
Barytocalcit
Barytocalcit

Nentsberry Height, Alston Moor; 5,9 x 4,3 cm

Rob Lavinsky

Literatur zu England

  • Davidson, W.F., Thomson, N. (1948); Some notes on the minerals of Cumberland and Westmoreland; The North Western Naturalist : 23, 136-154
  • Directory of mines and quarries (1994); Bri. Geol. Survey
  • Embrey, P.G., Symes, R.F. (1987); Minerals of Cornwall and Devon
  • Fairbairn, R.A. (1993); The Mines of Alston Moor. British Mining: 47, The Northern Mining Research Soc., Keighley, 191 p.
  • Fairbairn, R.A. (1996); Weardale Mines, British Mining: 56. The Northern Mining Research Soc., Keighley, 151 p.
  • Miers, A.H. (1889); Calcites from the neighbourhood of Egremont, Cumberland. Min. Mag.:18, 149-153
  • Rashleigh, P. (1797) & (1802); Specimens of British Minerals selected from the cabinet of Philip Rashleigh; 2 vols., London.
  • Sowerby; J. (1804-1817); Mineralogy of Great Britain (British Mineralogy; Vol.1-5)
  • Young, B. (1987); Glossary of the minerals of the Lake District and adjoining areas; Brit. Geol. Survey


Rumänien

Cavnik
Cavnik

Cavnik, Maramures, Rumänien. Bergbaugeschichte

Frank de Wit