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Erythrin

Erythrin
Erythrin

Perfekte Kristalle von Aghbar, Bou Azzer Bergbaurevier, , Tazenakht, Provinz Ouarzazate , Region Souss-Massa-Draâ, Marokko. Größe der Kristalle: 11 mm

Dan Weinrich

Englisch: Erythrite; Französisch: Erythrine; Spanisch: Eritrina

Erythrin ist ein Kobaltarsenat mit der chemischen Zusammensetzung Co3(AsO4)2 . 8H2O. Das Mineral kristallisiert im monoklinen System und findet sich in kleinen, meist nadeligen und radialstrahligen, haarförmigen, faserigen, büschel-, bündel-, auch sternförmigen oder sphärolithisch gruppierten, meist nach (010) abgeflachten feinplattigen, meist karmesin- bis pfirsichblütenroten Kristallen, deren Größe meist im Millimeterbereich liegt, welche aber bis zu 25 cm groß sein können.

Erythrin ist ein Sekundärmineral und bildet sich vor allem aus Skutterudit, beziehungsweise aus Nickel-Skutterudit in der Oxidationszone von Co-Ni-U-führenden Erzlagerstätten, deren Erze Kobaltarsenide enthalten. Es gibt weltweit zahlreiche Vorkommen, jedoch die meisten davon haben als Kobalterz keine Bedeutung. Die überwiegende Zahl der bekannten Lagerstätten sind historisch und bieten heute keine Funde mehr.

Erythrinkristalle waren in allen Zeiten begehrte Sammelobjekte. Schon im Jahr 1776 beschrieb der französische Mineraloge und Kristallograph Romé de L'Isle fast hundert Stufen aus der berühmten Sammlung des Peruaners Pedro Franciso Davila. Diese zu dieser Zeit noch als Kobaltbüten oder "Fleurs de Cobalt" genannten Erythrine stammten zumeist aus den Schneeberger und Annaberger Revieren im Erzgebirge, doch auch Stufen von Richelsdorf und aus Spanien waren bereits bekannt.

Der Begriff Erythrin war sehr lange mit seinem berühmtesten Fundort, dem Schneeberger Revier verbunden. Die jedoch schönsten und größten Erythrine der Welt wurden in den letzten 40 Jahren im bedeutenden Kobalterzrevier von Bou Azzer in Marokko gefunden. In den 60er - 70er und in den gerade kürzlich zurückliegenden 2000er Jahren waren Stufen mit zentimetergroßen Kristallen nicht selten. Es gab sogar Kristalle von 20-25 cm (und mehr). Vorausgesetzt, der Kobaltbergbau in Bou Azzer hält an, werden auch zukünftig - wie fast jedes Jahr - spektakuläre Erythrine geborgen werden können.

Kapitelübersicht




Verfasser:

  • Peter Seroka (Mineralogie, Lagerstätten, Vorkommen)
  • Dr. Thomas Witzke (Geschichte, Typlokalität)


Einordnung


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