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Dioptas

Dioptas
Dioptas

Hochglänzende, kurzprismatische Kristalle mit außergewöhnlicher Farbe Tantara Mine, Shinkolobwe, Demokratische Republik Kongo Neufund 2005

Fabre Minerals

Englisch: Dioptase; Französisch: Dioptase; Spanisch: Dioptasa (Dioptasita); Italienisch: Dioptasio


Geschichte des falschen Smaragdes

Seit dem Altertum ist Smaragd aufgrund seiner Schönheit und seiner ungewöhnlich lebhaft grünen Farbe als Edelstein begehrt. Jedoch - nach dem Spruch "Es ist nicht alles Gold, was glänzt" - sind nicht alle "Edelsteine" mit dieser attraktiven Farbe auch tatsächlich Smaragd gewesen. In der Geschichte finden sich dafür zahlreiche Beispiele. Immer wieder wurden neu entdeckte Mineralien, die mit bekannten und als Edelstein geschätzten Steinen in Farbe und Charakteristika übereinstimmten, fälschlich als echt gehandelt und verarbeitet. Eines dieser Mineralien, welches wegen seiner Farbe sehr lange als Smaragd galt, ist Dioptas.

Im Jahr 1785 brachte der aus Buchara im heutigen Usbekistan stammende und in Semipalatinsk lebende Kaufmann Mahmed Achir (Akhir) hochglänzende grüne Kristalle aus der kirgisischen Steppe (> Altyn Tube) mit und beauftragte einen Herrn Bogdanov, diese nach St. Petersburg zu bringen. Es wird angenommen, dass sie von dort an den Zarenhof nach St. Petersburg gelangten. Der damalige Zarenhof unter der Regentschaft der Zarin Katharina II., einer begeisterten Mineraliensammlerin, beauftragte den deutschen Mineralogen Rudolph Ferber in der St. Petersburger Akademie der Wissenschaft Analysen des kasachischen Materials durchzuführen. Ferber identifizierte das Mineral dabei fälschlich als Smaragdvarietät.

Dreizehn Jahre später, im Jahre 1798, verfasste der Naturforscher Hermann (s.u. Literatur) seine "Mineralogischen Reisen in Sibirien, 1783-1796", welche jedoch erst 1802 veröffentlicht wurden. In diesen "Reisen" beschrieb er das grüne Mineral aus der kirgisischen Steppe und taufte es nach dem Kaufmann aus Buchara als Achirit. Hermann wusste wahrscheinlich nicht, dass das Mineral bereits 1797 vom französischen Mineralogen René Just Haüy als eigenständiges Kupfermineral erkannt und 1801, also ein Jahr vor Hermanns Veröffentlichung, wegen seiner Eigenschaft bei Licht die Spaltrisse zu sehen, als Dioptas benannt wurde. Der Name Dioptas leitetet sich vom griechischen "diopteuein" bzw. "diopteia" ab, welches durchsehen bedeutet, bzw. von den Wortbestandteilen "dia" für durch und "optasis" oder "optomai" für Sicht.

Dioptas wurde bis zu seiner Identifizierung für Smaragd, bzw. Kupfersmaragd gehalten. Da jedoch bekannt war, dass die Härte des Dioptas geringer ist, wurde er auch als "Smaragd für die Armen" bezeichnet. Umgekehrt geschah es auch, dass der 1832 in der Chrom-Erzlagerstätte Biserkskoye (Bisersk, Permskaya Oblast' im Ural) entdeckte Uvarowit, ein Cr-haltiger grüner Granat von Edelsteinqualität, von G. Rose als Dioptas bezeichnet wurde.

Wenngleich Dioptas aus Altyn Tube wegen seiner negativen Eigenschaften nur sehr selten geschliffen und zu Schmuck verarbeitet wurde, ist nicht auszuschließen, dass hochglänzende perfekte Kristalle, bevor Haüy das Mineral als eigenständig identifizierte, als Smaragd in so manches Collier gefasst wurden.

Bis zur Entdeckung der Altyn Tube-Dioptase kannte man in Russland das Mineral nur in abgerollten Aggregaten aus nicht näher definierten alluvialen Goldlagerstätten des riesigen Regierungsbezirkes Yeniseisk und nahm lange Zeit an, dass mangels anderer Vorkommen Sibirien die einzige Quelle für Dioptas war.

Die Geschichte des Dioptas ist zudem eng verbunden mit der Ausbeutung weltbedeutender Kupfer-, Zink- und Bleivorkommen während der Zeit des französischen, belgischen, portugiesischen, englischen und deutschen Kolonialismus in Afrika.

Gegen 1890 fand der Franzose M. Thollon eine Vielzahl gut ausgebildeter Dioptas-Kristalle in der Kupfergrube Mindouli, sowie östlich von Comba (zwischen Bouanza (Philippeville) und Brazzaville im Gebiet des Niari-Bassins im damaligen französischen Congo (heute (Volks)- Republik Congo). Von 1905 bis 1961 wurde tonnenweise Dioptas, oft in Form sehr schöner Geoden mit Kristallen bis 3 cm Größe, in den durch die Compagnie Minière du Congo Francais abgebauten Kupfer-Lagerstätten Tchicoumba, M'Fouati, M'Bumba und Pimbi (bei Sanda, Region Mindouli) und besonders bei Renéville (im Norden des Niara-Bassins) gefunden. Aus einer der weltgrößten Kupfer-Kobalt-Uran- und Nickelerz-Provinzen, dem Shaba-Kupfergürtel im ehemaligen Zaire (heute Demokratische Republik Congo), gelangten seit Mitte der 1900er Jahre tausende hervorragender Dioptas-Stufen in Museen, Universitäten und private Sammlungen. Die attraktivsten Dioptase kamen aus Shinkolobwe, Kambove, Tshiniama, Molongoie, Tantara und den Tendu-Gruben. Aktuelle Funde schöner Kristalle stammen aus der Mashamba West Mine in Shaba. Auch wurden hervorragende Kristalle bis 3 cm zwischen 1950 und 1980 in einer kleinen Untertage-Grube bei Mavoio in Ost-Angola gefunden.

Viele tausende der wohl weltbesten Dioptase kamen zwischen Anfang des 20. Jh. bis Mitte der 1990er Jahre aus Tsumeb im ehemaligen Südwestafrika. Im gleichen Land wurden Anfang 1920 in der Rodgerberg-Grube nahe Guchab hochglänzende transparente Kristalle gefunden. Seit 1985 wird Dioptas auch im Rahmen des "specimen mining" in der Lagerstätte Omaue im Kaokoveld gefördert.


Literatur

  • Evseev,A.A., 1993; The Urals - a brief mineralogical guide; World of Stones
  • Haüy,R.J., 1801; Traite de Minéralogie, Vol. 3
  • Hermann,B.F.J., 1798 (publiziert 1802); Mineralogische Reisen in Sibirien, 1783-1796
  • Kokscharow,N., 1853-1891; Materialien zur Mineralogie Russlands. 11 Bände und Atlas.
  • Scalisi,P., Cook,D., 1983; Classic mineral localities of the world; Asia and Australia


Synonyme und Varietäten

  • Achrit
  • Achirit
  • Aschirit
  • Dioptasit
  • Emerald-Copper
  • Emerald-Malachite
  • Emeraudine (franz.)
  • Emeraudite (franz.)
  • Falscher Smaragd
  • Kirghisit
  • Kristallisiertes Kupfergrün
  • Kupfer-Smaragd
  • Smaragdo-Chalcit (nach Mohs)


Charakteristika, Ausbildungsformen, Aggregate und Pseudomorphosen

Dioptas ist ein Kupfersilikat mit der Formel CuSiO2(OH)2. Frühere chemische Analysen deuteten auch auf Fe-, Ca und CO3-Gehalte, die sich jedoch überwiegend als mechanische Beimengungen erwiesen. Die Farbe des Dioptas ist smaragdgrün bis dunkelblaugrün und türkisfarben. Blaugrüner bis türkisfarbener Dioptas kann beim Erhitzen die begehrtere Farbe smaragdgrün annehmen. Selten ist blauer Dioptas (Mutoshi, DR Congo). Der Strich ist grün, Dioptase haben Glasglanz mit hohem Farbenspiel (Feuer) und sind durchsichtig bis durchscheinend. Die Härte ist 5, die Dichte 3,28 bis 3,35. Die Kristalle sind nach dem Rhomboeder {1011} spaltbar. Dioptas ist spröde, sein Bruch muschelig. Der Brechungsindex liegt zwischen 1,65 und 1,71. Das Mineral kommt kryptokristallin, granular, krustig, massiv, sowie in kleinen idiomorphen (selten faserig aggregierten) Kristallen in Spalten und Hohlräumen vor.

Kristalle

Das Kristallsystem ist trigonal, die Symmetrieklasse ist rhomboedrisch. Die Kristallstruktur zeigt einen ringförmigen Aufbau des Anionenkomplexes in Form sechsgliedriger Ringe, die Wassermoleküle befinden sich in den Kanälen der Ringe. Dioptas gehört zur chemischen Klasse der Ring- oder Cyclosilikate.

Die Kristalle sind gewöhnlich kurzprismatisch bzw. spitz zulaufende kurze Säulen, wobei die gut geformten sechsseitigen Prismen mit drei Flächen eines Rhomboeders abgeschlossen sind. Es kommen auch einfache rhomboedrische {1011}, seltener modifizierte Kristalle vor, wobei ein zweiter Rhomboeder die primären Rhomboederflächen unter Bildung von drei kleineren Flächen modifiziert. Am häufigsten sind (sechsseitige) kurzprismatische Kristalle mit den dominierenden Formen {1120} - hexagonales Prisma, {0221}, {1011} und {1341}. Langprismatische Kristalle sind selten. Des Weiteren pseudohexagonale Kristalle, sowie tafelige Kristalle. Zwillinge nach {1011} sind ungewöhnlich.

Es wurde über Pseudomorphosen von Plancheit nach Dioptas sowie von Dioptas nach Calcit und Quarz berichtet.

Typische Kombinationen

(Kristalle aus Tsumeb sind Kombinationen aus {1120} und {0221})

Dioptas
Dioptas

Perfekter kurzprismatischer Kristall in Form einer spitz zulaufenden Säule mit {0221} und {1120} Omaue, Kaokoveld, Namibia

Dominik Schläfli
Dioptas
Dioptas

Tsumeb, Otavi Bergland, Namibia

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb, Otavi Bergland, Namibia

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb, Otavi Bergland, Namibia

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb, Otavi Bergland, Namibia

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb, Otavi Bergland, Namibia

Joe George

Erkennungsmerkmale

Für den Dioptas sind seine Kristallform, die meist smaragdgrüne Farbe und der Härtegrad 5 charakteristisch. Er ist vor dem Lötrohr unschmelzbar. Bei starkem Glühen in der Oxidationsflamme wird er schwarz, in der Reduktionsflamme rot, wobei die Flamme grün gefärbt wird. Mit Soda ergibt er ein Kupferkorn. In Salzsäure und Salpetersäure erfolgt Zersetzung unter Ausfällung von silikatischer Gallerte.

Verwendung, Reinigung, Aufbewahrung

Obwohl Dioptas bereits im Neolithikum als natürliches Pigment für ornamentale Zwecke und zum Bemalen von Statuen in Jordanien benutzt wurde, geriet diese Anwendung über die Jahrtausende in Vergessenheit, bzw. wurde bisher kaum erforscht. Seit Mitte der 1990er Jahre wurde seine Eigenschaft als brillant smaragdfarbenes Pigment wiederentdeckt. Pulverisierter Dioptas kann mit Glaukonit gemischt werden, um dessen Farbe zu verstärken. U.a. wird Dioptas aus Altyn Tube zu Pigmenten verarbeitet.

Dioptas ist aufgrund seiner Druck-, Säure- und besonders Wärme-Empfindlichkeit nicht als Schmuck- oder Edelstein geeignet. Kristalle wurden nur selten geschliffen, jedoch im natürlichen Zustand bereits im Altertum in Schmuckstücke gefasst.

Geschliffene Dioptase und natürliche Kristalle sollten niemals in galvanische Bäder gelangen oder mit Ultraschall gereinigt werden, da dadurch der Stein beschädigt oder zerstört wird. Auch von einer Reinigung mit Schleif- oder Polierbürsten ist abzusehen. Dioptaskristalle sollten weder dem Sonnenlicht noch Punktstrahlern ausgesetzt werden, da sie gegen die durch die Bestrahlung entstehende Wärme sehr empfindlich sind.



Vorkommen und Paragenesen

Dioptas kommt als Sekundärmineral in den Oxidationszonen einiger sulfidischer Kupfererz-Lagerstätten in meist ariden bis semi-ariden Klimazonen vor. Er tritt auch in Spalten und Hohlräumen von Kalksteinen und Dolomiten zusammen mit Calcit und Quarz (Bsp.: Altyn Tube) sowie in Tonen, Letten und Sandstein auf.

Der Entstehungsprozess ist nicht einfach, da die Oxidation der Kupfersulfide nicht ausreichend ist, um zur Bildung von Dioptas zu führen. Insbesondere weil Kieselsäure, außer bei hohem pH-Wert, nur sehr gering wasserlöslich ist. Bei der Oxidation der Sulfide entstehen stark schwefelsaure Fluide, welche eigentlich die Löslichkeit der Kieselsäure begünstigen sollten. Jedoch, in Lagerstätten arider Gebieten, in welchen diese sauren Lösungen durch Karbonat neutralisiert werden, können Reaktionen geringster Kieselsäuremengen mit dem häufig an der Oberfläche remobilisierten Kupfer zur Bildung von Dioptas führen. Ähnliche Prozesse trifft man auch bei der Bildung anderer Kupfersilikate wie Chrysokoll, Shattuckit, Plancheit, Gilalit, Kinoit, Stringhamit und Apachit an. Die Frage, warum jedoch Chrysokoll fast überall in ariden Gebieten und weitaus häufiger als Dioptas gebildet wurde, ist bisher nicht beantwortet.

Aufgrund seiner chemischen Stabilität und seiner Härte wird Dioptas auch in alluvialen Goldlagerstätten angetroffen, beispielweise in Yeniseisk, Russland.

Typische paragenetische Mineralien der Oxidationszonen sind Calcit, Dolomit, Quarz, Chrysokoll, Malachit, Azurit, Mimetesit, Cerussit, Smithsonit, Atacamit, Plancheit, Linarit, Caledonit, Fluorit, Cuprit, Hemimorphit und Wulfenit.


Bekannteste Fundorte gut ausgebildeter Kristalle

Angola
Mavoyo (Mavoio; Kristalle bis 3 cm)

Argentinien
Cerro Blanco Pegmatit, Tanti, Córdoba
La Esperanza und Malpaso, Dumesnil, Córdoba

Australien
Dome Rock Mine, Olary, South Australia

Chile
Minas Amor und Cerro Negro, Diego de Almagro, Atacama
Minas Jardinera No. 1 und Delirio, Inca de Oro, Atacama
Mina Los Tres Presidentes, Caracoles, Antofagasta
Minas La Farola und La Verde, Copiapo

Congo (Dem. Republik; ehem. Zaire)
Mashamba West Mine, Kolwezi
Kussu, nahe des Luaza-Flusses
Molongoie, Shaba
Mutoshi > Ruwe Mine
Ruwe Mine (Mutoshi Mine), Kolwezi
Shankulowe, Kambove, Shaba
Shinkolobwe Mine, Shaba
Tantara Mine, Shaba (historisch, Neufunde 2005)
Tendu Mines, Shaba
Tshiniama, Shaba

Congo (Republik)
Brazzaville (Renéville)
Djenguile, nahe M'Boko-Songo
Louanga, am N'Zombo-Fluss
Mansende, nahe der > M'Passa Mine
M'Bakou, West-Bassin des Louvisie-Flusses
M'Boko-Songo, nahe Kissanga-Massiv (historisch)
M'Fouati (Mvouti), Region Kouilou
M'Passa Mine, Louvisie-Bassin
M'Pita
Mindouli ('M'Bumba, Sanda und Pimbi Hill Mine nahe Sanda)
Mont Koumbako, nahe Pimbi (>Mindouli)
Mont Youlou, nahe Koumbakou
Tchicoumba Mine, östliches Louvisie-Bassin

Deutschland
Altenberg, Erzgebirge
Braubach

England
Caldbeck Fells, Cumbria

Frankreich
Lodève, Herault

Iran
Ghale Zari Mine, Birjand, Khorasan
Sebarz /Sebarg) Mine, Anaraka, Esfahan

Italien
Mina Calamita, Elba
Monte Ramazzo
Traversella

Kasachstan
Altyn Tube, Karaganda-Oblast (Typlokalität)

Mexiko
Chinipas, Chihuahua
Mina Alejandra, El Arco, Baja California
Mina La Verde nahe Hermosillo, Sonora
Mina Malaquita, nahe Alamos, Sonoro
Mina Nuestra Senora de Candelaria, Tayolita, Durango

Namibia
Omaue, Kaokoveld, Kunene
Rodgerberg Mine (Guchab)
Tsumeb, Otavi-Bergland (weltbeste Kristalle)

Peru
Mina Acari, Nazca (wahrscheinlicher Fundort)
Mina Cobre, Ica (geläufiger Sammlerangabe)

Rumänien
Baita-Bergbaurevier, Nucet, Bihor (ehem. Rezbanya)

Spanien
Almeria; Cabo de Gata, Alba und Finana
Ciudad Real, Almaden
Guadalajara, Pardos
Huelva, Rio Tinto
Madrid, Torrelodones
Sevilla, Penaflor

Südafrika
Aggeneys District, Cape Province
Christiana, Northwest Province

USA
Arizona: Bon Ton claims, Clifton, Greenlee County (historisch)
Arizona: Christmas Mine, Hayden
Arizona: Harquahala Mine, Yuma County
Arizona: Mammoth St. Anthony Mine, Tiger
Arizona: Shattuck Mine, Bisbee, Cochise County
Arizona: Table Mountain Mine, Galiuoro Mts., Pinal County
California: Blue Bell Claims, Baker, San Bernardino County
California: Cornucopia Mine, Mono County
California: Silver Lake Mountain, San Bernardino County
Michigan: Algohma Mine, Ontanagon County
Nevada: Blue Jay Mine, Clark County
Pennsylvania: Perkiomen Mine, Montgomery County

Zimbabwe
Inez Mine, Hartley district
Lomagundi District (mehrere Gruben)
Midway Mine, Fort Victoria

Namibia

Dioptas
Dioptas

Dioptas mit Cerussit Tsumeb, Größe der Stufe 4 x 2,4 cm

Fabre Minerals
Dioptas
Dioptas

Tsumeb Größe der Stufe 5 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Dioptas auf Calcit Tsumeb, Größe der Stufe 4 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb Größe der Stufe 3 x 2 x 1,8 cm

Rob Lavinsky

Tsumeb

Dioptas aus der weltberühmten Lagerstätte Tsumeb wird von manchen Sammlern als der schönste der Welt bezeichnet - obwohl durchaus vergleichbar perfekte, große und farblich schöne Kristalle auch in Altyn Tube (Kasachstan) und in Zentralafrika gefunden wurden. Das Mineral kam recht häufig in Form hochglänzender, smaragdgrüner, 1-3 cm großer kurzprismatischer Rhomboeder im Abbau Ost auf der 32. Sohle vor. An manchen Stellen trat Dioptas auch blaugrün und türkisfarben auf. Die größten bekannten Dioptas-Kristalle haben eine Kantenlänge von 5 cm. Die dominierenden Formen der meist kurzprismatisch-rhomboedrischen Kristalle sind {1120} und {0221}.

Dioptas trat fast immer in verkieseltem Nebengestein mit Calcit und älterem Dolomit auf, wobei nicht selten Dioptas einer zweiten Generation aufgewachsen ist. Die wichtigsten Paragenesen sind mit Plancheit, Duftit, Konichalcit, Cerussit, Wulfenit und Malachit. Nicht jedoch (soweit nachvollziehbar) mit Chrysokoll, welcher aber auch in Tsumeb vorkam. Eine Rarität bilden die Paragenesen Dioptas mit Minrecordit, bzw. Dioptas mit Molybdofornacit.

Rodgerberg Mine

Kräftige, transparente Dioptaskristalle bis 2 cm in drusigem, massivem Dioptas sowie mit Calcit, Cerussit und Duftit wurden Anfang des 20. Jh. in der Rodgerberg Mine im Gebiet Guchab-Rodgerberg, Distrikt Grootfontein, Region Otjozondjupa (ca. 15 km östlich der Kombat Mine) gefunden.

Omaue

Die Omaue Mine im Kaokoveld Plateau, Region Kunene, gehört zu den weltbesten Dioptasfundstellen. Eine gut entwickelte Kupfersulfid-Oxidationszone in Quarzadern von Kalksteinen der Otavi-Gruppe mit sekundären Kupfermineralien. Die Fundstelle wurde, anfangs übertage, aktuell untertage, in fünf Stollen (galleries) als "specimen mining deposit", einem Abbau von Sammlermineralien, abgebaut und gehört seit Ende der 1980er Jahre Marius Steiner. Aus der Grube stammen hervorragende transparente, prismatische, teilweise langgestreckte Dioptas-Kristalle bis zu mehreren Zentimetern Größe auf blassblauem Chrysokoll oder auf Plancheit. Zu den Seltenheiten gehört gut ausgebildeter Anglesit auf Dioptas. Zwischen 1985 und 1996 wurden 3.510 kg Dioptas gefördert (Piper, 1998).

Kombat Mine

In der im Distrikt Grootfontein (Region Otjozundjapa) liegenden Erzgrube Kombat kam Dioptas akzessorisch vor.


Dioptas
Dioptas

Tsumeb; Größe der Stufe: 7 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb; Größe der Stufe: 6 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Dioptas mit Calcit Tsumeb; Größe der Stufe: 3,6 x 3 cm

kraukl
Dioptas
Dioptas

Tsumeb; Größe der Stufe: 4,2 x 3,5 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Dioptas mit Calcit Tsumeb; Größe der Stufe 7 x 3,6 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb; Größe der Stufe: 7,7 x 5,2 cm

Fabre Minerals
Dioptas
Dioptas

Dioptas über Calcit - über Dioptas - über Calcit Mehrgenerationswachstum Tsumeb; Größe der Stufe: 6,5 cm

Stuart Wilensky
Dioptas
Dioptas

Tsumeb; Größe der Stufe: 7 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Dioptas mit Calcit Tsumeb; Größe der Stufe: 6,5 x 5,5 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Omaue, Kaokoveld Dioptas mit Quarz, Hämatit und Chrysokoll Größe der Stufe: 3,5 x 4 cm

Christiane David
Dioptas
Dioptas

Omaue, Kaokoveld Größe der Stufe: 3,2 x 1,7 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Omaue, Kaokoveld Größe der Stufe: 3,5 x 4,2 cm

Rob Lavinsky

Literatur

  • Bartelke,W., 1976; Die Erzlagerstätte von Tsumeb/Südwestafrika und ihre Mineralien. Aufschluß :27, 393-439
  • Cairncross,B., 1999; Minerals of Southern Africa
  • Gebhard,G., 1991; Tsumeb - eine deutsch-afrikanische Geschichte
  • Geier,B.H., 1973/1974; Mineralogischer Studie der Blei-, Zink- und Kupferlagerstätte Tsumeb. Journ. SWA Wiss.Ges.:28,35-52
  • Henglein,M., 1921; Dioptas und Plancheitlagerstätten aus der Umgebung von Guchab im Otavigebirge Deutsch-Südwestafrikas. Ztschr. prakt. Geol.: 29, 53-56
  • Jahn,S., 2001; Guchab, Tsumeb und Omaue: Dioptas nur vom feinsten. Minerals of Namibia, 158-162
  • Keller,P., 1984; Tsumeb. Lapis :7/8, 13-64; Sonderheft
  • Piper,D., 1998; Minerals for industry: Raw materials for development. Namibia Brief :21, 12-17
  • Wilson,W.E., 1977; Tsumeb - the world's greatest mineral locality. Min.Record :8, 3; Special issue


Zentralafrika

Dioptas
Dioptas

Renéville, Republik Congo Größe der Stufe 4,8 x 4,3 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tantara-Grube, Shinkolobwe, Demokr. Rep. Congo vergesellschaftet mit Plancheit; Größe 4,9 x 4 cm

Fabre Minerals
Dioptas
Dioptas

Renéville, Republik Congo Größe der Stufe 3,3 x3,2 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Tantara-Grube, Shinkolobwe, Demokr. Rep. Congo Größe: 3,8 x 3,1 cm

Fabre Minerals

Republik Congo

Der zentralafrikanische Staat mit der Hauptstadt Brazzaville liegt im äußersten Nordwesten des Kongobeckens. Er ist nicht identisch mit der Demokratischen Republik Kongo, welche im Osten und Südosten an die Republik grenzt. Das Land war seit 1891 französische Kolonie, wurde 1910 zu Französisch-Äquatorialafrika, 1946 französisches Übersee-Territorium, 1960 unabhängig und im Jahr 1991 die Republik Congo. Es verfügt neben Erdöl über bisher nur wenig genutzte Eisen-, Kupfer-, Gold- und Bauxitvorkommen.

Seit den ersten Kupfer-Explorationen Anfang der 1890er Jahre gelangten tausende spektakulärer Dioptas-Stufen in Museen und Sammlungen. Die Hauptfundstellen waren M'Bumba, Tchicoumba und andere Lagerstätten am Berg Pimbi, nahe Sanda (Mindouli, Region Niari, Niari Bassin) ca. 110 km W von Brazzaville. Die Dioptas-Kristalle sind gewöhnlich langgestreckt bis fast tafelig, erreichen Größen bis 5 cm, sind meist mit samtartigem Plancheit vergesellschaftet und kommen in Geoden in roten und schwarzen Letten und in Sandsteinen vor.

Aus dem historischen Vorkommen Renéville (Region Pool, Brazzaville) wurden tonnenweise Dioptas-Stufen gefördert, welche meist die Fundortbezeichnung "Französisch-Congo" tragen und welche mit Azurit, Quarz, Plancheit, Cerussit und Mottramit vergesellschaftet sind. Aus den Kupfer-Blei-Lagerstätten bei M'Fouati (oder Mvouti, Präfektur Mvouti, Region Kouilou) kommen schöne Dioptaskristalle, paragenetisch kommt Wulfenit vor.

Demokratische Republik Kongo (RD Congo)

Der flächenmäßig drittgrößte Staat Afrikas, nicht zu verwechseln mit der Republik Kongo (s.o.), mit der Hauptstadt Kinshasa war bereits im 14. Jh. ein Königreich namens Congo und ist in den späteren Jahrhunderten durch Portugiesen, Engländer und Holländer ausgeplündert und zerstört worden. Im Jahr 1885 vereinnahmte der belgische König Leopold II. das Land als Privatbesitz und beutete es auf derart grausame Weise aus, dass er gezwungen wurde, das Land 1908 an den Staat Belgien zu übergeben, worauf es den Namen Congo-Belge erhielt. Anfang 1959 zogen sich die Belgier zurück, im Jahr 1960 wurde die Demokratische Republik ausgerufen, 1971 in Zaire und 1991 wiederum zur Demokratischen Republik Kongo umbenannt. Die Demokratische Republik Kongo ist das rohstoffreichste Land Afrikas. Die Bergbauindustrie ist der wichtigste Industriezweig. Das Land verfügt über enorme Vorkommen an Kupfer, Kobalt, Coltan, Cadmium, Germanium, Beryllium, Gold, Silber, Diamanten und Erdöl. Dennoch ist die Demokratische Republik Kongo eines der ärmsten Länder der Welt.

Seit vielen Jahrzehnten wurden in der Provinz Katanga (welche 1971-1997 Shaba hieß und woher der Begriff Shaba-Kupfergürtel stammt) große Mengen bestausgebildeter Dioptase gefördert. Die bekanntesten Vorkommen waren Kambove, Shinkolobwe, Tshiniama, Molongoie und die Tendu-Gruben. Außergewöhnlich schöne Stufen stammen aus der alten Tantara-Grube (Shinkolobwe). Die Kristalle sind mit weißem oder rosafarbenem Calcit, Quarz, Plancheit, Shattuckit, Fornacit und Chrysokoll vergesellschaftet. Interessant sind Pseudomorphosen von Dioptas und Shattuckit nach Calcit, seltener nach Quarz. Während alte Stufen kaum noch erhältlich sind, kamen seit etwa 2004/2005 wieder attraktive Neufunde auf den Markt.

Zwischen 1980 und 1995 wurden auch schöne Kristalle mit Calcit (sehr schön auf Cobaltocalcit), Baryt, Plancheit, Chrysokoll in der Lagerstätte Mashamba-West, ca. 8 km SW von Kolwezi, gefunden. Von Mutoshi, ebenfalls im südlichen Gebiet von Kolwezi, stammt blauer Dioptas (Lhoest,J., Van der Meersche,E.; 1992)


Dioptas
Dioptas

Tantara-Grube, Shinkolobwe, Demokr. Rep. Kongo Größe: 8,1 x 4,8 cm

Fabre Minerals
Dioptas
Dioptas

Renéville, Republik Kongo Größe: 9,2 x 7,6 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

M'Bumba, Pimbi Hill, Mindouli, Republik Kongo Größe: 3,5 x 2,5 cm

Dan Weinrich

Literatur

  • Bigotte,G., 1956; Contribution a la geologie du Bassin du Niari; These; Bull. de la Direct. des Mines et de la Geol.:9
  • Buttgenbach,H., 1947; Le mineraux de Belgique et du Congo Belge
  • Jannettaz,E. 1891; Sur làrgent natif et la dioptase du Congo Francais. Comptes rendus des Siences de l'Acad. de Siences, 446-447
  • Jebrak,M.,2003; Manuel de Gitologie (Beschreibung der Erstentdeckung bei Comba und Mindouli)
  • Lacroix,A., 1977; (reprint); Minéralogie de la France et de ses anciens territoires d'Outremer., 6 vol.
  • Lhoest,J., Van der Meersche,E., 1992; Die Lagerstätten des Kupfergürtels von Shaba/Zaire und ihre Mineralien. Lapis :3, 13-40
  • Musée de Minéralogie de l'Ecole des Mines; 2004; Les Collections (Dioptase)
  • Scolari,G., 1965; Etude geologique du Bassin du Niari Oriental et de ses mineralisations de Zn-Pb; Mem.Bur.Rech.Geol. et Min., 35


Kasachstan

Dioptas
Dioptas

Altyn Tube Größe: 4 x 3,8 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Altyn Tube Größe: 11,5 x 5,5 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Altyn Tube Größe: 5,5 x 4,9 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Altyn Tube Größe: 4,1 x 3,2 cm

Rob Lavinsky

Altyn Tube

Altyn Tube (auch Altin Tube, Altyn Tjube, Altyn Tyube) liegt ca. 95 km WNW der Stadt Karakalinsk (Qaraghandy Oblysy /Karaganda Oblast) in Kasachstan. Der Name bedeutet "Goldhügel" (in mongolisch heißt Gold "Altai", in turkmenisch "Altyn") und bezeichnet einen von mehreren kleinen Hügeln, in welchem Dioptas in Kalkstein auftritt. Das Vorkommen wurde gegen Ende des 18. Jh. von Bergleuten auf der Suche nach Kupfererz entdeckt und der Fund irrtümlich für eine sagenhafte Smaragdlagerstätte gehalten. Die Bergleute fanden fantastische Hohlräume in Quarzadern des Kalksteins, welche mit tausenden hochglänzender smaragdgrüner transparenter Kristalle gefüllt waren. Proben dieses Fundes gelangten im Jahr 1785 nach St. Petersburg, wo sie an der Akademie der Wissenschaft analysiert und fälschlich als eine Smaragdvarietät identifiziert wurden (s.o. > Geschichte).

Altyn Tube ist die Typlokalität für Dioptas. Die durchschnittliche Größe der Kristalle ist ca. 1-1,3 cm. Ein 1,9 cm großer idiomorpher Dioptas-Doppelender befindet sich in der Harvard-Sammlung. Der Dioptas im Hügel Altyn Tube kommt gewöhnlich mit Calcit und zumeist charakteristisch mit bräunlichem Quarz vor, was ihn deutlich von ansonsten ähnlichen Tsumeb-Dioptasen unterscheidet. Wenngleich die Fundstelle historisch ist, wurden Anfang bis Mitte der 1990er Jahre in einem ca. 4 m hohen und ca. 35 m langen Aufschluss wiederum tausende schöner Stufen abgebaut, bzw. gelangen seitdem, allerdings nicht in größeren Mengen, auf den Markt.

Aufgrund der fehlenden Transparenz sind nur wenige Altyn Tube-Dioptase zu "Edelsteinen" verschliffen worden. Manche Kristalle waren jedoch so perfekt, dass man sie ungeschliffen in Schmuckstücke fasste.

Anmerkung
Die geografische Lage von Altyn Tube wurde in der Vergangenheit und auch heute noch in der Literatur nicht selten falsch oder unzureichend beschrieben. Altyn Tube liegt weder an den Berghängen des Altai, noch im Ural, noch in Sibirien, sondern in der sogenannten "Kirgisischen Steppe", nicht weit entfernt von den Kupfererzlagerstätten nahe des Flusses Altyn Su, einem Nebenfluss des Nura (Koordinaten 49°58'6''N - 73°58'0''E). Die Lagerstätten befinden sich unweit der nördlichen Route der Seidenstraße, wobei dieser zentralasiatische Teil der Route auch als Sarysu oder "Kupferweg" bezeichnet wurde.


Literatur

  • Bauer,J., 1974; Field guide to minerals, rocks and precious stones
  • Bauer,J., Bouska,V., 1989; A guide in colour to precious and semiprecious stones
  • Embrey,P.G., 1980; Letter on Altyn-Tyube; Min.Record :11,1
  • Hermann, B.F.J. 1798 (publiziert 1802); Mineralogische Reisen in Sibirien, 1783-1796
  • Kolesar,P., Tvrdy,J., 2006; Zarenschätze
  • Pekov,I.V., 1998; Minerals first dicovered on the territory of the former Soviet Union
  • Weinrich,D., 2001; First trip to Russia and Kazakhstan; in: Mineral adventures in Russia; Min. & Rocks : 1


Nord- und Südamerika

Dioptas
Dioptas

Fundort: Mammoth-Saint Anthony Mine, Tiger, Pinal County, Arizona, USA; Größe der Stufe: 3,3 x 2,4 cm; Ex Sammlung J. Folch

Fabre Minerals
Dioptas
Dioptas

Dioptas auf Chrysokoll; Mina Cobra, Nazca, Ica, Peru; Größe der Stufe: 11,5 x 11 cm;

Kevin Ward
Dioptas
Dioptas

Mina Cobra, Nazca, Ica, Peru; Größe der Stufe: 4x6 cm

Carlos Pareja
Dioptas
Dioptas

Clifton-Morenci District, Shannon Mts., Greenlee County, Arizona, USA; Größe der Stufe: 8 x 7,6 cm

Rob Lavinsky
Dioptas mit Wulfenit und Cerussit
Dioptas mit Wulfenit und Cerussit

Mammoth-Saint Anthony Mine, Tiger, Pinal County, Arizona, USA; Größe der Stufe: 6,6 x 3,8 cm

Rob Lavinsky
Dioptas
Dioptas

Mina La Farola, Copiapó, Chile; Größe: 12 x 9,5 x 4 cm

Rob Lavinsky

USA

Die bekanntesten Dioptase der Vereinigten Staaten wurden in den Bergbaugebieten von Arizona gefunden, wenngleich dieses Mineral auch in anderen Bundesstaaten der USA (Maine, Pennsylvania, Michigan, New Mexico, Kalifornien) aufgetreten ist. Die zuerst gefundenen "brillanten Kristalle an den Wänden von Hohlräumen" wurden aus den Konzessionen nahe von Clifton im Greenlee County (Clifton-Morenci Bergbaugebiet) beschrieben. Die attraktivsten Dioptase stammen aus der Mammoth-Saint Anthony Mine (Mammoth Mine, Abbau von 1881-1953) in Tiger, Pinal County, wo sie in Aggregaten und Krusten aus nadeligen bis schlanken Kristallen auf Chrysokoll paragenetisch mit Wulfenit und Cerussit vorkamen. Aus der Magma Mine, ebenfalls im Pinal County, kam Dioptas mit Olivenit. Im Globe-Miami District wurden radialstrahlig aggregierte Dioptase gefunden, welche mit Chalkotrichit bedeckt sind. Alle anderen amerikanischen, oben unter Fundorte aufgeführten Vorkommen lieferten überwiegend nur winzige Kristalle, jedoch nicht selten in guter Qualität.

Mexico

Aus Chinipas (Chihuahua) kamen nadelige Dioptase bis 1 cm Länge auf Goethit. Aus der Mina Alejandra 38 km nördlich von El Arco (Baja California) sind Kristalle bis 6 mm auf Chrysokoll mit Malachit bekannt. Weitere Vorkommen meist sehr kleiner Kristalle sind in der Mina Nuestra Senora de Candelaria (Tayolita, Durango, mit Chlorargyrit), sowie den Gruben Mina Malaquita (Kristalle bis 6 mm), Mina La Verde bei Hermosillo und Portales in Sonora anzutreffen.

Argentinien

Die bekanntesten argentinischen Dioptase wurden im Marmor-Steinbruch Malpaso in Dumesnil, ca. 16 km NE von der Provinzhauptstadt Córdoba gefunden. Die bläulich-grünen Kristalle kommen paragenetisch mit Quarz, Calcit, Plancheit und Shattuckit vor. Der ursprünglich von einer Zementfirma betriebene Steinbruch wird sporadisch auf Sammler-Dioptas abgebaut. Ein weiteres Vorkommen ist der Cerro Blanco Pegmatit bei Tanti in der Provinz Córdoba.

Chile

Aus Chile wurden Dioptas-Vorkommen in den Gruben Los Tres Presidentes (Antofagasta), Delirio und Jardinera 1 bei Inca de Oro (Chanaral) beschrieben. Die besten kristallinen Aggregate, meist paragenetisch mit Chrysokoll, kamen aus der Mina Miraflores am Cerro La Farola (bei Sammlern als Mina La Farola bezeichnet), nahe Tierra Amarilla, ca. 15 km N von Copiapó. Von dort stammen auch die weltbesten Kristalle des chilenischen Nationalminerals Atacamit.

Peru

In den 1990er Jahren kamen erstmals idiomorphe Dioptas-Kristalle aus Peru (Fundstellenbezeichnung Mina Cobra, Pampa Nacza, Dept. Ica) auf den Sammlermarkt. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass diese Funde von der Mina Acari im Dept. Arequipa stammen. Dioptas ist meist mit Chrysokoll vergesellschaftet.


Literatur

  • Anthony, J.W.S., Williams,S.A., Bideaux,R.A., Grant, R.W., 1995; Mineralogy of Arizona
  • Bideaux,R.A., 1980; Tiger, AZ. Min.Record: 11,155-181
  • Cook,R.B., 2002; Dioptase:Tsumeb, Namibia-Connoisseurs choice; Rocks & Min (May-June)
  • Hills,R.C., 1882; Dioptase from Arizona; Am.Journ.Science :23, 325
  • Jones,R.W.; 1985; Dioptase, the emerald copper. Rocks & Minerals :60, 5-8
  • King,V.T., Foord,E.E., 1994; Mineralogy of Maine, Vol. 1, Maine Geol. Survey
  • Panczner, W.D., 1987; Minerals of Mexico


Links


Quellengaben


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